Quatsch mit Soße, einiges Inneres in wandernden Kontext

Nachdem ich im letzten Beitrag die etwas plörrige Soße alla Hollandaise eines bekannten Herstellers bemerkt hatte, griff ich bei einem der dieswöchigen Einkäufe mal ins Regal, um eine „normale“ Hollandaise des gleichen Herstellers zu ergreifen. Die letztwöchige war wohl „für Gemüse“ und war nicht das „“Original““*. Zwei Bemerkungen zum Vorgang im Supermarkt: 1. Ich stellte das Paket nach der Lektüre der Zutatenliste wieder ins Regal. 2. 😡🤬👹💣💥🤢🤮☠️

Es ist doch sehr bedauerlich, dass „Sauce Hollandaise“ offenbar durch keinerlei halbwegs verbindliches Regelwerk auf irgendeine Art für die Industrie definiert ist. Das wird der Grund dafür sein, dass uns deswegen unter dem Namen jeder mögliche Scheiß verkauft wird. Entschuldigt den etwas ausfallenden Ausdruck, aber was sich manche Firmen erlauben, den Leuten anzudrehen, läuft unter Betrug. 5% Eigelb und 15% Öl (was in einer Hollandaise nix, aber auch gar nix zu tun hat) sind die Anteile der wertgebenden Zutaten. Hinter den beiden Zutaten kam noch einiger (mengenmäßiger Kleinkram). Davor, und demzufolge mit mehr als 15% Anteil (schätzungsweise mind. 70% (in Worten: Siebzig Prozent)) eine Zutat, die in einer Hollandaise ebenfalls nix zu tun hat: Dihydrogenmonoxid. Hydrogenlauge. Oxyhydrogensäure. Vulgo: Wasser. Ich nehme mir mal diese „“Hollandaise““ als Maßstab für die Qualität der anderen Produkte unter der gleichen Marke, was einer Aufnahme in meine Not-To-Buy-Liste gleichkommt. Pfui.

Sonntagmittag

Das o.g. und einige andere Aspekte brachten mich dann dazu, am Sonntag eine Art von Soße selbst zu ziehen. Es vereinfachte die Sache, dass ich mir doch mal wieder Stampfkartoffeln gönnte, eine Begleitung, die in meiner Welt Soße in größeren Mengen überflüssig macht. Ich hätte das Gemüse also auch grillen können, es hätte genauso gepasst. Aber die Protein- und Nährstoffquelle wurde schon gebraten, da durfte das gesunde Zeuch ein wenig aromatisch baden.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberLeber vom Schwein, Paprikagemüse und die 2432. Version von Stampfkartoffeln, diesmal auf eine Art, die ich so noch nie gemacht hatte, mit einem ganz neuen Ergebnis. Durchaus empfehlenswert. Wobei auch die Leber eine kleine Neuheit ist für mich, da ich sie sonst noch nie zubereitet hatte, wenngleich auch schon öfter mit Genuss gegessen.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberDie Scheibe Schweineleber wurde vor dem Braten ein wenig gesalzen, gepfeffert und bemehlt und dann sanft, aber nicht allzu sanft, in einer Pfanne mit Butter und Öl gebraten. Für’s nächste Mal werde ich sie vermutlich in Tranchen schneiden und dann als „Medaillons“ braten, dann sind sie wenigstens überall gleich dick. Wobei die unterschiedlichen Dicken auch ihren Vorteil haben. Während in den zentralen Regionen eine gute Saftigkeit vorhanden ist, wird es in den Außenbereichen etwas bissfester, was durchaus auch seinen kulinarischen Reiz hat.

Stampfkartoffeln, Paprikagemüse, LeberFür’s Paprikagemüse habe ich nur je eine rote, orange und gelbe Paprika geputzt und klein geschnitten. Im Topf kamen mit etwas Olivenöl noch zwei kleingewürftelte Schalotten zum glasig werden, dann die Paprikawürfel dazu, ein wenig Salz und Pfeffer kam auch in den Topf, alles wurde durchgerührt, gut bedeckelt und ab und zu im Topf gewendet. Ein wenig „Mehlschwitze“ kam dann auch noch dazu, um die sich bildende Flüssigkeit ein wenig zu bändigen, das Bild zeigt, dass das nicht ganz gelang. Was will man auch schon von einem Produkt, dass irgendwie nach Vogelfutter aussieht, auch schon erwarten? 😉

Bei den Stampfkartoffeln habe ich mich von einem am Vormittag gelesenen Artikel über Ofenkartoffeln inspirieren lassen. So habe ich ein paar mehligkochende Erdäpfel gut gewaschen und bei 190°C für eine dreiviertel Stunde (die Kartoffeln waren nicht so groß wie klassische Ofenkartoffeln) in den Ofen bei Umluft gelegt. So zumindest der Plan. Etwa 3 Minuten vor Ablauf der Zeit knallte es erstaunlich laut im Ofen – eine der Kartoffeln war förmlich explodiert. Die Schale lag fast völlig entleert auf dem Gitter, etwas zerzaust war ihr Inneres aber im wesentlichen zusammen geblieben. Aber nur im wesentlichen. Ein Teil hatte sich im gesamten Ofen verteilt, was eine kleine Putzorgie auslöste. Aber man soll sich eben doch daran halten, was in dem Artikel steht: „Stich rundherum ein paar Löcher in die Kartoffeln. So kann beim Backen Dampf entweichen und sie platzen nicht auf.“ Also das nächste Mal mit Löchern in der Schale.

Da die Kartoffeln aber auch gar waren, habe ich sie aus dem Ofen genommen, entpellt und dann nur mit einem Löffel mit Butter vermengt. Am Ende kam dann noch Petersilie dazu. Achja, und gesalzen habe ich sie bei der Butterzugabe auch noch. Diese doch sehr weichen und sehr trockenen Kartoffeln sogen die Butter auf wie nix und es ergab sich ein sehr, sehr feines Püree ohne Kartoffelpresse u.ä. Hilfsmittel. Allein durch das Einrühren der Butter. Milch/Sahne habe ich mal weggelassen, wären aber sich auch denkbar gewesen. Aber ich brauch ja noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten für’s nächste Mal. Und das wirds geben!

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*) Doppelte Anführungszeichen, weil ja selbst das „Original“ nix mit dem Original zu tun hat.

Alles Mist

Man kann sich sein Mittag natürlich auch freiwillig versauen, aber bei manchem Wetter ist das wohl zwangsläufig der Fall. Euch ist der Zusammenhang zu weit hergeholt? Mir auch. Aber egal. Bei einem solchen Sonntagswetter wird man gleichgültig.

Graues Wetter überm ViertelMir würde da her „November“ zur Beschreibung einfallen. Einfach grau in grau mit grau und (nicht sichtbar) Regen. Den ganzen Tag. Leider lässt sich die Qualität des Sonntagmittags nicht nur mit dem Wetter begründen, denn: Eingekauft wurde vorher, teilweise bei schönstem Sonnenschein; wenn ich mich noch richtig an die Einkäufe erinnere. Eine Zutat liegt schon etwas länger.

