Mal wieder einfach lecker

Es sind doch immer wieder die einfachen Dinge, die so lecker sind. Zumindest, wenn denn die Zutaten gut sind. Und nicht zu viele. Manches ist auch zu einfach, um schlecht zu sein.

Wer beim ersten Bild genau hinsieht, sie eigentlich alle Zutaten (bis auf eine), die drin sind. Und sieht es nicht lecker aus? Ich hätte mich reinlegen können.

Die Kartoffeln sind nur gut gewaschen und gebürstet. Dann wurden sie in sowas wie Scheiben und andere kleine Stücke geschnitten. Mit etwas Rapsöl und Butter kamen sie in die Pfanne, bei geringer Hitze. Immerhin waren die Kartoffeln roh und mussten erstmal auch garen. Da hilft es, wenn man ca. 10 Minuten einen Deckel auf die Pfanne tut, während die Kartoffeln sanft garziehen (bzw. sich in die Richtung entwickeln. Wirklich gar sollten sie noch nicht sein).

Die Zutat, die ihr vermutlich nicht seht, war etwas Salz, was schon auf die Kartoffeln kam. Die Kümmelkörner hingegen sind zu sehen, auch die wurden schon recht früh mit zu den Kartoffeln gegeben. Sind die etwas über halbgar, kommt der Deckel wieder von der Pfanne und die Hitze wird erhöht. Außerdem wird der geschnittene Lauch dazu gegeben. Wer den nicht hat, kann auch Porree nehmen. 😉 Das ganze wird jetzt so lange gebraten und immer wieder durchgeschwennkt, bis der Lauch und die Kartoffeln gar sind und sich auch ein paar Röstaromen gebildet haben (siehe Bild oben). Als Beilage eignen sich diese Lauchkartoffeln eigentlich zu allem, was man auch mit Bratkartoffeln essen kann.

Etwas sauerer, gebratener Hering zum Beispiel.

Ehrlich gesagt: Mir läuft gerade wieder das Wasser im Munde zusammen, wo ich die Bilder sehe … Das einfache Gericht war aber auch zu lecker.

Also on:

Wenn Kohl in den Kopf steigt

Nun spinnt er völlig. Suppe in der Pfanne.

Die Idee dahinter ist vermutlich noch verquerer: Kurz hatte ich darüber nachgedacht, aus der Suppe eine Frittata zu machen. Die zunehmende Erhitzung mit der einhergehenden Verflüssigung der Suppe ließ die Idee dann aber wieder in den Hintergrund treten.

Als ich die Suppe dem Kühlschrank entnahm und in ihrer Plasteummantelung betrachtete, war von der Flüssigkeit wenig zu sehen. Vermutlich lag eine gewisse Gelierung zugrunde, die offensichtlich der Qualität der Brühe zuzurechnen ist. Und das kam so:

Nachdem ich auf Wunsch eines einzelnen Herrn Schichtkohl zubereitet hatte, lag noch ein angefangener Kohlkopf in der Gegend rum, der auch irgendwie verarbeitet werden wollte. Kurz dachte ich auch hier schon an die Frittata-Idee, der aber die Kohlreste nicht komplett zum Opfer gefallen wären. Also musste noch eine zweite Idee her, die dann aber die erste wurde.

Suppe machen ist recht einfach, dauert nur immer ein wenig. Aber wenn man einen TV-Abend plant oder etwas ähnliches, wohnungsgebundenes vorhat, kann man nebenher die Suppe kochen. Und nach dem nachfolgenden Prinzip kann man viele Arten von Suppe kochen: Kohlsuppe, Wrukensuppe, Kartoffelsuppe, … Und das gute: Man kann sich bis ca. 45 Minuten vor dem geplanten Verzehr noch entscheiden, was es für eine Suppe werden soll. Entsprechende Lagerbestände vorausgesetzt.

