KW9 – Das ist doch alles zu viel

Vielleicht hätte ich den heutigen Beitrag in mehrere aufteilen sollen. Es ist doch einiges passiert und wenn ich noch herausbekomme, wie man in WordPress Ankerlinks auf Zwischenüberschriften macht, ohne im Quelltext rumzuwerkeln, sollte ich zumindest das machen. Die Themen:

  • Schnelles Abendbrot mit Röhre vor der Röhre
  • Knappertest mit Polizeianekdote
  • Überschätztes am Sonntagmittag

Fangen wir vorne an. Bei einem kleinen Zwischeneinkauf unter der Woche fiel mir ein lange nicht mehr gegessenes Fleisch in die Hände, das ich natürlich gleich mal mitnahm, um mir ein schönes Abendbrot daraus zu bauen.

Lammbeinscheibe an Kartoffelsalat (süd)Der Schwerpunkt liegt hier auf der Lammkeulenscheibe, die man wunderbar kurzbraten oder grillen kann und dann sehr lecker daherkommt. Und da ich mein Abendbrot zumeist in Anwesenheit eines Fernsehers zu mir nehme, blieb am Ende auf dem Teller nur die Röhre (Knochen) vor der Röhre (TV). Und nein, ich habe bereits ein TV-Gerät, dessem Flachheit die Qualität vieler Programme widerspiegelt.

Lammbeinscheibe an Kartoffelsalat (süd)

Für den beiliegenden Kartoffelsalat hätte ich eine größere länglichere oder eben zwei kleine, nicht so lange Kartoffeln geschält, in Scheiben geschnitten und in der Mikrowelle schnell gegart. Nebenbei hätte ich eine Vinaigrette aus Essig, Öl, etwas Wasser/Brühe, Salz, Pfeffer, Senf, und kleiner Schalotte und ein paar Kräutern erschüttelt (im dichtschließenden! Glas) und dann über die noch warmen Kartoffeln gegeben, dass diese sich schön vollsaugen. Heißt, ein wenig ziehen lassen.

An dieser Stelle lernen wir mal wieder, dass es wichtig ist, Texte richtig zu lesen und zu schreiben. Manchmal ist es nur ein Komma, ein Punkt, ein falscher Buchstabe, oder eben – wie hier – zwei Punkte, die den Unterschied machen. Oder zweimal zwei Punkte. Beide sind je über einem “hätte” im vorherigen Absatz und machen deutlich, wenn man es richtig liest, dass ich den Kartoffelsalat nicht selbst bereitet habe. Aber nach dem beschriebenen Prinzip wäre etwas sehr ähnliches herausgekommen.

Knabbertest mit Polizeianekdote

Ein Bekannter erzählte mal von einem Strafzettel, den er – aus mir nicht mehr erinnerlichen Grund – von der hiesigen Polizei erhalten hat. Diese Dokumente sind namentlich unterzeichnet und das konkrete kam von einem Polizeiobermeister Bär, den es wohl seinerzeit hier auf dem Revier gab. Nun ist “Polizeiobermeister” ein bei öfterer Anwendung doch auffallend langes Wort, so dass nicht nur aus diesem Grund die Ränge bei der Polizei auch gern mal abgekürzt werden. Damit wird der Polizeiobermeister zum POM, was beim Lesen des Knöllchens doch zu ein wenig Heiterkeit führte.

Wir kennen sie alle: Erdnussflips, Käsebällchen, Zwiebelringe, u.ä. Diese luftig leichten Knappersnacks aus aufgeblasenem Mais in den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bzw. mit unterschiedlichen Beimengungen. Seit einiger Zeit sind mir aber derartige Maissnacks schon aufgefallen, die ohne jedwede Aromatik einherkommen. Eine Tüte davon fand unlängst auch den Weg an mein Fernsehsofa und so probierte ich das mal. Welchen Sinn das Zeuch hat, erschließt sich mir nicht wirklich, nichtssagend im Geschmack, sofort auflösende Konsistenz im Mund. Meine Skepsis gegenüber dem Produkt hat sich doch mal wieder bestätigt und so wird das neutrale Produkt nicht wieder mit zu mir nach Hause finden (höchstens als Füllmaterial in Versandpäckchen). Flips oder Käsebällchen aber schon, die haben schließlich einen Geschmack.