Wer macht eigentlich seinen Kartoffelsalat mit warmen und dann auch noch mehligkochenden Kartoffeln? Das muss man in der Aussage auseinandernehmen, denn mit warmen Kartoffeln ist es gar nicht so ungewöhnlich, wenn man eher in die Varianten mit Brühe oder/und Vinaigrette schaut, da soll ja auch noch was in die Erdäpfel eindringen. Bei den majonäsegestützten Salaten wird doch auf das Auskühlen der Hauptzutat gesetzt. Außerdem ist der Gemüseanteil geringer. Also der weitere Gemüseanteil, wenn man die Kartoffel mit in diese Gruppe einsortiert. Aber sowas kann man auch in warm gestalten, sind doch zumindest die gekauften Majonäsen recht hitzebeständig. Und wenn man dann noch die Soßen mitzählt, die zum Erhitzen gedacht sind, aber fälschlich unter Hollandaise verkauft werden …

Nun kann man über die korrekte Zubereitung von Majonäse und Hollandaise trefflich streiten, vor allem, wen es um die Feinheiten geht. Mehr oder weniger geschmacksgebende Zutaten sollen aber bei folgender Unterscheidung beider nicht mitbewertet werden. So dürften wir uns auf die grundlegende Basis einigen können, dass beide Soßen sehr verwandt sind, aber doch einen ganz entscheidenden Unterscheid aufweisen. Eigelb ist für beide essentiell, nur wird bei der Majonäse mit Öl, bei der Hollandaise mit flüssiger Butter aufgeschlagen. Leider ist das so nicht gesetzlich oder anderweitig geschützt, auch wenn grundsätzlich weitgehend Konsens darüber besteht. Nicht aber bei den Herstellern von Mainstreamsoßen zur Arbeits- und Genussverweigerung in der Küche. Schaut man sich da nämlich die Zutatenlisten von dem an, was da in (Kühl-)Regalen der Supermärkte und Discounter so angeboten wird, kommt man eher auf die Idee, dass die Bezeichnung auf dem Etikett meist Majonäse und nicht Hollandaise sein müsste. Und vermutlich dürften wir noch froh darüber sein, dass hier wenigstens Sonnenblumenöl und nicht Palmöl zur Herstellung verwendet wird. Dann gäbe es die Hollandaise vermutlich noch in Würfeln.

Sonntagmittag

Da fällt mir übrigens noch ein, dass die Soße nicht der einzige Zutat war, über den ich mich aufregen wollte. Auch in anderen Bereichen stellt sich immer mal wieder die Frage, warum es manche Produkte überhaupt gibt. Lachs zum Beispiel, wobei ich ausnahmsweise mal nicht den Fisch damit meine, sondern Schweinelachs. Am besten noch in seiner gepökelten Abart. Warum gibt es sowas? Ich verstehe es nicht.

Kasslerlachsscheibe, Salzkartoffeln, Sprossenbroccoli, HollandaiseWobei: der erste Eindruck ist vielversprechend. Sprossenbroccoli, begleitet von Salzkartoffeln, dazu ein Löffelchen Sauce Hollandaise und ein schön gebratenes Stückchen Fleisch. Da lacht das Auge. Und der Kindermund ruft: „Das Essen schmeckt schön.“ Erziehungs- und Sprachentwicklungsberechtigte korrigieren dann gern: „Das heißt: Das Essen schmeckt gut.“, kosten dann und wenden sich ein wenig ab …

Kasslerlachsscheibe, Salzkartoffeln, Sprossenbroccoli, HollandaiseDie Kartoffeln sind diesmal gedämpft. Nach dem Schälen, Schneiden und Abspülen habe ich sie schon ein wenig gewürzt und dann zwei Fingerbreit Wasser unter dem Dämpfeinsatz in meinem Kochtopf überlassen. Nach ca. 15 Minuten habe ich dann noch den Broccoli mit dazu geben, dass er sich auch dämpfend gare. Die Hollandaise/Majonäse aus dem kleinen Tetrapak kam kurz in die Mikrowelle zum Anwärmen, mehr war sie mir nicht wert.

Kasslerlachsscheibe, Salzkartoffeln, Sprossenbroccoli, HollandaiseDas Stückchen Fleisch wurde nur ein wenig bemehlt und gepfeffert, damit es anschließend in der genauso heißen Butter wie Pfanne leicht anbräunt. Groß sollte die Hitze nicht werden, damit es nicht noch schlechter wird. Auf der Packung stand was von „Kasseler Lachsscheibe“, die ich nicht durch allzugroße Hitzeeinwirkung völlig trocken bekommen wollte. Das ging aber wahrscheinlich auch nicht, da die hygroskopische Wirkung des enthaltenen Salzes viel Feuchtigkeit gebunden hat. So ist aber mein Salz- und vermutlich auch mein Nitratbedarf für die nächsten Tage gedeckt, was voraussetzt, dass der menschliche Körper überhaupt einen nennenswerten Nitratbedarf hat.

Erstaunlich: Als ich Reste der Soße mit Resten des Fleisches aufwischte, schmeckte die Kombination noch mit am besten. Der salzige Eindruck ging ein wenig zurück, dafür bekam die Soße etwas „Geschmack“, kam sie vorher doch eher etwas plörrig daher. Das ließe sich vermutlich auch damit erklären, dass deren Hauptzutat Wasser ist, was in eine richtige Hollandaise so gar nicht hineingehört. Aber was weiß ich schon …

Insofern ist da auf dem Teller also eher ein warmer Kartoffel-Broccoli-Salat mit Salatcreme, da es selbst für eine Majonäse nicht wirklich gereicht hat. Dazu völlig verpökeltes, ansonsten geschmackfreies Fleisch, dem nur etwas Roggenvollkornmehl in der Bestäubung zu etwas Farbe in der Pfanne verholfen hat.

„Das machen wir bestimmt nicht wieder.“

Durcheinanderwochenende wegen Jubiläum

Für’s Sonntagsgericht hatte ich eine Idee, musste mich aber erstmal versichern, ob ich die Begrifflichkeit, die ich verwenden wollte, richtig in ihrer Bedeutung in Erinnerung hatte. Also gab ich die beiden Worte in die Suchmaschine (Ecosia) ein und gleich als 2. Ergebniseintrag fand ich einen Eintrag eines Kochblogs, dem ich auch so folge. Da standen die beiden Wörter im Titel, dahinter dann „Das Original-Rezept“. Also muss ich auf der richtigen Spur sein, wenn ich hier das einzig wahre und richtige Rezept gefunden habe und die Bilder dazu dem entsprachen, was ich erwartet habe. Mein Rezept ist übrigens kein Original, höchstens originell, aber ich wollte ja auch nicht das Rezept nachbauen, sondern nur die Idee.

