Verbotene Früchte schmecken am süßesten

Beim letzten Einkauf fiel mir eine kleine Flasche in die Hand, die zuvor meine Aufmerksamkeit im Regal des Supermarktes erregte. Es ist eine Colasorte, die ich noch nicht kannte. Nun ist Cola ein Getränk, dass mir zwei Frauen verboten haben, aber ich griff trotzdem zu, denn es wirkte wirklich interessant. Zumal zwei von den drei wesentlichen Werbeaussagen das Colaverbot aushebelten:

  • 0% Zucker
  • 0% Aspartam
  • 0% Phosphorsäure

Hinzu kam “natürliches Koffein” aus grünen Kaffeebohnen. Das Wort “Green” fand sich dann auch im Namen der Cola, sie bot aber die übliche Farbe, da hat man augenscheinlich aus der großen Pleite mit dem grünen Ketchup oder der weißen/klaren Cola gelernt … ;-)

Die Farbe ist die gleiche wie üblich, der Zucker wurde durch eine Mischung aus Steviolglycaside und Sucralose, mit allen Folgen. Die positive: Die Cola hat kaum Kalorien: 0,6 kcal/100ml gegenüber 42/43 der beiden üblichen großen Marken. Die negative: Die Süßstoffe sind hemmungslos überdosiert, selbst im kalten Zustand ist die Cola ekelhaft süß. Hinzu kommt das Fehlaroma durch die Steviasüße. Da nutzen auch die Wein- und Apfelsäuren nichts, die die Stellvertretung für die Phosphorsäure angetreten haben, da sie völlig untergehen.

Vor einiger Zeit hatte ich mal eine Cola getrunken, die zwar Zucker im üblichen Maße aber keine Phosphorsäure enthielt. Die war anders und vermutlich grüner, auch wenn die Packung eher rot und blau war. Aber das grüne Image – wenn man sich die Webseite ansieht – soll eine gewisse “Natürlichkeit” durch die überhaupt nicht künstliche Stevia-Süße widerspiegeln und unterschlägt relativ konsequent den zweiten Süßstoff. Beide Colas haben gemeinsam, dass sie nicht wie einer der Klassiker schmecken; was die rot/blaue durch vielfältige Zitrusaromen durchaus noch interessant macht, lässt die grüne durch übertriebene Süße und kaum sonstigen Geschmack wieder in die Versenkung verschwinden. Ich trinke kein Image, ich trinke Cola. Wenn ich mich aus den Regularien für meine Ernährung rausschummle. Und nur, weil da grün drauf steht (bzw. “green”), macht es das Getränk nicht besser.

Protein und Kaffee

Was hat nun Protein mit Kaffee zu tun? Die einfachste Lösung wäre, wenn es Käsekuchen zum Heißgetränk gäbe. Café au lait wäre auch eine Variante, wenn auch mit weniger Eiweiß. Oder der Autor verbindet nur zwei Themen, die allein zu kurz wären, um einen Artikel zu füllen. Manchmal ist es zu einfach.

Protein

Proteinerhöhte Lebensmittel stehen oft in der Kritik, dass sie für den überhöten Preis gar nicht so viel mehr an Protein bringen. Mal von ihrer grundsätzlichen Sinnlosigkeit für 99% der Bevölkerung abgesehen. Meist nehmen wir mit einer normalen gemischten Kost schon übermäßig viel Eiweiß auf.

Mit leichter Verwunderung in den Augen nahm ich beim letzten Wochenendeinkauf zwei Produkte wahr, die im Kühlregal nebeneinander standen, vom gleichen Hersteller waren, die gleichen Geschmack trugen sowie den gleichen Preis und die gleiche Menge hatten. Der große Unterschied bestand auf den ersten Blick nur darin, dass eines davon mit “High Protein” gelabelt war und der Blick in die Nährwerte (6,6 g zu 14 g) den Unterschied auch signifikant zeigte. Erreicht wurde der lt. Zutatenliste mittels Zugabe von Milcheiweiß, was bei einem Milchprodukt passend erscheint. Das High-Protein-Produkt schien beim Essen auch etwas cremiger, die “normale” Variante wirkte flüssiger. Vermutlich bewirkte das zusätzliche Eiweiß diesen spürbaren, aber doch letztendlich geringen Unterschied.