Basis ist ein Stück Suppenfleisch (300-500g, Rind) und etwas (leicht) geräucherter und gepökelter Bauchspeck (100-200g, Schwein). Andere Einlagen kann man nach Belieben dazu tun: Schweinepfote oder -ohr, Schweineschwanz,  Kalbsfuß, Markknochen, Mettenden, … Das Suppenfleisch wird in mundgerechte Würfel geteilt, vor allem Sehnen u.a. sollten dabei zerschnitten, aber nicht unbedingt abgeschnitten werden. Ob man das Fleisch anbrät oder nicht, ist Geschmackssache und hängt vom Ziel der Suppe ab. Anbraten bringt die kräftigere, aber auch dunklere Brühe. Den Speck könnte man auch etwas anbraten, da gilt das gleiche.

Fleisch und Speck sind also im Topf, darüber kommen gewürfelt oder anderweitig klein(!) geschnitten die üblichen Verdächtigen: Zwiebel (bei dunkleren Suppen gern mit Schale), Möhre, Lauch, Sellerie. Darüber dann das kalte Wasser und ein erster Schub Gewürze: ein wenig Salz, Pfefferkörner, Piment, Lorbeerblatt. Das Wasser sollte den Topfinhalt großzügig bedecken (immerhin kommen noch die namensgebenden Zutaten hinzu). Dann gebe ich ordentlich Feuer drunter und lasse alles einmal aufkochen. Dann wird die Hitze reduziert. Meist wird von einem leichten Simmern gesprochen, wenn es um die richtige Einstellung der Temperatur geht. Ich habe es die letzten Male so gemacht, dass der Topfinhalt gerade so nicht mehr gesimmert hat. Ich vermute da eine Temperatur unter 100°C, eher so 80-90°C. Wer das einstellen kann, sollte es mal probieren. Die Bereitung der Grundbrühe – darum handelt es sich hierbei – dauert zwar dadurch noch länger, aber es wirkt sich positiv auf die Verzehrbarkeit des Fleisches aus.

Wenn man die Temperatur eingestellt hat, fängt der gemütliche Teil des TV-Abends an. Chips und geistiges Getränk sowie eine gute Programmauswahl machen daraus einen schönen Abend. Wer ganz sicher gehen will. sollte sich einen Film im Privatfernsehen anschauen und die Werbepausen zur Suppenkontrolle nutzen. Zwei oder drei Stunden kann das ganze jetzt gut dauern. Kriterium ist der Garzustand des Suppenfleischs. Sollte eine der anderen Einlagen gefahr laufen zu verfallen, kann man sie aus der Brühe fischen und später wieder mit dazu geben. Der Speck zerfällt aber planmäßig.

Sollte man die Brühe wirklich am Vorabend gemacht haben, wird die Hitzequelle unter dem Topf dann abgestellt und alles langsam abkühlen gelassen. Am nächsten Tag werden dann die Hauptzutaten vorbereitet. Für mich hieß das, den Kohl klein zu schneiden und ein paar Kartoffeln zu schälen und zu würfeln. Beides kommt in die Brühe, die dann wieder aufgekocht und dann leicht köcheln gelassen wird, bis die Kartoffeln gar sind. Wenn das passiert ist, steht einem Suppengenuss nichts mehr im Wege (abschmecken sollte man übrigens auch noch, so habe ich zusammen mit dem Kohl auch Kümmel mit an die Suppe getan, die übliche Verknüpfung).

Oben – in der Pfanne – befand sich übrigens der letzte Rest der Suppe, nachdem 4-5 Portionen bereits vertilgt worden sind. Tut man statt des Kohls gewürfelte Steckrübe und ggf. frische Möhrenwürfel und die Kartoffeln hinzu, gibt es einen schönen Wrukeneintopf. Man könnte auch nur Kartoffelwürfel nehmen (dann natürlich mehr). Bei festkochenden gibt es eine eher klare Kartoffelsuppe, bei mehlig kochenden (und etwas Rührenthusiasmus) kommt eine gebundene Tüftensuppe dabei heraus. Man kann sich aber auch einen Teil der Brühe abfüllen und einfrieren. Gute Brühe kann man immer gebrauchen.