Das Wochenende war kulinarisch etwas durcheinander, da ich Freitag eine Art Zwangsurlaub einlegte. Und das kam so: Als ich Anfang April 2001 meinen jetzigen Arbeitgeber verpflichtete, mich zu beschäftigen und dafür auch noch zu bezahlen, geschah das „nach“ bzw. „in Anlehnung an“ TV-L. Darin gibt es einen Paragrafen, der im 25. Jahr einen Tag Sonderurlaub verordnet. Den hatte ich am Freitag. Ein schöner Anlass, mein geliebtes Samstagsfrühstück auf den Freitag vorzuverlegen, was dann aber die Frage aufwarf: Was machst du (also ich) am Sonnabend? Ein Blick in die Vorräte ergab Pasta pomodoro yelli matschi. 😉

Samstagmittag

Eigentlich müsste es wohl Spaghetti pomodoro giallo e formaggio di palude heißen, wenn ich der genutzten Übersetzungsseite mein Anliegen richtig rübergebracht habe. Besitzer oder Nutzer einer italienischen Zunge mögen sich wundern, aber die Auflösung folgt sogleich.

Spaghetti, gelbe Tomatensoße, geriebener MoorkäseDie Spaghetti sind übrigens eine Mischung aus Vollkornspaghetti und so einer eher flachen Form, die vermutlich nicht Plattspaghetti heißt. Beide Sorten befinden sich in meinem Spaghettivorratsgefäß, so dass ich den Namen nicht genauer eruieren kann. Beide kamen in den Topf mit kochendem Salzwasser und wurden – nicht ganz nach Vorschrift – gekocht.

Spaghetti, gelbe Tomatensoße, geriebener Moorkäse

In einer Pfanne schmurgelte in einer Mischung aus Butter und Olivenöl (klassische Verbindung von Nord- und Süditalien) eine zerkleinerte große Schalotte mit Salz, Pfeffer und zwei ebenfalls klein geschnittenen Knoblauchzehen bei mäßiger Hitze. ‚Garen, aber nicht bräunen‘ war das Motto. Als die Zwiebel weich war, kamen eine Menge geviertelter kleiner gelber Cherrytomaten dazu, die – gut eingerührt – eine Weile auch bedeckelt vor sich hin köchelten. Zur Effektverstärkung kam dann auch noch etwas Safr… ähm … hüstel … ähm … räusper … Kurkuma dazu. Irgendwie bekam das alles auch noch eine gewisse Sämigkeit beim kurzen, unbedeckelten Einkochen. Zum Ende kam die tropfnasse Pasta dazu, wurde gut durchgeschwenkt und dann auf den Teller gebracht.

Spaghetti, gelbe Tomatensoße, geriebener Moorkäse

Der Käse ist übrigens kein Parmesan oder etwas ähnliches. Eine regionale Manufaktur bietet einen Moorkäse feil, den ich im gut gekühlten Zustand über die Parmesanreibe zog. Er erinnert ein wenig an Feta, nicht ganz so kräftig und auch nicht ganz so salzig. Dafür auch nicht so bröselig. Als er später Zimmertemperatur angenommen hatte, bemerkte man schon, dass es eigentlich ein Weichkäse ist, den man dann nicht mehr hätte reiben können. Aber er war lecker, so dass ich den Rest nach dem Essen langsam wegsnackte …

Sonntagmittag

Kommen wir also zur Neuinterpretation eines Klassikers bzw. eines Standards. Wobei es nicht mal sowas ist. Klauen wir also die Eigenart eines Gerichts und verpflanzen es auf ein anderes. Ich darf vorstellen: Hamburger Riesenfischstäbchen mit Kartoffelstampf:

Backfischfilet, Spiegelei, StampfkartoffelnDas „Hamburger Schnitzel“ ist bekannt? Einfach nur ein paniertes Schnitzel mit einem Spiegelei drüber. Das „Riesenfischstäbchen“ ist ein Ofenbackfischfilet eines bekannten Herstellers, nach Packungsaufdruck zubereitet.

Backfischfilet, Spiegelei, StampfkartoffelnDer Kartoffelstampf ist mit freundlicher Unterstützung durch meine Mikrowelle bereitet, die die Kartoffeln garte. Dann kamen Würze, Kräuter, Milch und Butter dazu.

Backfischfilet, Spiegelei, StampfkartoffelnDas Spiegelei sieht ein wenig knusprig aus, was ich so eigentlich gar nicht mag. Aber es ist nicht knusprig. Auch wenn es so aussieht. In der Pfannenvorheizphase ist mir durch eine kleine Verlängerung derselben bei sanfter Hitze die Butter ein wenig in Richtung Nussbutter entwichen, die dann den optischen Effekt des knusprigen Spiegeleis ergab. Es ist aber nur die Optik.

Samstag und Sonntag mal wieder zwei Gerichte aus der schnellen Küche. So langsam muss ich meine Phantasie mal wieder in die etwas aufwändigere Richtung lenken. Oder mal wieder Essen gehen. 😉

 

Bunter Teller an Ostern

Mache einen Plan, sei ein großes Licht.
Mache dann noch ’nen Plan, geh’n tun sie beide nicht.

Wobei ich eigentlich nur einen Plan für die Speisenfolge ab Karfreitag bis Ostermontag gemacht hatte. Aber wenn man nur sich selbst verpflichtet ist, fällt dann auch schon mal was aus, oder es wird snackifiziert, was die Attraktivität für den Blog stark schmälert. So sollte es Freitag Fisch geben, mit schönem Blumenkohl als Beilage, ein Klecks hollandaiseartiger Soße zum Gemüse und den Kartoffeln. Aber erstmal kam alles anders und zweitens als man denkt.

Sonntagmittag

Da ich am Ostersonntagabend zu einem Abendbrot eingeladen war, gab es Mittags „nur was kleines“. Ist dann wohl doch ein wenig größer geworden. Das erwies sich letztendlich aber auch als sinnvoll, fiel das Abendessen wegen akuten Erkrankungen kurzfristig aus. Es gab ein Dreipfannengericht, dass ich allerdings in 2 Pfannen zubereitete.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeEin Nackensteak in Kräutermarinade wurde begleitet von einemr Rösti und etwas gebratenem Kräuterseitling. Da alles recht einfarbig war, habe ich – Ostern ist ein buntes Fest – den bunten Teller herausgeholt. Nach der Befüllung ging zwar ein wenig von seiner Buntheit verloren … aber mittig ist er gelb.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeDie Kräuterseitlinge habe ich in Scheiben geschnitten und in Butter mit anwesendem Knoblauch und Frühlingszwiebeln sowie etwas Salz und Pfeffer gebraten. In der zweiten Pfanne lag da schon dasdie Rösti.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeDas sind zwei geraspelte, mehligkochende Kartoffeln, die mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt sind, und dann in einer gebutterten mittelheißen Pfanne langsam gegart werden. Zur Hälfte der Garzeit wird alles einmal gewendet. Dabei hilft ein zur Pfanne passender Deckel mit halbwegs ebener Innenseite. Das Nackensteak wurde wie ein Nackensteak gebraten. Wer hätte das gedacht?! Aber letztendlich auch nur mit einmal Umdrehen. Dabei stellte sich heraus, dass man auch aus Biofleisch nur mittelprächtige Produkte machen kann. Aber immerhin war es noch besser als jedes andere Nackengrillfleisch, was es vormariniert und eingeschweißt irgendwo gibt. Das komische war, dass es das Fleisch trotz meines Besuchs beim Lieblingsfleischer gab, der auch wieder schöne Grillsachen hatte, aber ich hatte da das Fleisch schon erworben und unendlich lange hält es sich ja auch nicht.

