Valentins-Ragout an Pasta und Stampf

Die Zusammenhänge mit dem Valentinstag sind eher zufällig, zumal es das Essen bereits an den Vortagen gab, einmal mit Pasta und einmal mit Kartoffelstampf. Reis, Polenta u.a. sind ebenso denkbar. Und wer weniger Wasser reinschüttet, kann das Ragout auch einfach so essen und knabbert ein Baguette oder ein Grissini dazu.

Eine große Pfanne wird für die Zubereitung heiß gemacht. Soweit, so denkbar.

Völlig überraschend kommt auch etwas Öl in die Pfanne. Zum Anbraten.

Wie sagte schon ein bekannter Fernsehkoch immer gern: Ich habe da mal was vorbereitet. In dem Fall war ich vorher schon fleißig mit dem Kleinschneiden. Das gilt auch fürs nachfolgende Gemüse. Aber zuerst kommt das „Fleisch“ in die Pfanne und wird angebraten. Das „Fleisch ist übrigens eine bunte Mischung aus gewürfelter Chorizo, einer luftgetrockneten Rindssalami, die mein Vertrauensfleischer feilbietet, von dort auch etwas durchwachsener Speck und die schon einige Male hier im Blog genutzten Hähnchenherzen, die ich aber diesmal auch gedrittelt habe. Naja, und die Herzen sind dann auch die Verbindung zum Valentinstag. 😉

Alles wird ein wenig angebraten, Röstaromen sind durchaus willkommen.

Als sich am Fleisch die ersten braunen Stellen zeigen, schiebe ich es auf einer Pfannenhälfte zusammen und brate in der dann freien Hälfte die Zwiebeln an.

Die werden mit einer Paprikamischung gewürzt (edelsüß und Rosenpaprika), das Pulver kann mit anrösten. Ein wenig zumindest.

Auch etwas Tomatenmark kommt mit dazu.

Das wird auch mit der Zwiebel vermischt und leicht angeröstet.

Dann wird der ganze Pfanneninhalt miteinander vermischt und immer weiter gebraten.

Wieder wird alles beiseite geschoben und die freie Fläche neu belegt. Hier mit einer Mischung aus Möhrenwürfeln, Lauchscheiben und Selleriewürfeln. letztere lagen bei der Schüssel oben drauf, also in der Pfanne ganz unten.

Aber es ist wirklich Sellerie mit dabei! 😉

Wenn die Gemüse auch ein wenig mitgeschmurgelt haben, kommen noch Paprikawürfel mit dazu.

Dann wird alles gesalzen, ggf. auch etwas gepfeffert und …

… der Deckel kommt drauf.

Bei geringer Hitze soll sich jetzt schön Flüssigkeit bilden.

Das ist ja das schöne am Glasdeckel. Man kann sehen, ob es gelingt, ohne ihn anheben zu müssen.

Zum Umrühren muss der Deckel aber doch gelüftet werden. Aber man sieht: Es hat sich etwas Flüssigkeit gebildet.

Da kann man aber auch noch etwas nachhelfen. Ein Glas Rotwein wird ausnahmsweise nicht in den Koch sondern in die Pfanne geschüttet.

Ob man auch noch etwas Wasser dazu gibt, bleibt dem Wunsch nach Konsistenz überlassen. Ich habe noch einen guten Viertelliter Wasser dazu getan. Danach hat alles einmal bei erhöhter Hitze aufgekocht und wurde wieder bei sanfter Hitze köcheln gelassen. Irgendwann zwischendurch habe ich mit Zitronenpfeffer, Pfeffer und einer Prise Zucker abgeschmeckt. Ein paar getrocknete Kräuter sind auch noch mit dabei. Das Simmern kann jetzt durchaus ein Stündchen oder zwei dauern.

Vielleicht hat es ja der eine oder andere erkannt, ich habe mich ein wenig vom Gulasch wie auch von der Bologneser Soße anregen lassen. Das Ergebnis war zwar nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber es war durchaus essbar.

Am Sonntag gab’s das Ragout auf Nudeln.

Am Montag wurden rustikale Stampfkartoffeln auserwählt. Das Rustikale an ihnen war, dass ich die Kartoffelwürfel mit Schale gekocht hatte …

Der Name „Valentins-Ragout“ kam irgendwie auch nur zustande, als ich feststellte, dass ich was mit Herzen am Valentinstag veröffentliche. Zufälle gibts.

