Von der Peene bis nach Texas – Ein Ost-West-Durcheinander

Ist denn noch Sommerloch oder ist die Tendenz, Keile zwischen Menschen zu treiben, ein journalistische Grundübung, genau wie der Aufbau von Konflikten oder unterschieden, wo eigentlich keine sind. Mir geht da das Wort von Volker Pispers von den „journalistischen Hirnzwergen“ durch den Kopf, denen er damals vorwarf, bei Abstimmungen ohne Auswahl von Wahl, bei entsprechenden Veranstaltungen mit Auswahl von Kampfkandidaturen zu reden.

Im Zweikampf befinden sich immer mal wieder zwei Gerichte, die zudem geeignet erscheinen, besagten Keil zwischen Ost und West zu treiben. Dass die dann noch unter edel vs. billig kämpfen können, wird bei der Gelegenheit auch gleich noch thematisiert, zumal die entsprechende Zuordnung auch noch passt wie die Hollandaise zum Spargel. Und das nur, weil die zwei völlig unterschiedlichen Gerichte zufällig den gleichen Namen haben, der sich aber in beiden Fällen von ihren Zutaten (genauso unterschiedlich) ableiten lässt. Aber, das sei auch versöhnend erwähnt: sie haben beide den gleichen Fehler im Konzept, weil bei beiden ein Zubereitungsschritt sehr ähnlich ist und dann das Anrichten den Fehler verursacht, indem es diesen Zubereitungsschritt konterkariert.

Eigentlich müssten die Gerichte formal nicht gleich heißen, aber die wortzusammenziehende Sprachökonomie dann doch dazu geführt. Das eine ist ein XY nach Z-Art, das andere lässt sich nicht so einfach aufdröseln, zumal eine Tätigkeit auch noch zu dem, der sie ausführt, umgewandelt wird. Weiter unten erkläre ich noch, was ich hier im (viel zu langen) Teasing eigentlich meine. Im Vergleich zu anderen Namensähnlichkeiten ist die hier besprochene nicht beabsichtigt. Es ist also nicht so wie bspw. bei der Sauce Hollandaise, bei der einerseits eine aromagebende Reduktion aus Wein und Kräutern mit Eigelb über Wasserbad zu einer schaumigen Creme aufgeschlagen und dann mit flüssiger Butter unter ständigem Rühren zur Soße entwickelt wird. Andererseits gibt’s unter gleichem Namen Produkte im Handel, die grundsätzlich eigentlich eine verdünnte und dann wieder angedickte Majonäse (Öl und Eigelb) sind, die dann mit Säure und Buttersäurearomen eine Nachahmung simulieren. So ist das bei unserem Streitgericht nicht.

Es geht ums Jägerschnitzel, oder eben um das Schnitzel nach Jägerart und das Jagdwurstschnitzel. Einerseits reden wir also von einem panierten klassischen Schnitzel, das mittels einer Pilzsahne-, Pilzcreme- oder anderen pilzhaltigen Soße zum Jägerschnitzel wird. Edel und fein. Eher rustikal kommt die ebenfalls panierte und gebratenfrittierte Jagdwurstscheibe daher, die damit schon allein das Jägerschnitzel (Jagd -> Jäger) darstellt. Spätestens auch bei den Beilagen wird deutlich, dass das eine Gericht kein Abklatsch des anderen sein, gibt’s doch zu einem meist eine kartoffelige „Sättigungsbeilage“ und idealerweise noch etwas Salat, während beim anderen Spirellinudeln und Tomatensauce Standard sind. Also zwei völlig unterschiedliche Gerichte, die nix miteinander zu tun haben, nur eben in der Verkürzung den gleichen Namen. Und dass diese Verkürzungen öfter zu Irritationen führen können, sehen wir bspw. beim Zweikampf Sellerieschnitzel vs. Paprikaschnitzel. Ersteres ist eine Scheibe Sellerie, paniert und gebraten, letzteres ein klassisches Schnitzel mit einer Paprikasoße.

Zur Versöhnung noch der gemeinsame Fehler der beiden Jägerschnitzel. Noch nicht falsch, aber gleich, ist, dass es sich um panierte Scheiben von etwas handelt, die dann in tiefen Fett „ausgebacken“ oder (s.o.) bratfrittiert werden. Neben Wohlgeschmack ist hier auch eine knusprige Hülle das Ziel. Auf dem Teller wird dann aber diese mit Aufwand, Geschick und Kochkunst erzeugte Eigenschaft der Panade durch den Kontakt mit der Soße aufgeweicht und damit zerstört. Frevel! Achja, und der auslösende, wenn auch bei weitem nicht einzige dämliche Beitrag zum Thema.

Sonntagmittag

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich nebenher auch noch zwei Sendungen bei einem Radiosender mache? Mediatop Radio ist der Sender, ein Offener Kanal im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Und da gibt es auch noch diverse andere Sendungen, wie zum Beispiel eine mit dem Titel „Von der Peene bis nach Texas“. Irgendwie löste dieser Sendungstitel etwas bei mir aus: Der Fluss steht natürlich für Fisch, und Texas für Tex-Mex-Küche wie Chili con carne. Der Rest folgte zwangsläufig. Um die Selbstkritik am Gericht gleich mal vorweg zu nehmen: Es empfiehlt sich, einen festkochenden Fisch zu kaufen. Leider gab es eine Diskrepanz zwischen der Liste und dem Freitagabend beim Einkaufen verfügbaren Fische. Aber wenn man vorsichtig rührt, geht’s. Aber ich greife vor.

Das Problem bei diesem Rezept frei Schnauze nach eigener Idee ist, dass die ursprüngliche Hauptzutat, die als erstes in die Pfanne kommt, nicht mehr mit dabei ist. Also muss man anders anfangen und dabei das „Chili con …“ weit auslegen. Immerhin sind solche Beigaben wie Mais u.ä. auch nicht original sondern kamen wohl über den Umweg Europa ins Gericht. Ganz ursprünglich war Chili con carne genau das: Chili und Trockenfleisch (und natürlich Wasser). Selbst die Bohnen kamen irgendwann erst später dazu. Heutiges Hauptkriterium scheint die Schärfe des Gerichtes dank Chilizugabe zu sein. Der Rest ist variabel.

Bevor die Zubereitung los ging, habe ich spaßeshalber mal den ausgedachten Namen mal gesuchmaschinet und war ein wenig enttäuscht. Mist, das gibt’s schon. Zwei Varianten habe ich mir genauer angesehen, wobei eine son ein bisschen in meine Richtung ging. Das andere war – ehrlich gesagt – einfach nur schrecklich. So wie sich das las, hätte mir das Endergebnis definitiv nicht geschmeckt. Ich erspare die Enthüllung, den Link dahin hatte ich mir sowieso nicht gespeichert. 😉

Wie viele gute Gerichte fängt auch dieses mit dem andünsten von Zwiebeln an. Vielleicht etwas viel Zwiebel, aber ich hatte nur eine große Gemüsezwiebel im Haus …

Zwiebeln in der Pfanne glasig dünstenAnbräunen soll sich eigentlich nichts, aber wenn doch, ist es wahrscheinlich auch nicht schlimm. In das Bratfett (=Butter mit Öl) gab ich auch gleich noch etwas Salz und bei mittlerer Hitze schmurgelte das sanft vor sich hin. Zeit, um Wasser für den Reis zum Kochen zu bringen und Chili zu schneiden.

Chili zugeben (okay, das meiste sind Paprika)Paprika ist wohl, wenn ich mich richtig erinnere, keine eigene botanische Klasse, auch sie gehören zu den Chilis, wenn auch gaaaaaaanz mild. Damit wenigstens die Form stimmt, habe ich je eine rote und eine gelbe Spitzpaprika genommen. Etwas frischer Chili und etwas geräucherter kamen auch noch mit dazu. Weiter anschwitzen.

Chili, Paprika Zwiebeln andünstenDas durcheinander ist noch etwas trocken, deswegen kamen noch zwei kleingeschnittene Tomaten dazu,

Tomatenstückchen zugebenUntergerührt und gut bedeckelt köchelte das eine gute Viertelstunde vor sich hin. Wider Erwarten kam diesmal nicht viel Flüssigkeit zusammen, deswegen half ich zwischendurch mit etwas Tomatensaft nach. Am Ende sah das dann so aus und köchelte.

Es blubbert in der PfanneZeit für die Bohnen. Die wurden aus der Dose befreit und mit dazu gegeben.

Kidneybohnen zugegebenZwei Fischfilets (ich verschweige die Art, es ist sowieso die falsche, s.o.) habe ich in Häppchen geschnitten und dann oben aufgelegt. Idealerweise ist vorher der Pfanneninhalt schon final abgeschmeckt.

Fischstücke auflegenEin wenig rütteln an der Pfanne ließ den Fisch einsinken, ein Deckel beschleunigte das Garen von oben.

Bedeckelt garen lassenDas dauert dann nur wenige Minuten. Zum Schluss – der Reis sollte langsam fertig sein – wird nochmal vorsichtig umgerührt und es könnte angerichtet werden.

Chili con Pescado ist fertigEin paar Taccos dazu, wäre auch eine Idee … Aber wozu hätte ich dann den Reis gemacht?

