Low Carb Burger – Ein Versuch

Ja, es ist kein Burger. Ja, es ist komisch. Ja, es sieht zerschossen aus. Ja, es sieht auch blutig aus, es ist aber nur Fleischsaft! Und es ist ein Versuch. Und der wäre mit Kopfsalat-Blättern oder blanchierten Weißkohlblättern besser gelungen. Hatte ich aber nicht im Hause. So. Punkt. Es soll ja nur eine Anregung sein, mal was anderes zu probieren.

Eigentlich könnte man das ganze auch als Kalt-Warme-Kraut-/Salat-Roulade bezeichnen. Irgendwo im Reise-Koch-Fernsehen, ich glaube, bei Herrn Bourdain, habe ich sowas auch mal gesehen, irgendwo aus dem fernen Osten. Aber kommen wir zum hier und jetzt: in Scheiben geschnittenes Gemüse, in Tranchen geschnittenes Steakfleisch (frisch gebraten und noch warm), Salz, Pfeffer, Gewürze, Soßen. Und Blattsalat mit möglichst großen und nicht zu knackigen Blättern.

Zutaten

Tomaten, Gurken, Filetsteak, Salat, (Zwiebeln wären noch eine Idee gewesen). Alles wird zu einer schönen Portion auf das Salatblatt gehäuft, gewürzt und ggf. mit einer Soße der Wahl versehen.

Burgerbau

Dann wird alles zusammen geklappt. Bei den flexibleren Kopfsalatblättern kann man versuchen, das Blatt wie bei einer Frühlingsrolle zu falten und um die Füllung herum zu bringen. Ich hatte jedenfalls gleich Appetit und einen guten Biss.

Abgebissen

Diese länglichen großen Blätter eignen sich aber auch als essbare Servierlöffel. In dem Fall kommt unten etwas Pickels-Soße (oder was anderes nach Geschmack) hinein.

Soße im Löffel

Darüber kommt das Fleisch. Oder was man sonst noch alles als Füllung machen möchte.

Voller Löffel

Das Ding kann man auch gut in der Hand halten und dann Abbeißen.

Abgebissen

Lecker.

Es muss also nicht immer Salat als Beilage sein. Die großblättrigen Sorten eignen sich auch als direkte Unterlage oder sogar zum Einwickeln. Mal was anderes.

Gegrillt wird überall, Hauptsache: Es gibt Strom

Der wichtigste Gedanke vorweg: Vom Holzkohlegrill schmeckt sowas natürlich besser. Er will aber dann auch richtig bedient werden. Der Elektrogrill ist steuerbarer, und wenn man weiß, wie man ihn richtig einstellt, ist das Grillen einfacher.

Entgegen der irgendwo gemachten Ankündigung kamen heute aufgrund der personellen Situation doch nur zwei Steaks auf den Grill, neben ein paar anderen Kleinigkeiten. Die Entscheidung dazu wurde vereinfacht, da eine Spezialität doch noch bis zum Wochenende haltbar ist (und ggf. bis dahin sogar noch besser wird). Da man nicht nur Fleisch grillen kann, waren ein paar einfache Vorbereitungen nötig, das hielt sich aber in Grenzen, so dass die Anfangssituation schnell hergerichtet war. Bis zum heraufziehenden Gewitter war dann auch alles im Kasten bzw. im Magen. 😉

Jetzt geht's los

Die Grillplatte heizt vor, Paprika und ein paar Frühlingszwiebeln sind vorbereitet, das Fleisch nimmt in der Küche langsam aber sicher Zimmertemperatur an.

Grillgemüse

Je eine rote, gelbe und grüne Paprika wurden gedrittelt und ein wenig beschnitten, dass sie nachher gut auf den Grill zu liegen kommen. Die Frühlingszwiebeln sind der Länge nach halbiert. Alles wird mit etwas Öl benetzt.

Die abgeschnittenen Reste vom Paprika und ein paar Tomatenscheiben bilden zusammen mit einem Dressing nach Wahl einen kleinen Gemüsesalat, der später als Beilage dient.

Gemüsesalat

Das ölbenetzte Gemüse kommt zuerst auf den Grill. Hier stört es nicht, wenn es etwas länger drauf bleibt. Auch könnte es einfacher zwischendurch entfernt und später wieder aufgewärmt werden.

Gemüse auf den Grill

Der Platz in der Mitte ist für das Fleisch reserviert. Wenn alles gleichzeitig verzehrt werden soll, muss man mit der Reihenfolge des Auflegens ein wenig aufpassen und ein gutes Gespür für die Zeit haben. Man kann aber auch alles gleichzeitig auflegen, dann wird eben nacheinander gegessen. Da hier die Fleischstücke sowieso gleichmäßig aufgeteilt werden sollten, kam alles zugleich auf den Grill.

Fleisch auf dem Grill

Am T-Bone-Steak gab es eine recht stabile Fettschicht, etwa dort, wo das Fleisch zu den gelben Paprika zeigt. Die wurde im Abstand von ca. 3 bis 5 cm eingeschnitten, damit sich das Grillgut nicht zusammenzieht und dann wellt. Bei einem Rumpsteak kann das auch notwendig sein.