Suppe nach Art des Supermarktes

Als Kunde der hiesigen Supermarkt-Szene steht man öfter mal vor dem Problem, dass man Zutaten für leckere Speisen nicht in der Menge kaufen kann, die man eigentlich bräuchte. Selbst wenn ich im Fachgeschäft oder auf dem Markt einkaufen würde, bezweifelte ich, ob das da grundlegend anders wäre. Besser vielleicht, aber anders? Man weiß es nicht. Vielleicht kommt ja auch daher das alte Weistum, dass man manche Gerichte nicht in kleinen Mengen kochen kann, nicht, weil es sonst nicht schmecken würde (was der Volksmund kolportiert), sondern eher aus dem Grund, dass man die Zutaten nicht in kleineren Mengen kaufen kann.

Mit dem Gedanken an eine schöne Suppe, die ich mal wieder kochen könnte, durchstreifte ich den Supermarkt des Tages. Irgendwas in Richtung Kartoffelsuppe oder Wrukeneintopf schwebte mir vor, eben etwas für Leib UND Seele. Leider bot der mehr oder weniger zufällig ausgewählte Markt weder Steckrüben noch Suppenbünde an, so dass ich anfing zu improvisieren. Eine Tüte „Ofengemüse“, zwei Lauchstangen, braune Champignons und eine kleine Fleischauswahl landeten im Einkaufswagen. Ein paar Sachen hatte ich noch zu Hause, das wird schon irgendwie passen.

Nicht geht über eine angemessene Vorbereitung. Und da Suppen und Eintöpfe gerne mit Schnippeleien verbunden sind, kamen die Schneidunterlagen zum Einsatz.

Wenn man Zutaten in der Menge so kaufen könnte, wäre es doch schön. Da wäre doch auch mal eine kleine Portion möglich. Gibt es aber nicht. Also …

… kommt doch schon mal der große Topf auf den Herd. Der wird gut aufgeheizt und dann bodendeckend mit Öl befüllt. In der Aufheizphase kann man schon mal das Rindersuppenfleisch klein schneiden.

Wobei klein ein relativer Begriff ist. Da ich noch mit dem – später nicht verwirklichten – Gedanken spielte, das Fleisch wieder aus der Suppe zu holen, war die Größe ein Kompromiss zwischen verzehrbar und einfach rausfischbar. (Warum ich das Fleisch aus der Suppe nehmen wollte? Um sie und hier vor allem das Gemüse ein wenig mit dem Pürierstab zu bearbeiten.)

Die Rippchen hatte ich auch etwas zerteilt, auch sie wurden angebraten.

Dem Bachspeck passiete anschließend dasselbe.

Und auch die Knacker wurde ein wenig angeröstet. Wobei hier zu bemerken ist, dass das Fleisch nicht in der oben abgebildeten Menge in den Topf kam, sondern in der gekauften. Also ca. 500 g Suppenfleisch, 600 g Rippchen, 250 g Bauchspeck und 3 Knacker.

Dann kam auch noch die gewürfelte Gemüsezwiebel dazu. Alles wurde unter gelegentlichem Rühren angeröstet. Gibt ja Geschmack.

Ein schönes bratendes Durcheinander.

Dann wurde alles mit Wasser aufgegossen, so dass es gut bedeckt war, was ca. anderthalb Litern entsprach.

Und weil Wasser bekannterweise nach nichts schmeckt, kamen diverse Aromate dazu: Lorbeerblätter, Piment, Pfefferkörner, Majoran, Kümmel, Thymian, Rosenpaprika … Nur Salz gab ich noch keins ran, Speck und Würste waren ja salzig, da galt es erstmal abzuwarten, was die so von sich geben.

Die ganze Gemengelage wurde dann zügig erhitzt und zum Kochen gebracht.

Deckel drauf und dann bei geringer Hitze leise vor sich hin köcheln lassen. Das kann ruhig eine Weile dauern. Die Zeit überbrücken wir mit der Vorbereitung des Gemüses.

