Der Ort des Schreckens

Andere Koch- und Essblogs haben es vor gemacht, wieder andere werden folgen. Nach all den mehr oder weniger schönen Essensbildern, die sie veröffentlicht haben, kam auch mal eins von der Küche selber, wo all die Leckereien entstanden. So will ich heute auch mal meine Küche enthüllen, was bauartbedingt gar nicht so einfach ist.

Die Zuschauer von EiTV kennen einige Teile auch schon aus den Videos, aber auch dort bildet sich wohl eher ein Mosaik aus Details als wirklich ein Gesamteindruck. Sechs bis sieben Einheiten lang und drei breit macht es nicht einfacher, sie komplett abzubilden. Deswegen habe ich mal zwei Fotos gemacht. Wenn ich eine Möglichkeit gehabt hätte, wäre die Idee nicht schlecht, von außen durch das Küchenfenster zu fotografieren, die Höhe macht es zumindest schwierig.

Somit hätten wir das dann auch erledigt. Und: Ja, da hängt ein leuchtender Eimer an der Decke.

Schade um den Senf

Immer wieder falle ich doch darauf herein, langsam sollte ich es gelernt haben. Viel zu oft denke ich einfach zu gut von den Menschen und so tappe ich immer wieder in den gleichen Fehler. Erfreulich nur, dass der (finanzielle) Schaden bisher überschaubar blieb. Trotzdem ist es mir langsam leid, so viel, wie ich auch Varianten probiert habe, das Ergebnis ist doch immer wieder das selbe.

Die fleischverarbeitende Industrie lockt in der Werbung mit einer neuen Variante eines seiner Produkte. Die “von allen das beste” enthaltenen Würstchen im Glas gibt es jetzt auch neu als “Dicke”, die man gemeinhin auch als Bockwürste annehmen können, haben sie doch fast das Format (etwas kleiner sind sie wohl). Es ist zu befeiern, dass – wie die Kostprobe ergab – hier nicht das beste von den anderen Würstchen drin war, so dass sie es behalten konnten.

Was habe ich alles mit Würstchen aus Glas und Dose angestellt?! So früh wie möglich gegessen, kurz vor dem Ablaufdatum verspeist, im Vorratsschrank oder im Kühlschrank gelagert und dann heiß, bei Zimmertemperatur oder gekühlt probiert. Selbst die Erwärmungs-Varianten in Wasser, dem Wurstwasser und einer 1:1-Verdünnung desselben wurde durchgespielt.

Die “Dicken” sind allerdings die Krönung. Natürlich nicht geschmacklich. Da gleichen sie all den anderen wurstwassergelagerten Exemplaren, egal, ob Bio oder konventionell hergestellt. Das typische Fehlaroma findet sich allenthalten und lässt immer wieder die Frage nach dem Sinn eines solchen Produktes aufkommen. Spitze waren die diesmal getesteten in der Kategorie “Cremigkeit der Wurstmasse”. Nur leider sollte weder eine Bockwurst, auch keine Frankfurter oder Wiener und schon gar nicht eine Krakauer oder Knacker cremig sein. Das Mundgefühl bescheinigte aber sowohl im zimmerwarmen wie auch im erhitzten Zustand beinahe Streichfähigkeit der Wurstmasse.

Knapp ein und ein dreiviertel Jahre wäre das Glas bei angemessener Haltung noch lagerfähig gewesen. Darin und in der damit verbundenen Versorgungssicherheit in Notfällen scheint die einzige Qualität zu liegen. Wenn ich mich an Franks Ernährungskurs richtig erinnere und das Etikett des bauchigen Glases fehlerfrei entzifferte, leistet es bei der Fettversorgung einen guten Beitrag für einen Tag bei einer fünfköpfigen Familie und dank des enthaltenden Antioxidationsmittel (Ascorbinsäure = Vitamin C) wird auch noch etwas für die Gesunderhaltung des Menschen in diesen Notsituationen getan.

Wo gehobelt wird, fallen Scheiben

Gemüse gibt es momentan ja haufenweise. Warum eigentlich nicht alles mal in Scheiben schneiden und backen?

