Auch auf den kleinsten Nebensatz achten

Im Fernsehen wird nach wie vor ganz gern gekocht und die eine oder andere Anregung ist doch immer mal dabei. Und da gab es heute im WDR Fernsehen eine Sendung namens „Meisterküche“, ein Sammelsurium, der ein wenig wie ein Recycling betagter Kochbeiträge der letzten Jahre daherkommt, frisch zusammenmoderiert natürlich.

Mit dabei die wahlfranzösische Meisterköchin Martina Kömpel, die – ganz französisch – eine Crepe-Variation zum besten gibt. Sie hat das Rezept selber entwickelt (betont sie) und es ist vor allem -osefrei. „Glutenfreie Crêpes“ steht oben drüber, was durch die Verwendung von Kastanienmehl und Maisstärke erreicht wird. Außerdem ist es sacharosefrei dank Agavensirup und laktosefrei dank Reismilch. Gefüllt wird übrigens mit Spinat und Champignons, was vermutlich einfach nur lecker ist.

Und jetzt dürft ihr dreimal raten (falls ich noch nicht nachgesehen habt), was es als Beilage zu den glutenfreien Crêpes gab. Genau: Seitan-„Filet“. Quasi Gluten pur.

Im TV-Beitrag habe ich den Satz überhört, dass die „Filets“ nur für Leute sind, die mit Gluten keine Probleme habe, auf der Rezeptseite steht er wenigstens drauf.

Also on:

Privat als Image

Heute Teil 2953 der Reihe „Irreführung durch Werbung“.

Da nennt sich ein Werbungstreibender, der nicht nur in eigenem Namen Milchprodukte auf den Markt wirft, „Privatmolkerei“, verbunden mit entsprechend stimmungsvollen, anheimelnden Bildern.

Dann googelt oder bingt man mal die Adresse in den Maps und schaltet das Luftbild dazu.

Ganz schön großer Industriebetrieb. Warum zeigen sie den nicht mal in der Werbung? Und dazu die Biochemie-Bude, die aus natürlichen Rohstoffen (Holz, Pilzkulturen, …) die Fruchtaromen herstellt?

Wahrscheinlich nicht so verkaufsfördernd.

Also on:

Süßes Pro und Contra in einem

Die bekannten Softdrinkhersteller nehmen ihre Verantwortung erst. Nachdem sie wegen des hohen Zuckergehaltes in ihren Getränken lange und intensiv kritisiert wurden, werden jetzt auch zuckerreduzierte Varianten verkauft. Und damit meine ich nicht die Light-, Maxx- oder Zero-Versionen, die eher als zuckerfrei gelten und die es schon länger gibt.

Auf Wunsch einer einzelnen Dame habe ich seit einiger Zeit meinen Wasserkonsum stark nach oben, dafür den Softdrink- und Saftverbrauch nach unten korrigiert. Das Zauberwort aus meinen Augen heißt in dem Zusammenhang „Schorle“, es ist zwar etwas nagetiv belastet, aber da mir Wasser pur einfach nicht schmecken mag, verschorle ich alles, was es zu verschorlen gibt. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

Säfte zu verschorlen ist in dem Zusammenhang ein alter Hut, da brauchen wir nicht drüber zu rede. Aber auch Limonaden geben eine schöne Basis für leckere Schorlen, vor allem diejenigen, die in die fruchtige Richtung gehen. Schwerpunkt sind die Zitronenlimonaden, aber auch Bitterlemon, Ginger Ale u.a. eignen sich dafür, in gut gekühltem Zustand mit entsprechend temperiertem Sprudelwasser um das dreifache verlängert zu werden. Und sie eröffnen völlig neue Geschmackserlebnisse. Natürlich schmecken sie dann nicht mehr wie unverdünnt, aber trotzdem interessant. Nur bei Cola scheitert das Verfahren.

Bei meinen Einkäufen kam mir mal wieder eine Flasche klare Zitronenlimonade eines der großen Hersteller (des anderen) in die Hände, die ich unbesehen erwarb. Zu Hause entdeckte ich dann eine neue Information auf dem Etikett: „Jetzt mit weniger Zucker für einen großartigen erfrischenden Geschmack“. Und tatsächlich, der sonst übliche Kaloriengehalt von rund um 42 kcal/100ml liegt bei dieser Variante bei 29 kcal/100ml.

Die Flasche kam sofort in den Kühlschrank, und nachdem sie gut durchgekühlt war kam die Verkostung. Die Vorfreude auf eine fruchtig saure Limo war groß, genauso groß wie die anschließende Enttäuschung.

Bäääääääääähhhhhh!!!!

Das Gebräu ist genauso pappsüß wie das alte Original, nur wird der leicht limettige Geschmack, der sonst üblich ist, überdeckt von einem Fehlaroma, das seinen Ursprung in den Steviolglycosiden hat, einem Süßstoff, der irgendwas mit der Steviapflanze zu tun hat. Der andere große Softdrinkhersteller hat bekannterweise schon seit einiger Zeit eine Cola nach dem Prinzip im Programm, die den gleichen Makel ausweist.

