KW 42 – Das Sonntagsupdate

Gestern habe ich ein wenig vorgekocht und u.a. von einer schlechten Idee geschrieben. Alles Blödsinn. Vergesst es! Das Mittag heute war fast noch besser als das gestrige. Unglaublich, aber wahr.

Nochmal der Hintergedanke: Nudeln aufwärmen ist sowieso schon nicht die beste Idee, die man haben kann. Bei Vollkornnudeln – so meine steile These – ist es noch schlimmer. Das merkt man schon beim Kochen, dass sie eine etwas andere Konsistenz haben. Jemand aus meinem Bekanntenkreis hatte mir diesbezüglich mal eigene, schlechte Erfahrungen geschildert. Wobei, und den Punkt habe ich Euch gestern verschwiegen, es ging nicht nur um einfache Vollkornnudeln. Da war irgend etwas noch mit. Glutenfrei(?). Histaminfrei(?). Ich weiß es nicht mehr. Wenn diese Nudeln allein schon kalt werden, zerbröselt es sie schon, so die Auskunft.

Bei den Vollkornnudeln hatte ich gestern ein ähnliches Gefühl. Frisch gekocht ging es noch, aber etwas sandig-körnig waren sie schon in der Konsistenz. Was soll das nur werden beim Aufwärmen? Mittlerweile kann ich die Frage beantworten:

Pasta von gestern, aufgewärmtSicher, die Lichtverhältnisse waren in der anderen Küche etwas andere, aber die Nudeln waren wirklich heller. Und wunderbar zart, besser als gestern. Ohne Spaß. Mein Trick, wenn es denn einer ist, war, in das Transportgefäß erst etwas von der tollen Soße (heiß) zu geben, dann die Nudeln aus dem Nudelwasser noch sehr al dente darüber und danach oben alles wieder mit Soße abdecken. Deckel zu und auskühlen lassen. Aufgewärmt wurde alles bei wieder geöffnetem, aber noch draufliegendem Deckel mit 800 W in 3 Minuten in der Mikrowelle.

Bestes Ergebnis.

Der Vollständigkeit halber und weil ich es gestern erwähnte:

Schweineroulade, Biokartoffeln, RotkrautBiokartoffeln (lt. Bestellzettel), Rotkraut, Schweineroulade. Kartoffeln, Rotkraut und Soße waren besser, als ich es erwartet habe. Die Zeit hinterlässt also auch positive Spuren. Allein das Schwein war so dröch, wenn da nicht so viel Senf und eine Gewürzgurke drin gewesen wäre, hatte man den Rest über eine Gewürz- oder Parmesanreibe zu Pulver verarbeiten können.

Es bleibt also die schon mal vor Ewigkeiten hier auch gestellte Frage, warum Essenlieferdienste (egal ob Pizzaservice oder Essen auf Rädern) ihre angebotenen Mahlzeiten nicht auf Transport- und längere Warmhaltwege hin prüfen. Wobei, eine der möglichen Antworten: Weil sie, wenn sie ungeeignete Menüs künftig weglassen, nichts mehr zum Ausliefern hätten.

Herrentagsessen – nur für Herta

Wenn man mal ein paar Klischees bedienen möchte, dann kann man am Ende eines Herrentages schon mal komisch gucken. Und da ist man sich manchmal nicht sicher, ob man in einen Spiegel oder auf einen Teller guckt.

Stampfkartoffeln, SpiegeleiIch glaube, ich habe da was im Auge … ;-)

Stampfkartoffeln und Spiegelei. Natürlich ein Trivialgericht, aber weil in anderen Blogs auch die letzte Zeit ein paar Portionen Kartoffelstampf erkocht wurden, hier meine Variante, ohne viel Hexenzeug, aber einiges sollte schon beachtet werden.

Punkt 1: Vor dem Garen habe ich die Kartoffeln geschält und gewürfelt. Es waren übrigens mehlig kochende Kartoffeln. Dann wirds am Ende schön schlotzig.

