Präsidentensuppe (28.06.2019)

Woher diese Suppe ihren präsidialen Namen hat, liegt als Erkenntnis nicht vor. Aber das hindert ja nicht daran, sie zu genießen. Gibt es doch einige körperliche Genüsse, die ohne Kopfbeteiligung umso besser werden.

Unter den frischen Kräutern verbirgt sich eine Suppe, deren wesentlichen Bestandteile Sauerkraut, Rinderhackfleisch, Gurke, Rahm und Porree sind. Etwas besser sieht man es hier (nicht wirklich):

Die säuerliche Suppe ist angenehm aromatisch und von hoher Leckerness. Sie kommt sicherlich von einem deutschen Präsidenten, immerhin ist Sauerkraut mit drin. Das sorgt dann auch dafür, dass man beim Essen überlegt, ob man nicht auch eine Gabel dazu holt. Nur mit dem Löffel lässt sich das manchmal doch recht langfaserige Sauerkraut schlecht bändigen.

Aber der geschickte Esser schafft das schon. 😉

Gurken-Hackfleischtopf (24.05.2019)

Da liest man von einer Suppe, die ein wenig an mein immer mal wieder gern genutztes Schmorgurkenrezept erinnert. Gurken, Tomate, Dill, gern auch etwas Hack … Das als Suppe? Warm nicht!

Das Bild ist wohl etwas dunkel geraten. Und wie immer bei diesen Bechern hilft der Löffel ein wenig, um einen besseren Eindruck zu erlangen.

Kartoffelscheiben, Scheiben geschälten Gurken, Rinderhack, Tomatenmark, Dill. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich Gerichte mit fast gleichen Zutaten ausfallen können.

Diese Äußerung soll übrigens nichts über Qualitätsunterschiede sagen, die Suppe war durchaus schmackhaft. Es gibt doch immer wieder verschiedene Interpretationen gleicher und ähnlicher Zutaten.

Käsesuppe (29.04.2019)

Wenn man das Wort Käsesuppe mal sehr wörtlich nehmen würde, dürfte es eine Recht fadenziehende Angelegenheit werden. Da ist es gut, dass sich hinter dem Namen eigentlich ein alter Partyklassiker verbirgt: eine Käse-Hack-Lauch-Suppe.

Dabei kann spätestens jetzt bestätigt werden, dass sie auch in der Mittagspause auf Arbeit schmeckt. 😉

Was mich etwas irritierte, war die Eigenheit, dass die Suppe während des Verzehrs immer flüssiger wurde. Das lag nicht etwa daran, dass ich zuerst die festen Bestandteile verspeiste, es war die Flüssigkeit selber, die nach und nach ihre Bindung verlor. Ob das an der zunehmenden Kühle der Speise oder nur an ihrer Alterung lag, wage ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

Ihrer Leckerness tat es aber keinen Abbruch.

Beef-Chees-Chili-Suppe (18.04.2019)

Sie hatte zwar etwas in sich, was ich eigentlich nicht so mag, aber durch den allgemeinen kräftigen Geschmack gingen die Maiskörner kulinarisch erfreulich unter.

Nun unterstellt Chili zwar eine gewisse Schärfe, aber da ist es in und um das Einkaufscenter weit verbreitet, dass dem meist nicht so ist. Im Bestreben, möglichst breiten Massen zu gefallen, wird allgemein dezent gewürzt, egal, ob Salz, Chili oder ähnliches.

Geschmeckt hat es aber trotzdem, eine versteckte Schärfe war dabei, aber auch gut versteckt. Ansonsten war die Suppe auch recht aromatisch, eben das, was passiert, wenn Rinderhack, Käsecreme, Kidneybohnen, Tomaten, Paprika, etwas Chili und der unsägliche Mais (ich ess‘ ja alles vom Mais – Popcorn, Polenta, Nachos, die kleinen Kölbchen in den Mixed Pickels – nur keinen puren Mais) zusammen eine schöne Suppe ergeben.

Frikadelle exotisch – Ein Versuch

Nun gehören Bouletten nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgerichten. Ab und an habe ich zwar mal einen Jipper drauf, aber welche selber zu machen, dazu hat es bisher nicht gereicht. Das liegt vermutlich auch an meinen Vorbehalten Hackfleisch gegenüber. Ich habe nichts gegen Hackfleisch, so ein schönes Hackepeterbrötchen ist doch sehr lecker und ein richtig zubereitetes Tartar auch, aber dann hörst auch schon auf. Boulette, Frikadelle, Hackbraten, … Wenn ich die Wahl hätte, würde ich wohl meist was anderes nehmen. Außer, das andere ist Mais.  Wobei ich vom Mais eigentlich alles esse: Tortilla, Nachos, Polenta, selbst Minikolben in den Mixed Pickles; nur Mais als solches mag ich nicht. Aber das nur nebenbei.

