Mal ein Nudel-Einpfann

In verschiedensten Kochblogs geistert immer mal wieder die Idee herum, dass man Nudeln vor der Verwendung zum Beispiel für ein leckeres Pastagericht oder eine Nudelpfanne nicht unbedingt vorkochen muss. Wichtig ist nur, dass das Rezept und der Garweg es zulassen, dass die Teigware trotzdem richtig gart. Also sollte die Kochzeit ab der Hineingabe der Pasta noch etwa ihrer Garzeit entsprechen und es sollte nicht zu trocken in Topf oder Pfanne sein.

Fangen wir also mal einfach an.

Speck und Möhre in Pfanne

Zuerst habe ich etwas Speck in der Pfanne ausgelassen und in dem austretenden Fett die Möhrenschnitze sanft angebraten. Wer möchte, kann auch gern Joulienne schneiden. Wichtig ist nur, dass die Stifte nicht zu lang sind (wie ich am Ende feststellte), es wird ein Löffelgericht, und so sollten sich die Gemüseteile auch auf einem Löffel halten.

Zuckerschoten dazu

Auch die Zuckerschoten habe ich in löffelfähige Größen zerteilt. Wobei mal ganz grundsätzlich zu erwähnen wäre, dass die Auswahl der Gemüse eher zufällig oder genauer gesagt nach Kühlschrankinhalt erfolgte. Der Varianz ist also keine Grenze gesetzt, aber die Gemüse, die am langsamsten Garen (hier die Möhren) kommen als erstes in die Pfanne (und/oder werden am kleinsten geschnitten).

ein geviertelter Chicorée kommt dazu

Den Chicorée habe ich geviertelt und auch leicht mit angebraten. Im Nachhinein wäre eine zusätzliche Halbierung der Länge nach durchaus sinnvoll gewesen. Löffelfähig eben.

Nudeln dazu

Ja genau, das sind trockene Spirellis. Die müssen nicht angebraten oder vergleichbares werden, also kommt auch gleich noch ein schöner Schuss Brühe dazu.

Mit Brühe ablöschen

Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Ein bisschen verkocht noch, ein bisschen wird durch die Nudeln aufgenommen. Und ein bisschen soll auch noch in der Pfanne bleiben.

Danach wird alles nochmal gut durchgeschwenkt und dann bedeckelt.

Deckel drauf

Die Nudeln brauchen etwa 8 Minuten; ab und an macht es sich ganz gut, alles durchzuschwenken oder schnell mal durchzurühren. Wichtig ist nur, dass der Deckel drauf bleibt, damit die heraus schauenden Spirellis im Dampf garen. Sozusagen.

Fast fertig

Wenn die Pasta den nötigen Gargrad erreicht hat, ist das Essen auch schon fertig. Je nach persönlichem Vorlieben wird noch abgeschmeckt und die Flüssigkeit evtl. etwas gebunden. Ich habe mich für eine Parmesangabe entschieden.

Parmesan drüber

Das ganze kann man natürlich direkt aus der Pfanne essen, oder man füllt es noch in einen Suppenteller um. Dann kommt der Parmesan natürlich erst drüber, wenn das Essen auf dem Teller ist. Oder es kommt dann nochmal Parmesan drüber. 😉

Gemüse noch etwas mitgeben

Wer kennt es nicht: Erbsen und Möhren als Beilage? Oder zum „Überfüllen“ in einer Mehlschwitze? Aber man kann auch hier immer mal was anderes ausprobieren. Schnitt, Garung, Darreichung – es gibt viele Varianten.

Gemüse neben einer Pfanne

Die Möhren wurden in Julienne geschnitten, bei den Schoten wurde der Versuch auch gemacht, wenn auch mit leicht abweichendem Ergebnis. Aber das nur einfach in die Pfanne werfen? Nein. Da muss erst noch etwas Geschmack in die Pfanne.