Ein Desaster in Beige – aber …

Erinnerungen sind manchmal unvollständig, oder einfach nur falsch. Oder es war doch irgendein Detail anders. Oder was auch immer. Und dann ist man aufgeschmissen, wenn man etwas aus der Vergangenheit versucht nachzuempfinden und das geht dann – teilweise – in die Hose. Spätestens die Optik lässt bei nachfolgendem Gericht arg zu wünschen übrig. Auch das Handwerk ging etwas den Bach runter. Aber der Reihe nach.

Vor längerer Zeit war ich bei einem Videodreh beteiligt, in dem zwei Entenbrüste eine gewisse Hauptrolle spielten. Die Soße als Beilage ignorieren wir mal freundlich. Was bei dem Gericht wirklich wunderbar und durchaus beeinflusst von den Dreharbeiten gelang, waren die Brüste. Sie passten, als ob sie dafür gemacht waren, richtig gut in die Pfanne und „frittierten“ langsam in ihrem eigenen Fett vor sich hin. Das Problem war: durch die Dreharbeiten verzögert sich die Zubereitung einer Speise wesentlich. Wenn ich an das in gleicher Reihe vorgestellte Gazpacho denke, wo die 15-20 Minuten für die Zubereitung auf 3 Stunden durch die Dreharbeiten ausgedehnt wurden.

Damit muss man beim Kochen dann natürlich denken. Es soll ja auch nichts übergaren. Immerhin haben wir nach dem Finale die erkochten Speisen auch immer gegessen. Und so lagen eben die Entenbrüste in der Pfanne, die gerade mal so heiß war, dass das Fett leise vor sich hin brizzelte. Die Nettobratzeit lag bei über 45 Minuten (eigentlich ein Unding), aber durch das sehr sanfte Garen waren die Entenbrüste butterzart und lecker.

In Erinnerung daran dachte ich mir, dass muss sich doch irgendwie wiederholen lassen, auch wenn keine Videokamera dabei ist. Also habe ich mir eine Entenbrust besorgt. Da ich noch etwas Soße dazu ziehen wollte, lag auch ein Paket Wurzelgemüse mit im Einkaufskorb, den Rest hatte ich zu Hause.

Es ist sogar noch die Originalpfanne aus dem Video. 😉 Damit sollte es gelingen. Sie wird nicht zu stark erhitzt.

In die Pfanne kommt etwas Öl. Das ist kaum ein halber Teelöffel.

In diesen Ölfleck kommt die Entenbrust. Die Haut hatte ich rautenförmig angeritzt und gesalzen. Als die Brust in der Pfanne lag, kam auch auf die Oberseite etwas Salz. Nun heißt es warten.

Irgendwann tritt Fett aus der Haut der Brust. Das wird auf die zweite Hälfte der Pfanne laufen gelassen (ab und an leicht schräg stellen). Während dieser Zeit sollte es unter der Brust leicht braten, etwas mehr, als es bei meinem Kochversuch hier stattfand.

Hat sich genug Entenfett ausgelassen, kommt das feingehobelte Gemüse dazu: Lauch, Sellerie, Möhre, Knoblauch. Salz ist auch noch drüber gestreut.

Das Gemüse wird ab und an umgemengt, dass es von allen Seiten anröstet und in Kontakt mit dem Entenfett kommt.

Alles braucht seine Zeit. Das Gemüse wird umgerührt und gewürzt: Pfeffer, eine Spur Chili oder Rosenpaprika; die Entebrust bleibt auf der Hautseite liegen. Ab und zu kann man ja mal gucken, aber gleich wieder niederlegen.