Das Sonntagsgericht

Kennt ihr sowas auch? Restaurant, die ob ihrer Lage oder Geschichte kulinarisch überbewertet sind? Ich kenne natürlich nicht die Gründe dafür, dass die Speisekarte gefühlt auf ein Viertel eingedampft wurde, dabei bin ich ja eigentlich Verfechter kurzer Karten, aber dann sollte sich der Eigenanteil an der Zubereitung der Speisen auch erhöhen. Und Tk-Pommes in die Friteuse hauen zählt nicht zum Eigenanteil. Genauso wie Tk-Gemüse aufwärmen. Soweit die allgemeine Bemerkung. Ergänzt sei auch nur, dass nicht immer das teuerste Fleisch auch das beste sein muss. Klassisches Beispiel ist hier das Filetsteak, das ich völlig überbewertet finde. Ein Rumpsteak oder – noch besser – ein Rib-Eye-Steak sind kulinarisch immer vorzuziehen. Wenn man die Wahl hat.

Filetsteak mit frischen Champignons und PommesUnd da ich mich erdreistete, das Bild schon zu machen, als noch nicht mal alles auf dem Tisch stand, gibt’s das Essen in zwei Bildern.

... und SalatDer Salatteller gehört mit dazu. Eine Scheibe Bauernbrot und eine gebratene Hühnerbrust, und er wäre allein schon eine vollwertige Mahlzeit. Wenn es da nicht noch den anderen Teller gäbe.

Filetsteak mit frischen Champignons und PommesLaut Speisekarte frische Champignons, 200 g Filetsteak und Pommes. In Summe gut durch und ausgewogen, in der Gesamtheit einfach nur schrecklich. Was den Pilzen an Würze fehlte – sie waren praktisch ungewürzt – waren die Pommes versalzen. Das Filetsteak – von Natur aus sowieso nicht sehr saftig, war gut trocken gebraten und fast durch, nur ein sehr sanfter rosa Schimmer zeigte sich auf einer Seite.

Medium ist andersBestellt hatte ich übrigens medium. Gut, dass wenigstens noch etwas Bratenfond auf dem Teller war.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Beste an dem Mittag der Salatteller war, und dass obwohl das Dressing schmeckte wie es in hunderten anderen gaststätten schmeckt. Aber die Mischung aus Frisee, Lollo Rosso, Eissalat, Gurken, Tomaten, Paprika- und Möhrenwürfel war wirklich gut. Ein wirklich netter Service konnte es leider dann auch nicht rausreißen. Den schönen Ausblick beim Mittag werde ich wohl eine Weile sehr vermissen.

KW3 – Mit Käse überbacken ist alles besser

Heute Mittag musste ich einmal fast lauthals lachen, konnte mich aber gerade noch zurückhalten. Die gastliche Stätte war recht gut gefüllt und man will ja nicht auffallen. Allerdings weiß ich nicht, ob es beim Nacherzählen genauso lustig wird – wahrscheinlich nicht. Wie immer, wenn die Situation als solches mitspielt.

In der heutigen Gaststätte arbeitete der Service nach einem gesteuerten Chaosprinzip (ohne Wertung). Zumindest, wenn es um das Austragen des Essens ging. Wenn es aus der Küche pingte, ging jemand hin, der gerade nix anderes zu tun hatte, und holte das Essen, um es dann an die Tische zu bringen – egal, ob das einer der für den übrigen Service zugeordneten Tische war oder nicht. Das führte offensichtlich zur Situation, dass am Tisch immer/meistens erst gefragt werden musste, wer was bekommt, da der/die Austräger/in nicht wissen konnte, wer was bestellt hatte. Das Verfahren hat durchaus seine Vorteile: Das Essen kommt schneller an den Tisch und ist dadurch meist noch schön heiß. Außerdem bleiben Gast und Service im Gespräch.