Rib-Eye-Steak unter einem Spritzschutz

Noch unter dem Spitzschutz versteckt ein Stück Fleisch. Das lag vor der Verbringung in die Pfanne schon im Heißluftofen bei ca. 80°C eine knappe halbe Stunde. Danach wurde es mit Öl bestrichen und in die sehr heiße Pfanne getan. Deswegen auch der Spritzschutz.

Rib-Eye-Steak ohne Spritzschutz

Ohne sieht es etwa so aus. Große Hitze in der Pfanne heißt genaues aufpassen und ein Umdrehen im richtigen Moment. Wie jedes gute Fleischstück wird nur einmal gewendet.

Rib-Eye-Steak umgedreht

Man darf natürlich vorher vorsichtig untergucken, ob schon der richtige Bräunungsgrad erreicht ist. Die Bratspuren, die sich in der Pfanne gebildet haben, sind das wichtigste. Die wollen wir haben. Nachdem auch die andere Seite des Steaks seinen Geschmack an die Pfanne abgegeben hat, ohne selber verbrannt zu sein, kommt es raus und das Gemüse rein in die Pfanne, unter der die Hitze dann aber reduziert wird.

Bratensatz lösen mit Butter und Gemüse

Anfangs werden aber die Bratspuren mit etwas Butter vom Boden gelöse und in der so aromatisierten Butter die Gemüse geschwenkt. Salz, Pfeffer, Zucker, Cayenne-Pfeffer, Muskat, ein paar Tropfen eines hellen Essigs und anderes geben allem noch mehr Aroma. Natürlich auch der Saft, der sich auf dem Teller unter dem Fleisch gebildet hat.

Gemüse in der Pfanne garen

Das Gemüse wird so lange in der Pfanne geschwenkt, bis es den gewünschten Gargrad erreicht hat. Die Möhren sollten schon etwas flexibler, aber noch nicht matschig werden. Dann kann auch schon angerichtet werden.

Erbsen-Möhren-Gemüse an Steak

So kann man das Gemüse zu einem warmen Salat oder etwas ähnlichem machen. Das Fleisch kann man auch mitservieren, entweder im Stück oder auch in Tranchen. Es ist nicht so wie bei Fleisch, dass für einen Fond benutzt und dadurch völlig ausgelaugt wurde, es hat durchaus noch Geschmack, vor allem, wenn es mit Salz und Pfeffer behandelt wurde. 😉 Guten Appetit.

P.S.: Noch ein kleiner Trick, wie man die Möhrenjulienne so schon hinbekommt. Ein Sparschäler ist nicht nur gut zum Schälen und Parmesan hobeln, man kann auch Möhren in hauchdünne Scheiben schneiden, die dann nur noch – ganz normal – mit dem Messer in feine Stifte geschnitten werden müssen.

Hurz!

Passend zur Jahreszeit – in Kürze ist ja Ostern – gab es Lamm. Was in dem Zusammenhang natürlich auch an das titelgebende „Lamm, auf der grünen Wiese“ eines gewissen Hans-Peter Kerkeling verweist. Es gilt also, irgendwie das Bild zu rekonstruieren.

Bunt muss es sein (Ostern) und eine grüne Wiese soll es geben (HPK). Und Lamm auch. Auch wenn es vielleicht noch kein Osterlamm ist. Vielleicht hilft uns ja der gute alte Goethe, der an tiefgekühlte Lammbeinscheiben (Chops) dachte, als er – wann auch immer – die Worte aufs Papier warf: „Vorm Eise befreit …“

Scheiben einer rohen Kartoffel werden in Rapsöl in einer Pfanne mit Deckel angebraten. Sind hier erste Bratspuren zu bemerken, kommt der Deckel runter und dafür Scheiben von Süßkartoffel (ebenfalls roh) mit hinzu, die ebenfalls angebraten werden. Salz, Pfeffer und kurz, bevor die Kartoffelscheiben gar sind, auch die Würfel einer roten Zwiebel dazu. In einer zweiten Pfanne werden Zuckerschoten mit etwas Salz und Pfeffer erwärmt.