Diese Mengen erhaben sich aus den Einkäufen. Zwei kleinere und eine große Petersilienwurzel, zwei Möhren, sechs Rote Beete, 250 g Champignons, zwei Lauchstangen und ein paar Kartoffeln aus den vorhandenen Vorräten. Hier schon mal in der geputzten Version. Möhren, Petersilienwurzel und Rote Bete waren übrigens das „Ofengemüse“ in der Tüte. Geschält habe ich sie, wobei zu bemerken ist, dass sich die Roten Beten wunderbar mit einem Sparschäler entblättern lassen, man sollte das aber unter sanft fließendem Wasser tun. Die Farbe.

Ein Blick in die Suppe. Das Weiße sind übrigens keine Speckwürfel, sondern die klein gehackten Stiele der Pilze, die ich sehr frühzeitig mit hineingeworfen hatte. Die könnten ruhig verkochen. An dieser Stelle habe ich auch schon mal den Salzgehalt der Flüssigkeit geprüft und entsprechend nachgesalzen. Selbst, wenn später noch einiges aus Speck und Wurst austritt, die Kartoffeln nehmen eine Menge aus, hier ist sicher nicht das letzte Mal gesalzen worden.

Als erstes warf ich die in Scheiben geschnittenen Roten Bete in die angehende Suppe. Dazu zwei Bemerkungen:

  1. Das Schneiden ist eine Frage des guten Kompromisses: Ich habe mich für eine Glasunterlage und ein nicht so gutes Messer entschieden. Das Messer hatte zwar den Nachteil, dass man etwas um seine Finger fürchten musste, aber auf der Glasplatte bleiben keine roten Flecke, obwohl sie für’s Messer eben die denkbar schlechteste Unterlage ist.
  2. Die Rote Bete kann schon sehr frühzeitig in den Topf gegeben werden (was ich nicht tat). Sie braucht etwas zum weich werden. Oder man isst sie knackig ál dente wie ich.

Das Wurzelgemüse gab ich gleich mit in die Suppe. Diese Gemüse brauchen am längsten zum Garen. Vermutlich hätte man die Roten Bete gleich nach den Zwiebeln oder der Wasserdreingabe schon mit in den Topf werfen sollen.

Deckel drauf.

Einmal aufkochen und dann bei geringer Hitze eine Weile köcheln lassen.

Nach 15-30 Minuten gab ich dann die restlichen Gemüse und die Pilze dazu.

Deckel drauf.

Einmal aufkochen und dann leicht vor sich hin köcheln lassen. Jetzt ist Zeit, sich mit anderen Sachen zu beschäftigen und nur mal ab und zu nachzusehen, ob es nicht zu stark kocht oder, ob man mal umrühren sollte. Eine gute Stunde ging das so, vielleicht auch etwas länger, hoffte ich doch, dass die Roten Bete doch noch weich wurden.

Irgendwann sah dann die Suppe so aus. Hatte ich bei der Zugabe des Gemüses noch die Angst, dass zu wenig Wasser im Topf ist, hätte ich mir jetzt fast gewünscht, nicht ganz so viel zugegeben zu haben. Aber das mache jeder nach seinem Gusto. Jetzt wird die Suppe noch abgeschmeckt und ist dann eigentlich fertig.

Wobei ich dabei jetzt noch etwas nachtragen muss. Zum Ende der Kochzeit hin habe ich an der Suppe noch etwas manipuliert. Da ich festkochende Kartoffeln verwendete, stellte sich keine schöne Sämigkeit ein. Logisch. Also habe ich noch zwei rohe Kartoffeln über die Parmesanreibe gezogen, das gab dann nach einer Weile des Mitkochens ein wenig Sämigkeit und Bindung.
Außerdem fiel mir noch eine Packung Kurkuma in die Hand, von der ich einen gestrichenen Esslöffel voll auch noch am Ende mitkochen ließ (also nur den Geldwurz, nicht auch den Löffel). Etwas Zitronenpfeffer landete auch noch in der Suppe, ob der aber einen maßgeblichen Beitrag leistete, kann ich nicht sagen.

Die Suppe kam letztendlich lecker aus dem Topf und man konnte sie löffeln, trinken, schlürfen, knabbern und sich selbst die Zähne dran ausbeißen. Das Knabbern bezieht sich auf die Scheiben der Roten Bete, die jetzt nicht mehr wirklich knackig waren, aber auch nicht weich wie gekochte Möhren. Und wenn man einen Knochen von den Rippchen mit erwischt und drauf rumbeißt, könnte es auch für die Zähne wenig vorteilhaft sein.