Chili con Pescado mit NaturreisSehr zart war der Fisch, er fiel förmlich auseinander. Deswegen: festkochender Fisch!

Chili con Pescado mit NaturreisDas ganze hat orgentlich Pfiff gehabt und heizte auch gut durch. Aber da hat jeder seine eigenen Grenzen, insofern sei die Chilidosierung jedem Selbst überlassen.

Chili con Pescado mit NaturreisEin schönes flaches Fladenbrot wäre die passendere Beilage gewesen, aber der Reis ging auch. Vielleicht auch eine kleine Pasta … Ja, auch die Kartoffel hätte gepasst, kommt sie doch großräumig aus der gleichen Gegend. Und als Getränk dazu vielleicht etwas aus der südosteuropäischen Küche: Ayran. Oder was anderes mit Joghurt oder Milch, als wirksame Löschung des Chilibrandes …

Wenn der Blick aus dem Küchenfenster Richtung Osten geht

Es ist wirklich ein Zufall, dass sich die Gemeinsamkeit zwischen dem Thema der Vorbemerkung und das Sonntagsgericht der osteuropäischen Küche entlehnen. Die Sonntagsidee kam als Anregung aus dem Fernsehen, mein Rezept ist also eher prinzipiell nachempfunden als „original“, wobei es sowieso kein eindeutiges Originalrezept gibt, egal, was andere schreiben/sagen. Und mein Küchenfenster geht wirklich Richtung Osten raus … 😉 

Was mir aber aufgefallen ist (ganz empirisch): Es scheint eine gewisse Abstinenz von Cuttern in der osteuropäischen Brühwurstherstellung zu geben. Klassisch ist die hier im Blog schon behandelte Aufschnitt-Krakauer zu nennen, die im Inneren mit einer großen Stückigkeit positiv auffällt. Neulich ist mir nun ein Pärchen „Brühwürste nach mährischer Art, geräuchert“ in den Einkaufswagen gefallen, deren Abbildung ich leider verpasst habe. Der beiden waren sowohl kalt als auch warm ein Genuss und zeichneten sich durch eine schöne Grobheit im inneren aus. Form und Größe erinnerten an übergroße Bockwürste, vor allem in der Länge (ca. 20 cm), ein wenig auch im Durchmesser. Die Form wirkte wie aus Handarbeit, eine gewisse Uniformität, sonst Würsten gern zueigen, war wenig ausgeprägt. Mal sehen, ob ich das Produkt nochmal entdecke, es steht aber zu befürchten, dass es Aktionswaren war.

Sonntagmittag

Es ist doch ein kurz irritierendes Gefühl, wenn man ein Gericht vor hat zu kochen, dass – zumindest in der eigenen Vorstellung – einer Zutat bedarf, die bei der Sichtung der Vorräte nicht im Hause ist. Und die man so einfach am Sonntag auch nicht beschaffen kann. In meinem Fall geht es um Tomatenmark, dass ich offensichtlich beim Gulasch von neulich aufgebraucht hatte. Nungut, kam es auf die Einlaufsliste, gleich gefolgt Dosentomaten, die ich stattdessen bemühte, weil (noch) vorrätig. Jetzt nicht mehr. Aber ich greife vor.

Wie viele gute Schmorgerichte mit Soße fängt alles mit dem Anschmoren von Zwiebeln an. So auch hier. Zuvor noch die kleine Fettorgie:

Butter in Öl schmelzenIn etwas Rapsöl habe ich etwas Butter geschmolzen. Das gelang, weil unter der tiefen Pfanne eine Wärmequelle versteckt war. Dann kamen die Zwiebeln dazu.

Zwiebeln anschmorenDies geschah in Form von drei gespaltenen Gemüsezwiebeln. Die wurden etwas angeschmort, bis sie dezent weich und glasig wurden. Dann wurde alles „papriziert“.

Mit Paprika würzenDas sind übrigens 3 verschiedene Paprikapulver. Edelsüß, rosenscharf und geräuchert. Da möge jeder nehmen, was ihm behagt. Hier käme zum Anrösten auch noch das Tomatenmark dazu … Also kam hier nach dem Einrühren des Paprikapulvers die Dose Tomaten dazu.

Dosentomaten zugebenNebenbei habe ich Gemüse geschnibbelt. 5 Tomaten in relativ kleine Stücke. Ich habe sie nicht gepellt, deswegen die kleineren Stücke.

Tomaten zugebenDer Trick beim zerschneiden von Tomaten, um keine Schweinerei auf dem Schneidbrett zu erzeugen, ist übrigens Schneiden ohne Drücken. Nur mal so. Gilt auch für andere Schneidarbeiten. Weniger drücken, mehr schneiden. 

Drei Paprika in Streifen geschnitten kamen auch noch mit dazu. 

Paprikastreifen dazugebenAlles wurde eingerührt, mit Salz und Pfeffer gewürzt. Ich habe auch noch eine vorhandene Paste aus Chili und Knoblauch dazugegeben. Dann: Hitze runter, Deckel drauf.

Deckel drauf und schmurgeln lassenUnter gelegentlichem Umrühren leise vor sich hin köcheln lassen. Die Bildanalyse zwischen dem ⇑Bild und dem ⇓ Bild ergab: Das köchelte eine gute Stunde leise vor sich hin. Und sah dann so aus:

Fast fertig.Und: Nein: Es ist keine Brühe, kein Wasser, oder irgendeine andere Flüssigkeit dabei. Alles aus dem, was in den Gemüsen steckte. 

Zeit, um das Drumherum her- und alles anzurichten:

Knusperfischfilet, Wild-&Vollkornreis, LetschoDer Reis ist eine Kombination aus Wild- und Vollkornreis, das Riesenfischstäbchen ist ein Knusperfischfilet eines bekannten zusatzstofffreien Herstellers. 

Knusperfischfilet, Wild-&Vollkornreis, LetschoDie Anordnung auf dem Teller war übrigens durchdacht: Die Feuchtigkeit des Letscho sollte ja nicht die knusprige Panade des Fischs aufweichen … 

Knusperfischfilet, Wild-&Vollkornreis, LetschoHat übrigens geklappt und alles kam erst auf der Gabel und dann im Mund zusammen. Lecker. Es hatte auch ein wenig Pfiff, da irgendwann vor dem Deckel auch noch eine gehackte frische Chilischote den Weg in die Pfanne fand … 

Abendbrot

Einen Rest wollte ich als Frittata, gefüllt mit Reis und Letscho, zum Abendbrot essen. Aus dem Omelett wurde es nix, also gab es gefülltes Rührei. Oder Bratreis mit Ei und Letscho. Nennt es, wie ihr wollt. 

Abendbrot: Gefülltes RühreiJetzt hab ich noch Vorratsdosen Letscho im Kühlschrank. Wer hätte auch gedacht, dass aus 3 Gemüsezwiebeln, drei Paprikaschoten, 5 Tomaten und einer Dose Tomaten soooo viel Letscho entsteht. 😉 Vielleicht kann ich es meinen Kolleg/inn/en auf Arbeit andrehen, wobei: eine ist chilisensibel, sie gehört also nicht zur Zielgruppe. Hätte ich mal früher dran denken sollen.

Homeoffice, long cooking und keine Cola

Es soll Menschen geben, die Homeoffice mögen. Ich gehöre nicht dazu. Allen Klischees zum Trotz macht Homeoffice mehr Arbeit als die normale Arbeit im Büro. Nicht nur zeitlich, sondern auch von den Inhalten. Und was man so remote erledigen kann, bei mir sind das ca. 80-90% der normalen Arbeit, dauert eben von zu Hause aus alles immer ein wenig länger. Aber ich verschiebe eben auch nicht nur irgendwelche Word-Dokumente von A nach B, die kleinsten Dateien fangen zwar bei 10 MB an, normal sind aber gern 100 oder 200 MB, und sowas durch eine VPN-Verbindung mit „normalem“ DSL auf beiden Seiten durchzwängen dauert eben immer ein μ länger als direkt bearbeiten. Und auch die μ’s summieren sich, der normale Workflow stockt usw.

Aber letzte Woche wurde ich durch äußere Umstände doch mal ins HO gezwängt. Und das gleich 2 Tage lang. Glücklich ist anders. Aber so gab es endlich die Chance, etwas, was ich gekauft hatte, zu verarbeiten. Schon seit längerem vertrete ich den mal irgendwann aufgeschnappten Gedanken, dass das beste Fleisch für ein Gulasch Wadenfleisch ist. Hierorts ist das aber nicht so einfach, an sowas heranzukommen. Bisher kaufte ich meist ein oder zwei schön dick geschnittene Beinscheiben, die ich dann auslöste und auch die Knochen noch mit verarbeitete, irgendwann aber, wenn sie ausgelaugt waren, wieder aus dem Topf nahm. Neulich beim Einkaufen lag da etwas rum, was ich auf den ersten Blick als ganzes Filet identifizierte. Da es für ein Schweinefilet aber zu groß, für ein Rinderfilet hingegen zu klein war, beäugte ich das Stück genauer und las: Wadenfleisch vom Kalb. Sofort musste ich an Gulasch denken und kaufte das Stück. Später kamen noch 5 große Zwiebeln mit nach Hause und ich hatte alles, was ich brauchte. Nur eigentlich keine Zeit. Nun ist Gulaschkochen zeitlich (rein netto) so aufwendig nicht, aber der Topf steht doch laaaange auf dem Herd und bedarf der gelegentlichen Aufsicht. Aber dann kam das Homeoffice. 😉

Eine Wade vom KalbDas ist übrigens die Wade. Die habe ich nur grob gewürfelt, mehr Vorbereitung brauchte es nicht. Die Zwiebeln wurden ebenfalls nicht sehr fein zerteilt und in etwas Öl im Topf angeschmort.