Apropos Rumpsteak: Das war vorher mariniert und dementsprechend schnell konnte es umgedreht werden, trotz der leicht gedrosselten Temperatur auf dem Grill.

Rumsteak umgedreht

Auch die Frühlingszwiebel sieht schon gut aus. Das sieht nach einer Kombination der beiden aus.

Rumsteak runter

Das Rumpsteak kam schon recht früh wieder runter vom Grill, das T-Bone-Steak konnte dann auch umgedreht werden. Die unten zu sehenden Bratspuren wurden aber auch nicht verschenkt. Bevor die Frühlingszwiebeln auf das Fleisch kamen, lagen sie noch direkt auf der Stelle, lösten die geschmackvollen Reste ab und wurden dadurch zusätzlich aromatisiert.

Rumsteak angerichtet

Nachdem das Rumpsteak einen Moment geruht hat, wurde angerichtet. Sieht doch lecker aus und so schön bunt.

T-Bone-Steak und Paprika

Der frei werdende Platz auf dem Grill wurde mit Paprika aufgefüllt. Aber lange braucht das T-Bone auch nicht. Auch dieses wurde der menschlichen Energieversorgung zugeführt.

Nur für’s Protokoll sei noch der Anschnitt dokumentiert. Bild 1 – Das Rumpsteak

irgendwo zwischen rosa und blutig

Bild 2 – Das T-Bone-Steak

T-Bone-Steak Anschnitt

Der herum fließende Saft bezeugt die Saftigkeit.

Kleine Anekdote am Rande: Das Verkosten des T-Bone-Steaks brachte eine irgendwie besondere, ungewohnte Geschmacksnote zum Vorschein. Es schmeckte intensiv, aber irgendwie anders. Bis dem Grillmeister auffiel, dass noch gar kein Salz auf dem Fleisch war. Danach hatte es wieder den erwarteten, guten Geschmack. Aber ohne Salz, dass sollte man bei guten Fleischstücken wirklich mal probieren.

Meine 7-Tage-Fischstäbchen

Zur Zeit gibt es Rezepte nur ohne Bilder, und das hat Gründe. Während bei der Entenbrust neulich einfach kein Apparat zur Hand war, gibt es hier andere Ursachen, die später einleuchten. Immerhin ist die Zubereitung etwas aufwendiger und erstreckt sich über mehrere Tage. Ob es immer genau 7 Tage sind, hängt u.a. vom Fischhändler Eures Vertrauens ab. Diese Bemerkung aber nur so nebenbei.

(Tag 1) Zum Wassertierdealer führt der erste Weg, um den Fisch zu bestellen. Der ist meist nicht vorrätig (in frischer Form, und nur so werden die Fischstäbchen nachher richtig gut). Man bestellt so viel Loup de mer (Seewolf) wie es das Portmonee her gibt bzw. soviel, wie gegessen werden soll. Der Fisch kommt filettiert in den Laden und das ist auch gut so.

(Tag 2) Ciabatta ist eine italienische Brotspezialität mit ganz besonderen Eigenschaften. Die feste Kruste und das grobporige Innere seien beispielhaft erwähnt. Da man hierzulande kaum echtes Ciabatta bekommt, meist nur irgendwelche nachgemachte Industrieware, bleibt einem nichts anderes übrig, als es selber herzustellen.

(Tag 3) Das Baguette wiederum kommt aus Frankreich und das echte hat mit dem, was hierzulande – ebenfalls meist industriell hergestellt – angeboten wird. Hier im Gericht wird natürlich das echte „Baguette de tradition française“ gebraucht, was heißt, dass man selber ran muss, um es herzustellen.

(Tag 4) Meist backt man ja nicht nur ein Baguette oder ein Ciabatta. Für das Gericht wird aber nur je eins genutzt, die anderen stehen dann zum persönlichen Genuss zur Verfügung. Geeignete Küchengeräte vorausgesetzt, gilt es nun, diese beiden Brote zu trocknen. Das geht am besten scheibenweise, wobei sich die Dicke der Scheiben an die Größe der Poren anpassen sollte. Idealerweise und damit eine möglichst gute Durchtrocknung erreicht wird, sollten die Scheiben so dünn sein, dass die Bläschen im Teig jeweils eine Öffnung nach draußen haben, die Scheiben aber noch von alleine ihre Form behalten.

