Tage 36 bis 38 (25. bis 27.11.2019)

Die Tage standen unter den Überschriften „Fortbildung“ und „Dienstreise“, was eventuelle Planungen im Essensrhythmus durcheinanderwirbeln können. Hinzu kommt ein Termin bei der Ernährungsberatung. Das Bewertungsergebnis:

  1. auf gutem Weg
  2. Ziel noch nicht erreicht
  3. es gibt noch Baustellen

Das führte dann am Folgetag gleich zu einem Doppelmissgriff. ;-) Aber die Rahmenbedingungen (wie bspw. überlange Arbeitstage, Weckerklingeln >2 h früher als gewohnt, Lob für die gute Konsequenz der Ernährungsumstellung u.a.) ergaben am Dienstag ein Weißmehlbrötchen mit Salami aus der Tanke zum Frühstück und einen weißen Lion als Dessert nach dem Mittag. Das wiederum war voll nach Vorschrift, hatte aber die Form des sonstigen Frühstücks (Milchprodukt, Früchte, Haferflocken). Das hatte ich mit auf Reise genommen und dann mittags verzerrt Mo, Di). Da ich morgens wirklich schwer etwas runter bekomme und nun noch früher aufstehen muss, habe ich Montag versucht, wenigstens eine grünlich schimmernde Banane zu essen. Aber das geschah sozusagen unter innerem Zwang, was die Hinreise zur Montagsveranstaltung (2h) ein wenig zur Tortur machte. Kurz vor dem Ziel war ich fast soweit, den Fahrer zu bitten, kurz anzuhalten, damit ich mich nach oben erleichtern könne. Ging dann aber doch so. Daraus lernte ich, was zum einen zum Nichtfrühstück zu Hause vor der Abfahrt am Dienstag führte, aber eben auch zum Erwerb des Salamibrötchens, dass ich kurz vor Zielankunft ohne weitere Probleme verzerrte.

Mit dem Schwung der Motivation durch die Ernährungsberatung am Montagabend und dem Gedanken im Hinterkopf, dass ich beim Wochenendeinkauf zu viel Gemüse eingekauft hatte, absolvierte ich noch einen kleinen Kochgig am Abend.

Nach dem Kochen wanderte alles in Vorratsbehälter für die kommenden Tage, als Abendbrot selber gab es dann Lachsschinken auf Vollkornknäcke (Brot war aus). Sowas in der Art hatte ich in der letzten Zeit häufiger verspeist, aber die Beratung kritisierte die fehlende Farbe. Nun ist Lachsschinken durchaus farbig, aber das war natürlich nicht gemeint. „Farbe“ heißt in dem Zusammenhang „buntes Gemüse“. Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Das Erkochte, aber eingelagerte ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Hähnchenherzen hatte ich angebraten und dann nach und nach Schalotten, Knoblauch, rote Paprika, Petersilienwurzeln, Stangenbohnen, eine Kartoffel (alles halbwegs klein geschnibbelt) zugegeben. Abgelöscht habe ich mit einem halben Liter Tomaten-Gemüse-Saft und gewürzt mit Salz, Pfeffer, Majoran und Thymian. Auch Paprika (edelsüß und Rosenscharf) sind mit dabei. Die Kartoffel hatte eigentlich die Aufgabe, leicht zu zerköcheln und alles etwas zu binden, tat sie aber nicht (obwohl mehligkochend). Könnte an der Säure im Tomatensaft gelegen haben. Ein wenig Bindung kam aber trotzdem rein.

Auch am Dienstagabend schnibbelte ich Gemüse klein und stellte diesmal eine Pfanne auf den Herd. Dort briet ich aber erstmal Knacker (Mettenden) an, die ich vorher in Scheiben geschnitten hatte. Dann kam klein geschnittener Spitzpaprika (weiß) und roter Paprika dazu, nach dem Anschwitzen löschte ich alles mit Tomaten-Gemüse-Saft ab.

Noch etwas einköcheln lassen und dem Paprika ein wenig Zeit zur Angarung geben (das muss nicht viel und alles kann noch ein wenig knackig sein). Irgendwie eine Art Letscho mit Wursteinlage. Wobei die Wurst natürlich nicht der optimale Eiweißgeber ist. Aber auf die Schnelle bekam ich abends nicht besseres mehr frisch.

Bei Mittwoch nahm ich die guten Erfahrungen des Nichtfrühstücks mit und vertagte es auf das Ende der Hinreisezeit, leider wieder mit einem belegten Brötchen. Mittags gab es dann das aufgewärmte Letscho vom Dienstag, dass ich vor dem Verzehr in zwei Teile geteilt und einen davon abgefüllt hatte. Den Abend bestritt entgegen der ursprünglichen Planung doch wieder Vollkornknäcke, diesmal mit Eiersalat mit Fileträucherlingswürfel aufgepeppt. Eine Scharon brache noch etwas Farbe ins Spiel.