Zwiebeln anschmoren5 große Zwiebeln, etwas kleiner als die üblichen Gemüsezwiebeln, schmurgelten vor sich hin. Die Idee dahinter, Zwiebel und Fleisch im Verhältnis 1:1 zu haben. Nicht unbedingt vom Gewicht her, aber vom Volumen.

Gulaschansatz: Zwiebel, Paprika, TomatenmarkAls die Zwiebeln gut angeschmort waren, kamen Paprika und Tomatenmark dazu, die dann ebenfalls angeröstet wurden. Aufpassen, dass nix anbrennt! Bevor das passierte, habe ich – nur zur Sicherheit – ca. ½ Tasse Wasser in den Ansatz gegeben. Eher weniger. Und das Fleisch.

Wadenfleisch dazugegebenJa, es ist nicht angebraten. Die Idee kommt vom Wiener Saftgulasch. Alles wird gut durchgerührt.

Fleisch untergerührtDa ich noch ein paar Tomaten rumschwirren hatte, wurden die auch noch klein geschnitten und kamen mit in den Topf.

Gulasch, fast fertigEine frische Chilischote kam auch noch dazu. Salz, Pfeffer, Thymian, Majoran und – wenn ich gehabt hätte – etwas Zitronenabrieb. Durchrühren, Deckel drauf, Hitze schwach, köcheln lassen …

Gulasch in Ruhe köcheln lassen… und sich wieder der Arbeit im Homeoffice zuwenden. Sicherheitshalber einen Kurzzeitwecker auf 30 min. stellen, zum nachgucken, umrühren und wieder auf 30 min. stellen. Nach 3-4 Stunden ist dann alles super. Dann wurde abgeschmeckt und alles auskühlen gelassen. Der Großteil wurde portioniert und eingefroren. Ein Teil wartete auf den nächsten Tag und die dortige Mittagsstunde.

Zwischendurch, da die Heimarbeit doch einiges im Tagesgefühl durcheinanderbrachte, habe ich eine Tea(wurst)time eingelegt.

It's Tea(wurst)timeDie Teewurst ist ja mal dafür erfunden worden, zum Nachmittagstee gereicht zu werden. Bei mir war „Milchkaffee“ im Glas (also kalte Milch und Kaffeesirup). Geht auch.

Der nächste Tag

Gulasch mit NudelnSo sah das Gulasch dann im Zusammenspiel mit Nudeln aus. Ich mag Löffelgerichte. Oder allgemein Gerichte, die man mit einem Besteckteil essen kann. Die Fleischbrocken waren so zart, die konnte man ggf. mit dem Löffel zerteilen.

Gulasch mit NudelnHm, lecker. Mit einer kleinen Schärfe und hocharomatisch. Ist eben auch kaum Wasser drin, was den Geschmack verdünnt hätte.

Der Versuch

Keine ColaNein, das ist keine Cola. Weder normal, light oder zero. Es hat aber Koffein, und keinen Zucker. Es sprudelt. Was ist das?

Tja, wenn man schon mal Kaffeesirup im Haus hat, kann man auch ein wenig damit experimentieren und eine Portion davon mit Sprudelwasser aufschütten. Sozusagen Kaffeelimo. Ist so pur sicher nicht jedermanns Geschmack. Aber ich könnte mir vorstellen, dass – aufgegossen mit einem anderen geeigneten Getränk – auch was halbwegs vernünftiges dabei herauskommt. Ich habe vor längerer Zeit mal versucht, selbst erstellten Espresso mit Tonic Water zu kombinieren, was durchaus trinkbar war, aber auch ein wenig den Duracell-Häschen-Effekt auslöste. Ich glaube, ich muss mal wieder Tonic kaufen …

Sonntagmittag

Das Sonntagsessen ging diesmal schnell. Ich hatte ja noch Gulasch vorrätig. Nur, wie sollte ich es kombinieren. Ich hatte mehrere Ideen. Einerseits hatte ich vor, es zu einer Art Szegediner Gulasch weiterzuveredeln, indem ich Sauerkraut mit dazu gab. Die beiden Sorten, die ich im Haus hatte, schienen wenig geeignet, da sie schon komplett durchgegart schienen. Frisches wäre eine Idee gewesen, war aber nicht da. Aber es fand sich noch ein Kohlrabi, der dringend verarbeitet werden musste. Also gab es Kohlrabi-Kartoffel-Stampf als löffelfähige Beilage.

Gulasch an Kartoffel-Kohlrabi-StampfDa war beim Anrichten noch ein Garnierring in der Mitte, der Gulasch und Stampf in Zaum hielten. Ohne den Ring passierte dann das, was zu sehen ist.

Gulasch an Kartoffel-Kohlrabi-StampfBei dem Bild fällt mir ein, dass ich euch bei der Zubereitung des Gulaschs oben eine Zutat verschwiegen habe. Etwa bei halber Garzeit habe ich noch etwas durchwachsenen Speck für den Geschmack dazu gegeben. Ganz verkocht ist er nicht mehr, deswegen ist er hier auf dem Bild zu sehen.

Gulasch an Kartoffel-Kohlrabi-StampfEigentlich bin ich kein großer Freund davon, zu Gerichten mit Soße Stampfkartoffeln zu reichen. Wenn ich aber sowas auf dem Teller sehe und dann auch essen darf, fange ich an, mein Vorurteil zu überdenken. Paradigmenwechsel heißt das dann wohl.

Quatsch mit Soße, einiges Inneres in wandernden Kontext

Nachdem ich im letzten Beitrag die etwas plörrige Soße alla Hollandaise eines bekannten Herstellers bemerkt hatte, griff ich bei einem der dieswöchigen Einkäufe mal ins Regal, um eine „normale“ Hollandaise des gleichen Herstellers zu ergreifen. Die letztwöchige war wohl „für Gemüse“ und war nicht das „“Original““*. Zwei Bemerkungen zum Vorgang im Supermarkt: 1. Ich stellte das Paket nach der Lektüre der Zutatenliste wieder ins Regal. 2. 😡🤬👹💣💥🤢🤮☠️

Es ist doch sehr bedauerlich, dass „Sauce Hollandaise“ offenbar durch keinerlei halbwegs verbindliches Regelwerk auf irgendeine Art für die Industrie definiert ist. Das wird der Grund dafür sein, dass uns deswegen unter dem Namen jeder mögliche Scheiß verkauft wird. Entschuldigt den etwas ausfallenden Ausdruck, aber was sich manche Firmen erlauben, den Leuten anzudrehen, läuft unter Betrug. 5% Eigelb und 15% Öl (was in einer Hollandaise nix, aber auch gar nix zu tun hat) sind die Anteile der wertgebenden Zutaten. Hinter den beiden Zutaten kam noch einiger (mengenmäßiger Kleinkram). Davor, und demzufolge mit mehr als 15% Anteil (schätzungsweise mind. 70% (in Worten: Siebzig Prozent)) eine Zutat, die in einer Hollandaise ebenfalls nix zu tun hat: Dihydrogenmonoxid. Hydrogenlauge. Oxyhydrogensäure. Vulgo: Wasser. Ich nehme mir mal diese „“Hollandaise““ als Maßstab für die Qualität der anderen Produkte unter der gleichen Marke, was einer Aufnahme in meine Not-To-Buy-Liste gleichkommt. Pfui.

Sonntagmittag

Das o.g. und einige andere Aspekte brachten mich dann dazu, am Sonntag eine Art von Soße selbst zu ziehen. Es vereinfachte die Sache, dass ich mir doch mal wieder Stampfkartoffeln gönnte, eine Begleitung, die in meiner Welt Soße in größeren Mengen überflüssig macht. Ich hätte das Gemüse also auch grillen können, es hätte genauso gepasst. Aber die Protein- und Nährstoffquelle wurde schon gebraten, da durfte das gesunde Zeuch ein wenig aromatisch baden.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberLeber vom Schwein, Paprikagemüse und die 2432. Version von Stampfkartoffeln, diesmal auf eine Art, die ich so noch nie gemacht hatte, mit einem ganz neuen Ergebnis. Durchaus empfehlenswert. Wobei auch die Leber eine kleine Neuheit ist für mich, da ich sie sonst noch nie zubereitet hatte, wenngleich auch schon öfter mit Genuss gegessen.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberDie Scheibe Schweineleber wurde vor dem Braten ein wenig gesalzen, gepfeffert und bemehlt und dann sanft, aber nicht allzu sanft, in einer Pfanne mit Butter und Öl gebraten. Für’s nächste Mal werde ich sie vermutlich in Tranchen schneiden und dann als „Medaillons“ braten, dann sind sie wenigstens überall gleich dick. Wobei die unterschiedlichen Dicken auch ihren Vorteil haben. Während in den zentralen Regionen eine gute Saftigkeit vorhanden ist, wird es in den Außenbereichen etwas bissfester, was durchaus auch seinen kulinarischen Reiz hat.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberFür’s Paprikagemüse habe ich nur je eine rote, orange und gelbe Paprika geputzt und klein geschnitten. Im Topf kamen mit etwas Olivenöl noch zwei kleingewürftelte Schalotten zum glasig werden, dann die Paprikawürfel dazu, ein wenig Salz und Pfeffer kam auch in den Topf, alles wurde durchgerührt, gut bedeckelt und ab und zu im Topf gewendet. Ein wenig „Mehlschwitze“ kam dann auch noch dazu, um die sich bildende Flüssigkeit ein wenig zu bändigen, das Bild zeigt, dass das nicht ganz gelang. Was will man auch schon von einem Produkt, dass irgendwie nach Vogelfutter aussieht, auch schon erwarten? 😉

