Hahn, Fische, Zwillinge – was nach einem Ansatz für ein Surf’n’Turf-Gericht mit Sättigungsbeilage klingt, ist eher die chinesisch-westliche Grundrezeptur des Autors und mag allen, die daran glauben, einen Ansatz zur Persönlichkeitsanalyse geben. Die Tatsache, dass ich meine Horoskop-Daten kenne, läuft für mich eher unter „unnützes Wissen“ mit kleinen Fehlern, zumal die Sättigungsbeilage eher unter dem Namen Drillinge bekannt sein dürfte. Bei der Niederschrift dieser Worte geht mir zwar auch der Gedanke durch den Kopf, es wirklich als Rezeptidee zu nehmen, aber die Bezugsquellen für Zutaten haben geschlossen. Außerdem müsste ich für den Gemüseanteil noch etwas rumassoziieren.
Gefühle
Irgendwie habe ich zur Zeit mal wieder eine kurze Zündschnur und es reichen „Kleinigkeiten“, dass ich mich aufrege. Wohl den Auslösenden, die das nur indirekt machen, also nicht direkt eine Antwort bekommen. Noch blöder ist nur, dass ich das natürlich selber merke, und ihr jetzt die Leidtragenden seit.
Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Location für eine kleine Familienfeier – aus Gründen. Eine Einladung zum Essen sollte es werden. Meinen Klassiker wollte ich in dem Zusammenhang nicht bemühen, zum einen waren wir da in der letzten Zeit „immer“, zum anderen teilen nicht alle meine Begeisterung für den Laden. Also suchte ich was neues und hatte da etwas konkretes ins Auge gefasst. Gut, dass es mittlerweile Usus ist, eine Webseite zu haben mit Öffnungszeiten, Speisekarte, Kontaktinfos und vieles andere mehr. Naja, die Öffnungszeiten (genauer: die Angebote zu den Zeiten) widersprachen meiner ursprünglichen Idee, was den Wochentag betraf. Nicht so schlimm. Immerhin besteht ein Wochenende ja aus zwei Tagen.
Aber dann die Sache mit der Reservierung. Wobei ich noch gar nicht so weit war. Aber Restaurants – das hatte ich bereits mitbekommen – haben so ihre Probleme mit Reservierungen. Zum einen kommt man kaum noch ohne in eins rein, zum anderen scheint es potenzielle Gäste zu geben, die reservieren und dann einfach nicht kommen, ohne Absage, ohne alles. Nicht schön und für das Restaurant frustrierend. Nachvollziehbar, wenn das offenbar eher die Regel als der Einzelfall ist. Also muss man sich als Betreiber etwas einfallen lassen. Aber dann die Gäste bestrafen, die trotzdem kommen, nur vielleicht nicht in der Anzahl wie bestellt? Ich weiß nicht. Wenn ganze Reservierungen unangekündigt platzen, sehe ich eine Entschädigung als selbstverständlich an. Aber wenn von einer 12-Personen-Gesellschaft nur 11 kommen?
Damit ihr wisst, wovon ich schreibe. Folgenden Satz las ich auf der Webseite des Restaurants: „Für jede nicht erschienene Person sind 20€ fällig. Wir bitten um Verständnis.“ Bei der Formulierung: Nein! Nicht in diesem Ton. Ehrlich gesagt, ich bin versucht, zu reservieren und dann („Sie haben die Möglichkeit, bis 2 Stunden vor Ihrer Reservierung, die Personenanzahl zu korrigieren.“) die Personenzahl rechtzeitig von 12 auf 0 zu korrigieren, weil ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, wie viele Personen kommen und ich nicht bereit bin, die 20€ pro dann fehlender Person zu bezahlen. Erfahrungsgemäß liegt die Personenzahl zwischen 10 und 12. Vielleicht sollte ich auch von vornherein nur 10 Plätze reservieren, und wenn dann 12 kommen, die Flexibilität des Service testen. Und 20% des Umsatzes der zusätzlichen Personen als Rabatt angerechnet bekommen, immerhin habe ich mehr Gäste mitgebracht als angekündigt. Aber ehrlich: Wenn der Satz auf der Webseite ein Spiegel für die Art und Weise des Restaurants ist, mit Gästen umzugehen, habe ich keinen Bock, da hinzugehen. Aber sowas passiert vermutlich, wenn der Chef die Seite selbst macht und sich damit nicht in professionelle Hände begibt.
Sonntagmittag
Da ich kurzfristig eine Einladung zum Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag erhielt und auch noch gefragt würde, welche Art von Kuchen ich bevorzugen würde, habe ich es als unhöflich erachtet, davon dann nur wenig oder nix zu essen. Also fiel das Mittag eher übersichtlich aus. Da die Einladung auch meinen Zeitplan für den Sonntag gehörig durcheinander wirbelte, musste es auch noch schnell sein. Also habe ich aus den für die ursprünglich geplante Sonntagsspeise gekauften Zutaten, die weg mussten, schon am Sonnabendabend etwas anderes gemacht. Und, ich sag mal so: Das Auge isst nicht unbedingt mit.
Einen Namen gibt’s nicht. Im Hinterkopf schwebte „Suppe“, die Konsistenz ging vielleicht doch eher in Richtung Brei, bei der Farbe passt Pamps vermutlich auch. Basis waren „Brühwürfel“, die ich als einzige wirklich guten Herzens akzeptieren kann: Geräucherter Bauchspeck, in Würfel geschnitten, mithilfe von etwas Butter ausgelassen, und mit einer ebenso gewürfelten Schalotte aromatisch ergänzt. Dazu kamen – nachdem etwas Bräunung in den Topfboden einzog – eine kleine gewürfelte Wruke/Steckrübe, ein paar gewürfelte Kartoffeln und eine gescheibviertelte Möhre. Alles wurde mit etwas Wasser aufgegossen, gerade so, dass es sichtbar wurde, aber nicht alles bedeckte. Das Gemüse musste nun erstmal unter Anwesenheit von Salz und Pfeffer garen. Anschließend habe ich den Topfinhalt pürierstabt, mit etwas Chili, weiterem Salz und Pfeffer abgeschmeckt und so lange mit Milch aufgegossen, bis es halbwegs cremig war. Zur „Erfrischung“ kamen noch ein paar Spritzer Apfelessig dazu, wer hat, nimmt Zitrone.
Warum ich die Petersilie vergessen habe, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Soweit der Samstagabend. Am Sonntag habe ich mir dann den aufgefangenen Rest erwärmt und eine weitere Verfeinerung probiert. Dies geschah mittels dekonstruierter Vignaigrette.
Vermutlich wäre Kürbiskernöl optisch besser gewesen, aber ich habe noch etwas Olivenöl und ein wenig Balsamico-Essig über die Crème getröpfelt. So schlecht war die Idee nicht. Warum ich aber wieder die Petersilie …
Vermutlich wäre eine weitere Einlage (nach dem Pürieren) eine Idee gewesen, oder richtige Brühe als Basis. Aber für die Schnelle war das keine schlechte Idee. Der gemütliche Sonntagnachmittag in der Familie war dann auch schön.









