Tag 9 und 10 (29./30.10.2019)

Da ist man einmal unterwegs und schon „versäuft“ man sein Smartphone. Und das ist jetzt nicht wirklich wörtlich zu nehmen, nur die Tatsache, dass ich zeitweise ohne das Gerät auskommen musste, ist klar. So schlief es eine Nacht ohne mich und das wirkt sich gleich auf den Blog aus. Deswegen ist es heute an mir, zwei Tage zu resümieren – ich vermute mal, dass wird in Zukunft häufiger vorkommen, denn irgendwann werden sich einige Sachen ja auch wiederholen. Genau wie mein „Frühstück“; das ist nämlich die Erbsensuppe, die ich neulich schon mal hatte. Sie lagerte kühl und die einfache Erwärmung in der Mikrowelle machte sie wunderbar.

Der Rest des Tages verlief nicht ganz so normgerecht. Zwar mag das Abendbrot mit Shrimps in Aioli eigentlich im Ansatz regelkonform zu sein, der zarte, feine Geschmack lässt aber ein Vollkornbrot mit seinem intensiven Aroma nicht zu und es wurde ein doppeltes Brötchen, auf dem ich die leckere Speise verteilte. Außerdem ist die Soße über dem Meeresgetier nicht wirklich eine Aioli. Die wäre ja noch richtig gut. In der Schüssel habe ich „trockene“ Shrimps mit einem Becher Shrimps in Knoblauchsoße gemischt. Wieder mal etwas aus dem kleinen Convenium „Wie verbessere ich gekaufte Fertigprodukte?“.

Über den Rest des Abends schweige ich lieber. Es spielte ein Maisprodukt eine nicht unwichtige Rolle und Mais – auch als Gemüse – ist eigentlich tabu.

Der nächste Morgen brachte eine Variante des Klassikers.

Ein knapper halber Becher Skyr und 100 g TK-Himbeeren wurden mit Haferflocken und dieses Mal mit etwas Milch ergänzt.

Nach dem Auftauen der Früchte und einem kräftigen Umrühren wäre das ganze ohne die Haferflocken fast trinkfertig zu nennen. Nun wurde es halb getrunken, halb gelöffelt.

„Mittags“ gab es dann Pasta. Eigentlich ein NoGo, aber der aufmerksame Bildbetrachter wird die etwas dunklere Farbe der Spaghetti vemerkt haben. So bestehen diese aus Vollkornhartweizengrieß und Wasser. Und wenn’s dann dazu Gemüsesoße mit Gemüseeinlage gibt …

Gekocht werden die Nudeln wie alle anderen auch. Sie sind eine Empfehlung der Ernährungsberatung (also auch die Marke), da sie wirklich gut sein sollen.

Zwei Sitzpaprika kommen mit in den Topf, als das Wasser abgegossen war, …

… und dann etwas von einer meiner selbst erkochten Tomatensoßen Alles gut durchmengen.

Natürlich hatte ich mal wieder keinen Parmesan im Haus. Aber Peterlilie tuts auch.

Wobei: Eigentlich wäre das mit dem Parmesan wirklich die bessere Lösung gewesen. Was dieser Mahlzeit nämlich fehlt ist der ausgeprägte Eiweißanteil. Kein Wunder, dass es irgendwann zwischendurch (was auch nicht sein sollte) eine Zwischenmahlzeit gab: Ein Bund Radieschen (natürlich nur die Kugeln) und eine kleine Handvoll Paranusskerne. Bei einer perfekten Planung hätte ich vielleicht ein paar Feta-Würfel mit zur Pasta geben sollen. Wir lernen also fürs nächste Mal: Sowas sollte ich mit auf die Einkaufsliste tun.

Das Abendbrot werden übrigens direkt nach dem Veröffentlichen dieses Beitrags zwei Scheiben Vollkornbrot mit einem kleinen Camenbert aus Ziegenmilch sein. Der ist aromatisch genug, um es mit dem Brot aufzunehmen. Und wenn nicht: Ich hätte auch noch Harzer im Haus …

Tomatensoße cremig (ergänzt)

So manches Haushaltsgerät hilft auch wirklich im Haushalt. Ob sie dann immer den Preis wert sind, darf bezweifelt werden. Nicht umsonst gibt es von „Originalen“ auch sehr viel preiswertere Nachahmer, die ähnliches können und auch nicht schlecht sind.

Seit vielen Jahren nenne ich so einen beheizbaren Mixbecher mein eigen. Es ist nicht das computergesteuerte Modell aktueller Generation, aber Strom nimmt er schon und man muss nicht selber kurbeln. Und das Ding ist praktisch. Gerade auch für Soßen und Suppen.