Beim genauen Etikett-Studium fiel mir dann noch ein Unterschied zwischen beiden Produkten auf. Damit meine ich übrigens nicht, dass im normalen Vollei drin ist und im eiweißreicheren nicht. Leider wurde bei letzterem auch der Zucker durch Süßstoff ersetzt, was nicht nötig getan hätte. Beiden Varianten hätte ein weniger an Süße und dafür ein mehr an Geschmack gut getan, aber was will man von ausgelutschten Industriezutaten schon erwarten.

Kaffee

Als bekennender Freund kalter Milchkaffeegetränke – ich vermute, dass ich es auch im Blog schon ein paar mal thematisierte – muss ich mal wieder meinen Frust loslassen. Der hat nichts damit zu tun, dass der hohe Zuckergehalt dazu geführt hat, dass ich mir meinen Milchkaffee mehrheitlich selber koche und nicht süße. Beim Niederschreiben hatte ich die Idee, mal zu probieren, ob ich einen gekauften Milchkaffee mit meinem zuckerfreien strecke und sehe, was dabei rauskommt. Dazu dann ggf. später mehr.

Wenn man also weniger von etwas trinkt, kann man darauf achten, hier dann auch das bessere zu nehmen. Gemeinhin hieße das, auch die teuere Variante als 1. Wahl anzusehen. Bei den kalten Milchkaffeegetränken meist (in meiner empirischen Untersuchung eigentlich immer) ein Irrtum. Da ich beim oben bereits erwähnten Einkauf auch eine neue Variante eines Milchkaffeegetränkes entdeckte, musste ich auch das mal testen und wurde mal wieder bestätigt.

Mein Gleichgewichtssinn scheint sowieso nicht der allerbeste zu sein. Im normalen Leben ist das nicht weiter spürbar, oder ich habe mich schon daran gewöhnt (es war immerhin schon immer so). Dass jetzt Milchkaffees der Sorte “Balance” da helfen, habe ich aber auch nicht wirklich erwartet. ;-) Sie werden aber auch keine Chance dazu bekommen, da ich sie nicht wieder kaufen werde. Vielleicht wirkt es aber doch, weil es schneller das Portmonee leert und damit das Gleichgewicht herstellt, da die Geldbörse meist nicht entlang der Längstachse des Körpers getragen wird.

Obwohl aufgebrühter Kaffee bei der Herstellung benutzt wird (bei vielen hochpreisigen Varianten kommt gern löslicher Kaffee oder Kaffeeexrakt zum Einsatz), ist es mit dem Geschmack nicht weit her. Das mag an den gleichen Gründen liegen, wegen denen die Labels “Lactose Free” und “Reduced Calories” auf der Schauseite prangen. Letzteres wurde unter anderem durch eine gewisse Fettreduktion erreicht. Die Zutatenliste überraschte außerdem mit zwei Süßstoffen statt Zucker und Laktose … Hä? Nachdem ich mein Handy als Lupe missbraucht habe, stellte sich der Aufdruck als Laktase heraus. Das Label der Vorderseite stimmte also doch. Aber bei dem Kleingedruckten kann man sich schon mal verlesen.

Es gibt also eigentlich keinen Grund, Milch in kleinen Plastebechern aus der Schweiz zu importieren. Warum das überhaupt gemacht wird, darf weiterhin kritisch hinterfragt werden. Immerhin ist Milch als Hauptbestandteil dieser Getränke ein derartiges Allerweltsprodukt, das lange Transportwege für das fertige Produkt eigentlich überflüssig sein sollten. Andere Weltkonzerne kriegen das doch auch hin, verschicken aus der Zentrale nur den Sirup der geschmacksgebenden Zutaten und lassen das regional verdünnen und abfüllen (auch wenn’s hier auch schon Zentralisierungstendenzen gibt).

1,63 € habe ich übrigens für die 230 ml Milchkaffeegetränk (offiziell: Milchmischerzeignis) bezahlt. Im Discounter. Im gleichen Laden gibt es unter einer der Eigenmarken der Kette Milchmischgetränke im 330-ml-Behältnis für knapp einen Euro weniger. Mit kürzerer Zutatenliste, ebenfalls ohne Kaffeeextrakt o.ä. sondern mit richtigem Kaffee; und ohne Aroma- oder Süßstoffe schmecken die Varianten besser als so manch teueres Produkt mit bekannten Marken. Und die Hausmarken mehrerer Discounter (und auch einiger Supermärkte) kommen alle aus der gleichen Molkerei mit den beschriebenen positiven Eigenschaften und bilden einen empirischen Nachweis, dass teuer nicht immer gut heißt.

