Resteverwertung – 1. Versuch

Es war einmal ein Risotto-Kochversuch, der so schlecht gar nicht wurde. Aber es blieb was übrig. Nun ist das klassische Risotto eher cremig-schlotzig, während die Konsistenz des Tomatenrisottos doch etwas kompakter war. Im Erkalteten Zustand war es beinahe schnittfest. Mir fällt nur gerade kein passender bildlicher Vergleich ein.

Was tut man nun damit. Paprika füllen war eine der an mich herangetragenen Ideen. Nicht uninteressant, aber im Moment nicht so meins. Ich hatte die Idee, die Masse in Scheiben zu schneiden, ggf. zu formen und dann zu braten. Einfach so. Thomas empfahl noch zur Bindung Ei mit einzukneten, das probiere ich dann morgen mal.

Risotto gebraten

Es ist übrigens gar nicht so einfach, die Scheiben direkt aus der Plastepackung herauszubekommen. Mit ein wenig Geschick und Manipulation gehts.

Risotto in Scheiben

In der Pfanne erwärmte ich etwas Butter recht nachhaltigdrücklich.

Butter schmelzen

In diese Butter kamen dann die Scheiben und das leicht zusammengeknetete Stückchen.

Anbraten

Schwierig ist das Wenden, aber es geht. Die Frage ist nur, wann man das am besten macht.

Gewendet

Die Stückenn sind schon sehr filigran und schwierig zu handhaben. Aber es geht. Am besten sind die am stärksten gebräunten, aber trotzdem nicht angebrannten.

Röstreis

Für die Variante mit Ei habe ich schon einen Kunstnamen im Kopf, hier fällt mir nur Röstrisotto pomodori ein. ;-)

Das Hamburger-Experiment

Hamburger zu grillen setzt sich auch regional immer mehr durch. Es ist ja auch nicht alles schlecht, was über den großen Teich rüber kommt. In der ersten Grillepisode von EiTV habe ich mich ja auch schon mal an einem versucht, der gar nicht so schlecht gelang. Vielleicht hätte ich mir die vorher nochmal ansehen sollen, als ich die Idee zum Experiment hatte.

Hamburger-Versuch

Auf der Grillplatte sehen sie doch noch recht gut aus. Wer aber genau hin sieht und selber schon mal sowas versucht hat, wird aber sehen, dass ein großes Maß Stabilität diesen beiden Klopsen abgeht. Wobei man ihnen aber auch eins nicht nachsagen kann: Trockenheit. Sie sichtbare Feuchtigkeit ist kein Fett, zumindest nicht im wesentlichen, sondern Saft aus den Hackscheiben.

Aber genau da sollte es auch hingehen: Supersaftige Hamburger. Nur fehlte ihnen die Bindung, was bei dem Rezept aber auch kein Wunder ist. Die Grundidee, die ich hier versucht habe, auf Hamburger anzuwenden, kommt von meiner Mutter. Wenn die Buletten brät, kommt in den Fleischteig immer ein ordentlicher Klecks Quark. Wie hoch der Anteil aber ist, weiß ich nicht zu sagen. So habe ich also experimentiert.

300 g bestes Rinderhack habe ich Löffel für Löffel mit immer mehr Quark vermischt, bis eine schöne Teigkonsistenz erreicht war.

Der Teig

Etwas gehackte Zwiebel sowie Salz und Pfeffer würzten die Masse. Dass ich letztendlich zu viel Quark nahm, ist sicher nur ein Fehler bei diesem Rezept. Aber als kleiner Testbratling ließ sich alles noch gut an.

Testbratling

Sehr groß war das Stück nicht, es sollte ja schnell fertig werden und hinterher den Würzeindruck im fertigen Stück überprüfen lassen.

Teststück fertig

Die Würzung war in Ordnung, bei dem Experiment ging es weniger um den Geschmack als um die Machbarkeit. Ich hätte aber schon bei dem kleinen Happs stutzig werden können. Saftig war er, aber auch eher zart in der Konsistenz. Aber zwei Hamburger ließen sich formen, das macht man am besten auf Backpapier.

