So geht Zander!

Eigentlich dachte ich, dass ich das eine Bild von den heutigen zwei noch irgendwie heftig bearbeiten muss. Wider Erwarten wurde es dabei aber eigentlich nur schlimmer als besser, und so habe ich doch – beinahe – das Original genommen, nur etwas beschnitten. Und bitte die Betrachter um Nachsicht, da das Foto „über Kopf“ aufgenommen wurde.

Nun habe ich dabei zwar keinen Kopfstand gemacht, aber es hat schon einen Grund, warum die Tischkante diesmal am oberen Ende des Bildes erkennbar ist. Es war nicht mein Mittag, es stand vor dem Platz gegenüber. Zugegeben, wenn es nicht dort gestanden hätte, hätte es bei mir gestanden. Aber ich wollte nicht zwei Wochenenden hintereinander Zander essen. Ich wollte aber mal den Vergleich zeigen zum letzten Sonntag und dann den Ausruf tätigen: So geht Zander!!! Mit drei Ausrufezeichen.

Und auch dieser Zander war begleitet mit einer Soße. Das Geschick des Koches lag nun aber darin, zum einen den Zander mit einer knusprig-leckeren Haut auf den Teller zu zaubern (zugegeben, ein bisschen mehr Bratknusper hätte es schon sein dürfen, aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau, gehörte wohl aber zur Tagesmode (s.u.)) und der Soße (hier in Form von Rahmpfifferlingen) gar nicht erst die Chance zu geben, gegen den Knusper zu arbeiten. Die Lösung ist ja auch denkbar einfach: Soße auf den Teller und den Fisch mit der Hautseite nach oben(!) oben drauf. Eigentlich trivial.

In gewissem Sinn ähnlich kann man auch Fleisch präsentieren, dass man knusprig angebraten hat. Schauseite nach oben auf den Teller, ggf. soßiges Gemüse unten drunter und Beilage daneben. So bleibt die schöne Seite erhalten.

Optisch nicht gleich zu erkennen, aber beim Essen wohl bemerkt: das Ist ein Rip-Eye-Steak, unter dem sich (einige gucken ja etwas vorwitzig hervor) Bratpfifferlinge befanden. Entgegen dem oberen Bild besteht hier die „Sättigungsbeilage“ lt. Karte übrigens aus Kräuterkartoffeln, den Zander begleiteten Schwenkkartoffeln. Diese Feinheiten in den Unterschieden bekommt der gewöhnliche Esser ja manchmal gar nicht mit. Gut, dass es niedergeschrieben steht.

Dem Steak und dem Zander gemein waren ein leichtes Unterröstetsein. Vielleicht war der Herd noch nicht heiß genug (als beinahe erste Gäste des Tages). Der Rest der Zubereitung war aber stimmig: saftig der Fisch und medium das Rind. Für die Créme Brulée, die sich ebenfalls auf der Karte findet, wird es doch einen Bunsenbrenner geben, der wäre vielleicht eine Idee für die Nachbehandlung gewesen. Aber, wie oben schon geschrieben, ich jammere auf hohem Niveau und habe eigentlich sehr gut gegessen.

Pasta grün und leicht anrüchig (16.08.2019)

Beinahe hätte es auch Pasta mit Hähnchen in Senfsoße gegeben. Oder Hirtenrollen mit Tsatziki. Aber als ich die Mittagsbestellungen der Kolleg/inn/en las, fiel die Hirtenrolle schon mal raus. Zum einen gab es Pommes dazu, es lag auf dem Einkaufsweg an erster Stelle, was kontraproduktiv für schöne Pommes ist. Außerdem hatte ich mir die Hirtenrollen sicherheitshalber noch angesehen. Ich weiß nicht mehr, was ich mir unter dem Namen vorgestellt hatte, aber das, was ich sah, war es nicht.

Beim Nudelstand gab’s den Wunsch: „Tagesgericht, überrasch‘ mich.“ So nahm ich zwei (es gibt immer drei) verschiedene, eins für mich und eins für die Bestellerin, die konnte sich dann was aussuchen. So blieb für mich die Gnocchi, die ich neulich gerade hatte.

Lecker wie immer. Nicht bereut.

