Schade um den Senf

Immer wieder falle ich doch darauf herein, langsam sollte ich es gelernt haben. Viel zu oft denke ich einfach zu gut von den Menschen und so tappe ich immer wieder in den gleichen Fehler. Erfreulich nur, dass der (finanzielle) Schaden bisher überschaubar blieb. Trotzdem ist es mir langsam leid, so viel, wie ich auch Varianten probiert habe, das Ergebnis ist doch immer wieder das selbe.

Die fleischverarbeitende Industrie lockt in der Werbung mit einer neuen Variante eines seiner Produkte. Die „von allen das beste“ enthaltenen Würstchen im Glas gibt es jetzt auch neu als „Dicke“, die man gemeinhin auch als Bockwürste annehmen können, haben sie doch fast das Format (etwas kleiner sind sie wohl). Es ist zu befeiern, dass – wie die Kostprobe ergab – hier nicht das beste von den anderen Würstchen drin war, so dass sie es behalten konnten.

Was habe ich alles mit Würstchen aus Glas und Dose angestellt?! So früh wie möglich gegessen, kurz vor dem Ablaufdatum verspeist, im Vorratsschrank oder im Kühlschrank gelagert und dann heiß, bei Zimmertemperatur oder gekühlt probiert. Selbst die Erwärmungs-Varianten in Wasser, dem Wurstwasser und einer 1:1-Verdünnung desselben wurde durchgespielt.

Die „Dicken“ sind allerdings die Krönung. Natürlich nicht geschmacklich. Da gleichen sie all den anderen wurstwassergelagerten Exemplaren, egal, ob Bio oder konventionell hergestellt. Das typische Fehlaroma findet sich allenthalten und lässt immer wieder die Frage nach dem Sinn eines solchen Produktes aufkommen. Spitze waren die diesmal getesteten in der Kategorie „Cremigkeit der Wurstmasse“. Nur leider sollte weder eine Bockwurst, auch keine Frankfurter oder Wiener und schon gar nicht eine Krakauer oder Knacker cremig sein. Das Mundgefühl bescheinigte aber sowohl im zimmerwarmen wie auch im erhitzten Zustand beinahe Streichfähigkeit der Wurstmasse.

Knapp ein und ein dreiviertel Jahre wäre das Glas bei angemessener Haltung noch lagerfähig gewesen. Darin und in der damit verbundenen Versorgungssicherheit in Notfällen scheint die einzige Qualität zu liegen. Wenn ich mich an Franks Ernährungskurs richtig erinnere und das Etikett des bauchigen Glases fehlerfrei entzifferte, leistet es bei der Fettversorgung einen guten Beitrag für einen Tag bei einer fünfköpfigen Familie und dank des enthaltenden Antioxidationsmittel (Ascorbinsäure = Vitamin C) wird auch noch etwas für die Gesunderhaltung des Menschen in diesen Notsituationen getan.

2 Gedanken von Schade um den Senf

  1. jawoll, schmecken alle immer gleich. durch das ultrahocheritzen bei vollkonserven. ich kann mir nicht vorstellen, das da noch viel gutes drin bleibt im würstchen. allerdings stelle auch ich so etwas her. z.b. geflügelwiener im glas, welche im frischverkauf nicht wirklich ein renner sind. um aber eine mindestmenge davon herzustellen und auch die „frische“ halten zu können ist das glas eine ganz gute alternative. meine kinder mögen diese schwabbeligen dinger…

    • Vermutlich liegt da auch die Hauptzielgruppe. Gab’s da nicht sogar mal süße Würstchen speziell für die kleinen Radler …

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