Hamburger geformt

Das Papier hilft auch, die Stücke auf die Grillplatte zu bekommen.

Grillen

So weit, so gut, aber beim Wenden merkte ich schon, das wird schwierig. Mit Schwung und Beherztheit gelang das aber doch, das Bild danach seht ihr oben. Geschmacklich ging es, ein schöner Klecks Grillsoße brachte den letzten Kick. Aber irgendwie muss da doch noch etwas “Bindemittel” rein. Und weniger Quark. 150 g auf 300 g Hackfleisch waren dann doch zu viel. ;-)

Nachgemacht: Dosengulasch

So ein richtiges Gulasch braucht schon seine Zeit. Dieses war nach gut anderthalb Stunden fertig. Wobei nach einer Stunde schon mal genascht werden konnte. ;-) Die Idee ist nicht von mir, aber die Freundin eines Kochs hat es wohl mal aus ihrer Familie mitgebracht.

Aber das Dosengulasch muss erstmal auf den Herd, natürlich in einen Topf.

Topf auf dem Herd

Da köchelt es schon langsam und leise vor sich hin. Wichtig ist, dass der Deckel geschlossen bleibt, da sonst die Wärme zu schnell entweicht. Aber erfreulich für den neugierigen Blogleser: Der Deckel ist aus Glas, man kann also auch so reingucken.

Dosengulasch

Da sind sie: die Dosen, die wie in einem Gulasch sanft in Hähnchenbrühe (=Leitungswasser) vor sich hinköcheln. Glaubt ihr nicht? Doch:

Dosen im Topf

Begleitet von etwas Küchenkrepp und den abgeweichten Etiketten schwimmen in dem Topf 3 Dosen. Und das seit einer guten Stunde leicht köchelnd. Ich habe mal eine herausgefischt:

Die erste Dose

Da steht sie. Etwas mit kaltem Wasser wurde sie abgeschreckt und ruhen gelassen. Jetzt wird sie mit aller vorsicht geöffnet. Sie könnte noch unter Druck stehen.

Karamell

Gefüllt ist sie mit einer leckeren, wenn auch noch etwas hellen Karamell-Soße. Lässt man die Dosen eine halbe Stunde länger köcheln, wird sie auch noch etwas dunkler.

Dunklere Karamellsoße

Stellt sich nur noch die Frage, was ursprünglich in den Dosen war: gezuckerte Kondensmilch. Die gibt es im Supermarkt Eurer wahl zu kaufen. Hier habe ich die kleinen Dosen genommen. Zur Größenwahrnehmung sei erwähnt, der Topf oben hat keine 20 cm im Durchmesser.

Laut Fernsehkoch™ brauchen die großen Dosen gezuckerte Kondensmilch gute zwei Stunden. Man sollte auch immer mehrere gleichzeitig machen, die Dosen halten in der gekochten Form auch noch eine ganze Weile.   Über ein Eis verteilt, als Brotaufstrich oder wofür man auch immer noch Karamell-Soße braucht: Hier habt ihr eine.

Die Wende wär’ misslungen

Irgendwer hat mir mal erzählt, dass er einen Artikel gelesen hat, dass Menschen einen (psychischen) Schaden haben, wenn sie andauernd ihr Essen fotografieren. So etwas kann man jetzt wichtig nehmen, oder einfach auch ignorieren. Immerhin habe ich heute die Zwischenschritte nicht fotografiert, es war auch etwas experimentell, was da auf den Teller kam. Und am Ende auch nicht das, was ich mir zwischendurch vorstellte.

Stampfkartoffeln mit sauer eingelegtem Brathering sollte es geben. Letzteren hatte ich aber nicht selber gemacht, so legte ich alles in eine neue Variation des Kartoffelgerichts. Erdäpfel wurden gegart, Milch wurde erwärmt und wie gewohnt gewürzt. Butter wurde bereit gehalten. Während es Rezepte gibt, die Butter und Kartoffeln im Verhältnis 1:1 verwenden, versuche ich mal den Ansatz, den Zwiebelanteil zu erhöhen. 2 rote Zwiebeln und 1 Gemüsezwiebel werden in etwas Rapsöl in einer Pfanne angeröstet, sie können ruhig etwas bräunen. Mit Salz sollte und mit einem Hauch Knoblauch kann man hier würzen.

