Fisch sucht Fahrrad, Suchmeldung als Kartoffeldruck

3.08.2014, 18:13 Uhr

Das Geheimnis jeder guten Küche ist die Vorbereitung. Der Fachmann sagt wohl “Mist am Platz” dazu. ;-)

Würfel: Karfottel, Zwiebel

Mein “mise en place” Sind ein paar Kartoffeln, die ich gewürfelt habe und ein paar Zwiebeln. Beides ist übrigens roh, zumindest auf dem Bild.

Zwiebeln

Die Frage ist, wie man möglichst schnell und einfach Zwiebeln anschwitzt, wenn sie nur glasig werden sollen? Ganz einfach: Etwas Öl über die Würfel und dann für anderthalb Minuten in die Mikrowelle. Die Zeit ist natürlich von der Größe der Zwiebel, der Leistung der Mikrowelle und den Mondphasen abhängig.

angeschwitzte Zwiebeln

Die können jetzt erstmal beiseite stehen. Dafür kommen die Kartoffelwürfel für 5 Minuten zum Garen in die Mikrowelle.

Matjes würfeln

Die Zeit können wir nutzen, um den Matjes zu würfeln. Dreieinhalb schöne Filets habe ich gewürfelt.

Matjeswürfel

In eine Salatschüssel gebe ich etwas weißen Balsamico-Essig, Pfeffer, Senf und Zucker.

Dressing anrichten

Mit dem Salz sollte man vorsichtig sein. Zum einen ist der Matjes gut salzig, zum anderen nehmen die Kartoffeln auch gut Salz auf. Da sollte vor dem Verzehr nochmal abgeschmeckt werden. Nachdem ich Zucker, Pfeffer und Essig verrührt habe, kommt Rapsöl wie für eine gute Vinaigrette hinzu.

Vinaigrette ist fertig

In diese geben wir die noch restwarmen Zwiebelwürfel.

Zwiebeln dazu

Die Matjesfürfel werden als nächstes mit dem Schüsselinhalt verbunden.

Matjeswürfel dazu

Und zum Schluss kommen die Kartoffeln – ebenfalls noch warm – dazu.

Kartoffeln hinzu

Alles wird vorsichtig, aber nachhaltig miteinander vermischt.

Mischung

Ein paar Kräuter runden das Ergebnis noch etwas ab, hier wurde gehackter Schnittlauch verwendet.

Schnittlauch dazu.

Deckel oder Folie drauf und dann ab in den Kühlschrank zum Durchziehen. Wie es schmeckte, wird dann nach dem Verzehr nachgetragen.

Aktualisierung: Warm kann man den Salat durchaus auch essen. Kalt und eine Nacht durchgezogen im Kühlschrank ist er aber noch leckerer …

Das Leben ist (k)ein Ponyschlecken

2.08.2014, 15:20 Uhr

Normalerweise bin ich nicht so der Bratwursttyp, aber diese hatte Biss, Mundgefühl und Geschmack. Das lag unter anderem an ihrer Konsistenz. Obwohl sie auf den ersten Blick wie eine feine Wurst aussieht, ist sie doch grob.

Zutaten

Die drei Würste gibt es aber nicht auf einmal, nur werden sie alle gleichzeitig gebraten. Sie waren eben zusammen in einer Packung. Dazu kommen wie zu sehen kleine Tomaten und Zucchini, etwas Öl und über das Gemüse auch etwas Salz. Alles wird gebraten. Ein paar Zwiebelwürfel kamen auch noch dazu.

angebraten

Wenn sich die Würstchen ihrem Finale nähern und das Gemüse Bratspuren aufweist, schiebt man letzteres etwas zusammen und mischt es.

Mischgrillgemüse an Bratwurst

So sollte es aussehen, kurz bevor es serviert wird. Natürlich kann man einfach alles auf einen Teller schütten oder gleich direkt aus der Pfanne löffeln. Man kann aber Tranchen von der Wurst machen und nett anrichten.

Tranchen von der Pferdebratwurst auf Grillgemüse

Zum Schluss wird noch alles mit etwas Senf garniert. Eine Art Senfdressing wäre vielleicht auch eine Idee. So schmecken dann die Tranchen von der Pferdebratwurst auf gegrilltem Mischgemüse erst richtig lecker.

