Wildschweinragout an Butterspätzle (15.09.2019)

Ein leckeres und wildes Durcheinander herrschte heute Mittag auf meinem Teller. Neben dem Ragout und den gekräuterten Butterspätzle finden sich auch noch ein paar Champignons in der Rahmsoße und gegrillten Tomaten mit auf dem Essgeschirr.

Ein bisschen müsste man beim Essen aufpassen, dass nicht zu viel von der Butter mit auf den Esslöffel kam, die Spätzle waren wirklich gut gebuttert. Aber dafür haben wir ja gelernt, mit Besteck umzugehen, damit nur das in die Futterluke rein kommt, was da such rein soll.

Schnitzel mit Pommes und Rahmchampignons (08.09.2019)

Heute mal was rustikales. Dafür wirds kommenden Sonntag dann wieder feiner … Das Rustikale bezieht sich nicht nur auf das Gericht (Schnitzel, Pommes, Rahmchampignons) sondern auch auf die Größe der Portion. Der Berg war ganz schön hoch, ein Drittel der Pommes auf dem Teller sind nicht sichtbar, da sie sich unter dem Schnitzel befinden, dass sich unter den Champignons befindet. Wenigstens war der Teller an sich nicht übergroß, sonst wäre das alles erst recht nicht zu bewältigen gewesen. Ein wesentlicher Teil der Pommes ging sowieso wieder zurück in die Küche. Der Menge wegen. Sie waren auch recht gut gewürzt. Der Getränkeumsatz sollte wohl auch steigen.

Aber wohin mit dem getrunkenen, wenn der Magen vom Essen schon so voll ist. Der Blick von oben auf den Teller verrät leider nicht die Höhe der Tellerbeladung.

Wenn man ein Schnitzel bestellt und kurze Zeit später hört man aus Richtung Küche ein schnitzelklopfendes Geräusch, darf man sich Hoffnung auf was frisch zubereitetes machen. Schaut man sich das Fleischstück auf dem Teller an, fängt man wieder an zu zweifeln. Die geschlossene Panade und ihr einheitlicher Farbton sprechen eher für industrielle Beteiligung. Die Saftigkeit des Schnitzels aber auch. Denken wir positiv und hoffen auf folgendes Szenario: das frisch geklopfte Schnitzel wird durch eine fertige Flüssigpanade gezogen und dann in der Friteuse gegart. Voilà. Dort warten dann auch schon die fertigen Pommes; fehlt nur noch *pling* das Gemüse, wobei es dem Leser überlassen bleibt, das Pling mit dem Dampfgarer oder einer Mikrowelle zu verbinden. In einem erweiterten Bäckerimbiss. Mit Bäckereigerätehandel gleich anbei.

Forelle mal anders (01.09.2019)

Dieser Post richtet sich vor allem an alle Matjesfreunde, auch wenn oben im Titel Forelle steht und der Matjes traditionell aus Hering geschaffen wird. Aber das Prinzip, wie guter Matjes hergestellt wird, kann man mit etwas Geschick und guter Auswahl der Fischsorte auch erweitern und so etwas sehr schönes auf die Teller und an die Gaumen bringen. Und wer gern Essen nach Farben macht: Pink geht auch ohne rote Bete. 😉

Die Grundgestaltung des Tellers haben wir schon öfter hier im Blog gesehen. Das könnte am wiederholten Besuch der gleichen Gaststätte herrühren. Was ja auch schon mal einen Grund hat. Neben Bratkartoffeln, einem kleinen Gurkensalat und den fischigen Beilagen Meerrettich, Kräuterbutter und Zitronenspalte lagerten dieses mal aber ein kleines Schälchen mit einer Extrasoße (deren Namen ich leider wieder vergessen habe) und unter den roten Zwiebel der rosa Fisch …

Zarte Forellenfilets nach Matjesart – ein Hochgenuss! Dringend weiterempfohlen für Liebhaber/innen dieser Zubereitungsart. Und vielleicht auch eine Idee als Überraschungsschmankerl bei einer heimischen Fischplatte (wobei ich nicht gefragt bzw. geschaut habe, ob es diese auch im Fischverkauf gibt).

Wels mit Sonderwunsch (25.08.2019)

Heute gab es mal wieder Fisch, und damit dabei trotzdem etwas Abwechslung auf den Teller kommt, kann man nur froh darüber sein, dass es dafür einige spezialisierte Anbieter in der Region gibt. Nun sind wir aber auch Flächenland, so dass der Weg doch ein Stück hinaus aus der Stadt führte, aber das geht ja auch – dank eigenem Pkw. Wer auf den ÖPNV angewiesen wäre, den sei ein Besuch nur während der Schulzeit anzuraten. Es gibt zwar eine Haltestelle fast direkt vor der Gaststätte, die wird aber entschieden schlechter bedient als die Gäste in der Gaststätte. Und dabei hat diese eine Größe, die verträgt auch Busladungen Hungriger. Wie schrieb ich es doch auf Twitter: „Großbeköstigungsanstalt“, was jetzt keine Kritik, sondern nur eine sachliche, wenn auch pointierte Feststellung ist. Unterstellt: da weiß man, was man tut.

