Gekochtes Hackfleisch im Vergleichstest

Nachdem im Subnetmask-Blog Hackfleisch in der heimischen Küche selbst eingeweckt wurde, ergriff ich mein Portmonee und versuchte, das Thema von der anderen Seite aufzurollen: Gekochtes und eingemachtes Hackfleisch gibt es auch im Supermarkt. Das Teste ich mal im Vergleich dagegen. Dazu bedarf es allerdings einer wichtigen Vorbemerkung: Ich mag eigentlich kein Hackfleisch.

Wobei diese Aussage in ihrer umfassenden Verallgemeinerung natürlich nicht stimmt. Es gibt bestimmte Formen von Hackfleisch, die ich ganz gern esse, aber viele eben nicht. Und es ist kein System darin. Mit einem schönen frischen Mett- bzw. Hackbrötchen kann man mich schon hinter dem Ofen vorlocken, und auch Königsberger Klobse esse ich ganz gern. In dem Zusammenhang muss ich zugeben (Und ich bin nicht stolz darauf!), dass ich schon mal eine Dose Königsberger kalt mit Genuss verzehrt habe … Die gebratene Form als Frikadelle oder Bulette ist dann aber wieder nicht so mein Ding, genau wie Hackbraten, außer, er ist recht klein, mit Weißkohlblättern umwickelt und nennt sich Kohlroulade. Dann esse ich ihn wieder gern.

Und wer jetzt denkt, dass die Grenze “mag ich” und “mag ich nicht” zwischen rohem/gekochtem und gebratenem Hack liegt, der sei enttäuscht. Meine Mutter selig briet den länglichen Klops in der Kohlroulade auch immer etwas an. Andererseits ist das Hack in Dose, Glas und Plastik auch eher gekocht als gebraten und die mag ich wieder nicht so.

Tag 1

Fangen wir beim Test mit dem plastikummantelten Hackfleisch an. Diese Version habe ich erst kürzlich erstmalig entdeckt und gleich mal mitgenommen. In den Plasteschälchen gibts auch Tee- oder Leberwurst und das Hack kommt von der gleichen Firma.

Gekochtes Hackfleisch in Aspik und PlastikDer große Vorteil der Schale: Sie lässt sich stürzen und dann liegt der Klops auf dem Brett.

Gekochtes Hackfleisch in AspikDas Gelee drumrum sieht etwas blass aus, bei den Produkten, die ich bisher aus dem Glas hatte (wir kommen weiter unten noch darauf), hatte es etwas mehr Farbe. Und was am Aussehen fehlte, fehlte auch am Geschmack. Für mich ist das Zeuch meist noch das beste am ganzen Produkt.

Gekochtes Hackfleisch in Aspik - AnschnittEin leichter Rosaton liegt über dem Fleisch, der Fettanteil ist gut zu erkennen. Ein positives neben der leichten Entnehmbarkeit hat dieses Produkt noch: Die meisten anderen hatten ein sehr ähnliches Aroma drin, von dem ich leider nicht weiß, wo es her kommt, dass aber für mich das Hauptargument fürs geschmackliche Nichtgefallen ist. Dieses Aroma fehlte hier. Das schien aber auch zum Grundkonzept in jeder Richtung zu gehören: Das Produkt schmeckte nach wenig. Im Biss war es angenehm fest, im Mundgefühl erwartet strukturiert. Schauen wir mal, was die nächsten Tage bringen.

Tag 2

Es ist Kümmel. Vermutlich ist es Kümmel. Oder Kümmel hat seinen Anteil an dem Aroma, dass ich bei gewecktem Hackfleisch nicht mag. Aber fangen wir am Anfang an.

Heute gibts Hackfleisch aus dem Glas. Das war an der Öffnung leider enger als im Körper, so dass eine Befreiung wie gestern nicht möglich gewesen ist. Gibts das Fleisch also in Tranchen.

Gekochtes Hackfleisch, pikant, im GlasDer obere Teil sieht eher grau aus, was aber relativ normal zu sein scheint. Das innere schimmerte dann auch rosa.

Ein Stück gekochtes Hackfleisch, pikant, im GlasImmerhin ist es nicht übertrieben rosa, es könnte also allein durch den perfekten Garpunkt zu dieser Farbe gekommen sein. Immerhin: Die Zutatenliste umfasst 3 Punkte. Das spricht für das Produkt. Hackfleisch, Salz, Gewürze. Letzteres ist zwar ein Sammelbegriff, aber auch der hat Grenzen, wenn er richtig angewendet wurde. Keine Pökelsalze, keine Farbstoffe, … Respekt. Die Anhaltinger Firma scheint es drauf zu haben.