Ostersonntagabend

Inhaltlich passt es eigentlich eher zum Karfreitag, wurde aber auch erst am Karsamstag erworben. Timing ist eben alles! 😉

Räucherfisch: Wels, KarpfenWir sehen zwei unterschiedliche Räucherfische. Mal nicht „Standard“ á la Forelle oder Makrele, sondern Karpfen und Wels (oben). Mal was anderes. Sonst hole ich mir ja immer gern Saitling. Der war beim Kauf zwar auch mit dabei, ich esse ihn aber ohne euch.

Räucherfisch: Wels, KarpfenDer  Kenner (und natürlich auch die Kennerin) werden am Schnitt des Karpfenstücks erkennen, dass sich der Genuss ein wenig hinzieht. Filet (praktisch grätenfrei) ist anders. Aber so kann man auch die kulinarischen Vorteile des Fisch intensiv auskosten.

Räucherfisch: Wels, KarpfenDer Wels kam als Filet daher, das aß sich einfacher, war aber auch lecker, wenngleich die Konsistenz nicht ganz den Erwartungen entsprach; es war sehr viel zarter. Mmmmh.

Ostermontag

Da wurde mal etwas das ursprünglich für den Vorabend geplante Familienabendbrot nachgeholt.

Kartoffelsalat, Osterei, BuletteEs gab noch eine Einladung zu Kaffee und Kuchen,  da wurde das Mittag nicht so üppig. Bulette und Kartoffelsalat sowie Eikochen und -färben war Handarbeit. Merkt man auch. Immerhin habe ich mir das selber abgeholt. 😉

Prost und französisch-italienische Küche

Manchmal liest man völlig ernst gemeinte Texte und muss dann doch vor Lachen aufpassen, dass man nicht vor Lachen auf der Tastatur bzw. auf dem Tablet aufschlägt. Mir ist das diese Woche passiert und vermutlich ist die Nacherzählung nicht mal einen Bruchteil so lustig wie ich es in der Situation empfunden habe. Den auslösenden Artikel gibt es hier, er ist zwar hinter einer Paywall, hinter die ich aber auch nicht geguckt habe. Der Anrisstext reicht. Es geht um die Limo „Sprite“:

Sprite bekommt ein Marken-Refresh. Mit neuem Logo, Packaging, Sound und Allianzen im Szene- und Gastrobereich will die Marke bei jungen Leuten wieder Fuß fassen.

Tolllllllll. Ich empfehle eher eine Rezeptüberarbeitung. Halb so süß und mit Zitronensaft, vielleicht auch noch eine Spur Limette. Aber dann wird’s 7up zu ähnlich, aber das kann man seit dem Fifty-fifty-Mix Zucker/Süßstoff auch nicht mehr mit Genuss trinken. Davon abgesehen, dass das Süßniveau auch viel zu hoch ist.

Sonntagmittag

Normalerweise bemühe ich mich ja um einen möglichst hohen Eigenanteil beim Essen, aber diesmal … Nunja, ich habe es mit einer gewissen Kreativität versucht auszugleichen. Aber seht selbst.

Bio Bœuf Bourguignon, Spirelli und ErbsensalatWir sehen Bio Bœuf Bourguignon mit Spirelli und Erbsensalat. Die Kreativität liegt im Erbsensalat. Allerdings war ich da genauso kreativ wie eine KI und habe nur bekannte Sachen neu verbunden. Aber dazu unten mehr.

Bio Bœuf Bourguignon, Spirelli und ErbsensalatDas Bœuf Bourguignon habe ich nicht selbst gemacht. Nicht mal selbst gekauft. Immerhin habe ich mich redlich bemüht, das Glas auf zu bekommen, was schwierig genug war. Irgendwann – mich deucht, es wäre Weihnachten gewesen – bin ich mal damit beschenkt worden. Es kommt aus einer Gourmet Manufaktur in der Region, wobei Region mal 35 km Umkreis meint. Auch die Rinder für das Bœuf liefen wohl da rum. Soweit Daumen hoch. Leider bin ich nicht ganz so gewohnt im Umgang mit würzenden Kräutern, aber irgendeins war da ein wenig im Überschwang dabei, was den Genuss ein wenig minderte, aber es ist jammern auf hohem Niveau.

Die Pasta wurde nach Packungsanleitung zubereitet und al dente gegart, dann entwässert und anschließend mit dem (noch kalten) Bœuf vermengt. Auf dem Herd wurde alles dann sanft gerührt erhitzt. Fertig. Damit alles noch ein wenig einen noch gesünderen Touch bekommt, gab es einen Gemüsesalat dazu.

Bio Bœuf Bourguignon, Spirelli und ErbsensalatWobei: Gemüse? Erbsen. Es ist nur eins: Erbsen. Die habe ich im Dampf über dem heiß werdenden Nudelwasser aufgetaut und dezent gegart. Nebenbei habe ich etwas Wasser mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt und eine Schalotte sowie eine Knoblauchzehe fein gewürfelt dazu gegeben. Dazu kam ein heller Essig und die Erbsen. Da ich zu viel Flüssigkeit hatte, habe ich noch ein paar von den Tk-Erbsen direkt (noch gefroren) dazu gegeben. Das kühlte alles schnell ab und am Ende merkte man keinen Unterschied mehr.

Das Salatrezept war – zumindest mit den Erbsen – für mich neu, ich habe aber eine Rezeptur aufgegriffen, die ich von früher kannte. Damals wurden aber al dente vorgegarte Möhrenwürfel oder blanchierte Schnibbelbohnen so als kalte Speise angerichtet. Ich hatte das auch schon versucht.