An einem Nachbartisch – mein Essen war bereits vertilgt und ich wartete auf den belebenden Einfluss des bereits genossenen Cappucinos, so dass ich mit etwas Umgebungsaufmerksamkeit den Gastraum auf mich wirken lassen konnte – kam das Essen. Die Bedienung blickte auf die beiden Teller und auf die Personen am Tisch. Dann stellte sie ohne zu fragen das Essen hin, was sich aber als genau falsch herum erwies.

Was ich immer wieder sehr erheiternd finde, ist, wenn Klischees so richtig schön ad absurdum geführt werden. Wessen Klischees das sind, ist mir dabei relativ gleich, vermutlich gehören meine eigenen durchaus mit dazu. Am beschriebenen Tisch sa´ßen eine Frau und ein Mann “in den besten Jahren”. Beide hatten die 50 vermutlich schon hinter sich gelassen, waren aber gut in Form. Er wirkte sportlich gebaut, während sie einen eher schmalen Körperbau aufwies. Beide hatten je einen Halbliterhumpen Bier vor sich, wobei der Farbton eher auf Alster&Co. hindeuteten. Und dann kam das Essen.

Der Service brachte zwei Teller an den Tisch und ordnete sie ungefragt den beiden Gästen zu. Der Herr bekam das Eisbein, während ihr das Hamburger Schnitzel zugeordnet werden sollte. Dazu kam es allerdings nicht, da er ihr erstmal den Teller mit der Haxe rüberreichte, dem Service damit den Platz freiräumend, der für das Schnitzel eingeplant war. Ganz ehrlich, ich war auch ein wenig überrascht. Die Frau sah wirklich so wenig nach “Ich esse Eisbein” aus, dass mich das auch ein wenig verwunderte, aber offensichtlich ging es nicht nur mir so. Sie konnte es aber vertragen, heißt es da dann immer so schön. *klischeetrief*

Apropos Klischee. Kommen wir zu dem in der Überschrift zitierten:

Mit Käse und Champignons überbackenes Dorschfilet an PommesDie Pommes links sind auch trotz der Bildqualität als solche zu erkennen, oben keilt sich etwas Krautsalat in die Speise und die rechte Hälfte gehört einigen Dorschfiletstücken, die mit Käse und Champignons überbacken wurden. Die Gefahr bei diesem Überbacken war, dass dabei der doch recht zarte Fisch übergart würde, was hier aber nicht der Fall war. Vor allem die dickeren Stücke waren “auf den Punkt”, die dünneren wiesen einige Bratspuren auf, die sich durchs Überbacken aber nur noch auf die Optik beschränkten. Wichtig war allein, dass man beim Verspeisen immer von allem etwas auf der Gabel hatte (wie es ja auch sein soll). Der Dorsch allein war dann doch sehr dezent. Aber es hat eben doch einen Grund, wenn man beim guten Italiener bei Pasta mit Meeresfrüchten keinen Parmesan dazu bekommt, weil der Hartkäse den feinen Geschmack der Nudelbeilage übertönt.

Interessant wie immer bei Fisch war die Beigabe einer Zitronenspalte. Die kommt ja nicht umsonst, ich entleerte sie ins begleitende Getränk. Aber dazu hätte das Stück auch mit dem Sprudelwasser zusammen auf den Tisch kommen können und nicht erst mit dem Essen. Selbst unter der Voraussetzung, ich wollte den Fisch damit würzen, welchen Sinnn soll das dank der Käseummantelung haben? Oder hätte ich mal die Pommes säuern sollen? Warum eigentlich nicht?! Kartoffelchips mit Essiggeschmack gibt/gab es ja auch. Achso, sorry: Vinegar-Geschmack.

