Von der Peene bis nach Texas – Ein Ost-West-Durcheinander

Ist denn noch Sommerloch oder ist die Tendenz, Keile zwischen Menschen zu treiben, ein journalistische Grundübung, genau wie der Aufbau von Konflikten oder unterschieden, wo eigentlich keine sind. Mir geht da das Wort von Volker Pispers von den „journalistischen Hirnzwergen“ durch den Kopf, denen er damals vorwarf, bei Abstimmungen ohne Auswahl von Wahl, bei entsprechenden Veranstaltungen mit Auswahl von Kampfkandidaturen zu reden.

Im Zweikampf befinden sich immer mal wieder zwei Gerichte, die zudem geeignet erscheinen, besagten Keil zwischen Ost und West zu treiben. Dass die dann noch unter edel vs. billig kämpfen können, wird bei der Gelegenheit auch gleich noch thematisiert, zumal die entsprechende Zuordnung auch noch passt wie die Hollandaise zum Spargel. Und das nur, weil die zwei völlig unterschiedlichen Gerichte zufällig den gleichen Namen haben, der sich aber in beiden Fällen von ihren Zutaten (genauso unterschiedlich) ableiten lässt. Aber, das sei auch versöhnend erwähnt: sie haben beide den gleichen Fehler im Konzept, weil bei beiden ein Zubereitungsschritt sehr ähnlich ist und dann das Anrichten den Fehler verursacht, indem es diesen Zubereitungsschritt konterkariert.

Eigentlich müssten die Gerichte formal nicht gleich heißen, aber die wortzusammenziehende Sprachökonomie dann doch dazu geführt. Das eine ist ein XY nach Z-Art, das andere lässt sich nicht so einfach aufdröseln, zumal eine Tätigkeit auch noch zu dem, der sie ausführt, umgewandelt wird. Weiter unten erkläre ich noch, was ich hier im (viel zu langen) Teasing eigentlich meine. Im Vergleich zu anderen Namensähnlichkeiten ist die hier besprochene nicht beabsichtigt. Es ist also nicht so wie bspw. bei der Sauce Hollandaise, bei der einerseits eine aromagebende Reduktion aus Wein und Kräutern mit Eigelb über Wasserbad zu einer schaumigen Creme aufgeschlagen und dann mit flüssiger Butter unter ständigem Rühren zur Soße entwickelt wird. Andererseits gibt’s unter gleichem Namen Produkte im Handel, die grundsätzlich eigentlich eine verdünnte und dann wieder angedickte Majonäse (Öl und Eigelb) sind, die dann mit Säure und Buttersäurearomen eine Nachahmung simulieren. So ist das bei unserem Streitgericht nicht.

Es geht ums Jägerschnitzel, oder eben um das Schnitzel nach Jägerart und das Jagdwurstschnitzel. Einerseits reden wir also von einem panierten klassischen Schnitzel, das mittels einer Pilzsahne-, Pilzcreme- oder anderen pilzhaltigen Soße zum Jägerschnitzel wird. Edel und fein. Eher rustikal kommt die ebenfalls panierte und gebratenfrittierte Jagdwurstscheibe daher, die damit schon allein das Jägerschnitzel (Jagd -> Jäger) darstellt. Spätestens auch bei den Beilagen wird deutlich, dass das eine Gericht kein Abklatsch des anderen sein, gibt’s doch zu einem meist eine kartoffelige „Sättigungsbeilage“ und idealerweise noch etwas Salat, während beim anderen Spirellinudeln und Tomatensauce Standard sind. Also zwei völlig unterschiedliche Gerichte, die nix miteinander zu tun haben, nur eben in der Verkürzung den gleichen Namen. Und dass diese Verkürzungen öfter zu Irritationen führen können, sehen wir bspw. beim Zweikampf Sellerieschnitzel vs. Paprikaschnitzel. Ersteres ist eine Scheibe Sellerie, paniert und gebraten, letzteres ein klassisches Schnitzel mit einer Paprikasoße.

Zur Versöhnung noch der gemeinsame Fehler der beiden Jägerschnitzel. Noch nicht falsch, aber gleich, ist, dass es sich um panierte Scheiben von etwas handelt, die dann in tiefen Fett „ausgebacken“ oder (s.o.) bratfrittiert werden. Neben Wohlgeschmack ist hier auch eine knusprige Hülle das Ziel. Auf dem Teller wird dann aber diese mit Aufwand, Geschick und Kochkunst erzeugte Eigenschaft der Panade durch den Kontakt mit der Soße aufgeweicht und damit zerstört. Frevel! Achja, und der auslösende, wenn auch bei weitem nicht einzige dämliche Beitrag zum Thema.

Sonntagmittag

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich nebenher auch noch zwei Sendungen bei einem Radiosender mache? Mediatop Radio ist der Sender, ein Offener Kanal im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Und da gibt es auch noch diverse andere Sendungen, wie zum Beispiel eine mit dem Titel „Von der Peene bis nach Texas“. Irgendwie löste dieser Sendungstitel etwas bei mir aus: Der Fluss steht natürlich für Fisch, und Texas für Tex-Mex-Küche wie Chili con carne. Der Rest folgte zwangsläufig. Um die Selbstkritik am Gericht gleich mal vorweg zu nehmen: Es empfiehlt sich, einen festkochenden Fisch zu kaufen. Leider gab es eine Diskrepanz zwischen der Liste und dem Freitagabend beim Einkaufen verfügbaren Fische. Aber wenn man vorsichtig rührt, geht’s. Aber ich greife vor.

Das Problem bei diesem Rezept frei Schnauze nach eigener Idee ist, dass die ursprüngliche Hauptzutat, die als erstes in die Pfanne kommt, nicht mehr mit dabei ist. Also muss man anders anfangen und dabei das „Chili con …“ weit auslegen. Immerhin sind solche Beigaben wie Mais u.ä. auch nicht original sondern kamen wohl über den Umweg Europa ins Gericht. Ganz ursprünglich war Chili con carne genau das: Chili und Trockenfleisch (und natürlich Wasser). Selbst die Bohnen kamen irgendwann erst später dazu. Heutiges Hauptkriterium scheint die Schärfe des Gerichtes dank Chilizugabe zu sein. Der Rest ist variabel.

Bevor die Zubereitung los ging, habe ich spaßeshalber mal den ausgedachten Namen mal gesuchmaschinet und war ein wenig enttäuscht. Mist, das gibt’s schon. Zwei Varianten habe ich mir genauer angesehen, wobei eine son ein bisschen in meine Richtung ging. Das andere war – ehrlich gesagt – einfach nur schrecklich. So wie sich das las, hätte mir das Endergebnis definitiv nicht geschmeckt. Ich erspare die Enthüllung, den Link dahin hatte ich mir sowieso nicht gespeichert. 😉

Wie viele gute Gerichte fängt auch dieses mit dem andünsten von Zwiebeln an. Vielleicht etwas viel Zwiebel, aber ich hatte nur eine große Gemüsezwiebel im Haus …

Zwiebeln in der Pfanne glasig dünstenAnbräunen soll sich eigentlich nichts, aber wenn doch, ist es wahrscheinlich auch nicht schlimm. In das Bratfett (=Butter mit Öl) gab ich auch gleich noch etwas Salz und bei mittlerer Hitze schmurgelte das sanft vor sich hin. Zeit, um Wasser für den Reis zum Kochen zu bringen und Chili zu schneiden.

Chili zugeben (okay, das meiste sind Paprika)Paprika ist wohl, wenn ich mich richtig erinnere, keine eigene botanische Klasse, auch sie gehören zu den Chilis, wenn auch gaaaaaaanz mild. Damit wenigstens die Form stimmt, habe ich je eine rote und eine gelbe Spitzpaprika genommen. Etwas frischer Chili und etwas geräucherter kamen auch noch mit dazu. Weiter anschwitzen.

Chili, Paprika Zwiebeln andünstenDas durcheinander ist noch etwas trocken, deswegen kamen noch zwei kleingeschnittene Tomaten dazu,

Tomatenstückchen zugebenUntergerührt und gut bedeckelt köchelte das eine gute Viertelstunde vor sich hin. Wider Erwarten kam diesmal nicht viel Flüssigkeit zusammen, deswegen half ich zwischendurch mit etwas Tomatensaft nach. Am Ende sah das dann so aus und köchelte.

Es blubbert in der PfanneZeit für die Bohnen. Die wurden aus der Dose befreit und mit dazu gegeben.

Kidneybohnen zugegebenZwei Fischfilets (ich verschweige die Art, es ist sowieso die falsche, s.o.) habe ich in Häppchen geschnitten und dann oben aufgelegt. Idealerweise ist vorher der Pfanneninhalt schon final abgeschmeckt.

Fischstücke auflegenEin wenig rütteln an der Pfanne ließ den Fisch einsinken, ein Deckel beschleunigte das Garen von oben.

Bedeckelt garen lassenDas dauert dann nur wenige Minuten. Zum Schluss – der Reis sollte langsam fertig sein – wird nochmal vorsichtig umgerührt und es könnte angerichtet werden.