Käffchen und ein Mittag – klassisch

Macht sowas jemand anderes auch? Durch einen Einkaufszufall und aus Neugierde habe ich gerade zwei 1-kg-Tüten Kaffeebohnen im Haus – zwei sehr unterschiedliche Marken. Unterschiedlich im Geschmack, unterschiedlich in der Herkunft, unterschiedlich in der Geschichte und unterschiedlich im Image. Lasst sie mich L(inks) und R(echts) nennen (weil die Marken auch mit den Buchstaben anfangen). Am Sonntag zum Nach-Mittags-Käffchen dachte ich mir so: Warum eigentlich nicht auch mal beide?! Also gab ich Bohnen beider Sorten in die Kaffeemühle und die Sache nahm ihren Lauf. Beides verband sich recht gut, die aromatischere und die kräftigere verschmolzen förmlich. Heißt das dann eigentlich „Blend“?

Sonntagmittag

Als ich dieser Tage durch die regional erreichbaren Shoppingmalls trabte, fiel mir ein schönes Entrecôte ins Auge. Da dachte ich mir: Nimmst es doch mal mit, hatte ich schon lange nicht mehr. Die Frage nach der Gemüsebeilage löste sich dann beim Wochenendeinkauf und alles war schick. Wobei, so ganz schick auch nicht. Ich mag nicht, wenn auf dem Geschirr Geschirr steht … Aber manchmal muss das wohl so.

Rib-Eye-Steak, Schmorgurke, KartoffelstampfDa ich noch ein kleines Stückchen richtige Butter da hatte, verarbeitete ich die Kartoffeln mal wieder zu Kartoffelstampf, etwas Milch halb bei der Konsistenz, Salz, Pfeffer, Petersilie und Muskatnuss bei Geschmack und Optik. Der kleine Klecks brauner Soße sind Reste aus der Pfanne vom Steak.

Rib-Eye-Steak, Schmorgurke, KartoffelstampfEigentlich heißt es ja: „Wenn man nach der Zubereitung von Steak in der Pfanne nicht die Küche neu renovieren muss, was die Pfanne zu kalt.“ Aber auch für die Zubereitung von Steaks gibt es viele Methoden. Neulich sah ich mal eine bei einem frankophilen Fernsehkoch aus dem englischen Fernsehen. Da wurde mit weniger Hitze gearbeitet und es war auch schön, wenngleich auch anders. Leider habe ich außer das mit der weniger Hitze nicht sehr viel mehr behalten und wollte auch keine Mediatheken durchsuchen, was schwierig geworden wäre, war das Steak nicht der Hauptakteur in der Folge. Ich habe also in meinen Erfahrungen gekramt und dann folgendes gemacht: Pfanne mit Öl (reichlich) moderat erhitzt, Steak gut abgetrocknet, gesalzen und mit Mehl bestäubt, Steak in die Pfanne gegeben. Da habe ich es in Ruhe gelassen. Nach einigen Minuten schaute ich nach, ob es sich vom Boden gelöst hatte. Da das der Fall war, habe ich mal kurz drunter geschaut, es weiter schön gebräunt und nur ein wenig in der Pfanne bewegt. Erst, als mir der Bräunungsgrad gefiel, habe ich es umgedreht und nun auch die zweite Seite gebraten. Nach einigen Minuten habe ich das Öl weitgehend aus der Pfanne entfernt und etwas Butter dazu gegeben. Pfeffer kam auch noch aufs Fleisch. Alles wurde schön zum Glänzen gebracht und beiseite gestellt.

Rib-Eye-Steak, Schmorgurke, KartoffelstampfVorher hatte ich bereits eine Salatgurke nackig gemacht und erst der Länge nach geviertelt. Anschließend wurde sie in dicke Scheiben geschnitten und einer Pfanne mit Butter, Schalotte, Knoblauch und Salz überantwortet. Eine gute Handvoll kleiner Tomaten wurde geviertelt und kam hinterher. Etwas Pfeffer und Zucker rundeten alles ab und es wurde bei geringer Hitze so lange vor sich hin geschmurgelt, bis es so aussah wie auf dem Bild (ca. 25-30 Min).

Als sich alles dem Finale näherte habe ich noch schnell eine kleine Portion Stampfkartoffeln mit besagter richtiger Butter, etwas Milch, Salz, Pfeffer, Petersilie und Muskatnuss zubereitet. Das geht ja dank Mikrowelle recht fix. Fertig war das leckere Sonntagsessen.

Kurze Zündschnüre und Kleinigkeit in der Schale

Hahn, Fische, Zwillinge – was nach einem Ansatz für ein Surf’n’Turf-Gericht mit Sättigungsbeilage klingt, ist eher die chinesisch-westliche Grundrezeptur des Autors und mag allen, die daran glauben, einen Ansatz zur Persönlichkeitsanalyse geben. Die Tatsache, dass ich meine Horoskop-Daten kenne, läuft für mich eher unter „unnützes Wissen“ mit kleinen Fehlern, zumal die Sättigungsbeilage eher unter dem Namen Drillinge bekannt sein dürfte. Bei der Niederschrift dieser Worte geht mir zwar auch der Gedanke durch den Kopf, es wirklich als Rezeptidee zu nehmen, aber die Bezugsquellen für Zutaten haben geschlossen. Außerdem müsste ich für den Gemüseanteil noch etwas rumassoziieren.

Gefühle

Irgendwie habe ich zur Zeit mal wieder eine kurze Zündschnur und es reichen „Kleinigkeiten“, dass ich mich aufrege. Wohl den Auslösenden, die das nur indirekt machen, also nicht direkt eine Antwort bekommen. Noch blöder ist nur, dass ich das natürlich selber merke, und ihr jetzt die Leidtragenden seit.

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Location für eine kleine Familienfeier – aus Gründen. Eine Einladung zum Essen sollte es werden. Meinen Klassiker wollte ich in dem Zusammenhang nicht bemühen, zum einen waren wir da in der letzten Zeit „immer“, zum anderen teilen nicht alle meine Begeisterung für den Laden. Also suchte ich was neues und hatte da etwas konkretes ins Auge gefasst. Gut, dass es mittlerweile Usus ist, eine Webseite zu haben mit Öffnungszeiten, Speisekarte, Kontaktinfos und vieles andere mehr. Naja, die Öffnungszeiten (genauer: die Angebote zu den Zeiten) widersprachen meiner ursprünglichen Idee, was den Wochentag betraf. Nicht so schlimm. Immerhin besteht ein Wochenende ja aus zwei Tagen.

Aber dann die Sache mit der Reservierung. Wobei ich noch gar nicht so weit war. Aber Restaurants – das hatte ich bereits mitbekommen – haben so ihre Probleme mit Reservierungen. Zum einen kommt man kaum noch ohne in eins rein, zum anderen scheint es potenzielle Gäste zu geben, die reservieren und dann einfach nicht kommen, ohne Absage, ohne alles. Nicht schön und für das Restaurant frustrierend. Nachvollziehbar, wenn das offenbar eher die Regel als der Einzelfall ist. Also muss man sich als Betreiber etwas einfallen lassen. Aber dann die Gäste bestrafen, die trotzdem kommen, nur vielleicht nicht in der Anzahl wie bestellt? Ich weiß nicht. Wenn ganze Reservierungen unangekündigt platzen, sehe ich eine Entschädigung als selbstverständlich an. Aber wenn von einer 12-Personen-Gesellschaft nur 11 kommen?