B(ä/ee)renjagd am See (aktualisiert)

28.07.2014, 00:33 Uhr

Vorschusslorbeeren sind so eine Sache und ein mindestens zweischneidiges Schwert. Da hört man allerlei gutes von einer gastlichen Stätte, und geht dann natürlich mit hohen Erwartungen auch mal hin. Andererseits geht man meist nicht in ein Restaurant, von dem man nur schlechtes gehört hat. Letzteres wird meist gemieden, während bei ersterem dann die Fallhöhe umso höher ist, wenn’s schief geht. Erfüllt aber der gastronomische Betrieb die in ihn gesetzten positiven Erwartungen, ist es dafür umso schöner.

Geleitet von einigen guten Empfehlungen führte uns der Weg zu einer gastlichen Stätte, die es in der Form noch nicht so lange in Neubrandenburg gibt. Das Wetter lud zum Verweilen auf der Terrasse ein, die einen wunderschönen Blick über grüne Teile der Stadt bot. Da wir dort auch nicht die einzigen waren, bemerkte uns der Service schnell und wir nahmen ersten Kontakt auf. Die Bestellung aufzugeben erwies sich als etwas umständlich, da es am Tisch nur eine Menükarte gab. Selbst ein Hinweis auf diesen Umstand führte nicht dazu, dass weitere gebracht wurden. So waren die Merkleistungen der Gäste herausgefordert, die ausgewählten Gerichte ohne Karte im Kopf zu behalten.

Wobei die Speisekarte erfreulich kurz war. Meine These ist ja: “Je kürzer die Speisekarte, desto besser das Essen.”, wobei ich inständig hoffe, dass das dabei erwartbare mehr an selbstständiger Küchenarbeit auch zu einer besseren Qualität auf dem Teller führt. 6 Vorspeisen, 8 Hauptgerichte, ein Dessert plus ein paar Eiskreationen waren zu haben. Und nichts las sich wie das übliche verdächtige Zeug, was einem leider viel zu oft begegnet. Man durfte also gespannt sein.

Die Bestellung wurde aufgegeben und wir harrten gespannt auf das, was uns in Kürze erbauen würde. Handwerklich zubereitet – was länger währt, wird gut. Nach 40(!) Minuten kam immerhin ein kleiner Gruß aus der Küche, eine weiße, leicht würzige Creme, ein paar Weißbrotscheiben und EIN Messer. Preisfrage: Es sitzen 3 Leute am Tisch, wieviele Brotscheiben legt man dem Cremetöpfchen bei? Je nach Größe 3, 6 oder 9 – wäre so meine Logik. Es lagen fünf dabei. Fünf Scheiben, die auch nicht verhehlten, dass sie schon eine Weile auf ihren Einsatz gewartet hatten. Diese hatten ihre Knusprigkeit, die durch eine gepflegte Röstung oder Toastung durchaus angenehmer hinzubekommen gewesen wäre, von ganz allein erreicht.

Die Vorspeisen waren übrigens lecker. Wenn auch einer nicht ganz das bekommen hatte, was er eigentlich wollte, aber er hatte sich auch nicht ganz klar ausgedrückt. Geschenkt. Da ist dem Restaurant kein Vorwurf draus zu machen. Das leicht gehobene Preisniveau der Einrichtung schien sich aber auch unter anderem durch die Größe der Portionen zu erklären. Ein Quäntchen Kulinarik mehr, und es hätte eines Hauptgerichtes nicht mehr wirklich gebraucht. Die kurze Dessertliste hätte stutzig machen müssen. Die Esser bemerkten aber sehr wohlwollend, dass sich die Küchenleistung und das echte Selbermachen und nicht nur Aufwärmen positiv bemerkbar mache. Die Ideen eines Neubrandenburger Anti Pasti-Tellers, einer Fischboulette auf warmem Kartoffelsalat oder einer Pilzpfanne mit Kartoffelkuchen sprechen für den Anspruch und die Philosophie, nach denen hier gekocht wird.

