Prost Cola(?)

Manchmal gehe ich ja nicht ohne Folgen einkaufen. So sprang diesmal eine neue Cola in meinen Einkaufswagen, die von einem Hersteller kam, der bisher eher für kultige Limonaden bekannt ist war. Als alter Colatrinker musste ich sie natürlich probieren, und ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht war.

Das „Biologische Erfrischungsgetränk mit natürlichem Koffein“ fällt durch eine Reihe positiv zu bewertender Besonderheiten auf. Zum einen enthält die Zutatenliste (und damit hoffentlich auch das Getränk) keine Phosphorsäure, wie sie in vielen anderen Varianten des Getränkes als Säuerungsmittel vorkommt. Andererseits scheint auch der Zuckeranteil angenehm niedrig zu sein: Immerhin hat die Bio-Cola etwas mehr als halb so viele Kalorien wie die Originale 42 zu 26 kcal).

Malz, Malzextrakt, grüner Kaffeebohnen-Kräuter-Extrakt und Holundersaft sorgen neben „natürlichem“ Aroma für Geschmack und Farbe. Wo es geht, sind die Zutaten alle Bio. Wasser, Kohlensäure und die regulierenden Carbonate gibt es nunmal nicht biologisch. Eigentlich hat die Cola nur einen Nachteil: Sie schmeckt nicht nach Cola.

Armes Würstchen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich mag keine Würstchen aus Glas oder Dose. Dabei ist es ziemlich egal, ob es Wiener, Bockwürste, Frankfurter, Krakauer, Hot-Dog-Würstchen oder sonstwelche sind. Die sehr knackigferne Konsistenz, das unter anderem daraus entstehende Mundgefühl, das teilweise mit „schleimig“ recht zutreffend umschrieben wird, und der Geschmack ergeben ein Triumvirat des Nichtkulinarischen, dass durch die potenziell jahrelange Lagerung der Brätphallie im Wurstwasser auch nicht besser wird.

Unter diesem Gesichtspunkt hatten die getesteten Bio-Tofuwürstchen im Glas von vornherein kaum eine Chance. Das letzte Quentchen davon vergeigten sie fast schon, bevor sie überhaupt zum Geschmackstest kamen. Aber der Reihe nach. Laut Etikett habe ich die Tofuwürstchen „in einer beschichteten Pfanne unter mehrmaligem Wenden 3-5 Minuten goldbraun gebraten oder in einem Topf mit kochendem Wasser erwärmt“. Ich habe beides gemacht, es waren ja genug Würstchen da.

Der Eindruck, den die kochenden Würstchen machen, stimmt: Sie sehen sehr blass aus, fast wie Bratwürste mit ganz leichter Currynote. Das Wurstwasser übrigens vermittelte einen säuerlicheren als gewohnten Eindruck, was am zugesetzten Tomatenmark oder der Sojasoße liegen könnte (erstaunlich, dass beide nicht färbend in Erscheinung traten). Das Wasser kochte, als Bratunterstützung dienten ein paar Tropfen Olivenöl, die durch die Tofuwürstchen dankbar aufgenommen wurden. Nach 5 Minuten wurde angerichtet.

Es gibt Bockwürste (frisch), die sind einfach nur lecker, sie brauchen zum Verzehr weder Senf, Brötchen noch vorherige Erwärmung. Bei den Sojadingern war letztendlich jede Mühe umsonst. Als Senfträger – für alle Senfliebhaber – sind sie geschmacklich sehr gut geeignet, geben sie davon doch eher wenig dazu. Das trifft vor allem für die gekochte Version zu. Senffrei probiert drängt sich mir der nicht ganz stimmende Vergleich mit gut durchfeuchteten Bierdeckeln auf, zumal es die Untersetzer nicht in Würstchenform gibt. Das Braten zauberte zwar durch die Maillard-Reaktion noch ein paar zusätzliche Aromen in die Würstchensimulation, wirklich geholfen hat es aber auch nicht.

Es mag Menschen geben, die aus medizinischer Sicht sowas essen müssen. Für alle anderen gilt: Schade um den Senf.