Geschmortes Wasser und andere Betrachtungen

Darf ich mal den Physiklehrer in mir rauskramen? Es ist tief vergraben aber auch einer da, immerhin  habe ich das mal im frühen Leben gelernt und abgeschlossen, wendebedingt sogar gleich zweimal. Ich darf mich Diplomlehrer und Haupt- und Realschullehrer nennen. Zugegeben, wirklich aktiv war ich auf dem Gebiet nie, dank der Beendigung meines Studiums/Referendariats zum Zeitpunkt der großen Lehrplan- und Stundentafelumstellung 1991 wollte man meine Dienste nicht und ich bin dann anderweitig abgebogen, mit steigender Entfernung. 

Nerdig* dozieren mag ich aber immer noch gern. Meine Umgebung weiß das zu schätzen (bzw. leidet manchmal darunter). So möchte ich heute über Aggregatzustände erzählen, deren es klassischerweise drei gibt: fest, flüssig, gasförmig. Wer etwas tiefer einsteigt (oder vom Temperaturniveau eher höher), kann das Plasma als 4. Aggregatzustand gern dazunehmen. Das kochbloggende Leben ergänzt dann um weitere. Hierbei spezialisieren wir uns allerdings auf die Aggregatzustände von Wasser. Bekannterweise liegt es mal fest (Eis), flüssig (Leitungswasser) und gasförmig vor. Im letzteren Fall würde der Wasserdampf die nicht ganz stimmige Verbildlichung sein, ist dieser doch eine Mischung aus der eigentlichen gasförmigen Phase und nebelförmig (als Aerosol) vorkommendem, eigentlich flüssigem, mitgerissenem Wasser, der Dampf. Wasser als Plasma bekommen wir in der Küche im allgemeinen nicht hin. Trotzdem kann es den 4. Aggregatzustand auch in der Küche geben, in Neonröhren oder Energiesparlampen zum Beispiel, auch in Funkenerzeugern bei Gasanzündern u.ä. Lichtbögen sind auch Plasma, aber in der Küche recht ungebräuchlich.

Allerdings kennen wir in der Küche noch drei weitere Aggregatzustände für Wasser, wobei wir ein wenig das Gebiet der Physik in Richtung Ironie und Sonntagsmittag verlassen. Aufgezählt in der Reihenfolge, wie sie mir zur Kenntnis gekommen sind, sind das die Phasen schnittfest, knackig und schmorbar, verbildlicht durch die Tomate (außerhalb der Saison), dem Eisbergsalat und der Schmorgurke. Letztere enthält mit 97% Wasser mehr als bspw. Orangensaft (95%) oder der Mensch (hier streiten die Quellen, ich schreib mal einfach 76%). So habe ich also am Sonntag versucht, Wasser zu schmoren. Ich sach ma so: Grundsätzlich ja, wäre auch nicht das erste Mal, aber sonst mache ich es von den Zutaten her sehr viel anders, was das Ergebnis … naja … doch etwas anders machte.

Sonntagmittag

Auf die Idee kam ich durch einen anderen Kochblog, in dem Schmorgurken mit Schmand und Dill (u.a.) vorgestellt wurden. Das sah zwar sehr weiß, aber doch auch interessant aus. Ob das Ergebnis besser geworden wäre, wenn ich mich sklavischer ans Originalrezept gehalten hätte, weiß ich natürlich nicht, beim nächsten Mal mach ich auf jeden Fall einiges anders.

Schmorgurke, Salzkartoffeln, Hüftsteak

In etwas Butter habe ich zuerst ein paar Zwiebelwürfel leicht anschwitzen, aber nicht anbräunen lassen. Warum im Original dort Butterschmalz verwendet wird, weiß ich nicht. Okay, Butterschmalz kann man höher erhitzen, aber so heiß wird hier doch gar nicht gekocht. Meine Schmorgurke habe ich der Länge nach halbiert und dann in halbwegs gleichdicke Scheiben geschnitten. Entgegen dem Original habe ich die Kerne drin gelassen. Ich hatte keine Gemüsebrühe zum Aufgießen, so sollte das Gurkeninnere für ein wenig Geschmack und Flüssigkeit sorgen. Immerhin mehr, als wenn ich nur Salzwasser genommen hätte.

Apropos Gemüsebrühe. 1/4 l sollte dazukommen. Ich habe nur eine Espressotasse Wasser als Starthilfe zugegeben, später wurde das aber alles doch sehr viel flüssiger als nötig. Und ich mag viel Soße … In die angeschmorten Zwiebeln kam etwas Senf und dann die zerkleinerte Gurke, alles wurde zum Kochen gebracht, etwas Salz und Pfeffer gab die Anfangswürze. Deckel drauf und schmoren lassen. Nebenbei habe ich die Salzkartoffeln gekocht (ganz klassisch) und das Fleisch aus der Verpackung befreit. 

Schmorgurke, Salzkartoffeln, Hüftsteak

5 Minuten sollte man die Gurken schmoren lassen. Also, meine waren nach 15 Minuten noch sehr knackig. Wobei mir eben auffällt, dass ich offenbar einen Schritt**, der einiges erklären könnte, übersprungen habe.  Als sie al dente waren, habe ich den Schmand und dann auch den Dill dazu gegeben. Alles gut umgerührt, das Fleisch fertig gegrillt und alles angerichtet.

