Kurze Zündschnüre und Kleinigkeit in der Schale

Hahn, Fische, Zwillinge – was nach einem Ansatz für ein Surf’n’Turf-Gericht mit Sättigungsbeilage klingt, ist eher die chinesisch-westliche Grundrezeptur des Autors und mag allen, die daran glauben, einen Ansatz zur Persönlichkeitsanalyse geben. Die Tatsache, dass ich meine Horoskop-Daten kenne, läuft für mich eher unter „unnützes Wissen“ mit kleinen Fehlern, zumal die Sättigungsbeilage eher unter dem Namen Drillinge bekannt sein dürfte. Bei der Niederschrift dieser Worte geht mir zwar auch der Gedanke durch den Kopf, es wirklich als Rezeptidee zu nehmen, aber die Bezugsquellen für Zutaten haben geschlossen. Außerdem müsste ich für den Gemüseanteil noch etwas rumassoziieren.

Gefühle

Irgendwie habe ich zur Zeit mal wieder eine kurze Zündschnur und es reichen „Kleinigkeiten“, dass ich mich aufrege. Wohl den Auslösenden, die das nur indirekt machen, also nicht direkt eine Antwort bekommen. Noch blöder ist nur, dass ich das natürlich selber merke, und ihr jetzt die Leidtragenden seit.

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Location für eine kleine Familienfeier – aus Gründen. Eine Einladung zum Essen sollte es werden. Meinen Klassiker wollte ich in dem Zusammenhang nicht bemühen, zum einen waren wir da in der letzten Zeit „immer“, zum anderen teilen nicht alle meine Begeisterung für den Laden. Also suchte ich was neues und hatte da etwas konkretes ins Auge gefasst. Gut, dass es mittlerweile Usus ist, eine Webseite zu haben mit Öffnungszeiten, Speisekarte, Kontaktinfos und vieles andere mehr. Naja, die Öffnungszeiten (genauer: die Angebote zu den Zeiten) widersprachen meiner ursprünglichen Idee, was den Wochentag betraf. Nicht so schlimm. Immerhin besteht ein Wochenende ja aus zwei Tagen.

Aber dann die Sache mit der Reservierung. Wobei ich noch gar nicht so weit war. Aber Restaurants – das hatte ich bereits mitbekommen – haben so ihre Probleme mit Reservierungen. Zum einen kommt man kaum noch ohne in eins rein, zum anderen scheint es potenzielle Gäste zu geben, die reservieren und dann einfach nicht kommen, ohne Absage, ohne alles. Nicht schön und für das Restaurant frustrierend. Nachvollziehbar, wenn das offenbar eher die Regel als der Einzelfall ist. Also muss man sich als Betreiber etwas einfallen lassen. Aber dann die Gäste bestrafen, die trotzdem kommen, nur vielleicht nicht in der Anzahl wie bestellt? Ich weiß nicht. Wenn ganze Reservierungen unangekündigt platzen, sehe ich eine Entschädigung als selbstverständlich an. Aber wenn von einer 12-Personen-Gesellschaft nur 11 kommen?

Damit ihr wisst, wovon ich schreibe. Folgenden Satz las ich auf der Webseite des Restaurants: „Für jede nicht erschienene Person sind 20€ fällig. Wir bitten um Verständnis.“ Bei der Formulierung: Nein! Nicht in diesem Ton. Ehrlich gesagt, ich bin versucht, zu reservieren und dann („Sie haben die Möglichkeit, bis 2 Stunden vor Ihrer Reservierung, die Personenanzahl zu korrigieren.“) die Personenzahl rechtzeitig von 12 auf 0 zu korrigieren, weil ich nicht mit Bestimmtheit sagen kann, wie viele Personen kommen und ich nicht bereit bin, die 20€ pro dann fehlender Person zu bezahlen. Erfahrungsgemäß liegt die Personenzahl zwischen 10 und 12. Vielleicht sollte ich auch von vornherein nur 10 Plätze reservieren, und wenn dann 12 kommen, die Flexibilität des Service testen. Und 20% des Umsatzes der zusätzlichen Personen als Rabatt angerechnet bekommen, immerhin habe ich mehr Gäste mitgebracht als angekündigt. Aber ehrlich: Wenn der Satz auf der Webseite ein Spiegel für die Art und Weise des Restaurants ist, mit Gästen umzugehen, habe ich keinen Bock, da hinzugehen. Aber sowas passiert vermutlich, wenn der Chef die Seite selbst macht und sich damit nicht in professionelle Hände begibt. 

Sonntagmittag

Da ich kurzfristig eine Einladung zum Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag erhielt und auch noch gefragt würde, welche Art von Kuchen ich bevorzugen würde, habe ich es als unhöflich erachtet, davon dann nur wenig oder nix zu essen. Also fiel das Mittag eher übersichtlich aus. Da die Einladung auch meinen Zeitplan für den Sonntag gehörig durcheinander wirbelte, musste es auch noch schnell sein. Also habe ich aus den für die ursprünglich geplante Sonntagsspeise gekauften Zutaten, die weg mussten, schon am Sonnabendabend etwas anderes gemacht. Und, ich sag mal so: Das Auge isst nicht unbedingt mit.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, CremeEinen Namen gibt’s nicht. Im Hinterkopf schwebte „Suppe“, die Konsistenz ging vielleicht doch eher in Richtung Brei, bei der Farbe passt Pamps vermutlich auch. Basis waren „Brühwürfel“, die ich als einzige wirklich guten Herzens akzeptieren kann: Geräucherter Bauchspeck, in Würfel geschnitten, mithilfe von etwas Butter ausgelassen, und mit einer ebenso gewürfelten Schalotte aromatisch ergänzt. Dazu kamen – nachdem etwas Bräunung in den Topfboden einzog – eine kleine gewürfelte Wruke/Steckrübe, ein paar gewürfelte Kartoffeln und eine gescheibviertelte Möhre. Alles wurde mit etwas Wasser aufgegossen, gerade so, dass es sichtbar wurde, aber nicht alles bedeckte. Das Gemüse musste nun erstmal unter Anwesenheit von Salz und Pfeffer garen. Anschließend habe ich den Topfinhalt pürierstabt, mit etwas Chili, weiterem Salz und Pfeffer abgeschmeckt und so lange mit Milch aufgegossen, bis es halbwegs cremig war. Zur „Erfrischung“ kamen noch ein paar Spritzer Apfelessig dazu, wer hat, nimmt Zitrone.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, CremeWarum ich die Petersilie vergessen habe, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Soweit der Samstagabend. Am Sonntag habe ich mir dann den aufgefangenen Rest erwärmt und eine weitere Verfeinerung probiert. Dies geschah mittels dekonstruierter Vignaigrette.

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, Creme mit dekonstruierter VinaigretteVermutlich wäre Kürbiskernöl optisch besser gewesen, aber ich habe noch etwas Olivenöl und ein wenig Balsamico-Essig über die Crème getröpfelt. So schlecht war die Idee nicht. Warum ich aber wieder die Petersilie …

Wruke, Kartoffel, Möhre, Milch, Speck, Creme mit dekonstruierter VinaigretteVermutlich wäre eine weitere Einlage (nach dem Pürieren) eine Idee gewesen, oder richtige Brühe als Basis. Aber für die Schnelle war das keine schlechte Idee. Der gemütliche Sonntagnachmittag in der Familie war dann auch schön.