Butter bei die Fische

Ist man eine Weile eher ruhig gestellt und verbringt deswegen viel Zeit zu Hause, ist das Fernsehgerät Quell willkommener Abwechslung. Das klappt zwar nicht immer, aber wenn das Interesse eher nonfiktional orientiert ist, findet sich auf den 5 bis 8 Doku-Kanälen immer mal etwas ansehenswertes. Dabei scheinen die kleinen privaten nur eine Handvoll Werbekunden zu haben, wenn einem in jedem Werbeblock gefühlt die gleichen 10 Spots dargeboten werden.

Dabei war unter anderem ein Clip eines bekannten Tunfischeindosers. Nun ist mein Verhältnis zu Dosentunfisch eher ambivalent. Entweder habe ich immer den verkehrten gekauft oder den dann zu frisch oder zu alt gegessen. Da habe ich einige Experimente durch und konnte die Begeisterung einiger Genussexperten dafür nicht nachvollziehen. Die einzige Variante, die mir gefallen hat, war die Vermischung des Tunfischs mit etwas Majonäse und ggf. noch etwas Gemüse zum Tunfischsalat, streichfähig. Aber man muss dem Produkt immer mal wieder eine Chance geben.

Laut Werbung sind in den Dosen schöne Filetstücke, die sich selbst mit Grisinis zerteilen lassen. Die erste Teigstange ist mir sofort zerbrochen, aber vielleicht hätte ich die Dose erstmal öffnen sollen. Scherz beiseite.

Schmodder im TunfischbecherDer Blick in die geöffnete Dose enttäuschte maßlos. Unter dem öligen Schmodder kam dann zwar noch sowas wie ein Filetstück zum Vorschein, das verteilte sich aber kaum mit der Gabel.

Schmodder im TunfischbecherUnd der Fisch krankte auch dem, woran jeder andere vorher probierte Tunfisch krankte: Trockenheit. Im Detailvergleich gehört diese Marke zwar zu den besseren (es gibt auch Dosentunfisch, wenn man den pur ist und sich verschluckt, erstickt man fast), aber wenn etwas besser ist, heißt das eben auch noch lange nicht, dass es gut ist.

Schmodder im TunfischbecherZerkleinert und mit dem Öl der Dose vermengt ging’s aber mit etwas Backwerk zusammen gut runter.

Diese Ereignisse sind schon ein paar Tage her und es fehlt auch noch die Butter. Das kommt aktuell vom heutigen Frühstück. Ich öffnete ein für mich neues Mischstreichfett, wie diese Butter-Rapsöl-Mischungen offiziell heißen. Immerhin hat es Stiftung Warentest mit der Note 1,8 als Testsieger bewertet. Ich bin aber am überlegen, ob das Produkt nicht auch ein Fall für Foodwatch wäre. Seht selbst.

Viel Platz im Streichzart-Becher von WeihenstephanGroßer Becher, aber noch viel Platz drin. Ich meide aus verschiedensten Gründen Produkte dieser Marke sowieso, hier kam definitiv einer dazu.

Käffchen?! Gern, aber kalt und mit Milch

Zwischendurch mal was anderes: Ich mag ja diese “Milchmischgetränke mit Kaffee” in jeder Variation. Latte Macchiatto, Latte Espresso, Latte Cappuccino, Intenso, Black&White, Eiskaffee Milkshake, … die Vielfalt ist groß. Jede Supermarkt- und jede Discounterkette hat meist eine Eigenmarke davon im Angebot, aber auch bekannte Marken vertreiben entsprechende Getränke. Die Herstellervielfalt ist nicht ganz so groß wie die (Eigen-)Markenvielfalt, was aber auch nicht weiter verwundert; die bei mir gängigen Discounter- und eine der Supermarkteigenmarken kommen alle samt aus der gleichen Molkerei. Das heißt übrigens nicht, dass gleich benamste Getränke auch gleich schmecken, aber schon ähnlich.