Der Varianten gäbe es sicher viele. Aber, man kann eben auch mit den Mengen, die man kaufen kann, eine Suppe kochen. Die gibt es bei mir zwar die nächsten Tage immer noch mal wieder. Aber vielleicht zeigt auch einer der Kollegen auf Arbeit Interesse.

Das Gute: Es ist nichts von den Zutaten übrig geblieben, über das ich mir nun den Kopf zerbrechen müsste, was ich denn daraus nun noch zaubere.

Nur einen Punkt muss ich mir dringend merken: Wenn ich schon so ein Gewürz-Ei habe, sollte ich es auch nutzen. Die ganzen Pfeffer- und Piement-Körner können einem, wenn man drauf beißt, schon ein wenig den Genuss verleiden. 😉

Warum Lieferdienste immer schlechter werden

Die Frage an sich ist eigentlich schon eine Zumutung, oder eine Frechheit, wie man auch immer mag. Auch und vor allem in ihrer Pauschalität kann sie nur falsch beantwortet werden. Und die Stichprobenlage ist eigentlich auch viel zu dünn für eine halbwegs belastbare Aussage. Also nehmen wir die Frage erst mal auseinander.

Wie komme ich dazu, diese Frage überhaupt zu stellen, gehören doch Lieferdienste und die von ihnen angebotenen Speisen nicht zu meinen bevorzugten Nahrungsmitteln. Ich sammle zwar zu Hause alle reinkommenden Menülisten, weiß aber nicht verbindlich, wann ich das letzte mal etwas bestellt habe. Anders sieht es auf Arbeit aus. Zwar steht unweit der Beschäftigungsstelle ein Einkaufscenter mit all seinen vielfältigen Möglichkeiten, aber es gibt einen Zeitpunkt, da hängen einem alle dortigen Anbieter zum Halse raus, man hat alles gegessen und will mal was anderes. Hier bietet sich die Chance für die hiesigen Lieferdienste, zumal man zusammen mit den Kollegen eine schöne Bestellung zusammen bekommt.

Hierher kommt also die dürftige Faktenlage. Etwa einmal im Monat lassen wir uns was bringen. Schätze ich mal. Vielleicht auch seltener. Was dabei auffällt: Wirklich gut ist das Essen noch nie gewesen, aber es wird immer schlechter. Und das kann man bei der Auswahl der Stichproben pauschal sagen. Die Antwort auf meine obige Frage ist eigentlich genauso einfach wie pauschal: Die Kosten steigen, aber können nicht direkt auf die Preise umgelegt werden, weil dann – wird befürchtet – weniger Bestellungen eingehen. Also muss anderswo gespart werden. Personell ist, zumindest offiziell, eine untere Grenze mit dem Mindestlohn gesetzt, es bleiben also nur die Rohstoffe. Das merkt man den Endprodukten aber auch an. Was auch die Bestellzahlen nach unten gehen lässt. Zumindest bei uns. Mit jeder Essenslieferung in unterirdischer Qualität wird der Anbieter aus dem Portfolio gestrichen. Es gibt m.E. nur noch ein oder zwei Anbieter, bei denen wir überhaupt bestellen.

Warum liefern die Dienste so ein schlechtes Essen eigentlich überhaupt aus? Einen Grund habe ich schon genannt. Bevor ich zu einem anderen komme, stellt sich die Teilfrage: Was ist überhaupt „schlecht“ in diesem Zusammenhang? Schwierig, das genau zu definieren. Ein wesentlicher Teil der Bewertung ist, dass das gelieferte Produkt nicht den Erwartungen entspricht, diese unterbietet (es mag ja auch mal was besser sein, als man es erwartet). Die Erwartungen sind aber bei jedem anders. Deswegen orientieren wir uns mal bei gängigen, einschlägigen Standards. Pommes sind frittierte Kartoffelstäbchen, außen knusprig, leicht salzig und innen zart. Um mal ein Beispiel zu geben. Ähnlich ließen sich Röstiecken, Kroketten, Schnitzel, Chicken Wings, Pizza u.ä. definieren (wobei es bei Pizza sicher zwei Grundvarianten gibt).