Punkt 2: Die Kartoffelstücke habe ich gedämpft. Für ein paar Euros gibt es solche Dampfeinsätze für Töpfe, die sich auf unerschiedliche Durchmesser anpassen. Man kann aber auch den Dämpfeinsatz des Thermomixes oder ein Sieb in einem Kochtopf nehmen. Das treibt man solange, bis die Kartoffeln gar sind.

Punkt 3: Stampfen. Aber nicht zu doll. Ich habe einen Becher Schlagsahne eingearbeitet (auf 3 große – nicht backkartoffelgroße – Kartoffeln).

Punkt 4: Salz, Pfeffer, Muskat, ich hatte auch noch ein eine angeschwitzte Schalotte gedacht. Und: Kurkuma. Aber vorsichtig. Gibt den Kartoffeln eine schöne Farbe, wenn sie etwas blass (auch durch die Sahne) daherkommen. Und etwas Tk-Grün (Petersilie, Schnittlauch, …)

Punkt 5: Beim Einrühren der Gewürze: Effektiv, aber nicht zu intensiv. Ansonsten bekommen man schnell auch etwas schleimiges, auch ohne Pürierstab.

Stampfkartoffeln, SpiegeleiFür die Spiegeleier ist eine Antihaftpfanne schon eine tolle Erfindung, vor allem, wenn man sie sanft garen möchte, da man die angebratenen Stellen minimieren möchte. Sie sind in Butter mit einem kleinen Schuss Rapsöl gebraten. Nur sollte man die Zeit des Anrichtens mit einplaen, wenn man eine schwere Pfanne verwendet. Da bräunt auch im ausgeschalteten Zustand noch was nach. ;-)

Von Stärke, Werbung und Design

Bratkartoffeln mit Brathering (sauer eingelegt)Sehen die Bratkartoffeln nicht lecker aus? Waren sie auch. Und es ist wie immer die einfachste Machart, die doch mit das beste herausbringt. Ein paar genauso rohe wie gute Kartoffeln, die in Stücke geschnitten wurden, kommen in eine Pfanne mit gutem Rapsöl, in der sie bei wenig Hitze unter einem Deckel erstmal angegart wurden. Etwas Salz war auch anwesend. Ab und an wird der Deckel gelüftet und alles gut durchgeschwenkt.

Kurz, bevor die Kartoffeln gar werden, kommt der Deckel weg, die Hitze wird erhöht und es kommen noch etwas klein geschnittener Knoblauch (1 kleine Zehe), eine klein gewürfelte Schalotte, Salz und Pfeffer mit dazu und alles wird gut anbraten gelassen. Kurz vor fertig gehört ein Stich Butter zur geschmacklichen Abrundung. Eine Variante wäre klein gewürfelter Schinken(speck). Und, wer es sich leisten kann, nimmt einfach beides. ;-)

Bratkartoffeln mit Brathering (sauer eingelegt)Dazu gab es Bratheringsfilets, auf dessen Verpackung die Werbeaussage stand, dass es wohl ein neues Design gab. Die Filets sahen allerdings aus wie immer. Lug und Trug allenthalben. ;-)

Aus Faulheit und Planlosigkeit mache ich Bratkartoffeln gern aus rohen Kartoffeln. Meine Ernährungsberatung sähe allerdings eine Verwendung von am Vortag vorgekochten Erdäpfeln lieber. Das Kochen und die Lagerung machen wohl etwas mit der Stärke, was die “Sättigungsbeilage” etwas weniger gefährlich für die Hüfte macht. Aber dafür sollte man wohl auch keine Butter rangeben. Das kaltgepresste Rapsöl ist in dem Zusammenhang eher positiv zu sehen. Wertvoller als Olivenöl.

Fisch und Huhn und Käse

(Vorsicht, dieser Artikel kann Ironie enthalten, wie eigentlich fast jeder hier.)