Bei einem Discounter entdeckte ich unlängst eine für mich neue Variante, was natürlich zu einem Kauf führte. Ein Ereignis – wenn ich das mal vorweg nehmen darf -, das sich nicht wiederholen wird. Es zeigte sich mal wieder, dass es einen Zusammenhang zwischen der Länge der Zutatenliste und der Ungenießbarkeit des Trunks gibt. Ein Effekt, den ich auch schon bei den Markengetränken beobachtet hatte, vor allem, wenn die Marke für hochwertigen Kaffeegenuss stand.

12 Zutaten. Und es schmeckt überaromatisiert, fehlaromatisiert und hat ebenfalls ein komisches Mundgefühl. Ich vermute mal, dass speziell auch die zusätzliche Aromatisierung “Aroma”, die ich ebenfalls bei den “hochwertigen” Marken fand, der Quell allen Übels ist. Dass hier auch noch Süßstoffe statt Zucker verwendet wurden, macht die Sache nicht besser. Dabei geht es auch viel einfacher:

6 Zutaten. Kein Aroma, kein Kaffeeextrakt. Und dass es sechs Zutaten sind, liegt auch nur daran, dass ich als “Fotomodel” eine Cappuccino-Variante erwischt habe, die mit etwas Kakao zubereitet wird. Der Latte Espresso aus der gleichen Reihe kommt mit 5 Zutaten aus. Es geht also. Warum immer kompliziert machen, wenn es auch einfach geht?!

Könnte man noch die Frage stellen, wie die mit den wenigen Zutaten die ganze Produktvielfalt hinbekommen. Aber die Antwort ist einfach. Während beim Cappuccino fettarme Milch und Kakao verwendet werden, hat der Espresso keinen Kakao und der Latte Macchiatto Vollmilch und einen Schuss Sahne. Bei der Black&White Variante ist es noch einfacher: Milch, Kaffee, Stabilisator, sonst nix. Die anderen Varianten müsst ihr selber mal nachschauen, die habe ich gerade nicht griffbereit. Die Bissingener Molkerei, die unter anderem hinter vielen Handelsmarken steht, hat’s offensichtlich raus.

Die Milchmischgetränke aus Bissingen gibt es eigentlich auch bei dem von mir besuchten Stavenhagener Discounter und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Das neue Produkt war mit einer früher mal ebenfalls aus Stavenhagen kommenden und mittlerweile hessischen Milchmarke gelabelt und weist nach, dass die Produkte mittlerweile nicht mehr immer gut sind.

Neues vom kleinen Hunger

Bei meinem letzten Wochenendeinkauf (traditionell am Montag – fragt nicht) standen im Kühlregal zwei Milchreisbecher so dicht beieinander, dass sie ins gleiche Blickfeld kamen, obwohl sie von unterschiedlichen Marken gelabelt waren. Da dachte ich mir, dass das doch eine prima Blog-Idee wäre: unterschiedliche Marken, unterschiedliche Preise, gleicher Inhalt. Die beigemengte Fruchtzubereitung war typgleich, der eine Milchreis hatte die Handelsmarke des Discounters oben drauf, der andere war das “Original”, stand zumindest auf dem Becher.

Seit Ewigkeiten aß ich mal wieder Milchreis. Um es vorweg zu nehmen: der angedachte Vergleich fiel aus. Die Zutatenlisten waren zu unterschiedlich. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass die eine nur die umformulierte Form der anderen ist, stimmten sie nicht überein, da sie sich in den Inhaltsstoffen teils grundsätzlich unterschieden. Die färbenden Lebensmittel waren andere, außerdem enthielt der eine Buttermilch, der andere nicht. Außerdem fehlte beim Markenprodukt die Veterinärnummer für den Herstellervergleich.

Was aber viel entscheidender war: die Becherinhalte entsprachen so gar nicht meinen Erwartungen. Wobei das Handelsmarkenprodukt einen my besser schien als die “Original”-Marke, dann aber durch Carrageen in der Zutatenliste wieder negativ auffiel. Ansonsten fand sich in beiden Bechern eher ein Milchpudding mit Einlage zerkochtem Reises, der bei der Handelsmarke den erwähnten my als Reis erkennbarer war. Das im anderem Becher hätten auch kleine Mehlklümpchen oder zu lange gezogene Minipasta sein können.

Wenn euch also mal der kleine Hunger quält, esst ‘nen Apfel oder ‘ne Möhre. Außer, ihr steht auf kalte, überzuckerte Reisschleimsuppe. Ein Becher enthält knapp ein Drittel des pro Tag empfohlenen Zuckers.