Archiv für die Rubrik ‘Allgemein’

#fbcb14 – Es ist verdaut

12.10.2014

Hashtags haben manchmal doch eigentümliche Abkürzungen, aber wenn’s hilft, die wichtigen Infos zu einem Ereignis zu bündeln und sie sich wenigstens auch noch vom Namen des Ereignisses ableiten, ist es gut. So verbirgt sich hinter der oben genannten Abkürzung das FoodBloggerCamp Berlin 2014, dass am 03. und 04. Oktober in der Bundeshauptstadt, Ortsteil Adlershof, stattfand. Ich weiß nicht, ob die alte DDR-Fernsehhochburg mittlerweile auch eine kulinarische Hochburg ist, es gibt aber eine schöne Kochschule, die für ein solches Treffen wie geschaffen ist. Ein großer Gemeinschaftsraum mit einer großzügigen Küche sowie noch zwei weitere Kochzeilen in einem Nebenraum bieten Raum für mehr. Seminarräume (genauer gesagt: Sessionräume) ergänzen die Lokalität. Was will man mehr?!

Wer mehr über das Camp erfahren möchte, kann sich hier einige Rückblicke durchlesen. Wer alles da war, und was es sonst noch so alles gab, könnt ihr auf der Webseite vom Foodbloggercamp nachlesen, eine schöne Bildershow gibt es auch. Auf einigen Bildern könnt ihr sogar mich entdecken. Viel Spaß beim Suchen.

Was die Veranstaltung selber betrifft, bin ich etwas zwiegespalten. Für mich war es die erste Veranstaltung dieser Art; wer weiß, ob mich die fehlenden Erwartungen in eine falsche Richtung gedrängt haben. So zählte es auf jeden Fall zu den positiven Seiten, auch mal andere Foodblogger kennenzulernen. In den Sessions habe ich auch noch neues Erfahren bzw. anderen (hoffentlich) helfen bzw. zumindest Informationen oder Erfahrungen weitergeben können. Und von diesen Sessions gab es viele. Gezählt habe ich sie nicht alle, aber fast 50 á 45 Minuten werden es gewesen sein, wenn auch nicht unbedingt 50 verschiedene. Über Wildkräuter ging zum Beispiel eine Doppelsession, die Messer wurden auch mehrfach geschärft. Aber ansonsten gab es viele Themen, die für einen Foodblogger eine Rolle spielen (können): Blogsoftware, sonstige Helferlein, Urheberrecht, Moneytarisierung, Verkostungen, Sushi, grüne Smoothies, Essen im Comic, buntes Superfood, Kochbücher usw. usw.

Dass so ein Event auch Geld kostet, ist klar. Die Kochschule musste gemietet werden, die Seminarräume auch, außerdem wollen natürlich die Organisatoren auch bezahlt werden. Hinzu kommen die Zutaten, ggf. das Geschirr usw. usw. 60 € kostete demzufolge der Eintritt für die 2 Tage. So weit, so gut. Obwohl ich in der selten glücklichen Lage war, diesen Eintritt nicht bezahlen zu müssen. Manchmal hat man eben doch Glück. ;-) Aber wenn etwa 60 Leute 60 € zahlen, kommen 3600 € dabei heraus. Das Budget ist eng. Deswegen gab es noch eine ganze Reihe Sponsoren, und es hätte sogar noch einer mehr sein können, wenn der nicht gerade negativ belastet gewesen wäre. Die Sponsoren sorgen für eine gewisse Grundausstattung an Zutaten, Geschirr, Messern, Pilzen, regionalen Spezialitäten u.a. So waren eine große Supermarktkette, ein bekannter Solinger Messerhersteller, eine Porzellanfirma, ein Regionalvermarkter, ein Verlagshaus u.a. als Geld- oder Materialgeber dabei.

Sicher: Die Sponsoren waren vermutlich wichtig, um das Camp zu finanzieren. Vielleicht kann mir auch mal einer schreiben, der weiß, was das Camp an Eintritt gekostet hätte, wenn es keine Sponsoren gegeben hätte. Ich habe irgendwie ein Problem mit deren Existenz, um es mal pauschal zu sagen. Und um die andauernde Aufforderung, um die Sponsoren wie ums goldene Kalb zu tanzen und sie zu lobpreisen. Dafür war mir der Anteil natürlich oder naturnah erzeugter Nahrungsmittel zu klein. Vielleicht wäre eine Bioladen-Kette oder ein großer Biobauernhof aus der Umgebung eine schönere Idee gewesen. Andererseits bestätigt das meinen Eindruck, bei den Foodbloggern ist der Anteil derer, die sich mit dem Thema natürlicher Ernährung befassen, eher unterrepräsentiert. Die Teilnehmerzahl an der Session über regionale Produkte sprach dementsprechend auch Bände.

