Es wird besser

Das betrifft gleich mehrere Aspekte in meinem momentanen Krankenhausleben. Die Heilung schreitet voran, Komplikationen haben sich noch nicht eingestellt. Und auch das Essen wird besser. Damit meine ich zwar nicht unbedingt die gestern schon beschriebenen Hauptbestandteile, aber so ein paar Kleinigkeiten drumrum.

Angefangen hat es mit dem kleinen Feldsalat von gestern Mittag. Am Abend fiel es dann wieder etwas ab mit dem dritten Mal Rote Bete. ;-) Aber es lag auch eine Kiwi dabei, was die Sache doch wieder aufwertete. Heute früh konnte ich mich über eine schöne Banane freuen, die genau den richtigen Reifegrad hatte. So wie ich es mag.

Zum Mittag gab es u.a einen “Salatmix”, der mit Kraut und Möhrenstiftchen erst das Auge und dann den Gaumen erfreute. Auch die kleinen Erbschen, die sich unten noch anfanden, hebten die Stimmung. Weil aber auch nie alles perfekt sein kann, waren auch noch ein paar Maiskörner mit dabei – aber erfreulich wenige. Das Mahl beschlossen ein paar in geläuterter Raffinade soutierte Williamswürfel – eben gewürfelte Birnen, in Zuckersirup gekocht, ein Kompott.

Das Hauptgericht bildete ein mit grünem Gemüse (Gurke?) gefülltes Fischröllchen in einer dezenten sauce moutarde mit allerlei Kräutern (“leichte Senfsoße” hieß es profan auf dem Begleitzettel), dazu Pommes de terre salées (“Salzkartoffeln”). Ich verneige mich vor der Kunst der Küche, habe ich doch auch schon mal probiert, ein Fischfilet in eine Art Roulade zu verwandeln, was regelmäßig misslang; vor allem, wenn es insgesamt keine riesigen Ausmaße annehmen sollte. Vielleicht hatte ich auch einfach nur den falschen Fisch für sowas. Der heute war dabei so zart und weich, aber durchaus auch strukturiert, dass ich eher ein Mittelding zwischen einer echten Rolle und einer Fischboulette vermute, was ausdrücklich keine Bewertung, sondern nur eine Feststellung ist.

So sitze ich wohlgesättigt auf der Kante meines Bettes, schreibe diesen Text nieder und überbrücke die Zeit bis zur nachmittaglichen Kaffeepause. Es wird Marmor-Rührkuchen geben. Der liegt hier nämlich auch schon. Wenn nicht zwischendurch ab und an Schwestern oder Pfleger vorbeikommen würden, irgendwas messen, oder einmal am Tag Ärzte, dann könnte dieser Rhythmus aus Chillen, Essen, Chillen, Essen, Chillen, Essen, Chillen, Essen, Chillen ein wenig an Cluburlaub erinnern. Letzten Donnerstag war ich dem Zustand sogar noch ein wenig dichter: Da kam ein Animateur … ähm … hust … ähm … Physiotherapeut und ich durfte mich unter Aufsicht und Fremdbestimmung bewegen. ;-)

Fremdgesteuert gekauftes Fastfood

Es gibt da einen inhaltlich benachbarten Blog, bei dem es schon immer ab und zu, in letzter Zeit aber häufiger mal Mittag aus dem Imbiss gibt. Und da ich dort gern mitlese, schwebt mir schon ein paar Tagen die Idee durch den Kopf, es gleich zu tun. Der Zufall wollte es, dass ich heute ins Büro musste, und so kam ich an einem passenden Imbissdealer vorbei. Leider hatte ich meine Notfallmöhren vergessen, so wurde das Essen als “außer der Reihe” definiert. ;-)

Während der Blogkollege aus dem Süden für den Erwerb vergleichbarer Speise einen Bäckerimbiss frequentiert, ist es bei mir der schön öfter erwähnte Fleischerimbiss. Und so landeten zwei belegte Brötchen im Beutel.

Dies ist eine Leberkäs-Semmel, die mit einem Klecks süßen Senf veredelt wurde. Und bevor jemand neidisch wird: Der Teller drunter ist aus unserer dienstlichen Teeküche und ein “Frühstücksteller”, also kein großer Mittagsteller. Sonst wäre dieses eine Brötchen fast schon ein Brot gewesen. ;-) Im schwierigen, da maßstabslosen Vergleich zum süddeutschen Pendant habe ich allerdings den Eindruck, dass hier sowohl Brötchen als auch Leberkäsestück größer sind. Aber es kommt ja nicht auf die Größe an. ;-)

Der süße Senf sieht zwar so aus, als ob er im wesentlichen ins Brötchen eingesickert ist. Da man aber zum unfallfreien Essen das ganze Gebilde sowieso etwas zusammenpressen muss, kommt der Senf auch wieder auf’s Fleischstück.

Das zweite Brötchen beinhaltete eine Scheibe Krustenbraten.

Sowohl der Leberkäse als auch der Braten wurden frisch aufgeschnitten, nachdem sie unter der Wärme- und Präsentationslampe warmgrhalten wurden. Schön war, dass die leckere, knusprige, aber nicht harte Kruste, die beim Schneiden leider abfiel, doch den Weg ins Brötchen fand.

