Ernährung philosophisch

Ernährung ist ein kompliziertes Ding und es scheint fast so, als ob es, was gutes Essen betrifft, keine einfachen Lösungen gibt. Das klingt nach einem philosophischen Ansatz, der hier benötigt wird. Grundsätzlich darf aber wohl gesagt werden, dass die klassische Diät, wie sie durch Zeitschriften u.ä. propagiert wird, bei der Gewichtsbeeinflussung zwar grundsätzlich was bringt, aber doch einen großen Nachteil hat: Die zeitliche Begrenzung. Sobald man wieder in den alten Ernährungsbrei zurück verfällt, sind die Kilos schneller drauf als sie vorher runter gehungert wurden, meist noch mit Zins und Zinseszins.

Soll heißen: Diäten bringen nichts, die Ernährung muss grundsätzlich umgestellt werden. Hinzu kommt der Ratschlag, sich etwas mehr zu bewegen. Dann sollte es schon klappen. Nur: Was darf man noch essen und was nicht. Die Empfehlungen sind in ihrer Zahl überwältigend, da aber jeder Mensch sein eigenes Verdauungssystem hat, sind allgemeine Ratschläge genauso sinnfrei wie schnell gemacht und falsch. DIE gesunde Ernährung gibt es nicht. Wirklich handfest nachgewiesen ist kaum eine „Weisheit“ der Ernährungswissenschaft. Selbst der bekannte Spruch: „An apple a day keeps the doctor away“ stimmt nicht für Leute, die das Wachs der Apfelschale nicht verstoffwechseln können und an einer Wachsleber sterben können.

Aber irgendeinen Ansatz für eine gute Ernährung muss es doch geben. Low Fat, Low Carb, Atkins, Brigitte, Trennkost, Light  u.v.a. sind nicht das Beste. Die Ernährungspyramide gibt es dann ja auch noch, ist aber genauso umstritten, vor allem, wenn man berücksichtigt, wer da alles dran mitgewirkt hat und wer da ggf. immer noch Einfluss drauf nehmen will. So ein bisschen habe ich mich schon eine ganze Weile mit dem Thema befasst, habe Argumente, die mir gefallen haben, zusammengetragen und letztendlich eine Ernährungsidee entwickelt, die dann doch einfach formuliert werden kann, die aber nicht ganz so einfach umzusetzen ist.

Die VLV-Methode versteht jeder, zumindest grundsätzlich, allerdings ist es doch recht überraschend, was alles so darunter fällt. Früher war ich ja her der Meinung, dass man nichts essen sollte, für das Werbung gemacht wird. Das ist aber zu ungenau, außerdem gibt es zu viele Arten von Werbung. VLV greift den Hintergedanken auf, konkretisiert ihn aber und heißt: „Verarbeitete Lebensmittel vermeiden“. Je verarbeiteter umso mehr sollte das Nahrungsmittel vermeiden. Und wenn verarbeitet, dann sollte man das selber machen und frisch.

Fangen wir mit der Positivliste an: Obst, Gemüse, Wasser, (Direkt-)Saft, Kartoffeln, Fleisch, Eier, Fisch, Honig, Naturreis (ungeschält), Öl, Salz, Kräuter, Milch, … und alles andere, was frisch ist (ggf. auch tiefgekühlt). Die Negativliste fängt natürlich mit Fertigmahlzeiten an, gefolgt von Tütensuppen, Wurst jeder Art, Schinken, wenn mehr dran ist als die Positivliste hergibt, Brot- und andere Backwaren, Sojaprodukte (außer Sojabohnen), Fruchtsaftgetränke, Nektare (die Zucker enthalten), Limonaden usw. Bei einigen Produkten bin ich mir noch nicht ganz sicher, wohin sie gehören. Konservierte Mitglieder der Positivliste bleiben nur dann auf dieser, wenn nichts hinzugefügt wurde, was nicht auch auf der Positivliste steht. Tiefkühlung geht also, Trocknung auch. Bei Fermentation und Reifung (schwarzer Tee, luftgetrockneter Schinken, Wein, Käse u.a.) bin ich mir noch nicht sicher.

Soweit der Ansatz. Ich fürchte nur, dass dieser Ansatz nicht großflächig durchzusetzen ist. Die Negativliste beinhaltet den Teil der „Nahrung“, mit dessen Hilfe die entsprechende Industrie ihre Gewinne generiert. An unveränderten Naturprodukten, wie sie hauptsächlich auf der positiven Seiten stehen, lässt sich nicht viel Geld verdienen. Aber jeder einzelne kann es mal probieren, wir können uns gern mit den Erfahrungen austauschen.

Ach ja: Selber verarbeiten geht natürlich. Aber auch hier gilt: Je weniger Verarbeitungsschritte, umso besser.

2 Gedanken von Ernährung philosophisch

  1. Ernährungsphilosophisches Wochenende 😉 Schau mal: In Ammiland haben sie die gute, alte Ernährugnspyramide gegen einen besseren Ansatz eingetauscht. Und sogar die Industrie ist damit fein, da nun alle Nahrungsgruppen gleichberechtigt gewichtet werden und nicht mehr nur der Pasta- und Brotabsatz angekurbelt wird … http://bit.ly/mOL2Kp

    Vielleicht bringt es ja was, weil die Leute die Darstellung einfacher verstehen und umsetzen können (so lange sie nicht auf schlimme Convenience reinfallen). Viele Grüße, Mel.

    • Da ist also aus der Pyramide ein Würfel geworden. 😉 Die alte amerikanische fand ich eigentlich gar nicht so schlecht, wenn auch nur unter konsequenter Weglassung der unteren Etage. Ich finde es suspekt, wenn der Mensch, um sich etwas für die Ernährung nutzbar zu machen, erst unsäglich viele Sachen mit dem Rohstoff anstellen muss, um ihn genießbar zu machen.
      Letztendlich können die Leute alles essen, der Körper holt sich schon, was er braucht. Nur für Convenience gilt eben ein NoGo!

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