Essen in Maillard-Weiß

Manche Sachen sind einfach zu einfach, um schlecht zu sein. Wobei es wohl auch Gründe geben mag, warum man sie trotzdem nicht öfter macht bzw. machen sollte.

Was hier so ein bisschen blass in der Pfanne liegt, ist ein Kohlrabi, geschält und in Würfel geschnitten. Wobei sich meine Geometrielehrerin vermutlich im Grabe rumdrehen würde, wäre sie schon tot, wenn das da in der Pfanne wirklich Würfel wären …

Unter den Stückchen des Kohlrabis befand sich übrigens etwas Bratfett, und da die Temperaturen nicht so dolle werden sollten, habe ich Butter genommen. Das passte auch besser zum weiteren Rezept. Der Kohlrabi kann ruhig etwas Farbe nehmen und halb garen.

Das weiße Zeug, was jetzt mit in der Pfanne ist, ist schlicht und einfach Sahne. Gesalzen hatte ich das Gemüse schon vorher, nach der Sahne kamen noch etwas Pfeffer und ein paar Chiliflocken mit dazu.

Nur mit Sahne ist das ganze natürlich etwas flüssig, also wird alles zum Kochen gebracht.

Dabei kocht die Sahne ein, was man so lange fortsetzt, bis die Soße die gewünschte Konsistenz und/oder der Kohlrabi den gewünschten Gargrad erreicht hat. Ist er noch zu bissfest, aber die Soße schon gut, hilft wenig Hitze, etwas Zeit und ein Deckel auf der Pfanne.

Die Sättigungsbeilage, die ich hier verwendete, möchte ich nicht näher erwähnen bzw. benennen. Sie passte farblich ganz gut, aber aus Qualitätsgründen war sie einmal und nie wieder in meiner Küche.

Da die Dinger so ein bisschen wie kleine Kartoffeln aussehen, nehmen wir einfach mal an, es wären welche. Gepasst hätten sie auch sehr gut. Hat man frischen, am besten selber geernteten Kohlrabe zur Hand, kann man zum Schluss noch die kleinen mittleren Blätter hacken und als Kraut oben drüber streuen. Mein Kohlrabi war diesbezüglich leider schon kastriert. Allerdings führt die Anwendung jedes weiteren Krautes leider zur Adabsurdumführung der Überschrift: Essen in Maillard-Weiß.

Luftiges Herz

Dosenware ist ja meist nicht so das wahre. Aber ein paar wenige Produkte sind in dieser verarbeiteten Form doch gar nicht so schlecht. Erinnert sei an die vollreif eingedosten Tomaten für die mediterane Küche oder auch an das Sauerkraut, dass zwar frisch ebenso schön, aber doch auch was anderes ist. Komplette Fertiggerichte würde ich aus diesem Lobgesang aber primät ausschließen, ist doch der gesamte Produktionsprozess für so ein Dosengericht dem Inhalt und dessen Qualität in den allermeisten Fällen nicht wirklich förderlich.

Aber, ich erwähnte es eingangs, so ein paar Halbfertigzeuge machen die Arbeit in der Küche schon einfacher. Manchmal braucht es dann nicht mal große Kochkunst. Ein paar gute Zutaten zusammengerührt und schon ist’s lecker.

Ab und an esse ich ja auch mal Innereien. Wobei ich von allen noch die Geflügelherzen als „harmloseste“ Variante ansehe. Aber auch vor Herzen anderer Tiere oder auch anderer innerer Werte bin ich noch nicht zurückgeschreckt, zumindest, was den Verzehr angeht, teils auch selbst zubereitet.

Die Herzen werden, überprüft, sortiert und dann auch in der Pfanne gleich gesalzen, angebraten, bis sie eine leichte Bräunung erreicht haben. Das kann schon mal ein paar Minuten dauern. Ich lasse sie dann auch noch ein paar Minuten (also so 15 bis 30) vor sich hinschmurgeln, glaube aber fast, dass das auf’s Endergebnis wenig Einfluss hast.

Das ist das Schöne beim Arbeiten mit Geflügelherzen, dass selbst über eine etwas längere Garzeit hinweg das Fleisch seine Eigenschaften nicht wirklich ändert. Irgendwo hier im Blog gibt es auch ein Rezept eines Herzgulaschs, der wirklich längere Zeit vor sich hin schmorte, aber die Herzen hatten letztendlich die gleiche Konsistenz wie hier.

Etwas Flüssigkeit entsteht, wenn man die Herzen einige Zeit unterm Deckel gart, die Farbe kommt allerdings von der Soße aus der Dose, die hier verwendet wurde. Damit kann man den Pfannenboden schon mal ablöschen.

