Neues, leckeres, ungewöhnliches

Als ich neulich mal an einer kleinen Brotstange knusperte, hatte ich so eine kleine kulinarische Idee, aber vielleicht gibt es das ja schon?

Beim Wochenendeinkauf entdeckte ich eine interessant gefüllte neue – zumindest mir – Schokolade. Nach Traube-Nuss, Kornflakes und Taccos als Füllung, stand auf dieser Verpackung “Salzbrezel”.

Schokolade mit Salzbrezeln

Das Bild zeigt, dass da eher kleine Nuggets drin sind, so etwa in Erdnussform, die aber aus dem Material zu bestehen scheinen, aus dem auch Salzbrezeln bestehen. Inklusive dem sie umhüllenden Salz. Und ich muss sagen: So schlecht schmeckt diese Schokovariante nicht mal. Aber ich mag ja auch das Bretonische Karamell (das ist auch mit einer Spur Salz) sehr gern.

Nun fehlt nur noch jemand, der meine Idee der letzten Woche entweder verwirklichlicht oder mich darauf aufmerksam macht, wo es das schon gibt: Grissini mit Rosmarin, die in geeignete Schokolade getaucht sind. Das müsste doch lecker sein.

1. Platz ohne Bedeutung

Lieferserviceportale schossen ja mal wie Pilze aus dem Boden, mittlerweile hat sich der Markt wohl schon ein wenig bereinigt. Aber es scheint doch immer noch mehrere zu geben, so dass ein bekannter Nachrichtensender einen Vergleichstest machen konnte. Vom Testsieger habe ich unlängst eine E-Mail bekommen:

Lieferando.de belegt den 1. Platz beim großen Test der Lieferservice-Portale vom Deutschen Institut für Service-Qualität im Auftrag von n-tv.

Wir überzeugten in allen untersuchten Bereichen als Einzige mit der Note “sehr gut” und setzten uns damit als Testsieger gegen neun Konkurrenten durch.

Der Test ist eigentlich genauso sinnfrei wie die Portale selber (großstädtisches Umfeld vielleicht mal außen vor gelassen). Warum?

  1. Die Portale leben auf Kosten der Lieferservice, die müssen Prozente abdrücken für wenig Gegenleistung.
  2. Kein Portal hat wirklich alle Anbieter, das heißt, die Suche über mehrere Apps oder Webseiten geht trotzdem weiter.
  3. Kein Portal hat irgendwas mit dem Essen selber zu tun, dessen Qualität das einzige Kriterium sein sollte, weil es das einzige ist, was mit dem Menschen wirklich in Berührung kommt.
  4. Kein Portal hat Einfluss, auf die Gerichte, auf die Auslieferer, auf den damit verbundenen Service. Nichts.
  5. Lustig sind Portale, die auf Restaurants u.ä. verweisen, die es z.T. seit Jahrzehnten nicht mehr gibt (Pizza-Taxi.de hat sowas im Angebot, selbst das Gebäude ist vor Ewigkeiten abgerissen und durch eine Versicherungsagentur ersetzt worden. Oder wie wäre es mal mit einem Besuch in der Broiler-Bar?).
  6. Spaßig wird es, wenn der Auslieferer den Besteller bittet, das nächste mal doch bitte telefonisch zu bestellen und nicht per Internet …

Die Auswahl in Neubrandenburg ist sowieso eher übersichtlich, aber wenn ich mir die beim o.g. Testsieger ansehe, gibt es 5 Lieferservice. Angeblich. Die Recherche in meiner Menü-Karten-Ablage unter meinem Wohnzimmertisch ergab 15 unterschiedliche Anbieter, wobei ich bei zweien ihre mittlerweile Nichtexistenz unterstelle und mind. eine Umbenennung (und ggf. Einstellung des Lieferservice) vermute. Und einer der im Internet angegebene ist dafür nicht mit dabei.

