Exotik auf dem Tisch

Hier das Suchbild:

Wo ist die Exotik auf dem Bild? Ist es die Tomate mit Eigengeschmack? Oder ist der Feldsalat, der selbst auf dem Balkon geerntet wurde? Oder ist es das Dressing, dass exotische Aromen mit einander vereint(e)?

Nein. Nein. Nein. Nein. Das Dressing habe ich schon einmal gemacht. Ist zwar lecker, aber exotisch würde ich es nicht nennen. Die Tomaten kamen zwar aus Mecklenburg-Vorpommern, aber genau wie der Feldsalat aus dem Supermarkt. Nur das Fleisch, zart, saftig, quasi fettfrei, war dann doch etwas tiefgekühlt und kam von weit her: Springbock.

Da ich tiefgekühltes Fleisch nicht so sehr mag, wird’s wohl das einzige Mal gewesen sein, dass ich sowas aß. Es ist schon was besonderes, aber ökologisch vermutlich völlig verwerflich. Aber Prinzipien sind ja auch dafür da, ab und zu mal gebrochen zu werden.

Mittag, schneller als Nudeln kochen

Manchmal wundert man sich schon, was bei Wikipedia alles so drin steht. So auch das Nudelgericht, dass heute Mittag zumindest Pate gestanden hat, kommt es doch aus Süditalien. Mittels einiger weiterer Zutaten zwar verfälscht, aber aufgepeppt war es schneller fertig als gedacht, wenn die Spirelli nicht so lange gebraucht hätten.

Nudelwasser (1 l, und wenns kocht 10 g Salz, pro Person) und Pfanne gleichzeitig auf den Herd. Während beides heiß wird, eine Schalotte und eine kleine Knoblauchzehe klein schneiden und zwei Mini-Rispentomaten zweiundreißigsteln (für die Edelvariante vorher häuten). Idealer wären vermutlich die kleinen Kirschtomaten, die man nur halbiert oder viertelt.

In 2 Esslöffeln Olivenöl einen Esslöffel Butter zergehen lasse, darin die Schalotte und den Knoblauch leicht andünsten. Werden die glasig, die Tomatenstücke dazu geben. Hatte man keinen Knoblauch im Haus, wäre jetzt der Zeitpunkt, statt mit Salz mit Knoblauchsalz zu würzen. Etwas frisch gemahlener Pfeffer rundet das ganze ab.

Zwischendurch hatte das Nudelwasser gekocht, in das das Salz und pro Esser 100 g Pasta gegeben wurde. Ist diese al dente, wird sie abgegossen und mit in die Pfanne gegeben. Einmal kurz durchrühren und auf einem Teller anrichten.

Das grüne sind noch ein paar Schnittlauchröllchen. Guten Appetit.

„Ich hab doch nichts im Haus!“

Die Situation ist in der einen oder anderen Form wohl jedem schon mal passiert. Ich liege am ersten Tag meines Urlaubs so schön relaxt in der Wanne, der Badeschaum knistert leise, von irgendwo her dringt auch noch gute Musik ans Ohr (okay, auf dem Fernseher im Wohnzimmer lief Deluxe Music).

Plötzlich kündigt sich Besuch zum Mittag an. „Du hast ja Urlaub, ich komm‘ zu zwölfe mal vorbei.“ Was tun? Der Samstagseinkauf wurde unter anderem mit Blick auf die freien Tage auf den heutigen verschoben und ist, einem genüsslichem Ausschlafen geschuldet, noch nicht erledigt. Panik – nicht wirklich – macht sich breit: siehe Überschrift. „Bring was zu trinken mit!“, dafür reicht es in der Kommunikation mit dem Selbsteinlader noch.

Den hauseigenen Wellnesstempel verlassend, beginnt der Sturm auf Vorrats- und Kühlschrank. Manchmal ist es doch erstaunlich, was man alles im Haus hat, wenn man nichts im Haus hat. In den unergründlichen Tiefen des kalten Schrankes fand sich ein Glas Muscheln in Tomatensoße, der Tiefkühler steuerte noch etwas selbst gemachtes Sugo zum Verlängern bei (Was wäre ein Mecklenburger oder Vorpommer ohne Soße?). Dazu würden jetzt am besten Spaghetti passen, die wegen Abwesenheit durch Spirelli vertreten werden.

Muscheln und Soße kommen in einen Topf und werden erwärmt (das Sugo muss auch noch auftauen, aber das geht ja auch durch erwärmen), die Nudeln werden nach Vorschrift in kochendem Salzwasser (pro Portion 1 l Wasser, 100 g Teigwaren, 10 g Salz) gekocht.