Damit ihr wisst, wovon ich schreibe. Folgenden Satz las ich auf der Webseite des Restaurants: „Für jede nicht erschienene Person sind 20€ fällig. Wir bitten um Verständnis.“ Bei der Formulierung: Nein! Nicht in diesem Ton. Ehrlich gesagt, ich bin versucht, zu reservieren und dann („Sie haben die Möglichkeit, bis 2 Stunden vor Ihrer Reservierung, die Personenanzahl zu korrigieren.“) die Personenzahl rechtzeitig von 12 auf 0 zu korrigieren, weil ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, wie viele Personen kommen und ich nicht bereit bin, die 20€ pro dann fehlender Person zu bezahlen. Erfahrungsgemäß liegt die Personenzahl zwischen 10 und 12. Vielleicht sollte ich auch von vornherein nur 10 Plätze reservieren, und wenn dann 12 kommen, die Flexibilität des Service testen. Und 20% des Umsatzes der zusätzlichen Personen als Rabatt angerechnet bekommen, immerhin habe ich mehr Gäste mitgebracht als angekündigt. Aber ehrlich: Wenn der Satz auf der Webseite ein Spiegel für die Art und Weise des Restaurants ist, mit Gästen umzugehen, habe ich keinen Bock, da hinzugehen. Aber sowas passiert vermutlich, wenn der Chef die Seite selbst macht und sich damit nicht in professionelle Hände begibt. 

Sonntagmittag

Da ich kurzfristig eine Einladung zum Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag erhielt und auch noch gefragt würde, welche Art von Kuchen ich bevorzugen würde, habe ich es als unhöflich erachtet, davon dann nur wenig oder nix zu essen. Also fiel das Mittag eher übersichtlich aus. Da die Einladung auch meinen Zeitplan für den Sonntag gehörig durcheinander wirbelte, musste es auch noch schnell sein. Also habe ich aus den für die ursprünglich geplante Sonntagsspeise gekauften Zutaten, die weg mussten, schon am Sonnabendabend etwas anderes gemacht. Und, ich sag mal so: Das Auge isst nicht unbedingt mit.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, CremeEinen Namen gibt’s nicht. Im Hinterkopf schwebte „Suppe“, die Konsistenz ging vielleicht doch eher in Richtung Brei, bei der Farbe passt Pamps vermutlich auch. Basis waren „Brühwürfel“, die ich als einzige wirklich guten Herzens akzeptieren kann: Geräucherter Bauchspeck, in Würfel geschnitten, mithilfe von etwas Butter ausgelassen, und mit einer ebenso gewürfelten Schalotte aromatisch ergänzt. Dazu kamen – nachdem etwas Bräunung in den Topfboden einzog – eine kleine gewürfelte Wruke/Steckrübe, ein paar gewürfelte Kartoffeln und eine gescheibviertelte Möhre. Alles wurde mit etwas Wasser aufgegossen, gerade so, dass es sichtbar wurde, aber nicht alles bedeckte. Das Gemüse musste nun erstmal unter Anwesenheit von Salz und Pfeffer garen. Anschließend habe ich den Topfinhalt pürierstabt, mit etwas Chili, weiterem Salz und Pfeffer abgeschmeckt und so lange mit Milch aufgegossen, bis es halbwegs cremig war. Zur „Erfrischung“ kamen noch ein paar Spritzer Apfelessig dazu, wer hat, nimmt Zitrone.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, CremeWarum ich die Petersilie vergessen habe, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Soweit der Samstagabend. Am Sonntag habe ich mir dann den aufgefangenen Rest erwärmt und eine weitere Verfeinerung probiert. Dies geschah mittels dekonstruierter Vignaigrette.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, Creme mit dekonstruierter VinaigretteVermutlich wäre Kürbiskernöl optisch besser gewesen, aber ich habe noch etwas Olivenöl und ein wenig Balsamico-Essig über die Crème getröpfelt. So schlecht war die Idee nicht. Warum ich aber wieder die Petersilie …

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, Creme mit dekonstruierter VinaigretteVermutlich wäre eine weitere Einlage (nach dem Pürieren) eine Idee gewesen, oder richtige Brühe als Basis. Aber für die Schnelle war das keine schlechte Idee. Der gemütliche Sonntagnachmittag in der Familie war dann auch schön.

Positive Enttäuschungen und alte Pläne

Manchmal kaufe ich Esswaren mit dem Vorsatz, sie danach hier im Blog zu verreißen. Manchmal muss ich von dem Vorhaben aber ablassen, wenn ich sie dann gegessen habe. Zwei völlig unterschiedliche Produkte sind in der letzten Woche in den Genuss einer solchen Behandlung gekommen. Das eine stand unter der Überschrift „man kann auch aus guten (Bio-)Zutaten schlechte Produkte herstellen“ und das andere speiste seine Vorurteile (genauer: meine Vorurteile gegenüber dem Produkt) aus einem anderen Produkt aus dem gleichen Hause, dass ich früher mal probierte. Die Füllung des Konfekts hatte seinerzeit den Zweikampf zwischen „cremig“ und „schleimig“ ausgetragen, aber mit einem 0:1 verloren. Tafelschokolade aus weißer und 70%Aber: Tafelschokolade ohne Füllung können sie. Nun ist auf dem Gebiet – denkt man – schon alles auserzählt, aber ab und an gibt es doch noch neue Ideen. Und so wurden zwei Tafelschokoladen zu einer verbunden: 70% und Weiße. Und das ist gar nicht soooo schlecht. Es gibt wohl auch noch eine aus Bitter- und Vollmilchschokolade … Zumindest, wenn man das Supermarktangebot mal als Kriterium nimmt. Die Webseite zeigt auch noch was drittes, auch nicht uninteressantes. Mit Meersalz.

Monty Python Zitat: „… und nun zu etwas völlig anderem.“

Bratwurst gehört per se nicht zu meinen Lieblingen. Bio-Bratwurst, grob, mit SenfAber beim letzten Wochenendeinkauf kam eine Packung grober Biobratwürste einer Handelsmarke in mein Gesichtsfeld. Ich dachte erst, dass es Merguez wären, aber es waren „nur“ die einfachen. Ich nahm sie trotzdem mit. Auch sie waren gar nicht so schlecht. Gut, aber nicht übertrieben gewürzt, angenehm im Biss. Da half, dass es eine grobe Bratwurst war. Die kleine Größe (beim Grill hätten sie die Chance, durch den Rost zu fallen) machte sie zu einer schönen Abendbrotergänzung. 

Sonntagmittag

Was es geben soll, habe ich ja im letzten Beitrag schon angedeutet. Die Idee stammte vom Risibisi, ist aber komplexer und vielfältiger. Ich habe nicht nur Erbsen in den Reis geben sondern auch Möhre. Und Butter, Parmesan und Sahne. Und Gewürze.