Positive Enttäuschungen und alte Pläne

Manchmal kaufe ich Esswaren mit dem Vorsatz, sie danach hier im Blog zu verreißen. Manchmal muss ich von dem Vorhaben aber ablassen, wenn ich sie dann gegessen habe. Zwei völlig unterschiedliche Produkte sind in der letzten Woche in den Genuss einer solchen Behandlung gekommen. Das eine stand unter der Überschrift „man kann auch aus guten (Bio-)Zutaten schlechte Produkte herstellen“ und das andere speiste seine Vorurteile (genauer: meine Vorurteile gegenüber dem Produkt) aus einem anderen Produkt aus dem gleichen Hause, dass ich früher mal probierte. Die Füllung des Konfekts hatte seinerzeit den Zweikampf zwischen „cremig“ und „schleimig“ ausgetragen, aber mit einem 0:1 verloren. Tafelschokolade aus weißer und 70%Aber: Tafelschokolade ohne Füllung können sie. Nun ist auf dem Gebiet – denkt man – schon alles auserzählt, aber ab und an gibt es doch noch neue Ideen. Und so wurden zwei Tafelschokoladen zu einer verbunden: 70% und Weiße. Und das ist gar nicht soooo schlecht. Es gibt wohl auch noch eine aus Bitter- und Vollmilchschokolade … Zumindest, wenn man das Supermarktangebot mal als Kriterium nimmt. Die Webseite zeigt auch noch was drittes, auch nicht uninteressantes. Mit Meersalz.

Monty Python Zitat: „… und nun zu etwas völlig anderem.“

Bratwurst gehört per se nicht zu meinen Lieblingen. Bio-Bratwurst, grob, mit SenfAber beim letzten Wochenendeinkauf kam eine Packung grober Biobratwürste einer Handelsmarke in mein Gesichtsfeld. Ich dachte erst, dass es Merguez wären, aber es waren „nur“ die einfachen. Ich nahm sie trotzdem mit. Auch sie waren gar nicht so schlecht. Gut, aber nicht übertrieben gewürzt, angenehm im Biss. Da half, dass es eine grobe Bratwurst war. Die kleine Größe (beim Grill hätten sie die Chance, durch den Rost zu fallen) machte sie zu einer schönen Abendbrotergänzung. 

Sonntagmittag

Was es geben soll, habe ich ja im letzten Beitrag schon angedeutet. Die Idee stammte vom Risibisi, ist aber komplexer und vielfältiger. Ich habe nicht nur Erbsen in den Reis geben sondern auch Möhre. Und Butter, Parmesan und Sahne. Und Gewürze.

Knusperbackfisch, Reis-Möhren-Erbsen-DurcheinanderDer Reis ist übrigens Naturreis. Nur, um die Optik zu erklären. Den Rest hab ich eigentlich schon erzählt. Reis kochen, Gemüse dämpfen, Knusperbackfisch backen. Auf dem Teller zusammenführen. Fertig.

Knusperbackfisch, Reis-Möhren-Erbsen-DurcheinanderWobei ich zwei Sachen noch erzählen kann. Zum einen sah der Teller, als der die Küche verließ, noch etwas anders aus. Ich hatte zum Reisgemengeanrichten einen Ring genommen. Sah schick aus. Der Reis-Gemüse-Zylinder hatte leider nicht genug innere Festigkeit. Beim Gang zur Fotografierecke bröselte alles in der abgebildeten Form auseinander. Dem Geschmack tat es keinen Abbruch.

Knusperbackfisch, Reis-Möhren-Erbsen-DurcheinanderÜbrigens habe ich für dieses Essen auch zwei Espressotassen mit gekocht. Also: ich habe nicht zwei Tassen Espresso mit gekocht, auch nicht parallel zum selber trinken. Nein, im Kochtopf befanden sich zwei Espressotassen. Und der Reisbeutel. Das Gemüse, vor allem die Möhre, wollte ich im Dämpfeinsatz oben drüber garen und die Espressotassen hatten genau die richtige Höhe, um aus dem Reiskochwasser etwas herauszuschauen und dem Dämpfeinsatz eine Unterlage zu bieten, damit das Gemüse nicht ins Reiskochwasser kommt. Die Möhre dämpfte die ganze Zeit mit, die Erbsen kamen erst 5 Minuten vor dem Kochende dazu. Man muss sich zu helfen wissen.

Mehrere Witze, teils unlustig, und Änderungen

Fangen wir mal mit einem guten Witz an. Wer mir auf SoMe folgt, kennt den aber schon. Ein Blick aus einem dienstlichen Fenster.

„Für’s Mittag was beim Lieferdienst bestellt. War der Hunger wohl doch größer…“

Metro-Lieferwagen für Großverbraucher

Weniger witzig war eine Entdeckung, die ich neulich mal im Discounter des Tages machte – ich weiß schon gar nicht mehr, in welchem. Ihr kennt ja die quadratischen Tütchen mit den fernöstlichen Instand-Nudeln. Nudeln in eine große Tasse/Schale, Inhalt der beigelegten Tütchen dazu, kochendes Wasser drauf, ziehen lassen, fertig. Aus vielen Aspekten heraus nicht so der große Bringer. Aber ein vietnamesischer Hersteller in Zusammenarbeit mit einem polnischen Vertrieb dachte dann mal an die Europäer und ihre kulinarische Geschichte.

"Gulaschsuppe mit Nudeln"Diese „Instand-Nudeln mit pikanter Würzmischung mit Gulaschgeschmack“ ist an Plörrigkeit nicht zu übertreffen. Pikants ist vorhanden, aber: das soll eine Gulaschsuppe sein und kein Chili con carne oder eine Currywurstsuppe*. Ein wenig Gebundenheit hätte ich schon erwartet, wenn es schon keinen guten Gulaschgeschmack gibt. Aber: Nix. Kannste vergessen. Muss keiner haben. Zwei Sachen waren aber auf der Tüte noch lustig. Die Vertriebsfirma sitzt in einer Marco-Polo-Straße (gerade für den Vertrieb fernöstlicher Produkte witzig) und in der „Suppe“ befindet sich Kaffeeweißer. Das lass ich mal so stehen.

Sonntagmittag

„Fällt ihm denn gar nix anderes mehr ein“, könntet ihr jetzt fragen. Und ich antworte: „Doch!“ Aber das gibt’s vermutlich dann nächsten Sonntag. Die Zutaten sind bereits im Haus aber Bestandteile, also Teile des Bestandes riefen: „Wir müssen zuerst aufgebraucht werden!“ Und da sich dröger Reis und tiefgekühlter Fisch länger halten als „Frischware“, kommt eben der in Topf und Pfanne. Bei der Entnahme der zum Samstagsfrühstück geplanten Eier fand ich zwei angeschlagene, die das Kochen vermutlich nicht heiß überstanden hätten. Auch die Kartoffeln flüsterten „Verbrauch mich …“ und die Tk-Erbsen-Tüte war groß genug, noch einen Rest für nächsten Sonntag zu enthalten.

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeDie Eier wurden sanft in der Pfanne gebraten, ich mag sie sowieso nicht knusprig, da gehe ich meist nicht mit allzugroßer Hitze ran. Diesmal habe ich es aber vielleicht etwas übertrieben mit der vorsichtigen Wärme. 😉 Übrigens: Keine Angst, dass die Eier ungewürzt sind, die Würze (Salz, Pfeffer) habe ich mal ins Bratfett gegeben … Oben drauf sieht es ja nicht so gut aus.

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeUnter den Spiegeleiern ist ein Kartoffel-Möhren-Erbsen-Gemenge. Mehligkochende Kartoffeln wurden geschält und gewürfelt, eine Möhre auch und beides wurde in der Mikrowelle gegart. Kurz vor Ende kamen die Tk-Erbsen dazu. Nicht eine der besseren Ideen. Nach der Garung wurde gewürzt (Salz, Pfeffer, Muskat) und mit Sahne vermengt. Und dann wurde mit der Gabel gerührt und gerührt und gerührt und gerührt … bis die Sahne zusammen mit den sich leicht auflösenden Kartoffeln eine Bindung entstehen lässt. Ursprünglicher Plan war, Kartoffeln und Möhren zu einem Stampf zu verarbeiten – mit besagter Sahne – und dann die Erbsen dazu zu geben … Aber was sind schon Pläne?!