Schmorgurke, Salzkartoffeln, Hüftsteak

Die weiße Schmand-Variante hat was; mal sehen, wie sie die Tage aufgewärmt schmeckt. Wer isst schon eine ganze Schmorgurke auf einmal? Dann gibt es Wildknacker dazu. Das Fleisch hier war ein mariniertes Hüftsteak vom Schwein. Es verhielt sich auf der Grillplatte recht gut, gerade auch für ein Industriefleischstück. Allerdings sind Hüftsteaks keine Nackensteaks, man kriegt sie auch gut trocken gegrillt. Ich hab’s in saftig geschafft, allerdings – irgendwas ist ja immer – war mir das Fleisch zu stark gesalzen (und ich habe nix drauf getan). Vielleicht war der unbekannte Fleischer unglücklich verliebt …

P.S. (am Montag): Schön in Plastedose verpackt, in der Mikrowelle erwärmt und dann, der Kultur wegen, wenigstens auf einem Teller serviert – die Montagmittagedition des Gerichtes:

Schmorgurke, Salzkartoffeln, Wildknacker, KantineneditionDie Wildknacker hatte ich einfach mit in das mikrowellengeeignete Gefäß geschnibbelt, sie wurde schön erwärmt im Umfeld des anderen Essens. Irgendwie sieht das aber auch aus wie ein Unfall. 😉 

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*) Die Autokorrektur wollte „Nervig“ draus machen, irgendwie stimmig und erheiternd

**) Im Original wurden die Gurkenstücke erst gesalzen und dann abtropfen gelassen. Das „gart“ natürlich auch etwas vor. 

Intermezzo: Ausgelassen mit Ursula und Artemis

Die FFV schien magische Kräfte gehabt zu haben. Aber beginnen wir kurz davor. Gelegentlich kaufe ich mir ein Stückchen durchwachsenen Speck, meist zum Snacken, pur oder auf frischem Backwerk. Mein Lieblingsfleischer bietet ihn in der gewohnten Form oder auf doppelt geräucherte und zusätzlich gewürzte Art an. Letztere ist zum Snacken fast zu intensiv, aber als Ergänzung zur Suppeneinlage für Würze und Geschmack ist’s super.

Neulich war ich bei ihm und fand beides hinterm Tresen vor, so dass zwei Stückchen Speck mitkommen sollten. Erst das Stück doppelt Geräuchertem, dann deutete ich auf ein Stück durchwachsenem in angenehmer Größe. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich, wie die FFV (Fleischereifachverkäuferin) es auch einpackte. Ein paar Tage später sollte es dann sein, das Paket wurde eröffnet. Aber statt des durchwachsenen fand ich fetten Speck vor … Hm. Watt Nu?! Zum Snacken ungeeignet.

Wegwerfen ist keine Option, also gab’s was feistes. Der deutsche „Lardo“ wurde in Würfel geschnitten und kam in eine sich erhitzende Pfanne. Als das erste Fett ausgelassen war, kam eine ebenfalls gewürfelte rote Zwiebel dazu. Beides schmurgelte eine ganze Weile sanft vor sich hin, bis sich Zwiebel und Speck bräunte. Nebenbei garte ich Kartoffeln und vereinigte die drei Hauptzutaten stampfend in einem Topf unter Zugabe von Salz, Pfeffer, Muskat. Dann konnte angerichtet werden.

Speckig, zwieblige Stampfkartoffeln mit Rotkrautsalat

Der Rotkrautsalat war ein Fertigprodukt, dem der Hersteller einen Namen gegeben hat. Schade, dass die Zwiebeln keinen Namen hatten. Was wäre das für eine Überschrift geworden …

Speckig, zwieblige Stampfkartoffeln mit Rotkrautsalat

P.S. für die Blitzmerker: Ausgelassen war der Speck und die Kartoffeln hießen Artemis.

Mit viel Liebe gekocht …

Kennt ihr das? Man schaut in seinen Resourcen und alles, was man daraus bauen könnte, hatte man schon. So hätte es beinahe mal wieder Stampfkartoffeln und Bohnengemüse als Beilage gegeben. Hatten wir aber schon mal. Also muss man einiges durcheinander bringen. Immerhin stimmte zum Ende die Optik, nur muss der Koch in mir noch herausfinden, in wen er gerade unglücklich verliebt ist. Vielleicht in Milchkaffee?

Als zu großer Freund von kaltem Milchkaffee kann man sich auch mal vergreifen. Dass ich dabei die zutatenarmen Hausmarken den großen Namen vorziehe, hatte ich schon früher erwähnt (Kaffee statt Kaffeeextrakt und ohne Aromastoffe, außer bei den aromatisierten Varianten Vanille und Karamell). Neulich war ich aber bei einem seltener genutzten Discounter, griff ins entsprechende Regalfach und erwischte mangels Aufmerksamkeit eine Abart. Ich hatte wohl nur auf Hausmarke und „Caffé Latte“ geschaut, hatte dabei aber das andere NoGo- bzw. besser NoBuy-Schlüsselwort übersehen. Und so sah ich mich im Moment des Verzehrs einem „Kaffee-Getränk mit Milcheiweiß und Magermilch“ gegenüber statt dem „Milchmischgetränk“. Hauptbestandteil war hier eben keine Milch (die kam als Magermilch erst auf Platz 3 mit 19%), sondern ein Milcheiweißerzeugnis. Das kommt eben davon, wenn man das „High Protein“ auf dem Deckel übersieht und das Produkt trotzdem kauft.