Gegartes HackepeterDie Konsistenz ist etwas weicher als beim vorherigen Produkt, dafür schmeckte es nach mehr. Der sichtbare Kümmel wird seinen Anteil daran haben, aber leider ist das vermutlich genau das Aroma, dass ich an diesen Produkten nicht mag. Vermutlich ist auch noch etwas Paprika dabei.

Das AspikDas Aspik hat einen leicht orangenen Schimmer. Und schmeckt ebenfalls würziger. So stelle ich mir das vor, wenn nicht dieses Fehlaroma im Fleisch wäre. Fehlaroma im Sinne von: Aroma, dass ich nicht mag.

Morgen gibt es wieder was aus dem Glas. Da esse ich aber mindestens zwei Tage dran. Da ist dann aber noch mehr Aspik dabei. Mmmmhhhh.

Tag 3

Ein Tag, der von einigen Überraschungen geprägt war. Durchaus auch positiven. Nach dem Deckelploppen schaute ich in viel Aspik und wenig Fleisch.

Gegartes Schweinefleisch in AspikDass ich im Allgemeinen das Aspik lieber mag als das Fleisch, hatte ich schon erwähnt? Schön war auch, dass wenig Fett oben drauf rumschwamm. Das Glas war eigentlich so aufgebaut, dass man mit etwas gutem Willen vermutlich auch alles am Stück heraus bekommen hätte, ein wenig Hitze hätte vermutlich geholfen. Da es aber das größte Glas im Vergleich war, habe ich die entsprechenden Versuche unterlassen, war doch abzusehen, dass ich nicht alles mit einmal vertilgen würde.

Gegartes Schweinefleisch in AspikDer Inhalt kam grobfaseriger daher, war es ja auch schon laut Etikettenaufdruck kein Hackfleisch. Leicht rosa sah es auch aus. Und über die Zutatenliste möchte ich nicht nachdenken, es wahr wohl die längste der drei Produkte.

So naturalistisch wie gestern gehts eben nicht immer. Drei Zutaten … Ha! Auch wenn eine Sammelzutat “Gewürze” dabei war. Bei Einhaltung geltender Regularien darf man sich sicher sein, was alles nicht drin ist.

Bei diesem Glas war eine bunte Mischung der üblichen Verdächtigen enthalten. Ich muss aber auch zugeben, dass es das geschmacklich beste Produkt dieser kleinen Testreihe war. Sollte ich mich erinnern, wo ich es her hatte und sollte es dort nicht nur Angebotsware gewesen sein, könnte ich mir vorstellen, das wirklich nochmal zu kaufen. Vermutlich auch wegen der fleischähnlicherem Konsistenz, weil: Hackfleisch war es nicht wirklich. Und die “komische” Würzung, wo ich ja jetzt den Kümmel als Hauptverdächtigen ausgemacht habe, war auch nicht dominant. Haben die ganzen Inkredenzien aus der Industrieküche also doch ihr gutes. Immerhin stand eine bekannte Würstchenmarke mit auf dem Glas, so ähnlich, wie auch mal auf den Kartons einer bestimmten Staubsaugerbeutelmarke das Logo oder zumindest der Schriftzug eines bekannten Kaffeefilterherstellers stand.

Fazit

Gegartes Hackfleisch in Glas oder Dose (egal, ob Weißbleich oder Plastik) ist nicht mein Ding. Sobald es etwas gröber wird, scheint es interessanter zu werden. Geschmack bekommen die Hersteller wohl beim Hackfleisch nur über die Würzung hinein und dabei verwenden sie Aromen, die ich nicht mag. Ein vor längerer Zeit stattgefundener Selbstversuch brachte hervor, dass auch ohne über Salz und Pfeffer hinausgehende Gewürzbeimengung im Hackfleisch beim Garen im Glas kein Produkt herauskommt, dass mir schmeckt, obwohl es mehr Geschmack auswies als obige Beispiele. So bleibe ich dabei: das einzige gekochte Hackfleisch schmeckt mir als Königsberger Klops. Selbst bei Burgern würde ich ein Steakbrötchen vorziehen. Es geht aber auch nix über ein gutes Mettbrötchen. So behandele ich Hackfleisch genau entgegengesetzt wie bspw. Mais. Während ich bei dem alles verarbeitete recht gern esse außer die kleinen gelben Murmeln selbst, nehme ich beim Hackfleisch lieber nur die Urform ohne Verarbeitung.

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