Als ich die Entenbrust nach einer knappen Dreiviertelstunde umdrehte, hätte ich mir schon etwas mehr Bräune gewünscht. Aber nun wurde die andere Seite gebraten. Die Temperatur habe ich etwas erhöht, aber nur wenig. Ich hätte mal früher die Haut kontrollieren sollen und damit früher die Hitze von ganz wenig auf wenig korrigiert.

Aber, man weiß sich ja zu helfen. Die Entenbrust kommt unter den Grill zum Aufknuspern. Ich hoffe, sie wird nicht zu gar.

Zeit, sich um die Soße zu kümmern. Ein Glas Rotwein kam dazu.

Ebenfalls ein kleines Glas Orangensaft. Ehrlich gesagt war es eine Saftmischung, aber Orange war der Hauptanteil neben Mango, Ananas u.a.

Da mir die Soße nun etwas süß vorkam, habe ich einen Schuss Balsamico-Essig hinzu getan.

Und dann alles püriert.

Dabei kam etwas heraus, dass vermutlich eher als Creme denn als Soße durchgeht. Ein Versuch, es mit Sahneschorle (=Milch) zu verlängern, brachte eine zusätzliche Schlotzigkeit und rundete die Soße geschmacklich ab, verdünnte sie aber nicht bis in eine Soßenform. Brühe oder Fond war nicht zur Hand und noch mehr Rotwein wollte ich auch nicht verwenden. Aber abgeschmeckt habe ich sie noch.

Die aufgeknusperte Entenbrust kam dann zum Entspannen noch ein wenig in die Creme.

Zugegeben: Die Optik ist nicht optimal. Auch die lange Garung mit zu wenig Hitze auf einer Seite war offensichtlich nicht so gut. Aber die Brust war durchaus schmackhaft, auch wenn die Haut ein wenig Knusprigkeit vermissen ließ. Die „Soße“ hatte eine gewöhnungsbedüftige Konsistenz, blieb aber dafür als dünnes Gemüsemus gut an den reingeditschten Fleischstücken hängen und war aromatisch gesehen absolute SPITZE!

 

Valentins-Ragout an Pasta und Stampf

Die Zusammenhänge mit dem Valentinstag sind eher zufällig, zumal es das Essen bereits an den Vortagen gab, einmal mit Pasta und einmal mit Kartoffelstampf. Reis, Polenta u.a. sind ebenso denkbar. Und wer weniger Wasser reinschüttet, kann das Ragout auch einfach so essen und knabbert ein Baguette oder ein Grissini dazu.

Eine große Pfanne wird für die Zubereitung heiß gemacht. Soweit, so denkbar.

Völlig überraschend kommt auch etwas Öl in die Pfanne. Zum Anbraten.

Wie sagte schon ein bekannter Fernsehkoch immer gern: Ich habe da mal was vorbereitet. In dem Fall war ich vorher schon fleißig mit dem Kleinschneiden. Das gilt auch fürs nachfolgende Gemüse. Aber zuerst kommt das „Fleisch“ in die Pfanne und wird angebraten. Das „Fleisch ist übrigens eine bunte Mischung aus gewürfelter Chorizo, einer luftgetrockneten Rindssalami, die mein Vertrauensfleischer feilbietet, von dort auch etwas durchwachsener Speck und die schon einige Male hier im Blog genutzten Hähnchenherzen, die ich aber diesmal auch gedrittelt habe. Naja, und die Herzen sind dann auch die Verbindung zum Valentinstag. 😉

Alles wird ein wenig angebraten, Röstaromen sind durchaus willkommen.

Als sich am Fleisch die ersten braunen Stellen zeigen, schiebe ich es auf einer Pfannenhälfte zusammen und brate in der dann freien Hälfte die Zwiebeln an.

Die werden mit einer Paprikamischung gewürzt (edelsüß und Rosenpaprika), das Pulver kann mit anrösten. Ein wenig zumindest.

Auch etwas Tomatenmark kommt mit dazu.

Das wird auch mit der Zwiebel vermischt und leicht angeröstet.