Chili con Pescado ist fertigEin paar Taccos dazu, wäre auch eine Idee … Aber wozu hätte ich dann den Reis gemacht?

Chili con Pescado mit NaturreisSehr zart war der Fisch, er fiel förmlich auseinander. Deswegen: festkochender Fisch!

Chili con Pescado mit NaturreisDas ganze hat orgentlich Pfiff gehabt und heizte auch gut durch. Aber da hat jeder seine eigenen Grenzen, insofern sei die Chilidosierung jedem Selbst überlassen.

Chili con Pescado mit NaturreisEin schönes flaches Fladenbrot wäre die passendere Beilage gewesen, aber der Reis ging auch. Vielleicht auch eine kleine Pasta … Ja, auch die Kartoffel hätte gepasst, kommt sie doch großräumig aus der gleichen Gegend. Und als Getränk dazu vielleicht etwas aus der südosteuropäischen Küche: Ayran. Oder was anderes mit Joghurt oder Milch, als wirksame Löschung des Chilibrandes …

Wenn der Blick aus dem Küchenfenster Richtung Osten geht

Es ist wirklich ein Zufall, dass sich die Gemeinsamkeit zwischen dem Thema der Vorbemerkung und das Sonntagsgericht der osteuropäischen Küche entlehnen. Die Sonntagsidee kam als Anregung aus dem Fernsehen, mein Rezept ist also eher prinzipiell nachempfunden als „original“, wobei es sowieso kein eindeutiges Originalrezept gibt, egal, was andere schreiben/sagen. Und mein Küchenfenster geht wirklich Richtung Osten raus … 😉 

Was mir aber aufgefallen ist (ganz empirisch): Es scheint eine gewisse Abstinenz von Cuttern in der osteuropäischen Brühwurstherstellung zu geben. Klassisch ist die hier im Blog schon behandelte Aufschnitt-Krakauer zu nennen, die im Inneren mit einer großen Stückigkeit positiv auffällt. Neulich ist mir nun ein Pärchen „Brühwürste nach mährischer Art, geräuchert“ in den Einkaufswagen gefallen, deren Abbildung ich leider verpasst habe. Der beiden waren sowohl kalt als auch warm ein Genuss und zeichneten sich durch eine schöne Grobheit im inneren aus. Form und Größe erinnerten an übergroße Bockwürste, vor allem in der Länge (ca. 20 cm), ein wenig auch im Durchmesser. Die Form wirkte wie aus Handarbeit, eine gewisse Uniformität, sonst Würsten gern zueigen, war wenig ausgeprägt. Mal sehen, ob ich das Produkt nochmal entdecke, es steht aber zu befürchten, dass es Aktionswaren war.

Sonntagmittag

Es ist doch ein kurz irritierendes Gefühl, wenn man ein Gericht vor hat zu kochen, dass – zumindest in der eigenen Vorstellung – einer Zutat bedarf, die bei der Sichtung der Vorräte nicht im Hause ist. Und die man so einfach am Sonntag auch nicht beschaffen kann. In meinem Fall geht es um Tomatenmark, dass ich offensichtlich beim Gulasch von neulich aufgebraucht hatte. Nungut, kam es auf die Einlaufsliste, gleich gefolgt Dosentomaten, die ich stattdessen bemühte, weil (noch) vorrätig. Jetzt nicht mehr. Aber ich greife vor.

Wie viele gute Schmorgerichte mit Soße fängt alles mit dem Anschmoren von Zwiebeln an. So auch hier. Zuvor noch die kleine Fettorgie:

Butter in Öl schmelzenIn etwas Rapsöl habe ich etwas Butter geschmolzen. Das gelang, weil unter der tiefen Pfanne eine Wärmequelle versteckt war. Dann kamen die Zwiebeln dazu.

Zwiebeln anschmorenDies geschah in Form von drei gespaltenen Gemüsezwiebeln. Die wurden etwas angeschmort, bis sie dezent weich und glasig wurden. Dann wurde alles „papriziert“.

Mit Paprika würzenDas sind übrigens 3 verschiedene Paprikapulver. Edelsüß, rosenscharf und geräuchert. Da möge jeder nehmen, was ihm behagt. Hier käme zum Anrösten auch noch das Tomatenmark dazu … Also kam hier nach dem Einrühren des Paprikapulvers die Dose Tomaten dazu.

Dosentomaten zugebenNebenbei habe ich Gemüse geschnibbelt. 5 Tomaten in relativ kleine Stücke. Ich habe sie nicht gepellt, deswegen die kleineren Stücke.

Tomaten zugebenDer Trick beim zerschneiden von Tomaten, um keine Schweinerei auf dem Schneidbrett zu erzeugen, ist übrigens Schneiden ohne Drücken. Nur mal so. Gilt auch für andere Schneidarbeiten. Weniger drücken, mehr schneiden. 

Drei Paprika in Streifen geschnitten kamen auch noch mit dazu. 

Paprikastreifen dazugebenAlles wurde eingerührt, mit Salz und Pfeffer gewürzt. Ich habe auch noch eine vorhandene Paste aus Chili und Knoblauch dazugegeben. Dann: Hitze runter, Deckel drauf.

Deckel drauf und schmurgeln lassenUnter gelegentlichem Umrühren leise vor sich hin köcheln lassen. Die Bildanalyse zwischen dem ⇑Bild und dem ⇓ Bild ergab: Das köchelte eine gute Stunde leise vor sich hin. Und sah dann so aus:

Fast fertig.Und: Nein: Es ist keine Brühe, kein Wasser, oder irgendeine andere Flüssigkeit dabei. Alles aus dem, was in den Gemüsen steckte. 

Zeit, um das Drumherum her- und alles anzurichten:

Knusperfischfilet, Wild-&Vollkornreis, LetschoDer Reis ist eine Kombination aus Wild- und Vollkornreis, das Riesenfischstäbchen ist ein Knusperfischfilet eines bekannten zusatzstofffreien Herstellers. 

Knusperfischfilet, Wild-&Vollkornreis, LetschoDie Anordnung auf dem Teller war übrigens durchdacht: Die Feuchtigkeit des Letscho sollte ja nicht die knusprige Panade des Fischs aufweichen … 

Knusperfischfilet, Wild-&Vollkornreis, LetschoHat übrigens geklappt und alles kam erst auf der Gabel und dann im Mund zusammen. Lecker. Es hatte auch ein wenig Pfiff, da irgendwann vor dem Deckel auch noch eine gehackte frische Chilischote den Weg in die Pfanne fand … 

Abendbrot

Einen Rest wollte ich als Frittata, gefüllt mit Reis und Letscho, zum Abendbrot essen. Aus dem Omelett wurde es nix, also gab es gefülltes Rührei. Oder Bratreis mit Ei und Letscho. Nennt es, wie ihr wollt. 

Abendbrot: Gefülltes RühreiJetzt hab ich noch Vorratsdosen Letscho im Kühlschrank. Wer hätte auch gedacht, dass aus 3 Gemüsezwiebeln, drei Paprikaschoten, 5 Tomaten und einer Dose Tomaten soooo viel Letscho entsteht. 😉 Vielleicht kann ich es meinen Kolleg/inn/en auf Arbeit andrehen, wobei: eine ist chilisensibel, sie gehört also nicht zur Zielgruppe. Hätte ich mal früher dran denken sollen.

Homeoffice, long cooking und keine Cola

Es soll Menschen geben, die Homeoffice mögen. Ich gehöre nicht dazu. Allen Klischees zum Trotz macht Homeoffice mehr Arbeit als die normale Arbeit im Büro. Nicht nur zeitlich, sondern auch von den Inhalten. Und was man so remote erledigen kann, bei mir sind das ca. 80-90% der normalen Arbeit, dauert eben von zu Hause aus alles immer ein wenig länger. Aber ich verschiebe eben auch nicht nur irgendwelche Word-Dokumente von A nach B, die kleinsten Dateien fangen zwar bei 10 MB an, normal sind aber gern 100 oder 200 MB, und sowas durch eine VPN-Verbindung mit „normalem“ DSL auf beiden Seiten durchzwängen dauert eben immer ein μ länger als direkt bearbeiten. Und auch die μ’s summieren sich, der normale Workflow stockt usw.

Aber letzte Woche wurde ich durch äußere Umstände doch mal ins HO gezwängt. Und das gleich 2 Tage lang. Glücklich ist anders. Aber so gab es endlich die Chance, etwas, was ich gekauft hatte, zu verarbeiten. Schon seit längerem vertrete ich den mal irgendwann aufgeschnappten Gedanken, dass das beste Fleisch für ein Gulasch Wadenfleisch ist. Hierorts ist das aber nicht so einfach, an sowas heranzukommen. Bisher kaufte ich meist ein oder zwei schön dick geschnittene Beinscheiben, die ich dann auslöste und auch die Knochen noch mit verarbeitete, irgendwann aber, wenn sie ausgelaugt waren, wieder aus dem Topf nahm. Neulich beim Einkaufen lag da etwas rum, was ich auf den ersten Blick als ganzes Filet identifizierte. Da es für ein Schweinefilet aber zu groß, für ein Rinderfilet hingegen zu klein war, beäugte ich das Stück genauer und las: Wadenfleisch vom Kalb. Sofort musste ich an Gulasch denken und kaufte das Stück. Später kamen noch 5 große Zwiebeln mit nach Hause und ich hatte alles, was ich brauchte. Nur eigentlich keine Zeit. Nun ist Gulaschkochen zeitlich (rein netto) so aufwendig nicht, aber der Topf steht doch laaaange auf dem Herd und bedarf der gelegentlichen Aufsicht. Aber dann kam das Homeoffice. 😉

Eine Wade vom KalbDas ist übrigens die Wade. Die habe ich nur grob gewürfelt, mehr Vorbereitung brauchte es nicht. Die Zwiebeln wurden ebenfalls nicht sehr fein zerteilt und in etwas Öl im Topf angeschmort.