Angesäuerter Esser an Bratkartoffeln

Haben manche in der Gastronomie den Schuss nicht gehört? Oder den Knall? Oder was auch immer. Ich bin sauer (und das ist nicht der Schuss/Knall, den ich eben erwähnte, sooo wichtig bin ich auch wieder nicht). Richtig sauer. Da gibt es Restaurants, deren Webseite als erste Information gleich oben die Öffnungszeiten und die Telefonnummer beinhaltet und dann geht da keiner ran, wenn man da anruft, um beispielsweise Plätze zu reservieren. Okay, wenn sie das nicht mehr wollen, kann man das gut finden, aber dann sollten sie die Anrufer nicht ins Leere laufen lassen, sondern eine Ansage (Anrufbeantworter im “Nur Ansage”-Modus) schalten. Könnte ich mich drüber aufregen. Aber wenn die keine Gäste haben wollen …

Aber das war jetzt eigentlich nicht der Auslöser für meine Säuerniss. Vattern und ich tun ja was für die hiesige regionale Gastronomiebranche, indem wir 1x die Woche irgendwo Mittag essen gehen. Und wenn ich die Besuche der letzten Wochen zusammenfassen darf: Corona hat der Speisegastronomie nicht gut getan. Zwischen Level knapp gehalten und schlechter geworden war einiges dabei. Immerhin ist es auch – zumindest grundsätzlich – erfreulich, wenn man das erste Mal nach Corona in ein Restaurant kommt, dass eine neue Karte hat. Ich esse ja ungern mehrfach das gleiche Gericht, will einiges durchprobieren, und selten ist etwas wirklich so gut, dass ich nur deswegen in eine Gaststätte gehen würde. Da ich aber gestern außer der Reihe schon Restaurantfisch hatte, fröhnte ich heute meiner “Schnitzelliebe”. Es gab neulich anderswo auch schon mal eins.

Rollen wir diesmal die Geschichte mal von ihrem Ende her auf. Wir sehen eine schöne, reichliche Portion Bratkartoffeln:

Bratkartoffeln

Sie waren gut gewürzt und gut gekocht. Schlecht gebraten und schlecht portioniert ergänzt die Beschreibung. Denn einerseits war das die Hälfte von dem, was an Bratkartoffeln ursprünglich auf dem Teller lag und was somit wieder in die Küche zurück ging. Andererseits waren sie trotz der Bratstellen laberig weich, als ob sie nach dem Braten noch ein Weile unter einer Abdeckung verbracht hatten, so dass das ursprünglich knusprige wieder aufwich.

Vielleicht sind einige Köche auch nur alte Dialektiker, die dringend darauf hoffen, dass das 2. Dialektische Grundgesetz endlich mal wirkt: der Umschlag von Quantität in Qualität. Aber der Dialektische Materialismus ist zur Zeit nicht wirklich in Mode, so dass das wohl vorläufig nicht passieren wird. Das hat Friedrich Engels seinerzeit auch nicht vermutet, dass man seine Grundgesetze auch kulinarisch anwenden kann … Oder eben auch nicht.

Das ganze Gericht sah übrigens so aus:

Schnitzel mit Rahmchampignons und Käse überbacken, Bratkartoffeln.

Ihr braucht jetzt nicht zu wehklagen, dass doch so viele Bratkartoffeln gar nicht auf dem Teller sind. Doch! Die liegen alle unterm Schnitzel und weichen dessen mühsam knusprig gebratene Panade auf. Das Schnitzel war übrigens gar nicht mal so schlecht, für ein überbackenes Exemplar seiner Art. Und zwischendurch hörte ich auch mal ein Schnitzelklopfgeräusch aus der Küche, was eigentlich für sie spricht, wenn es denn wirklich eins war. Und es sieht mehr aus, als es ist, weil es recht dünn geklopft ist. Wer also auf das Eiweiß/Kohlenhydrat-Verhältnis bei seiner Ernährung achtet, für den zählt das Schnitzel eher auf die Kohlenhydrateseite. Und auch, wenn ich mit der Äußerung nerve: Es hätte kleiner sein können.