Knusperbackfisch, Reis-Möhren-Erbsen-DurcheinanderDer Reis ist übrigens Naturreis. Nur, um die Optik zu erklären. Den Rest hab ich eigentlich schon erzählt. Reis kochen, Gemüse dämpfen, Knusperbackfisch backen. Auf dem Teller zusammenführen. Fertig.

Knusperbackfisch, Reis-Möhren-Erbsen-DurcheinanderWobei ich zwei Sachen noch erzählen kann. Zum einen sah der Teller, als der die Küche verließ, noch etwas anders aus. Ich hatte zum Reisgemengeanrichten einen Ring genommen. Sah schick aus. Der Reis-Gemüse-Zylinder hatte leider nicht genug innere Festigkeit. Beim Gang zur Fotografierecke bröselte alles in der abgebildeten Form auseinander. Dem Geschmack tat es keinen Abbruch.

Knusperbackfisch, Reis-Möhren-Erbsen-DurcheinanderÜbrigens habe ich für dieses Essen auch zwei Espressotassen mit gekocht. Also: ich habe nicht zwei Tassen Espresso mit gekocht, auch nicht parallel zum selber trinken. Nein, im Kochtopf befanden sich zwei Espressotassen. Und der Reisbeutel. Das Gemüse, vor allem die Möhre, wollte ich im Dämpfeinsatz oben drüber garen und die Espressotassen hatten genau die richtige Höhe, um aus dem Reiskochwasser etwas herauszuschauen und dem Dämpfeinsatz eine Unterlage zu bieten, damit das Gemüse nicht ins Reiskochwasser kommt. Die Möhre dämpfte die ganze Zeit mit, die Erbsen kamen erst 5 Minuten vor dem Kochende dazu. Man muss sich zu helfen wissen.

Mehrere Witze, teils unlustig, und Änderungen

Fangen wir mal mit einem guten Witz an. Wer mir auf SoMe folgt, kennt den aber schon. Ein Blick aus einem dienstlichen Fenster.

„Für’s Mittag was beim Lieferdienst bestellt. War der Hunger wohl doch größer…“

Metro-Lieferwagen für Großverbraucher

Weniger witzig war eine Entdeckung, die ich neulich mal im Discounter des Tages machte – ich weiß schon gar nicht mehr, in welchem. Ihr kennt ja die quadratischen Tütchen mit den fernöstlichen Instand-Nudeln. Nudeln in eine große Tasse/Schale, Inhalt der beigelegten Tütchen dazu, kochendes Wasser drauf, ziehen lassen, fertig. Aus vielen Aspekten heraus nicht so der große Bringer. Aber ein vietnamesischer Hersteller in Zusammenarbeit mit einem polnischen Vertrieb dachte dann mal an die Europäer und ihre kulinarische Geschichte.

"Gulaschsuppe mit Nudeln"Diese „Instand-Nudeln mit pikanter Würzmischung mit Gulaschgeschmack“ ist an Plörrigkeit nicht zu übertreffen. Pikants ist vorhanden, aber: das soll eine Gulaschsuppe sein und kein Chili con carne oder eine Currywurstsuppe*. Ein wenig Gebundenheit hätte ich schon erwartet, wenn es schon keinen guten Gulaschgeschmack gibt. Aber: Nix. Kannste vergessen. Muss keiner haben. Zwei Sachen waren aber auf der Tüte noch lustig. Die Vertriebsfirma sitzt in einer Marco-Polo-Straße (gerade für den Vertrieb fernöstlicher Produkte witzig) und in der „Suppe“ befindet sich Kaffeeweißer. Das lass ich mal so stehen.

Sonntagmittag

„Fällt ihm denn gar nix anderes mehr ein“, könntet ihr jetzt fragen. Und ich antworte: „Doch!“ Aber das gibt’s vermutlich dann nächsten Sonntag. Die Zutaten sind bereits im Haus aber Bestandteile, also Teile des Bestandes riefen: „Wir müssen zuerst aufgebraucht werden!“ Und da sich dröger Reis und tiefgekühlter Fisch länger halten als „Frischware“, kommt eben der in Topf und Pfanne. Bei der Entnahme der zum Samstagsfrühstück geplanten Eier fand ich zwei angeschlagene, die das Kochen vermutlich nicht heiß überstanden hätten. Auch die Kartoffeln flüsterten „Verbrauch mich …“ und die Tk-Erbsen-Tüte war groß genug, noch einen Rest für nächsten Sonntag zu enthalten.

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeDie Eier wurden sanft in der Pfanne gebraten, ich mag sie sowieso nicht knusprig, da gehe ich meist nicht mit allzugroßer Hitze ran. Diesmal habe ich es aber vielleicht etwas übertrieben mit der vorsichtigen Wärme. 😉 Übrigens: Keine Angst, dass die Eier ungewürzt sind, die Würze (Salz, Pfeffer) habe ich mal ins Bratfett gegeben … Oben drauf sieht es ja nicht so gut aus.

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeUnter den Spiegeleiern ist ein Kartoffel-Möhren-Erbsen-Gemenge. Mehligkochende Kartoffeln wurden geschält und gewürfelt, eine Möhre auch und beides wurde in der Mikrowelle gegart. Kurz vor Ende kamen die Tk-Erbsen dazu. Nicht eine der besseren Ideen. Nach der Garung wurde gewürzt (Salz, Pfeffer, Muskat) und mit Sahne vermengt. Und dann wurde mit der Gabel gerührt und gerührt und gerührt und gerührt … bis die Sahne zusammen mit den sich leicht auflösenden Kartoffeln eine Bindung entstehen lässt. Ursprünglicher Plan war, Kartoffeln und Möhren zu einem Stampf zu verarbeiten – mit besagter Sahne – und dann die Erbsen dazu zu geben … Aber was sind schon Pläne?!

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeBeim Essen habe ich die Eigelbe zerschnitten und alles mit dem darunter liegenden Gemenge vermischt. Grundsätzlich eine gute Idee, ein wenig mehr Hitze wäre trotzdem nicht schlecht gewesen. Nun erledigte das heiße Durcheinander noch ein wenig von der Aufgabe.

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*) Wobei ich mich auch immer schon frage, was diese Scoville-Challanges mit Currywurst zu tun haben? Bringt da jemand Curry und Chili durcheinander? 

