Fastfood / Slowfood

Wenn man mal schnell was zum Essen braucht, sollte man sich irgendwann vorher mal etwas Zeit – ganz prophylaktisch – investiert haben. Auch wenn es nur am Vortag war. Eine Variation zum Thema.

Kochendes Nudelwasser

Beginnen wir aber mit dem schnellen Teil, also dem zweiten. Hier kochen bereits ein paar Spirelli-Nudeln in hinreichend heißem und salzigem Wasser, was die beilagige Basis des kleinen schnellen Essens werden soll.

Pfanne mit Paprika-Salami

In der Pfanne werden Scheiben von Paprika-Salami nachhaltig erwärmt. Ob das eine gute spanische (Chorizo) oder italienische oder ungarische oder … ist, bleibt dem persönlichen Geschmack und dem Gehalt des Kühlschrankes überlassen. Im konkreten Fall zerläuft eine ungarische.

Anbraten

Die Salami wird ein wenig angeröstet, wer möchte, kann das sich bildende flüssige Fett auch vor der weiteren Verarbeitung entsorgen.

Soße.

In dem Topf befindet sich eine Tomatensoße, die ich am Vortag mit wenig Hitze und viel Zeit zubereitet habe. Ganz Slow und gemütlich wurde dazu eine gewürfelte Schalotte in etwas Olivenöl angeschwitzt. Die eine oder andere Stelle als Quelle der Röstaromen ist durchaus gewünscht. Dann wurden die Zwiebeln etwas beseite geschoben und auf dem gleichen Topfboden ein Esslöffel Tomatenmark angeröstet. Etwas Paprikapulver darf auch dabei sein. Dann wird der gesamte Topfinhalt gut durchgemischt. Ergänzt wird alles mit einer guten Handvoll (halbierter) kleiner Tomaten (Cocktail, Dattel, …), einer Chilischote nach Wahl und Form und einer Espresso-Tasse voll Ananassaft. Deckel drauf, kleine Hitze an und dann ignorieren. Vielleicht gelegentlich mal umrühren. Wichtig ist, dass die Hitze so klein ist, dass nichts anbrennt. Nach mindestens einer Stunde freundlicher Abgeschiedenheit (ich habe ein angenehmes Nickerchen gemacht) wird alles kräftig durchgerührt, wer möchte, püriert alles. Davor sollte man aber die Chili-Schote rausnehmen, außer, man möchte es sehr scharf. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Zucker und ggf. ein paar Tropfen Balsamico-Essig (mag man es etwas saurer, wird hier der weiße empfohlen, oder man nimmt eine nicht so schöne Farbe in Kauf). Fertig. Kann man einfrieren, kann man sich aufs Brot streichen. Kann man aber auch in die Pfanne mit den Wurststücken geben.

Wurst in Soße

Alles wird durchmischt und kann dann schon angerichtet werden.

Pasta mit Soße und Käse

Der Parmesan wurde diesmal gehobelt. Ein Sparschäler leistet dabei gute Dienste. Die Soße ist der aromatisch, auch ohne die Paprikawurst. Die kleinen Tomaten haben außerhalb der Saison doch das meiste Aroma. Und das Tomatenmark hilft da sicher auch. Gerade auch für die Bindung ist es ebenfalls wichtig.

Schnelles Abendbrot

Gutes Essen muss nicht lange dauern, aber trotzdem ist die Zeit doch nach wie vor eine wesentliche Zutat für ein gutes Essen. Die Frage ist nur, wie man beides geschickt zusammen bekommt. Natürlich durch Planung. Und die funktioniert sogar bei spontanen Ideen. Auf dem Heimweg erwarb ich ein paar “Dinkelbrötchen”, was im wesentlichen daran lag, dass anderes, von mir bevorzugtes Backwerk irgendwie nicht mehr verfügbar war. Aber der leicht kernige Geschmack sollte sich als recht passend herausstellen.

Zu Hause wusste ich noch ein Hüftsteak und etwas Feldsalat im Kühlschrank, und so lag das Abendbrot gedanklich schon auf der Hand, eigentlich auch schon fast auf der Zunge. Zu Hause angekommen entnahm ich dem Kühlschrank als erstes das Fleisch, so dass es etwas Temperatur annehmen konnte. Dann zog ich Jacke und Schuhe aus und brachte mich in einen heimisch beovrzugten bequemen Zustand. Dabei entschloss ich mich zu einer denkbar einfachen, aber durchaus geschmackvollen Zubereitung.

Nachdem ich eine Handvoll Feldsalat gut abgespült hatte, widmete ich mich dem schon etwas temperierten Fleisch, befreite es aus seiner Verpackung und zerlegte es in zwei etwa glelich große Teile, die dann jeweils auf einem Brötchen landen sollten, ohne groß vorzustehen. Die beiden Hälften wurden gesalzen und mit ein wenig Rapsöl eingerieben. Das spart die Ölung der Pfanne. Die wurde gut und inständig aufgeheizt und dann das Fleisch von beiden Seiten schnell angeröstet. Da die Scheibe nicht besonders dick war, entschloss ich mich, das Steak in der Pfanne bei geringer Hitze weitergaren zu lassen. Als lukullischer Gast kam zur geschmacklichen Abrundung gleich noch etwas Butter mit in die Pfanne.