Bei den Stampfkartoffeln habe ich mich von einem am Vormittag gelesenen Artikel über Ofenkartoffeln inspirieren lassen. So habe ich ein paar mehligkochende Erdäpfel gut gewaschen und bei 190°C für eine dreiviertel Stunde (die Kartoffeln waren nicht so groß wie klassische Ofenkartoffeln) in den Ofen bei Umluft gelegt. So zumindest der Plan. Etwa 3 Minuten vor Ablauf der Zeit knallte es erstaunlich laut im Ofen – eine der Kartoffeln war förmlich explodiert. Die Schale lag fast völlig entleert auf dem Gitter, etwas zerzaust war ihr Inneres aber im wesentlichen zusammen geblieben. Aber nur im wesentlichen. Ein Teil hatte sich im gesamten Ofen verteilt, was eine kleine Putzorgie auslöste. Aber man soll sich eben doch daran halten, was in dem Artikel steht: „Stich rundherum ein paar Löcher in die Kartoffeln. So kann beim Backen Dampf entweichen und sie platzen nicht auf.“ Also das nächste Mal mit Löchern in der Schale.

Da die Kartoffeln aber auch gar waren, habe ich sie aus dem Ofen genommen, entpellt und dann nur mit einem Löffel mit Butter vermengt. Am Ende kam dann noch Petersilie dazu. Achja, und gesalzen habe ich sie bei der Butterzugabe auch noch. Diese doch sehr weichen und sehr trockenen Kartoffeln sogen die Butter auf wie nix und es ergab sich ein sehr, sehr feines Püree ohne Kartoffelpresse u.ä. Hilfsmittel. Allein durch das Einrühren der Butter. Milch/Sahne habe ich mal weggelassen, wären aber sich auch denkbar gewesen. Aber ich brauch ja noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten für’s nächste Mal. Und das wirds geben!

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*) Doppelte Anführungszeichen, weil ja selbst das „Original“ nix mit dem Original zu tun hat.

Frittiertes, gebratenes, karamellisiertes, aufgebrauchtes

Wie macht man aus etwas, das, wenn es das gäbe, einen Nutriscore von A+ bekommen würde, ein Produkt, dass nur noch C oder D bekommt? Ganz einfach: Man frittiert es. Und dabei heißt es doch immer: Frittieren macht alles besser. Oder war es das mit dem mit-Käse-überbacken? Egal. Schauen wir mal ins Regal einer Handelseinrichtung, greifen ungläubig hinein, kaufen, nehmen mit nach Hause und schauen nochmal:

Frittierte Bohnen und PaprikaDa sind zwei Plastikpackungen mit Gemüse mitgekommen, snackfähig. Und nicht nur das: Um die Gemüse attraktiv(?) zu machen, wurden sie vor dem Verpacken frittiert. Im Ernst: Die Bohnen und die Paprikastücke sind frittiert! Bei den Bohnen führte das übrigens zu einer gewissen Geschmacklosigkeit.

Frittierte BohnenMan kann die Konsistenz kaum beschreiben: sehr fein zu Staub zerfallend, leicht ölranzig im Abgang, das bohnige war nicht existent. Ganz anders beim Paprika.

Frittierte PaprikaDa schmeckte das Frittieröl richtig ranzig, die Paprika neigten außerdem zu einer gewissen Bitternes, am besten waren noch die roten. Läuft unter einmal probiert, nie mehr gekauft. Die Idee hatte ja was, aber die Ausführung …

Sonntagmittag

Neulich las ich, dass Chicorée ein Wintergemüse ist und eigentlich gerade Saison hat. Ein guter Grund, es mal wieder zu kaufen. Nur, was gibts dazu. Ich erinnerte mich an einen Rest Gemüsebrühe, die ich noch vom letzten Sonntag hüte und spielte mit dem Gedanken, ein richtiges Soßengericht daraus zu machen, ausnahmsweise mal nicht mit Stampfkartoffeln. 😉 Nur was dazu. Und weil ich auch schon – aus gutem Grund – lange keine Bratwurst mehr hatte, kam die dann mit dazu.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstIhr dürft gern fragen, wie ich die Bratwurst so schön gleichmäßig ohne Fettfilm und ohne Heißluftfritteuse  hinbekommen habe. 😉 Die Salzkartoffeln sind Salzkartoffeln. Ganz klassisch. Der Chicorée ist frei extemporiert. Ich habe die zwei der weißgelben Gemüse halbiert und den unteren, strunkigeren Teil dann in etwas Butter angebraten, Salz, Pfeffer und etwas Zucker waren mit dabei. Als sich Bratspuren zeigten, habe ich eine fein geschnittene Schalotte noch mit dazu gegeben. Mein Blick fiel dabei auf das, was sonst noch so rumschwirrte und der Blick fokussierte sich auf einen alten Apfel. Da fiel mir eine Folge einer von Nigel Slater’s Kochsendungen ein, die u.a. die Botschaft hatte, dass Apfel und Schweinefleisch gut zusammen passen. Also schnibbelte ich den Apfel auch noch klein und gab ihn mit in die Pfanne. Alles wurde nochmal gut durchgeschwenkt und bekam dann einen Aufguss mit einem halben Glas Gemüsebrühe. Alles durfte einmal aufkochen und köchelte dann noch ein wenig vor sich hin. Nach ein paar Minuten gab ich die zerblätterten oberen Hälften vom Chicorée dazu, dass er sich auch noch ein wenig erwärme und dann konnte auch schon angerichtet werden.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstAchja, irgendwann zwischendurch, vermutlich mit den Apfelstücken, kam auch noch eine halbe Chilischote dazu, für den gewissen Pfiffffff. Da kann jeder selbst überlegen, ob er das macht und wenn ja, in welchem Maße … Ich habe einen Hauch übertreiben. Aber feuerspeiend war es dann auch nicht.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstDie Wurst wurde übrigens in der Mikrowelle gegart. Zumindest dem Gerät. Aber nicht mit der Funktion. Meine kann auch noch Grill (war es auch nicht) und Heißluft. Wie ein kleiner Umluftofen im Mikrowellenformat. Finde ich super und würde ich jedem, der über die Anschaffung einer Mikrowelle nachdenkt, empfehlen. Die Heißluftfunktion kostet zwar ein paar Euros mehr, aber für das tägliche Kleinklein ist es immer besser, als den großen Ofen anzuheizen. Den Nutzte ich im letzten Jahr quasi 1x. Für den sehr frischen Karpfen. Alles andere kam via umluftfähiger Mikrowelle.

Ausflug, Straße, ein flotter Hecht, ein Rätsel und ein wenig (künftiges) Glück

Zum Anfang ein wenig Glück. Vor einer Woche hatte ich ein wenig über Trauer geschrieben, bezogen auf die eingeschränkten Öffnungszeiten meines Lieblingsfleischers. Mittlerweile kenne ich die Gründe und weiß, dass diese befristet sind. Es handelt sich um eine Straßensperrung, die auch mich ein wenig behindert auf dem Weg zwischen Heim und Fleischer, die aber offenbar auch die Kundenzahlen beeinflusst. Sobald die Sperrung weg ist, soll wieder zu den alten Öffnungszeiten zurückgekehrt werden. Mmmmmhhh.

Nachdem ich am Sonnabend bei meiner kleinen Kochblogschau zwei, drei Rezepte mit Kass(e)ler und Senfsoße gesehen hatte und einen Artikel las, der über den Verdacht (mal wieder) berichtete, dass rotes Fleisch u.U. das Krebsrisiko erhöhen könnte, nehme ich das mal zum Anlass für einen Gedanken, bei dem ich mich in einem meiner letzten Artikel selbst widerspreche. Seit einiger Zeit versuche ich, gepökelte Produkte zu minimieren oder zu meiden. Und das ist gar nicht so einfach, da gerade auch Industriefleischer es beinahe überall ranhauen, weil es so schön rötet und damit die Produkte attraktiver für die Kunden sind. Es gibt schon einiges, was ich bewusst nicht gekauft habe, ich aber gern mal wieder gegessen hätte, weil es nur in leuchtend Rot verfügbar war, obwohl es klassisch auch in naturell verwendbar wäre. In mir reifte in dem Zusammenhang ein Gedanke, deren Wahrheitsgehalt ich nicht abschätzen kann: Aber wenn Krebsstudien von „rotem Fleisch“ sprechen, werden die ja meist für uns aus fremden Sprachen, meist englisch, übersetzt, und da gehen ja manchmal ursprünglich gemeinte Bedeutungen verloren*. Wer weiß, ob das rote Fleisch im Original nicht auch als gerötetes Fleisch übersetzt werden könnte.