An dieser Stelle nochmal meine Idee, Höchstgrenzen für kcal pro Mahlzeit in Restaurants einzuführen. Es hat schon einen Grund, dass Ernährungswissenschaftler/innen immer wieder dringend empfehlen, nicht zu oft auswärts essen zu gehen. Die Gastronomie muss ihrer Verantwortung an der Gesundheit der Bevölkerung endlich mal gerecht werden. Außerdem hilft eine begrenzte kcal-Menge auf dem Hauptgerichtsteller, eine vernünftige Dessertkultur bzw. -karte zu entwickeln, was dem Umsatz sicher guttut. Maximal 800 kcal für ein Hauptgericht wären doch schon mal eine Maßnahme. Alternativ könnte man auch die Tellergroße begrenzen. Der oben abgebildete hätte auch wieder einer Torte gut Platz geboten.

Für mehr Hauptgerichte von Frühstückstellern!

Aber lasst uns versöhnlich schließen und zeigen, dass es auch positive Beispiele gibt. Nachzutragen ist das Essen von vor einer Woche und das würde man eigentlich als eher rustikal bezeichnen:

Bratkartoffeln mit SauerfleischSauerfleisch mit Bratkartoffeln auf einem relativ kleinen Teller, dessen wesentlicher Platz vom Glas mit dem leckeren Salat (Grünzeug, Radischen, Himbeerdressing, Tomate, …) belegt wird. Vorn sehen wir dann die knusprigen Bratkartoffeln (es geht also!) und ein sehr angenehmes Sauerfleisch, das zwar dankenswerterweise ohne Nitrate gefärbt nicht ganz so gewöhnlich rosa aussah, aber dafür umso besser schmeckte. Der Beweis dafür, dass man nicht jedes Fleischgericht (oder eben Wurst) umröten muss, was dem Geschmack durchaus guttut. Und das Auge gewöhnt sich schon noch dran, wenn die Zunge sagt, dass das lecker ist. Nur leider kauft eben das Auge ein und nicht die Vernunft.

Aber das Sauerfleisch war gut, beispielgebend, auch und vor allem für Fleischermeister.

Nenne ich es mal: 12-Stunden-Gulasch

Wobei, man könnte es auch 8-Stunden-Gulasch oder 18-Stunden-Gulasch nennen. Richtig wären irgendwie alle Zahlen. Nach 8 Stunden beendete ich die aktive Einflussnahme auf’s Gericht, nach 18 Stunden füllte ich die ersten zwei Portionen – noch restwarm – für das Mittag bei Vattern ab.

Was bis dahin geschah – Eine fragmentarische Fotokochstory

Am letzten Wochenende kam bei Vattern und mir wie immer die Frage auf, was es denn eine Woche später zum Mittag gäbe. Dank der geschlossenen Gastronomie sind wir da nach wie vor auf eigene Kochkunst angewiesen. Mir fiel Gulasch ein, dass ich beisteuern wollte, Rosenkohl und Kartoffeln konnte Vattern holen und kochen. Da ich eine bestimmte Vorstellung hatte, was in mein Gulasch so alles reingehört, habe ich mit u.a. die Fleischbestellung auf die To-Do-Liste geschrieben, schob das aber ein wenig vor mir her, hoffte ich doch Dienstag und Mittwoch noch, ohne Vorbestellung auszukommen. Allein, bei meinen Shoppingtouren auf dem Heimweg nach Feierabend fand sich nicht das richtige, so dass ich Donnerstagvormittag reumütig bei meinem Lieblingsfleischer auftauchte und nach Möglichkeiten fragte. Grundsätzlich ja, aber nicht zum von mir gewünschten Freitagabend; am Sonnabend konnte ich mir dann alles abholen. Nun gut. So sei es.

Als ich dann das Bestellte abholen wollte, war gut die doppelte Menge reserviert, was aber auch erst auffiel, als das Paket auf dem Weg zur Waage auseinandergenommen wurde. Die Verwunderung war auf beiden Seiten, aber ich entschied kurzfristig, doch etwas mehr als ursprünglich gedacht zu kaufen, was sich später als sinnvoll herausstellen sollte. Dann gings wieder nach Hause und nach einem kleinen Kaffeepäuschen an den Herd. Wobei: erstmal gings ans schnippeln und das wurde auch ein wenig blutig.

