Sonntag/Montag (22.12./23.12.2019)

Eben genoss ich ein richtig gutes Mahl, sehr schön aromatisiert, teils beinahe cremig, teils knackig. Hoher Gemüse-, aber auch wesentlicher Eiweißanteil. Da ist mir ein guter Wurf gelungen. Mehr dazu aber später.

Erstmal gibt es noch das Mittag von Sonntag nachzureichen. Auch hier gab es – erfreulicherweise – einen recht hohen Gemüseanteil, wenngleich es unter strengen Maßstäben nicht ganz an die Richtlinien heranreichte. Vielleicht sollte ich mir angewöhnen, vorher immer einen kleinen Salat zu essen, aber dann wird mir die Mahlzeit meist einfach zu groß. Oder evtl. je nach Hauptgerichtgröße hinterher einen? Irgendwie muss man bei den Servicekräften doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Apropos. Kleine Anekdote am Rande: Als Vattern und ich servicegeleitet dem reservierten Tisch zustrebten, wurde – fast unmerklich – noch schnell ein Stuhl ausgetauscht. Und für alle, die sich bisher gefragt haben, warum ich überhaupt eine Ernährungsumstellung mache: Es war mein Stuhl. Irgendwo erfreulich, dass der andere kein sonderlich verstärktes oder stabileres Modell war. Es gibt Gaststätten, da hätte ich mir das durchaus gewünscht. Aber es war ein Stuhl ohne Seitenlehnen. Sehr aufmerksam. Danke. #habendiemichgeradefettgenannt?

Nein, im Ernst. Ich fand es wirklich aufmerksam. Auch das nicht vorhandene Gewese um den Akt. So saß ich bequem und nicht eingeengt und freute mich auf meinen Sonntagsfisch. Die Auswahl aus der Karte bestimmten neben den Richtlinien auch der Ausblick auf die kommenden Tage und deren kulinarischer Inhalt. Da ich rund um die und an den Feiertage/n mindestens dreimal Rosenkohl essen werde, habe ich mich gegen die entsprechend begleitete Gänsekeule und für den Lachs auf Spinat entschieden. Ein Klassiker.

Im aktuellen Fall wurde er sichtbar durch Schupfnudeln und eine unkrustige Kruste begleitet. Sehr intensiv aromatisch, sehr konzentriert und gut beiseite zu schieben. Die Schupfnudeln – offensichtlich ein Convenience-Produkt – waren aber gut zubereitet. Der Lachs saftig und der Spinat reichlich. Mit reichlich Sahne. Wenn ich mal wieder auf hohem Niveau jammern darf: Ein Blubb weniger hätte es auch getan. ;-) Insgesamt war es doch sehr lecker und ich bereite meine Wahl nicht. Und als ich die Gänsekeule sah, die an mir vorbeigetragen wurden zu anderen Gästen, wurde ich auch nicht von meiner Zufriedenheit umgestimmt. Die hatten eine reichliche Physis. Naturgegeben. Das wäre doch etwas viel geworden.

Der Erstversuch

Heute mittag gab es dann ein Gericht, dessen eine Hauptzutat ich bisher noch nicht selber zubereitet hatte. Aber die mitgekommenden Tipps zur weiteren Zubereitung machten das Gericht einfach, und, wie sich herausstellen sollte, sehr schmackhaft. In Erinnerung daran lasse ich mir nebenbei beim Schreiben noch einen leckeren Cappucchino die Kehle runterrinnen und bin selig.

Dadurch, dass diesmal nichts scharf angebraten werden musste, gönnte ich mir den Luxus und gab eingangs nur etwas Butter in die Pfanne. Diese wurde zwar nachhaltig, aber nicht besonders intensiv erhitzt.

Zur Butter gesellte sich eine geschredderte Schalotte und einige Zeit später auch noch die untere Hälfte eines Pak Choi.

Das alles wurde in der Butter gelegentlich geschwenkt und langsam garen gelassen.

Eine Tomate schnitt ich noch möglichst klein (weil ich sie nicht schälen wollte), außerdem kam auch noch Salz, Pfeffer und Knoblauch (2 Zehen) mit in die Pfanne. Und gelegentlich durchschwenken.

An dieser Stelle dann die Enthüllung. Tintenfischarme ist das von mir noch nicht verwendete Produkt. Ich schnitt sie in mundgerechte Stücke und schwenkte sie mit durch. Grundsätzlich gegart waren sie schon, so dass sie nur den Geschmack und die Verbindung mit dem umgebenden Gemüse und den Aromen eingehen musste. Das geschah – Ratet! – mittels durchschwenken.

