Gute Butter – schlechte Butter

Die gute Butter – ein naturbelassenes Produkt unserer Landwirtschaft – steht als Brotaufstrich und auch als Koch- und Backzutat in einem nicht so positiven Ruf. Die Frage ist: Warum? An den gesundheitlichen Wirkungen kann es nicht liegen. Aber das soll hier nicht Thema sein.

Die Butter hat im wesentlichen nur einen Nachteil: Frisch aus dem Kühlschrank schmeckt sie zwar am besten, ist aber auch am wenigstens streichfähig. Aber da waren die Molkereien erfinderisch: Sie rühren etwas Rapsöl mit in die Butter. Das wiederum ist aus mehreren Gründen praktisch: Die Butter kommt streichfähig aus dem Kühlschrank. Außerdem kann man sich beim Braten den Schuss Öl in die Butter sparen, um ein vorzeitiges Anbrennen derselben zu vermeiden, denn es ist ja schon drin.

Unter den Marken einer dänischen Molkerei und einer irischen Butter gibt es seit einiger Zeit dieses Produkt im Markt. 70% Butter wird mit 19% Rapsöl, etwas Wasser und Milchsäurekulturen versetzt und abgefüllt. Etwas teuerer als normale Butter ist es dann schon, wobei der Preis sicher der Verarbeitung und Verpackung geschuldet ist. Das Wasser und das Öl, beides preiswerter als Butter, sollten das Produkt eigentlich verbilligen.

Deutschlands Discounter Nr. 1 hat jetzt auch eine Butter mit Rapsöl herausgebracht: Mælkebøtte®. Die teuere Zutat Butter ist hier aber auf knapp 46% runtergefahren, das Rapsöl liegt auch bei knapp 19%. Wasser und Milchsäurekulturen sind auch hier enthalten, Den wesentlichen Fehlanteil bildet ein undefiniertes pflanzliches Fett zu fast 19%. Da wird dann der Verbraucher wieder über die Ladentheke gezogen, ist das neue Produkt auch nicht preiswerter als die Markenprodukte, bei den anderen Discountern angeboten.

Der hohe Ölanteil wirkt sich natürlich auch auf den Geschmack aus, der sich damit immer mehr den öligen Aromen billiger Margarinen annähert. So werden hier eine Überteuerung mit einem schlecht gemachten Produkt vereinigt, was eigentlich gar nicht zum anbietenden Discounter passt. Naja, jedem Einkäufer passiert mal ein Fehler, bleibt zu hoffen, dass das Produkt schnell wieder aus den Regalen verschwindet.

Was lernen wir also auch wieder hier: Immer auf die Zutatenliste gucken. Es steht zwar nicht immer alles drauf, aber das, was drauf steht, lässt meist auch schon tief blicken, manchmal auch das, was nicht drauf steht.

Kleiner Hinweis

Der Herdnerd ist ja nicht der einzige Kochblog im Netz, es gibt da einige andere. Eine kleine Auswahl sehr ihr hier auf dieser Seite. Bisher nutzte ich für das Füllen dieser Seite Dienste des Google Readers, von denen ich aber nicht mehr weiß, wie lange sie noch zur Verfügung stehen. Deswegen habe ich heute die Seite googlefrei umgebaut. Ich hoffe mal, dass das jetzt möglichst lange möglichst feherfrei läuft.

Bunt – Es schmeckt schön

Da freut sich der Diätberater und der Aboleser wundert sich. Mein Abendbrot. Und ja: Es ist die große Pfanne, die da als Schüssel herhalten muss.

Ein Dressing war auch dabei aus weißem Balsamico, Honig, Senf, Salz, Pfeffer, einem Spritzer Chili-Limetten-Öl und einen größeren Schuss Olivenöl. Und ein paar Grisinis lagen plötzlich auch auf dem Tisch.

Einfach, aber keine Suppe: Die Einpfanne*

Vorbei sind die Zeiten, als ich das kulinarisch fertig gestellte noch direkt aus dem Topf oder der Pfanne aß. Neben dem verringerten Abwasch hatte es immer so ein Gefühl von Rustikalität, die, seit ich mein Essen auch noch fotografiere, den Bach runter gegangen ist. Aber dafür ist auch die Herausforderung gewachsen, nicht immer das gleiche zu kochen …

Der innere Teil eines Chinakohls lag, gut in Folie eingepackt, schon seit der Silvesterparty im Kühlschrank. Hinzu kamen zwei Kartoffeln, die vom Gulaschsuppekochen übrig waren. Ohne vorherigen Sinn (außer: Das will ich auch mal wieder essen.) kamen geräucherte Makrelenfilets dazu. Aber von vorn.