Zwiebeln anschmoren5 große Zwiebeln, etwas kleiner als die üblichen Gemüsezwiebeln, schmurgelten vor sich hin. Die Idee dahinter, Zwiebel und Fleisch im Verhältnis 1:1 zu haben. Nicht unbedingt vom Gewicht her, aber vom Volumen.

Gulaschansatz: Zwiebel, Paprika, TomatenmarkAls die Zwiebeln gut angeschmort waren, kamen Paprika und Tomatenmark dazu, die dann ebenfalls angeröstet wurden. Aufpassen, dass nix anbrennt! Bevor das passierte, habe ich – nur zur Sicherheit – ca. ½ Tasse Wasser in den Ansatz gegeben. Eher weniger. Und das Fleisch.

Wadenfleisch dazugegebenJa, es ist nicht angebraten. Die Idee kommt vom Wiener Saftgulasch. Alles wird gut durchgerührt.

Fleisch untergerührtDa ich noch ein paar Tomaten rumschwirren hatte, wurden die auch noch klein geschnitten und kamen mit in den Topf.

Gulasch, fast fertigEine frische Chilischote kam auch noch dazu. Salz, Pfeffer, Thymian, Majoran und – wenn ich gehabt hätte – etwas Zitronenabrieb. Durchrühren, Deckel drauf, Hitze schwach, köcheln lassen …

Gulasch in Ruhe köcheln lassen… und sich wieder der Arbeit im Homeoffice zuwenden. Sicherheitshalber einen Kurzzeitwecker auf 30 min. stellen, zum nachgucken, umrühren und wieder auf 30 min. stellen. Nach 3-4 Stunden ist dann alles super. Dann wurde abgeschmeckt und alles auskühlen gelassen. Der Großteil wurde portioniert und eingefroren. Ein Teil wartete auf den nächsten Tag und die dortige Mittagsstunde.

Zwischendurch, da die Heimarbeit doch einiges im Tagesgefühl durcheinanderbrachte, habe ich eine Tea(wurst)time eingelegt.

It's Tea(wurst)timeDie Teewurst ist ja mal dafür erfunden worden, zum Nachmittagstee gereicht zu werden. Bei mir war „Milchkaffee“ im Glas (also kalte Milch und Kaffeesirup). Geht auch.

Der nächste Tag

Gulasch mit NudelnSo sah das Gulasch dann im Zusammenspiel mit Nudeln aus. Ich mag Löffelgerichte. Oder allgemein Gerichte, die man mit einem Besteckteil essen kann. Die Fleischbrocken waren so zart, die konnte man ggf. mit dem Löffel zerteilen.

Gulasch mit NudelnHm, lecker. Mit einer kleinen Schärfe und hocharomatisch. Ist eben auch kaum Wasser drin, was den Geschmack verdünnt hätte.

Der Versuch

Keine ColaNein, das ist keine Cola. Weder normal, light oder zero. Es hat aber Koffein, und keinen Zucker. Es sprudelt. Was ist das?

Tja, wenn man schon mal Kaffeesirup im Haus hat, kann man auch ein wenig damit experimentieren und eine Portion davon mit Sprudelwasser aufschütten. Sozusagen Kaffeelimo. Ist so pur sicher nicht jedermanns Geschmack. Aber ich könnte mir vorstellen, dass – aufgegossen mit einem anderen geeigneten Getränk – auch was halbwegs vernünftiges dabei herauskommt. Ich habe vor längerer Zeit mal versucht, selbst erstellten Espresso mit Tonic Water zu kombinieren, was durchaus trinkbar war, aber auch ein wenig den Duracell-Häschen-Effekt auslöste. Ich glaube, ich muss mal wieder Tonic kaufen …

Sonntagmittag

Das Sonntagsessen ging diesmal schnell. Ich hatte ja noch Gulasch vorrätig. Nur, wie sollte ich es kombinieren. Ich hatte mehrere Ideen. Einerseits hatte ich vor, es zu einer Art Szegediner Gulasch weiterzuveredeln, indem ich Sauerkraut mit dazu gab. Die beiden Sorten, die ich im Haus hatte, schienen wenig geeignet, da sie schon komplett durchgegart schienen. Frisches wäre eine Idee gewesen, war aber nicht da. Aber es fand sich noch ein Kohlrabi, der dringend verarbeitet werden musste. Also gab es Kohlrabi-Kartoffel-Stampf als löffelfähige Beilage.

Gulasch an Kartoffel-Kohlrabi-StampfDa war beim Anrichten noch ein Garnierring in der Mitte, der Gulasch und Stampf in Zaum hielten. Ohne den Ring passierte dann das, was zu sehen ist.

Gulasch an Kartoffel-Kohlrabi-StampfBei dem Bild fällt mir ein, dass ich euch bei der Zubereitung des Gulaschs oben eine Zutat verschwiegen habe. Etwa bei halber Garzeit habe ich noch etwas durchwachsenen Speck für den Geschmack dazu gegeben. Ganz verkocht ist er nicht mehr, deswegen ist er hier auf dem Bild zu sehen.

Gulasch an Kartoffel-Kohlrabi-StampfEigentlich bin ich kein großer Freund davon, zu Gerichten mit Soße Stampfkartoffeln zu reichen. Wenn ich aber sowas auf dem Teller sehe und dann auch essen darf, fange ich an, mein Vorurteil zu überdenken. Paradigmenwechsel heißt das dann wohl.

Wir blüh(t)en und feiern das

Verfolger auf SocialMedia haben es schon gesehen. Wir blüh(t)en, same procedure last year. Mein stacheliger Freund, ich hatte es vor einer Woche schon erwähnt, bildete einen Blütenansatz und dann auch eine Blüte. Nach Feierabend bei noch etwas Restlicht vom Sonnenuntergang war es noch eine Knospe, aber kurz vor Mitternacht sah es dann so aus:

Kaktusblüte bei Nacht 2026Eigentlich mag ich ja keine Aufnahmen mit Blitzlicht, aber die ist irgendwie ganz gut geworden. Am nächsten Morgen bei Tageslicht ging’s dann auch ohne Blitz.

Kaktusblüte 2026Der nächste Morgen zeigte dann ein nicht mehr so schönes Bild. Es ist eben ein kurzes Vergnügen, so was schönes zu sehen. Vor allem, wenn man bedenkt, aus was für einer Hässlichkeit sowas herauswächst. Man sieht es nicht sehr gut auf dem Bild, aber der Kaktus als solches sieht nicht so sehr gut aus. Er müsste dringend umgetopft werden – eine Aufgabe, die er sich mit dem dahinterstehenden teilt. Von dem seht ihr aber nur den „kleinen“ Ableger; was da hinter dem Bildrand verschwindet, ist ca. 1 m lang, vielleicht mehr. Beide sind an Selbstabholer in liebevolle Hände gern abzugeben.

Sonntagmittag

Am Samstag war ich beim 14-täglich stattfindenden Grünmarkt in der Stadt und fand einen sehr aufgeräumten Marktplatz vor … Da ich im Anschluss so oder so noch zu meinem Lieblingsfleischer wollte, verkürzte sich mein Aufenthalt in diesem „Draußen“ und ich konnte ein paar Leckereien einkaufen. Im Vergleich zum Sonntagmittag vor 2 Wochen marinierte Nackensteaks, zubereitet auf gleiche Weise.

Da aber die Kartoffeln wohl am längsten brauchen, kamen zuerst die auf den Herd.

Kartoffelwürfel vor dem DampfgarenMan soll sich bekannterweise abwechslungsreich ernähren, deswegen sind es diesmal mehligkochende Kartoffeln, die im Dampfbad gegart werden (und nicht wie sonst in der Mikrowelle).

Daneben kamen ein paar Schnibbelbohnen (die eigentlich unter „Brechbohnen“ firmierten) in einen Topf, zusammen mit 2 klein geschnittenen Tomaten, Salz, Pfeffer und ein wenig Wasser.

Tk-Bohnen und frische TomateDas wurde bedeckelt, gar gekocht, abgeschmeckt und mit ein wenig Mehl gebunden. Dann fand ich noch ein Gläschen mit einer Paprika-Knoblauch-Öl- Paste, die wohl auch ein wenig Chili enthielt. Auch davon rührte ich noch einen Esslöffel voll ein.