Nebenbei irritierte auch noch die Angabe zum Koffeingehalt. Während ein Vergleichsgetränk bei „18% Arabica-Kaffee“ auf der Zutatenliste 52 mg/100ml enthielt, waren es hier bei „20% Kaffee“ nur 47. Da gehen einem schon ein paar Unterstellungen durch den Kopf. Vielleicht legte sich auch mit der zutatenlistegespeisten Erkenntnis Süßstoff statt Zucker das eine oder andere Vorurteil über die Zunge, aber geschmacklich war das Ding nicht der große Bringer. Erfreulich war, dass die bei Light- und Zero-Getränken übliche Süßstoffspitze hier nicht so stark ausgeprägt war. Statt der sonst üblichen ca. 3% Protein waren 8% im Becher. Immerhin: „High Protein“ stimmte wenigstens im Typenvergleich. So hatte ich damit schon zum Frühstück 20g Proteine zu mir genommen. Ähm, okay, 27,5g. Ich trank hinterher noch einen kalten Espresso Latte, klassisch, aus gleichem Hause. Auch zur Geschmacksverbesserung.

Sonntagmittag

Heute mal wieder nur mit den End-Bildern. Aber ich glaube, die Zubereitung ist sooo einfach, das kriegt ihr auch ohne Zwischenbilder hin. Bei Nachkochinteresse. Das eingangs erwähnte Dilemma „Bohnengemüse/Stampfkartoffeln“ löste ich mit Bohnenstampf und Backkartoffelecken.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeSieht das Rib-Eye-Steak nicht super aus? War auch lecker. Eines extra Steakmessers hätte es auch nicht bedarft. Schön rosa und saftig mit Kruste drumrum. Perfekt.

Wie es sich gehört, nahm ich das Fleisch noch vor den anderen Vorbereitungen aus dem Kühlschrank. Dann wandte ich mich den Kartoffeln zu. Schälen, Vierteln und in einer Rapsöl-Salz-Rosmarin-Mischung ein wenig marinieren. Dann kommt das in den Ofen auf Backpapier und wird bei Umluft 180°C ca. 30 min. gebacken. Dann wird die Pfanne erwärmt. Nebenbei löste ich das Steak aus seiner Verpackung, tupfte es etwas trocken. Als die Pfanne heiß war, salzte ich die Oberseite, gab auch ein paar Tropfen Öl darauf und legte das Steak mit der behandelten Seite nach unten auf den Pfannenboden. Gut zielen! Man sollte es erstmal nicht mehr anfassen. In einem kleinen Topf, der ebenfalls erwärmt wurde, kam etwas Butter und dann die Tk-Bohnen. Um dem Bohnenmus eine gewisse Konsistenz zu geben, gab ich auch noch eine sehr klein geschnittene rohe Kartoffel dazu. Ebenfalls dazu kamen Salz, Pfeffer, Bohnenkraut, eine Spur Wasser und ein Deckel obendrauf. So konnte alles auftauen (Bohnen) und garen (Bohnen und Kartoffel).

Ein Auge lag natürlich immer mal auf dem Steak. Irgendwann löste es sich bei leichtem Rütteln von der Pfanne, so dass ein kurzer Blick auf die Unterseite möglich wurde. Als diese gut aussah, wurde die noch rohe Oberseite gesalzen und mit ein paar Tropfen Öl versehen und dann das ganze Stück umgedreht. Auch hier sollte gut gezielt werden, denn nach dem Umdrehen ist physische Ruhe in der Pfanne.

Als die Kartoffelwürfel bei den Bohnen weich waren, kam im Topf der Pürierstab zum Einsatz, abgeschmeckt wurde mit ein wenig von der Flüssigkeit, die sich in der Pfanne ansammelte. Als die Kartoffelecken fertig waren, konnte angerichtet werden.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeDas grüne Bohnenpüree hatte wohl eine Spur zu viel Salz abbekommen. Sieht man aber nicht. 😉 Und Getränkevorräte waren hinreichend viele im Haus. Bei den Kartoffeln bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich sie länger hätte marinieren lassen oder während des Backprozesses vielleicht mal mit dem Rest der Marinade bepinseln sollen. Geschmeckt haben sie aber. Nur die Optik …

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeDas Steak wurde final übrigens noch ein wenig mit Butter bedacht (noch in der Pfanne) und etwas frisch gemahlener Pfeffer kam auch drauf. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Man gönnt sich ja nicht oft sowas, aber das war wieder richtig gut.

Wir blüh(t)en und feiern das

Verfolger auf SocialMedia haben es schon gesehen. Wir blüh(t)en, same procedure last year. Mein stacheliger Freund, ich hatte es vor einer Woche schon erwähnt, bildete einen Blütenansatz und dann auch eine Blüte. Nach Feierabend bei noch etwas Restlicht vom Sonnenuntergang war es noch eine Knospe, aber kurz vor Mitternacht sah es dann so aus:

Kaktusblüte bei Nacht 2026Eigentlich mag ich ja keine Aufnahmen mit Blitzlicht, aber die ist irgendwie ganz gut geworden. Am nächsten Morgen bei Tageslicht ging’s dann auch ohne Blitz.

Kaktusblüte 2026Der nächste Morgen zeigte dann ein nicht mehr so schönes Bild. Es ist eben ein kurzes Vergnügen, so was schönes zu sehen. Vor allem, wenn man bedenkt, aus was für einer Hässlichkeit sowas herauswächst. Man sieht es nicht sehr gut auf dem Bild, aber der Kaktus als solches sieht nicht so sehr gut aus. Er müsste dringend umgetopft werden – eine Aufgabe, die er sich mit dem dahinterstehenden teilt. Von dem seht ihr aber nur den „kleinen“ Ableger; was da hinter dem Bildrand verschwindet, ist ca. 1 m lang, vielleicht mehr. Beide sind an Selbstabholer in liebevolle Hände gern abzugeben.