Die Brötchen wurden aufgeschnitten und die unteren Hälften mit Feldsalat belegt.

Feldsalat auf Brötchen

Darauf wurde dann eins von den Fleischstücken abgelegt.

Steakhälfte mir drauf

In die Butter in der Pfanne kamen noch ein paar Tropfen Balsamico-Essig und wurden gut aufgerührt. Das Fleisch wurde noch gepfeffert.

Soße aufs Fleisch

Die Soße aus der Pfanne wurde dann auf dem Fleisch verteilt und die obere Brötchenhälfte ergänzt.

Steakburger trivial

Das ganze gab ein einfaches, aber leckeres Gericht. Der Varianten gibt es viele. Guten Appetit.

Süßer Schweinelachs á la Teriyaki

Was macht er dann da schon wieder? Die Frage stellt sich, vor allem, wenn man ein Bild mitten aus einem Prozess heraus, gezeigt wird.

Zwei Pfannen auf dem Herd

In der rechten Pfanne garten zwei klein geschnittene Petersilienwurzeln und eine gewürfelte kleine Fenchelknolle in etwas Butter unter Verwendung von Salz und Pfeffer und unter einem Deckel, nachdem sie erst etwas angebraten waren. Das Grüne der Fenchelknolle ist gerade eben erst dazu gekommen.
Das Fett in der rechten Pfanne ist aus ein paar Scheiben geräucherter Schweinebacke ausgelassen. Darin liegen zwei Lachsstücke, die vorher ein paar Stunden in Teriyaki-Soße mariniert wurden.

Lachs braten

Beim Braten ist aufzupassen, dass nichts verbrennt, die Hitze unter der Pfanne ist nicht sehr groß. Schon die Schweinebackenscheiben wurden sanft ausgelassen.

Lachs auf Fenchel-/Petersilienwurzel-Gemüse

Natürlich werden die ausgelassenen Scheiben der Schweinebacke nicht entsorgt, die gibt es als ein paar Chips mit zum Essen. Ein paar Tropfen Frischkäse in der Pfanne wären sicher auch noch eine Idee gewesen, um eine etwas soßigere Konsitenz zu erreichen. Kann man machen, muss aber nicht.

Das ganze Essen wirkt durch die Petersilienwurzel und auch durch die Teriyaki-Soße etwas süßlich. Man kann zum Ausgleich ein paar Tropfen Essig oder vielleicht auch schon in früherer Phase etwas trockenen Weißwein dazu geben.

Irreführender Titel? Lachs in Schwein gebraten ist Schweinelachs. ;-)

Geschmorter Erdapfel mit Kohl und Lachs

Ursprünglich wollte ich nur das Endbild, eventuell mit einer Rezeptbeschreibung verbloggen, aber dann fand ich die Zwischenbilder doch wichtig, weil es sich irgendwie gut entwickelte. Ich habe mal wieder frei Schnauze gekocht. Aber es ging.

Drei Kartoffeln habe ich gewürfelt, mit Deckel in einer Pfanne mit etwas Rapsöl gelegt und bei kleiner bis mittlerer Hitze garen lassen. Nennen wir es mal “schmoren”. Es sollte wirklich nur sanft vor sich hin braten, immerhin waren die Kartoffeln roh und müssen erst mal garen. Dabei dürfen sie auch leicht bräunen, also nicht zu oft umrühren.

Kartoffeln schmoren

Nebenbei wird eine Zwiebel gewürfelt und dann zusammen mit den Kartoffeln in der Pfanne gegart. Sowohl die Kartoffeln wie auch die Zwiebeln solten noch nicht gar sein nach diesem Vorgang.

Zwiebeln dazu

Wer jetzt denkt, dass das so ein wenig nach Bratkartoffeln aussieht, die man aus rohen Kartoffeln macht, liegt nicht völlig falsch. Durch die weitere Verwendung des Deckels der Pfanne bleibt die bratkartoffeltypische Knusprigkeit ein wenig auf der Strecke. Also nennen wir sie Schmorkartoffeln.

Es könnten auch Bratkartoffeln werden

Die Zwiebeln, wenn sie etwas glasig geworden sind, werden mit untergeschwenkt. Zwischendurch wird auch noch etwas mit Salz, Pfeffer und …

Kümmel auf den Kartoffeln

… Kümmel gewürzt. Den habe ich zusammen mit dem Salz im Mörser bearbeitet, alleridngs nicht ganz klein gerieben. Wer es mag, auf Kümmelkörnern rumzubeißen, kann das Mörsern auch gern weglassen.

Spitzkohlblätter dazu

Der Kümmel passt übrigens nicht nur gut zu den Kartoffeln, sondern auch zum Kohl. Ein paar Blätter vom Spitzkohl habe ich klein geschnitten – wie für Krautflecke – und mit in die Pfanne gegeben. Ein paar Minuten den Deckel drauf hilft beim garen. Danach wird alles gut durchgeschwenkt.