Da setzt man sich mal an den Blog und will ein paar aufgelaufene Bilder abarbeiten, da stellt man fest, dass der letzte Artikel gar nicht veröffentlich wurde. Nette Zeitsteuerung. Aber nun ist sie ja rausgeflutscht und ich konnte mich anschließend mit den schon erwähnten Essensfotos beschäftigen. Das schreibe ich gerade, während mir nebenbei immer noch die Frage im Kopf herumschwirrt, ab ich beide Kleinserien auf einmal mache oder doch einzeln. Immerhin könnte die Überschrift davon abhängen. Das alles niederzuschreiben ist auch irgendwie wenig sinnvoll, da hier vermutlich mehrere Zeitebenen durcheinanderkommen, weil, wenn ihr das lest, ist die Entscheidung schon längst gefallen und ihr folgt einem Prozess, der mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung abgeschlossen war, während es für mich irgendwie work in progress ist.

Die ersten Bilder gehen auf eine Anregung zurück, die ich auf Twitter erhalten habe. Dabei habe ich mir eine alte Journalismus-Regel zu Gemüte genommen, die hier in der Region scheinbar öfters beherzigt wird: Meinung haben, Rechercheergebnisse drumrum platzieren, unpassendes weglassen, Artikel rausblasen. In meinem Fall war es die Kombination von Fisch und Käse im Essen. Ich weiß ja nicht, ob es Euch schon mal aufgefallen ist, aber wenn man in einem italienischen Restaurant bspw. Spaghetti frutti di mare bestellt, bekommt man im Allgemeinen keinen Parmesan dazu. Ob das nun eine gesamtitalienische Eigenart ist oder nur in bestimmten Regionen, kann ich nicht sagen. In der florentiner Ecke gehts offensichtlich. Vielleicht ist es ja auch wie mit der Verwendung von Butter in der italienischen Küche. Man denkt – ganz klischeeesk – nur an Olivenöl, aber in Norditalien wird es kaum verwendet. Da ist Butter Hauptquelle für zugesetztes Fett. Vielleicht bekommen aber in Florenz auch nur deutsche Touristen Käse zum Fisch … Man weiß es nicht. Aber der Kunde ist König.

Meine Meinung war also klar: Fisch und Käse zusammen schmecken nicht. Und genau das wollte ich auch schreiben. Aber erstmal das “Experiment”:

Fischstäbchen bratenAls Fisch dienten hier entsprechend dem Twitterbeispiel Fischstäbchen, davon passten vier wunderbar in meine kleine Pfanne und wurden in aller Ruhe ohne viel Getue drumrum angebraten. Als die abgefallenen Krümel langsam bräunten, drehte ich sie um.

goldbraun gebratene FischstäbchenSchön zusammengeschoben lassen und zwei Scheiben Bergkäse drauf abladen.

Bergkäse auf FischstäbchenWährend noch die untere Seite bräunt, wirkt die Hitze auf den Käse und er schmilzt sanft vor sich hin.

Bergkäse auf FischstäbchenNun noch schick anrichten und testen.

Bergkäse auf FischstäbchenErgebnis der Recherche: Das ist gar nicht mal schlecht. Käse und Fisch gehen also doch. Ich vermute mal, dass an dem dann doch positiven Ergebnis die Panierung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat, aber egal: Immerhin war der Fisch in der Mehrheit (Es waren echte Fischstäbchen und keine “Backfischstäbchen”, und bei Fischstäbchen ist der Fischgehalt geregelt, bei den Backfischteiglingen nicht.). Aber ein Käseschnitzel (also paniert und überbacken) schmeckt ja auch gut …

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Wisst ihr, was ich in letzter Zeit doch arg vermisse: ein schönes halbes Grillhähnchen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich bekomme keins mehr. Sicher spielt die Pandemie eine gewisse Rolle, aber meine zwei, drei Quellen, aus denen ich bisher Grillhähnchen – fertig zubereitet und heiß – bezog, sind versiegt. So überredete ich Vattern, doch für das Sonntagsessen ein Maishähnchen zu besorgen und im Ofen zuzubereiten. Um es vorweg zu nehmen: Bis auf das Mais im Hähnchen hat es ganz gut funktioniert, auch wenn es dann vielleicht doch 5 Minuten zu lange im Ofen war (oder ich kam einfach zu spät dazu).