Da man sich für die Salatbeilage am entsprechenden Büfett selber bedient, wirkt der Teller etwas aufgeräumter. etwas Grünzeug schmeichelt aber nicht nur dem Auge. Noch etwas verdeckt findet sich aber auch noch „geschwenkter Spitzkohl-Mangold-Salat“, was ich zuvor nicht uninteressant und hinterher recht lecker fand; leicht angegartes Gemüse wurde mit etwas Sahne besoßt. Dazu im Original Salzkartoffeln. Da meine Bindung zur Erdfrucht weniger intensiv ist als anderswo behauptet, fragte ich nach der Abwahlmöglichkeit. Das ging, und so wählte ich Stampfkartoffeln, was sich beim Anblick des Tellers und die nachfolgende Vergaumung als gute Wahl herausstellte: die Mischung aus geschmorten und Röstzwiebeln passten wunderbar dazu, genau wie das sahnierte Gemüse.

Aber fällt Euch was auf? Ich habe es mal etwas weiter in den Fokus gerückt: Der Fisch ist wunderbar gebraten , aber warum liegt er wieder mal mit der Hautseite nach unten auf dem Teller??? Schade um deren schöne Knusprigkeit!

Und dabei sieht die Hautseite auch sehr schön aus. Natürlich hat man dann das Problem, wie man die Zitronenspalte richtig anwenden soll. Auf der Hautseite nutzt der Saft auch nichts (wenn überhaupt). Unter dem Aspekt der sauren Südfrucht ist das Servieren mit Haut unten also durchaus sinnvoll. Aber da die Anwendung der Zitrone auf Fisch grundsätzlich diskussionswürdig ist, nehme ich beispielsweise zum Fisch immer Cola, da habe ich eine sinnvolle Verwendung der Zitronenspalte und der Fisch kommt unverfälscht und mit knuspriger Haut oben in die Futterluke.

Alles in allem jammere ich aber gerade mal wieder auf hohem Niveau. Wer mal ein paar mehr Spezialitäten vom Wels probieren möchte (der Fisch auf den Bildern ist übrigens auch einer), dem sei ein kleiner Ausflug empfohlen. Es gibt ihn auch als Gyros, als Schnitzel, geräuchert, sauer eingelegt oder als „au four“. Natürlich finden sich auch Klassiker wie Zander, Aal, Hecht oder die Forelle auf der Speisekarte. Und vermutlich hilft eine vorherige Reservierung, falls doch mal ein Bus Hungriger vor der Tür steht …

So geht Zander!

Eigentlich dachte ich, dass ich das eine Bild von den heutigen zwei noch irgendwie heftig bearbeiten muss. Wider Erwarten wurde es dabei aber eigentlich nur schlimmer als besser, und so habe ich doch – beinahe – das Original genommen, nur etwas beschnitten. Und bitte die Betrachter um Nachsicht, da das Foto „über Kopf“ aufgenommen wurde.

Nun habe ich dabei zwar keinen Kopfstand gemacht, aber es hat schon einen Grund, warum die Tischkante diesmal am oberen Ende des Bildes erkennbar ist. Es war nicht mein Mittag, es stand vor dem Platz gegenüber. Zugegeben, wenn es nicht dort gestanden hätte, hätte es bei mir gestanden. Aber ich wollte nicht zwei Wochenenden hintereinander Zander essen. Ich wollte aber mal den Vergleich zeigen zum letzten Sonntag und dann den Ausruf tätigen: So geht Zander!!! Mit drei Ausrufezeichen.

Und auch dieser Zander war begleitet mit einer Soße. Das Geschick des Koches lag nun aber darin, zum einen den Zander mit einer knusprig-leckeren Haut auf den Teller zu zaubern (zugegeben, ein bisschen mehr Bratknusper hätte es schon sein dürfen, aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau, gehörte wohl aber zur Tagesmode (s.u.)) und der Soße (hier in Form von Rahmpfifferlingen) gar nicht erst die Chance zu geben, gegen den Knusper zu arbeiten. Die Lösung ist ja auch denkbar einfach: Soße auf den Teller und den Fisch mit der Hautseite nach oben(!) oben drauf. Eigentlich trivial.

In gewissem Sinn ähnlich kann man auch Fleisch präsentieren, dass man knusprig angebraten hat. Schauseite nach oben auf den Teller, ggf. soßiges Gemüse unten drunter und Beilage daneben. So bleibt die schöne Seite erhalten.

Optisch nicht gleich zu erkennen, aber beim Essen wohl bemerkt: das Ist ein Rip-Eye-Steak, unter dem sich (einige gucken ja etwas vorwitzig hervor) Bratpfifferlinge befanden. Entgegen dem oberen Bild besteht hier die „Sättigungsbeilage“ lt. Karte übrigens aus Kräuterkartoffeln, den Zander begleiteten Schwenkkartoffeln. Diese Feinheiten in den Unterschieden bekommt der gewöhnliche Esser ja manchmal gar nicht mit. Gut, dass es niedergeschrieben steht.

Dem Steak und dem Zander gemein waren ein leichtes Unterröstetsein. Vielleicht war der Herd noch nicht heiß genug (als beinahe erste Gäste des Tages). Der Rest der Zubereitung war aber stimmig: saftig der Fisch und medium das Rind. Für die Créme Brulée, die sich ebenfalls auf der Karte findet, wird es doch einen Bunsenbrenner geben, der wäre vielleicht eine Idee für die Nachbehandlung gewesen. Aber, wie oben schon geschrieben, ich jammere auf hohem Niveau und habe eigentlich sehr gut gegessen.