Drei Monate voraus

Wie sagte doch mal ein bekannter Ex-Fussballer so schön, als er seine Suppe ausgelöffelt hatte und ans Telefonieren denken konnte: „Ja, ist denn schon Weihnachten?“ Nein, ist es natürlich noch nicht, obwohl man manchmal schon an die Zeit denkt, der Einzelhandel tut sein übriges. Der hatte übrigens mit diesem „kleinen“ Abendbrot weniger zu tun.

Karpfentranche

Dieses Stück Fisch ist das Teil eines Karpfens. Der kam am Sonntag in Form eines über 5 kg schweren, ausgenommenen Exemplares eines Spiegelkarpfens über meine Eltern, wo er in drei Mahlzeiten geteilt und kurz- wie mittelfristig eingelagert wurde. Mein hier sichtbarer Anteil wog 700 g.

Karpfentranche

Was macht man nun mit einem solchen Stück Fisch? Essen, das ist klar. Aber nicht so, wie er da auf dem Brett liegt. Die Kühlkette, obwohl doch der Fisch sehr frisch war, war nicht ganz ununterbrochen, so dass sich eine fernöstliche Zubereitung in roher Form nicht anbot. Außerdem hatte ich gerade heute nicht den speziellen Essig für den Sushi-Reis im Haus …

Was ist wohl eine der einfachsten Zubereitungsformen? Genau: Salzen, Pfeffern, Buttern und dann ab in den Ofen.

Karpfen gebuttert

Gebuttert war übrigens nicht nur der Fisch, sondern auch die kleine Auflaufform unten drunter. Man kann sowas auch einfach auf Backpapier aufs Ofenblech stellen. Wenn man etwas fetten Speck im Haus hat, kann man den auch unterlegen, damit nix anbackt. Salz und Pfeffer sind Pflicht. Die Butter hätte auch gern flüssig sein können, um die Tranche zu bepinseln.

Gewürzt

Im Gewürzregal fand sich noch eine Mühle mit Rosmarin und Lemongras, davon habe ich auch etwas über den Fisch gegeben. Und, wie wir sehen (unterer Bildrand), habe ich diesmal den Fotoapparat für die Bilder genommen, im Gegensatz zu den letzten Beiträgen hier. Aber beim dort genutzten Smartphone waren gerade die Akkus leer …

So kam der Fisch bei 170°C in den Umluftofen. 30-40 Minuten braucht es schon, dann sieht er so aus:

Fisch ist fertig

Mit der Flüssigkeit unten in der Auslaufform habe ich den Fisch zwischendurch einmal bepinselt, damit sich die Würze gut verteilt.

KarpfenBauchLappen

Es roch nicht wie Weihnachten, aber es roch lecker nach Fisch aus dem Ofen, als er fertig war. Die Kräuter taten ein übriges. Der Vorteil an dem großen Fisch war, dass alles groß war, auch die fiesen dreiendigen Gräten im oberen Teil. Die konnte man gut rausfischen, wenn man etwas von dem köstlichen Fischfleisch auf der Gabel hatte. Die langen „Rippengräten“ waren sowieso nicht zu übersehen, ich überlege noch die Weiterverwendung als Rouladennadeln … Nicht wirklich, aber die Größe haben sie. Und selbst die Fischhaut, im rohen Zustand sehr an Leder erinnernd, war nach dem Backen knusprig und überhaupt nicht ledern.

In Anlehnung an einen alten Bugs-Bunny-Cartoon würde ich ins Streitgespräch mit Duffy Duck einbringen: „Es ist Karpfen-Zeit!“ Was übrigens wirklich so ist, wie ich den Medien unlängst entnahm. Es muss ja nicht immer ein selbst geangelter Oschi wie dieser hier sein. So bei anderthalb Kilogramm sind sie wohl am besten. Sagt man.