Sonntagmittag

Am Samstag war ich beim 14-täglich stattfindenden Grünmarkt in der Stadt und fand einen sehr aufgeräumten Marktplatz vor … Da ich im Anschluss so oder so noch zu meinem Lieblingsfleischer wollte, verkürzte sich mein Aufenthalt in diesem „Draußen“ und ich konnte ein paar Leckereien einkaufen. Im Vergleich zum Sonntagmittag vor 2 Wochen marinierte Nackensteaks, zubereitet auf gleiche Weise.

Da aber die Kartoffeln wohl am längsten brauchen, kamen zuerst die auf den Herd.

Kartoffelwürfel vor dem DampfgarenMan soll sich bekannterweise abwechslungsreich ernähren, deswegen sind es diesmal mehligkochende Kartoffeln, die im Dampfbad gegart werden (und nicht wie sonst in der Mikrowelle).

Daneben kamen ein paar Schnibbelbohnen (die eigentlich unter „Brechbohnen“ firmierten) in einen Topf, zusammen mit 2 klein geschnittenen Tomaten, Salz, Pfeffer und ein wenig Wasser.

Tk-Bohnen und frische TomateDas wurde bedeckelt, gar gekocht, abgeschmeckt und mit ein wenig Mehl gebunden. Dann fand ich noch ein Gläschen mit einer Paprika-Knoblauch-Öl- Paste, die wohl auch ein wenig Chili enthielt. Auch davon rührte ich noch einen Esslöffel voll ein.

Grillplatte, fertig aufgeheiztDaneben heizte die Grillplatte auf und bekam dann Besuch von den Nackensteaks vom Lieblingsfleischer.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der GrillplatteSieht schon so besser aus als vor 2 Wochen. Langsam sollte ich mal aus dieser Erkenntnis lernen. Ich legte die beiden Fleischscheiben auf die heiße Platte und überließ sie der Hitze. Dabei kümmerte ich mich um das Gemüse und prüfte die Kartoffeln auf ihren Garungsgrad. Nach mehreren Minuten schaute ich mir mal die Unterseite an, die ich gut gebräunt vorfand. Also umdrehen bitte.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der Grillplatte - einmal gedrehtSieht das nicht lecker aus?! Nicht wie der Schmand aus den folierten Supermarkt-„Nackensteaks“. Zeit, die anderen Teile auf die Zielgerade zu bringen. Das Gemüse ruhte schon:

Gemüsebeilage fertigBei den Stampfkartoffeln rächte sich, dass ich lange keine mehr mit Milch gemacht hatte. Nachdem ich den Dämpfeinsatz mit den Kartoffeln entnommen und das Restwasser aus dem Topf entfernt hatte, gab ich einen Schuss Milch in den Topf, der wohl etwas üppig geriet. Nungut, die Kartoffeln kamen auch noch mit dazu, ebenfalls Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Tk-Schnittlauch. Alles wurde gestampft und anschließend mit etwas Rapsöl (statt Butter) verrührt. Es war vorher schon recht flüssig, stabilisierte sich aber noch ein wenig.

Kartoffelbrei fertigDas Fleisch war dann auch fertig.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der Grillplatte - fertigUnd so konnte angerichtet werden.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDie bräunliche Auflage auf den Kartoffeln kam von der Grillplatte, war aber gar nicht so einfach zu transferienen. Es war eben sooo wenig.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDas Gemüse hatte ein wenig Pfiff durch die Paste gewonnen. Mal was anderes.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDas Fleisch war gewohnt Spitze. Naja, schade, dass nicht jeder so einen Lieblingsfleischer haben kann. 😉

Kochen mit Carlo

Da sich der gepflegte und ständig wiederholte, tief in der Kultur verwurzelte Genuss von Nervengift irgendwie nicht aus der gesellschaftlichen DNA rauscrispen lässt, eher zu einer obskuren Tradition hochstilisiert wird und eine Selbstverständlichkeit sondersgleichen ist, sei doch auch mal erwähnt, dass C2H5OH nicht das einzige Gift in unserer Ernährung ist. Dabei sei natürlich die Notwendigkeit einer sinnvollen Definition von „Gift“ vorangestellt, die hier aber nicht erfolgen soll. Sich auf eine rein toxische Wirkung zu beziehen, wäre vielleicht zu kurz gefasst, immerhin kann die Aufnahme von 14 l Wasser innerhalb kürzester Zeit (anekdotisch) auch zu einer „Wasservergiftung“ führen, die mit dem Tode endete, was aber hier nicht aus toxischen, sondern eher aus biophysikalischen Gründen geschah. Auch von der Muskatnuss wird berichtet, dass sie zumindest zu Vergiftungserscheinungen führen kann, die Dosis liegt aber bei mehreren Nüssen in kürzester Zeit. Mahlzeit. Die Liste lässt sich sicher fortsetzen, bedarf dann aber weiterer Recherche.

Achja, lange nicht mehr da gewesen und doch – ein wenig macht es Stolz – bisher zumindest im Ansatz vorhanden: Wir werden blühen.