In der Schorlenversion verliert sich das Fehlaroma ein wenig, aber wirklich weg geht es auch nicht. Da bleibt zu hoffen, dass es irgendwann wieder die Originalvariante der Zitronenlimonade gibt, die ansonsten nicht näher etikettierte Stevia-Version würde sonst von der Einkaufsliste gestrichen. Da empfehle ich lieber eine Halbierung der Menge aller Zutaten (außer Wasser und Kohlensäure). Das ergibt aiuf jeden Fall ein besseres Getränk. Oder die Absenkung auf ein Drittel … Wäre doch auch ein schner Weg zur Gewinnmaximierung: Zutatenaufwendungen gesenkt, Preis bleibt gleich, Gesundheitswert steigt. 😉 Halblight schmeckt nicht, wie ich 2011 schon schrieb, Ganzlight übrigens auch nicht.

Also on:

Nudelsoße für Faule

Das hierbei was zum Essen herauskommt, war abzusehen. Dass das dann auch noch so gut schmeckt, nicht unbedingt. Und dabei war ich diesmal wirklich faul beim Kochen. So faul, dass es nicht mal Bilder davon gibt. Aber mit ein bisschen Phantasie habt ihr die sicher auch vor Eurem geistigen Auge.

Eine Pfanne auf der einen Herdplatte während auf der anderen ein Topf mit Wasser für die Spaghetti langsam heiß wird, stellt keine große Herausforderung an die Vorstellungskraft da. Bilder davon gibts hier im Blog zuhauf. In die Pfanne lege ich ein paar gewaschene Rispen oder Cocktail-Tomaten. Ganze. Und gebe auch ein paar Tropfen Öl dazu, weil ich auch noch eine kleingeschnittene Schalotte mit dazu gebe. Eine Knoblauchzehe findet auch noch den Weg ins leise schmurgelnde Fett.

Das Wasser für die Spaghetti kocht, aber erst wird es gesalzen. Dann kommt die Pasta dazu. In der Pfanne werden die fünf Tomaten (immer mal wieder gedreht und geschwenkt) etwas beiseite geschoben, auch die restlichen Pfanneninhalte folgen, dann kommt ein Teelöffel Butter mit dazu, in dessen zerlaufene Pfütze ein angetautes Stück Lachs gelegt wird. Unter der Pfanne ist die Hitze nicht allzu groß, dafür kommt ein Deckel oben drauf, damit der Fisch auftaut und etwas von der Feuchtigkeit der Tomaten in der Pfanne bleibt. Und falls eine durch das Erhitzen platzen sollte, muss auch nicht die Küche renoviert werden.

Die Spaghetti sind mittlerweile komplett unter Wasser und kochen sprudelnd vor sich hin. Der Lachs wird auch mal gedreht; und dabei die Tomaten nicht vergessen. Dabei muss mit nichts in der Pfanne wirklich sorgsam umgegangen werden … Wenn da war zerfällt, dann zerfällt das eben.

Die Pasta ist noch etwas zu al dente und ruht noch im kochenden Salzwasser. Dafür gehts jetzt in der Pfanne rund. Was jetzt noch nicht zerfallen oder geplatzt ist, wird mit einer Gabel zerrissen oder zerdrückt, dabei mit Salz und Pfeffer gewürzt. Auch eine gute Spur Dill und ein Prise Zucker finden den Weg hier hinein. Zum Schluss folgen dann noch die jetzt auf den Punkt gegarten Spaghetti, tropfnass.

Alles wird in der Pfanne nochmal durchgeschwenkt und schon ist eine leckere Speise fertig.

Wer sie nicht mag, kann übrigens vor der Spaghettizugabe noch die pelligen Überreste der Tomaten entfernen.

Die Tomaten haben durch ihre Wärmebehandlung im Ganzen ein klein wenig Grillaroma angenommen, was dem Geschmack durchaus zuträglich ist und das besondere an dieser Soße ausmacht. Aber auch die Dillbeigabe macht es zu etwas besonderem. Parmesan wird übrigens nicht gereicht. Erstens macht das Reiben mehr Arbeit als das Zwiebelnschneiden, andererseits geht Käse auf Fisch gar nicht. 😉

 

Also on:

Arme Fleischfreiesser

In der Werbung ist ab und an „Vegetarische Leberwurst“ eines bekannten Herstellers zu sehen. Ich hoffe für diejenigen, die das essen, dass sich das Produkt geschmacklich nicht an der „Pommerschen Groben Leberwurst“ aus gleichem Hause orientiert. Zum einen ist letztere in meinen Augen nicht „grob“, sondern maximal etwas uneben. Grob wäre sie mit mindestens erbsen- bis bohnengroßen Stückchen.

Geschmacklich ist sie eher eindimensional, das aber sehr laut. Es gibt da irgendeine Komponente, die ich leider nicht genauer definieren kann, die aber überpräsent enthalten ist. Dem gegenüber fällt dann aber alles andere nebenher ab, was ggf. noch echten Geschmack liefern könnte.

Gespannt darf man sein, wie sie das Produkt nach dem aktuellen EuGH-Urteil nennen werden. „Vegetarischer Leberaufstrich“ sicherlich auch nicht, weil da ja nicht mal Leber drin sein dürfte. Bei den vegetarischen Frikadellen aus gleichem Hause bräuchte man sich ja nur beim bayerischen Dialekt bedienen; ich würde sagen der Begriff „Vegetarische Mühlenpflanzerl“ klingt doch sehr stimmig (wenn man nicht aus Bayern kommt).