Solche Themen würde ich mir mehr auf einem Foodbloggercamp wünschen. Theoretisch und praktisch. Wobei die Praxis von meinem Gefühl her auch etwas zu kurz kam. Die Kochstellen waren zwar mit Sessions immer belegt, aber “Basiskurse” (was ich damit auch immer meine) waren selten: Buntes Superfood, grüne Smooties, Essenboxen, Pasta kochen (fürs Mittag), Frühstück ohne Milch, Obst und Gemüse mit Gewürzen, Verwendung von Spritztüllen, Herstellung von Birnenlikör, Sushi, … Das waren die sicher sinnvollen und interessanten Sessions, die es gab. Aber ich hoffe, mein Gedanke dazu ist auch aus dieser Liste heraus nachvollziehbar. Natürlich leben die Sessions von denen, die sie anbieten und ich hätte ja so einen wie auch immer gearteten “Basiskurs” geben können. Aber dazu muss man ja auch erstmal wissen, wie so ein Foodbloggercamp funktioniert, aber ich war ja das erste Mal da …

Werde ich mir ein Foodbloggercamp nochmal antun? Jeder hat das Recht auf eine zweite Chance. ;-) Ich bin durchaus am Informations- und Erfahrungsaustausch interessiert, auch wenn mir die Runde eigentlich etwas zu groß war. Aber das ist eher eine persönliche Eigenheit. Ich weiß: Kleinere Runden hätte die vielfältigen Möglichkeiten überhaupt nicht bieten können. Deswegen werde ich mir das nächste Foodbloggercamp, das in erreichbarer Nähe stattfindet (also für mich als Reisemuffel), auch wieder mitnehmen, bei entsprechender Muße vorher werde ich mir auch eine Session ausdenken. Back to the roots. Foodblogger sollten sich fürs Essen, Kochen, Schreiben und Fotografieren in Theorie und Praxis interessieren. Das wäre dann mein Ansatz.

Das muss mal gesagt werden

11.07.2014

FoodBloggerCamp Berlin 2014

Weitere Informationen später …

Dressing simple

6.05.2014

Manchmal ist Dressing aber auch zu einfach. Eine Kaffeetasse (es gibt doch diese robusteren zylinderförmigen Pötte) wird mit zwei Knoblauchzehen, einer geschälten Limette, Salz, Pfeffer, Chili, Agavendicksaft (oder Zucker oder Honig), etwas Balsamicoessig oder -creme und Olivenöl befüllt. Dann hält man einmal intensiv den Pürierstab rein und fertig.

Im Idealfall hat man vorher(!) einmal probiert, ob das zerstörerische Ende des Werkzeuges gerade so in die Tasse passt.

Bevor man das kalte Sößchen direkt aus der Tasse schlürft, empfiehlt sich deren Entleerung über einer Schüssel frisch gewaschenen Feldsalates, der mit ein paar Cocktailtomatenhälften gepimpt wurde.

Ernte, scharf

20.11.2013

Da hatte ich doch irgendwann im Sommer einen Topf geschenkt bekommen. Darin befand sich eine Pflanze, die früher oder später Chilischoten tragen sollte. Bei meinem grünen Daumen sicherlich ein Kinderspiel. <ironie off> Immerhin kamen mit dem Topf eine Reihe Pflegetipps.

Über den Sommer kam die Pflanze auf den Balkon. Neben Rosmarin, Petersilie und Schnittlauch fühlte sie sich sichtlich wohl, auch wenn ich mal das geforderte regelmäßige Gießen etwas vernachlässigte. Blüten zeigten sich, auch erste Fruchtansätze. Dann wurde es kalt … Die Pflanze kam aufs Küchenfensterbrett, die Gesellschaft: ein Topf Basilikum. Die Früchte verharrten in ihrem Zustand: klein und grün. Nur die Blätter fielen ab, eins nach dem anderem. Aber ein Grundstock an Blättern blieb.

Eine Rückfrage ergab: Wenn die Schoten nicht binnen weniger Wochen rot werden, bleiben sie grün. Würzt aber auch. Ich warte ab. Und die Geduld wird belohnt, entdecke ich doch plötzlich an einer Chili einen leichten Rotton. Da der Basilikum neben der Chilipflanze sowieso ein Suffkopp ist, bekommst auch das scharfe Gewächs regelmäßig Wasser. Und dann folgen die anderen Früchte der einen, die schon rot wurde.

Es ist Zeit, die Pflanze zu erklimmen und die Früchte zu ernten.

Erklimmt die Chilipflanze

Etwas zerstruppt sieht sie ja aus, so fast ohne Blätter. Aber die Chilischoten sind rot.

Rote Chili-Schoten

Jetzt wird geerntet.