Grillplatte, fertig aufgeheiztDaneben heizte die Grillplatte auf und bekam dann Besuch von den Nackensteaks vom Lieblingsfleischer.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der GrillplatteSieht schon so besser aus als vor 2 Wochen. Langsam sollte ich mal aus dieser Erkenntnis lernen. Ich legte die beiden Fleischscheiben auf die heiße Platte und überließ sie der Hitze. Dabei kümmerte ich mich um das Gemüse und prüfte die Kartoffeln auf ihren Garungsgrad. Nach mehreren Minuten schaute ich mir mal die Unterseite an, die ich gut gebräunt vorfand. Also umdrehen bitte.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der Grillplatte - einmal gedrehtSieht das nicht lecker aus?! Nicht wie der Schmand aus den folierten Supermarkt-„Nackensteaks“. Zeit, die anderen Teile auf die Zielgerade zu bringen. Das Gemüse ruhte schon:

Gemüsebeilage fertigBei den Stampfkartoffeln rächte sich, dass ich lange keine mehr mit Milch gemacht hatte. Nachdem ich den Dämpfeinsatz mit den Kartoffeln entnommen und das Restwasser aus dem Topf entfernt hatte, gab ich einen Schuss Milch in den Topf, der wohl etwas üppig geriet. Nungut, die Kartoffeln kamen auch noch mit dazu, ebenfalls Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Tk-Schnittlauch. Alles wurde gestampft und anschließend mit etwas Rapsöl (statt Butter) verrührt. Es war vorher schon recht flüssig, stabilisierte sich aber noch ein wenig.

Kartoffelbrei fertigDas Fleisch war dann auch fertig.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der Grillplatte - fertigUnd so konnte angerichtet werden.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDie bräunliche Auflage auf den Kartoffeln kam von der Grillplatte, war aber gar nicht so einfach zu transferienen. Es war eben sooo wenig.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDas Gemüse hatte ein wenig Pfiff durch die Paste gewonnen. Mal was anderes.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDas Fleisch war gewohnt Spitze. Naja, schade, dass nicht jeder so einen Lieblingsfleischer haben kann. 😉

Kochen mit Carlo

Da sich der gepflegte und ständig wiederholte, tief in der Kultur verwurzelte Genuss von Nervengift irgendwie nicht aus der gesellschaftlichen DNA rauscrispen lässt, eher zu einer obskuren Tradition hochstilisiert wird und eine Selbstverständlichkeit sondersgleichen ist, sei doch auch mal erwähnt, dass C2H5OH nicht das einzige Gift in unserer Ernährung ist. Dabei sei natürlich die Notwendigkeit einer sinnvollen Definition von „Gift“ vorangestellt, die hier aber nicht erfolgen soll. Sich auf eine rein toxische Wirkung zu beziehen, wäre vielleicht zu kurz gefasst, immerhin kann die Aufnahme von 14 l Wasser innerhalb kürzester Zeit (anekdotisch) auch zu einer „Wasservergiftung“ führen, die mit dem Tode endete, was aber hier nicht aus toxischen, sondern eher aus biophysikalischen Gründen geschah. Auch von der Muskatnuss wird berichtet, dass sie zumindest zu Vergiftungserscheinungen führen kann, die Dosis liegt aber bei mehreren Nüssen in kürzester Zeit. Mahlzeit. Die Liste lässt sich sicher fortsetzen, bedarf dann aber weiterer Recherche.

Achja, lange nicht mehr da gewesen und doch – ein wenig macht es Stolz – bisher zumindest im Ansatz vorhanden: Wir werden blühen.

Kaktusblüte im AnsatzEin paar Tage wird es wohl noch dauern, aber wenn ich es nicht verpasse, gibt es dann nächstes Mal ein Bild von der aktuellen Blüte.

Sonntagmittag

Das ging mal wieder gaaanz schnell. Immerhin ist, wir werden es gleich sehen, die Zeit der Tk-Erbsen endlich vorbei. Das Nachfolgegemüse wird sich auch nicht so lange im Blog verewigen, offensichtlich kommen da der Verzehr von größeren Mengen pro Portion und die kleinere Verpackungseinheit sinnvoll zueinander.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenDas sieht wie ein Ein-Pfann-Gericht aus, ist es auch. Und Carlo hat geholfen. Ein wenig italienische Küche gefällig? Sieht gar nicht so aus, oder? Gucken wir mal genauer hin.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenIhr habt es richtig erkannt: Das neue Tk-Gemüse sind Schnibbelbohnen. Die „Sättigungsbeilage“ ist eine Mischung aus Wild- und Vollkornreis. Man gönnt sich ja sonst nix. Der wurde in Anwesenheit von etwas Olivenöl zum Erhalt der Beweglichkeit der Körner aufgewärmt. Das interessante sind übrigens die Wurstscheiben, die mit Carlos Hilfe entstanden sind. Und nein, Carlo ist kein Fleischer, auch kein Koch. Aber Namensgeber, Musiker, Komponist und Wassersportler (in frühen Jahren). Wir kennen ihn eher aus Filmen, wo er oft mit Mario ein Duo bildete … Cineasten werden schon längst ahnen, um wen es geht: Carlo Pedersoli, auf den ich mich bezog, ist eher unter dem Künstlernamen Bud Spencer bekannt (Mario Girotti ist dabei natürlich Terence Hill). Ein bekannter Fleischverwurster hat sich da offenbar ein paar Namesrechte gesichert und unter Bud Spencers Namen eine Schinkenkrakauer mit Chili und Jalapeños herausgebracht. Ich muss sagen: Ein wenig Pfiff haben sie, selbst im oben abgebildeten Kontext.

Die Wurststückchen (die Wurst habe ich selbst in Scheiben geschnitten! – mein Eigenanteil)  wurden in ein wenig Öl in der Pfanne leicht angebraten, dann kamen in die Bohnen dazu und alles bedeckelt. Unter mittlerer Hitze tauten die  auf und garten fertig. Eine kleine Prise Salz und etwas Pfeffer haben noch etwas mehr Geschmack, ein Stich Butter rundete alles ab. Schlussendlich kam der fertig gegarte Reis mit in die Pfanne, alles wurde gemischt, auf den Teller gegeben und mit einem Ziegenhartkäse berieben.

Und da man abwechslungsreich und vielfältig essen soll, sah der Nachschlag dann so aus:

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, gehobeltImmerhin wurde der Käse nicht gerieben, sondern gehobelt. 😉

Urlaub 2026 (3/3)

Was habt ihr eigentlich vor Vorstellungen, wenn das Wort „Urlaub“ fällt? Ganz klischeeesk kommen da doch immer ein paar Standard-Assoziationen. Mein Urlaub hatte so nix davon. Aus Gründen. Dafür wurde es wohl einer der preiswertesten, die ich je gehabt habe. Das teuerste war wohl die Übernachtung meines Autos in meiner Stammwerkstatt (was aber mit dem Urlaub an sich nix zu tun hatte). Eine zwar irgendwie geplante, aber doch dann fast zufällige Zusammenkunft mit Happy End, ein klein wenig lustig. Immerhin erzeugte es ein breites Grinsen nicht nur in meinem Gesicht.

Lecker gekocht wurde auch. Ich hatte da noch ein paar Chilischoten am Strauch, ich habe es neulich schon mal erwähnt. Auf dem Grünmarkt erstand ich ein paar sehr schöne Fleischtomaten unterschiedlichster Geometrie, für die Proteine kam dann noch etwas Bio-Rinderhack dazu. Mehr braucht es fast nicht. Für den Geschmack ergänzte ich auch noch Schalotte und Knoblauch, Salz, Pfeffer und eine Spur Zucker ist klar.

Spirelli mit Tomaten-Chili-Hackfleisch-SoßeDas Hackfleisch wurde im Topf gut angebraten, ein wenig Olivenöl half dabei. Die gewürfelte Schalotten und ein paar zerkleinierte Knoblauchzehen gaben eine aromatische Grundnote. Als das Fleisch leicht bräunte, kamen gehackte Chilischoten und die zerteilten Tomaten hinein. Wenn man sich nicht die Arbeit der Häutung macht, sollte man zumindest die Teile mit Haut recht klein schneiden. Allerdings kocht dann doch alles so lange vor sich hin, dass sich selbst Tomatenhaut ein wenig auflöst (rühren nicht vergessen).

Spirelli mit Tomaten-Chili-Hackfleisch-SoßeAuch wenn die Soße ein wenig plörrig ausschaut: Ich habe keinen Tropfen Wasser (der etwas ähnliches) in den Topf gegeben. Als die Tomaten (ja, okay: Tomate = Wasser, schnittfest) dazu kamen, kam auch sehr zügig ein Deckel auf den Topf, der die Flüssigkeit festhielt und damit maßgeblich zur Soßenbildung beitrug.

Nachdem alles eine gaaanze Weile vor sich hin geköchelt hatte, wurden noch die Nudeln gekocht, Teile Soße mit ihnen in einem Topf vermengt und dann auf den Teller getan.