Schnelles Mittag, auch mal am Sonntag

Das Kochblog-Universum hat schon einige, sehr vielfältige Bewohnende. Vergleiche mit einschlägigen SciFi-Serien und -Filmen oder deren Parodien vermeide ich mal, das führt nur zu Missverständnissen. 😉 Und die sind sowieso vielfältig, zumal Begrifflichkeiten nicht immer so eindeutig sind. Dabei meine ich diesmal nicht mein Lieblingsthema Gyros, der natürlich nur echt vom Drehspieß sein kann, wie der Name schon unterstellt. Alles andere ist Pfannengeschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt. Immer mehr amüsiere ich mich über offenbar A.I.-generierte Blogs oder Blogs, die mit extralangen Artikeln und offensichtlich A.I.-aufgehübschten bzw. generierten Bildern glänzen und versuchen, ein Zubrot zu erwirtschaften. Da sind mir die handgemachten und nicht ganz so perfekten schon sehr viel lieber. Aber auch hier ist man vor Faux pas nicht gefeit.

Ein breites Grinsen zaubern mir immer wieder Themen wie „Original Soljanka Rezept“ oder feinfühliger „Das Original-DDR-Rezept für Tomatensoße“ oder das ursprüngliche Rezept Bolognese oder Chili con carne auf’s Gesicht. Das Kommentieren zu den Beiträgen habe ich aufgegeben. Noch lustiger wird es, wenn oben drüber „Original“ steht, im Artikel dann aber nach Herzenslust variiert wird. Wie bei vielen gewachsenen Gerichten gibt es meist kein „Original“, und selbst durch Einheitsparteien gelenkte Staaten hatten eine erstaunliche Varianz in der Zubereitung von Gerichten. Da gab es nicht nur regionale, sondern auch zeitliche Unterschiede. Sicher, man kann ja manchmal eine Art Essenz aus allen verfügbaren Rezepten eines Gerichtes ziehen, aber das wird dann so abstrakt, dass es auch nicht stimmig wird. Meist sind die kleinsten gemeinsamen Nenner aller Varianten eines herzhaften Rezeptes Salz und Pfeffer, bei allen anderen Zutaten hat jeder was eigenes. Oder wo sind die echten Unterschiede zwischen Soljanka (in all ihren Varianten) und Minestrone. Immerhin kennen wir es bei gefüllten Nudeln ja auch, die regional variierend als Wan Tan, Ravioli, Maultaschen, Dim Sum oder letztendlich auch als Mac’n’Cheese daherkommen, zu Bällchen geformt, paniert und frittiert. Letztendlich könnte man den Gedanken zusammenfassen, dass Rezepte mit „Original“ im Titel nur dann wirklich seriös sind, wenn es etwas völlig frei selbst entwickeltes ist und es in der Floskel „Mein Original“ daherkommt.

Wie komme ich drauf? Dieser Tage las ich einen Artikel über cremige Pasta. Möchte man sowas essen? Wo doch immer alle dringend darauf hinweisen, dass Pasta unbedingt al dente zubereitet werden muss. Cremig wäre doch dann eigentlich viel zu lange gekocht. Oder meint Pasta vielleicht doch das ganze Gericht? In meinem Kopf haben sich die Begriffe „Pasta“ und „Nudeln“ synonym verknüpft, in einem Anflug von Präzisierung hängt die Unterscheidung eher an der Herkunft der Teigwaren. So wurden in dem Rezept auch nicht die Nudeln cremig sondern „nach Packungsanleitung“ gekocht; in dem Zustand kamen sie aber mit einer cremigen Soße in Verbindung. So erklärt sich die Verbindung von cremig mit Pasta und ich baue wohl mal meine Vorurteile ein wenig um, indem ich Pasta nicht nur als Nudeln sondern auch als Nudelgericht synonymisiere. Interessanterweise hat damit das italienische Wort „Pasta“ eine gewisse Parallele mit dem englischen „intelligence“, das ja auch im deutschen mehrere, teils weit auseinanderliegende Bedeutungen hat. Vielleicht sollte man es (ähnlich wie „pregnant“ nicht mit „prägnant“ übersetzt werden sollte) auch nicht mit „Intelligenz“, sondern mit „Nachrichtendienst“ übersetzen. Gerade auch in Verbindung mit A.I. fände ich die Übersetzung als K.N. viel treffender. Der ehemalige Sprachhüter Bastian Sick – ältere erinnern sich – nannte sowas mal „falsche Freunde“, wenn englische und deutsche Begriffe sehr ähnlich klingen, aber doch sehr verschiedene Bedeutungen haben.

Sonntagmittag

Nach der Geistesleistung 😉 braucht’s auch was „vernünftiges“ in den Magen. Immerhin verbraucht das Hirn gut ein Drittel der gesamten Energie, die der Mensch so aufnimmt. Wobei das vermutlich ungenau formuliert ist. Also vielleicht nochmal besser: Immerhin setzt das Hirn gut ein Drittel der gesamten Energie um, die der menschliche Organismus als ganzes umsetzt. Ob damit dann immer nur Geistesleistungen gemeint sind oder „nur“ der Kopf als großer Wärmeabstrahler, sei mal dahin gestellt. Und dann kommt u.U. immer noch die heiße Luft dazu, die in Worte codiert manchen Mündern entfleucht. Da ist es vermutlich gut, dass ich Übertragungen von Parteitagen nicht folge, die doch auch zu großen Heißlufterzeugern mutieren (bzw. es von vornherein sind). Über manchen müsste man waagerechte Windräder installieren, um der aufsteigenden Hitze gleich einer Weihnachtspyramide die Energie zu entziehen, um damit Wärmepumpen anzutreiben, die dann die heiße Luft absaugen und energetisch nutzbar machen. Wobei das keine neue Idee ist und schon so gemacht wird (bis auf das nutzbar machen). Meist finden solche Veranstaltungen in klimatisierten Räumen statt und es gibt gekühlte Getränke. Beide Geräte (Klimaanlage und Kühlschrank) sind physikalisch-technisch gesehen Wärmepumpen.

Sonntagmittag – der zweite Versuch

Jetzt aber zum Essen. Wobei: ein wenig hei´ße Luft ist auch dabei. Heiß und trocken. Die Kartoffeln und zum Ende hin auch die Wurst kamen in den Heißluftofen.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDabei waren die Kartoffeln nach dem Schälen in engem Kontakt mit etwas Öl, Salz und Rosmarin, die Wurst kam naturell (wenn man das bei Wurst so nennen kann) in den Ofen, nachdem von den 30 min. für die Kartoffeln 22 vorbei waren.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDer Kohlrabi war geschält und grob gewürfelt. In einer Pfanne wurde eine geschnittene Schalotten angeschwitzt, dann mit einem Becher Schlagsahne abgelöscht und die der Kohlrabi leicht köchelnd in der Sahne gegart, bis er den nötigen Gargrad erreicht und die Sahne schön eingedickt ist. Salz und Pfeffer, am Ende auch etwas Chili geben Geschmack und Pfiff. Achja, und etwas Petersilie – für’s Auge.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDie Kartoffeln waren wirklich so klein. Und nach dem Schälen erst recht. Natürlich hätte man auch durch Vierteln Kartoffelspalten draus machen können. Aber wer hat das noch nicht gemacht? 😉