Also werden gehobelte Gemüse (gelbe Zucchini, Tomate, Paprika, Gurke) mit etwas Salz und Pfeffer gewürzt und in eine mit Olivenöl gefettete Auflaufform gegeben.

Ein paar Zwiebeln dazwischen oder Aubergine, Kohlrabi, Kartoffel u.a. ergeben Vielfalt. Dann kommt auch noch etwas Olivenöl oben drüber und alles in den Ofen (180°C Umluft). Nach ca. 20 Minuten sieht das so aus:

Dann hobelt man noch etwas Parmesan oder einen anderen geeigneten Käse darüber.

Wieder in den Ofen und in ca. 10 Minuten fertig backen. Als Sättigungsbeilage kommt noch ein kleines Kotelett dazu. Oder was anderes aus Grill oder Grillpfanne.

Lecker. Guten Appetit.

Wenn sich der Durchschnitt im Mittelmaß verliert

Wenn man einen Ausflug macht, kann man an dessen Scheitelpunkt auch mal in eine sogenannte Ausflugsgaststätte einkehren. Das dachten sich zwei hungrige Kurzreisende in  der Gegend, wo Mecklenburg, Vorpommern und Brandenburg nicht weit auseinander liegen und wo man einen schönen Blick über die herrliche Landschaft erheischen kann; entweder, in dem man sich in ihr fortbewegt oder auf einen entsprechenden Hügel kraxelt.

Die Gaststätte bietet in angenehmen Ambiente oder im Wintergarten zeitlich streng sortierte Mahlzeiten an. Für den abendlichen Gast, der aber auch nicht zu früh erscheinen darf, hält die Karte eine angenehme Vielfalt an Speisen bereit. Schwein, Wild, Fisch und Rind sind genauso vertreten wie Salat mit einer frei wählbaren Beilage, von Straußensteak bis Backkartoffel. Die Küche darf, von ihrem Anspruch an sich selbst, durchaus ambitioniert genannt werden, gibt es nicht nur das übliche Beilagen-Einerlei, sondern auch tonierte Kräuter-Kartoffeln oder Jasminreis.

Fernöstlich angehaucht war auf dem Teller dann auch das feine Gespinst frittierter Reisnudeln, die nicht zu den Bratkartoffeln passen wollten. Die feine Knusprigkeit, die das filigrane Gebilde normalerweise auszeichnet (wenn es frisch zubereitet ist), war einer abgelagerten Mehligkeit gewichen, die wunderbar zur etwas schleimigen Konsistenz der Pilzsoße passte. Lachs- und Wildsteak waren gut zubereitet, was aber keine hohe Kochkunst ist. Im Durchschnitt waren beide Gerichte und ihre Beilagen gut gesalzen, der Nachteil an der Salzverteilung war nur, dass es sich ausschließlich auf einem Teller konzentrierte. Der Eindruck der zerstreuten Küchenfachkraft bestätigte letztendlich auch das Fehlen noch auf der Speisekarte angegebener Zutaten, die aber anstandslos nachgeliefert wurden.

Das Manko auf dem einen Teller bemerkte der Service zwar nicht selbstständig, da aber auch eine Speisekarte am Tisch vergessen wurde, hatten die Gäste den schriftlichen Beleg, dass noch etwas nachgeliefert werden musste. Ansonsten zeigte die Bedienung einen Überschwang an mütterlicher Betreuung, die umso intensiver zu werden schien, je älter die Gäste wurden. Sollte hier einmal eine berufliche Umorientierung notwendig werden, ist das Portfolio an Pflegeberufen sehr empfohlen.

Im Gasthof Burgwall (bei Strasburg) versucht man sich in einer erhöhten Küche zu erhöhten Preisen, allein an der Ausführung haperte es am Abend des Besuches. Mittelmäßiges Essen in durchschnittlicher Qualität landet auf dem Teller, dem man leider den Willen nach mehr ansah, allein: Es ist beim Willen geblieben.