In den letzten Jahrzehnten habe ich mir offenbar angewöhnt, meine Autos zu individualisieren. Eine Beule hier, ein Kratzer dort, … Das zieht sich wie ein roter Faden durch meine bisherigen 4 Autos (aktuelles eingeschlossen). Das bekam vor einigen Wochen seine persönliche Note im Innenraum, was sich auf die Bedienelemente im Lenkrad bezog. Vermutlich beim Aussteigen kam ich denen wohl mit meiner Jacke zu nahe und riss dabei den Knopf für die Lautstärkeregelung mit. Unschön. Funktional war das nicht das größte Desaster, hab es ja noch den Regler an der Mittelkonsole, aber toll ist anders. Der Weg führte mich in die Werkstatt und stellte die offenbar vor größere Probleme, die es per se eigentlich nicht hätte geben sollen. Die Maximallösung wäre die Erneuerung des Lenkrades gewesen, aber es stellte sich heraus, dass die Bedienbauteile auch separat erhältlich sein mussten. Müssten. Da mein Pkw seine Erstzulassung vor etwa 4,5 Jahren hatte, sollte das mit den Ersatzteilen kein Problem sein. Sollte. Es schien damals aber auch schon ein Auslaufmodell (es kommt die Jahreszahl 2017 bei der Typenreihe vor) zu sein. Aber selbst das ist ja noch keine 10 Jahre her … Am Auto waren noch ein paar andere Kleinigkeiten zu erledigen, die aber auch nicht dringend waren, und so suchte die Werkstatt nach dem Ersatzteil und ich wartete.

Solche Hackfleisch-Tomaten-Chili-Soßen kann man ja nicht in Portionenmengen herstellen, dass geht nur in viel mehr. Also gab es noch einen weiteren Auftritt.

Spaghetti mit Tomaten-Chili-Hackfleisch-SoßeWer genau hinguckt (oder mit einfach glaubt), wird feststellen, dass die Soße hier einen etwas sämigeren Eindruck macht. Dies zu erreichen, war auch meine Idee, der Weg war vorher unklar. Diesmal habe ich es mal mit einer Tomatenmehlschwitze probiert. In eine kleine, tiefe Pfanne kam etwas Tomatenmark zum Anrösten und wurde dann mit etwas Mehl vermischt weiter erwärmt. Damit es dann nicht anbrannte, kam vorsichtig etwas Wasser dazu. Es bildete sich eine rote Mehlschwitze, in die ich dann die Tomaten-Hackfleischsoße einrührte. Fertig.

Spaghetti mit Tomaten-Chili-Hackfleisch-SoßeDiesmal kam auch noch etwas geriebener Bergkäse dazu. Mmmmh.

Als sich mein Urlaubsbeginn abzeichnete, suchte ich nochmal die Werkstatt auf, um dann doch einen Termin für die anderen Sachen zu machen, unabhängig davon, ob das Bedienteil vorhanden ist oder nicht. Als ich für dessen Wahrnehmung einige Tage später dort erschien, schauten mich zwei Augenpaare ernst an. Meister und Monteur versuchten zumindest ernst zu bleiben, als sie einen kleinen Pappkarton leerten, aus dem das offenbar ebenfalls gerade eingetroffene Bedienersatzteil fiel. Zufälle gibts. Es war wohl auch gar nicht so einfach, es zu bekommen, da es selbst für Markenwerkstätten nicht zu besorgen war. Mehrere Nachfragen meiner Werkstatt bei denen hatte das ergeben. Wo es letztendlich her war, weiß ich nicht, aber es war da, sah neu und original aus und ich bin glücklich. Was will man mehr?!

Sonntagmittag

Zum Abschluss des Urlaubs gab es dann noch was feines. Naja, tun wir zumindest so, wobei schon feine Sachen dabei waren. Aber wenn man mit denen nicht so ganz fachgerecht umgeht … Und es gab noch eine grooooße Überraschung.

Salzkartoffeln, Spargel, Soße Hollandaise, Nackensteak, TomatensalatBeelitzer Spargel, Pribslebener Nackensteak, Salzkartoffeln und ein kleiner Tomatensalat. Die Gemüse wurden noch mit etwas „Sauce Hollandaise“ verfeinert. Naja.

TomatensalatDer Tomatensalat ist gaanz einfach. Drei Tomaten, entstrunkt und mundgerecht zerteilt, drei Frühlingszwiebeln, Salz und Pfeffer. Etwas Zeit. Mehr nicht.

Salzkartoffeln, Spargel, Soße Hollandaise, NackensteakBeim Nackensteak meines Lieblingsfleischers kam eine Grillpfanne zum Einsatz, beim Schälen des Spargels ein Sparschäler. Offenbar aber ein wenig zu sparsam. Ein wenig schlusig wars dann doch. Kartoffeln und Spargel habe ich mal nur gedämpft. Dank der aromatischen Soße war hier eine weitere Würzung überflüssig. Nicht.

Salzkartoffeln, Spargel, Soße Hollandaise, NackensteakDie Sauce Hollandaise kam direkt aus der Mikrowelle. Ich war sehr erwartungsvoll. Aber naja. Wahrscheinlich ist die Mikrowelle schuld. Oder die Mondphase. Oder das komische Wetter. Dabei zeichnete die Hollandaise etwas aus, was bei den Fertigsoßen nicht mehr üblich zu sein scheint. Selbst die lukullischen „Spitzenprodukte“ sind laut Schnellrecherche beim Einkaufen mittlerweile butterfrei, was für eine holländische Buttersoße eigentlich kein Qualitätskriterium ist.

Zur Erinnerung: Eine würzende Reduktion wird zusammen mit Eigelb unter gesteuerter Wärmezufuhr schaumig aufgeschlagen. Da hinein kommt dann nach und nach unter ständigem Rühren flüssige Butter. Abschmecken. Fertig. Kein Wasser, kein Pflanzenfett, keine Stärke, nix. War gut. Ist gut. Bleibt gut. Hauptzutat bei den Fertigsoßen in Flasche, Glas und Pappkarton ist Wasser, eingedickt mit modifizierter Stärke, etwas Eigelb ist auch noch dabei, dazu Sonnenblumenöl (wenn’s gut ist) oder Palmfett. Den Rest erledigen Würze und Aromen. Und dann das!

Sauce Hollandaise mit 8%(!) ButterButter in einer Hollandaise! Wer hätte das noch geglaubt? Okay, das Original hätte eher 80% Butter und nicht 8%, aber man darf sich ja auch mal über Kleinigkeiten freuen. Zumal es die Hausmarke einer Supermarktkette ist, unter der das vertrieben wird, was meine These unterstützt, dass diese Produkte teilweise besser sind als entsprechende Markenprodukte. Bezogen auf Milchkaffee habe ich das schon vor längerer Zeit ausgeführt.

Trotzdem sind die Standardzutaten für eine Soße Hollandaise in der Minderheit, gestreckt mit Wasser, Bindemittel und Aroma. Plörrig kommt die Soße auch daher. Ich muss mich wohl doch mal wieder in einer Eigenerstellung probieren.

 

Urlaub 2026 (1/3)

Aus Anlass eines Anlasses wurde mir eine Chilipflanze übereignet. Nein, das war kein Geburtstag und auch der Bloggeburtstag liegt zeitlich irgendwann anders. Aber nun hatte ich sie und mit ihr die Frage: Was nun?! Und solche Fragen setzen Gedanken in Gang, die vielleicht nicht immer die besten sind. Meiner war, sich dem klassischen Chili con carne anzunähern. Also dem ganz klassischen. Das besteht quasi aus 2 bis 3 Zutaten, je nachdem, ob man Wasser als Zutat mitzählt.

Augen auf beim Waffelriegelkauf! Ein bekannter Waffelriegelherstellender hat eine „Sommer Edition“ auf den Markt geworfen. Auf der Packung stellt übrigens „inspiriert von Vanilla Ice Cream“. Eine Geschmacksprobe ergab, dass es auch heißen könnte „inspiriert von Grünkohl mit Pinkel“ oder „inspiriert von norddeutschem Appelkorn“. Mir kommen auch beim Essen manchmal die blödestens Ideen, was ich mal zusammenrühren könnte. Das muss nix mit der gerade genossenen Speise zu tun haben. Einen derartigen Zusammenhang vermute ich beim Waffelriegel mit der „Vanilla Ice Cream“ (schön, dass sie „Vanilla“ schreiben, was den Einsatz von Vanillin in- und Vanille excludiert).

Aber zurück zu den Pfefferschoten mit Fleisch. Sehr viel mehr soll wohl nicht drin gewesen sein. Stellt sich nur die Frage, wo der hungrige Cowboy eine portionierbare Portion Fleisch her bekam, ohne sich eine Scheibe von den zu beaufsichtigen Rindern abzuschneiden. Die Lösung ist im Original wohl Dörrfleisch, dass unter dem Sattel weich geritten wurde. Nun besitze ich leider keinen Sattel, die Verfügbarkeit von Dörrfleisch (naturell) ist auch eher unzureichend. Also habe ich Rinderhack in etwas ausgelassenem Speck ordentlich angebraten und mit 4 Chilischoten (nicht vollständig von den Kernen befreit) versetzt und köcheln gelassen. Salz kam auch noch dazu. Und etwas Wasser. Das (Zwischen-)Ergebnis überzeugte nicht. Es schmeckt zwar recht gut, aber die Optik widersprach irgendwie noch dem Gefühl der Richtigkeit. Naja, wir wissen ja, was aus gefühlten Wahrheiten gern mal wird. Vielleicht muss ich doch noch etwas schummeln. Das „Halbzeug“ landete erstmal eingebechert im Kühlschrank.

