Neues, leckeres, ungewöhnliches

Als ich neulich mal an einer kleinen Brotstange knusperte, hatte ich so eine kleine kulinarische Idee, aber vielleicht gibt es das ja schon?

Beim Wochenendeinkauf entdeckte ich eine interessant gefüllte neue – zumindest mir – Schokolade. Nach Traube-Nuss, Kornflakes und Taccos als Füllung, stand auf dieser Verpackung „Salzbrezel“.

Schokolade mit Salzbrezeln

Das Bild zeigt, dass da eher kleine Nuggets drin sind, so etwa in Erdnussform, die aber aus dem Material zu bestehen scheinen, aus dem auch Salzbrezeln bestehen. Inklusive dem sie umhüllenden Salz. Und ich muss sagen: So schlecht schmeckt diese Schokovariante nicht mal. Aber ich mag ja auch das Bretonische Karamell (das ist auch mit einer Spur Salz) sehr gern.

Nun fehlt nur noch jemand, der meine Idee der letzten Woche entweder verwirklichlicht oder mich darauf aufmerksam macht, wo es das schon gibt: Grissini mit Rosmarin, die in geeignete Schokolade getaucht sind. Das müsste doch lecker sein.

Inkaschorle im Sonnenuntergang

Was die Zubereitung von Speisen und Getränken betrifft, bin ich ja relativ schmerzfrei und probiere auch gern mal ungewöhnliches aus. Hier im Blog liegt der Schwerpunkt zwar auf Essbarem, aber auch Getränke haben meine Küche bereits verlassen. Nachbauten, Eigenentwicklungen oder auch Fremdanregungen lassen sich bereits nachvollziehen.

Nicht weiter dokumentiert war eine Schorle von Eistee, der einen Matetee als Grundlage hatte. Der Neubrandenburger Bloggerstammtisch musste kosten. Da ich nicht wusste, wie das hier nachgebaute Original schmeckt, verlor mein Getränk natürlich den Vergleichstest, hatte ich mit Süßung doch sehr gespart. Durch einen Twitterbeitrag wurde ich mal zu einer Porreelimonade angeregt. Auch in Pseudo-In-Getränk auf Basis von Crema Di Balsamico hat es mal gegeben, zumindest im Blog undokumentiert.

Aber nicht nur ich bin augenscheinlich kreativ, auch die Getränke abfüllende Industrie tut einiges für ihren Umsatz. Das geht auf hohem Niveau, aber auch der eine oder andere Discounter wartet mit Überraschungen auf. So eine entdeckte ich unlängst:

Und falls ihr es nicht glauben wollt, hole ich das wichtige mal etwas dichter:

Liebe Schokofreunde! Seid beruhigt! Keine einzige Kakaobohne wurde für dieses „Getränk“ missbraucht, die Zutatenliste weist nichts dergleichen auf. Entsprechend fällt auch der Geschmackstest des gut gekühlten Getränkes aus. Aber was habe ich auch von gefärbtem Mineralwasser mit Süßstoffen und Aroma zu erwartet?!

Name einerseits, Inhalt andererseits

Sommer, Sonne, Sonnenbrand,
eisgekühltes in der Hand.

Die Griechen, zur Zeit eher mit ihrer Wirtschaft und ihren Geldsorgen in den Medien, zeichnen auch für eine Reihe kulinarischer Genüsse verantwortlich. Dazu gehört unter anderem der Frappé, eine eisgekühlte Kaffeespezialität, unter derem Namen die Nahrungsmittelindustrie diverse Getränke anbietet, die das Schicksal mit dem Cappuccino teile: Was als Pulver oder fertig gemischt verkauft wird, hat mit dem ursprünglichen Namensgeber nichts gemein.

Was allerdings nicht heißen soll, dass die Getränke von vornherein schlecht sind. Das abgebildete Triumvirat verspricht zum einen wegen der Marke, zum anderen wegen der Zutatenlisten durchaus genussvolles zu leisten. Damit der Schaum nach dem Schütteln auch stehen bleibt und das ganze Getränk einen cremigen Touch bekommt, beenden Pektin und Carrageen die erfreulich kurzen Listen.

Die Variante „Schweizer Schokolade mit 72% Cacao“ im 7%igen Gesamtschokoanteil schmeckt auch ohne weitere Aromastoffe (außer Zucker) schokoladig. Nur noch Milch steht weiter als Hauptbestandteil auf der Zutatenliste, die, unterstellt man ihre Korrektheit, damit vorbildlich ist.

Wenn man heutzutage einen Vanille-Pudding oder eine Vanille-Milch oder dergleichen kauft, ist Vanille meist höchstens marginal enthalten und durch Vanillin oder andere Aromen ersetzt. Nicht so beim Milchmischgetränk mit Bourbon-Vanille-Zubereitung, die aus Bourbon-Vanille-Extrakt, Vanillepulver und etwas Beta-Carotin (Provitamin A) besteht. Nur noch Milch, Zucker und die o. g. Verdickungsmittel scheinen weitere Bestandteile zu sein, was sich dann auch in einem ungewohnt leckerem Vanillegeschmack ausdrückt.

Aus der Reihe fällt die Variante Erdbeere-Zitrone, wurde hier doch mit Aromastoffen nachgeholfen, was sich auch sofort auf das Geschmackserlebnis auswirkt (natürlich negativ). Wer außerhalb der Saison frische Erdbeeren zu sich nahm, kann vermutlich nachvollziehen, warum hier extern nachgeholfen wurde; die Kunst hätte hier aber vermutlich im Weglassen bestanden: entweder der Aromastoffe oder gleich der ganzen Sorte.

Es lohnt also immer, die Zutatenliste zu suchen und zu lesen. In der Kürze liegt auch hier die Würze. Und wenn Worte bzw. Wortbestandteile wie Aroma (auch wenn „natürlich“ davor steht, das hat nichts zu sagen), Hefeextrakt, Glutamat, Würze, u.a. nicht drauf stehen, dann kann man beherzt zugreifen.