Spiegelei, Kartoffel-Möhren-Erbsen-GemengeBeim Essen habe ich die Eigelbe zerschnitten und alles mit dem darunter liegenden Gemenge vermischt. Grundsätzlich eine gute Idee, ein wenig mehr Hitze wäre trotzdem nicht schlecht gewesen. Nun erledigte das heiße Durcheinander noch ein wenig von der Aufgabe.

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*) Wobei ich mich auch immer schon frage, was diese Scoville-Challanges mit Currywurst zu tun haben? Bringt da jemand Curry und Chili durcheinander? 

Schnelles Mittag, auch mal am Sonntag

Das Kochblog-Universum hat schon einige, sehr vielfältige Bewohnende. Vergleiche mit einschlägigen SciFi-Serien und -Filmen oder deren Parodien vermeide ich mal, das führt nur zu Missverständnissen. 😉 Und die sind sowieso vielfältig, zumal Begrifflichkeiten nicht immer so eindeutig sind. Dabei meine ich diesmal nicht mein Lieblingsthema Gyros, der natürlich nur echt vom Drehspieß sein kann, wie der Name schon unterstellt. Alles andere ist Pfannengeschnetzeltes, nach Gyrosart gewürzt. Immer mehr amüsiere ich mich über offenbar A.I.-generierte Blogs oder Blogs, die mit extralangen Artikeln und offensichtlich A.I.-aufgehübschten bzw. generierten Bildern glänzen und versuchen, ein Zubrot zu erwirtschaften. Da sind mir die handgemachten und nicht ganz so perfekten schon sehr viel lieber. Aber auch hier ist man vor Faux pas nicht gefeit.

Ein breites Grinsen zaubern mir immer wieder Themen wie „Original Soljanka Rezept“ oder feinfühliger „Das Original-DDR-Rezept für Tomatensoße“ oder das ursprüngliche Rezept Bolognese oder Chili con carne auf’s Gesicht. Das Kommentieren zu den Beiträgen habe ich aufgegeben. Noch lustiger wird es, wenn oben drüber „Original“ steht, im Artikel dann aber nach Herzenslust variiert wird. Wie bei vielen gewachsenen Gerichten gibt es meist kein „Original“, und selbst durch Einheitsparteien gelenkte Staaten hatten eine erstaunliche Varianz in der Zubereitung von Gerichten. Da gab es nicht nur regionale, sondern auch zeitliche Unterschiede. Sicher, man kann ja manchmal eine Art Essenz aus allen verfügbaren Rezepten eines Gerichtes ziehen, aber das wird dann so abstrakt, dass es auch nicht stimmig wird. Meist sind die kleinsten gemeinsamen Nenner aller Varianten eines herzhaften Rezeptes Salz und Pfeffer, bei allen anderen Zutaten hat jeder was eigenes. Oder wo sind die echten Unterschiede zwischen Soljanka (in all ihren Varianten) und Minestrone. Immerhin kennen wir es bei gefüllten Nudeln ja auch, die regional variierend als Wan Tan, Ravioli, Maultaschen, Dim Sum oder letztendlich auch als Mac’n’Cheese daherkommen, zu Bällchen geformt, paniert und frittiert. Letztendlich könnte man den Gedanken zusammenfassen, dass Rezepte mit „Original“ im Titel nur dann wirklich seriös sind, wenn es etwas völlig frei selbst entwickeltes ist und es in der Floskel „Mein Original“ daherkommt.

Wie komme ich drauf? Dieser Tage las ich einen Artikel über cremige Pasta. Möchte man sowas essen? Wo doch immer alle dringend darauf hinweisen, dass Pasta unbedingt al dente zubereitet werden muss. Cremig wäre doch dann eigentlich viel zu lange gekocht. Oder meint Pasta vielleicht doch das ganze Gericht? In meinem Kopf haben sich die Begriffe „Pasta“ und „Nudeln“ synonym verknüpft, in einem Anflug von Präzisierung hängt die Unterscheidung eher an der Herkunft der Teigwaren. So wurden in dem Rezept auch nicht die Nudeln cremig sondern „nach Packungsanleitung“ gekocht; in dem Zustand kamen sie aber mit einer cremigen Soße in Verbindung. So erklärt sich die Verbindung von cremig mit Pasta und ich baue wohl mal meine Vorurteile ein wenig um, indem ich Pasta nicht nur als Nudeln sondern auch als Nudelgericht synonymisiere. Interessanterweise hat damit das italienische Wort „Pasta“ eine gewisse Parallele mit dem englischen „intelligence“, das ja auch im deutschen mehrere, teils weit auseinanderliegende Bedeutungen hat. Vielleicht sollte man es (ähnlich wie „pregnant“ nicht mit „prägnant“ übersetzt werden sollte) auch nicht mit „Intelligenz“, sondern mit „Nachrichtendienst“ übersetzen. Gerade auch in Verbindung mit A.I. fände ich die Übersetzung als K.N. viel treffender. Der ehemalige Sprachhüter Bastian Sick – ältere erinnern sich – nannte sowas mal „falsche Freunde“, wenn englische und deutsche Begriffe sehr ähnlich klingen, aber doch sehr verschiedene Bedeutungen haben.

Sonntagmittag

Nach der Geistesleistung 😉 braucht’s auch was „vernünftiges“ in den Magen. Immerhin verbraucht das Hirn gut ein Drittel der gesamten Energie, die der Mensch so aufnimmt. Wobei das vermutlich ungenau formuliert ist. Also vielleicht nochmal besser: Immerhin setzt das Hirn gut ein Drittel der gesamten Energie um, die der menschliche Organismus als ganzes umsetzt. Ob damit dann immer nur Geistesleistungen gemeint sind oder „nur“ der Kopf als großer Wärmeabstrahler, sei mal dahin gestellt. Und dann kommt u.U. immer noch die heiße Luft dazu, die in Worte codiert manchen Mündern entfleucht. Da ist es vermutlich gut, dass ich Übertragungen von Parteitagen nicht folge, die doch auch zu großen Heißlufterzeugern mutieren (bzw. es von vornherein sind). Über manchen müsste man waagerechte Windräder installieren, um der aufsteigenden Hitze gleich einer Weihnachtspyramide die Energie zu entziehen, um damit Wärmepumpen anzutreiben, die dann die heiße Luft absaugen und energetisch nutzbar machen. Wobei das keine neue Idee ist und schon so gemacht wird (bis auf das nutzbar machen). Meist finden solche Veranstaltungen in klimatisierten Räumen statt und es gibt gekühlte Getränke. Beide Geräte (Klimaanlage und Kühlschrank) sind physikalisch-technisch gesehen Wärmepumpen.

Sonntagmittag – der zweite Versuch

Jetzt aber zum Essen. Wobei: ein wenig hei´ße Luft ist auch dabei. Heiß und trocken. Die Kartoffeln und zum Ende hin auch die Wurst kamen in den Heißluftofen.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDabei waren die Kartoffeln nach dem Schälen in engem Kontakt mit etwas Öl, Salz und Rosmarin, die Wurst kam naturell (wenn man das bei Wurst so nennen kann) in den Ofen, nachdem von den 30 min. für die Kartoffeln 22 vorbei waren.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDer Kohlrabi war geschält und grob gewürfelt. In einer Pfanne wurde eine geschnittene Schalotten angeschwitzt, dann mit einem Becher Schlagsahne abgelöscht und die der Kohlrabi leicht köchelnd in der Sahne gegart, bis er den nötigen Gargrad erreicht und die Sahne schön eingedickt ist. Salz und Pfeffer, am Ende auch etwas Chili geben Geschmack und Pfiff. Achja, und etwas Petersilie – für’s Auge.