Ansonsten war meine Woche kulinarisch eher ereignisarm, wobei es doch zwei Höhepunkte gab, von dem ich einen nicht dokumentierte. Aber jemand anders tat es, in dem Fall die Erschafferin des Highlights. Zwei Bilder der Beeren-Minz-Torte findet der kundige Surfer hier. Man beachte die richtige Reihenfolge der Hauptzutaten. Eine Minz-Beeren-Torte wäre schnell zu einer Minzbärentorte verkommen, wobei die Frage gestattet ist, wo die frischen, grünen Bären herkommen. Klimawandel sei dank (ich weiß, falsche Wortwahl) gibt es ja auch schon Cappucino-Bären, eine Mischung aus Eisbär und Grizzly, zwei Arten, die sich früher nicht begegnet wären.

Das zweite Highlight bezog sich dann auf das Mittag am Sonntag. Ich war mal wieder speisen …

Zuvor noch ein Gedanke, der mich ereilte. Vor längerer Zeit berichtete ich mal von meiner kleinen Sünde, Brotchips „Knoblauch“ gern ein wenig in Majonäse zu dippen. Das funktioniert übrigens auch mit Salzstangen sehr angenehm. Laut eines Kommentars war die Kombination mit saublöd noch untertrieben beschrieben. Aber, wenn man genau drüber nachdenkt (und auch immer auf die Dosis achtet). Ist das ungesundeste an diesem gelegentlichen Naschausflug vermutlich der Brotchip bzw. alternativ die Salzstange. Während beide im wesentlichen aus Weißmehl und demzufolge aus sinnlosen aber hochenergiegeladenen Kohlenhydraten bestehen, sind in der Majonäse mit wertvollem Rapsöl und proteinvollgepowertem Eigelb doch eigentlich nur die guten Sachen drin. Außerdem ist die Zutatenliste der von mir bevorzugten Majonäse sehr viel kürzer als die von Salzstange und Knoblauchbrotknusperscheibe. Spricht alles eher für die Majo als für den anderen Kram. Natürlich hat auch Majo eine Menge dieser bösen Kalorien, aber wenigstens in Begleitung guter Stoffe und fein dosiert. Chips, Kuchen, Brötchen, Sü´ßkram sind die eigentlichen Übeltäter, zumal auch in Massen gegessen.

Sonntagmittag

Ein kleiner Ausflüg krönte das Wochenende, aus Einfallslosigkeit ging’s aber mal wohin, wo wir schon mal waren. Das Schöne: es enttäuschte nicht, wenngleich es doch nicht so war wie sonst. Insgesamt war ich wohl insgesamt schon dreimal jetzt da und es war immer anders. Einmal saß ich im (klassischen) Restaurant, einmal auf der Terrasse und dieses mal im Festsaal, der aus Gründen das Restaurant vertrat. Und weil die Peene in der Nähe rumfloss, gab’s Peenehecht. Und weil Hecht doch auch immer gern ein wenig grätig ist, gab es ihn in einer Form, wo Gräten irrelevant werden. Und dann auch noch (s.o.) „gerötet“. 😉

Gefüllte Paprikaschote mit Peenehecht auf Pilz-Graupen-Risotto und KrustentierjusEine mit Peene-Hecht gefüllte Paprikaschote lag auf einem Graupenrisotto, in dem auch ein paar Pilze eingerührt waren. Ergänzt wurde alles von einem Krustentierjus, einen zartfrittierten Crunchetwas und Erbsensprossen. In der Form stören beim Hecht keine Gräten, das Essen war sehr lecker und der Service fast noch besser. Der Ausflog hat sich sehr gelohnt und die Anlage (eigentlich ist es ein Hotel, dass früher mal ein Gutshof war) mit Hofladen und allerlei schöner Gegend lädt auch zu einem kleinen Spaziergang ein.

P.S.: Eine lustige Windows-Anzeige

Zum Schluss mal eine lustige Windows-Anzeige. Klein, leicht zu übersehen, aber ich sehe sie (vom Prinzip her) einmal die Woche. Nur die Zahlen sind variabel.

Lustige Windows-Statuszeile mit der Angabe, dass im Ordner 67 Dateien enthalten sind, von denen 134 markiert wurdenEin Ordner mit 67 Elementen, von denen 134 ausgewählt sind. Und wenn ich dran denke, gibts in einer Woche die Auflösung.

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*) siehe: „Künstliche Intelligenz“ als Übersetzung von „Artificial Intelligence“, Intelligence bedeutet im englischen auch Geheim-/Nachrichtendienst (s. CIA)

P&C&ЯR&BBQ (geupgedatet)

Irgendwie bin ich wohl gerade ein wenig in der Test- und Ausprobierphase. Wobei: War ich da jemals raus? 😉 Hängt immer von der Umgebungsaufmerksamkeit beim Einkaufen ab. Und ein wenig von Herrn Lege. Aufmerksamkeit kann auch ein wenig gelenkt werden, und wenn ich (egal, ob alte oder neue Folge) bei Sebastian Lege was gesehen habe, geht manchmal ein Türchen auf und ich probiere auch mal was, was ich dort sah, was aber sonst nicht so wirklich ins Blickfeld geraten wäre.

Ginseng ist sowas. Aber in völlig anderem Zusammenhang. Aber war Ginseng nicht was für alte Menschen? Nungut, der frischeste bin ich ja auch nicht mehr, aber Ginseng-alt? Immerhin so alt, dass ich mich – sehr dunkel – an irgendeine Ginseng-Nahrungsergänzung aus dem Werbefernsehen anno dunnemals erinnere. Dass das Wort auf der Dose, die ich neulich öffnete, auch mit drauf stand, hatte ich so auch gar nicht erwartet. Mich hatten eher die Marke (bei Lege gesehen) und das „Original Flavour“ gelockt. Und das Ginseng-Aromaextrakt war auch nur zu 0,0004% (Nullenanzahl mehrfach geprüft) im Getränk enthalten. Ansonsten die üblichen Verdächtigen: Wasser, Zucker, Zitronensäure, Kohlensäure, …, Süßungsmittel, …, Zuckerkulör, u.a.

Zucker UND Süßstoff? Hä? So komisch habe ich dieser Tage auch ein zweites Mal geguckt. Da war ich in frühere Jahre eingetaucht und heute ein wenig – nicht wirklich – verwundert. Stichwort „Jugendsünden“, wobei es recht späte Jugendsünden waren. Aber wir kannten es ja nicht, die Grenze war gerade erst auf und wir wurden überschwemmt. Aber zur Story und ich versuche es mal in kurz und starte Anfang der 1990er Jahre. Nachdem ich sie probiert hatte, stellte ich fest, dass Coke mir irgendwie nicht schmeckte. Nicht wegen der (aus heutiger Sicht) übertriebenen Süße, sondern wirklich geschmacklich. Also probierte ich die große Konkurrenz und blieb dann auf Pepsi hängen. Inkl. 7up, was mir auch besser als Sprite schmeckte. Dass das keine gute Idee war, mich recht unkontrolliert den Softdrinks hinzugeben, weiß ich heute, aber damals waren wir dumm. Ich fürchte, mir sieht man es heute noch an, dass wir damals dumm waren. Später stellte ich zu allem Überfluss übrigens auch noch fest, dass CocaCola doch schmeckt; es war die Abfüllung, die es hier zu kaufen gab, die ein bisschen anders schmeckte als sie vermutlich sollte. Es waren wirklich, ich habe das mehrfach probiert, die Flaschen eines bestimmten Abfüllortes, die mir nicht schmeckten. Soweit zum Thema, globalisierte Produkte schmecken überall gleich.

Irgendwann siegte die Vernunft (spät, aber sie siegte) und so meide ich heute Softdrinks. Zumindest in ihrer puren Form, aber Cola schmeckt verdünnt nicht, also kam ich völlig von ihr ab. Ab und zu mal ein Glas, aber das als Genussmittel und nicht zum Durstlöschen. Nun gibt es ja Initiativen, die den Zuckergehalt in den Getränken (und nicht nur dort) drücken wollen. Entsprechende gesetzliche Regelungen werden unterschiedlich umgesetzt. CC gibt es nach wie vor voll verzuckert, aber auch als Light, Zero, was auch auf die anderen Getränke aus dem Dunstkreis zutrifft. PC ging offenbar einen anderen Weg und ersetzt einen Teil des Zuckers durch Süßstoff. Der typische Geschmack ließ mich bspw. von 7up völlig wegkommen (ich mag keinen Süßstoff, und da war er sehr deutlich zu spüren; vor Ewigkeiten hatte ich da mal was getestet.) Nach Jahren und weil ich sie in relativ klein gesehen habe, kaufte ich unlängst aber doch mal wieder eine PepsiCola. Der heimische Blick auf die Nährwerte ließen mich kurz wundern, war der Wert doch seit meinem letzten, vermutlich >10 Jahre alten Blick doch arg geschrumpft. Ich erinnerte 41 oder 42 kcal/100 ml, jetzt sind es 18. Die Zutatenliste enthüllte, warum: Zucker und Süßstoff. Und ja, auch hier schmeckte man ihn heraus. Pepsi und ich werden offenbar keine Freunde mehr.