Also: Die Auswahl umfasst höchstens die Hälfte der möglichen, gerade auch die (regionalen) Big-Player sind nicht dabei. Und sowas nennt sich Testsieger. Im Abzocken? Man muss sich also nur die passenden, wenn auch unwichtigen Kriterien für einen Test zusammensuchen, um sich feiern zu können.

Greifen wir doch mal ein Beispiel heraus. Einer der im Portal ausgewiesenen Lieferservice hat einen Mindestbestellwert von 8,- €. Dafür bekommt man zum Beispiel eine 30 cm Pizza mit Mozzarella oder eine Calzone Hawaii oder ein Zigeunerschnitzel mit Sättigungsbeilage. 19% MwSt., 15% Vermittlungsgebühr abgezogen, bleiben 5,28 €, Der Koch bekommt Geld, der Fahrer bekommt Geld, das Auto kostet Geld, die Hütte um den Koch herum kostet Geld und die Zutaten wollen auch noch bezahlt werden. Ich frage mich schon immer, wie sich das rechnet ohne Selbstausbeutung und billigste, minderwertige Zutaten.

Planung und etwas Zeit gleich lecker

Es ist Sommer. Dieser Tage mal so richtig. Und da bekommt man Lust auf leichte Sommerküche. Und mir gelüstet es nach … Gulasch. Manchmal ist es schon komisch. Aber man kann den Gelüsten ja ruhig mal nachgehen, vor allem, wenn abschließend sooo was leckeres dabei heraus kommt. Allerdings braucht es doch etwas Planung und etwas Zeit, aber: Was macht der Herd an einem heißen Samstag, wo einem beim Hausputz sowieso eher nach was leichtem ist? Richtig: Er langweilt sich. Also gibt man ihm eben was zu tun.

Man kann Gulasch natürlich mit dem Fleisch kochen, was in den Läden als Gulaschfleisch verkauft wird. Aber dann ist es kacke (um mal eine gerade in Mode gekommene Floskel zu bemühen). Man kann aber auch zur Fleischtheke seines Vertrauens gehen und nach einem Blick in die Auslagen und dem nicht erblicken des Gesuchten eine Bestellung aufgeben. Dabei muss man irritierte Blicke der Fachkraft hinterm Tresen mal gekonnt ignorieren. Die Bestellung lautet: Zwei Rinderbeinscheiben, ca. 6 cm dick.

Wenn man diese in der Hand hält und in seiner Küche hat, gehts auch schon los. Ein kleiner Tipp dazu: Man sollte nicht abends mit dem Zubereiten anfangen, außer, man ist ggf. Spätschläfer. Aber das nur nebenbei. Die Beinscheiben werden im rohen Zustand grob zerteilt. Das Fleisch wird vom Knochen gelöst und in 3 oder 4 große Brocken zerteilt, Sehnen, Haut und sonstiges kann alles dran bleiben.

Der Rest ist erst mal kein Geheimnis, das habe ich mit dünneren Beinscheiben schon mal gemacht. Zwiebeln anbraten, wieder raus aus dem Topf, Fleischbrocken und Knochen anbraten, Tomatenmark mit Paprika anbraten, Mit etwas Wasser ablöschen. Zwiebeln wieder in den Topf, alles gut vermengen und Deckel drauf. Entgegen des Originals habe ich dann nach einer Viertelstunde nicht mit Wasser aufgefüllt, sondern mit klein geschnittenen Tomaten und roten Spitzpaprika. Und eine halbe Chilischote habe ich auch noch mit hinein geworfen. Einmal aufkochen und dann bei kleinster Hitze leicht vor sich hin simmern lassen. Alle halbe Stunden mal umrühren und die Schärfe prüfen. Sollte sie zu heftig werden, ist es Zeit, die Chilischote wieder zu entfernen.

