Endlich!

Ein Seufzer der Erleichterung – zumindest tief innerlich – ging durch mich hindurch, als mich gestern Vattern telefonisch aus einer Tiefschlafphase riss (und das auf zwei Wegen – es bestand der Verdacht der Dringlichkeit). Die wichtigweckende Information war dann, dass er für heute einen Tisch in einer Gaststätte reserviert hatte. Und so verabredeten wir uns zur gemeinsamen Hinfahrt und dem lange vermissten sonntäglichen Essen in aller Öffentlichkeit.

Die Damen des Service empfingen uns mit Plexiglasvisieren, die Tische standen (mal ganz grundsätzlich) angenehm weit auseinander. Wir – natürlich stoffbemasket – wurden zu unserem geleitet und durften dann die untere Gesichtshälfte befreien, nicht ohne den Hinweis, beim Verlassen des Tisches, und sei es auch nur für einen Toilettengang, Mund und Nase wieder zu verhüllen. Es gab die – gefühlt etwas abgespeckte, aber auch einlaminierte und damit abwaschbare – Karte auf einer Doppelseite. Wäre die Menükarte noch etwas bunter gewesen, erinnerte sie ein wenig an Kinderkarten, die ich anderswo schon bemerkt hatte. Nur die Gerichte hatten Erwachsenen-Niveau.

Da ich meinen Ernährungsregeln im Moment sowieso etwas untreu bin, gab es Hamburger Schnitzel mit Pommes und Erbsen. Der kalte Pommes-Entzug brach sich bahn. Beim Essen bemerkte ich dann aber doch, dass ich eigentlich doch nicht so weit weg von den Essensrichtlinien war: Das bisschen Grünzeug links zähle ich mal nicht mit, aber es waren doch sehr viele Erbsen auf dem Teller, die gesamte Fläche unter dem Schnitzel war auch noch voll davon. Und am oberen Bildrand sieht man, dass ich doch Wasser dazu betrunken habe. Die Kartoffelstäbchen waren zweimal mit Abstand gegart, was sie an sich durchaus akzeptabel machte; dabei durfte man dann aber durch die rosarote Brille das viele wertlose Fett, dass ihnen anhaftete, nicht sehen. Na, und die Panierung vom Schnitzel … Kein Kommentar. Aber das Essen war als erstes Restaurantessen seit langem mal nicht für die Gesundheit, sondern für die Seele. Und dabei störte dann auch nicht, dass eigentlich alles, was erwärmt auf dem Teller lag, eigentlich Convenience war, bis auf das Ei. Das Schnitzel war vorpaniert, die Erbsen TK, die Pommes genauso und die Hollandaise aus dem Eimer. Da reißt es die Sache auch nicht heraus, dass die drei (eins lag noch unter der Gurkenscheibe) Kürbisstücke (süßsauer) vermutlich selbst eingelegt waren.

Nächsten Sonntag gibt es dann Essen mit zu erwartendem höheren Selbstmachanteil des Kochs. Die Seele ist heute zufrieden, der Kopf nicht ganz. Und der Bauch wölbt sich. Ich muss wirklich mal langsam aus dem HomeOffice raus. Mir fehlt die (aufgezwungende) Tagesstruktur, an der sich die Essstruktur anschmiegen kann. Aber vor in 4 Wochen wird das nix. HomeOffice ist zwar vermutlich am 18. zu Ende, aber dann gehe ich in die länger geplanten HomeHolidays über …

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.