Hühnerfrikassee auf Reis (15.08.2019)

Hühnerfrikassee mag ich ja irgendwie. Vor allem auch das mit Soße Bechamel. Es gibt es ja auch ohne, da ist nur ein wenig Bindung in der Soße, dann  lebt es mehr von den Einlagen und sollte schön fleischig sein. Bei der Bechamel-Variante verzeiht man eher fehlende Substanz. Und so kann man das auch mal als Suppe denken.

Es sieht auf dem Bild zwar ein wenig wie Pudding aus, gerade die Bechamel-Variante neigt beim Abkühlen dazu, in die Richtigung zu flukturieren. Hier wurde das richtige Maß gefunden.

Reis lag übrigens unter dem Frikassee, ich habe mal versucht, den etwas ins Bild zu rücken. Und wo wir oben drüber von Maß gesprochen haben – auf dem Bild wird deutlich, dass ein Maß nicht getroffen wurde. Aber das ist persönlicher Geschmack, das mögen andere anders sehen. Mir hätten zwei oder drei Maiskörner auf den ganzen Becher völlig genügt. Meinetwegen hätte auch gar keiner dabei sein müssen. Aber das sind so persönliche Befindlichkeiten …

Chili con carne mit Cous Cous (14.08.2019)

Eine Essensbestellung meiner Kollegenden führte mich heute Mittag an den Stand, wo es neben allerlei anderen Sachen auch Cous Cous mit was drauf gibt. Das wird alles Recht frisch da zubereitet, was gleichzeitig Vor- und Nachteil ist. Vorteil ist die frische, Nachteil der lange Vorgang des Bedienens; wenn da mal drei Kunden gleichzeitig davor stehen, muss der vierte gefühlt mindestens 10 Minuten einplanen, bis er dran ist.

Aber lecker ist es.

Wobei man auf dem Bild mal wieder nicht alles sieht. Aber wie immer hilft umrühren.

Das Chili war natürlich deutsches Chili: mit Mais, Hackfleisch und nur mildscharf. Kleinster gemeinsamer Nenner für die möglichst breite Masse. Dafür war es aber gut.

Neues vom kleinen Hunger

Bei meinem letzten Wochenendeinkauf (traditionell am Montag – fragt nicht) standen im Kühlregal zwei Milchreisbecher so dicht beieinander, dass sie ins gleiche Blickfeld kamen, obwohl sie von unterschiedlichen Marken gelabelt waren. Da dachte ich mir, dass das doch eine prima Blog-Idee wäre: unterschiedliche Marken, unterschiedliche Preise, gleicher Inhalt. Die beigemengte Fruchtzubereitung war typgleich, der eine Milchreis hatte die Handelsmarke des Discounters oben drauf, der andere war das „Original“, stand zumindest auf dem Becher.

Seit Ewigkeiten aß ich mal wieder Milchreis. Um es vorweg zu nehmen: der angedachte Vergleich fiel aus. Die Zutatenlisten waren zu unterschiedlich. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass die eine nur die umformulierte Form der anderen ist, stimmten sie nicht überein, da sie sich in den Inhaltsstoffen teils grundsätzlich unterschieden. Die färbenden Lebensmittel waren andere, außerdem enthielt der eine Buttermilch, der andere nicht. Außerdem fehlte beim Markenprodukt die Veterinärnummer für den Herstellervergleich.

Was aber viel entscheidender war: die Becherinhalte entsprachen so gar nicht meinen Erwartungen. Wobei das Handelsmarkenprodukt einen my besser schien als die „Original“-Marke, dann aber durch Carrageen in der Zutatenliste wieder negativ auffiel. Ansonsten fand sich in beiden Bechern eher ein Milchpudding mit Einlage zerkochtem Reises, der bei der Handelsmarke den erwähnten my als Reis erkennbarer war. Das im anderem Becher hätten auch kleine Mehlklümpchen oder zu lange gezogene Minipasta sein können.

Wenn euch also mal der kleine Hunger quält, esst ’nen Apfel oder ’ne Möhre. Außer, ihr steht auf kalte, überzuckerte Reisschleimsuppe. Ein Becher enthält knapp ein Drittel des pro Tag empfohlenen Zuckers.