“Frische Bandnudeln” heißt übrigens nicht “Selbst gemachte Bandnudeln”, dessen muss man sich bewusst sein, wenn man Speisekarten liest. Vielleicht wären es ja weniger gewesen, wenn sie selbst gemacht worden wären, aber sie gingen ob ihrer Menge auf dem Teller zum Teil wieder zurück in die Küche. Die Portionsgrößen in den Restaurants …. aber lassen wir das. Ansonsten war das Gericht schon in Ordnung, wenn auch nur sehr feinsinnig gewürzt. Das zog sich allerdings durch alle drei Hauptgerichte durch: Dezents in der Würzung. Die Spanferkelbäckchen auf dem Linsensalat mit knackigem Gemüse (rohe Möhren eben) überzeugten durch ihren zarten Biss (also die Bäckchen), während Linsen und vor allem die Möhren doch durch ihren Vitaminreichtum auffielen. Die stellenweise aromagebende Minze wäre verzichtbar gewesen, hätte der ganze Salat nach mehr geschmeckt.

Muss ein Hauptgericht, vor allem, wenn es zum Abendbrot verzehrt wird, eigentlich warm sein? Kommt drauf an. Der Tomatensalat war natürlich kühl, die Auberginenwürfelchen darin auch. Aber ein Brotauflauf oder ein mariniertes Maishähnchen? Spätestens bei letzterem – zumal mit Haut serviert – darf man eine gewisse innere Wärme und Ansätze von Knusprigkeit der Haut erwarten. Wenn natürlich schwabbelige Haut und ungares Fleisch zum Konzept gehört haben sollen, haben wir es wohl fehlinterpretiert.

Das Dessert fiel aus. Der Espresso kam, das war schon von weitem zu sehen, formvollendet (also mit dem kleinen Wasser) an den Tisch. Schade nur, dass die Tasse, genau wie auch die Cappuccino-Tasse, bei genauerer Betrachtung verrieten, dass dies an dem Tag wohl nicht ihr erster Einsatz war. Immerhin, der beigelegte Löffel war sauber; schmeckte er doch beim Cappuccino-Schaum-Ablecken irgendwie ein bisschen nach Seife.

Zum Schluss noch was positives: Die Biere waren frisch gezapft, die Cola wohlschmeckend und bei der Fruchtsaftschorle war bei der Bestellung nicht von irgendwelcher Kohlensäure im Wasser die Rede. Die Vorschusslorbeeren verwelken irgendwo in einer Ecke. Bleibt zu hoffen, dass der Koch vielleicht Urlaub hatte (schließlich ist Urlaubszeit) oder irgend etwas anderes zu diesem Ergebnis führte. Vielleicht wechselt die Rethra Seeperle auch regelmäßig die Karte (die Quellen der Lorbeeren sprachen auch von anderen Gerichten) und man sollte die nächste nochmal probieren. Die Grundidee, die hinter dem gastronomischen Konzept steckt, die Philosophie finde ich nämlich gut. Nur die Ausführung …

 

Aktualisierung: Eben war ich mal auf der Facebook-Seite der Gaststätte. Da war, wie der Zufall so spielt, meine Vorspeise abgebildet. So sah die aber bei mir nicht aus, die Gurken fehlten völlig …

Gegrilltes aus Garten, Balkon und See

26.07.2014, 14:19 Uhr

Grillgemüse gibt es häufiger, aber (fast) alles selbst geerntet? Naja, und irgendwas muss natürlich dazu. Das Stück Lachs ist auch gekauft.

Die Zutaten

Zucchini und Zwiebeln sind aus dem elterlichen Garten, Tomaten teilweise vom eigenen Balkon. Der Lachs kommt aus dem Tiefkühler.

Vor jedes Kochen hat der Gott der Kulinarik das Vorbereiten gestellt. Diesmal wird einiges halbiert, anderes in Ringe bzw. Scheiben geschnitten.

Hälften, Scheiben, Ringe

Alles wird mit Salz, Pfeffer gewürzt und anschließend mit Olivenöl beträufelt.

Salzen, Pfeffern, Ölen.

Nebenbei wurde die Grillpfanne erhitzt. Das geschah allerdings nicht auf volle Pulle, eher so mit halber Kraft. Da die Zucchinischeiben wohl am längsten brauchen, kamen sie als erstes in die heiße Pfanne. Der Lachs braucht laut Packung insgesamt 8 Minuten, die Grilltomaten gehen schnell, nur die Zwiebeln können etwas länger Hitze vertragen. Also kommen sie als zweites in die Pfanne, dann der Lachs und abschließend die Tomatenhälften.

Alles in die Pfanne

Nun heißt es abwarten. Der Lachs gibt den Takt vor. Nach 4 Minuten soll er umgedreht werden. Also erst der Fisch, dann das Gemüse, zum Schluss die Zucchini.