Ofenkartoffeln, Rahmkohlrabi, KäsebockwurstDie Kartoffeln waren wirklich so klein. Und nach dem Schälen erst recht. Natürlich hätte man auch durch Vierteln Kartoffelspalten draus machen können. Aber wer hat das noch nicht gemacht? 😉

Mittag á la Football u.a.

Wie sagt‘ schon einst der Dichterfürscht,
pass uff, daste recht zitieret wirscht.
De Nerd am Herd simuliert doch nur,
die Kenntnis literarischer Hochkultur.

Tätäää, badumm tsssss.

Es sind zwei Seelen – ach – in meiner Brust … Soweit das Dichterfürstzitat und der kleine Ausflug ins Närrische. Die beiden Seelen haben auch Namen: Gewissen und Ego. Bei „Gewissen“ bin ich noch nicht ganz sicher, ob es das richtige Wort ist. Aber von Anfang an, zumindest den Anfang meiner Wahrnehmung. Da gibts doch auch ein Zitat, sinngemäß: Hinter jedem erfolgreichen Beuteltier steht ein Mann. Oder so ähnlich. Und irgendwie war es zwischen den Jahren und recht viele C’s spielten auch eine Rolle. Und Wortspiele. Und D’s. Und fruchtbarer Boden, auf den alles fiel. Und eine Bewegung, die sich neudeutsch DI.DAY nennt und die auch – da es die Top-Level-Domain .day gibt – unter di.day in diesem Internet erreichbar ist. Richtigdeutsch, aber die Bezeichnung hat sich nicht so richtig durchgesetzt, heißt das Ding wohl DUT – Digitaler Unabhängigkeitstag. Infos darüber auf der verlinkten Seite.

Aber zurück zu den Seelen. Nachdem ich mich in der heimischen Büroecke bereits seit einigen Monaten im wesentlichen linuxifiziert habe, kommt jetzt das Online-Leben dran. Das will aber mit ein wenig gedanklichem und organisatorischem Vorlauf passieren. Nun bin ich ja auch auf den textorientierten Sozialen Medien unterwegs (nicht unbedingt mit Herdcontent), da kann man ja mal „ausmisten“. So schrieb ich schon mal in das eine Profil den Gedanken, dass ich bei einem der nächsten DI.DAYs dort verschwinde. Vage genug, um nicht hektisch zu werden; konkret genug, um den Zusammenhang zu erläutern. Am Samstag hatte ich dann eine schöne (aus meiner Sicht) Post-Idee, die ich dann auch auf Mastodon, Bluesky und Threads ventilierte. Nun sind normalerweile die Reaktionen auf meine Posts nur mit sehr empfindlichen Messmethoden überhaupt wahrzunehmen. Im konkreten Fall – eine Mischung aus Technik und temporärer Blödheit – überraschte mich die Zahl der Like-Herzchen und Antworten doch ein wenig. Wie sich Lesende dieser Zeilen vermutlich schon denken können: Ausgerechnet auf dem SoMe, wo steht, dass ich es demnächst zu verlassen gedenke, gab es am meisten Reaktionen. Sowas schmeichelt natürlich dem Ego, aber das Gewissen stemmt sich noch dagegen. Schauen wir mal, wer gewinnt. Bis zum nächsten DUT ist ja noch ein halber Monat, der übernächste ist in anderthalb Monaten … Immer am ersten Sonntag im Monat.

Sonntagmittag

Der Verpackung zufolge hätte ich zum Mittag Football gucken müssen, es war aber „Die schönsten Bahnstrecken der Welt“. Irgendwas mit Alaska. Wobei ich die Beilagenkombination aus Sydney geklaut habe, aber auch nicht so richtig. Irgendwo bin ich die letzten Tage auf eine alte Reise-Ess-Reportage von Anthony Bourdaine gestoßen, wo er sich in Australien bewegte und unter anderem einen Meat Pie mit einem Schlag Kartoffelbrei, Erbspüree und Bratensoße oben drauf genussvoll verzehrte. Das wäre mir jetzt doch ein wenig zu feist, außerdem kommt man ja nicht so schnell mal zwischendurch nach Sydney.

Kartoffelbrei mit Erbsen, Chickenteile, ZwiebelringeRund um den vererbsten Kartoffelbrei liegen Hühnchenteile und sogenannte Zwiebelringe, die ich unter dem Namen „Football-Box“ einer Tiefkühltruhe eines Lebensmittelhändlers entnahm. Die Zubereitung gelang mithilfe des Packungsaufdrucks recht gut, allein die Qualität … Naja.

Kartoffelbrei mit Erbsen, Chickenteile, ZwiebelringeBeim Kartoffelbrei nähere ich mich in gewissen Sinne immer mehr Paul Bocuse an. Natürlich hat er zur Garung der Erdäpfel keine Mikrowelle benutzt, aber ein wenig Muskat wird er auch benutzt haben. Und Butter. Der Anekdote nach soll es der große französische Koch mit einem Butter-Kartoffel-Verhältnis von 1:1 zubereitet haben. Soooo weit bin ich noch nicht. Aber andererseits ist hier zur Breizubereitung nur Butter und keine weitere Flüssigkeit drin. Die Erbsen wurden erwärmt und untergerührt, alles dann noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und per Deko-Ring angerichtet.

Kartoffelbrei mit Erbsen, Chickenteile, ZwiebelringeDie teigfreien Hähnchenteile gingen, von irgendeiner Würze war wenig zu spüren. Die teigummantelten Flügelteile hatten dadurch wenigsten etwas Würze, wobei der Teil wesentliche Teile der Masse und des Volumens einnahm. Knuspriges Brot mit Huhn. Die Zwiebelringe waren natürlich Zwiebelmatschringe, also ein süßes Zwiebelmus im Teigring vorfrittiert. Alles drei Produkte, die da in einem Karton vereinigt wurden, die es vermutlich jeweils einzeln in besserer Qualität zu kaufen gibt (wobei mir die teigigen Hähnchenflügel noch nicht aufgefallen sind). In ohneteig habe ich da noch welche im Tiefkühler zu liegen, die ich auch mal fertig erwarb, die bedeutend besser sind. Leider weiß ich nicht mehr, wo die her sind. Vermutlich war es sowieso Aktionsware, die zu gut für’s Sortiment des Discounters sind.

Search a apple a day

Im Moment suche ich gerade nach einem neuen Lieblingsapfel. Leider ist die Sorte, die ich bisher immer gern gegessen habe, nicht mehr wirklich verfügbar und wenn doch, dann hat die Qualität nachgelassen. Wobei es mit der Sorte sowieso nicht einfach ist. Sie neigen bei zunehmender Reife zur Mehligkeit, was dann aber nicht mehr zu meinen bevorzugten Eigenschaften gehört. Aber beim Braeburn scheint das üblich zu sein. Wenn er aber frisch und der Grünteil der Schale noch nicht gelblich ist, gefällt er mir am besten. Saftig, säuerlich, super. Kriegste aber – zumindest hierorts – kaum noch. Außerdem habe ich bei manchen als Braeburn gelabelten Äpfeln den Eindruck, dass das keine sind. Das Schalenmuster sieht so ganz anders aus als gewohnt. Naja, ich suche also. Ein paar Sorten habe ich schon durch, ein paar Empfehlungen habe ich auch schon. Ich hatte die Problematik schon mal auf SoMe erwähnt. „Fräulein“, „Cox Orange“, „Wellant“ oder Topaz“ sind dabei als Vorschläge rausgekommen.

Da, wo man auch einzelne Äpfel kaufen kann, habe ich auch schon mal einzelne Sorten gekauft. Boskop wird nicht mein neuer Lieblingsapfel, Pink Lady auch nicht. Boskop kenne ich natürlich noch von gaaanz früher, ist aber nicht besser geworden. Pink Lady hat für mich immer ein Fehlaroma. Das passt aber zu meiner Ablehnung von „Markenäpfeln“. Mal sehen, was mir noch unterkommt.