Kaktusblüte im AnsatzEin paar Tage wird es wohl noch dauern, aber wenn ich es nicht verpasse, gibt es dann nächstes Mal ein Bild von der aktuellen Blüte.

Sonntagmittag

Das ging mal wieder gaaanz schnell. Immerhin ist, wir werden es gleich sehen, die Zeit der Tk-Erbsen endlich vorbei. Das Nachfolgegemüse wird sich auch nicht so lange im Blog verewigen, offensichtlich kommen da der Verzehr von größeren Mengen pro Portion und die kleinere Verpackungseinheit sinnvoll zueinander.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenDas sieht wie ein Ein-Pfann-Gericht aus, ist es auch. Und Carlo hat geholfen. Ein wenig italienische Küche gefällig? Sieht gar nicht so aus, oder? Gucken wir mal genauer hin.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenIhr habt es richtig erkannt: Das neue Tk-Gemüse sind Schnibbelbohnen. Die „Sättigungsbeilage“ ist eine Mischung aus Wild- und Vollkornreis. Man gönnt sich ja sonst nix. Der wurde in Anwesenheit von etwas Olivenöl zum Erhalt der Beweglichkeit der Körner aufgewärmt. Das interessante sind übrigens die Wurstscheiben, die mit Carlos Hilfe entstanden sind. Und nein, Carlo ist kein Fleischer, auch kein Koch. Aber Namensgeber, Musiker, Komponist und Wassersportler (in frühen Jahren). Wir kennen ihn eher aus Filmen, wo er oft mit Mario ein Duo bildete … Cineasten werden schon längst ahnen, um wen es geht: Carlo Pedersoli, auf den ich mich bezog, ist eher unter dem Künstlernamen Bud Spencer bekannt (Mario Girotti ist dabei natürlich Terence Hill). Ein bekannter Fleischverwurster hat sich da offenbar ein paar Namesrechte gesichert und unter Bud Spencers Namen eine Schinkenkrakauer mit Chili und Jalapeños herausgebracht. Ich muss sagen: Ein wenig Pfiff haben sie, selbst im oben abgebildeten Kontext.

Die Wurststückchen (die Wurst habe ich selbst in Scheiben geschnitten! – mein Eigenanteil)  wurden in ein wenig Öl in der Pfanne leicht angebraten, dann kamen in die Bohnen dazu und alles bedeckelt. Unter mittlerer Hitze tauten die  auf und garten fertig. Eine kleine Prise Salz und etwas Pfeffer haben noch etwas mehr Geschmack, ein Stich Butter rundete alles ab. Schlussendlich kam der fertig gegarte Reis mit in die Pfanne, alles wurde gemischt, auf den Teller gegeben und mit einem Ziegenhartkäse berieben.

Und da man abwechslungsreich und vielfältig essen soll, sah der Nachschlag dann so aus:

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, gehobeltImmerhin wurde der Käse nicht gerieben, sondern gehobelt. 😉

Wenn platt, dann eher heiß

Mit dem DDR-Label muss man heute sehr vorsichtig sein, gerade auch im kulinarischen Bereich. Mittlerweile ermächtigt sich mir der Eindruck, dass der einzige, allereinzigste Grund dafür, es zu verwenden, reines Marketing ist. In einem der nächsten Beiträge werde ich dafür ein entsprechendes Produkt auseinandernehmen und genau das zeigen. Man mag zwar für ein Produkt ein Rezept verwendet haben, wie es schon zu DDR-Zeiten genutzt wurde, trotzdem wird daraus noch lange kein „wie damals“-Produkt, spätestens, weil es die Zutaten mit den damaligen Eigenschaften nicht mehr gibt. Nur, um mal zu spoilern. Aber selbst das Rezept darf angezweifelt werden.

Sonntagmittag

Dieser Tage habe ich in einem anderen Kochblog ein Rezept für einen Kartoffelsalat mit Vignaigrette gesehen, und hätte am liebsten ein wenig pinschieterig kommentiert. Wobei ich keinesfalls das Rezept schlecht machen möchte, im Gegenteil! Es ist eine schöne Anregung und ich werde es ähnlich mal probieren. Aber in dem Rezept wurde keine Vignaigrette an die Kartoffeln gegeben, sondern nur deren Zutaten. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, wie ich finde. Aber, worauf ich eigentlich hinaus wollte: Der Blog hat die wunderbare Eigenschaft, ausführliche Zubereitungsbilder zu zeigen. Finde ich super. Habe ich früher™ auch gemacht. Vielleicht fange ich auch wieder damit an.

Zwiebeln klein schneiden, Knoblauch hacken, Öl und Butter in einer Pfanne erhitzen, dabei salzen. Die Zwiebeln dazu geben und weich schmoren lassen. Nach 5 Minuten auch den Knoblauch dazu geben. Dann kommen die Erbsen dazu. Der wichtige Hinweis an dieser Stelle aus dramaturgischem Sinn: Es waren die letzten Erbsen aus der Tk-Tüte, es darf sich also in den nächsten Blogbeiträgen auf ein anderes Gemüse gefreut werden. Vermutlich auch grün und aus dem Tiefkühlschrank. Oder was frisches.

Zwiebel, Knoblauch, Fett, Erbsen in der PfanneErsichtlich: Es war eine rote Zwiebel. Dadurch wurde es auch etwas viel Zwiebel, aber durch das Schmoren bevor die Erbsen dazu kamen, wurde sie sanft. Kurz hatte ich auch noch über eine dezente Speckzugabe nachgedacht, es aber dann doch gelassen. Als die Erbsen so gerade aufgetaut und warm waren, habe ich die Pfanne bedeckelt beiseite gestellt und ein lange nicht mehr genutztes Kochgeschirr rausgekramt.