Drei große Gemüsezwiebeln fielen meinen Schneidkünsten zum Opfer. Aber so sehe ich nunmal Gulasch: Fleisch und Zwiebeln im Verhältnis 1:1, nicht unbedingt dem Gewicht nach, aber vom Volumen her. Unter der Woche hatte ich dann irgendwo noch den Gedanken des Slowcooking aufgegriffen und wollte den diesmal auch auf das Gulasch anwenden. So mussten vielleicht die Zwiebeln nicht ganz so fein geschnitten werden. Das würde sich schon zergehen.

Zwiebeln im TopfDie Zwebeln habe ich in etwas Rapsöl angeschmort. Etwas Farbe schadet dabei auch nicht.

Zwiebeln, angeschmortSchön war, dass sie mit der Zeit auch etwas zusammengefallen sind. Ich hatte schon etwas Angst, was die Topfkapazität betrifft. Immerhin sollte ja noch einiges rein.

Tomatenmark dazuAn einer Stelle habe ich den Topfboden etwas freigeräumt, um das Tomatenmark anzurösten.

Paprika dazuPaprika gehört auch in den Gulaschansatz. Mischung von edelsüß und rosenscharf nach Be- und Vorlieben.

GulaschansatzDas wurde alles vermengt und noch etwas angeröstet.

mit etwas Wasser ablöschenEine Tasse Wasser löschte alles ab, damit nichts anbrennt. Rotwein oder Brühe wären sicher auch eine Idee gewesen.

Kräuter dazuDann kommt das klein geschnittene Fleisch dazu. Die Schnittgröße ist auch wieder den persönlichen Vorlieben geschuldet. Wobei die Dicke in diesem Fall vorgegeben war. Beinscheiben gibts bei meinem Lieblingsfleischer offenbar nur in einem Kaliber. Sechs Scheiben sind das, was dazu kam (eigentlich hatte ich nur vier bestellt, aber … s.o.). Majoran, Thymian, Pfeffer und Salz sind auch dran.

schön durchgerührtGulasch muss auch immer gut gerührt werden, zumindest zum Anfang. Nicht, was was ansetzt. Aber das gibt sich mit der Zeit, gerade auch bei dieser Art der Zubereitung.

Markknochen kochen mitDie sechs ausgelösten Markknochen von den Beinscheiben habe ich auch noch mit ins Gulasch gegeben. Alles, was dem Geschmack auf die Beine hilft, ist erlaubt. Die habe ich dann aber auch unter gerührt, genau wie eine weitere halbe Tasse Wasser, die alles gerade so nicht bedeckte. Dann kam der Deckel drauf und unter gelegentlichem Umrühren wurde alles einmal aufgekocht. Dann kam das Fleischthermometer in den Topf und der Topf in den vorgeheizten Ofen.

5 Stunden im OfenDas sind die 5 Stunden, die ich erstmal eingestellt hatte. Die Temperatur lag knapp unter 100°C, im Topf waren knapp über 90°C lt. Fleischthermometer.

Nach den 5 Stunden habe ich noch anderthalb Stunden draufgegeben. Zwischendurch hatte ich einmal umgerührt und mit Salz abgeschmeckt. Nach den dann sechseinhalb Stunden fing ich an, die braunen Champignons zu putzen, zu stückeln und mit Knofi, Salz, Pfeffer und in Butter zu braten. Die kamen dann noch mit in den Topf.

angebratene Pilze zugebenUm Mitternacht – das war dann ca. 8 Stunden nach Beginn der Zubereitung – habe ich den Herd ausgemacht und dem Gulasch eine schöne Nachtruhe gewünscht, der ich dann einige Zeit später auch fröhnte.

Der nächste Vormittag sah mich dann nach der Aufwachphase und der Morgenhygiene in der Küche. Zu meiner leichten Verwunderung war es im Herd und somit auch das Gulasch noch etwas restwarm. Ich füllte 2 gute Portionen ab und machte mich auf den Weg zu Vattern, nicht ohne den Rest auf den Balkon zum Abkühlen zu bringen.