So könnte dabei ein Anfangsszenario aussehen. Ganz unten liegen eine Handvoll bunter Tomaten, darüber vier entgrünte Spitzpaprika, zwei Schalotten und dieses helle Ding da links oben.

Der erste Schritt ist einmal kräftig mixen. Da muss man den Apparat ein bisschen festhalten, wenn er nicht durch die Küche wandern soll. Natürlich könnte man das Gemüse auch vorher etwas kleiner schneiden. Aber wozu?

Schon sieht das nicht mehr so viel aus. Jetzt wird das noch ordentlich durchgekocht und mit Salz, Zucker, Pfeffer und Olivenöl gewürzt.

Zum Ende hin habe ich nochmal die Mixfunktion intensiv laufen lassen, so dass dann eine recht cremige Soße entstand.

Abgefüllt im Becher sieht man die Cremigkeit besser.

Da freut man sich schon auf das nächste Nudelessen. So ein bisschen erinnert mich die Soße konsistenziell an die sogenannte DDR-Tomatensoße in edel. Vielleicht sollte ich mir jetzt eine edle Form von gebratener Jagdwurst einfallen lassen …

Ergänzung

Auch schön, wenn man Artikel halbfertig veröffentlicht und völlig vergessen hat, noch ein kleines Rätsel aufzulösen, dass man anfangs mit einbaute. Zumal diese gezeigte Cremigkeit allein aus den benannten Zutaten allein – selbst bei heftigstem Pürieren –  nicht herzustellen ist. Aber wir haben ja noch das „helle Ding links oben“ aus dem ersten Bild. Das könnte als geschmackliche Zutat ein schönes Stück Ingwer sein, aber dazu ist es zu blass und zu wenig faserig. Aber es wäre eine Idee für eine fruchtig-scharfe Tomatensoße.

Aber nein, es ist was anderes. Ich habe eine Idee wahr gemacht, die ich neulich schon mal äußerte und hier sehen wir das Ergebnis: Die Beigabe war eine rohe, mehlig kochende Kartoffel. Die Stärke darin gab beim Kochen die Bindung und geschmacklich hatte sie sowieso nicht viel beizutragen.

Wenn bei der Pasta die Kartoffel fehlt

Heute war Gemüseresteverwertungstag. Und dabei hilft so ein Mixer mit beheizbarem Mixbecher schon ganz gut. Alternativ wird ein scharfes Messer und später ein Pürierstab etwas intensiver eingesetzt und alles im Topf erhitzt. Gibt das gleiche Ergebnis.

Zubereitungsbilder gibt es heute nicht. Wie man Pasta kocht, sollten wir mittlerweile alle wissen. Wie man Gemüse wäscht, auch. Ich wusch eine große Schmorgurke, zwei Spitzpaprika und sicher so 12 bis 16 Cocktailtomaten. Letztere kamen noch waschfeucht direkt in den Mixer, die Gurke wurde soweit zerteilt, dass sie durch das Loch im Deckel passte, ähnliches passierte mit den Spitzpaprika. Zwei Schalotten kamen im ganzen dazu, außerdem Salz, Pfeffer, etwas Knofi, scharfer Paprika. Ein schöner Schuss Olivenöl rundete alles ab. Dann wurde aufs heftigste gemixt und alles gute 20 Minuten durchgekocht. Zum Schluss wurde noch etwas abgeschmeckt. Fertig.

Zwischendurch hatte ich noch überlegt, auch eine Kartoffel mit hinein zu geben. Aber da stand die Pasta schon kochend auf dem Herd. Nach dem Auffüllen hat es sich aber als durchaus passend herausgestellt.

Vom Sugo trennte sich die Flüssigkeit ein wenig von den festen Bestandteilen ab. Die Kartoffel mit ihrer Stärke hätte das sicher verhindert. Hätte ich die Soße nicht erst auf dem Teller mit den Muschelnudeln verbunden, sondern bereits im Topf und dort nochmal ordentlich durchgerührt, hätte das vermutlich auch die Kartoffel entbehrlich gemacht. Beim Essen und dem damit verbundenen Rumrühren auf dem Teller stelle sich nämlich auch eine gewisse Bindung ein.

Das berühmte Werbungszitat: „Das machen wir mal wieder!“ trifft bedingt auch hier zu. Bei der Menge an Zutaten ist noch genug der Soße übrig, um mindestens noch ein zweites Mittagessen zu begleiten. Oder ein drittes …

Planung und etwas Zeit gleich lecker

Es ist Sommer. Dieser Tage mal so richtig. Und da bekommt man Lust auf leichte Sommerküche. Und mir gelüstet es nach … Gulasch. Manchmal ist es schon komisch. Aber man kann den Gelüsten ja ruhig mal nachgehen, vor allem, wenn abschließend sooo was leckeres dabei heraus kommt. Allerdings braucht es doch etwas Planung und etwas Zeit, aber: Was macht der Herd an einem heißen Samstag, wo einem beim Hausputz sowieso eher nach was leichtem ist? Richtig: Er langweilt sich. Also gibt man ihm eben was zu tun.