Mal wieder im Einsatz: die GrillplatteMeine Grillplatte, die sich wunderbar mit meiner Induktionskochplatte kombinieren lässt. Man kann sie aber auch auf die Ceranplatte des Herdes legen. Aber dann hätte ich die Induktionsplatte erst wegräumen müssen … Die wurde schon mal ein wenig angeheizt.

Da ich – wie oft – nur mehligkochende Kartoffeln im Haus hatte … Ja ja. Aber man kann auch das variieren. Aber erstmal 3 Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden.

Kartoffelstücke, waschfeucht, für die MikrowelleDie kommen tropfnass in ein mikrowellengeeignetes Gefäß, das anschließend bedeckelt, aber nicht fest geschlossen wird. Der Dampf muss schon raus können. Die Menge war dann 5:30 min. bei volle Pulle Mikrowelle in selbiger und dann gar.

gegarte Kartoffeln, Butter, Salz, MuskatDann kamen Butter, Salz und Muskat dazu. Und alles wurde durchgerührt und gequetscht.

gegarte Kartoffeln, Butter, Salz, Muskat gestampfrührtNoch ein wenig stückig, aber sollte so. Kann man auch mit Milch, Sahne oder weiteren Flüssigkeiten cremiger machen. Ich tat den erbsigen Pfanneninhalt dazu und rührte kräftig durch.

Erbsenpfanne in den Kartoffelbrei eingerührtAber zurück zu Grillplatte (mittlerweile heiß) und zwei Servierringen (oder wie die Dinger heißen).

Garnierringe auf der GrillplatteDarin wurde dann der Becherinhalt verteilt und gut angedrückt.

Erbsen-Kartoffel-Ding in der MacheAls Beilage hatte ich beim Wochenendeinkauf Nacken gekauft. Eingelegt. Aber nicht so was 08/15. Aber doch auch in Folie eingeschweißt. Mit Marinade. Ein Fehler.

Fleisch und Kartoffel-Erbsen-Dinger auf der heißen PlatteAnfangs sah es noch ganz harmlos aus, außer vielleicht, dass die Scheiben dünner waren als gedacht. Zu dünn aus meiner Sicht. Aber das Elend nahm seinen Lauf.

Keine gute Idee: Fleisch in FolienpackNie wieder. Ich möchte öfter mal Zeit und Muße haben, bei meinem Lieblingsfleischer vorbei zu schauen. Sowas wäre mit seinen Produkten nicht passiert. Aber: Das war nicht das einzige Pech.

Kartoffel-Erbsen-Ding, zerbröseltBeim Versuch, das Kartoffel-Erbsen-Ding (ohne Ring) zu wenden, bröselte es natürlich auseinander. Aber schön angebräunt war es schon …

Mit ein wenig Trick17 und der Lehre aus den Fehlern hab ich zum Ende hin doch noch einen halbwegs ansehnlichen Teller hinbekommen.

Nackensteak mit Erbsen-Kartoffel-DingDen zweiten Ring habe ich mit Ring umgedreht, was zwar auch beinahe schief ging, aber eben nur beinahe. 😉 Das Fleischstück sah auch ein wenig verloren auf dem Teller aus, irgendwie scheint es geschrumpft zu sein.

Nackensteak in "Marinade"Die halbwegs schöne Optik ist geschönt. Noch auf der Grillplatte kam ein wenig Sojasoße zum Einsatz.

Kartoffel-Erbsen-DingDas Kartoffel-Erbsen-Ding hat’s bis auf’s Foto geschafft. Das wichtigste Zeit ist erfüllt und im Magen kommt dann sowieso alles durcheinander. Lecker war’s. Über das „Fleisch“ decken wir den Mantel des Schweigens.

Käffchen, Wurst, Stampf und hä?

Es fällt schwer, im Rückblick auf die letzte Woche nicht aufs Wetter anzuspielen. Kurz hatte ich überlegt, eine grüne Gazpacho, die ich die Woche in einem anderen Kochblog gesehen hatte, in einer geeisten Version nachzumachen, aber ich hatte keine Gurke im Haus und keine frischen Kräuter … Nunja, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Die rote Version hatte ich schon mal. Aber kommen wir mal zu etwas völlig anderem: weißes.

Bei vielen industriellen Lebensmitteln überwiegen die Aromastoffe vor den echten Geschmacksträgern, und wenn nicht drauf stände, wonach das jetzt schmeckt, wird es manchmal schwierig, genau das zu differenzieren. Schön ist, dass ein Milchproduktehersteller genau dies anerkennt und sich ehrlich macht:

Camembert Creme "Mystery Edition"Am besten überall „Mystery“ drauf schreiben, dann können auch am besten die Aromen weg, die das nächstgelegene MHD haben … Achnee, blöde Idee: Das Zeuch hält sich ja so ewig. Aber einen Vorteil hat die Idee noch: Man muss nix vom echten Geschmacksgeber mit dazu geben, weil der ja als Zutat nicht auf der Frontseite steht. Spart man wieder Geld. Auch das grüne Gefissel im Produkt entfällt. Win Win, würde ich sagen.

Bei den Temperaturen der letzten Tage stieg ich beim erhalten gebliebenen Kaffeegenuss von der heißen auf die kalte Variante um. Wesentlicher Unterschied bei der Zubereitung: Unter den Kaffeeausfluss der Maschine kommt keine schnöde Tasse, sondern eine mit Eiswürfeln.