Kommen wir zur Hauptfrage zurück: Warum liefern Lieferdienste so schlechtes Essen? Die Frage beantwortet sich fast von allein, wenn man sie etwas anders formuliert und konkretisiert: Warum liefern Lieferdienste Speisen, die in abgeschlossenen Behältern nicht transportfähig sind? Typisches Beispiel sind die schon erwähnten Pommes. Die überstehen ja nicht mal den 5-Minuten-Weg aus dem Einkaufscenter ins Büro und sind dann labrig, matschig, weich. Und dann werden sie auf eine 15- bis 20-Minuten-Reise geschickt. Jede Sättigungsbeilage, die frisch aus dem Tiefkühler in die Fritteuse kommt und dann in der Plaste- oder Alu-Schale landet, kommt verdorben beim Kunden an. Matschig, feucht, fade. Selbst Bratkartoffeln sind nur noch ein Schatten ihrer selbst,  ein Abklatsch, ein wabbeliges Irgendwas. Bäääääh. Da kann jeder Lieferdienst ohne mobile Fritteuse im Lieferfahrzeug nur versagen.

Schnitzel sind ein anderen Thema. Normalerweise werden Schweinefleischscheiben paniert und in viel Bratfett gebraten. Bei den Schnitzeln, die man über die hiesigen Lieferdienste bekommt, stört mich noch nicht mal, dass sie meist in der Fritteuse zubereitet werden. Mich stört auch nicht, dass sie eine recht geschlossene Panierung aufweisen. Ich habe mal irgendwann für EiTV Fischstäbchen selber zubereitet. Wenn man das Mehl mit den Eiern vermischt, damit das Schnitzel ummantelt und das dann in die Semmelbrösel legt, bekommt man einen ähnlichen Überzug auch selber hin. Was mich stört, dass die knusprig ausgebackene Hülle beim Kunden als labriges und weiches irgendwas ankommt! Verstärkt wird mein Ekel nur noch dadurch, dass ich den Eindruck habe, dass das „Fleisch“ des Schnitzels die Anführungsstriche zu Recht trägt, kommt es doch sehr zusammengesetzt und gepresst einher.

Man nehme eine zweigeteilte Transportschale und versuche, Schnitzel, frittiertes Kartoffelprodukt und Soße (Pilzsoße, Zigeunersoße, …) unterzubringen. Egal, wie man versucht, dieses Essen in die Schale zu bekommen, das Essen und damit der Kunde können nur verlieren. Röstiecken zusammen mit dem Schnitzel in einem Fach und die Soße im anderen? Die Röstiecken, an sich eine leckere Sache, sind matschig, das Schnitzel beschrieb ich schon und die Soße? Sie entsprach auch nicht den Erwartungen, wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob sie besser oder schlechter als erwartet war.

Alles, was irgendwie ein gewisses Maß an Knusprigkeit haben sollte, verbietet sich eigentlich als Produkt, dass heiß und dampfend vom Lieferdienst gebracht werden kann. Aufläufe geh’n, Reis- und Nudelgerichte auch (wenn man das mit dem ál dente in den Griff bekommt), Salzkartoffeln, Stampfkartoffeln (aber bitte aus frischen Kartoffeln ohne Pürierstab erstellt!), selbst Fladenbrot sind gut (wobei ich bei Brot/Brötchen einen eigenwilligen Geschmack habe). Alles frittierte geht NICHT! Das sollte man den Betreibern mal ins Stammbuch schreiben. Dafür können sie ja mal Bulgur oder Polenta anbieten. Oder einfach mal eine Speise, die keine Sättigungsbeilage braucht. Statt dessen wird dem Kunden das übliche Einerlei vorgesetzt und ich fürchte, er bestellt es nicht nur, sondern verlangt es auch.

Man könnte jetzt auch noch über Werbung und Wirklichkeit schwadronieren. In der schönen neuen App-Welt tummeln sich Anbieter, die für nicht unwesentliche Prozente am Umsatz Essenbestellungen vermitteln und einige Lieferdienste der Region zusammenfassen. Aber wenn Lieferfahrer dringend darum bitten, nicht über die App bzw. die Webseite sondern per Telefon zu bestellen, stimmt doch auch wieder etwas nicht. Laut App-Werbung kann man ja auch italienisches oder fernöstliches Essen per App bestellen. In irgendeiner Großstadt vielleicht, aber hier??? Hier gibt es nur Convenience unterschiedlichster Qualität, deren Frischeindex nur durch die Beigabe vom Eisbergsalat-Tomate-Gurke-Dreierlei erhöht wird, wo mir der alte Witz einfällt:

