Archiv für die Rubrik ‘Kaffeesatzleserei’

Kulinarische Ausflüge nach England

8.10.2013

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: “kulinarisch” und “England” in einer Überschrift. Und es ist keine Negation dazwischen. Aber so ist das mit Klischees, sicher ist irgendwas an ihnen dran, aber so pauschal stimmen sie eben doch nicht. Chips mit Guinnes-GeschmackWie hat Obelix doch so schön gesagt: “Die spinnen, die Briten.” Wir lernen etwas über das basteln von Esswaren, es handelt sich aber nicht um Wildschwein in Minzsoße.

Gehobelte und frittierte Kartoffelscheiben scheinen ein schöner Träger  allerlei Geschmäcker zu sein, solange sich dieser mit dem Grundaroma des Erdapfels kombinieren lassen. Wir kennen in dem Zusammenhang natürlich solche Richtungen wie Paprika in verschiedenen Schärfestufen, Saure Sahne, Zwiebeln, Rosmarin, Salz, Balsamico-Essig, Wasabi, Pommes Schranke, Grillgewürze, Barbecue usw. usf. Aber es gibt davon noch unendlich viel mehr, z.T. nur in bestimmten Regionen.

Der Engländer ist trotz Jamie Oliver oder Gordon Ramsey nicht unbedingt als großer Kulinariker bekannt. Was wohl – historisch bedingt – recht gut sein soll, sind die indischen Restaurants. Weltberühmt sind die Inselbewohner aber für ihr Guinness, einer Art Bier, dass sie aber auch von der benachbarten Insel namens Irland importieren müssen. Oder auch nicht, Firmensitz der Besitzer ist mittlerweile London.

Nun bringen wir noch beide Gedankengänge zu einem zusammen: Eine weitere britische Firma bringt nun den Guinness-Geschmack an die Chips, was nicht sonderlich gut gelingt. Ich gebe ja zu, über Bier kann ich genauso gut reden wie eine Jungfrau vom Kinderkriegen, aber gekostet habe ich es doch schon mal, auch wenn es nur aus einer Flasche kam.

Die Chips geben den Geschmack nur unzureichend wieder. Leider sehen sie durch die eher dunkel färbenden Zutaten, die das Guinness simulieren sollen, auch eher dunkel und ungewohnt in der Farbe aus, so dass beides nicht wirklich Lust auf mehr macht. Da freuen wir uns zwar drüber, dass die Chips lt. Packungsaufdruck handgemacht sind. Für Zunge und Gaumen sind sie nicht.

Aus alt mach neu

7.10.2013

Das Wochenende bringt doch immer wieder Überraschungen. Gemeint sind hier nicht nur die Geschehnisse an sich, sondern auch und im speziellen die Lektüre der Werbebeilagen, die sich in Vorbereitung der neuen Konsumwoche aus dem Briefkasten ergießen. Meine Frage beim Durchblättern ist dann meist, ob es nicht mal wieder irgendwas neues gibt. Oder einfach mal die Anregung, aus was man mal wieder was leckeres zaubern könnte.

Der große Reisesser bin ich nicht. Ab und an mal nehme ich ganz gern ein schönes Risotto, aber als Beilage versuche ich, um ihn herum zu kommen. Dass es beim Reis verschiedene Sorten für die unterschiedlichsten Gerichte gibt, weiß ich natürlich trotzdem, aber der große Kenner bin ich nicht auf dem Gebiet.

Deswegen halte ich folgenden Verpackungsaufdruck, entnommen einer Werbebeilage vom Wochenende, doch irgendwie für widersprüchlich.

Basmati-Reis aus der Werbung

Wie gesagt, ich bin da nicht der Fachmann, aber vielleicht kann mir einer der Kenner bzw. eine der Kennerinnen mal Nachhilfe geben und mich entsprechend aufklären, ob etwas traditionelles eine neue Qualität haben kann.

Planerfüllung á la DDR? (aktualisiert)

27.08.2013

Zutatenlisten auf käuflich erworbenen Produkten gehören bekannterweise gern mal zu meiner Lektüre. Sie regen zum Lesen, Denken, Rechnen, manchmal auch zu Erbrechen und vor allem auch zum Wundern ein. Heute rechnen und wundern wir uns mal wieder.