Eiskaffee mit der SiebträgermaschineDer Rest ist fast wie immer, zumindest beim Caffe.

Eiskaffee mit der Siebträgermaschine

Eiskaffee mit der Siebträgermaschine

Eiskaffee mit der Siebträgermaschine

Eiskaffee mit der SiebträgermaschineFertig. Die Milch schäume ich natürlich nicht mit der Dampfdüse auf. Die kommt kühlschrankkalt dazu.

Eiskaffee mit der SiebträgermaschineBzw. der Eis-Caffe kommt zur Milch. Fertig. Das Schweißtreibende an der Erstellung dieses Eiskaffees war übrigens das Kaffeemahlen … Vielleicht sollte ich mir doch endlich mal eine elektrische Kaffeemühle zulegen, aber dann habe ich ja gar keine Bewegung mehr.

Sonntagmittag

Nachdem es die Gazpacho nicht geworden ist, gabs was klassisches, einfaches. Ich hatte neulich mal beim Einkaufen eine „Krainer Wurst“ entdeckt. Darunter stand „seit 1898“, ich habe aber eine frische Version erworben. Zumindest überlebte ich den Verzehr. Da unten drunter war auch noch das Label „Geschützte geografische Angabe“, was mich im Zusammenhang mit Slowenien als Herkunft im Lexikon nachschlagen ließ. Und siehe da, die Krainer Region lag im ehemaligen Altösterreich, einer Gegend, die heute zu Slowenien gehört. Eher aus der österreichischen Küche bekannt ist eine Verwandte: die Käsekrainer, auch „Eitrige“.

Meine Krainer Wurst sieht übrigens der bei Wikipedia abgebildeten sehr ähnlich. Ich sach ma so: steht für Stimmigkeit.

Krainer Wurst, beerbster KartoffelbreiAls Beilage gabs geerbsten Karotffelbrei, wobei ich die Tk-Erbsen zusammen mit der Wurst garte (das Wurstkochen war auf der Packung empfohlen). Nebenbei erstellte ich den Stampf.

Krainer Wurst, beerbster KartoffelbreiZitieren wir nochmal Wikipedia (sinngemäß): geräucherte Brühwurst aus grobem Brät, Schwein, Speck, Rind. Laut Zutatenliste kommt diese ohne Rind aus. Aber grobes Brät kann ich bestätigen. Find ich gut.

Krainer Wurst, beerbster KartoffelbreiAm besten sieht man es wohl auf der linken Schnittfläche. Ein Klecks Senf kam auch noch dazu.

Krainer Wurst, beerbster KartoffelbreiWurstfreunde werden sich über die Abwechslung freuen. Allerdings weiß ich nicht mehr, wo ich sie gekauft habe. Irgendwie freue ich mich auf den kommenden Sonntag: Da ist es nicht mehr so heiß und man kann mal wieder was schönes, vielleicht etwas aufwendigeres kochen …

Boah!

Ist datt warm! Wobei es so warm eigentlich gerade noch gar nicht ist, aber die hohe Luftfeuchtigkeit macht es doch unangenehm und drückend. Und die Auslegware wellt sich, dass man fast stolpert … Kenne ich aber auch so. Eigentlich ein schöner Tag, etwas in der Küche zuzubereiten, dass den Ofen über Stunden und die Kochplatten hinreichend lange in Betrieb hält, einen schönen Braten mit Schmorkohl als Beilage. Nungut, da habe ich jetzt mal bei mir selber abgeschrieben, den Gedanken hatte ich tagsüber am Sonntag schon auf SoMe veröffentlicht. Aber so ein bisschen gingen meine Gedanken für das Sonntagmittag schon in die Richtung, da ich etwas im Kühlschrank hütete, was gut zu Sauerkraut und Kartoffelbrei harmonierte. Aber offenbar nicht nur dazu.

In der Woche lachten mich beim Einkaufen ein paar Pfirsiche freundlichst an und erbaten Mitnahme. Dass eigentlich keine Pfirsichsaison ist, merkte ich dann beim Versuch des Verzehrs. Das führte dann auch wieder zu einem SoMe-Post:

 

 

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Schon komisch. Zur Zeit dauert die Phase zwischen hart und welk bei Pfirsichen offenbar nur ca. 5 Minuten und das fand dann nachts gegen 4:23 Uhr statt, ein Zeitpunkt, wo man eigentlich zu schlafen pflegt.

Sonntagmittag

Dafür habe ich meinen beheizten Mixer reaktiviert. Lange stand er nur rum, aber diesmal standen auch noch eine Packung kleiner Snack-Tomaten in 3 Farbtönen und noch ein paar Cocktailtomaten rum, die auch irgendwie weg mussten. Also alles hinein und fertig war die Tomatensoße.

Spaghetti, Tomatensoße, KnackertranchenZugegeben, ganz so einfach war’s nicht, das Gerät hüpfte auch ab und zu ganz schön über den Tisch, aber irgendwann wurde es recht ruhig im Becher und nur noch das leise Blubbern vom Kochen und der rührende Mixeinsatz waren zu hören. Die Snacktomaten hatten einen hohen Anteil an orangen und gelben Früchten, was die Farbe erklärt. Den guten Geschmack erkläre ich auch noch mit der Zugabe von 1 Chilischote, Salz, Zucker, Pfeffer, Schalotte, Knoblauch und einem guten Schuss Olivenöls am Ende. Die Konsistenz war Teamwork zwischen dem kräftigen Mixer und einer kleinen mehligkochenden Kartoffel, die ich mit hinein warf (natürlich geschält).