19 kcal/100ml steht übrigens auf der Dose mit dem „Ginseng-Getränk“ – ja, wir kommen wieder drauf zurück. Der Grund war auch die Mischung Zucker/Süßstoff, die Aufklärung der Inverkehrbringer: PepsiCo D GmbH. Letzteres kam aber nicht ganz unerwartet. Herr Lege hatte darauf hingewiesen. Bei dem Getränk fiel das mit dem Süßstoff allersdings gar nicht so auf, was an seiner sonstigen Überaromatisierung gelegen haben könnte. Rockstar Energy Drink "Original Flavour"In der Dose befand sich der „Rockstar Energy Drink“, eine Getränkekategorie, die auf sehr wenig Erfahrungswerte bei mir trifft. Einige Menschen, die sowas konsumierten, haben mir manchmal einen Schluck aus ihren Dosen (via Glas) abgegeben, insofern ist mir das Geschmacksprinzip durchaus geläufig. Meine Dose „Original Flavour“ olfaktierte bereits übermäßig, war aber von allen Proben doch noch die angenehmste. In der relativen Betrachtung. Die absolute sagt aber: Nie wieder.

Sonntagmittag

Sollte ich einen leeren Teller abbilden? Sowas kennt wohl jeder. Das Mittag verschob sich in Richtung Abend, ich hatte eine Einladung zum Grillen. Aus Anlass. Meine Beigabe war ein Schnibbelsalat aus allerlei Tomaten, Paprika, Mozzarella, Frühlingszwiebeln, Olivenöl und Balsamico-Essig. Zum Schluss kam noch Basilikum dazu. Also Caprese als Salat mit Paprika.

Capresesalat und GrillgutGeviertelte bunte kleine Tomaten, gewürfelte Mozzarella-Stange, Basilikum Scheiben großer Tomaten, Röllchen der Frühlingszwiebel und klein gewürfelte Spitzpaprika … Dazu etwas Grillgut. Über den Salat kam übrigens eine Vinaigrette aus Balsamico-Essig, Olivenöl, Senf, Salz, Pfeffer, Hafersirup, etwas Zucker, Salz und Pfeffer sowie ein Schüsschen Zitronensaft. Alles in ein dichtschließendes Gefäß und kräftig schütteln. Super Vinaigrette. Cremig und aromatisch. Noch etwas abgeschmeckt und fertig. Schlägt jeden gekauften Kram um Läääängen.

Nenne wir es einfach mal Capresesalat. Die Paprika passen nicht unbedingt dazu, aber egal. Wobei für mich in eine gute Tomatensoße immer auch etwas rote Paprika mit dazu gehört. Aber das wäre vielleicht ein Gedanke fürs nachgeschobene Montagsupdate …

Montagsupdate

Die Reste des Tomaten-Caprese-Paprika-Salates dienten am Montag auf Arbeit der Mitarbeiterspeisung. Die Kollegin hatte vom Wochenende ein paar Spaghetti dabei. Die wurden in der Pfanne erhitzt und mit dem abgetropften Salatbestandteilen ergänzt. Wurde auch sehr lecker.

Sommerliche PastaWas haben wir beim Auffüllen auf dem Tellerrand rumgeschmaddert. Das geht ja gar nicht. Und dann mein Schatten mit auf dem Bild. Da ist ja (bis auf das Essen an sich) alles schlecht. 😉

Sommerliche PastaFalls sich jemand wundert, wo die Würstchenscheiben und der Mais herkommen: Die kamen von der Kollegin ihr Sonntagsessen und hafteten noch an den Nudeln mit einem kleinen Soßenrest. Das übrige Fruchtige ist der Capresesalat. Dezent frische, leicht säuerliche Soße durch das Dressing, aber das ging ganz gut. Übrigens war die Vignaigrette jetzt, am 2. Tag, auch richtig gut. Ein wenig verdünnt durch die Flüssigkeit aus den Tomaten war es richtig lecker und auch nicht wieder auseinander gefallen. Hmmmm. Hätte man so trinken können.

Feinfrost mit

Wenn bei einem Fertiggericht für die Pfanne drauf steht, dass man 4 Esslöffel Wasser dazugeben soll, wieviel Wasser gebt ihr dazu? Ich frage für meine Besteckschublade.

Fertiggericht mit Reis, Hähnchen, asiatischDas Gericht war „ohne künstliche Zusatzstoffe“ und auch ganz lecker. Kann man mal essen. Lief unter „Hähnchen süß-sauer mit Reis“. Es kann an meinem etwas durcheinander geratenen kulinarischen Tagesablauf am Samstag* gelegen haben, aber wirklich satt bin ich davon nicht geworden. Womit ich nicht auf die Menge anspiele, die war in Ordnung. Aber die sogenannten „Sättigungsbeilagen“ (hier: Reis) sind eben nicht für die Sättigung zuständig, sondern sorgen zügig für neuen Appetit (um das Wort „Hunger“, das an dieser Stelle falsch wäre, zu vermeiden).

Fertiggericht mit Reis, Hähnchen, asiatischDas Gemüse war recht knackig, alles gut abgeschmeckt. Das Geflügel hatte eine etwas eigentümliche, für Fertiggerichte aber nicht unübliche Konsistenz. Vielleicht wäre es eine Idee für die Firma, „Halbzeuge“ herzustellen, in dem Fall stelle ich mir die gleiche Mischung, nur ohne Fleisch vor, dass man dann aber selber frisch anbrät und dann die Reis-Gemüse-Soßen-Mischung darüber gibt. Könnte das Fertiggericht, dass es dann nicht mehr ist, verbessern. Ich erinnere mich, dass andere Hersteller mal solche Produkte hatten, allerdings mit totgegartem Gemüse aus Glas oder Dose.

Nochmal zurück auf die Ausgangsfrage: Wieviel Wasser sind 4 Esslöffel?

LöffelgrößeEine exakte Menge anzugeben, wird schwierig, offenbar hat die Standartisierung bei Esslöffeln noch nicht um sich gegriffen. Oder wir hatten in der DDR einfach die größeren Löffel. Bei der größten DDR, die es je gab, würde es mich nicht wundern.

Sonntagmittag

Wo wir gerade beim Tiefkühlhersteller ohne Zusatzstoffe waren. Die knusprigen Riesenfischstäbchen sind bei denen auch nicht schlecht.

Knusperfisch, Sahnekohlrabi, BackkartoffelWährend das Fischstück und die halbierten Kartoffeln im Ofen heißluftumwedelt buken, schwitze ich die Kohlrabiwürfel in etwas Rapsöl an und gab dann einen Becher Schlagsahne, Salz, Thymian und Pfeffer dazu. Dann köchelte das ganze so lange wie der Fisch im Ofen war zur Reduktion und Garung vor sich hin. Fertig.

Knusperfisch, Sahnekohlrabi, BackkartoffelZugegeben, bei den Kartoffeln musste ich etwas tricksen, ich hatte die mit 7 Minuten Verspätung mit in den Ofen gelegt, was dann ca. 14 Minuten Garzeit bedeutete und nicht reichte. Aber ein kleiner Schuss Mikrowelle im Anschluss (ohne den Fisch) reichte, um sie fertig zu garen. Das nächste mal gehen sie früher mit hinein und werden auch etwas ölbenetzt. Der Kohlrabi war nach den 20 Minuten in der Sahnereduktion bissfest, aber nicht mehr knackig, also eigentlich genau auf den Punkt.

Knusperfisch, Sahnekohlrabi, BackkartoffelUnd er war einfach nur lecker. Ich mag Kohlrabi, zumal es ihn in Portionsgröße zu kaufen gibt. Da die losen Möhren meist etwas reudig aussehen und die Beutel gefühlt 3 kg beinhalten, wovon mir dann 5/6 vergammelt, gibts lieber den Rabi. Wobei die Sahnesoße schon etwas feist ist. Aber Kohlrabi enthält kein Fett, Kartoffel auch nicht, und der Fisch kam aus dem Ofen … 😇

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*) Ich war arbeiten, das geliebte Samstagsfrühstück fiel weg und wurde durch Bäckerimbiss ersetzt. Zum Abend gab es dann „was richtiges“, eben die Tiefkühltüte.

Dolce vita holiday

Nach Pfingsten hatte ich noch Urlaub, andere mussten arbeiten, und fragten nach einer Mittagsmöglichkeit. Da fiel mir doch ein kleines Fischrestaurant ein.

Gebratener Saibling an Bratkartoffeln und GurkensalatKeine Angst, ich singe jetzt nicht „Alle Jahre wieder“ aber im Blog finden sich bereits mehrere Fotos dieses Gerichts. Ein wundervoll gebratener Saibling, dazu ebenso bereitete Bratkartoffeln, und ein Gurkensalat nebst Meerrettich, Kräuterbutter und Zitrone. Für jeden Geschmack also etwas dabei.

Gebratener Saibling an Bratkartoffeln und GurkensalatAn dieser Stelle darf ich neben dem super Fisch aus eigener Aufzucht auch noch die Bratkartoffeln erwähnen, die wunderbar knusprig auf den Tisch kamen und nicht wie bei anderen als in der Pfanne aufgewärmte Kartoffelscheiben. Auch sowas wie Bratkartoffeln wollen gemacht sein können.