Dann wird der ganze Pfanneninhalt miteinander vermischt und immer weiter gebraten.

Wieder wird alles beiseite geschoben und die freie Fläche neu belegt. Hier mit einer Mischung aus Möhrenwürfeln, Lauchscheiben und Selleriewürfeln. letztere lagen bei der Schüssel oben drauf, also in der Pfanne ganz unten.

Aber es ist wirklich Sellerie mit dabei! 😉

Wenn die Gemüse auch ein wenig mitgeschmurgelt haben, kommen noch Paprikawürfel mit dazu.

Dann wird alles gesalzen, ggf. auch etwas gepfeffert und …

… der Deckel kommt drauf.

Bei geringer Hitze soll sich jetzt schön Flüssigkeit bilden.

Das ist ja das schöne am Glasdeckel. Man kann sehen, ob es gelingt, ohne ihn anheben zu müssen.

Zum Umrühren muss der Deckel aber doch gelüftet werden. Aber man sieht: Es hat sich etwas Flüssigkeit gebildet.

Da kann man aber auch noch etwas nachhelfen. Ein Glas Rotwein wird ausnahmsweise nicht in den Koch sondern in die Pfanne geschüttet.

Ob man auch noch etwas Wasser dazu gibt, bleibt dem Wunsch nach Konsistenz überlassen. Ich habe noch einen guten Viertelliter Wasser dazu getan. Danach hat alles einmal bei erhöhter Hitze aufgekocht und wurde wieder bei sanfter Hitze köcheln gelassen. Irgendwann zwischendurch habe ich mit Zitronenpfeffer, Pfeffer und einer Prise Zucker abgeschmeckt. Ein paar getrocknete Kräuter sind auch noch mit dabei. Das Simmern kann jetzt durchaus ein Stündchen oder zwei dauern.

Vielleicht hat es ja der eine oder andere erkannt, ich habe mich ein wenig vom Gulasch wie auch von der Bologneser Soße anregen lassen. Das Ergebnis war zwar nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber es war durchaus essbar.

Am Sonntag gab’s das Ragout auf Nudeln.

Am Montag wurden rustikale Stampfkartoffeln auserwählt. Das Rustikale an ihnen war, dass ich die Kartoffelwürfel mit Schale gekocht hatte …

Der Name „Valentins-Ragout“ kam irgendwie auch nur zustande, als ich feststellte, dass ich was mit Herzen am Valentinstag veröffentliche. Zufälle gibts.

Suppe nach Art des Supermarktes

Als Kunde der hiesigen Supermarkt-Szene steht man öfter mal vor dem Problem, dass man Zutaten für leckere Speisen nicht in der Menge kaufen kann, die man eigentlich bräuchte. Selbst wenn ich im Fachgeschäft oder auf dem Markt einkaufen würde, bezweifelte ich, ob das da grundlegend anders wäre. Besser vielleicht, aber anders? Man weiß es nicht. Vielleicht kommt ja auch daher das alte Weistum, dass man manche Gerichte nicht in kleinen Mengen kochen kann, nicht, weil es sonst nicht schmecken würde (was der Volksmund kolportiert), sondern eher aus dem Grund, dass man die Zutaten nicht in kleineren Mengen kaufen kann.

Mit dem Gedanken an eine schöne Suppe, die ich mal wieder kochen könnte, durchstreifte ich den Supermarkt des Tages. Irgendwas in Richtung Kartoffelsuppe oder Wrukeneintopf schwebte mir vor, eben etwas für Leib UND Seele. Leider bot der mehr oder weniger zufällig ausgewählte Markt weder Steckrüben noch Suppenbünde an, so dass ich anfing zu improvisieren. Eine Tüte „Ofengemüse“, zwei Lauchstangen, braune Champignons und eine kleine Fleischauswahl landeten im Einkaufswagen. Ein paar Sachen hatte ich noch zu Hause, das wird schon irgendwie passen.