„Zwei Seelen …“ hatte ich neulich mal geschwärmt. Am letzten Samstag war wieder Grünmarkt und ich habe den Bäcker nicht nur wiedergefunden. Die kümmelige Version Seele gab es zwar nicht, aber die andere. Und dazu zwei „Ciabatta“, eins mit Zwiebeln und eins mit Oliven drin. Es gab auch noch andere. Schade, dass der Bäcker nicht auch zwischendurch mal in der Stadt ist. Oder vielleicht ist es auch gut so, ich könnte mich an dem Brot überfressen, so lecker ist es. Dieses Mal habe ich auch herausbekommen, welcher Bäcker das ist. Den darf man im Auge behalten. Ein guter Grund, samstags früh aufzustehen.

Das halbfertige Chili con carne mahnte aus dem Kühlschrank heraus der Finalisierung, ich wusste aber, dass das, was da rief, bei weitem nicht das Bild bot, was mir vorschwebte. Geschmacklich war es übrigens super. Aber eben die Optik … In eine Pfanne gab ich noch etwas (Kaffeetasse?) Wasser und rieb eine mehligkochende Kartoffel hinein, wohl wissend, dass ich damit zumindest nicht den Großkontinent verlasse, allerdings von nördlicher Mitte in den südlichen Bereich komme. Als sich die Flüssigkeit leicht band, kam das halbfertige Chili con carne dazu und wurde vermischt und erwärmt. Und voilà! Dazu wärmte ich noch fix das zwiebelige Ciabatta auf, dass ich auf dem Grünmarkt gekauft hatte.

Chili con carne (rustikal), mit CiabattaIn der Schale befindet sich in etwas ausgelassenem Speck gebratenes Hackfleisch (Rind, Bio), dass nur mit Chili und Salz gewürzt war, etwas Wasser war auch drin und zur Bindung eine geriebene rohe Kartoffel (nicht so sehr groß). Mehr nicht. Und es war köstlich. Fast ursprünglich.

Chili con carne (rustikal)Wobei mir bei der Betrachtung des Bildes einfällt, dass auch noch zwei Frühlingszwiebeln dabei sind, fein gehackt; sie sollten sich auflösen und es war mein erster Versuch von Flüssigkeit und Bindung.

Chili con carne (rustikal), mit CiabattaLuftiges Ciabatta mit geschmorter Zwiebel drin. Zugegeben, das mit Oliven war besser, aber es war auch nicht schlecht. Allerdings habe ich beim Kauf nicht beachtet, möglichst helle Backwaren einzukaufen (was ich sonst immer tue), aber: Bestellen, Bäcker merken und dann auch noch darauf achten … Das sind ja gleich drei Sachen auf einmal. Das geht nun wirklich nicht … 😉

Sonntagmittag

Fiel aus. Ich hatte an den Vortagen zu viel Brot gegessen, das lag noch irgendwo im Verdauungstrakt. Aber, Urlaub sei dank, nahm ich mir vor, das eigentlich für Sonntag geplante dann am Montag zu machen.

Montagmittag

Im Kühlschrank lagerte noch eine Fischkonserve. Die wollte ich verbrauchen. Wie auch schon am letzten Sonntag wären auch hier Bratkartoffeln eine wunderbare Beilage gewesen. Ich hatte nur mehligkochende im Haus. Aber schon wieder Stampfkartoffeln? Was kann man eigentlich noch so aus dieser Art von Kartoffeln aufwandarmes machen? Genau!

Rösti mit SahneheringsröllchenRösti. Die brauchen da wenigstens nur etwas Würzung und eine Pfanne. Weitere Zutaten sind entbehrlich. So habe ich zwei Kartoffeln gerieben und in der Pfanne schön langsam, anfangs kontaktbedeckelt (also: der Deckel hatte Kontakt mit dem Rösti, heißt: Deckel kleiner als Pfanne) gebraten. Zeit gegenüber anderen Garmethoden spart man nicht, denn wenn die Kartoffeln gar werden sollen, braucht es schon seine Zeit. Deswegen auch der Deckel darüber, dass es anfangs mehr oder weniger nur gart; knusprig kommt später. Etwas Salz und Pfeffer hatte ich in die geraspelte Kartoffel noch eingebracht, Butter war in der Pfanne. Dann gilt es nur, das perfekte Ende abzuwarten und irgendwann zwischendurch einmal zu wenden. Auch hier leistet der (randlose) Deckel eine wertvolle Hilfe. Die zweite Seite wurde dann komplett ohne Deckel, aber mit der gleichen niedrigen Hitze gebraten.

Rösti mit SahneheringsröllchenMmmh. Nicht ganz so mmmmh war der Sahnehering mit den kleinen Röllchen an Fischfilets. Irgendwie ging mir beim Verzehr der Gedanke an eine Resteverwertung nicht aus dem Kopf. Die zu kleinen Fische, die für Brathering u.ä. nicht taugen, müssen ja auch verarbeitet werden. Die Filets waren nur unwesentlich größer als Sardellenfilets.

Rösti mit SahneheringsröllchenUnd für „Sahnehering“ war es recht sauer. Einen Anteil daran werden die Gewürzgurken gehabt haben, die mit verarbeitet wurden. Naja, ich hoffe, ich behalte, dass ich das Produkt nicht nochmal kaufe. Im Idealfall war es Aktionsware, die so nie wieder kommt …

Kurze Zündschnüre und Kleinigkeit in der Schale

Hahn, Fische, Zwillinge – was nach einem Ansatz für ein Surf’n’Turf-Gericht mit Sättigungsbeilage klingt, ist eher die chinesisch-westliche Grundrezeptur des Autors und mag allen, die daran glauben, einen Ansatz zur Persönlichkeitsanalyse geben. Die Tatsache, dass ich meine Horoskop-Daten kenne, läuft für mich eher unter „unnützes Wissen“ mit kleinen Fehlern, zumal die Sättigungsbeilage eher unter dem Namen Drillinge bekannt sein dürfte. Bei der Niederschrift dieser Worte geht mir zwar auch der Gedanke durch den Kopf, es wirklich als Rezeptidee zu nehmen, aber die Bezugsquellen für Zutaten haben geschlossen. Außerdem müsste ich für den Gemüseanteil noch etwas rumassoziieren.

Gefühle

Irgendwie habe ich zur Zeit mal wieder eine kurze Zündschnur und es reichen „Kleinigkeiten“, dass ich mich aufrege. Wohl den Auslösenden, die das nur indirekt machen, also nicht direkt eine Antwort bekommen. Noch blöder ist nur, dass ich das natürlich selber merke, und ihr jetzt die Leidtragenden seit.

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Location für eine kleine Familienfeier – aus Gründen. Eine Einladung zum Essen sollte es werden. Meinen Klassiker wollte ich in dem Zusammenhang nicht bemühen, zum einen waren wir da in der letzten Zeit „immer“, zum anderen teilen nicht alle meine Begeisterung für den Laden. Also suchte ich was neues und hatte da etwas konkretes ins Auge gefasst. Gut, dass es mittlerweile Usus ist, eine Webseite zu haben mit Öffnungszeiten, Speisekarte, Kontaktinfos und vieles andere mehr. Naja, die Öffnungszeiten (genauer: die Angebote zu den Zeiten) widersprachen meiner ursprünglichen Idee, was den Wochentag betraf. Nicht so schlimm. Immerhin besteht ein Wochenende ja aus zwei Tagen.

Aber dann die Sache mit der Reservierung. Wobei ich noch gar nicht so weit war. Aber Restaurants – das hatte ich bereits mitbekommen – haben so ihre Probleme mit Reservierungen. Zum einen kommt man kaum noch ohne in eins rein, zum anderen scheint es potenzielle Gäste zu geben, die reservieren und dann einfach nicht kommen, ohne Absage, ohne alles. Nicht schön und für das Restaurant frustrierend. Nachvollziehbar, wenn das offenbar eher die Regel als der Einzelfall ist. Also muss man sich als Betreiber etwas einfallen lassen. Aber dann die Gäste bestrafen, die trotzdem kommen, nur vielleicht nicht in der Anzahl wie bestellt? Ich weiß nicht. Wenn ganze Reservierungen unangekündigt platzen, sehe ich eine Entschädigung als selbstverständlich an. Aber wenn von einer 12-Personen-Gesellschaft nur 11 kommen?