Die Ernte.

Aber wie groß sind die Früchte? Das ist auf Fotos immer so schlecht zu erkennen, wenn der Größenvergleich mit etwas bekanntem fehlt. Also legen wir mal ein Streichholz daneben. Das kennt jeder.

Größenvergleich mit Streichholz

Kleiner Scherz. Der Streichholz ist ein extra großes. ;-) Jetzt der Vergleich mit einem echten Holz.

Stolz.

Da bin ich ja ganz stolz auf mich. Immerhin habe ich gehört, dass von den ursprünglichen Chilipflanzen – meine war nicht die einzige der Zucht – nur wenige überhaupt Früchte trugen. Hurra!

Erfolgreich (2 mal aktualisiert)

8.07.2013

(Aktualisierungen unten)

So ein schöner, geruhsamer Sonntag bietet nach entsprechend sonntäglicher Geruhsamkeit die Möglichkeit, mal ein wenig liegen gebliebene Korrespondenz zu erledigen. Wenn ich auch allen Antragstellern einen abschlägigen Bescheid zukommen lassen musste, ein wenig zu denken geben mir die entsprechenden E-Mails schon. Worum gehts?

Seit einiger Zeit, genauer seit 1. März 2011, betreibe ich mit herdnerd.de einen Kochblog im erweiterten Sinne. Grob zusammengefasst koche ich einerseits, was ich fotografisch abbilde und beschreibe. Andererseits esse ich auch fremd erkochtes und erdreiste mich, einen Kritiker zu geben, seien es Restaurants, Gaststätten oder in Supermarkt und Discounter erworbene Produkte.

Das scheint ein paar Leute zu interessieren. Die Zugriffszahlen steigen zwar stetig, aber langsam an. Wenn ich mir entsprechende Äußerungen anderer Kochblogs ansehe, ist meine Seite eher ein kleines Licht. Aber ich bin zufrieden und freue mich über jeden Leser und jede Reaktion. Aber nicht nur Koch- und Esswillige sind auf die Seite aufmerksam geworden, auch die Werbeindustrie schaut vorbei und schreibt komische E-Mails. Ziel ist es meist, Artikel und Informationen werbenden Charakters oder gleich richtige Werbespots im Blog zu platzieren.

Als die erste dieser Nachfragen ankam, dachte ich noch ‘Huch!’ und fühlte mich irgendwie leicht geehrt. Damals spielte ich noch mit dem Gedanken, sowas mal zu machen. Aber dann kamen mir wieder meine Zugriffszahlen in den Sinn und ich begriff den Unsinn solcher Angebote. Außerdem gibt es ja auch noch den bekannten Spruch “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.”, was mir als Folge der Werbung sicher nicht erspart geblieben wäre. Also rang ich mich zu einer Meinung durch: Solange ich es mir leisten kann, den Blog werbefrei zu gestalten, wird das bis zur letzten Konsequenz durchgezogen, spätestens auch, um die Unabhängigkeit zu erhalten.

Schöne Angebote gab es:

Hallo,

gerne möchte ich dich zur Teilnahme am MARKE(gelöscht) Gorgonzola Blogger-Rezeptwettbewerb einladen. Als Gewinn winkt eine kulinarische Reise für Zwei an den Lago Maggiore.

oder auch:

Wir haben eine witzig-illustrierte Informations-Grafik zur Grillsaison entwickelt, die sich sehr schön in einem Blogeintrag einpflegen lässt.

Die Grafik ist wirklich witzig: 630 Pixel breit und 10235 Pixel lang. Sehr blogfreundlich! Wäre das Bild so breit wie eine Klorolle, würde die Länge für einen guten Stuhlgang ausreichen. Das durchsichtig undurchsichtige Verhalten der Agentur (die Grafik sollte auf dem Server liegenbleiben, wo sie lag) ließ mich den Gedanken an die angebotenen 25 Euro das Klo runterspülen, was prima zum Format der Grafik passte.

Wir unterstützen unseren Kunden auf seinem Weg, in der Online-Welt bekannter zu werden – schlagen jedoch einen unkonventionelleren Weg ein, weg von der klassischen Bannerwerbung.
Aus diesem Grund bin ich auf der Suche nach thematisch passenden Seiten, die einen relevanten Beitrag für ihre Leser veröffentlichen wollen.

Das heißt, ich soll in meinem Blog einen (wohlwollenden?) Artikel über den Auftraggeber schreiben. Product placement, Schleichwerung, Vermischung von redaktionellen Beiträgen und Werbung oder welches unlautere Zeug soll hier passieren? Nicht mit mir!

