Folge keiner Vorhersage, auch wenn sie von dir kommt und dich betrifft – oder: Meeresfrüchte verschönern

Man kann ja nicht alles selber machen, obwohl es für viele Sachen einfachere, bessere und leckerere Zubereitungen gibt als das, was man so auf den üblichen Vertriebswegen zu kaufen kriegt. Sogenannte Feinkostsalate gehören auf jeden Fall mit in diese Reihe, wobei ich mal Fleischsalate, Heringssalate, Eiersalate, Kartoffelsalate, Meeresfrüchtesalate und ähnliches unter diesem Namen subsummiere. Die eigentliche Hauptzutat wird mit einigen kleinen Extras/Gewürzen und Majonäse oder einer vergleichbaren Soße verrührt und fertig. Richtige Majonäse ist dabei immer seltener anzutreffen, wahrscheinlich sind die beiden Hauptzutaten zu teuer, sodass irgendwas cremiges auf Wasserbasis (man beachte den Widerspruch in sich) weiter verbreitet ist.

Das Hauptmanko vieler fertig abgepackter Salate dieser Art ist der hohe Anteil an Soße, an den Feinkosttheken sieht es schon etwas besser aus. Aber in den bedeckelten Bechern aus dem Kühlregal schwimmt alles in Soße und der Teil, den man eigentlich essen möchte, ist eher marginal vertreten. Dabei gibt es allerdings ein paar Produkte, wo wenigstens die Soße halbwegs gut schmeckt,  man möchte manchmal gar nicht wissen, wieso. Ein Blick auf die Zutatenliste ist oft ernüchternd. Aber man kann versuchen, das entsprechend gekaufte Produkt ein wenig zu pimpen.

Dabei fällt mir ein, dass ich (nur für mich) mal einen Beitrag über diese Art von Meeresfrüchten schreiben muss. Shrimps, Garnelen, Gambas, Langusten, Hummer (ok, den erkennt man), Krabben … Was ist was und woran erkennt man das. Man möchte ja die richtigen Begrifflichkeiten verwenden. Auf der Packung dessen, was sich in der blauen Schüssel befindet, stand “Partygarnelen”. Das nehmen wir mal so hin. Die sind gewaschen (von mir) und gegart (vom Abpacker oder einem seiner Geschäftspartner).

Die Partygarnelen sind aber schon das Aufpimpen. Das leicht unscharfe in dem weißen Becher soll verbessert werden. Auf dem Deckel stand Shrimps mit Knoblauchsoße und dazu ein Bild einer Garnele … Da weiß man auch nicht, was es soll. In viel Soße schwammen die eine Nummer kleiner als Garnelen.

Den Becherinhalt entleerte ich in die Schüssel und mischte dann die Party(-garnelen) richtig auf, also den Salat mit den Garnelen.

In einem Anfall von Kulinarik griff ich auch noch in die TK-Kräuterkiste und streute noch etwas Grünzeug passend dazu (nein Anja, ich sage nicht, dass es Dill war).

Auch das wurde eingerührt und durfte dann ruhen, bis es zur Verspeisung kam.

So ein Salat allein macht natürlich nicht glücklich, es gab Brot dazu. Und geräucherten Fisch.

Und bei dem muss ich mich ein wenig schämen. Der Fisch erwies sich laut Packungsaufdruck als Maräne, also einer Art, die auch im hiesigen Hauptbefischungsgewässer “Tollensesee” gefangen wird. Vermutlich hält ihn der Regionalfischer unter Umständen auch in geräuchertem Zustand bereit, frisch – in der Saison – gibt es ihn in einigen hiesigen Gaststätten recht lecker zum Verzehr. Das abgebildete Filet – zugegeben einer größeren Maräne als ich sie von hier kenne – kommt von ein bisschen weiter weg …

Apropos: Da fällt mir ein schlechter Gag ein. Warum machen so viele ältere Männer Urlaub in Kanada? Kann er hier nicht, Kanada …

Das ursprünglich für abends angekündigte zweite Hühnerbein gibts am Sonntagabend. Oder entbeint als Einlage für die Woche. Bleiben Sie dran, mehr im nächsten Beitrag.

