#fbcb14 – Es ist verdaut

Hashtags haben manchmal doch eigentümliche Abkürzungen, aber wenn’s hilft, die wichtigen Infos zu einem Ereignis zu bündeln und sie sich wenigstens auch noch vom Namen des Ereignisses ableiten, ist es gut. So verbirgt sich hinter der oben genannten Abkürzung das FoodBloggerCamp Berlin 2014, dass am 03. und 04. Oktober in der Bundeshauptstadt, Ortsteil Adlershof, stattfand. Ich weiß nicht, ob die alte DDR-Fernsehhochburg mittlerweile auch eine kulinarische Hochburg ist, es gibt aber eine schöne Kochschule, die für ein solches Treffen wie geschaffen ist. Ein großer Gemeinschaftsraum mit einer großzügigen Küche sowie noch zwei weitere Kochzeilen in einem Nebenraum bieten Raum für mehr. Seminarräume (genauer gesagt: Sessionräume) ergänzen die Lokalität. Was will man mehr?!

Wer mehr über das Camp erfahren möchte, kann sich hier einige Rückblicke durchlesen. Wer alles da war, und was es sonst noch so alles gab, könnt ihr auf der Webseite vom Foodbloggercamp nachlesen, eine schöne Bildershow gibt es auch. Auf einigen Bildern könnt ihr sogar mich entdecken. Viel Spaß beim Suchen.

Was die Veranstaltung selber betrifft, bin ich etwas zwiegespalten. Für mich war es die erste Veranstaltung dieser Art; wer weiß, ob mich die fehlenden Erwartungen in eine falsche Richtung gedrängt haben. So zählte es auf jeden Fall zu den positiven Seiten, auch mal andere Foodblogger kennenzulernen. In den Sessions habe ich auch noch neues Erfahren bzw. anderen (hoffentlich) helfen bzw. zumindest Informationen oder Erfahrungen weitergeben können. Und von diesen Sessions gab es viele. Gezählt habe ich sie nicht alle, aber fast 50 á 45 Minuten werden es gewesen sein, wenn auch nicht unbedingt 50 verschiedene. Über Wildkräuter ging zum Beispiel eine Doppelsession, die Messer wurden auch mehrfach geschärft. Aber ansonsten gab es viele Themen, die für einen Foodblogger eine Rolle spielen (können): Blogsoftware, sonstige Helferlein, Urheberrecht, Moneytarisierung, Verkostungen, Sushi, grüne Smoothies, Essen im Comic, buntes Superfood, Kochbücher usw. usw.

Dass so ein Event auch Geld kostet, ist klar. Die Kochschule musste gemietet werden, die Seminarräume auch, außerdem wollen natürlich die Organisatoren auch bezahlt werden. Hinzu kommen die Zutaten, ggf. das Geschirr usw. usw. 60 € kostete demzufolge der Eintritt für die 2 Tage. So weit, so gut. Obwohl ich in der selten glücklichen Lage war, diesen Eintritt nicht bezahlen zu müssen. Manchmal hat man eben doch Glück. ;-) Aber wenn etwa 60 Leute 60 € zahlen, kommen 3600 € dabei heraus. Das Budget ist eng. Deswegen gab es noch eine ganze Reihe Sponsoren, und es hätte sogar noch einer mehr sein können, wenn der nicht gerade negativ belastet gewesen wäre. Die Sponsoren sorgen für eine gewisse Grundausstattung an Zutaten, Geschirr, Messern, Pilzen, regionalen Spezialitäten u.a. So waren eine große Supermarktkette, ein bekannter Solinger Messerhersteller, eine Porzellanfirma, ein Regionalvermarkter, ein Verlagshaus u.a. als Geld- oder Materialgeber dabei.

Sicher: Die Sponsoren waren vermutlich wichtig, um das Camp zu finanzieren. Vielleicht kann mir auch mal einer schreiben, der weiß, was das Camp an Eintritt gekostet hätte, wenn es keine Sponsoren gegeben hätte. Ich habe irgendwie ein Problem mit deren Existenz, um es mal pauschal zu sagen. Und um die andauernde Aufforderung, um die Sponsoren wie ums goldene Kalb zu tanzen und sie zu lobpreisen. Dafür war mir der Anteil natürlich oder naturnah erzeugter Nahrungsmittel zu klein. Vielleicht wäre eine Bioladen-Kette oder ein großer Biobauernhof aus der Umgebung eine schönere Idee gewesen. Andererseits bestätigt das meinen Eindruck, bei den Foodbloggern ist der Anteil derer, die sich mit dem Thema natürlicher Ernährung befassen, eher unterrepräsentiert. Die Teilnehmerzahl an der Session über regionale Produkte sprach dementsprechend auch Bände.