Mittwochmittag

Eigentlich sollte es dieses Zutaten schon früher geben, aber nun kamen sie endlich in die Verarbeitung.

Lauch mit Bratwurst, Zwiebeln und Schmand an QuetschkartoffelnZwei Stangen Lauch, drei dicke Frühlingszwiebeln, eine rote Zwiebel, fünf Bratwürstchen, Schmand und ein paar Gewürze ergaben – in zwei Pfannen zubereitet – die Beilage zu den Quetschkartoffeln. Die Zwiebeln wurden – klein geschnitten – in etwas Butter angeschmurgelt, dann kamen die Lauchrollen dazu und gut bedeckelt simmerte es sich gar. In der zweiten Pfanne briet ich die klein geschnittenen Bratzwürste an, bis sie gut gebräunt waren. Letztendlich vereinigte ich die Pfanneninhalte, schmeckte mit Salz und Pfeffer ab, nachdem ich ganz zum Anfang schon etwas Salz in die Bratbutter gegeben und etwas Kümmel den Lauchröllchen nachgeworfen hatte. Etwas Schmand machte alles gefälliger.

Lauch mit Bratwurst, Zwiebeln und SchmandDie Quetschkartoffeln entstammen der Schnellversion via Mikrowelle und bekamen nur etwas Butter und Milch dazu. Im Gegensatz zu Stampfkartoffeln wurden sie nicht gestampft, sondern mit einer Gabel gequetscht, etwas Salz und Muskatnuss wurden dabei mit eingearbeitet.

Lauch mit Bratwurst, Zwiebeln und Schmand an QuetschkartoffelnMeine Kräuter sind leider aus … Nach dem Leerräumen und Abtauen des Tiefkühlers müssen jetzt erstmal die Vorräte wieder aufgebaut werden.

Donnerstagmittag

Eine Packung Spitzpaprika (rot, orange, gelb) und eine Packung Tomaten warten schon etwas länger auf ihren Verzehr, so dass ich eher an eine Verarbeitung als an eine direkte Verspeisung dachte. Also würfelte ich zwei rote Zwiebeln und ließ diese in etwas Butter mit Salz angehen. Dann schnibbelte ich die Paprikas dazu und gab Paprikapulver (diesmal nur edelsüß) dazu. Damit nix anbrennt, kamen die geviertelten Cocktailtomaten dazu, alles wurde durchgerührt und bei kleiner Hitze bedeckelt vor sich hinköcheln gelassen.

Tomatensoße in der MacheDieses Bild stand auch in den Sozialen Medien unter der Überschrift „Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Tomate und Paprika (und wenn man so will auch die Zwiebel) waren hier „Gottes Werk“, die hellgelben, fast weißen „Einlagen“, bspw. unten am Bildrand, sollten „Teufels Beitrag“ sein: Eine sehr klein geschnittene Kartoffel. Die garte in aller Ruhe mit und gab nach dem Pürieren und dem nachfolgenden Aufkochen eine schöne Bindung, ohne sich geschmacklich zu exponieren. Damit das mit der Bindung gelingt, nehme man eine mehligkochende Sorte. In der ebenen Form habe ich die Soße noch ein wenig köcheln lassen, eine Spur Zucker dazu gegeben (zur Abrundung) und dann war, als die Pasta auch fertig war, ein Mittagessen gelungen.

Pasta mit Tomatensoße (+Extra) und ParmesanspänenParmesan ergänzte den Tellerinhalt auf das beste und die nächsten Tage habe ich nochmal etwas Soße, in die ich dann ggf. auch noch eine Einlage verbaue. Mal sehen.

Pasta mit Tomatensoße (+Extra) und ParmesanspänenDen Parmesan habe ich der Einfachheit halber mit dem Sparschäler gehobelt, den hatte ich ja schon wegen der Kartoffel draußen …

Pasta mit Tomatensoße (+Extra) und ParmesanspänenHmm, wie der auf der heißen Pasta noch etwas vor sich hin schmilzt. Lecker. Ohne viel Schnickschnack.

Donnerstagabend

Als ich am Dienstag Fisch essen war, nahm ich auch noch etwas aus der Auslage mit. Natürlich nicht einfach so, ich habe es bezahlt! Etwas unkonventionell habe ich es dann auf einen Salat gelegt. Das war die leichtere Variante zur Bratkartoffel, die auch sehr schön gepasst hätte. Aber das entsprechende Gericht aus der Gaststätte findet sich hier auch im Blog mehrfach.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit Dressing (Extradippers)Ist diese Abendsonne nicht super?! Ich musste noch ein Buch unterlegen, dass meine Unterlage eine kleine Schräge bekommt, dass das Licht besser aufs Essen fällt.

Wenn man hier etwas mit „Kochen“ bezeichnen könnte, dann eigentlich nur das Dressing. Den Salat (Miniromano) habe ich auseinander genommen und gewaschen. Dann habe ich die beiden Fischfilets darauf drappiert und den Salat, der nicht mehr auf den Teller passte, als Dipp-Dippers ins Glasschälchen geömmelt.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit Dressing (Extradippers)Das Dressing erinnert an eine klassische Vignaigrette: Senf, weißer Balsamico, Salz und Hafersirup wurden in einem dichtschließenden und schüttelfähigen Behältnis vermischt und anschließend mit Rapsöl und dem Restöl vom Fisch durch ordentliche Schüttelei emulgiert. Honig wäre statt des Hafersirups auch eine Idee gewesen. Oder Agavendicksaft. Da ich mal wieder zu viel Essig genommen hatte, kam nach dem Abschmecken noch mehr Sirup in die Flüssigkeit, der dann auch noch eingeschüttelt wurde.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit DressingDas Ergebnis haftete schön am Salat und konnte gut aufgedippt werden. Kräuter, eine fein gewiegte Schalotte oder ähnliches wären eine schöne Ergänzung im Dressing gewesen.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit Dressing (Extradippers)Hatte ich schon erwähnt, dass das kein Matjes ist? Wobei der Hering eine gewisse Vorbildfunktion hat. Wir sehen zwei sehr rosane, ich möchte fast sagen pinke Forellenfilets, die nach Matjesart verarbeitet wurden, und sehr zart und delikat sind. Sehr lecker, kann ich unbedingt empfehlen.

Samstagabend

Den Samstag verbringe ich mit einem üppigen Frühstück und ohne Mittag. Dafür gab es etwas grillmäßiges am Abend. So muss ein gesundes Essen aussehen.

Mariniertes Nackensteak auf Kopfsalatblättern, Dressing separatDie beiden Nackensteaks hatte ich mariniert bei meinem Lieblingsfleischer erworben, bei dem man das auch kann. Das Fleisch ist vernünftig, ich weiß, wo die Tiere stehen (+/- 15 km) und wo die ihr Futter (im wesentlichen) her haben. Das Fleisch kam so groß aus der Pfanne raus, wie ich es hineingepackt habe und nichts suppte aus. Aber genug gelobhudelt. Die rötliche Marinade fand ich eher so semi. Dafür war das Kräuter/Knofi-Teil super. Immerhin. Der Kopfsalat war ein Kopfsalat (wir sehen hier nur einige äußere Blätter). Den Rest gibt es die Tage. Das Dressing könnte euch fast bekannt vorkommen. Wir sehen es weiter oben schon einmal, diesmal mit etwas Schlagsahne und den flüssigen Resten aus der Grillpfanne „gestreckt“. Super Idee.

Mariniertes Nackensteak auf Kopfsalatblättern, Dressing separatDas Fleisch hatte ich auf den Punkt hinbekommen. Ein zarter rosa Schimmer war stellenweise erkennbar, ansonsten war es aber „durch“, aber nicht trocken. Qualität des Produktes und rechtzeitiges Entfernen aus der Pfanne sei Dank. Grünzeug und hochwertiges Protein in der Kombination, was will man mehr?! Das empfiehlt der Ernährungsberater! Die Ernährungsberaterin hätte alles gern etwas feiner und nicht so rustikal. Zum Beispiel in Essgröße zerzupfte Salatblätter und vielleicht eher Geflügel oder Fisch … Aber grundsätzlich findet sie das auch nicht schlecht. 😉

Sonntagmittag

Es war heiß und drückend … Es gab Obst. Und sehr viel später noch einen Low-Carb-Protein-Riegel.

Bockwurst als Low-Carb-Protein-RiegelNatürlich ist die BoWu auch von meinem Lieblingsfleischer. Mittlerweile die einzig wahre.

Bockwurst als Low-Carb-Protein-RiegelUnd das, obwohl sie nicht immer 100%ig gleich ist. Aber sie ist die beste.

Sorry für den langen Artikel. Der kommende wird wieder kürzer.