Irgendwann, so nach 4 oder 5 Stunden, wenn das Fleisch so zart ist, dass man es mit einem Löffel teilen kann, nimmt man die Fleischbrocken aus der Soße und zerteilt sie in halbwegs mundgerechte Stücke (oder noch etwas größer). Dabei werden auch Hautreste und andere unschöne Teile entfernt. Die Soße im Topf wird hingebungsvoll mit einem Pürierstab bearbeitet und alles abgeschmeckt. Danach kommt das Fleisch wieder in den Topf und kann noch etwas ziehen. Man könnte es auch anrichten. Oder eindosen und zwischenlagern. Das habe ich Samstagabend gemacht. Und heute, zwei Tage später, wurde getafelt.

Gulasch im Topf

Mit Teigwaren habe ich es ja nicht so, also kamen gute gekaufte Gnocchi in den Topf und wurden in 2 Minuten lt. Vorschrift gegart. Nebenher darf das Gulasch bewundert werden:

So cremig ...

Fleischig und schön viel Soße. Ein richtiges Mecklenburger Gulasch. 😉 Und in der kalten Form mit einer interessanten Eigenschaft:

Der ist fast stichfest

Das Gulasch ist fast schnittfest. Das könnte daran liegen, dass die Soße im wesentlichen aus Zwiebeln und etwas püriertem Gemüse besteht. Es könnte auch an den beiden Knochen von den Beinscheiben liegen, deren Mark sicher auch ein wenig zur Bindung beitrugen. Und an den ausgekochten Sehnen und Häuten des Beinscheibenfleisches. Kein Mehl und keine Tüte kann dieses wunderbare Mundgefühl – so rein und intensiv – erzeugen.

Aber erwärmen sollte man das Gulasch trotzdem wieder. Dabei wird es auch flüssiger.

Der Gulasch blubbert schön im Topf

Und dann wird nur noch angerichtet.

Gulasch auf Gnocchi

Auch wenn die Fleischbrocken in den Gulasch für ein vornehmes Essen noch zu groß sind, Messer und Gabel sind hier nicht das Besteck der Wahl. Da reicht ein Löffel; für die Gnocchi und die Soße sowieso, aber auch das Fleisch lässt sich wunderbar mit der Löffelkante zerteilen … Einfach nur lecker.

Manches muss ich nicht verstehen, oder?

Der Landvolk Presse Dienst des Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband e.V. veröffentlichte unlängst eine Pressemitteilung, die letztendlich vor dem Verzehr von Rohmilch warnt. So heißt es in der Pressemitteilung (die auch durch andere Webseiten verbreitet wurde):

Rohmilch vor dem Verzehr immer abkochen

Rohmilch ist eine Form der Milch, die so nur direkt ab Hof angeboten wird. Einige Höfe haben entsprechende “Milchtankstellen” installiert, wo interessierte Verbraucher sich selber Milch zapfen können. Die Bauern sind verpflichtet, den Hinweis mit dem Abkochen an den Ausgabestellen gut sichtbar anzubringen.

Nun meine Frage: Warum kaufe ich Rohmilch, wenn ich sie zu Hause abkochen muss und ich dann keine Rohmilch mehr habe?

Wenn ich Milch trinken will, die leichte Kondensmilcharomen hat, dann kaufe ich H-Milch oder ESL-Milch, bei Rohmilch möchte ich doch den ursprünglichen Geschmack und nicht den nach dem “vor dem Verzehr unbedingt gut abkochen” sicher vorhanden Einheitsgeschmack.

Lecker aus dem Fahrradkeller

Da glaubt man, eine gute Idee zu haben, und im Nachhinein ist sie doch etwas überlegenswert. Oder es mangelte nur ein wenig an der Ausführung in der besonderen Situation. Na, hinterher ist man immer schlauer. Deswegen bitte nicht wundern, dass die Aufnahme diesmal etwas halliger klingt als sonst. Aber wenn man mit ungewohnter Technik arbeitet …

Eine der zu Grunde liegenden Ideen war, dass wir bei unserem kleinen Restauranttest unsere Eindrücke möglichst frisch in eine Audiodatei pressen, um es möglichst authentisch rüber zu bekommen. Angedacht war, dazu zu den Restaurantbesuchen ein Mikro mitzunehmen und gleich auf der Heimfahrt (aber nicht gleich in der Gaststätte!) ein lauschiges Plätzchen zu finden und die Bewertung aufzunehmen. Frisch vom Tisch also.