Apropos Agentur. Manchmal frage ich mich bei der Gelegenheit, was für Leute bei solchen Werbeagenturen beschäftigt sind. Okay, die meisten haben sich in ihren E-Mails erst mal kurz vorgestellt, aber das meine ich auch nicht. Die Situation ist doch so: Eine Agentur schreibt ein Medienunternehmen an, um mit diesem in geschäftliche Verbindungen zu treten. Ist es da nicht mehr üblich, einen guten Eindruck bei der Begrüßung zu hinterlassen? “Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance”, spricht der Volksmund doch so treffend. Wenn aber dann die Erstkontakts-E-Mails einerseits wie Rundmails aussehen (selbst, wenn es welche sind, müssen sie nicht so aussehen), andererseits ein Sammelsurium der beliebtesten Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler sind, überlegt man schon, was man vom Absender hält.

Das letzte Zitat ist übrigens durch meine Schnellkontrolle gelaufen. Unkorrigiert sah es so aus:

Wir unterstützen unseren Kunden auf seinem Weg in der Online-Welt bekannter zu werden- schlagen jedoch einen unkonventionelleren Weg ein, weg von der klassichen Bannerwerbung.
Aus diesem Grund bin ich auf der Suche nach thematisch passenden Seiten, die einen relevanten Beitrag für Ihre Leser veröffentlichen wollen.

  1. da wäre ein Komma sinnvoll (erweiterter Infinitiv mit zu)
  2. entweder Bindestrich (ohne Leerzeichen) oder Gedankenstrich (vorher und hinterher ein Leerzeichen) – hier wohl eher ein Gedankenstrich, also fehlendes Leerzeichen
  3. Tippfehler, da fehlt ein s
  4. kleines i bitte, das große wäre richtig, wenn ich als Adressat angesprochen wäre, was hier nicht der Fall ist

Ein Zitat habe ich noch (Originalkopie ohne Änderungen):

Ich würde den Werbeclip gerne auf Ihrer Webseite platzieren. Wir haben ein recht üppiges Budget zur Verfügung. So kann ich hier 150€ pauschal anbieten bei einer Laufzeit bis zum 7.7.
Melden Sie sich doch bitte schnellstmöglich bei mir zurück dann besprechen wir alles weitere.

Ich weiß nicht, was aus den 150€ geworden wäre, wenn die entsprechenden Zugriffszahlen bekannt geworden wären. Nicht viel vermutlich. Deswegen sei es hier nochmal in aller Deutlichkeit gesagt: Ich habe kein Interesse an sowas. Lasst das, wenn ihr nicht komische Antworten bekommen wollt.

P.S.: Liebe Agenturen! Ich habe mal in die Zugriffsstatistik vom herdnerd.de geschaut. Die bestbesuchteste Seite (nach der Startseite) ist die, wo die Links zu den anderen Kochblogs stehen. Auf Platz drei folgt die Seite mit Rezepten, wo ich eine teure Küchenmaschine verwende, und der erste Einzel-Artikel folgt dann. Die Überschrift lautet “Geile Brüste”. Mehr braucht man, denke ich, nicht zu wissen.

Aktualisierung (09.07.2013): Heute bekam ich noch eine E-Mail von einem Geldanbieter, der mir noch nichts weiter geschrieben hatte. Der Text ist an Unpersönlichkeit kaum zu überbieten. Keine Anrede (außer einem unverbindlichem “Hallo”), keine Erwähnung des Blogs, auf den sich die einschleimende einschmeichelnde Nachricht bezieht.

ich bin vor kurzem auf Deine Website aufmerksam geworden – und sie gefällt mir gut!

Da werde ich mal zurückfragen müssen, auf welchen meiner drei Blogs sich die Äußerung bezieht. Schön blöd, dass in allen drei Impressums die gleiche Kontakt-E-Mail-Adresse steht. ;-)

Mein Mail-Provider hatte die E-Mail übrigens in den Spamordner geschoben. Als ich sie mir genauer angesehen habe, stellte ich fest, warum: Die Links, die in der E-Mail vorkommen, sehen sehr kryptisch aus. Und wenn dann noch hinter einer niedergeschriebenen Webadresse mit normaler Struktur ein Link liegt, der nicht dieser Webadresse, sondern einer Spam-typischen Adresse entspricht, braucht man sich nicht zu wundern.

Aktualisierung (14.07.2013): Heute kam die Antwort auf die bei der vorherigen Aktualisierung erwähnte Mail zurück. Wobei ich jetzt nicht genau weiß, ob ich mich mit dem Satz richtig ausgedrückt habe. Also: Meine E-Mail-Antwort kam zurück. Wegen Unzustellbarkeit.

A message that you sent could not be delivered to one or more of
its recipients. This is a permanent error. The following address
failed:

Was ist das bloß für ein komischer Laden? Und dann las ich neulich noch, ein anderer Foodblogger hat sich bei denen registriert … Mal warnen.