Jahreswechsel und Philosophie

Welchen Sinn haben eigentlich Geschmackstests? Sicher, man kann Produkte auf Schadstoffe, normgerechte Zutaten, nicht zugelassene Zusatzstoffe und vieles mehr testen, aber wenn der Test dann noch „sensorisch“ mit einer Geschmacksbewertung endet, dann darf Skepsis diesem Teil gegenüber angebracht sein. Zu sehr sind wir von früheren und ganz frühen Geschmackserlebnissen geprägt und vergleichen immer mit den Dingen, die einem früher geschmackt haben. Deswegen lassen sich solche Vergleichstests nicht objektivieren und sind immer zutiefst subjektiv. Noch schlimmer wird es nur, wenn der Geschmackstest in einer Gruppe vorgenommen und die entsprechenden Ergebnisse und Bewertungen dann gemittelt werden. Die Aussagefähigkeit tendiert dann schnell gegen null. Natürlich kann man an frühen Geschmacksprägungen arbeiten und die verändern, dazu braucht es aber eine kompetente Person, die einem dann einredet, dass etwas gut schmeckt. Früher oder später ist das dann auch so. Bei mir hat’s noch keiner probiert, meinen Geschmack zu ändern. Und so greife ich immer gern auf frühe Erlebnisse zurück und mache dann mit – ich sag mal salopp – als lecker bewerteten Produkten zu vergleichen. So erwarb ich vor einiger Zeit ein Behältnis eines Senfproduktes, das in einem hoch angesiedelten Geschmackstest als bestes Produkt der Probe herausgekommen ist. Das ändert aber nichts an meiner Einschätzung, dass das Zeuch ein Fehlaroma hat. Vermutlich nur eine Geschmackskomponente, die ich bei Senf so nicht gewöhnt bin, und deswegen als Fehler ansehe. So ist wohl das Leben.

Silvester

Bei der kleinen Silvesterparty, bei der ich in den letzten Jahren zu Gast, aber auch schon Gastgeber war, versuchen wir jedes Mal etwas neues auf kulinarischem Gebiet. Das ist zwar wegen den Vorlieben einzelner Beteiligter nicht so einfach, aber irgendwas finden wir schon, um alle Interessen unter einen Hut zu bringen und die Desinteressen zu vermeiden. Einfach wird das immer mit modular aufgebautem Essen.

Zur Basislegung der Feierlichkeit gab’s zu Hause aber noch eine „Gefüllter-Kartoffelstampf“-Variation.

Kartoffelbrei mit Erbsen und SellerieDas Grünzeug sind neben Erbsen und Kräutern gehobelte Stangensellerie. Die hatte ich eigentlich für nachfolgendes gekauft, sie aber dann dort doch nicht verwendet.

Kartoffelbrei mit Erbsen und SellerieKartoffeln sind ja so eine dankbare Beilage und lassen sehr viel mit sich tun. Aber zurück zur Silvesterparty.

Dieses Jahr sollte der Teigfladen als Basis für allerlei Füllungen werden. Von sehr weit her winkten Burritos oder Taccos als Ideen dahinter. Und auch, was die Füllung betraf, wurde nur aus großer Entfernung gewunken. Am Abend selbst wurde das Hackfleisch (gemischt, Bio) bröselig angebraten, wir nannten es (fälschlich) „Hacke-Peter“, weil ich einen „Hacke-Malte“ mitgebracht hatte. Der war ein sehr weit entfernter Verwandter des Pico de Gallo, klein geschnittenem Gemüse mit ein wenig Würzung. In meinem Fall stellte Paprika (im Original gar nicht vorhanden) und Tomate die Basis dar. Klein gewürfelt wie alles. Zwiebel und Knoblauch sind auch drin, genau wie klein gehackter Koriander und Limettensaft. Eingekauft hatte ich noch mehr Gemüse, aber die Mitnahmekapazitäten waren beschränkt. In eins der Gefäße gab ich auch noch ein paar kleingehackte eingelegte Jalapeños, eigentlich sollten es frische Chili sein, aber das Tohuwabohu im Lebensmitteleinzelhandel am 30.12. ließ mich entsprechend ausweichen.

Versuch: Gefüllter TeigfladenDann ging das Experimentieren los. Manchmal sollte man aber auch mal „Bedienungsanleitungen“ lesen. Hier: die von den Teigfladen. Die erste Variante wurde recht knusprig und ließ sich nicht mehr wirklich rollen oder falten.

Versuch: Gefüllter TeigfladenBeim zweiten versuchte ich, den Fladen noch direkt in der Pfanne zu belegen, das ging schon besser, war aber auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Naja, fast - Versuch: Gefüllter Teigfladen

Der dritte Versuch brachte dann ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden war. Ich füllte den Teigfladen kalt, rollte ihn dann zusammen und wärmte ihn dann in der Pfanne auf. Das konnte sich sehen lassen.

2. Versuch: Gefüllter Teigfladen

Der Trick ist, die Überlappungsfläche als erstes zu „braten“ (die Pfanne war beschichtet, aber fettfrei). Dann blieb das Ding auch zu und konnte auch von der Gegenseite noch etwas Wärme bekommen.

2. Versuch: Gefüllter TeigfladenDie Füllung bekam auch noch etwas von der Wärme mit, der „Hacke-Peter“ war allerdings schon verbraucht, so dass hier nur „Hacke-Malte“ drin war. Neben einer Fertigsoße „irgendwas mit Paprika“ aus der Flasche.

2. Versuch: Gefüllter TeigfladenDann war satt. Gute Gespräche. Silvester. Neujahr. Weitere gute Gespräche. Heimfahrt. Reste mitnehmend.

Neujahr

Der Begriff „Katerfrühstück“ verbietet sich eigentlich auf mehreren Ebenen. Die Form ist eher ein Mittag, der Zeitpunkt ein „Kaffee“, verkatert (klassisch) war ich auch nicht. Nur in der Reihenfolge der Mahlzeiten an Neujahr war es ein Frühstück. Wobei die nachfolgenden dann nicht stattfanden.

Katerfrühstück Neujahr, Kartoffelspalten, Hackemalte, Karpfen in AspikEin paar rohe Kartoffeln wurden geschält und in Spalten geschnitten. Dann ein wenig eingeölt und mit Salz und Rosmarin bestreut im Heißluftofen gebacken. Das bunte Gemüse war der Rest der scharfen Silvesterbegleitung, gut durchgezogen und noch pikanter als am Vorabend.

Katerfrühstück Neujahr, Kartoffelspalten, Hackemalte, Karpfen in AspikDer Fisch in Aspik ist übrigens Karpfen. Vom hiesigen Fischhändler und -erzeuger. Das hatte ich beim Erwerb des (Nach-)Weihnachtskarpfens entdeckt und gleich mitgenommen. Eine bunte Mischung, die ihre Wirkung zur Erholung am Neujahrstag nicht verfehlte. Und mal was anderes: grätenfreier Karpfen … 😉

Sonntagmittag

Eine bunte Mischung aus Resteverwertung und Endlichmalprobieren in Verbindung mit Standards war der wesentliche Inhalt des Sonntagmittags. Einiges wird es auch noch an den folgenden Tagen geben, die Menge der Reste war doch hinreichend groß.

Für den oben schon erwähnten „Hacke-Malte“, also das Gemüsegehackte, gab es noch Reste und Unverwendetes. Das wanderte in 2 Schichten in einen Topf, mehr oder weniger grob zerkleinert. Als ersten kamen 3 Zwiebeln (etwas größer als Tischtennisbälle) in das heiße Öl, grob gezwölftelt, und wurden sanft, aber nachhaltig angeschwitzt. Dann wurde der Rest einer Packung Paprika, rosenscharf, und ein Teil aus der Packung Paprika, edelsüß, eingerührt und durch einen ordentlichen Klecks Tomatenmark (1/3 Tube, doppelt konzentriert) ergänzt, ordentlich Salz kam auch dazu. Alles wurde weiter angebraten. Dann kamen 4 große, aber klein geschnittene Schalotten dazu und dann die vorher zerkleinierten Gemüse: Stangensellerie (ca. 2/3 Pflanze, was bei den vorherigen Verwendungen noch überblieb), 2 kleine Paprikaschoten, 2 Tomaten, 1 Packung kleiner Snacktomaten, 1 Salatgurke. Zwei Knoblauchzehen landeten auch noch im Topf. Dann wurde alles gut durchgerührt und unter kleiner Hitze gut bedeckelt erhitzt. Wichtig: Ich habe kein Wasser dazugegeben! Die Flüssigkeit im Topf bildete sich von allein und alles wurde gut. Nebenbei habe noch noch 200 g Kritharaki nach Packungsanleitung gekocht. Das kam dann sehr al dente noch mit in den Topf mit dem Gemüse. Nebenbei briet das Rumpsteak. Fertig war das Essen:

Rumpsteak an GemüsekritharakiDas Steak wurde natürlich rosa gebraten und anschließend mit Pfeffer gewürzt. Salz kam im Moment des Einlegens in die Pfanne schon dazu. Für manche wäre der Anteil Rosenpaprika doch etwas hoch, aber mir gefiel’s.

Rumpsteak an GemüsekritharakiIch finde ja, dass das Rumpsteak wie ein Rib-Eye-Steak aussieht. Es war aber ein gut durchwachsenes Rumpsteak. Stand schließlich so auf der Packung.

Rumpsteak an GemüsekritharakiBeim Betrachten dieses Bildes überlege ich gerade, ob ich noch irgendein Gemüse bei der Aufzählung vergessen hatte … Möglich, aber mir fällt es nicht ein. Oder doch! Frühlingszwiebeln waren auch noch drin. Leicht angetrocknet. Aber es ging noch. Der Zustand der Gurken war übrigens das Kriterium, wann das Essen fertig ist.