Beinahe vergessen habe ich die oberen Hälften des Pak Choi. Den habe ich grob gezupft, wo die Teile zu groß waren. Das fällt alles noch ein wenig zusammen. Beim – Richtig! – Durchschwenken.

Eine ordentliche Kräutergabe – hier: Dill – verfeinerte alles aufs herrlichste. Butterzarte Meeresfrüchte, teils knackige Gemüse und eine ausgewogene, sehr schöne Aromatik. Was will man mehr?! Die Tomate gab ein wenig Säure und die Flüssigkeit bei, da Pak Choi einen Hauch bitterness. Salz, Pfeffer, etwas edelsüßer Paprika, Knoblauch sorgten für den guten Geschmack.

Wie hieß es doch am Ende einer Werbesendung immer so schön: “Das machen wir mal wieder.” Und vor allem: ohne ein (Kunst-)Produkt aus dem damals beworbenen Hause.

Tag 20/1 (09.11.2019)

P.S.: Das P.S. steht diesmal eher für PräScriptum, weil es eine Bemerkung ist, die VOR dem Artikel kommt. Denn nach dem hier gezeigten Essen kam unerwartet etwas in mein Leben, dass dann die Tagesplanung ein wenig durcheinander warf und einen zweiten und separaten Artikel bedingte. Da war der hier schon fast fertig …

In mehreren Kommetaren (u.a.) habe ich mal die grob vereinfachte Grundregel für das inhaltliche Essen nach meiner neuen Ernährungsrichtlinie definiert. Zusammengefasst lautet diese: 25% Eiweißträger, 50+x% Gemüse, 25-x% Kohlenhydratträger (letztendlich das, was fälschlich als Sättigungsbeilage bezeichnet wird). Das nachfolgende Gericht ist ein Beispiel, wobei es für sich allein natürlich etwas eintönig wirkt und nur im Kontext mit einer großen Gemüsevielfalt zu sehen ist. “Bunt essen” ist die Devise.

Aber wie jedes Gericht fangen wir auch hier beim Anfang an. Wobei das nicht stimmt. Das erste Bild ist nicht der Anfang, aber da kommen wir dann später (Bild 3) drauf zurück.

In der Pfanne wird, auch wenn es komisch klingt, etwas Butter in Öl angeschwitzt. Kochaktive kennen den Trick, dass Butter nicht so schnell braun wird, wenn man etwas Öl dazu gibt. Das war hier aber nicht der Hintergrund. Zumal der Pfanneninhalt sowieso nicht so heiß erhitzt wurden soll. Aber das Öl war etwas gutes Sonnenblumenöl wegen der ungesättigten Fettsäuren (wertvoll!) und die Butter wegen des Geschmacks. ;-)

Der Stangensellerie lag noch rum und wollte verarbeitet werden, also habe ich den in der Fettmischung angeschwitzt. Salz war auch etwas dabei.

Dieses Dämpfkörbchen enthält augenscheinlich viel Rosenkohl und eine klein geschnittene Kartoffel. Alles das dampfgarte zu 75% im Dämpfer. Bei Nudeln würde man al dente sagen.

Kohl und Erdapfel kommen in die Pfanne zum ein wenig anrösten, Geschmack nehmen und garen. Deswegen kommt auch ein Deckel für ein paar Minuten drauf.

Der Deckel.

Ist die Kartoffel weich (es war eine mehlig kochende), zerquetsche ich sie mit der Gabel.

Dann kommt etwas Frischkäse dazu. Hier in der Variante mit Meerrettich. Geschmack und Eiweiß.

Zum Meerrettich passt wunderbar Fisch. Bzw. viele Leute essen zum Fisch gern mal Meerrettich. Wie rum man das auch immer sieht, der Fisch ist ein Stück Stremellachs zerpflückt, hier die Variante mit Dill.

Auch die Fischbrocken werden untergerührt und nur leicht warm werden gelassen. Und schon ist die Rosenkohl-Lachs-Pfanne mit etwas Kartoffel und Meerrettichnote fertig. Und schmeckt. Etwas mehr Flüssigkeit wäre auch noch eine Idee gewesen. Milch oder Sahne vielleicht. Oder Brühe.

