Kohl mit Kohl ohne Kohl (26.01.2020)

Nach den letzte Sonntagen mit eher rustikalen Mittagessen, zumindest, wenn man den Charakter der besuchten Häuser zugrunde legt, gab es diesmal was feines. Zumindest, wenn man die Grundausrichtung des Restaurants berücksichtigt. Aber, es wäre ja zu langweilig, wenn Klischees immer stimmen würden. So gab es Grünkohl mit Kohlwurst und knackigen Bratkartoffeln – so stand es jedenfalls auf der Karte.

Viel Grünkohl und wirklich gute Bratkartoffeln fanden sich auf dem Teller. Letztere waren zwar blutdruckschonend gesalzen, aber das ließ sich einfach korrigieren. Und auch die Kohlwurst war von ausgesuchter Qualität, genau wie der Senf, so dass ich nicht nur vor, sondern auch noch nach dem Essen glücklich mit meiner Wahl war.

Dezente Salzung schien aber auch die 2. Überschrift unter anderen Gerichten des Tages gewesen zu sein. Das Essen gegenüber zeichnete sich auch dadurch aus, hier half dann ein wenig ein Senfrest bei der Aromaverstärkung. Aber ich jammere wieder auf hohem Niveau. Das Restaurant ist durchweg empfehlenswert.

Zum Abend kam das gestern fabrizierte Brot auf den Tisch. Etwas Butter und Schwarzwälder Schinken veredelten es aufs Angenehmste. Durch die Lagerung in einem geschlossenen Gefäß verlor die obere Kruste ein wenig von ihrer Härte und machte das Schneiden in Scheiben zu einem Vergnügen. Ein paar Gedanken mache ich mir aber noch um den Geschmack des Brotes. Weder Essig noch Salz sind irgendwie spürbar. Nun soll das Brot weder ausgesprochen sauer oder salzig schmecken, und wenn beides gar nicht dran wäre, würde das Aroma sicher auch anders sein, aber ich überlege, ob meine Löffel in ihrer Größe etwas unter der Norm liegen und ich beide Dosierungen etwas erhöhe.

Im Gegensatz dazu ist mir der Hefegeschmack zu intensiv. Nicht, dass er wirklich intensiv wäre, aber er ist spürbar, vor allem in der Nase*. Weniger Hefe zu nehmen geht vermutlich zu Lasten der Fluffigkeit. Da probiere ich wohl eher mal eine andere aus (was voraussetzt, dass es unterschiedliche gibt und nicht nur unterschiedliche Etiketten). Mal sehen, ob ich morgen welche beim Einkaufen finde.

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*) Natürlich weiß ich, dass wie quasi fast jedes Aroma, dass über salzig, süß, bitter, sauer und umami hinaus geht, mit der Nase wahrnehmen. Die Frage ist, ob der Träger sich zur Wahrnehmung vor dem oder im Mund befindet. Im Brot-Hefe-Fall ist es noch davor.

Krustenbraten (18.09.2019)

Heute war mal wieder Zeit für einen Klassiker. Wobei sich das Klassiker-sein vieleicht nicht unbedingt auf mein Essverhalten bezieht, sondern eher auf das Angebotsverhalten des Fleischerimbiss’. So, wie diese Fleischstücke im Verkaufstresen präsentiert – im ganzen und zum Portionieren frisch aufgeschnitten – und vorher zubereitet werden, scheint da irgendwer zumindest in dem Aspekt sein Handwerk zu verstehen.

Pökelig rosa kommt es daher und ist derart zart und saftig, dass man fast nicht glauben kann, dass diese Eigenschaften ganz ohne Hilfsmittel erreicht werden.

Das Sauerkraut unten drunter ist übrigens schön schlotzig und passt hervorragend zum Fleisch. Nur die Brattüften hängen etwas hinterher, was nicht allein der transportbedingten zeitweisen Verkapselung geschuldet war. Aber der Anteil bratspurfreier Kartoffelscheiben war hoch, und das intensive Tischgespräch, was die Essensaufnahme leicht in die Länge zog, machte es nicht besser.

Marinierter Hering (11.09.2019)

Als ich das sah, fiel mir doch gleich ein schönes Rätsel für euch ein. Die Frage lautet: Das Gericht “Marinierter Hering mit Bratkartoffeln” habe ich wo gekauft:
a) Fischbrater
b) Nudelbrater
c) Fleischerimbiss

Als kleine Hilfe ein Bild des Essens:

Es gibt Hinweise auf dem Bild.

Na, habt ihrs?

Richtig! Lösung c) stimmt. Der Fleischerimbiss war die Quelle. In guter Tradition, schon der vorgängliche Betreiber bot gelegentlich saure Bratheringe an. Offensichtlich sind Heringe Fische, die es beim Fischbrater höchstens als Matjes gibt.

Der Hering war in einer Art Hausfrauensoße eingelegt (die gibt’s wirklich), mit Apfelstückchen, Gurke und Zwiebel. Für einen Fleischer als Herkunft schmeckte das gar nicht mal schlecht. Nur die Bratkartoffeln hatten den abgeschlossenen Transport nicht gut überstanden.

Forelle mal anders (01.09.2019)

Dieser Post richtet sich vor allem an alle Matjesfreunde, auch wenn oben im Titel Forelle steht und der Matjes traditionell aus Hering geschaffen wird. Aber das Prinzip, wie guter Matjes hergestellt wird, kann man mit etwas Geschick und guter Auswahl der Fischsorte auch erweitern und so etwas sehr schönes auf die Teller und an die Gaumen bringen. Und wer gern Essen nach Farben macht: Pink geht auch ohne rote Bete. ;-)

Die Grundgestaltung des Tellers haben wir schon öfter hier im Blog gesehen. Das könnte am wiederholten Besuch der gleichen Gaststätte herrühren. Was ja auch schon mal einen Grund hat. Neben Bratkartoffeln, einem kleinen Gurkensalat und den fischigen Beilagen Meerrettich, Kräuterbutter und Zitronenspalte lagerten dieses mal aber ein kleines Schälchen mit einer Extrasoße (deren Namen ich leider wieder vergessen habe) und unter den roten Zwiebel der rosa Fisch …

Zarte Forellenfilets nach Matjesart – ein Hochgenuss! Dringend weiterempfohlen für Liebhaber/innen dieser Zubereitungsart. Und vielleicht auch eine Idee als Überraschungsschmankerl bei einer heimischen Fischplatte (wobei ich nicht gefragt bzw. geschaut habe, ob es diese auch im Fischverkauf gibt).

Gebratener Hering (04.08.2019)

Manchmal gehen mir schon komische Gedanken durch den Kopf. Zum Beispiel: Eigentlich ist diese Fischgaststätte mit ihrem Essen einer der besten Speisequellen, die ich kenne. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich jeden Tag dort essen wollte, dazu wäre mir Abwechslung zu wichtig, aber ich kann öfter mal da sein, zumindest im Sommerhalbjahr.

Es ist jetzt nicht die feine hohe Küche, aber es ist ehrlich, einfach und lecker. Und wunderbar portioniert. Frischer Fisch, gut gewürzt durch die Pfanne gezogen, auf den Punkt gegart, dazu schöne Bratkartoffeln oder Pommes und eine Auswahl von Fischbegleitern zur Auswahl: Zitrone, Meerrettich und Kräuterbutter.

Und besonders lecker: der Gurkensalat. Davon könnte gern mehr auf den Teller. Die beiden Fische sind nicht sauer eingelegte Bratheringe. ;-) Jaha, sowas geht auch frisch gebraten.

Herrlich!