Mittwochupdate

Mist, jetzt habe ich das am letzten Sonnabend bereitete und schon im letzten Blogbeitrag erwähnte Arbeits-Essen zwar gegessen, aber doch nicht fotografiert. Naja, tomatisierte Schmorgurke mit Kartoffeln eben … Wobei das „tomatisieren“ diesmal mit Tomatenmark erfolgte. Ich fand auch das lecker.

Süßkram auf Gelatinebasis gibt’s ja auch in einer angesäuerten Variante. Da greift beim Essen schon mal die Zitronensäure den Zahnschmelz an, damit sich die Bakterien, die den Zucker zersetzen und damit auch den Zahnschmelz und letztendlich den ganzen Zahn angreifen, gut einnisten können. Läuft das unter Win-Win oder oder Lose-Lose?

Fleischerbetrachungen

Handwerk hat doch immer wieder Vorteile gegenüber Industrie. Das eisregnende Wetter am Freitag führt dazu, dass ich das Haus nicht verließ und auch keinen Wochenendeinkauf erledigen konnte. Ich prüfte schon die „eisernen“ – eher „blechernden“ – Reserven, ob ich das Wochenende auch ohne Einkauf überleben kann. Allein liebgewonnene (und mit den Reserven nicht abbildbare) Gewohnheiten trieben mich doch am Samstag aus dem Haus und zum Einkaufen. Schwerpunkt waren frische Brötchen zum Frühstück (nur die Form der Mahlzeit, nicht der Zeitpunkt), aber ich verband das Angenehme mit dem Ungewohnten und ging da einkaufen, wo auch mein Lieblingsfleischer dealte. Neben Bestandteilen für den Sonntagmittag und meinen geliebten Bockwürsten* kam auch ein Stück geräuchertes Schweinefilet mit nach Hause. Nun kann man denken, dass geräuchertes Schweinefilet eine Art Standardprodukt ist. Lange Jahre habe ich bspw. die entsprechenden Produkte aus zwei größeren Regionalgroßfleischereien der Gegend gelegentlich durchaus gern gegessen. Aber irgendwie wurde die Diskrepanz zwischen meinem Geschmack und dem Produkt immer größer. Ob sich meine Rezeptoren gewandelt/entwickelt haben oder die Produkte mit der Zeit schlechter wurden, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Sagen wir es salomonisch: Vermutlich beides. Das Stück Filet von meinem Lieblingsfleischer war dann allerdings doch eine Offenbarung, was mich vermutlich die regionalindustriellen Produkten, die dank Supermarkt- und Discounterpräsenz einfacher zu bekommen sind, künftig nicht mehr genießen lässt.

Wodrin liegt eigentlich der wesentliche Unterschied zwischen einem gepökeltem Schweinebraten und einem Kasslerbraten?

Sonntagmittag

Einmal ein klassisches Gericht. Kartoffeln, Gemüse zum Überfüllen und Fleisch. Oder auch Kartoffeln und Gemüse in einem, schließlich kann man die Erdäpfel auch zu den Gemüsen zählen, ihrer Aufgabe als „Sättigungsbeilage“ werden sie ja nicht wirklich gerecht.

Lauch-Kartoffel-Schmand am KotelettDer Besuch beim Lieblingsfleischer brachte u.a. dieses schöne Kotelett mit nach Hause. Als ich vom vorgelagerten Discounter rüberäugte, hatte ich zwar was anderes ins Auge gefasst, aber das fand sich dann nicht mehr in der Auslage, als ich endlich dort ankam. Nunja, da war wohl jemand schneller. Aber auch das Kotelett stellte sich als gute Wahl heraus.

Lauch-Kartoffel-Schmand am KotelettDas sieht zwar recht „naturell“ aus, ist aber dezent mehliert, sichtbar mit Pfeffer, aber auch mit Salz gewürzt. Reihenfolge aber anders herum. Also erst salzen und pfeffern und dann mehlieren. Anschließend kam es in eine gut vorgeheizte Pfanne mit einer Öl-Butter-Mischung und bruzelte da in aller Ruhe vor sich hin. Als das von unten so aussah wie auf dem Bild von oben, wurde das Fleischstück umgedreht und auf der anderen Seite genauso gebraten.

Lauch-Kartoffel-Schmand am KotelettDer Lauch wurde nach dem Putzen in Scheiben geschnitten. In einem Topf wurde etwas Butter geschmolzen und dann ein paar Speckwürfel mit angebraten. Speckwürfel sind für mich mittlerweile zu den einzigen „Brühwürfeln“ geworden, die wirklich „erlaubt“ sind. Sie liefern die sonst mit Brühe erzeugte Note und Würze. Als die Bauchspeckwürfel leicht angegangen waren, kamen die Lauchringe dazu, alles wurde gut angeschwitzt und dann bedeckelt gar gezogen. Ein dezenter Schuss Wasser, Salz und Pfeffer dienten der vorläufigen Vollendung. Als der Lauch gerade so noch nicht gar war, kamen vorgekochte Kartoffeln und der Schmand dazu. Im Nachhinein hätte es auch ein ordentlicher Schuss Sahne sein können. Wer die säuerliche Note mag, bleibt beim Schmand oder steigt auf Saure Sahne oder Creme fraiche um.

Das Kotelett war ohne vorheriges Klopfen zart und saftig. Mein Lieblingsfleischer liefert eben gute Qualität, die keinen Heckmeck braucht. Sicher auch einer der folgen der eigenen Tierzucht und Futtermittelerzeugung. Naja, und dem guten Umgang mit dem Tier, lebend und nach dem Schlachten. Das klingt zwar jetzt etwas brutal. Aber so ist das eben, wenn man Fleisch isst. Insgesamt ein sehr leckeres Mittag, dass auch noch für Montagmittag gereicht hat, dort allerdings mikrowellentauglich als Löffelgericht.

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*) Aber nur die vom Lieblingsfleischer. Neulich bin ich mal fremdgegangen und habe von einem anderen Filialfleischer (mit größerer Firma im Hintergrund) probiert. Neeeneeenee. Fremdgehen ist nicht in Ordnung, wenn man eine Liebe hat.

Wurscht, Milchkaffee und Sonntagsessen – inkl. Montags-P.S.

Manchmal wundert es mich doch, wenn ich bei bestimmten Discountern (meist) Fleischprodukte in den normalen Warenregalen finde, die ich gefühlt eher im Kühlregal verorten würde. Brühwürste sind so ein Beispiel. Nun bin ich aber zur Zeit auf einem Trip, dass ich gar nicht mehr so viel Wurst esse. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zwei grobe Gedankenstränge führen zu dieser Einstellung: Einmal der hohe Anteil versteckter Fette, zum anderen das Vermindern von Nitriten und deren Ablegern (vulgo u.a. Pökelsalz). Beides nicht so gut für den Körper. Eine der Ausnahmen, die ich gelegentlich mal mache, ist Schinkenkrakauer, je gröber, desto besser. Der Fettgehalt ist nicht sooo groß (13% gegenüber 30%+x bei zwei anderen gerade im Haus befindlichen), dafür ist aber gut Pökelsalz drin. Am besten kaufe man die Wurst im Stück, und da gibt es zwei „Unterarten“, die einer Unterscheidung bedürfen (s.o.). Natürlich gibt es eine Vielzahl von Herstellern (vermutlich sind das gar nicht so viele) und demzufolge auch Rezepten. Aber mir ist, als ich neulich mal auf ein ungewohntes Produkt ausgewichen bin, etwas aufgefallen.