Vor einiger Zeit las ich mal ein Rezept für fernöstlich angehauchte Königsberger Klopse. Ein paar der dortigen Aspekte interessierten mich, und weil der Weg vom Klops zur Boulette nicht so sehr weit ist, wollte ich es mal in der Form probieren. Allerdings galt es für mich, auch einiges dazu zu lernen. Soooo viele Bouletten hatte ich noch nicht zubereitet.

  • Wenn man mal eine kross gebratene Zitrone essen möchte, sollten man zu viel frischen Ingwer in eine Boulette geben.
  • Zutaten, die sonst eigentlich nicht in einer Boulette enthalten sind, sollte man sehr fein hacken. Sehr, sehr fein …
  • Nicht jedes trockene Brot taugt als Paniermehl. Wobei die geschmackliche Variante nicht uninteressant ist.
  • Außerdem fällt mir jetzt, bei der Niederschrift dieses Beitrages auf, dass ich vermutlich auch etwas weniger Knoblauch hätte nehmen können (börps – Tschuldigung …)

Das Bild zeigt die Zutaten, die über Salz, Pfeffer und etwas Exotic hinausgehen. Genauere Infos folgen später.

Beim Durchkneten der Masse habe ich zwei Punkte festgestellt. Punkt 1 (s.o.): Die Zutaten sind zu grob geschnitten. Und Punkt 2: Nimm ein Ei mehr …

Wer im Übrigen keine rohen Zwiebeln in der Boulette mag, kann die vorher in einer Pfanne leicht anschwitzen. Er kann auch etwas Öl über die Röllchen, diese in ein kleines Gefäß und alles 30 Sekunden in die Mikrowelle geben. Ergibt röstfrei angeschwitzte Zwiebelröllchen.

Dass man zum Braten ein wenig Öl in der Pfanne erhitzen sollte, weiß mittlerweile jeder, oder?

Wer gewürzte Hackfleischmasse nicht roh kosten will, macht einen kleinen Klops und brät ihn durch. Gebraten schmecken die Dinger sowieso anders als roh.

Die Optik stimmt schon mal, aber etwas anderes war auch nicht zu erwarten.

Man kann auch die Seitenflächen anbraten.

Spätestens hier war klar: Die Einlagen hätten feiner gehackt werden sollen.

Nun wird es ernst. Nach dem ggf. notwendigen nachwürzen kommen die richtigen Frikadellen in die Pfanne. Form egal, nur die Dicke sollte halbwegs gleich sein, wenn sie gleich schnell braten sollen.

Herrlich, diese Optik. So eine Gusspfanne ist schon gut für sowas. Und nicht ständig immer alles umdrehen. Beim Braten braucht man innere Ruhe. Nix antouchen, nix andauernd umdrehen, in Ruhe braten lassen und nur einmal umdrehen.

In einer zweiten Schicht wurde dann der Rest der Masse abgebraten.

So ein vorgewärmter Teller hilft beim Warmhalten.

Punkt 1: Selbstgemachte Bouletten haben gegenüber den fertigen Industriebouletten u.a. auch den Vorteil, dass ihr Teig gröber ist und nicht zu fein gecuttert. Find ich besser. Außerdem sollte man – aber das habe ich, glaube ich, schon mal erwähnt – Einlagen möglichst fein hacken.

Es ist zwar etwas vielfältiger im Mund, wenn man zwischendurch auf ein Zwiebelstück (links) oder ein Ingwerstück (Mitte) beißt, aber die Aromen können sich auch gut etwas weiter verteilen. Auch die Schärfe der Jalapenos, die als Mitreisende beim „Brot“ mit in den Teig kamen, wäre etwas verteilter auch sehr angenehm gewesen.

Apropos „Brot“: Was macht Ihr eigentlich mit den doch sehr kleinteiligen Resten aus einer Snyders-Prezel-Tüte? Ich habe sie in diesen Boulettenteig gegeben. Aromatisch gesehen war die Idee nicht so schlecht. Ich hätte es nur feiner mahlen sollen.

Gut passen zu einer Boulette ist auch immer etwas Raucharoma. Wie man das hinein bekommt, dafür gibt es verschiedenste Wege. Die einfachsten sind die Beigabe geräucherter Fleischanteile. Oder geräuchertem Salz oder Paprika. Oder, und damit kommen wir dann wieder zu den südostasiatischen Königsberger Klopsen, man nimmt geräucherten Tofu dafür. Wie in diesem Fall. Das kann man machen. Man kann auch geräucherten Speck nehmen.