Wasser hat 5 Aggregatzustände (oder auch 6):

  1. Fest (Eis)
  2. Flüssig (Wasser)
  3. Gasförmig (Dampf)
  4. Plasma
  5. Schnittfest (Tomate)
  6. Knackig (Eisbergsalat)

Ein Lieferdienst brachte beispielsweise immer recht gutes Bauernfrühstück, in der Packung befand sich aber auch der Salat. Der war nach dem Transport so heiß, dass man sich am Eisbergsalat fast auch die Zunge verbrühen konnte. Knackig war er übrigens trotzdem. Nachdem der Lieferdienst dann mal zwei halbrohe Cordon bleu brachte, flog er aus der Liste der nutzbaren Dienste.

Okay, genug gelästert. Ein paar schreckliche Anekdoten würden mir zwar noch einfallen, aber ich lasse es. Hier in der Provinz ist eben per Lieferdienst kein gutes Essen zu bekommen. Damit muss man leben.

Gedanken über Smoothies

Eigentlich sind doch Smoothies die totale Verarsche. Und die Frage ist, ob sie wirklich genauso wirksam sind, als wenn man das darin verarbeitete Obst und Gemüse pur ist.

Oma sagte immer schon: Gut gekaut ist halb verdaut. Nicht umsonst wird auch heutzutage immer wieder gut empfohlen, Speisen gut zu kauen. Zum einen isst man dann weniger, zum anderen schmeckt es länger.

Wenn kauen einfach nur kauen im Sinne von zerkleinern wäre, wäre dem Smoothie nichts vorzuwerfen. Aber kauen ist eben nicht nur zerkleinern. Wer sich noch rudimentär an seinen Bio-Unterricht erinnert, der wird wissen, dass im Mund schon erste Verdauungsvorgänge stattfinden. Wer lange auf etwas stärkehaltigem herumkaut, wird merken, dass es immer süßer wird.

Aber genau diesem Verdauungsschritt entziehen sich die Früchte, die unserem Organismus als feines flüssiges Püree angeboten werden. Und solange uns keiner wirklich verbindlich und belastbar nachweisen kann, dass die Inhaltsstoffe trotzdem im Körper wirksam werden, darf dies bezweifelt werden (allerdings auch hier ohne Nachweis).

Weizenbrot vs. Weißbrot

Schön, wenn „Fachleute“ auch mal Ahnung haben. Oder eben auch nicht. Die Anführungszeichen sind da schon mal nicht ganz unberechtigt.

Eine bekannte Publikation für „Männergesundheit“ – zumindest, wenn man dem Klischee trauen darf – gibt Tipps, wie man am besten Muskeln aufbauen und halten kann. Light-Produkte sind da übrigens tabu, genauso wie Iso-Drinks. Fertigprodukte gehen gar nicht und auch Alkohol sollte man meiden. Schokoriegel und der ganze andere Süßkram sind ebenso verboten, liefern sie nur leere Energie, davon aber reichlich, was sich in einem gewissen Fettfilm über den Muskeln niederschlägt.

Soweit, so gut. Etwas plakativ, aber durchaus mit Sinn, was ganz allgemein eine stressfreie Ernährung angeht. Ich versuche mich schon länger mehr oder weniger an diese Regeln zu halten, aber mit dem Muskelaufbau klappt das irgendwie nicht. 😉 Vermutlich sollte ich nicht auch noch auf Sport verzichten.

Weizenmehl ist übrigens auch verboten. Man soll lieber Vollkornprodukte nehmen. Da bin ich nun aber in einem Dilemma. Wie sieht es mit Produkten aus Weizenvollkornmehl aus? Oder hat da mal wieder jemand Weizenmehl mit Weißmehl verwechselt? Weizenmehl ist ja doch eher ein Oberbegriff, Weizenauszugsmehl (vulgo: Weißmehl) ist dank hauptsächlich leerer Kalorien und sonstiger Nährmittelfreiheit eher wirklich zu verdammen. Aber es gibt eben auch noch Weizenvollkornmehl. Also bitte etwas differenzierter recherchieren.

Die Zeitschrift propagiert ja auch ein Schönheitsideal (mal ganz populistisch formuliert). Irgendwer hat mal gewarnt: In schönen Häusern ist das obere Stockwerk manchmal schlecht möbliert.