Krakauer (genauer: Schinkenkrakauer, lecker)Die echte polnische Krakauer gibt es in kühlpflichtig und in nicht kühlpflichtig. Die Optik bei beiden ist recht ähnlich, aber nach dem Verkosten kann ich von der nichtkühlpflichtigen nur abraten. Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum sie einmal gekühlt gelagert werden muss und einmal nicht, allein am Einschweißen in Plastik kann es nicht liegen – das sind beide. Zutatenvergleich habe ich unterlassen bzw. müsste mir erst die schlechtere von beiden neu kaufen, was ich nicht tue. Aber die Variante aus dem normalen Warenregal war bei weitem nicht so lecker wie die Kühlvariante. Sehr viel dröger im Biss und im Mundgefühl, man hatte das Gefühl, da noch ordentlich Majonäse raufschmieren zu müssen. Das ist mir bei der gekühlt verkauften Variante noch nie passiert. Also: In Zukunft immer nur die gekühlte Variante. *KnotenindenEinkaufszettelmachen*

Milchkaffee

Das Thema hatte ich schon öfter. Grundtenor: Die Hausmarken der Discounter und Supermärkte (zumindest bei mir in der Region) sind besser als die kalten Milchkaffees von bekannten Markenherstellern bzw. unter bekannten Labeln. Kürzere Zutatenliste, rainforestalliancezertifiziert usw. Kommen ja alle auch aus der selben Molkerei und haben bei gleichen Typen auch gleiche Zutatenlisten.

Nun ist mir beim Rumspielen mit der Bestell-App eines Supermarktes aufgefallen, dass sie neben Marken-Milchkaffees auch Becher (250 ml) in der Discountmarke des Supermarktes und Plastikflaschen (330 ml) in der Hausmarke haben. Beide kommen aus der selben Molkerei und haben die selbe Zutatenliste (bei gleichem Typnamen). Da die Behältnisse unterschiedlich groß sind, vergleichen wir die Literpreise, dankenswerterweise in der App ersichtlich. Der Milchkaffee im Becher kostet demnach 3,00 €/l, der im Fläschchen 3,91 €/l, also fast ⅓ mehr. Nur wegen der anderen Marke? Oder der anderen Konfektionsgröße? Wobei, bei der Nachrecherche beim Schreiben dieser Zeilen ist mir doch ein Unterschied zwischen beiden Rezepturen aufgefallen: Der Discountbecher enthält mehr Kaffee als die Hausmarkenflasche. Prozentual. Aber ist der Milchanteil wirklich so teuer, dass das den Preisunterschied erklärt? Immerhin sind bei der Hausmarke zwei Prozentpunkte mehr drin. Von der fettarmen. Und es ist ein Hauch weniger Zucker drin. Rundungsfehler? Sollte ich doch mal in den Supermarkt gehen, kann ich ja mal den Geschmacksvergleichstest machen.

Sonntagmittag

Achja, das leidige Thema: „Was esse ich am Sonntag?“ Gekocht hatte ich schon am Sonnabend etwas, das gabs aber erst (planmäßig) Montagmittag auf Arbeit. Der Sonntagvormittag fand mich für Kühl- und Vorratsschrank (stehen erfreulicherweise gleich nebeneinander) und mit der grooooßen Denkblase über’m Schädel: „Watt nu?“

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDa braucht man sich nicht zu wundern, wenn dann auf den ersten Blick eigentümliche und ein wenig übervegetabile Gerichte dabei herauskommen. Aber es war recht schmackhaft, also gehts. Links ist ein klassisches Schlemmerfilet eines groooßen Tiefkühlherstellers. Irgendwas mit Spinat und Tomate-Mozzarella. Der Belag ist mir ein wenig beim Anrichten verrutscht, also kam das Fischfilet zum Vorschein. Rechts eine Mischung aus Spitzkohl und Kartoffeln.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDie verrutschte Auflage schuf die Chance, doch mal das pure Fischfilet zu probieren. Und ich muss sagen: Es ist Fischfilet. Nunja. So erwartbar. Die Auflage war dann sehr spinatig, ein wenig tomatig und mozzarellabewürfelt, letzteres hatte eher Auswirkungen auf Konsistenz und Mundgefühl. Es ist ein wenig Schade, dass das sachgerechte Erwärmen den Eindruck der industriellen Herstellung, der sich im tiefgekühlten Zustand doch bot, nicht wirklich verwischen konnte. Die Auflageplatte zerfloss nicht und lag genauso am Ende auf dem Fisch wie am Anfang. Nur loser.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnWährend der Fisch im Öfchen wärmte und buk, kam in eine Pfanne etwas Butter, Bauchspeck, Knoblauch und Schalotte und wurde angeschmurgelt. Die letzten drei Sachen waren gewürfelt, was bei der Butter auch wenig sinnvoll ist, da sie in der Pfanne sowieso schmolz. In Streifen geschnittener Spitzkohl ergänzte den Pfanneninhalt, dazu kamen Salz, Pfeffer, Kümmel und eine Spur Chili für den Pfiff. Als der Kohl zusammen gefallen war, kamen die gekochten Kartoffelstücke dazu und wurden beim Einrühren auch noch ein wenig zermanscht. Ein wenig Flüssigkeit war nämlich in der Pfanne entstanden bzw. zugegeben. Letzteres in Form eines Schusses Apfelsaft (mit Birne).

Fazit: Ausbaufähig, aber lecker. Und für „keine Idee beim Wochenendeinkauf“ doch recht gut.

P.S.: Montagmittag

Noch vom vorhergehenden Wochenende war noch was über geblieben, genauer: gar nicht erst verarbeitet. Also kam das jetzt ran und wurde zu einem Mittag auf/für Arbeit. Irgendwas mit Gurke, Kartoffel, Tomatenmark, Knoblauch und Schalotte. Ein wenig Butter war auch hier dabei. Das gibts aber erst am morgigen Dienstagmittag.

Heute gab’s doch noch die Spitzkohlreste. Rezeptlich in der Idee von „Krautfleckerl“, nur ohne Fleckerl, andere, verfügbare Pasta tat es auch.

Pasta, Spitzkohl u.a.Die Nudeln wurden normal gekocht und dann in einer Pfanne mit dem Krautrest von Sonntag vermengt und schön angebraten. Dass da noch ein paar Stückchen Kartoffeln (rechts, fast oben) dabei waren, störte nicht. Die rötlichen Spirelle waren übrigens Linsennudeln. Hatte ich so noch nicht, waren aber gar nicht mal so schlecht. 100% rote Linse, die anderen Nudeln waren irgendwas mit Dinkel.

Pasta, Spitzkohl u.a.Ein gewisser Flüssiganteil wäre noch eine Idee gewesen, aber das Nudelwasser war schon im Ausguss und anderes stand in unserer Tee-Küche auf Arbeit leider nicht zur Verfügung. 😉

Resteverwertung und Frisches

Wie heißt eigentlich die Mahlzeit – in Analogie zum Brunch – zwischen Mittag und Abendbrot. Und ich meine nicht die Kaffeepause oder den 5-O’Clock-Tea oder so. Gibts da auch eine Zusammenziehung zwischen Lunch und Dinner? Lunner? Dinch? Okay, das Essen am Sonntag hat die Form eines Mittags, aber der Zeitpunkt … die Innere Uhr in Ergänzung mit medialen Beeinflussungen führten doch zu einem späääten Lunch.

Geht es Euch eigentlich manchmal auch so, dass ihr Euch wundert, was so hauptsächlich an Geschirr oder Besteck genutzt wird (meist erkannt beim Ausräumen des Geschirrspülers), obwohl ihr dem eigentlichen Zweck nicht nachgehen`? Mir geht das bei Kuchengabeln so. Meist finden sich so 4 oder 5 davon beim Ausräumen im Besteckkorb (von den 6, die ich in der Besteckschublade maximal habe) und dabei habe ich nicht mal Kuchen gegessen … Aber für manche Sachen sind die kleinen Gabel einfach mal besser. Und keine Angst: Für Pudding nehme ich immer noch den (Tee-)Löffel.