Gulasch mit Rosenkohl und KartoffelnSo sah dann er Teller am Sonntagmittag aus. Zartes Fleisch, aromatische Soße. Lecker. Mal sehen, was die Kollegen morgen sagen, die bekommen den Rest.

Fast Food – mmmhh mmmmmäääähhh

Dass Fast Food nicht unbedingt schlecht sein muss, ist theoretisch bekannt. Dass Fast Food, so, wie es uns oft verkauft wird, meist nicht so gut ist, auch. Sicher, es gibt Ausnahmen, aber meist hat Fastfood doch den Makel des fettigen, salzigen, ungesunden. Das muss aber nicht sein. Die Lösung wie bei vielem: DIY. Wenn wir schon mit “Fast Food” anglisieren, dann auch mit DIY, oder deutsch: MES. Mach es selbst.

Heute übernehmen wir vor allem den tiefsten Wortsinn: schnelles Essen. Das folgende Gericht braucht 4 Zutaten, ein paar Gewürze und wenig Zeit. Was wollen wir mehr?! Wobei man es noch besser machen kann, als ich es hier tat. Zum Beispiel bin ich überhaupt nicht stolz auf meinen Fleischeinkauf. Nicht nur, dass ich vorgeschnittenes Fleisch “Geschnetzeltes” gekauft habe, als ob ich keine Messer hätte. Auch hatte es Haltungsform 1, also das schlechteste, was man finden kann. Beim Einkauf hatte ich zwar noch nach Alternativen geschaut, aber wie soll der Kunde das bessere Fleisch auswählen, wenn es scheinbar nicht mal im Sortiment ist??? Okay, Laden wechseln wäre noch eine Idee, …

Geschnetzeltes anbratenIn der großen Edelstahlpfanne habe ich versucht, das Fleisch ein wenig anzubraten. Ich habe die Pfanne ordentlich erhitzt und mit Öl vorbereitet. Aber das Fleisch zog trotzdem Wasser. Ich laste das mal der Haltungsform 1 an. Ich hatte, als ich das Desaster bemerkte, schon mal aus geschmacklicken Gründen ein wenig Butter, Salz und Pfeffer dazu gegeben … Wenn’s schon keine Röststoffe gibt.

Champignon und Zwiebeln dazuDie Pilze habe ich geviertelt, große auch gesechstelt oder geachtetelt, zuvor habe ich den Stiel entfernt, alles Stiele klein gehackt und mit in die Pfanne gegeben. Eine Zwiebel wurde auch noch zerteilt und mot in die Pfanne gegeben. Alles wurde rundum gut angebraten und nochmal mit Salz und Pfeffer und einer zerdrückten Knblauchzehe gewürzt. Man kann damit ruhig etwas übertreiben, denn der nächste Schritt rundet und dämpft alles wieder ein wenig.

Statt Sahne: ZiegenfrischkäseEigentlich wollte ich dann mit Sahne ablöschen und in Richtung eines trivialen Züricher Geschnetzeltem abbiegen. Ohne Sahne wird das schwierig, aber ich fand noch einen Ziegenfrischkäse im Kühlschrank, der aufwertenderweise auch noch ein paar Kräuter dabei hatte. Den Becher rührte ich nach und nach mit in die Pfanne, bis alles geschmolzen war. Etwas Brühe hätte dem ganzen sicher gut getan.

Champignongeschnetzeltes cremigAber es kam auch so etwas leckeres dabei heraus. Der Schnittlauch riss es dann natürlich nicht nur optisch heraus … ;-)

Champignongeschnetzeltes cremigAber so hat man fix ein schnelles Gericht, wenn man dann die Zutaten zufällig im Kühlschrank hat. Oder man auf dem Heimweg am Fleischer seines Vertrauen (2. Schnitzel zum selber kleinschneiden) sowie an einem pilzstrotzenden Waldstück vorbeikommt.

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