Große Wende

Hat man die Zucchini doch zu dick geschnitten und der Fisch droht, trocken zu werden, kann man ihn auch ruhig mal auf dem frisch gewendeten Gemüse zwischenlagern.

Zwischenlagerung

Nun kann aber auch schon angerichtet werden. Zuvor sei aber erwähnt, dass die Zwiebeln zwischendurch noch eine Bestäubung mit edelsüßem Paprika abbekommen haben. Irgendwann beim ersten Wenden.

Fertig.

Die Kräuter – Schnittlauch und Petersilie – stammen auch vom Balkon. Sommer ist doch was feines. Irgendwie könnte das ganze noch einen Klecks Soße vertragen, aber mir fiel nichts umsetzbares ein. Zum Lachs hätte sicher irgendwas mit Senf, Honig und Dill gepasst, zum Gemüse was auf Joghurt- oder Quarkbasis. Es schmeckte aber auch so. ;-)

Versuch mit Kartoffeln (aktualisiert)

21.07.2014, 00:34 Uhr

Heute mal eine Fotokochstory, bei der ich nicht sagen kann, ob das Ergebnis schmeckt. Spätestens am Ende wird aber auch klar, warum. Der Geschmackstest wird zeitnah nachgetragen.

Kartoffelsalate gibt es viele, normalerweise bin ich nicht so der große Freund davon, aber einzelne Versuche gab es hier ja auch schon, wenn auch erst nach äußerer Anregung. So auch diesmal. Das heißt, dass die Grundidee nicht von mir ist, aber der Rest. Wobei das bei diesem Versuch auch nicht so ganz stimmt. Ein paar Fertigprodukte sind auch noch dabei.

Kartoffeln und Rosmarin

Zu Anfang wurden ein paar rohe Kartoffeln gestückelt. Je nach Größe wurden sie erst halbiert oder gedrittelt und die Stücke dann wie für Kartoffelspalten gesechstelt. Diese Stücke kamen in ein dicht schließenden Behälter.

Rosmarin grob gehackt

Das Rosmarin wurde grob gehackt und dann auch in den Behälter verbracht.

Zutaten im Behälter

Jetzt wird alles mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Salzen und Pfeffern

Das Durchschwenken, dass sich die Gewürze gut verteilen, geht noch ohne den Deckel. Ein guter Schuss Olivenöl ergänzt den Behälterinhalt. Dann wird er dicht verschlossen und eine Weile gut gewendet, dass sich Salz, Pfeffer, Rosmarin und Öl gut auf den Kartoffeln verteilen.

Mit Öl benetzt

Auf einem Backblech wird etwas Backpapier verteilt, darauf kommen dann die gewürzten Kartoffelstücke.

Kartoffeln auf Backpapier

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Stücke nicht übereinander liegen. Alles kommt dann für 25-30 Minuten bei 180°C in den Umluftofen, bis eine angenehme Bräune erreicht ist und ein leckerer Duft die Küche durchströmt.

Gegart.

Der eine oder andere wird es erkannt haben: Das sind eigentlich einfach nur mit Rosmarin gewürzte Kartoffelspalten, die an sich schon recht wohlschmeckend sind. Da muss man aufpassen, dass man sie nicht alle wegnascht, während man die Salatsoße zusammenrührt.

Soße rühren

In dieser Schale befinden sich ca. 2 EL Majonäse und ein Becher (200g) Quark der Geschmacksrichtung Tzatziki (wird natürlich später selber gemacht). Etwas Cayennepfeffer, ein paar Tropfen Zitrone und die öligen Rosmarinreste vom Backblech runden das ganze ab. Dann werden Soße und Kartoffeln miteinander verbunden.

Kartoffelsalat

Und schon ist der Kartoffelspaltensalat auch schon fertig und muss nur noch etwas durchziehen. Das macht er bei der Niederschrift dieser Zeilen gerade, deswegen kann ich noch nicht sagen, wie er schmeckt. Die Ergänzung gibt es dann später.

Aktualisierung: Das gebackene durch die Behandlung im Ofen kommt im fertigen Salat nicht mehr so deutlich zum Vorschein. Entweder, man muss die Kartoffelstücke intensiver bräunen, oder die Soße sollte eher zum Dressing oder zu einer Vinaigrette werden. Ansonsten schmeckt er eben wie Pellkartoffel mit Quark, was durchaus auch lecker, aber nur wenig besonders ist.