Die gegarten Kartoffeln werden wie Stampfkartoffeln zubereitet, nur mit der Milch ist man etwas sparsamer, der Brei wird fester. Dann werden die geschmorten Zwiebeln unter gemischt. Das ist dann zwar kein Kartoffel-Zwiebel-Verhältnis von 1:1, aber kommt dem schon etwas näher. Was danach nicht mehr so gelang, war die Idee, diese Masse dann noch in einer Pfanne anzubraten. Spätestens das Wenden wäre kritisch geworden. Aber immerhin formte die Pfanne nochmal den Stampf und wärmte ihn. Die aromatischen Bratspuren blieben beim Wendeversuch in der Pfanne und so wurde der Versuch an dieser Stelle abgebrochen.

Ein essbares Ergebnis wurde es trotzdem, durch die Form konnte man auch mal anders dekorieren.

Saurer Hering mit Stampfkartoffel

Schnittlauch und Petersilie ergänzen das Gericht aufs angenehme, allerdings bemerkt man kaum den Unterschied zwischen Bratfisch und Stampf.

Brathering auf Stampf

Hier sieht man es etwas besser, auch den hohen Zwiebelanteil bei den Stampfkartoffeln. Geschmeckt hat es. Und am  gerösteten Kartoffelbrei arbeite ich noch.

Lachsschnittchen – Ein Versuch

Warum muss bei einem Lachsschnittchen eigentlich der Lachs immer auf dem Brot liegen? Weil es andersrum nicht funktioniert. Stimmt. Aber es gibt ja auch nicht nur ein “auf” und “unter”, sondern auch ein “drin”. Also drücken wir das Brot in den Lachs? Nein. Eher anders herum. Drumherum. Und mit Resteverbackung.

Der Blick in den Tiefkühler brachte die Erkenntnis, dass die sich dort befindlichen Lachsstücke und der Hefeteig doch endlich mal verarbeitet werden müssen. Gedacht – getan. Nur wie? Man könnte doch sicher den Teig einfach nur um den Fisch wickeln und alles backen …

Hefeteig

Die beiden Platten des Hefeteigs habe ich nach Vorschrift aufgetaut und aus einer die Kugel geknetet. Ordentlich durchgeknetet. Immer wieder. Die Platte habe ich nur etwas vergrößert – durch Ziehen und Drücken – und dabei aufgepasst, dass nichts an- oder austrocknet.

Salz und Dill haben noch keinem Lachs geschadet. So wird die Platte mit beiden Ingredienzien bestreut und mit dem Lachsstück (leicht ange- aber nicht aufgetaut) belegt.

Dill, Salz und Lachs auf Hefeteig

Dann wird alles aufgerollt und an den Enden zusammengezogen und -gedrückt.

Gefüllte Hefeteigrolle

Beim anderen Teigstück arbeite ich Salz und Dill mit ein und ziehe es nur soweit auseinander, dass ich genau einmal um das Fischstück herum komme. Die Naht knibbel ich gut zu.

Stück 2

Dann kommt alles in den Ofen: Umluft, 180°C, 25-30 Minuten.

Im Ofen

Dann sollte der Teig schön gebräunt sein und der Lachs hoffentlich gar. Das zeigt zur Sicherheit ein Kernthermometer.

Gebacken

Das Aufschneiden bringt den Fisch wieder an den Tag. Lecker und saftig.

Variante 1

Variante 2

Oben Variante 1, unten Variante 2. Ich habe augenscheinlich sehr dezent gewürzt, es könnte etwas intensiver sein. Ein Dipp dazu (oder gleich mit eingewickelt) wären eine sinnvolle Ergänzung. An dem Rezept kann man noch arbeiten. Aber der Anfang war gut. Und man kann die Lachsbrötchen auch direkt aus der Hand essen. Bei der Größe ist die Halbierung aber vorteilhaft.