Solche Themen würde ich mir mehr auf einem Foodbloggercamp wünschen. Theoretisch und praktisch. Wobei die Praxis von meinem Gefühl her auch etwas zu kurz kam. Die Kochstellen waren zwar mit Sessions immer belegt, aber “Basiskurse” (was ich damit auch immer meine) waren selten: Buntes Superfood, grüne Smooties, Essenboxen, Pasta kochen (fürs Mittag), Frühstück ohne Milch, Obst und Gemüse mit Gewürzen, Verwendung von Spritztüllen, Herstellung von Birnenlikör, Sushi, … Das waren die sicher sinnvollen und interessanten Sessions, die es gab. Aber ich hoffe, mein Gedanke dazu ist auch aus dieser Liste heraus nachvollziehbar. Natürlich leben die Sessions von denen, die sie anbieten und ich hätte ja so einen wie auch immer gearteten “Basiskurs” geben können. Aber dazu muss man ja auch erstmal wissen, wie so ein Foodbloggercamp funktioniert, aber ich war ja das erste Mal da …

Werde ich mir ein Foodbloggercamp nochmal antun? Jeder hat das Recht auf eine zweite Chance. ;-) Ich bin durchaus am Informations- und Erfahrungsaustausch interessiert, auch wenn mir die Runde eigentlich etwas zu groß war. Aber das ist eher eine persönliche Eigenheit. Ich weiß: Kleinere Runden hätte die vielfältigen Möglichkeiten überhaupt nicht bieten können. Deswegen werde ich mir das nächste Foodbloggercamp, das in erreichbarer Nähe stattfindet (also für mich als Reisemuffel), auch wieder mitnehmen, bei entsprechender Muße vorher werde ich mir auch eine Session ausdenken. Back to the roots. Foodblogger sollten sich fürs Essen, Kochen, Schreiben und Fotografieren in Theorie und Praxis interessieren. Das wäre dann mein Ansatz.

Dressing simple

Manchmal ist Dressing aber auch zu einfach. Eine Kaffeetasse (es gibt doch diese robusteren zylinderförmigen Pötte) wird mit zwei Knoblauchzehen, einer geschälten Limette, Salz, Pfeffer, Chili, Agavendicksaft (oder Zucker oder Honig), etwas Balsamicoessig oder -creme und Olivenöl befüllt. Dann hält man einmal intensiv den Pürierstab rein und fertig.

Im Idealfall hat man vorher(!) einmal probiert, ob das zerstörerische Ende des Werkzeuges gerade so in die Tasse passt.

Bevor man das kalte Sößchen direkt aus der Tasse schlürft, empfiehlt sich deren Entleerung über einer Schüssel frisch gewaschenen Feldsalates, der mit ein paar Cocktailtomatenhälften gepimpt wurde.

Ernte, scharf

Da hatte ich doch irgendwann im Sommer einen Topf geschenkt bekommen. Darin befand sich eine Pflanze, die früher oder später Chilischoten tragen sollte. Bei meinem grünen Daumen sicherlich ein Kinderspiel. <ironie off> Immerhin kamen mit dem Topf eine Reihe Pflegetipps.

Über den Sommer kam die Pflanze auf den Balkon. Neben Rosmarin, Petersilie und Schnittlauch fühlte sie sich sichtlich wohl, auch wenn ich mal das geforderte regelmäßige Gießen etwas vernachlässigte. Blüten zeigten sich, auch erste Fruchtansätze. Dann wurde es kalt … Die Pflanze kam aufs Küchenfensterbrett, die Gesellschaft: ein Topf Basilikum. Die Früchte verharrten in ihrem Zustand: klein und grün. Nur die Blätter fielen ab, eins nach dem anderem. Aber ein Grundstock an Blättern blieb.

Eine Rückfrage ergab: Wenn die Schoten nicht binnen weniger Wochen rot werden, bleiben sie grün. Würzt aber auch. Ich warte ab. Und die Geduld wird belohnt, entdecke ich doch plötzlich an einer Chili einen leichten Rotton. Da der Basilikum neben der Chilipflanze sowieso ein Suffkopp ist, bekommst auch das scharfe Gewächs regelmäßig Wasser. Und dann folgen die anderen Früchte der einen, die schon rot wurde.

Es ist Zeit, die Pflanze zu erklimmen und die Früchte zu ernten.

Erklimmt die Chilipflanze

Etwas zerstruppt sieht sie ja aus, so fast ohne Blätter. Aber die Chilischoten sind rot.

Rote Chili-Schoten

Jetzt wird geerntet.

Die Ernte.

Aber wie groß sind die Früchte? Das ist auf Fotos immer so schlecht zu erkennen, wenn der Größenvergleich mit etwas bekanntem fehlt. Also legen wir mal ein Streichholz daneben. Das kennt jeder.

Größenvergleich mit Streichholz

Kleiner Scherz. Der Streichholz ist ein extra großes. ;-) Jetzt der Vergleich mit einem echten Holz.

Stolz.

Da bin ich ja ganz stolz auf mich. Immerhin habe ich gehört, dass von den ursprünglichen Chilipflanzen – meine war nicht die einzige der Zucht – nur wenige überhaupt Früchte trugen. Hurra!