Stichprobe

Angeregt durch eine Diskussion auf Facebook habe ich mal wieder in die Zugriffsstatistik dieses kleinen Blocks geschaut und einiges erfreuliche und interessante festgestellt. So ist Der Herdnerd das zugriffsfreudigste Angebot, dass ich zur Zeit betreibe. Ob das am Thema, an den vielen Bildern oder ggf. an den Überschriften und Schlagwörtern liegt, wage ich nicht einzuschätzen.

Mit einem Artikel über gebratenes Geflügelfleisch, obwohl ohne Bilder, hatte ich in der letzten Zeit den größten Erfolg. In der Liste der häufigsten Seitenaufrufe steht dieser Beitrag vom Dezember letzten Jahres gleich hinter der Startseite auf Platz 2 mit knapp halb so vielen Zugriffen wie diese. Auf Platz 3 der Artikelseiten ging es um meine schnellen Bratkartoffeln, wie dann aber weniger als ein fünftel der Zugriffe haben wie der Platz 2.

Warum der Artikel von Platz 2 auf Platz 2 steht? Ich weiß es nicht. Keine Bilder, eher eine literarische Form, die die Phantasie der Leser anregt und diese dann auch noch in die Irre führt. Und es geht um die Lust – die Lust am Essen. Wobei es sich eingangs doch noch so liest, als ob andere (Ge-)Lüste gemeint sind. Werfen wir doch mal einen Blick auf die Top-Liste bei den Suchbegriffen, die zu einem Aufrufen der Herdnerd-Seite geführt haben.

  1. geile brüste
  2. kochblogs
  3. hamburger schnitzel
  4. geile brueste
  5. koch blogs
  6. geile bruste
  7. herdnerd
  8. foodporno
  9. geilebrüste
  10. .
  11. .
  12. .
  13. geile brust
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  16. steak strindberg
  17. wrukeneintopf mit kassler
  18. .
  19. brüste blog
  20. .
  21. .
  22. geile brste
  23. geile busen

Vielleicht hilft es ja wirklich, einen Artikel über das Zubereiten von Entenbrust und über das Fehlen eines Fotoapparates einfach nur mit „Geile Brüste“ zu überschriften, dann klappts auch mit den Zugriffszahlen … 😉

Apropos Liste: Schön, dass der eigene Blogname schon auf Platz 7 auftaucht. Nicht schön, dass dafür nur ein zwanzigstel der Zugriffe wie zum Platz 1 notwendig waren. Da ist es erfreulich, dass im Abrechnungszeitraum zwischen den Zahlen für Platz 1 und 2 ein Faktor 2 steht. Immerhin suchen also noch halb so viele Leute nach Kochblogs als nach geilen Brüsten.

Geile Brüste

Sie mit einem Fotoapparat abzubilden, hieße vermutlich, Pornografie auf Zelluloid zu bannen: eine Brust, wie sie zarter und rosaner nicht hätte sein können. Bei der Berührung mit der Zunge und den Zähnen netzte samtene Wollust Gaumen und Rachen. Die leicht salzene und feuchte Oberfläche verheißt den Wunsch nach mehr, man(n) möchte beherzt zugreifen und hinein beißen. Es zeigt sich, dass es sich positiv auf den Genuss auswirkt, ihr sanft mit Zeit und nicht stürmisch mit zu viel Hitze eingeheizt zu haben.

Es ist wirklich schade, dass ich keinen Fotoapparat zur Hand hatte. So kann ich diese Stunde der Lust nur verbal dokumentieren. Das Vorspiel begann mit einem sanften Einheizen, das/die Sehnen hatte(n) ein Ende: weg damit! Die frische Entenbrust wurde auf der Hautseite kreuzweise, aber nur in der Fettschicht eingeschnitten und beidseitig gesalzen. So vorbereitet kam kam sie – die Haut nach unten – in die leicht vorgeheizte, aber sonst nicht weiter vorbereitete Pfanne. Wenn es jetzt nicht gleich zischt und schmurgelt, ist das völlig in Ordnung.

Die Kunst, eine Entenbrust, und von der rede ich die ganze Zeit schon, nur in einer Pfanne zu garen, besteht darin, die Hitze eher zu untertreiben. Das Fett unter der Haut soll langsam schmelzen und dann so sanft wie möglich in Verbindung mit Pfanne und Hitze die Haut zu bräunen. Wer es hinbekommt, die Brust auf der Hautseite mindestens 10 bis 15 Minuten liegen zu lassen, ohne sie einmal umzudrehen, hat die richtige Heizstärke eingestellt. Sie sollte dabei natürlich auch nicht verbrennen, aber den gewünschen Bräunungsgrad doch erhalten.

Ist der Punkt erreicht, kommt die Haut nach oben und dem Fleichstück wird jetzt fast genauso lange Zeit gelassen, von der anderen Seite zu garen. Es sollte abschließend durchaus noch leicht gummiartig in der Antastprobe sein. Ruhe und Gelassenheit (und nicht zu viel Hitze) sind das Geheimnis oben beschriebenen Foodpornos. Ist die Entenbrust fertig, sollte sie außerhalb der Pfanne noch ein paar Minuten ruhen, um dann scheibchenweise dem lüsternden Mund einverleibt zu werden.

Ich glaube, ihr könnt verstehen, wieso ich in diesem Moment ganz allein in meiner Kemenate sein wollte. Einem solchen Genuss muss man ungestört huldigen. Viel Spaß beim Nachmachen.

P.S.: Es gibt übrigens eine EiTV-Folge, wo mir das Kunststück – ungewollt, aber umso mehr genossen – auch schon gelang. Die Entenbrust dort lag drehbedingt fast eine dreiviertel Stunde in der sehr mäßigwarmen Pfanne und wurde auch nur einmal gedreht. Guckt also da. Die Soße empfehle ich mehr für ein Vanilleeis, aber nicht zur Ente.