Kohlroulade (26.09.2019)

Da habe ich doch glatt vergessen, mein gestriges Mittag zu veröffentlichen. Tja, viel zu tun. Aber das müsst ihr gesehen haben. Zumal es durchaus unter den Aspekten meiner neuen Ernährung auf der Speisekarte bleibt, nur mit weniger Kartoffeln. ;-)

Hättet ihr sie als Kohlroulade erkannt? Farbe und Oberfläche sprechen dafür, die sonstige Geometrie weniger. Und sie sah auch schon vor dem Einpacken so aus.

Aber die Roulade war für einen Fleischerimbiss nicht schlecht. Was mir immer ein bisschen fehlt war auch hier ein Arbeitsschritte, den Muttern selig immer noch gemacht hat: Sie hat die Fleischmasse, den Klops innen, vor dem Einwickeln einmal kurz angebraten. Das gab noch das gewisse Extra an Konsistenz und Geschmack.

Apropos: Es mag an meiner aufziehenden Erkältung gelegen haben (wobei die Nase aber noch frei ist), aber Soße und Kartoffeln haben quasi nach nix geschmeckt. Das muss man auch erstmal hinbekommen bei einem Schmorgericht.

Box 7 (04.09.2019)

Heute musste es schnell gehen, nicht unbedingt das Essen, aber die Auswahl. Nach “bekannt langsame Bedienung” und “Huch, Schlange” landete ich beim Nudelbrater. Wobei mir die küchenphilosophische Frage durch den Kopf ging: warum werden gebratene Nudeln mit Soße serviert? Durch den fettbegleiteten Bratvorgang sind sie der Aufnahme oder Benetzung durch geschmackvolle Flüssigkeit doch gar nicht mehr fähig. Aber: Versuch macht kluch.

So ist auch erwartungsgemäß nicht viel von der Soße zu erblicken. Zugegeben, das kommt bei den Verpackungen öfter vor. Meist hilft da umrühren und vorher oben was wegessen.

Auch wenn es auf dem Bild nicht so rüber kommt, aber ein wenig netzt die süß-saure Soße doch die Teigware. So freut sich der Gaumen doch über Anregung. Vom inkludierten Hühnerfleisch war das nicht zu erwarten. Blass und nichtssagend.

Königsberger Klopse (03.09.2019)

Die Kollegen wünschten sich was vom Fleischerimbiss und so schaute ich mal, was es tagesgerichtliches so gab. Da lachten mich die Klopse an und wir verließen zusammen das Lokal.

Zwei Kochklopse, einige Kartoffeln in der dazugehörigen Soße (ja, es waren auch Kapern drin) und etwas Krautsalat füllten auf kantinentypische Art den Magen. Man kann das aber auch schlechter machen.

Gnotschi in Soß’ (03.08.2019)

Gut ist manchmal ein stimmiges Restemanagement. Ich träume manchmal von einem Kochplan, der sich über eine längere Zeit erstreckt, und wo an den jeweiligen Folgetagen Zutaten, die nicht komplett verbraucht wurden, weiterverwendet werden, aber um etwas ganz anderes zuzubereiten. Also bspw. an einem Tag was mit Eigelb und am nächsten Tag (spätestens) das Eiklar verwenden. Oder halbe Zwiebeln. Oder so.

Neulich hatte ich doch diese Soße aus Gurke, Tomate, Paprika gekocht. Einen Becher hatte ich noch und der wurde heute verwendet.

Als “Einlage” mussten ein Paar Gnocchi herhalten. Die hab ich selber … gekauft. Immerhin Bio. Was sie nicht unbedingt besser macht, da auch diese aus den unsäglichen Trockenkartoffelflocken hergestellt wurden, aus denen auch das schleimige Industriepüree erzeugt wird. Die Gnocchi sind zwar entschieden besser als das Püree, aber die gleiche Fehlaromen, die vermutlich durch das Trocknen entstehen, finden sich auch hier wieder.

Leider erinnern mich diese Gnocchi an den letzten Sonntag. Den Gedanken, den ich da noch verdrängte, bricht sich Bahn: Eigentlich hatte ich doch nur TK und Convenience auf dem Teller.