Nicht geht über eine angemessene Vorbereitung. Und da Suppen und Eintöpfe gerne mit Schnippeleien verbunden sind, kamen die Schneidunterlagen zum Einsatz.

Wenn man Zutaten in der Menge so kaufen könnte, wäre es doch schön. Da wäre doch auch mal eine kleine Portion möglich. Gibt es aber nicht. Also …

… kommt doch schon mal der große Topf auf den Herd. Der wird gut aufgeheizt und dann bodendeckend mit Öl befüllt. In der Aufheizphase kann man schon mal das Rindersuppenfleisch klein schneiden.

Wobei klein ein relativer Begriff ist. Da ich noch mit dem – später nicht verwirklichten – Gedanken spielte, das Fleisch wieder aus der Suppe zu holen, war die Größe ein Kompromiss zwischen verzehrbar und einfach rausfischbar. (Warum ich das Fleisch aus der Suppe nehmen wollte? Um sie und hier vor allem das Gemüse ein wenig mit dem Pürierstab zu bearbeiten.)

Die Rippchen hatte ich auch etwas zerteilt, auch sie wurden angebraten.

Dem Bachspeck passiete anschließend dasselbe.

Und auch die Knacker wurde ein wenig angeröstet. Wobei hier zu bemerken ist, dass das Fleisch nicht in der oben abgebildeten Menge in den Topf kam, sondern in der gekauften. Also ca. 500 g Suppenfleisch, 600 g Rippchen, 250 g Bauchspeck und 3 Knacker.

Dann kam auch noch die gewürfelte Gemüsezwiebel dazu. Alles wurde unter gelegentlichem Rühren angeröstet. Gibt ja Geschmack.

Ein schönes bratendes Durcheinander.

Dann wurde alles mit Wasser aufgegossen, so dass es gut bedeckt war, was ca. anderthalb Litern entsprach.

Und weil Wasser bekannterweise nach nichts schmeckt, kamen diverse Aromate dazu: Lorbeerblätter, Piment, Pfefferkörner, Majoran, Kümmel, Thymian, Rosenpaprika … Nur Salz gab ich noch keins ran, Speck und Würste waren ja salzig, da galt es erstmal abzuwarten, was die so von sich geben.

Die ganze Gemengelage wurde dann zügig erhitzt und zum Kochen gebracht.

Deckel drauf und dann bei geringer Hitze leise vor sich hin köcheln lassen. Das kann ruhig eine Weile dauern. Die Zeit überbrücken wir mit der Vorbereitung des Gemüses.

Diese Mengen erhaben sich aus den Einkäufen. Zwei kleinere und eine große Petersilienwurzel, zwei Möhren, sechs Rote Beete, 250 g Champignons, zwei Lauchstangen und ein paar Kartoffeln aus den vorhandenen Vorräten. Hier schon mal in der geputzten Version. Möhren, Petersilienwurzel und Rote Bete waren übrigens das „Ofengemüse“ in der Tüte. Geschält habe ich sie, wobei zu bemerken ist, dass sich die Roten Beten wunderbar mit einem Sparschäler entblättern lassen, man sollte das aber unter sanft fließendem Wasser tun. Die Farbe.

Ein Blick in die Suppe. Das Weiße sind übrigens keine Speckwürfel, sondern die klein gehackten Stiele der Pilze, die ich sehr frühzeitig mit hineingeworfen hatte. Die könnten ruhig verkochen. An dieser Stelle habe ich auch schon mal den Salzgehalt der Flüssigkeit geprüft und entsprechend nachgesalzen. Selbst, wenn später noch einiges aus Speck und Wurst austritt, die Kartoffeln nehmen eine Menge aus, hier ist sicher nicht das letzte Mal gesalzen worden.