Damit ihr wisst, wovon ich schreibe. Folgenden Satz las ich auf der Webseite des Restaurants: „Für jede nicht erschienene Person sind 20€ fällig. Wir bitten um Verständnis.“ Bei der Formulierung: Nein! Nicht in diesem Ton. Ehrlich gesagt, ich bin versucht, zu reservieren und dann („Sie haben die Möglichkeit, bis 2 Stunden vor Ihrer Reservierung, die Personenanzahl zu korrigieren.“) die Personenzahl rechtzeitig von 12 auf 0 zu korrigieren, weil ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, wie viele Personen kommen und ich nicht bereit bin, die 20€ pro dann fehlender Person zu bezahlen. Erfahrungsgemäß liegt die Personenzahl zwischen 10 und 12. Vielleicht sollte ich auch von vornherein nur 10 Plätze reservieren, und wenn dann 12 kommen, die Flexibilität des Service testen. Und 20% des Umsatzes der zusätzlichen Personen als Rabatt angerechnet bekommen, immerhin habe ich mehr Gäste mitgebracht als angekündigt. Aber ehrlich: Wenn der Satz auf der Webseite ein Spiegel für die Art und Weise des Restaurants ist, mit Gästen umzugehen, habe ich keinen Bock, da hinzugehen. Aber sowas passiert vermutlich, wenn der Chef die Seite selbst macht und sich damit nicht in professionelle Hände begibt. 

Sonntagmittag

Da ich kurzfristig eine Einladung zum Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag erhielt und auch noch gefragt würde, welche Art von Kuchen ich bevorzugen würde, habe ich es als unhöflich erachtet, davon dann nur wenig oder nix zu essen. Also fiel das Mittag eher übersichtlich aus. Da die Einladung auch meinen Zeitplan für den Sonntag gehörig durcheinander wirbelte, musste es auch noch schnell sein. Also habe ich aus den für die ursprünglich geplante Sonntagsspeise gekauften Zutaten, die weg mussten, schon am Sonnabendabend etwas anderes gemacht. Und, ich sag mal so: Das Auge isst nicht unbedingt mit.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, CremeEinen Namen gibt’s nicht. Im Hinterkopf schwebte „Suppe“, die Konsistenz ging vielleicht doch eher in Richtung Brei, bei der Farbe passt Pamps vermutlich auch. Basis waren „Brühwürfel“, die ich als einzige wirklich guten Herzens akzeptieren kann: Geräucherter Bauchspeck, in Würfel geschnitten, mithilfe von etwas Butter ausgelassen, und mit einer ebenso gewürfelten Schalotte aromatisch ergänzt. Dazu kamen – nachdem etwas Bräunung in den Topfboden einzog – eine kleine gewürfelte Wruke/Steckrübe, ein paar gewürfelte Kartoffeln und eine gescheibviertelte Möhre. Alles wurde mit etwas Wasser aufgegossen, gerade so, dass es sichtbar wurde, aber nicht alles bedeckte. Das Gemüse musste nun erstmal unter Anwesenheit von Salz und Pfeffer garen. Anschließend habe ich den Topfinhalt pürierstabt, mit etwas Chili, weiterem Salz und Pfeffer abgeschmeckt und so lange mit Milch aufgegossen, bis es halbwegs cremig war. Zur „Erfrischung“ kamen noch ein paar Spritzer Apfelessig dazu, wer hat, nimmt Zitrone.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, CremeWarum ich die Petersilie vergessen habe, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Soweit der Samstagabend. Am Sonntag habe ich mir dann den aufgefangenen Rest erwärmt und eine weitere Verfeinerung probiert. Dies geschah mittels dekonstruierter Vignaigrette.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, Creme mit dekonstruierter VinaigretteVermutlich wäre Kürbiskernöl optisch besser gewesen, aber ich habe noch etwas Olivenöl und ein wenig Balsamico-Essig über die Crème getröpfelt. So schlecht war die Idee nicht. Warum ich aber wieder die Petersilie …

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, Creme mit dekonstruierter VinaigretteVermutlich wäre eine weitere Einlage (nach dem Pürieren) eine Idee gewesen, oder richtige Brühe als Basis. Aber für die Schnelle war das keine schlechte Idee. Der gemütliche Sonntagnachmittag in der Familie war dann auch schön.

Von der Jugend eine Scheibe abschneiden

Zum Einstand gebe ich mal das Trüffelschwein. In der televisionären Hintergrundbeschallung eines Nachmittages, der doch einige Zeit am Rechner zubrachte, klangen interessante Gedanken in meinem Ohr wieder. Dann ging die Recherche los: Wer hat das gesagt, kriege ich das irgendwie rekapituliert, habe ich das richtig verstanden und welcher Sender lief da eigentlich die ganze Zeit im Hintergrund? 😉 Natürlich hat der gehörte Gedanke irgendwas mit Kulinarik zu tun. Die Qualität unserer Ernährung hängt auch von der Versorgung ab: „Ich glaube, dass wir bspw. beim Supermarkt häufig das Problem haben, dass wir zum Beispiel Dinge kaufen wollen, die dann möglichst lange halten. Wenn man möglichst selten in den Supermarkt geht, man sich möglichst wenig mit dem Einkaufen, mit Qualitäten und mit Kochen beschäftigen. Wenn wir dann nur noch einmal die Woche in den Supermarkt gehen wollen, dann muss das Gemüse so sein und so verpackt werden und so haltbar sein, dass es eigentlich viel länger halten muss, als es wirklich gutes Gemüse tut.“ Außerdem: „Wenn wir etwas servieren, was die meisten Menschen erstmal ablehnen, und dann aber eine sehr, sehr positive Erfahrung damit verknüpfen. Ich esse es dann und stelle dann fest: ‚Es ist unfassbar gut. Das hätte ich nie erwartet.‘ … Dann beginnt ein Nachdenken über eigene Vorurteile z.Bsp. gegenüber bestimmten Produkten und dann auch über das eigene Handeln.“ Und: „Immer weniger Menschen haben Zugang zu sehr, sehr guten Lebensmitteln. Oder auch zu sehr gut gekochtem Essen. Und das ist eigentlich auch die Gefahr, dass das nur noch eine sehr gut Bezahlende, ganz klein Betuchte hat. Und der Rest bekommt sozusagen die Industrie-Nahrungsmittel, keine Lebensmittel mehr. Nur noch Nahrungsmittel. Alles tote Materie. Und das ist natürlich eine große Gefahr.“ (alles zitiert aus „Am Pass“, SR 2022, von Felix Schneider, Nürnberg)

Prost

Erlebt ihr das eigentlich auch mal? Da lese ich in einem anderen Kochblog von einem „neuen heißen Schei..“ (meine Worte, im Original irgendwas von gerade im Trend) und überlege: ‚Habe ich das nicht neulich(?) auch mal gemacht?‘ Nunja, das „neulich“ ist 5 Jahre her und erinnert an das alte Weistum: Gute Ideen kommen entweder 100 Jahre zu früh oder 5 Minuten zu spät. Wobei es keine Idee von mir war, sondern nur eine aufgegriffene.

Aus Gründen hatte ich gerade Tonic in 2 Varianten im Haus. Campari-Tonic im Latte Macchiatto-GlasDas beruhte auf der Diskussion in einem weiteren Kochblog und der Veröffentlichung eines Drink-Rezeptes in einem vierten. In einem meiner Schränke lagerte noch ein Rest Campari, den ich vor Zeiten gern mal mit Orangensaft genoss. Als gelerntem DDR-Bürger bekommt mir allerdings ein gewisses (kleines) Maß an Orange nicht*, so dass der Bitterlikör in besagtem Schrank nach hinten rutschte. Im erwähnten Kommentargespräch kam ich darauf zu sprechen und las einige Tage später das Rezept für Campari-Tonic. Dachte ich mir: Gut, dass ich Kochblogs lese, so kann ich Reste verbrauchen. Beim Studium der hervorgekramten Flasche bzgl. eines möglichen MHD stellte ich allerdings fest, dass das Rezept für Campari-Tonic sogar auf dem Rückenetikett stand.Campari-Tonic im Latte Macchiatto-Glas 🤭 Naja. Wer sehen kann, …

Da nach dem Aufbrauchen des Bitterlikörs noch Tonic (hier übrigens Dry Tonic) übrig war, kam die Idee, das neue Trendgetränk (von vor 5 Jahren) auch noch herzustellen. Dabei griff ich allerdings nicht auf das gelesene Rezept** zurück sondern auf meine Erfahrungen (1, 2 u.a.). Eiswürfel kamen in ein Glas und dann ein frischer doppelter Espresso darüber. Das ganze wurde ein wenig durchgeschwenkt, so dass sich der Caffè schnell abkühlt, dann goss ich vorsichtig das Tonic Water drüber. Fertig. Im Idealfall schwimmen immer noch Eiswürfel(reste) im Drink. Genießen. Und sich dann Fühlen wie ein Duracell-Häschen. Ein wenig anregend ist er schon. 😉 Und damit eine schöne Idee für den Sonntagmorgen. Statt des sonst üblichen Milchkaffees.

Espresso-TonicWer es süßer mag, nimmt normales Tonic Water. Wer andere Aromen mit dabei haben möchte, tummelt sich in der Tonic- und Kaffeebohnenvielfalt. Espresso-TonicHier Dry Tonic und teilweise karamelisierte Kaffeebohnen, handgemahlen und per Siebträger in einen doppelten Espresso gepresst. Eiswürfel aus Leitungswasser, gut abgelagert im Tiefkühler. Der Eiswürfelbehälter war neu, dies sein erster Einsatz. Das Tonic Water war natürlich vorgekühlt. (Informationen für alle, die ein genaues Rezept brauchen und dies hier nachmachen wollen.) Mischungsverhältnis lag bei ca. 1:2 oder 1:3 zwischen geeistem Espresso und Tonic.

