Ohne Streusel

Die Grundidee stammt diesmal von den Crumbles, wobei dem Ursprung des Wortes nach („Krümel“) dieses Gericht dem überhaupt nicht entspricht. Im Gegenteil. Aber die Art der Zubereitung kommt dem Crumble durchaus nahe, nur eben ohne Streusel. Sicher könnte man das nachfolgende auch Obstauflauf nennen …

Insofern fängt alles mit einer kleinen Auflaufform an.

Auflaufform

Damit nix ansetzt, wird die Form gebuttert.

Buttern

Auch wenn es auf dem folgenden Bild etwas krisslig aussieht, die Butter ist nicht geronnen. Das ist Zucker, der auf der Butter liegt. Brauner Zucker war leider aus, wäre aber auch eine Idee gewesen.

Zuckern

Nun wird die Form mit Birnenwürfeln gefüllt. Aber nicht ganz, immerhin müssen die „Streusel“ noch oben drauf.

Birnenwürfel

Die „Streusel“ sind keine, insofern biegen wir auf dem Weg zum Crumble jetzt scharf ab und ändern das Ziel in Richtung Auflauf. Das ist übrigens – Kenner werden es bereits vermuten – Gorgonzola.

Käsebrösel

Die Form kommt dann in den vorgeheizten Ofen und verweilt dort, bis der Käse die Schmelzstufe erreicht hat, die man sich für lecker vorstellt.

Birnen-Gorgonzola-Auflauf

Meiner Ansicht nach ist das ein Hauch zu viel Hitze gewesen. Etwas Struktur darf der Käse durchaus noch behalten. Aber lecker war’s trotzdem.

Birnen-Gorgonzola-Auflauf

Birnen-Gorgonzola-Auflauf natür. Eigentlich nur Birne und Gorgonzola, etwas Butter und Zucker als Grundlage. Vielleicht hätte man noch ein paar Trockenfrüchte reinhacken können. Oder Nüsse. Oder den schärferen Gorgonzola piccante nehmen statt des Gorgonzola dolce.

Dessert und Käseplatte in einem

Wer diesen Flammwerfer zu seiner Küchenausstattung zählt, mit dem man eine Brüllcreme (vulgo für Crème brûlée) finalisieren kann, der kann den auch wunderbar für diese Kleinigkeit für Zwischendurch anwenden. Alle anderen nehmen einen Ofen mit Grillfunktion oder reiner Oberhitze.

Birnenscheiben

Das sind übrigens Birnenscheiben. Die sollten noch nicht zu weich sein, das werden sie gleich noch von allein ein wenig. Und man sollte sie schnell verarbeiten, sonst werden sie braun. Wer ein wenig die saure Note mag, kann sie natürlich mit etwas Zitronenwasser behandeln.

Gorgonzola auf der Birnenscheibe

Auf die Birnenscheiben bröselt man etwas Gorgonzola. Den gibt es in einer milden und einer etwas kräftigeren Version. Wer letztere erwischt hat, aber lieber erstere hätte, kann etwas Mozzarella mitverwenden (leicht anfrieren und dann grob rüber reiben).

nach Hitzeeinwirkung von oben

Dann kommt es zur Anwendung der Hitze von oben. Der Käse soll nur leicht verlaufen (wie man es mag), die Birnen aber nicht zu dolle garen. Zusätzliche Anwendung von einer Spur Senf, Preiselbeeren oder etwas Cayennepfeffer ist jedem selbst überlassen.

Ein Käse, ein Obst, ein Grill

Wie heißt es doch immer so schön: Die einfachsten Sachen sind die besten. Wenn die Grundzutaten gut sind. Das folgende Beispiel ist an Einfachheit beinahe nicht zu unterbieten. Man nehme:

Birnen, ein wenig Gorgonzola und ein neues Messer mit Keramikklinge. Das Messer muss natürlich keine Keramikklinge haben, es muss auch nicht neu sein, aber ohne diese Konstruktion hätte ich auffälliger erzählen müssen, dass ich jetzt auch ein Messer mit Keramikklinge habe.

Die Birne wird mit dem neuen Keramikmesser in Scheiben geschnitten, das Kerngehäuse wird entfernt. Dann wird etwas Gorgonzola auf den Birnen verteilt. Das würde zwar jetzt auch schon so schmecken, man kann es aber dann auch noch ein paar Minuten unter den Grill legen, bis der Käse leicht zu zerfließen anfängt. Wenn so aussieht, ist es lecker:

So ein Käse

Ob’s stimmt, ist nicht belegt, aber schön ist die Geschichte doch. Der Name „Cambozola“ für den gleichnamigen Weichkäse ist ein Kunstwort. Salopp ausgedrückt ist der Käse ein Camembert, der ähnlich wie ein Gorgonzola mit Blauschimmelkulturen geimpft wurde. So könnte der Name eine Zusammensetzung aus diesen anderen beiden Käsesorten sein.

Nach dem gleichen Prinzip zusammengesetzt, aber jeweils die beiden anderen Worthälften genutzt, könnte der Käse auch „Gorgonbert“ heißen.  😉