Als erstes warf ich die in Scheiben geschnittenen Roten Bete in die angehende Suppe. Dazu zwei Bemerkungen:

  1. Das Schneiden ist eine Frage des guten Kompromisses: Ich habe mich für eine Glasunterlage und ein nicht so gutes Messer entschieden. Das Messer hatte zwar den Nachteil, dass man etwas um seine Finger fürchten musste, aber auf der Glasplatte bleiben keine roten Flecke, obwohl sie für’s Messer eben die denkbar schlechteste Unterlage ist.
  2. Die Rote Bete kann schon sehr frühzeitig in den Topf gegeben werden (was ich nicht tat). Sie braucht etwas zum weich werden. Oder man isst sie knackig ál dente wie ich.

Das Wurzelgemüse gab ich gleich mit in die Suppe. Diese Gemüse brauchen am längsten zum Garen. Vermutlich hätte man die Roten Bete gleich nach den Zwiebeln oder der Wasserdreingabe schon mit in den Topf werfen sollen.

Deckel drauf.

Einmal aufkochen und dann bei geringer Hitze eine Weile köcheln lassen.

Nach 15-30 Minuten gab ich dann die restlichen Gemüse und die Pilze dazu.

Deckel drauf.

Einmal aufkochen und dann leicht vor sich hin köcheln lassen. Jetzt ist Zeit, sich mit anderen Sachen zu beschäftigen und nur mal ab und zu nachzusehen, ob es nicht zu stark kocht oder, ob man mal umrühren sollte. Eine gute Stunde ging das so, vielleicht auch etwas länger, hoffte ich doch, dass die Roten Bete doch noch weich wurden.

Irgendwann sah dann die Suppe so aus. Hatte ich bei der Zugabe des Gemüses noch die Angst, dass zu wenig Wasser im Topf ist, hätte ich mir jetzt fast gewünscht, nicht ganz so viel zugegeben zu haben. Aber das mache jeder nach seinem Gusto. Jetzt wird die Suppe noch abgeschmeckt und ist dann eigentlich fertig.

Wobei ich dabei jetzt noch etwas nachtragen muss. Zum Ende der Kochzeit hin habe ich an der Suppe noch etwas manipuliert. Da ich festkochende Kartoffeln verwendete, stellte sich keine schöne Sämigkeit ein. Logisch. Also habe ich noch zwei rohe Kartoffeln über die Parmesanreibe gezogen, das gab dann nach einer Weile des Mitkochens ein wenig Sämigkeit und Bindung.
Außerdem fiel mir noch eine Packung Kurkuma in die Hand, von der ich einen gestrichenen Esslöffel voll auch noch am Ende mitkochen ließ (also nur den Geldwurz, nicht auch den Löffel). Etwas Zitronenpfeffer landete auch noch in der Suppe, ob der aber einen maßgeblichen Beitrag leistete, kann ich nicht sagen.

Die Suppe kam letztendlich lecker aus dem Topf und man konnte sie löffeln, trinken, schlürfen, knabbern und sich selbst die Zähne dran ausbeißen. Das Knabbern bezieht sich auf die Scheiben der Roten Bete, die jetzt nicht mehr wirklich knackig waren, aber auch nicht weich wie gekochte Möhren. Und wenn man einen Knochen von den Rippchen mit erwischt und drauf rumbeißt, könnte es auch für die Zähne wenig vorteilhaft sein.

Der Varianten gäbe es sicher viele. Aber, man kann eben auch mit den Mengen, die man kaufen kann, eine Suppe kochen. Die gibt es bei mir zwar die nächsten Tage immer noch mal wieder. Aber vielleicht zeigt auch einer der Kollegen auf Arbeit Interesse.

Das Gute: Es ist nichts von den Zutaten übrig geblieben, über das ich mir nun den Kopf zerbrechen müsste, was ich denn daraus nun noch zaubere.

Nur einen Punkt muss ich mir dringend merken: Wenn ich schon so ein Gewürz-Ei habe, sollte ich es auch nutzen. Die ganzen Pfeffer- und Piement-Körner können einem, wenn man drauf beißt, schon ein wenig den Genuss verleiden. 😉