Sonntagmittag

Irgendwann muss doch mal die Auflösung kommen, was das mit der Überschrift auf sich hat. Jetzt: Junge Zucchini, in Scheiben geschnitten, Kartoffeln, in Scheiben geschnitten und eine Scheibe Kalb (spätestens das als Symbol für die Jugend) landeten Sonntag auf dem Teller.

Kalbsrückensteak an Zucchini-Möhren-Zwiebel-Gemüse und BratkartoffelbruchDie Idee mit den Zwiebeln, die ich vor den Zucchini-Scheiben in die Pfanne gab, war nicht bis zu Ende durchdacht. Vielleicht hätte ich sie doch eher an die Kartoffeln geben sollen. Die waren in bratkartoffeltypische Scheiben vorgeschnitten und zusammen mit den ebenfalls schon zerkleinerten Möhren vorgegart (Mikrowelle). Kalbsrückensteak an Zucchini-Möhren-Zwiebel-Gemüse und BratkartoffelbruchNeben einer roten Zwiebel kamen auch noch zwei Knoblauchzehen und eine gelbe Chilischote (entkernt) zu den Zucchinischeiben. Salz und Pfeffer sind selbstverständlich. Die Möhrenscheiben kamen nur noch zum Drunterrühren und vielleicht ein wenig Angehen mit in die Pfanne. Die Kartoffelscheiben kamen in eine separate Pfanne und spätestens hier stellte ich fest, dass das mehligkochende Kartoffel waren. Nachdem ich anfangs versuchte, ihnen doch die Bratkartoffelform zu erhalten, firmiert das ganze zum Schluss unter Bratkartoffelbruch, der eher wok-rührend in der Pfanne anröstete.

Das Fleisch erinnerte ein wenig an ein Rumpsteak, war aber vom Kalb und nannte sich deswegen Kalbsrückensteak. Das wurde zügig in einer heißen Pfanne in Anwesenheit von Öl und Salz angebraten/-bräunt und kam dann zum Nachgaren in den knapp erwärmten Heißluftofen, bis alles andere fertig war. Zart und saftig. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Und schmackhaft.

Kalbsrückensteak an Zucchini-Möhren-Zwiebel-Gemüse und BratkartoffelbruchDer gesamte Teller kam noch unter einen kurzen Schauer Petersilie und dann aufs Brett zum Fotografieren. Das Schreiben dieser Zeilen erfolgt wohl auch schon mit der Energie aus diesem Teller.

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*) Fake-News-Alarm! Hier wird eine (zeitliche) Korrelation zu einem Zusammenhang hochst(er)ilisiert (Fremdwörter sind Glückssache), den es natürlich nicht gibt. Wahr ist: Ich bin in der DDR geboren, dort gab es wenig Orangen. Ich wurde bei allzuvielem Verzehr als Kleinkind davon wund, was heute auch noch so ist. In der DDR-Zeit war es praktisch, wenn man etwas knappes sowieso nicht mochte oder vertrug.

**) Das beide Drink-Rezepte im selben Blog stehen, habe ich erst beim Verlinken in diesem Artikel bemerkt. Wir tun mal so, als ob es doch zwei Quellen waren. Sonst müsste ich ja einiges Umformulieren …

Kalte Suppe und anderes mehr

Wenn man sich die Dokutainment-Filme mit Sebastian Lege oder die Webseite Lebensmittelklarheit.de der Verbraucherzentralen so ansieht, ein wenig abstrahiert und extrahiert, etwas unsachlich pauschalisiert und das dann in den Sozialen Medien hinausposaunt, könnte man meinen, dass 90% des Bestandes eines jeden Supermarktes oder Discounters ungesund, Kundenbetrug und/oder zumindest Kundenverscheißerung ist. Und, um eine kleine Differenzierung einzubauen: Bei Bioläden sind es nur 60%. Die einzigen ehrlichen Bereiche: die offenen Obst/Gemüse- und die offenen Fleisch(!)*-Abteilungen. Sollte es eine Fischabteilung geben mit ganzen Fischen, dann die auch noch. Anschließend hört es auf. Sobald irgendwas verarbeitet ist, darf man skeptisch werden. 

Mittwochmittag

Welche Speise braucht kein Gas zum Zubereiten? Genau: eine Gaspatscho. Oder besser: Gazpacho. Dabei stimmt es gar nicht, zumindest im konkreten Fall.

Suppentasse mit GazpachoDas hiesige Kraftwerk der städtischen Werke arbeitet mit Gas. Wobei ich einen Ökostrom-Tarif habe, und ich unterstelle, das Teile des Gases im Kraftwerk Bio-Gas ist, vor allem, wenn ich Licht oder den Herd anschalte. Oder den Pürierstab. Das Ergebnis war leidlich lecker, der Zwiebel-/Knoblauch-Dunst begleitete mich noch den ganzen Tag, Durchzuglüften war leider dank 37°C Außentemperatur bei 0 Wind keine Option. 

Suppentasse mit GazpachoDiverse Tomaten wurden geviertelt, eine Salatgurke in Scheiben geschnitten, eine rote Paprikaschote gewürfelt (im Rahmen der Möglichkeiten), eine Chili entkernt, zwei rote Zwiebeln und 4 oder 5 Zehen Knoblauch geschält. Alles kam mit Salz und Pfeffer in einen Topf. Dann: Auftritt Pürierstab. Nachdem ein Ansatz erfolgte und der erste Teil verflüssigt war, ging der Rest schnell. Eine Spur Zucker kam auch noch dazu, zur Abrundung. Dann wurden ob der Menge zwei Vorratsbehälter mit der aromatischen Flüssigkeit gefüllt und kühl eingelagert. Der Rest kam in Schüben in die Tasse, nur mit ein wenig Eis ergänzt. Lecker, frisch und vampirverschreckend. Die Reste gab es dann auf Arbeit bei den Kollegenden, teils als Gazpacho, teils als fruchtige Soße, aufgekocht und zu Pasta. 

Samstagsfrühstück

Warum gibt es eigentlich das Paradigma, dass Frühstück immer morgens/vormittags gegessen wird? Gerade samstags, der Tag bei mir, der ohne Zeitdruck, Termine und Verpflichtungen stattfindet, sehe ich eine derartig frühe Mahlzeiteneinnahme nicht ein. Wobei ich die Form und den Inhalt aber mag. Schön mit Brötchen, Konfitüre, Frühstücksei, Milchkaffee und Saftschorle. Wenn man dann ausschläft und noch ein paar Sachen erledigt, dann kann es auch mal 14:30 Uhr sein, als man die Kaffeemühle ergreift, um das Kaffeemehl für den Frühstückskaffee zu mahlen. Als kleine, beinahe revolutionäre Variante, gab es diesmal kein Frühstücksei, sondern Rührei mit Speck. Sowas kann man mal probieren, es war auch ganz lecker, aber nächstes Mal gibts wieder Frühstücksei. Das Rührei brachte die gesamte Dramaturgie des Frühstücks durcheinander. Allein die Tatsache, dass ich auch noch ein Glas einer preisgekrönten Nuss-Nougat-Creme leer machen muss (das Zeuch ist wirklich ekelhaft süß), bringt schon Unruhe in den Samstagmorgen (im Sinne erster Tagesabschnitt, unabhängig von der Uhrzeit), aber erfreulicherweise ist ein Ende am kommenden Samstag abzusehen: Das Glas wird dann leer. Da ich nicht ständig mit dem Smartphone rumlaufe, gibts leider kein Bild vom Frühstück. 

Sonntagmittag

Jemand hatte Geburtstag und lud ein. Klassische Küche. Gutbürgerlich. Aus aktuellem Anlass gab es Fisch. Ich tat mein Möglichstes, um das Sommerloch zu stopfen. 

Welsfilet mit Gemüse und Käse überbacken und KarfoffelpüreeDer Brombachsee ist zwar weit weg, aber wie ich den Medien entnahm, gibts in MV sehr viel Aquakultur mit dem Wels. So verbirgt sich der Fisch unter dem Käse und in Gesellschaft von Gemüse und Pilzen. Lecker. Und es gab Kartoffelpü dazu. Ich glaube, dass bereits auffiel, dass ich das gern mag. 😉 

Welsfilet mit Gemüse und Käse überbacken und KarfoffelpüreeSchöne Stücke Wels. Mir fällt gerade nicht wirklich mehr ein als lecker. Und unter so einer Kruste fällt das mit dem Fisch auch wenig auf, so können wir, wenn wir zusammen halten und uns gegenseitig helfen, auch die 90 kg Welse aus dem Brombachsee vertilgen. Wobei: Bei den großen Viechern, schmeckt das dann nicht ggf. etwas tranig? Hat da jemand Erfahrungen?

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*) Das Ausrufezeichen setze ich dahinter, weil ich die Wurstabteilungen schon wieder ausschließe. Nur der reine Fleischbereich. Eben alles ohne Verarbeitung.