Sonntagmittag

Das war diesmal ein wenig aufwändiger, aber eigentlich auch wieder nicht. Immerhin begannen die Vorbereitungen schon am Dienstag oder Mittwoch … Naja, Vorbereitungen ist als Begriff vielleicht etwas übertrieben. Aber an zwei Tagen der vergangenen Woche schuf ich die Reste, die ich am Sonntag verarbeitete. Die hatten übrigens die Form von 4 Brötchen in 2 Sorten, zwei Weizenbrötchen und zwei malzgefärbte (vulgo: „dunkle“) mit ein paar körnerigen und saatlichen Einlagen. Die Grundidee der Verarbeitung war Semmelknödel, aber das für’s Drumrum erworbene weitere Essen sprach dagegen. Nichts dabei, was eine schöne Soße erwarten ließ. Und Knödel ohne Soße … geht gar nicht.

Also kramte ich ein alten physisch vorliegenden Koch-„Blog“ mit Kochgrundlagen heraus. Wer kennt ihn nicht? Ich spiele natürlich auf das Buch „Ich helfe Dir kochen“ von Hedwig Maria Stüber an, das mir in der 29. Auflage vorliegt. Mittlerweile gibts auf jeden Fall über 40, wenn nicht mehr. Dort fand ich einen Semmelauflauf, der zwar in die süße Richtung ging, aber darauf konnte ich aufbauen.

BrötchenauflaufDas fertige Produkt sieht doch gar nicht so schlecht aus. Wie kam es dazu? Die 4 Brötchen habe ich grob gewürfelt. Dann habe ich ca. ½ l Milch lau erwärmt, mit ein wenig Würze (Pfeffer, Salz, Kurkuma, Knoblauchgranulat) versehen und die Brötchenwürfel darin eingeweicht. Nach einer knappen halben Stunde verklepperte ich 4 Eier mit einer gewürfelten Schalotte, geriebenem Parmesan und etwas gewürfeltem Tiroler Bauchspeck. Die Mischung kam dann auf die durchgeweichten Brötchenwürfel und wurde gut untergemischt. Aber Vorsicht! Nicht zu heftig. Ein bisschen Struktur sollte erhalten bleiben. Anschließend kam alles in die leicht gefettete Form und wurde noch ein wenig butterbeflockt und parmesanberieben. Nach 30 min. bei 180°C Umluft kam dann das zum Vorschein, was wir auf dem Bild sehen.

BrötchenauflaufDas Aufschneiden ergab, dass es vielleicht noch 2-3 min. länger hätte sein können. Flüssigkeit gab es keine mehr, aber stellenweise war es doch ein wenig „klitschig“. Was aber auch nicht wirklich schlimm war. Mal sehen, wie sich die Reste nach dem Aufwärmen machen.

Als der Auflauf im Ofen war, kam das Steak in eine gut vorgeheizte Pfanne und wurde da nach den Regeln der Kochkunst unter Beeinflussung eigener Wünsche und dem allgemeinen Zeitmanagement zubereitet. Am Ende wurde auch noch ein Päckchen Bohnensalat entkorkt. Irgendwo im Blog habe ich schon mal nachgewiesen, dass ich den auch selbst machen kann. Also gab es hier mal gekauften. Der quietscht wenigstens immer so schön beim Kauen. Ist mir bei selbst gemachtem noch nicht passiert.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufDer Auflauf, das Steak (hier in Form eines Rumpsteaks) und der Bohnensalat. Ein schönes Sonntagsessen.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufEs ist das schöne an diesen Silikonformen, dass man die nach dem Backen aufklappen kann. Finde ich gut. So kommt man sehr viel einfacher an den Inhalt. Ein bisschen gebröselt ist es trotzdem. Der Pfannenwender war eben nicht wirklich gut im Schneiden. Ist aber auch nicht seine Kernkompetenz. Er wendet ja lieber Pfannen. Ähm … in(!) Pfannen!

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufÜbrigens bestätigte sich mal wieder, dass das Rumpsteak nicht zu meinen Lieblingsfleischstücken gehört. Es war zwar (fast) perfekt zubereitet, aber irgendwie werde ich damit nicht warm.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufVielleicht etwas zu zart rosa, ein wenig weniger Hitze wäre eine Idee gewesen. Aber der Brötchenauflauf belegte das Heißluftgerät und so musste ich das Fleischstück in der Pfanne garziehen lassen. Saftig war’s, zart auch. Aber ich ziehe das Rib-Eye-Steak (vulgo-1 Entrecôte) vor.

P.S.: Montagmittagresteresteverwertung dank spontan Homeoffice wegen Wetter

Brötchenauflauf mit BratwurstNochmal aufgebacken der Auflauf und die Bratwurst lagerte schon eine Woche im Kühlschrank vom letzten Wochenende und rief: „Verbrauch‘ mich!“ Der Auflauf war immer noch leicht klitschig. Vielleicht hätte er auch beim Aufbacken ein wenig mehr Hitze abbekommen können …

Frittiertes, gebratenes, karamellisiertes, aufgebrauchtes

Wie macht man aus etwas, das, wenn es das gäbe, einen Nutriscore von A+ bekommen würde, ein Produkt, dass nur noch C oder D bekommt? Ganz einfach: Man frittiert es. Und dabei heißt es doch immer: Frittieren macht alles besser. Oder war es das mit dem mit-Käse-überbacken? Egal. Schauen wir mal ins Regal einer Handelseinrichtung, greifen ungläubig hinein, kaufen, nehmen mit nach Hause und schauen nochmal:

Frittierte Bohnen und PaprikaDa sind zwei Plastikpackungen mit Gemüse mitgekommen, snackfähig. Und nicht nur das: Um die Gemüse attraktiv(?) zu machen, wurden sie vor dem Verpacken frittiert. Im Ernst: Die Bohnen und die Paprikastücke sind frittiert! Bei den Bohnen führte das übrigens zu einer gewissen Geschmacklosigkeit.

Frittierte BohnenMan kann die Konsistenz kaum beschreiben: sehr fein zu Staub zerfallend, leicht ölranzig im Abgang, das bohnige war nicht existent. Ganz anders beim Paprika.

Frittierte PaprikaDa schmeckte das Frittieröl richtig ranzig, die Paprika neigten außerdem zu einer gewissen Bitternes, am besten waren noch die roten. Läuft unter einmal probiert, nie mehr gekauft. Die Idee hatte ja was, aber die Ausführung …