Dann kommt der Rest aus der Dose dazu, und spätestens hier wird klar, dass es sich um Baked Beans handelt, hier in der Mischung aus 5 verschiedenen Bohnensorten. Ein Produkt, dass ich vor einiger Zeit in einem Supermarkt entdeckte und mal ausprobieren wollte.

In der Pfanne wird dann alles vermischt und noch etwas leicht sieden gelassen, damit alles eine geschmackliche Verbindung eingeht.

Für so eine richtige Beilage zu einem Sättigungsprodukt fehlte mir irgendwie etwas dabei. So gab’s etwas Brot dazu. Natürlich wurde vorher mit Salz, Pfeffer und einer Spur Chili abgeschmeckt.

Die Dose habe ich übrigens selber gekauft und bezahlt. Die ganz große überragende Erleuchtung ist das Gericht nicht, was auch daran liegen mag, dass ich nicht der große Bohnenfreund bin. Nichtsdestotrotz sind sie für die Ernährung nicht aus dem Portfolio der sinnvollen und nützlichen Sachen wegzudenken, gerade auch als Proteinquelle.

Vielleicht hätte ich meiner Eingebung, vor dem Umfüllen des Doseninhalts in die Pfanne einmal mit dem Pürierstab durch die Büchse zu gehen, doch nachgeben sollen. Eine sämige Soße hätte es dann sicher gegeben.

Pasta Puszta Svenska Turkey

Eigentlich sollte dieser Beitrag gaaanz anders heißen. Und es ist ein Beitrag, bei dem quasi erst die Überschrift stand, dann das Gericht und dann die Überarbeitung. Der ursprünglich geplante Titel war: „Pasta Pusta Svenska“. Solche Dreiklänge haben ja was, aber dann brachte König Karl XII. alles durcheinander. Ich habe es zuerst bei Euronews gelesen: „Schweden gesteht: Köttbullar-Fleischbällchen stammen aus der Türkei„. Also kam das „Turkey“ mit in die Überschrift – in des Wortes doppelter Bedeutung.

Topf und Pfanne auf dem Herd, im Topf Salzwasser … das kann doch nur ein Pastagericht werden. Wird’s auch. Und damit wäre dann auch der erste Teil der Überschrift erklärt.

Der letzte, zum Schluss noch hinzugekommende Teil erklärt sich ja aus der oben verlinkten Meldung. Weil aber das englische Wort „Turkey“ zwei Bedeutungen hat, nehme ich für die kleinen Fleischklößchen nicht das ursprünglich geplante normale Zwiebelmett, sondern ein Putenzwiebelmett.

Die Klößchen, angebraten in der Pfanne und dann mit einer Soße drumrum, sollten ursprünglich die Anspielung auf Svenska werden, auch wenn es keine helle, sondern eine kräftig rote Soße wird. Immerhin wartet das „Puszta“ noch auch eine Erklärung.

Die Zwiebelmettwurst habe ich in kleine Bällchen geformt und die dann in etwas Fett in der Pfanne anbräunen lassen. Das kann man in aller Ruhe tun, immerhin ist das Ausgangsprodukt für den direkten Verzehr bestimmt gewesen, also muss hier nicht auf den Gargrad „durch“ geachtet werden.

Bei der ganzen Knödelbraterei darf die Pasta nicht vergessen werden. Ab mit ihr ins kochende Salzwasser.

So, der kundige Leser wartet ja immer noch auf die Auflösung, wofür „Puszta“ in der Überschrift steht – und wird es vermutlich schon vorher erraten haben: Letscho. Der spätere Verzehr des Gerichtes brachte die Erkenntnis, dass man beim Kochen hätte versuchen sollen, die Paprikastreifen etwas kleiner zu bekommen.

Letscho und Fleischklößchen gut durchschwenken und sanft etwas einkochen lassen.

Dabei auch immer die Pasta im Auge behalten. Al dente soll sie werden, nicht matschig, aber auch nicht bissig. Wenn sie den richtigen Punkt erreicht hat …

… kommt sie tropfnass mit in die Pfanne. Das sieht dann hinterher so aus:

Der Pfanneninhalt wird noch gut miteinander vermengt.

Und dann kann auch schon angerichtet werden.

Etwas Grünzeug hätte ich mir gut auf dem Teller noch vorstellen können, es war aber nix im Hause. Ob Parmesan eine gute Idee wäre, weiß ich nicht. Das Letscho ist ja recht säuerlich – ob da Käse zu passt? Ich übte mich im Verzicht, vermisste aber auch nix beim Essen.