Man nehme zwei in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln. Hat man die nicht zu Hand, schneidet man sie roh in Scheiben, gibt sie in ein Gefäß mit lockerem Deckel und stellt sie für 3 Minuten volle Power in die Mikrowelle. Geht auch. Allerdings ist das Auseinandernehmen der Scheiben hinterher nicht ganz einfach. Aber es geht. Ist geglückt, kommen sie in eine Pfanne mit etwas Butter oder Öl.

Sie die Scheiben leicht angebräunt, kommen die dickeren Blattteile des Chinakohls dazu, die ebenfalls mit angebraten werden.

Ein paar Minuten später folgen dann die feinen Blattteile und die Erkenntnis, etwas für die Farbe des Gerichts machen zu müssen. Oder es auf einem farbigen Teller zu servieren.

Es ist übrigens eine gute Idee, für dieses Gericht eine Pfanne zu nehmen, für die man einen passenden Deckel hat. Der kommt jetzt jedenfalls drauf, damit die Feuchtigkeit ein wenig im Gericht bleibt. Salz und Pfeffer ergänzten mittlerweile auch das Pfannengericht.

Bezüglich der Farbe kam die Idee auf, das Gericht mit etwas edelsüßem Paprika zu würzen. Das ist hier mittlerweile passiert und alles nochmal gut durchgeschwenkt oder -gerührt. Zwischen Deckel rauf und Deckel runter lagen nur ein paar Minuten. Danach wurde dann alles auch noch mit ca. 100 ml Sahne abgelöscht und diese dann etwas reduzieren gelassen.

Die Makrelenfilets werden aus ihrer Verpackung befreit und enthäutet. An der “Sollbruchstelle” können sie auch noch halbiert werden. Dann kommt der farbige Teller und noch ein wenig Petersilie vom Balkon ins Spiel. Voilà.

Das Fischfilet erwärmt sich ein wenig durch die Einpfanne* unten drunter, das ist aber durchaus gewünscht.

Guten Appetit.

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*) Einpfanne in Analogie zum Eintopf. Es wird alles in einem Kochgeschirr zubereitet.

Schnelle Fischsuppe

Vorgestern gab es, Leser des Blogs werden sich erinnern, Fischfilets, die im Dampf gegart wurde. Den Dampf erzeugte eine heiße Gemüsebrühe aus frischen Zutaten. Da das Dünsten der Dorade recht zügig ging, war auch noch der entstandene Fond (mit leichtem Fischaroma) nicht unendlich verkocht und konnte zur Speisenzubereitung genutzt werden. Das passierte heute.

Eine Handvoll Cocktailtomaten, ein paar noch gefundene Tiefkühlerbsen, die Brühe und zwei Fischfilets bildeten die konzeptionelle Basis des Abendbrots. Nachdem die beteiligten abgelichtet worden sind, ergab die Detailplanung, dass eine grob geteilte Zwiebel, die mit etwas Öl und einer Knoblauchzehe im abgebildeten Topf angeschwitzt wird, das Rezept sinnvoll ergänzen würden. Auch die halbierten Tomaten landeten in dem Ansatz.

Ist alles etwas angegangen, wird mit der Brühe abgelöscht und der in Häppchen geteilte Fisch sowie die Erbsen dazu gegeben.

Deckel drauf, Hitze runter. Die nächsten ca 15 Minuten köchelt (nicht wirklich) das ganze ganz leise vor sich hin. Es sollte eher ein ziehen lassen als ein kochen sein. Dann sieht es im Topf etwa so aus:

Im konkreten Fall wurde Dorade genutzt, sie war nur soweit aufgetaut, dass man sie mit einem guten Messer in die Häppchen teilen konnte. Natürlich geht auch jeder andere festkochende Fisch. Der Fischhändler Eures Vertrauens berät Euch sicher gern.

Die Erbsen sind sicher verzichtbar, geben aber hier mangels frischer Kräuter den grünen Kick. Etwas Petersilie oder auch Dill wären eine alternative Idee gewesen. Ein paar Croutons oder eine geröstete Baguette-Scheibe, je nach Belieben mit Knoblauch eingerieben oder mit einem Klecks Aioli versehen ist, sind Garniturvorschläge.

Guten Appetit.