Aber vielleicht ist es doch besser, das Ereignis doch etwas sacken zu lassen, eine Nacht drüber zu schlafen (oder mehr) und dann etwas geläuterter darüber zu philosophieren, wie gut Vorspeise, Hauptgericht, Dessert, Kaffee und Service waren. In der Radiosendung und auch in unten anhängender Audiodatei (ist ja die gleiche Aufnahme, nur ohne Musik) befindet sich so ein frischer Eindruck. Zwischen abschließendem Bezahlen und Aufnehmen lag keine halbe Stunde.

Aber schon aus Sicht des Zeitpunktes der Niederschrift dieser Worte hat sich meine Meinung schon in einigen Punkten etwas relativiert. Was nicht heißen soll, dass meine unten zu hörenden Meinung falsch geworden ist, nur möchte ich – nicht mehr im Suppenkoma – einen Punkt etwas herausstellen, der zwar kurz erwähnt wird, dem ich aber als Kritikpunkt größere Bedeutung beimessen möchte. Die Portionsgröße. Ich weiß, es ist mein Lieblingsthema.

Punkt 1 (und das ist durchaus positiv vermerkt, weil es nicht selbstverständlich ist): Laut Speisekarte gibt es alle Speisen auch in einer “Seniorenportion”*. Leider habe ich keine gesehen, aber selbst, wenn man von 2/3 der normalen Portionsgröße ausgeht, vermute ich selbst hier eine Übergröße.

Punkt 2: DIE PORTIONEN SIND (mal wieder) EIN ANSCHLAG AUF DIE GESUNDHEIT. Ein Bauarbeiter, der den ganzen Tag mit einer Schubkarre Zement in den 4. Stock karrt (ohne jede motorisierte Hilfe) verbraucht dabei nicht mehr Energie, als eine normale Portion liefert. Gerade auch bei Bratkartoffeln, was naturgemäß nicht die kalorienärmste Zubereitungsform der leckeren Knollen ist, sollte man auf eine bewusste Dosierung achten. Ich habe ca. die Hälfte von dem gegessen, was ich auf dem Teller hatte und die Portion, die wieder zurück in die Küche gegangen ist, wäre in einem halbwegs kalorienbewussten Restaurant auf 2 Tellern gelandet.

Aber genau das ist der Punkt, und deswegen soll diese Kritik auch nicht überbewertet werden, sondern als kleine Ergänzung zum Audiofile einfließen: Man muss ja einen Teller nicht leer essen. Sicher: Es ist schade um die wieder zurückgehenden und damit entsorgten Lebensmittel, aber irgendwie müssen wir die Wirte doch mal dazu bringen, endlich vernünftige Portionen auf die Teller zu bekommen. Die sollen lieber eine Dessertkarte (nicht nur eine Eiskarte) in ihr Portfolio mit aufnehmen, falls wider Erwarten doch mal jemand nicht satt geworden ist. Oder vielleicht kann man sich mal ein Nachschlag-System einfallen lassen? Oder dreht das “Senioren-Portion”-System doch einfach um. Bietet grundsätzlich kleinere, vernünftige Portionen an und gegen einen kleinen Aufpreis einen zusätzlichen Schlag mit auf den Teller.

So, nun zum Audio. Viel Spaß. 18

Weitere Infos zum Radhaus Jürgenstorf gibt es hier.

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*) Nebenbei bemerkt: An dieser Stelle schreibe ich mal einen Preis aus für einen sinnvollen neuen Begriff für “Seniorenportion”, weil dieser den Sinn nicht trifft. Stellt sich die provokante Frage, ob diese Portion minderdentalfreundlich püriert ist, oder geschmacksbeeinträchtigt überwürzt? Oder eben einfach nur kleiner, was gemeinhin damit verbunden wird. Aber auch als Nicht-Senior möchte man manchmal nicht so viel essen und eine kleinere Portion bestellen …