Bei einem regional verwurzelten Discounter erwarb ich ein Glas ebenso regional hergestellte Preiselbeerwildpastete im Glas. Das Etikett verrät, was alles drin ist: 90% Wildschweinfleisch, 25% Schweinefleisch, 25% Schweineleber, 10% Preiselbeeren und 10% Sahne. Hinzu kommen noch ein paar andere Stoffe, deren prozentualer Anteil klein anzusetzen ist.

So hundertprozentig kenne ich mich mit der Kennzeichnungspflicht nicht aus, aber 160% Zutaten erscheinen mir doch etwas viel; so groß war das Glas gar nicht. Na, mal sehen, was der Hersteller antwortet.

Aktualisierung: In einer Spitzenzeit habe ich eine Antwort auf meine Frage vom Hersteller dieser Konserve bekommen. Nach einer freundlichen Anrede heißt es da unter anderem:

Sie haben da ganz Recht – uns ist leider bei der Etikettierung ein Druckfehler unterlaufen, welchen wir mittlerweile auch schon festgestellt und natürlich schnellstmöglich behoben haben. Aus den eigentlichen 30% Wildschweinfleisch ist leider eine 90 geworden bei den Etiketteinstellungen. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler und versichern Ihnen, dass wir in Zukunft noch mehr Kontrollen durchführen werden, damit uns so ein Fehler nicht nochmal unterläuft.

Na bitte. Geht doch. Manchmal ist Lösung doch so einfach: Ein Tepfilper.

Top in Mathe

3.07.2013

Morgens einen kalten Milchkaffee, eine meiner kleinen Sünden. Normalerweise trinke ich sie ja, um wach zu werden, aber manches bekomme ich vorher doch schon mit.

Stichwort Zutatenliste. Die Kleinigkeiten am Ende ignorieren wir mal. Vorn stehen aber 80% Milch, 15% Kaffee und 7% gebrannter Zucker. Allein diese Zutaten machen also schon 102% aus …

Wer mal eine Salami gegessen hat, wird die Angabe gelesen haben, dass 100 g dieser Wurst aus beispielsweise 149 g Schweinefleisch hergestellt wurde. Ich weiß nicht, ob ich luftgetrockneten kalten Cappuccino trinken möchte.

Immer gut essen

15.05.2013

Frisch ist natürlich immer das beste. Wie immer bei solchen Aussagen stimmen sie meist nicht zu 100%, es gibt immer die Ausnahme von der Regel. Allerdings gibt es meist mehr “Ausnahmen” zu kaufen, als es wirklich welche gibt. Da gibt es bei den verschiedenen Konservierungsmethoden unterschiedliche Beispiel.

Klassisches Beispiel aus dem Tiefkühlbereich ist Spinat. Durch seine Blattstruktur verliert er frisch sehr schnell viel von seinen wertvollen Inhaltsstoffen, der tiefgekühlte hält diese meist besser. Bei den Dosen sei die Tomate genannt. Vollreif in die Blechhülle gekommen ist das Produkt besser als eine aus den nicht vollreif geflückten frischen hierorts gekochten Soße. Zu beachten: Rohe und gekochte Tomaten haben durchaus unterschiedliche, in beiden Fällen positiv auf den menschlichen Körper Einfluss nehmende Wirkungen.

Für die Vermarktung ist bei den Konserven, vor allem bei denen, die aus ernährungsphysiologischer Sicht eher nicht sinnvoll sind, dann alles erlaubt, was den Umsatz steigert. Ein Beispiel seien glasverpackte Pilze, die ich mal geschenkt bekommen habe. Irgendwann bin ich mal gespannt, wie schleimig diese sein werden, aber ich schiebe dieses Ereignis noch ein wenig vor mir her.

Pilze im Glas

Nimmt man die Plasteverzierungen ab, ist es doch nur ein normales Glas.

Pilze im Glas

These: Je besser einen Konserve konserviert ist, desto weniger wertvolle Inhaltsstoffe (Vitamine etc.) sind noch enthalten. Die Frage stellt sich jetzt: Diese “knackigen” Pilze: Wie lange sind sie wohl haltbar?

Fürs Protokoll: Wir schreiben den 15.05.2013. Ein paar Tage steht das Glas schon hier rum, ich glaube, ich bekam es zu Weihnachten oder zum Geburtstag. Also ist es vermutlich Ende 2012 oder Anfang 2013 abgefüllt. Wie lautet das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Ist es vielleicht der 21.01.2014? Oder der 21.01. 2015? Oder doch nur der 21.07.2013? Oder sind die gar schon abgelaufen? Mitnichten! Ich hoffe, ihr sitzt gut. Hier die Lösung: (mehr …)