Gnocchi mit Hähnchen in Senf-Dill-Soße (23.08.2019)

Heute abend war ich etwas unterdillt, da traf es sich gut, dass ich meinen Wochenendeinkauf nicht erst am Montag nachholte, sondern bereits am Freitag erledigen konnte. Dabei kam ich am Fleischer meines Vertrauens vorbei, und hinterher hatte der ein Päckchen Fleischsalat an mich abgegeben. Charakteristisch ist hier nicht nur die angenehme Dill-Note, sondern auch der Zuschnitt des Bräts. Im Gegensatz zu vielen Industriefleischsalaten auf Brätbasis hat man hier richtig was zu kauen und nicht diese unsäglich kleingehobelten Aufschnittabschnitte.

Nachdem meine inneren Dillspeicher wieder aufgefüllt waren, kam ich dann zur Auswertung meines heutigen Mittags und der Begründung, wo mein Dilldefizit her kam. Beim Durchstreifen des vielzitierten Einkaufscenters lockte mich irgendwie am meisten die Nudelbox aus Gnocchi, Hähnchenfleisch und einer Senf-Dill-Soße. Das war eines der Tagesgerichte beim entsprechenden Anbieter, was in dem Zusammenhang heißt, dass es das (fast) jeden Tag gibt. Genau wie die Nudeln und die Soßen zum selber kombinieren. Der wesentliche Unterscheid: Die Tagesgerichte sind fertig gemischt. Die Toppings (Käse, Tomatenstückchen und/oder Kräuter) sind wählbar, aber das sind sie bei den anderen Gerichten zum Selberzusammenbauen auch.

Die Grundidee hinter diesen Boxen finde ich klasse und im allgemeinen sind die Gerichte nicht nur lecker, sondern auch gut zubereitet. Die Toppings verdecken zwar das eigentliche Bericht ein wenig, aber wenn man es abgegessen hat, sieht man klarer.

Gnocchi mit angebratenem Hähnchenfleisch, der Dill ist auch zu sehen, weiter unten dann auch noch die Senfsoße in sichtbarer Menge. Das Gericht ist recht lecker, aber auch ein wenig enttäuschend.

Das Dill wie Dill und Senf wie Senf schmecken liegt an ätherischen Ölen, die beiden Substanzen eigen sind, auch völlig unabhängig voneinander. Was gerade diese beiden (neben einigen anderen) gemeinsam haben, ist die überdurchschnittlich hohe Grad der Flüchtigkeit dieser geschmacksgebenden Ingredienzien. Freunde von Senfei beispielsweise werden wissen, dass man für die aromatische Soße erst die Grundsoße (ähnlich einer Bechamel) zubereitet und erst ziemlich zum Ende den Senf unterrührt, damit dessen Aroma erhalten bleibt. Stellt sich also die Frage, wie bei einem Gericht, dass mindestens zweimal zum Kochen gebracht wird (bei der Herstellung in der Küche und beim Aufbereiten im Imbissstand) und dann langem Warmhalten bis zum Verkauf, das Senfaroma erhalten bleiben soll?

Beim Dill gilt übrigens das gleiche. Schaut euch andere Gerichte mit Dill an und stellt fest, dass er entweder in kalte Gerichte eingerührt wird oder auch nur ganz zum Schluss dazu kommt. Durch langes Erhitzen tötet man Dill geschmacklich. Da muss die Produktentwicklung nochmal ran. Zumal das Gericht – wie gesagt – gar nicht so schlecht schmeckt. Nur eben nicht nach Senf und Dill …

Abendbrot vom Fleischer

Mein heutiger Einkaufsausflug brachte mich zur Einkehr in meinen Lieblingsfleischer und ich griff auch beim Fleischsalat zu. Der zeichnet sich durch eine schöne Dillnote aus. Außerdem ist das Brät nicht so hauchdünn geschnitten wie bei den Industrieversionen. Hier hat man wenigstens was zu kauen und sie ersäuft auch nicht in Majonäse.

Natürlich weiß ich, dass man derartige Salate nicht aufs Brötchen tut, sondern das Brot dazu isst. Aber solange es beim Essen nicht verunfallt, mag es gehen.

Ordentlich was zu kauen und schön dillig. Lecker.

Kartoffeln und Gurkensalat (05.06.2019)

Nachdem es in den letzten Tagen wegen allerlei durcheinander nicht das richtige Essen zu Mittag gab, heute am gefühlt heißesten Tag des Jahres bisher mal etwas erfrischendes.

Was wie ein Gurkensalat mit Joghurt-Dill-Soße aussieht entpuppt sich beim Umrühren als …

… Kartoffeln mit Quark, Käse, Röstzwiebeln und Gurkensalat mit Joghurt-Dill-Soße. Durchaus erfrischend zu essen und trotzdem gut sättigend Dank Sättigungsbeilage. Und die Dillsoße passt auch gut zu den Kartoffeln.