Da ich kleinere Probleme bei der Erwerbung des Hähnchens vermutete, hatte ich am Donnerstag selbst auch eins gekauft, damit ich es hätte mitbringen können, wenn er anrief, dass er keins hatte. Der Anruf kam nicht, also bereitete ich es selber zu.

Möhren und KartoffelnAls Grundlage für die Pfanne schnibbelte ich ein paar Kartoffeln und ein paar Möhren.

Möhren und Kartoffeln gewürztDie würzte ich mit Salz und Pfeffer und gab auch etwas Rapsöl dazu.

Bepinselt fertig zum BackenDas Maishähnchen habe ich mit einer Mischung aus Rapsöl, Salz, Paprika und Pfeffer bestrichen. Es hätte ruhig auch etwas mehr sein können. Das Huhn kam bäuchlings – also Brust nach unten – in die flache Pfanne und die dann in den Ofen. 30 min. bei 170°C. Dann drehte ich die Brust nach oben und startete die zweite Runde mit ebenfalls 30 min.

Gebackenes HähnchenDas Ergebnis kann sich sehen lassen. Etwas mehr Würzöl zum Bestreichen wäre wirklich gut gewesen, nun konnte ich mich beim Essen voll auf den Hähnchengeschmack konzentrieren, der durchaus auch vorhanden war.

Saftige Brust

Grillhähnchenlust habe ich immer noch, bin aber ganz optimistisch, es kommende Woche zu schaffen. Ausnahmsweise stört keine geregelte Arbeitszeit, zu für mich ungewohnten Zeiten auf Grillhuhnjagd zu gehen (*moorhuhnjagdladegeräusch*). Drückt mir den Daumen.

Gefüllte Paprika – gesprengt

Heute Abend habe ich für die Kollegen gekocht, zumindest für diejenigen, die morgen nicht im Homeoffice sind. Den geneigten Leser dieses Blogs darf ich aber beruhigen, es ist keine vielbildrige Fotokochstory geworden, aber ein Schlussbild habe ich gemacht und weil ich es ganz lecker fand, sollt ihr auch dran beteiligt sein.

Gefüllte Paprika - gesprengtWer genau hinsieht, erkennt einen Unterschied zwischen Hackfleisch und Naturreis. ;-)

In die heiße Pfanne kam etwas Fett und dann das gemischte Hack (75% Rind, 25% Schwein), es waren wohl ca. 400 g. Hier wurde das gut angebraten. Im Vorfeld hatte ich auch schon eine große Gemüsezwiebel klein gewürfelt, die gab ich nach der Erbräunung von Teilen des Hacks dazu und schwitzte sie mit an. Pfeffer, Paprikapulver (edelsüß/rosenscharf-Mischung), Tomatenmark wurden mit angeröstet und unter die Zwiebel-Hack-Mischung gerührt. Es kann auch sein, dass noch eine zerdrückte und gehackte Knoblauchzehe mit hinein kam. ;-)

Vor dem Kochen hatte ich 2 Spitz- und 3 normale Paprikaschoten nicht zu klein geschnitten, außerdem kam auch noch eine gute Handvoll der kleinen Cocktailtomaten mit in die Schüssel, um dann mit Schwung in die Pfanne zu gelangen. Etwas Salz oben drüber und ein Versuch, alles ein wenig zu verrühren, sowie eine Tasse Wasser gaben dem Pfanneninhalt den Rest. Alles wurde bedeckelt und bei schwacher Hitze eine halbe Stunde vor sich hin köcheln gelassen. Zeit, um den Naturreis zu kochen, nach der Garung erst auf dem Pfanneninhalt zu verteilen und dann unterzurühren. Das Ergebnis seht ihr oben und es ist recht anständig. Vielleicht etwas viel Paprika.

Mal sehen, was die Kolleg/inn/en morgen sagen. Und ich muss jetzt erstmal ein großes Transportgefäß suchen …