Hier fehlte mir ein kleiner Klecks (mittel-)scharfer Senf, den ich vergaß zu ordern. Normalerweise macht man sich den selber aufs Essen, aber coronaseidank passiert das jetzt hinter dem Tresen mit der fachlichen Kompetenz der Fleischereifachverkäuferin, dass muss man aber wissen. Immerhin, beim Leberkässemmel hatte sie gefragt, aber das war auch das zweite Brötchen, dass sie zubereitete und einpackte …

Gnocchi mit Hähnchen in Senf-Dill-Soße (23.08.2019)

Heute abend war ich etwas unterdillt, da traf es sich gut, dass ich meinen Wochenendeinkauf nicht erst am Montag nachholte, sondern bereits am Freitag erledigen konnte. Dabei kam ich am Fleischer meines Vertrauens vorbei, und hinterher hatte der ein Päckchen Fleischsalat an mich abgegeben. Charakteristisch ist hier nicht nur die angenehme Dill-Note, sondern auch der Zuschnitt des Bräts. Im Gegensatz zu vielen Industriefleischsalaten auf Brätbasis hat man hier richtig was zu kauen und nicht diese unsäglich kleingehobelten Aufschnittabschnitte.

Nachdem meine inneren Dillspeicher wieder aufgefüllt waren, kam ich dann zur Auswertung meines heutigen Mittags und der Begründung, wo mein Dilldefizit her kam. Beim Durchstreifen des vielzitierten Einkaufscenters lockte mich irgendwie am meisten die Nudelbox aus Gnocchi, Hähnchenfleisch und einer Senf-Dill-Soße. Das war eines der Tagesgerichte beim entsprechenden Anbieter, was in dem Zusammenhang heißt, dass es das (fast) jeden Tag gibt. Genau wie die Nudeln und die Soßen zum selber kombinieren. Der wesentliche Unterscheid: Die Tagesgerichte sind fertig gemischt. Die Toppings (Käse, Tomatenstückchen und/oder Kräuter) sind wählbar, aber das sind sie bei den anderen Gerichten zum Selberzusammenbauen auch.

Die Grundidee hinter diesen Boxen finde ich klasse und im allgemeinen sind die Gerichte nicht nur lecker, sondern auch gut zubereitet. Die Toppings verdecken zwar das eigentliche Bericht ein wenig, aber wenn man es abgegessen hat, sieht man klarer.

Gnocchi mit angebratenem Hähnchenfleisch, der Dill ist auch zu sehen, weiter unten dann auch noch die Senfsoße in sichtbarer Menge. Das Gericht ist recht lecker, aber auch ein wenig enttäuschend.

Das Dill wie Dill und Senf wie Senf schmecken liegt an ätherischen Ölen, die beiden Substanzen eigen sind, auch völlig unabhängig voneinander. Was gerade diese beiden (neben einigen anderen) gemeinsam haben, ist die überdurchschnittlich hohe Grad der Flüchtigkeit dieser geschmacksgebenden Ingredienzien. Freunde von Senfei beispielsweise werden wissen, dass man für die aromatische Soße erst die Grundsoße (ähnlich einer Bechamel) zubereitet und erst ziemlich zum Ende den Senf unterrührt, damit dessen Aroma erhalten bleibt. Stellt sich also die Frage, wie bei einem Gericht, dass mindestens zweimal zum Kochen gebracht wird (bei der Herstellung in der Küche und beim Aufbereiten im Imbissstand) und dann langem Warmhalten bis zum Verkauf, das Senfaroma erhalten bleiben soll?

Beim Dill gilt übrigens das gleiche. Schaut euch andere Gerichte mit Dill an und stellt fest, dass er entweder in kalte Gerichte eingerührt wird oder auch nur ganz zum Schluss dazu kommt. Durch langes Erhitzen tötet man Dill geschmacklich. Da muss die Produktentwicklung nochmal ran. Zumal das Gericht – wie gesagt – gar nicht so schlecht schmeckt. Nur eben nicht nach Senf und Dill …

Hähnchen-Dill-Senf-Soße-Nudelpfanne (03.04.2019)

Offiziell hieß das etwas anders, aber so in etwa kommt das hin, was sich im heutigen Essenseimer befand.

Mit den frischen Beigaben oben drauf ist der erste Blick in den Becher doch immer recht erfreulich, aber auch nach dem einleitenden Umrühren versprach sich noch ein Genuss.

Die Gnocchi (Pasta) waren fast noch ein wenig al dente, was aber auch an ihrer etwas zu niedrigen Temperatur liegen könnte.

Leberkässemmel (27.03.2019, abends)

Mittwoch ist immer mein langer Tag. Da hungert es einem gern auch ein zweites Mal während der Arbeit. Ein kleiner Snack musste her.

Was hier aussieht wie eine Leberkässemmel ist eine Leberkässemmel. Vermutlich in nordostdeutscher Interpretation. Ein paar Befindlichkeiten hatte ich ja, weil meine bisherigen Leberkäse-Erfahrungen klein an Zahl und nicht unbedingt gut im Geschmack waren. Was sicher zusammenhängt.

Aber das Brötchen, ergänzt mit etwas süßem Senf, gefiel. Und nicht nur das Brötchen. Der Leberkäse hatte nicht dieses Fehlaroma, was mich bei früheren Versuchen störte.