(Tag 5) Heute wird es gefährlich, es könnte sogar Blut fließen. Oder die Küche könnte bleibenden Schaden erhalten. Je nach dem, für welche Variante der weiteren Verarbeitung man sich entscheidet. Plan a) ist, die Brotscheiben mittels einer mittleren Reibe in den Zustand „Brösel“ zu überführen. Dabei bleibt die Küche sauberer, aber wenn man mit den Fingern zu dicht an die Reibe kommt, fließt Blut. Plan b) ist einer echten Hackfleischzubereitung von Vincent Klink nachempfunden, wobei das mit Fleisch wirklich besser geht als mit trockenen Brotscheiben. Die werden auf eine geeignete Hackunterlage gelegt und dann wechselseitig mit zwei Chef-, Santoku– oder Kochmessern (oder so was in der Art), die je eine Hand des Koches zieren, bearbeitet. Fleisch pflegt dabei auf der Unterlage zu bleiben, Trockenbrot fliegt gern durch die Küche, was man durch geeignete Maßnahmen aber durchaus verhindern kann. Die fertigen Brösel werden nicht allzu dick auf einem Backblech verteilt, damit sie noch etwas nachtrocknen können.

(Tag 6) Es ist Zeit, den Fisch vom Händler zu holen. Bei der Gelegenheit sollte man sich auch gleich noch ein Paket Wachteleier und ein Fläschchen Arganöl besorgen. Den Rest hat man ja im Haus…

(Tag 7) Nun kommt zusammen, was zusammen gehört. Etwa eine halbe Stunde bevor die eigentliche Zubereitung los gehen soll, kommt der Fisch der besseren Schneidfähigkeiten wegen in den Tiefkühler, um leicht anzufrieren. Geputzt sollte er natürlich sein. Die Wachteleier werden in einen Teller aufgeschlagen und gut verquirlt. In einem Mörser zerstößeln wir eine Mischung aus grünem Indischen Pfeffer, Szechuan Zitronen-Pfeffer und Weißem Perlenpfeffer. Dazu kommt auch gleich eine gute Prise Andensalz, dem Fleur de Sel der Inkas. Mit dieser Mischung würzen wir das Wachtelei, rühren alles so kräftig durch, dass es fast ein wenig schaumig wird. Nun kommen die Fischfilets aus dem Tiefkühler und werden in fischstäbchenähnliche Stücke zerteilt. Jetzt geben wir noch die Brotbrösel direkt in die Ei-Salz-Pfeffer-Mischung, heben sie gut unter und ummanteln damit die Fischstäbchen. In einer tiefen Pfanne erhitzen wir eine Mischung aus marokkanischem Olivenöl und Arganöl, in dem wir dann die Fischstäbchen knusprig ausbacken.

Wer mag, kann jetzt noch aus einer seltenen Kartoffelsorte (zum Beispiel Vitelotte) in edlen Ölen ein paar geschnitzte Stäbchen frittieren und aus kaltgepresstem Rapsöl, polnischen Salzgurken, grünben Kräutern und ein paar der schon erwähnten Wachteleier eine Remoulade zusammenrühren. Das überlasse ich mal der Phantasie des Lesers, vor allem, wenn ihm meine Phantasiererei bis hierhin gefallen hat. 😉 Übrigens: Die profane Methode gibt es hier.

Einfach mal Tomatensalat

Draußen Sonnenschein, drinnen ein paar Cocktailtomaten, die mal langsam weg müssen. Was kann man daraus nur machen?

Klein schneiden geht immer. Also wird das auch in Form einer Achtlung getan.

Wenn ihr Euch jetzt fragt, warum ich die Tomaten in eine Auflaufform gegeben habe, so kann ich nur antworten: Weiß nicht. Ich könnte mir aber prinzipiell vorstellen, dass, wenn man das mit dem fertigen Salat macht und ggf. noch etwas Tomatensaft dazu gibt, das in Verbindung mit etwas Pasta auch eine leckere Tomatensoße werden würde, wenn man es in der Auflaufform aufbäckt.

Aber zurück zum Rezept. Hier wird jetzt eine Schalotte gewürfelt und darüber gestreut.

Eine kleine Zwiebel tut es auch. Nun kommt etwas Würze dazu: Salz, Pfeffer und eine Spur Zucker.

Für den weiteren Wohlgeschmack folgen Crema di Balsamico, Balsamicoessig und gutes Olivenöl.

Wer, wie ich, den gewürfelten Mozzarella (vor dem Schneiden eine halbe Stunde in den Tiefkühler!) am Anfang vergessen hat, unter die Tomaten zu mischen, legt ihn jetzt mit oben drauf. Dazu kommt auch noch etwas Basilikum.

Hat man einen guten, echten Büffelmozzarella, sollte man auf den nächsten Schritt verzichten, ihn aber wirklich erst zuletzt drüber streuen. Angeblich verträgt er die Anwesenheit von Essig nicht so. Kuhmilchmozzarella oder, wie im aktuellen Fall, die entsprechende Light-Variante bekommt im Zweifelsfall erst durch den Essig seinen Geschmack. Also wird alles durchmischt.

Guten Appetit.

In der Tomatenzeit ist dieses Gericht ein Hochgenuss, im Moment ist es beim Erwischen der richtigen Tomatensorte anständig. Ob daraus auch ein annehmbares Sugo wird, wenn man es einfach so in der Auflauffform in den Ofen gibt, bleibt eine Aufgabe für ein Experiment. Zum Schluss sollte es aber gut durchgerührt werden.