Bunte Pfanne

Zum fertig Garen kommen die Schoten mit in die Kartoffelpfanne, die nur noch warm gehalten wird. In der anderen Pfanne braten die Lammchops, die man in etwa wie gleich große Steaks zubereitet.

Lammchops braten

Das geht recht fix, so dass dann auch schon angerichtet werden kann.

Lamm auf grüner Wiese mit bunten Eiern ... ähm ... Kartoffeln

Und schon haben wir das Lamm auf der grünen Wiese mit den bunten Eiern … ähm … Kartoffeln. Hurz! Oder auch: Guten Appetit.

Katerfrühstück

Wobei man über den Begriff „Frühstück“ auch mal philosophieren kann. Was ist Frühstück, bzw. woran macht man es fest, welche Mahlzeit man Frühstück nennt. Ich sehe da mindestens 3 Kriterien:

  • erste Mahlzeit nach dem Erwachen und Aufstehen
  • Mahlzeit, die man zwischen 6 und 10 Uhr einnimmt
  • Mahlzeit mit Frühstücks-typischen Zutaten (Brötchen, Flakes, Marmelade, Honig, …)

Wobei es Leute geben soll, bei denen alle drei Kriterien auf das Frühstück zutreffen … Leute gibt’s. 😉

Wichtig bei einem Katerfrühstück ist sicher auch eine einfache, konzentrationsirrelevante Zubereitung ohne viel Vorbereitung, aber die Lebensgeister soll es trotzdem wecken. Bereits vor einigen Tagen hatte ich ein vakuumiertes Rib-Eye-Steak käuflich erworben, dass ich im Kühlschrank auf der Platte über dem Gemüsefach lagerte. Das müsste der kälteste Ort im Kühlschrank sein. Im Gemüsefach lagerten einige Zuckererbsenschoten.

Noch etwas frühblind tabberte ich in die Küche, befreite das Fleisch aus seiner Umhüllung, verbrachte es in den kalten Heißluftofen aufs Rost. Einmal die Konzentration gesammelt: 80°C, 30 Minuten, automatische Ausschaltung, fertig. Sowas nennt man wohl umgekehrte Steakzubereitung, irgendwo hier im Blog hatte ich das schonmal beschrieben. Der Vorteil dieser Behandlung: Auch wenn das Fleisch im sich langsam auskühlenden Ofen verbleibt, es verändert sich nicht mehr, ist praktisch gar und braucht nur noch Geschmack und Kruste. Ob man also zum weiteren wachwerden diese 30 Minuten braucht oder 45 oder 60 ist eigentlich egal, wenn sich der Ofen wirklich abgeschaltet hat.

Der Rest geht eigentlich recht schnell. Wobei man sich bei einem Punkt durchaus etwas Zeit lassen sollte: Pfanne vorheizen. Die kann eigentlich nicht heiß genug sein. Während sie aufheizt, wird das Fleisch etwas mit Öl bepinselt. Ist die Pfanne heiß, heißt es nochmal, die Konzentration zusammen zu nehmen: Fleisch hinein, auf der einen Seite gut bräunen lassen, Fleisch einmal umdrehen, die andere Seite auch bräunen lassen und ab auf den idealerweise warmen Teller (kann man anfangs gleich mit in den Ofen stellen.

Kurz, bevor man das Fleisch aus der Pfanne nimmt, kann dort die Hitze schon reduziert werden. Der Fleischsatz in der Pfanne wird mit etwas Butter abgelöst, in die dann auch noch die Schoten geworfen und mehrfach gut durchgeschwenkt werden. Salzen, pfeffern, anrichten, fertig.

Rib-Eye-Steak an Zuckerschoten

Wobei sich das Pfeffern und Salzen natürlich auf die Schoten (noch in der Pfanne beim Durchschwenken) und das Fleisch bezieht. Sich bildender Fleischsaft kann gern noch auf die Schoten in der Pfanne gegeben und etwas reduziert werden.

Rosa und saftig

Dazu gibt es als Dessert noch ein halbes Glas Salz-Dill-Gurken und das neue Jahr kann starten. 😉 Prost Neujahr.