Löffelgericht nach Ostern

Da habe ich doch neulich den Tipp eines Spitzenkochs (dank meines Namensgedächtnisses weiß ich leider nicht mehr, wer) aufgeschnappt, wie Stampfkartoffeln und Kartoffelpüree ganz besonders kartoffelig werden. Das Grundprinzip habe ich früher auch schon mal angewandt und es ist ganz einfach: Die Kartoffeln werden nicht in Salzwasser gekocht, dass dann weggeschüttet wird (und mit ihm viel Geschmack), stattdessen wird alles in der Flüssigkeit gekocht, die auch später fürs Püree dazu gegeben werden soll.

So gehts dann hier auch los: Kartoffeln relativ klein schneiden und dann in wenig Milch aufsetzen.

Die Milch wird gesalzen, eine Knoblauchzehe hat sich auch darin verirrt.

Die Kunst dabei, Kartoffeln in Milch zu garen, ist, dass der Kram nicht überkocht und auch nicht ansetzt. Aber beständiges Rühren soll helfen. Die Idee mit Deckel gehörte nicht zu den besten …

Sind die Kartoffeln weich, wird etwas der Kochmilch abgeschüttet, aber aufgefangen. Damit kann man die Schlotzigkeit später noch verändern.

Wie man aus Kartoffeln Stampfkartoffeln – oder feiner: Kartoffelpüree – macht, ist jedem selber überlassen. Nur der Pürierstab verbietet sich wohl. Da der Topf relativ klein war, habe ich es einfach mal mit dem Schneebesen probiert. Geht auch, wenn’s nicht zu fein werden soll …

Ein paar Kräuter helfen immer, auch etwas Muskatnussabrieb. Ich habe beim Grünzeug mal zum Dill gegriffen, der passte am besten mit der letzten Zutat.

Vor einigen Tagen hatte ich ein schönes Stück geräucherten Lachses erworben. Der wurde grob gebröselt und dann mit einem Löffel untergerührt. Dabei erwärmte er sich, aber löste sich nicht völlig auf. So soll es sein.

Und so wurde dann aus Kartoffeln mit ein paar Beigaben ein leckeres Löffelgericht. Sicher passt auch noch die eine oder andere gemüsige Beilage dazu. Aber da fiel mir zum einen nix ein, hatte aber auch nichts in Haus, was gut dazu passte. Aber so reduziert aufs wesentliche waren die Kartoffeln mit dem Lachs auch sehr lecker. Mit Stremellachs könnte ich mir das Gericht übrigens auch vorstellen, nur beim Salzen sollte man insgesamt doch etwas vorsichtig sein. Merke: Nachsalzen geht immer, wegsalzen nicht …

Achja, ein P.S.: Irgendwo in der Zubereitung habe ich auch noch etwas Butter mit dazu gegeben. Das war relativ früh, da ich hoffte, mit dem zusätzlichen Fett die Schaumbildung im Topf beim Kochen der Milch einzudämmen. Das brachte nix, aber die Butter sollte ja sowieso dran.

Nein, ist es nicht – Eine Resteverwertung

Vattern hat sich an einem etwas schwierigeren Gericht probiert. Es war ganz gut gelungen. Nur die Sache mit den Mengen ist eben manchmal auch nicht so einfach. Allerdings gibt es auch genug Rezepte, die für kleine Mengen nicht funktionieren. Wir kennen Beispiele …

Die Grundidee, was man aus den Resten machen kann, kam dann aber von mir. Ich weiß nicht, ob Vattern die gleiche Form wählt, ich vermute mal nicht, aber ich habe versucht, es in eine abendbrotfähige Version zu verwandeln.

Zwei Brötchen (irgendwas mit Roggen und ähnlichem), nicht ganz frisch, nicht mehr knusprig, aber auch nicht hart, werden mit Salat belegt. Man hätte sie vermutlich auch etwas antoasten können. Ein paar Tropfen Dressing könnte man an den Blattsalat machen, da sollte aber etwas in süßer Richtung genommen werden.

Die Reste sind in einem geeigneten Gefäß kurz in der Mikrowelle erwärmt worden. Wirklich heiß muss das nicht sein.

Tataaa!! Sieht das nicht aus wie …??? Nein, ist es aber nicht. Was so ein wenig an Pulled Pork erinnert, sind Überreste eines klassischen (Rinder-)Sauerbratens, der – nachdem der erste Teil einer normalen Mittagsspeisung zum Opfer fiel – nach dem Mittag zerpflückt und gleich mit den Soßenresten und nicht zur Soße verarbeiteten Schmorresten versetzt wurde. Sehr saftig.

Dann kommt der Brötchendeckel oben drüber.

Etwas Druck bringt das ganze in ein essbares Format.

Saftiger Pulled Sauerbraten auf etwas Grünzeug im Brötchen. Sooo lecker.