Durchgeschwenkt

Jetzt könnte man es einfach nur so offen braten, man kann aber auch Lachswürfel in die Mitte geben und Mitbraten. Diese kommen aus einer dieser im Tiefkühl-Bereich erwerbbaren Lachsstücke, die nur im noch nicht ganz aufgetauten Zustand geschnitten und dann in die Pfanne gelegt wurden.

Lachswürfel anbraten

Für den Geschmack kommt jetzt etwas Butter dazu.

etwas Butter für den Geschmack

Der Lachs wird gebraten, die Würfel einmal gewendet.

Angebraten

Anschließend kann alles nochmal durchgeschwenkt oder durchgerührt werden, Etwas mehr Hitze zum abschließenden Braten ohne Deckel kann auch empfohlen werden. Dazu wird alles auch noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

gute Durchgeschwenkt oder durchgerührt

Und so ist es dann auch schon fertig. Kräuter, so vorhanden, wären sicher auch nicht schlecht gewesen.

Abgeschmeckt und gewürzt

Drei Dattel-Tomaten halbiert, nur mit Crema de Balsamico beträuftelt, ergibt die Beilage. Wahrscheinlich hätte man die Tomaten auch am Ende der Zubereitung halbiert oder geviertelt auch direkt unter den Pfanneninhalt schwenken können, wäre auch schön gewesen.

Geschmorte Kartoffel-Kohl-Pfanne mit Lachs und 3-Tomaten-Salat

Guten Appetit und einfach immer mal was anderes ausprobieren.

Brühe ohne Wasser

Manchmal hat man ja so seine Ideen. Warum muss man zum Beispiel immer so viel Wasser an eine Brühe machen, wenn man sie kocht? Ok, wenn man wirklich einen Fond oder eine Brühe haben will, ist es schon sinnvoll, aber wenn man nur irgendwas zum Essen will …

Also nehmen wir die Standardzutaten für eine schöne Brühe: Rindersuppenfleisch, ein paar Gewürze und die heilige Viereinigkeit aus Möhre, Zwiebel, Lauch und Sellerie.

Suppenfleisch auf Gemüsebett.

Das Gemüse habe ich klein geschnippelt, in eine Pfanne geschichtet, ein wenig Gewürze dazu gegeben und dann das gesalzene Fleisch oben drauf gelegt.

Suppenfleisch auf Wurzelgemüse

Ein paar Tropfen Öl habe ich noch über das Gemüse gegeben.

Die Pfanne bekam ihren Deckel oben drauf und alles verschwand im Heißluftofen, der allerdings seinem Namen nicht so ganz gerecht wurde. 100-120°C, mehr war da nicht drin los. Eher 100 als 120°C. Und nun hieß es warten. Warten. Warten. Und Warten.

Irgendwie hoffte ich, dass das Fleisch irgendwann weich werden würde, Der Kenner wird ahnen, von welchem (Grill-/Barbeque-)Klassiker ich inspiriert war. Das Fleisch wurde und wurde irgendwie nicht weich. Aber dann, nach stundenlangem Warten,  die ersten Anzeichen. Die Sehne, die sich im Fleisch befand, fing auch an zu schmelzen. Und ich wunderte mich bei jedem Festigkeitstest, wieviel Feuchtigkeit sich doch im Kochgeschirr gesammelt hatte.

Die Zeit war fortgeschritten, und weil ich keine Nachtsession einlegen wollte, stellte ich, die Pfanne vom Deckel befreiend, den Herd auf 180°C Umluft, die ich auf beide Seiten des Fleisches einwirken ließ, bis es eine schöne Farbe bekommen hatte.

Nach dem Backen.

Natürlich habe ich vergessen, auf die Uhr zu schauen, wie lange das Fleisch jetzt im Ofen war, aber die 100°C-Garung dürfte durchaus 3 Stunden oder mehr gedauert haben. Das Bräunen bei 180°C gelang dann schneller, ich schätze mal 10 Minuten pro Seite.

Zart

Das Fleisch entnahm ich dann der Pfanne, die ich noch auf eine heiße Herdplatte stellte, um aus dem Gemüse eine Beilage/Soße herzustellen. Was auf dem Bild vielleicht nicht so ganz rüber kommt: Das Suppenfleisch war zart und aromatisch, die Sehne in der Mitte existierte praktisch nicht mehr, sie war geschmolzen und gab Saft ins Fleisch.

Soße

Das Gemüse wurde etwas zerstampft und einreduziert sowie mit etwas weißem Essig abgeschmeckt (durch das Wurzelgemüse war es doch sehr süß, das musste ausgeglichen werden). Ein trockener Weißwein wäre vielleicht auch eine Idee gewesen. Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer gaben ihr übriges. Man könnte die Masse auch pürieren, aber ich habe nur gestampft.

Guten Appetit

Mit etwas Tafelmeerrettich habe ich alles angerichtet und verspeist. Wenn man überlegt, dass Suppenfleisch doch auch eher günstig zu haben ist, ein erstaunlich wohlschmeckendes Gericht. Die lange Garzeit macht den Vorteil sicher teilweise zunichte, aber da kann man noch optimieren. So zart, so geschmackvoll …