Klassiker auf Hobel

Da sieht man was im Fernsehen und liest kurze Zeit einen Blogbeitrag und dessen Kommetare und bekommt plötzlich Synapsenverklebung, in dem man beides, was auf den ersten Blick vielleicht nicht so direkt passen möchte, miteinander verbindet. Versuchen kann man es ja mal. Da stellt sich die Frage, was passiert, wenn ein Klassiker regionaler Küche auf das hier trifft:

DEN GEMÜSEHOOOOOBEL. 😉

Aber anfangen tut das Rezept ganz klassisch, in dem wir ein paar Zwiebel- und ein paar Würfel durchwachsenen Speckes in eine heiße Pfanne geben und sie etwas ausbraten.

Sind Speck und Zwiebel ausgelassen und ggf. leicht angebräunt, stellt man sie beiseite.

Nun greift man einen hitzefesten Teller.

Nicht, dass jetzt einer sagt, ich hätte den Teller vor der Verwendung ruhig sauber machen sollen. Der sieht ganz schmierig aus. Das tut er zu Recht, wurde die kreisrunde Mitte mit etwas Öl (Raps oder Olive) bepinselt.

Nebenher kam übrigens der Gemüsehobel zum Einsatz. Die beiden dünn gehobelten Früchte kommen jetzt auf den Ölspiegel auf dem Teller und werden auch von oben etwas beträuftelt und gesalzen.

Bevor das große Rätselraten los geht, sei verraten, dass sich hier rohe Kartoffel- und säuerliche Apfelscheiben auf dem Teller abwechseln. Damit wird auch schon fast klar, welchen Klassiker wir hier hauchdünn aufgeschnitten haben.

Der Teller kommt samt Auflage unter den Grill.

Dort verbleibt es, bis die Kartoffelscheiben gar sind. Das kann einen Moment dauern. In der Zwischenzeit wird die Beilage zum Klassiker vorbereitet.

Ein paar Blutwurstscheiben werden dünn mehliert und dann in der Pfanne kurz angebraten, dass sie von außen braun werden, aber nicht zerfallen.

Heiß und schnell wird also gearbeitet.

Die Versuche zeigen, dass die Kartoffel-Apfelscheiben-Teller-Kombination ca. 10 Minuten unterm Grill sein sollte. Das Exemplar auf dem nachfolgenden Foto war weniger lang den heißen Strahlen ausgesetzt, deswegen sieht es noch etwas blond aus und die Kartoffeln waren stellenweise noch al dente.

10 Minuten im geschlossenen Grill (bei einem zweiten Versuch) ergab gebräunte und gare Zutaten.

Machen wir aber mit der ersten Variante weiter. Der Teller wird aus dem Grill genommen (Vorsicht: Der Teller ist sehr sehr sehr sehr heiß!) und dann kann mit der Zwiebel-Speck-Mischung und der Blutworscht verziert werden.

Fehlt nur noch ein Namen für das Gericht.

Carpaccio von Himmel und Erde mit Blutwurst

Man konnte es essen. Irgendwie muss ich das Original nochmal studieren, um diesem Gericht etwas mehr Saftigkeit zu geben. Aber eine Idee ist es.

Guten Appetit.

 

4 Gedanken von Klassiker auf Hobel

  1. Tolle Idee! Ich mag ja Himmel un Äd in allen Variationen. Vielleicht würde ein Klecks Sauerrahm die Saftigkeit verstärken? Ich mache gerne mal einen Klecks Sauerrahm ins Kartoffel-Apfel-Püree.
    Deine Variante würde ich auf jeden Fall gerne mal probieren 😉

    LG Amika

    • Ich habe mir die Sache mit den Kartoffelscheiben, die noch al dente waren, durch den Kopf gehen lassen. Habe ich nicht mal irgendwo gelesen, dass Kartoffeln in sauren Milieu schlecht bis nicht garen? Und der Apfel war sauer …

  2. …wenn nur die Blutwurst nicht wäre… Aber toll das du die Idee mal umgesetzt hast. 🙂

    • Zumal sie sowieso separat gebraten wird, kann man sie ja auch weglassen und beispielsweise durch einen Tofubratling ersetzen.

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