Man kann Gulasch natürlich mit dem Fleisch kochen, was in den Läden als Gulaschfleisch verkauft wird. Aber dann ist es kacke (um mal eine gerade in Mode gekommene Floskel zu bemühen). Man kann aber auch zur Fleischtheke seines Vertrauens gehen und nach einem Blick in die Auslagen und dem nicht erblicken des Gesuchten eine Bestellung aufgeben. Dabei muss man irritierte Blicke der Fachkraft hinterm Tresen mal gekonnt ignorieren. Die Bestellung lautet: Zwei Rinderbeinscheiben, ca. 6 cm dick.

Wenn man diese in der Hand hält und in seiner Küche hat, gehts auch schon los. Ein kleiner Tipp dazu: Man sollte nicht abends mit dem Zubereiten anfangen, außer, man ist ggf. Spätschläfer. Aber das nur nebenbei. Die Beinscheiben werden im rohen Zustand grob zerteilt. Das Fleisch wird vom Knochen gelöst und in 3 oder 4 große Brocken zerteilt, Sehnen, Haut und sonstiges kann alles dran bleiben.

Der Rest ist erst mal kein Geheimnis, das habe ich mit dünneren Beinscheiben schon mal gemacht. Zwiebeln anbraten, wieder raus aus dem Topf, Fleischbrocken und Knochen anbraten, Tomatenmark mit Paprika anbraten, Mit etwas Wasser ablöschen. Zwiebeln wieder in den Topf, alles gut vermengen und Deckel drauf. Entgegen des Originals habe ich dann nach einer Viertelstunde nicht mit Wasser aufgefüllt, sondern mit klein geschnittenen Tomaten und roten Spitzpaprika. Und eine halbe Chilischote habe ich auch noch mit hinein geworfen. Einmal aufkochen und dann bei kleinster Hitze leicht vor sich hin simmern lassen. Alle halbe Stunden mal umrühren und die Schärfe prüfen. Sollte sie zu heftig werden, ist es Zeit, die Chilischote wieder zu entfernen.

Irgendwann, so nach 4 oder 5 Stunden, wenn das Fleisch so zart ist, dass man es mit einem Löffel teilen kann, nimmt man die Fleischbrocken aus der Soße und zerteilt sie in halbwegs mundgerechte Stücke (oder noch etwas größer). Dabei werden auch Hautreste und andere unschöne Teile entfernt. Die Soße im Topf wird hingebungsvoll mit einem Pürierstab bearbeitet und alles abgeschmeckt. Danach kommt das Fleisch wieder in den Topf und kann noch etwas ziehen. Man könnte es auch anrichten. Oder eindosen und zwischenlagern. Das habe ich Samstagabend gemacht. Und heute, zwei Tage später, wurde getafelt.

Gulasch im Topf

Mit Teigwaren habe ich es ja nicht so, also kamen gute gekaufte Gnocchi in den Topf und wurden in 2 Minuten lt. Vorschrift gegart. Nebenher darf das Gulasch bewundert werden:

So cremig ...

Fleischig und schön viel Soße. Ein richtiges Mecklenburger Gulasch. ;-) Und in der kalten Form mit einer interessanten Eigenschaft:

Der ist fast stichfest

Das Gulasch ist fast schnittfest. Das könnte daran liegen, dass die Soße im wesentlichen aus Zwiebeln und etwas püriertem Gemüse besteht. Es könnte auch an den beiden Knochen von den Beinscheiben liegen, deren Mark sicher auch ein wenig zur Bindung beitrugen. Und an den ausgekochten Sehnen und Häuten des Beinscheibenfleisches. Kein Mehl und keine Tüte kann dieses wunderbare Mundgefühl – so rein und intensiv – erzeugen.

Aber erwärmen sollte man das Gulasch trotzdem wieder. Dabei wird es auch flüssiger.

Der Gulasch blubbert schön im Topf

Und dann wird nur noch angerichtet.

Gulasch auf Gnocchi

Auch wenn die Fleischbrocken in den Gulasch für ein vornehmes Essen noch zu groß sind, Messer und Gabel sind hier nicht das Besteck der Wahl. Da reicht ein Löffel; für die Gnocchi und die Soße sowieso, aber auch das Fleisch lässt sich wunderbar mit der Löffelkante zerteilen … Einfach nur lecker.