Der Rest ist trivial – wie mein Matheprofessor immer zu sagen pflegte. Sind die Nudeln al dente und die Soße einmal (fast) aufgekocht, kann serviert werden. Warum nicht auch mal in einer kleinen weißen Schüssel mit etwas Grün oben drauf?

Mahlzeit! Und guten Appetit.

Gulasch – vegan und püriert

Die Überschrift schreckt ein bisschen ab, aber das soll sie nicht. Letztendlich kam auch „nur“ wieder eine Tomatensoße für Pasta dabei heraus. Diesmal war der Ansatz aber der vom Gulasch (EiTV), nur eben nicht mit Fleisch, sondern mit Tomaten.

Zwei gleich große Haufen Zwiebelwürfel und Tomatenviertel werden vorbereitet. Im konkreten Fall waren es eine Gemüsezwiebel, zwei Schalotten und die entsprechende Menge Tomaten. Die Zwiebeln werden in Olivenöl angeschwitzt, bis sie glasig und etwas gebräunt sind. Dann werden sie in der Pfanne beiseite geschoben und auf dem frei werdenden Platz Tomatenmark, Paprika (edelsüß/scharf in beliebiger, gewünschter Mischung) etwas angeröstet. Anschließend kommen die Tomatenviertel in die Pfanne, alles wird etwas schmurgeln gelassen, gesalzen, gepfeffert und sieht dann so aus:

Hätte man die Tomaten vor dem Vierteln gepellt, könnte nach einer Köchelzeit von 20-30 Minuten das Produkt, so wie es jetzt aussieht, als Tomatengulasch über eine geeignete Pasta verteilen. Ein Reisrand wäre sicher auch eine Idee.

Da die Tomaten nicht geschält waren, kam der Pürierstab zum Einsatz, der das Aussehen wie auf dem folgenden Bild veränderte:

Sollte die Soße dann zu dickflüssig sein, hatten die Tomaten nicht genug Wasser drin. Hier hilft entsprechender Nachschub an Flüssigkeit, nach Belieben als Wasser, Gemüsebrühe, Tomaten- oder Gemüsesaft u.ä. Die fertige Soße wurde noch mit etwas Balsamico-Essig bzw. Crema di balsamico abgeschmeckt, etwas Zucker rundet ggf. den Geschmack zusätzlich ab.

Dazu wird es irgendwann Nudeln, Gnocchi, Reis, Tortellini u.ä. geben, vorerst landete alles abgefüllt und portioniert im Tiefkühler. Vor dem Servieren machen sich ein paar Blätter grünes (Basilikum, Petersilie, Schnitt- oder Frühlingslauch) sehr gut auf der Soße auf der Pasta auf dem Teller auf der Tischdecke auf dem Tisch im Esszimmer.

Gurken-/Tomatenbrot vs. Pfanne

Man könnte natürlich aus einer Tomate, einer Gurke, etwas Salz und Pfeffer, etwas Butter und ggf. einer Scheibe Brot etwas ganz anderes machen. Zum Beispiel ein Gurkenbrot und ein Tomatenbrot. Man kann aber auch anders.

Man kann zum Beispiel alles klein schnippeln, die Gurke ggf. schälen, in Häppchen schneiden, die Tomate klein Würfeln.

Etwas Butter wird in die heiße Pfanne gegeben.

In die heiße Butter werden dann zuerst die Gurkenstücke gegeben und leicht angeschmort.

Nach ein paar Minuten kommt die fein gewürfelte Tomate hinzu.

Alles wird mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker gewürzt und unter leichtem Rühren angeschwitzt.

Dann den Deckel drauf, Hitze runter und alles solange schmurgeln lassen, bis die Gurke die gewünschte Aldentigkeit erreicht hat.

Zum Schluss noch ein paar grob gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, etwas Dill) dazu gehen, kurz warm werden lassen und servieren.

Dazu gibts dann das Brot, eine Salz- oder Pellkartoffel, je nachdem, was Vorratsschrank und Muße hergeben.

Für Freunde fleischlicher Genüsse empfiehlt sich in der heißen Butter am Anfang etwas Gehacktes anzubraten oder ein paar Knackerbällchen (das Innere einer Knacker, eines Pfefferbeißers oder einer groben Bratwurst in kleine Kügelchen geknetet) hinzu zu geben.

Guten Appetit.

P.S.: Edelstahldeckel haben auch ihre Nachteile … 😉