Sonntagmittag

Neulich las ich, dass Chicorée ein Wintergemüse ist und eigentlich gerade Saison hat. Ein guter Grund, es mal wieder zu kaufen. Nur, was gibts dazu. Ich erinnerte mich an einen Rest Gemüsebrühe, die ich noch vom letzten Sonntag hüte und spielte mit dem Gedanken, ein richtiges Soßengericht daraus zu machen, ausnahmsweise mal nicht mit Stampfkartoffeln. 😉 Nur was dazu. Und weil ich auch schon – aus gutem Grund – lange keine Bratwurst mehr hatte, kam die dann mit dazu.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstIhr dürft gern fragen, wie ich die Bratwurst so schön gleichmäßig ohne Fettfilm und ohne Heißluftfritteuse  hinbekommen habe. 😉 Die Salzkartoffeln sind Salzkartoffeln. Ganz klassisch. Der Chicorée ist frei extemporiert. Ich habe die zwei der weißgelben Gemüse halbiert und den unteren, strunkigeren Teil dann in etwas Butter angebraten, Salz, Pfeffer und etwas Zucker waren mit dabei. Als sich Bratspuren zeigten, habe ich eine fein geschnittene Schalotte noch mit dazu gegeben. Mein Blick fiel dabei auf das, was sonst noch so rumschwirrte und der Blick fokussierte sich auf einen alten Apfel. Da fiel mir eine Folge einer von Nigel Slater’s Kochsendungen ein, die u.a. die Botschaft hatte, dass Apfel und Schweinefleisch gut zusammen passen. Also schnibbelte ich den Apfel auch noch klein und gab ihn mit in die Pfanne. Alles wurde nochmal gut durchgeschwenkt und bekam dann einen Aufguss mit einem halben Glas Gemüsebrühe. Alles durfte einmal aufkochen und köchelte dann noch ein wenig vor sich hin. Nach ein paar Minuten gab ich die zerblätterten oberen Hälften vom Chicorée dazu, dass er sich auch noch ein wenig erwärme und dann konnte auch schon angerichtet werden.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstAchja, irgendwann zwischendurch, vermutlich mit den Apfelstücken, kam auch noch eine halbe Chilischote dazu, für den gewissen Pfiffffff. Da kann jeder selbst überlegen, ob er das macht und wenn ja, in welchem Maße … Ich habe einen Hauch übertreiben. Aber feuerspeiend war es dann auch nicht.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstDie Wurst wurde übrigens in der Mikrowelle gegart. Zumindest dem Gerät. Aber nicht mit der Funktion. Meine kann auch noch Grill (war es auch nicht) und Heißluft. Wie ein kleiner Umluftofen im Mikrowellenformat. Finde ich super und würde ich jedem, der über die Anschaffung einer Mikrowelle nachdenkt, empfehlen. Die Heißluftfunktion kostet zwar ein paar Euros mehr, aber für das tägliche Kleinklein ist es immer besser, als den großen Ofen anzuheizen. Den Nutzte ich im letzten Jahr quasi 1x. Für den sehr frischen Karpfen. Alles andere kam via umluftfähiger Mikrowelle.

Kohlente

Vielleicht zum Eingang einen kleinen Schwank aus meinem Leben der letzten Woche, der nix mit Essen und Trinken zu tun hat. Dazu aber die Frage: Sagt Euch der 14.10.2025 noch was? Auch einer der sogenannten „versteckten“ „Feiertage“. 😉 Nein, nicht wirklich. Das war der Tag, als Microslop (so heißt das wohl jetzt, wenn man IN sein will, wobei ich ja noch das i durch ein a ersetzt hätte) seinen Support für Windows 10 einstellte resp. einstellen wollte. Windows 11 als Nachfolger stand ja bereit … Allerdings war ich schon soooo lange mit Win10 verbunden, dass meine Hardware (PC) sich weigerte, für Win11 bereit zu sein. Stellte sich die Frage nach einem neuen Rechner. Der alte war aber auch noch super funktional, so dass ich den Wechsel nicht wirklich einsah. Die angebotene einjährige Lizenzverlängerung wäre ja auch nur ein Aufschub des Problems gewesen. Also Plan C, genauer Plan L(inux). Und nun arbeite ich seit Mitte Oktober letzten Jahres im wesentlichen* auf Linux. Und es funktioniert super.

Nur in der letzten Woche habe ich mal einen Fehler gemacht. Wenn man sich nicht so richtig damit auskennt, sollte man „systemnah“ nicht rumpfuschen. Mein Linux ging offline. Nicht 100%-ig, aber doch funktional für Browser, Updates u.a. In mir stieg Panik auf. Müsste ich jetzt nur noch mit dem (nicht so ganz geliebten) Laptop arbeiten. Oder remote via Linux auf dem Laptop (das ging noch). Ein kundiger Mensch half in einer kleinen Nachtsitzung (danke nochmal dafür) und ich war wieder online. Da war nicht nur ein Stein, der mir vom Herzen fiel. Menschen mit ihrem gesamten Leben (Kommunikation, Banking, Shopping, …) auf dem Smartphone werden das nachvollziehen können, vor allem, wenn sie schon mal erlebt haben, dass das Ding nicht geht bzw. – schlimmer – weg ist. Aber ich bin glücklich und weiß, wovon ich die Finger zu lassen habe.

Kulinarisch war wenig los. Auf Arbeit gab es zweimal Fish’n’Chips … in Form von Pellkartoffeln mit Sahnehering und Stampfkartoffeln mit Brathering. Fish’n’Chips als Synonym für Kartoffeln und Fisch. 😉 Und am Sonntag gabs auch Stampfkartoffeln, allerdings war da dann ein Vogel vorbeistolziert …

Sonntagmittag

Die obigen Zeilen schrieb ich, als das Mittag in der Mache war. Bei „Schmorgerichten“ hat man ja die Zeit. Wobei es kein richtiges Schmorgericht war, aber auf der Packung fand ich eine Zubereitungsidee, der Rest ist auf Basis der Vorräte frei improvisiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseAuf der Packung der Keule (Barbarie-Ente) stand was von Anbraten, Angießen und dann Schmoren. So in der Art ist dann auch das Essen entstanden. Natrülich stand vorher das Auftauen an, an dass ich diesmal sogar rechtzeitig dachte und schon Samstagabend die Keule vom Tiefkühler in den Kühlschrank verfrachtete. Der später Sonntagvormittag sah mich dann, wie ich das Stück auspackte, ein wenig einritzte, salzte und dann in die gut gewärmte und leicht gebutterte Pfanne legte. Hautseite natürlich zuerst. Nebenbei schnibbelte ich ein paar Schalotten und ein paar Zehen Knoblauch klein, die ich dann mit anschmorte. Irgendwo im Vorratsschrank fand ich noch ein Glas Gemüsebrühe, von dem ich dann einen kleinen Teil mit angoss und danach die Pfanne zum einen bedeckelte, zum anderen die Hitze reduzierte. Glasdeckel sei dank konnte ich ohne dessen Lüften schauen konnte, dass die Flüssigkeit in der Pfanne gerade so köchelte. Nach etwa 20 Minuten (ca. 50 Minuten Schmorzeit war laut Packung vorgesehen) schnitt ich etwas Spitzkohl und ein paar Möhrenscheiben dazu und ergänzte alles mit Salz, Pfeffer und Kümmel. Etwas Wasser kam auch noch dabei. Der Pfanneninhalt wurde wieder zum Köcheln gebracht und dann auf minderer Hitze weiter gezogen. Als der Kurzzeitwecker klingelte, konnte auch schon angerichtet werden.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseNebenbei habe ich natürlich noch die Stampfkartoffeln zubereitet. „Grünzeug“ ist diesmal Schnittlauch (Tk). Ich bin mir ehrlicherweise nicht ganz sicher, ob ich mir nochmal Entenkeulen kaufen werde (wobei: eine hab ich noch im Tiefkühler). Zumindest so geschmort war sie nicht so mein Ding. Vielleicht war ich auch einfach nur zu zaghaft in der Würzung. Oder hätte sie länger bei kleinerer Hitze garen müssen. Wobei sie – technisch gesehen – vermutlich gar nicht mal so schlecht war. Noch saftig, aber durch, gut im Biss, aber ein wenig Kauen musste man schon. Mit der anderen Keule werde ich anders verfahren, mal sehen, was da passiert.

Entenkeule, Stampfkartoffeln, KohlgemüseLänger garen wäre in diesem Fall nicht so einfach gegangen. Der Kohl war weich, die Möhre al dente. Das wäre matschig geworden, bei weiterer Garung. Alles in allem nörgel‘ ich aber gerade auf hohem Niveau. Es war alles schon lecker, schlechter gegessen hatte ich auch schon. Also: Was will ich eigentlich mehr?

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*) im wesentlichen: Ich habe noch einen Laptop mit Win11, der ist aber meist eher Second Screen, und mein Win10 hat die Lizenzverlängerung bekommen. Und eine Leerräumung. Er läuft jetzt noch besser als vorher. Linux habe ich auf einem kleinen Behelfsrechner – Notlösungen halten am längsten. Es gibt noch eine – gelegentlich genutzte – Aufgabe, die ich noch nicht auf Linux habe, ansonsten alles.