Spaghetti, Tomatensoße, KnackertranchenEffektiv blubberte alles ca. 1 h im heißen Mixer. Anfangs und nach ca. einer dreiviertel Stunde drehte ich das Mixwerk mal auf heftig. Nach dem zweiten Mal stellte sich dann auch die Konsistenz ein. Eigentlich gebe ich in meine Tomatensoße auch immer noch gern eine rote Paprika, aber die sahen beim Einkauf am Freitag schon im Laden eher altersgerecht als frisch aus, so beließ ich es dabei.

Spaghetti, Tomatensoße, KnackertranchenDie Wurst garte ich übrigens bei den Spaghettis mit. Zumindest teilweise. Sie kam mit ins kalte Wasser und kurz bevor es kochte, nahm ich sie raus. Dann kamen Salz und nachfolgend die Nudeln hinein, die dann auch erstmal aufkochten. Als der Schaum fast den oberem Topfrand erreichte, kam die Wurst wieder rein, ein Deckel drauf und die Herdplatte aus. So zog dann alles zur Vollendung. Jaaaaa: Nudeln müssen nicht in sprudelndem Wasser kochen!

Knollen, Bittergemüse und Tk-Fund

Diesmal muss ich eine Lanze für die Kartoffel brechen. Wobei ich auch anderweitig brechen möchte, aber der Reihe nach. Die Kartoffel – die deutscheste* unter den Beilagen, die Soße aufzunehmen haben (neben Reis und Pasta) – ist gesünder als ihr Ruf. Angehangen ist ihr der Ruf als Kohlenhydratschleuder, aber sie ist doch besser. Natürlich hängt es immer ein wenig auch an der Art der Zubereitung, die sehr vielfältig ist. Zum Beispiel kann man in der Kombination Kartoffel-Ei mit die hochwertigste Proteinkombination überhaupt zu sich nehmen. Auch enthält sie eine Reihe Vitamine (C, B) und Mineralstoffe (K, Mg). Man sollte sie nur schonend und nicht zu nass garen, gerade Vitamin C ist hitzeempfindlich und wasserlöslich.

Die Kartoffel lässt sich auch gut verarbeiten. Wer kennt nicht Kartoffelflocken und die daraus abgeleiteten Produkte. Kartoffelstärke kann man hier auch mit aufzählen. Das läuft dann aber schon alles unter „Hochverarbeitung“. Die kann gern mal zur Pervertierung des ursprünglich recht guten Ausgangsproduktes führen. In den SoMe wurde ich da bspw. auf ein Schnellgericht aufmerksam, das mir noch einen alten Ohrwurm in den Gehörgang schraubte: „Deckel auf, heiß Wasser drauf, und in 5 Minuten tischt man auf …“ Leute mit besserem Gedächtnis als ich werden bemerken, dass ich da zwei sehr ähnliche Produkte in einen Topf geworfen habe, aber egal. „Die 5-Minuten-Terrine – … ’ne gute Idee …“  Nee. Waren nicht mal in diesen Bechern noch „echte“ Kartoffelflocken drin?

Pulver-Kartoffelbrei "Dönergeschmack"Dieser Becher mit orangem Pulver ist eine neue(?) „Geschmacksrichtung“ aus dieser Produktlinie. Ich musste erstmal wirklich die Packung lesen, wie man das richtig „zubereitet“. Mein letztes Ding ist Jahrzehnte her. Besser geworden sind sie nicht. Ein kleines bisschen Verpackungssprech-Lehre gefällig?

In der (privaten) Kulinarik ist ja einiges erlaubt, vor allem, was die Namesgebung betrifft. Angedicktes, aromatisiertes Wasser mit Spuren von Öl und Ei wird als Sauce Hollandaise bezeichnet, in der Pfanne gebratenes Geschnetzeltes mit griechischer Gewürzmischung als „Pfannengyros“ (weder gegrillt, noch vom Drehspieß). Mischen wir also mal Kartoffelmehl mit einer orientalischen(?) Gewürzmischung.


Pulver-Kartoffelbrei "Dönergeschmack"
„Deckel auf, heiß Wasser drauf …“

Pulver-Kartoffelbrei "Dönergeschmack"5 Minuten warten.

Pulver-Kartoffelbrei "Dönergeschmack"Bis hierhin war alles gut. Aber dann musste das auch noch gegessen werden … Selten war so viel Abstand zwischen Beschriftung und Erwartung. Ich habe nachvollziehbar in diesem Blog schon recht viel Kartoffelbrei gemacht und ebenfalls schon (weniger dokumentiert) Döner gegessen. Zumindest mit den hier regional verfügbaren hatte das geschmacklich nix zu tun.

Pulver-Kartoffelbrei "Dönergeschmack"Kannste vergessen. Welchen Sinn haben derartige Produkte? Den Körper mit mehr als Fett, Kohlenhydraten und Salz versorgen? Nein. Sättigen? Nein. Geschmacklich bereichern? Nein.

Während beim Becher wenigstens noch ein Anflug von Breistruktur spürbar war, ist beim nächsten Produkt die Kartoffel vollständig denaturisiert. Samstagabend zum Fernsehen mal ein paar schöne Kartoffelchips sind ja mal eine Idee, aber selbst die bekommen manche Abfüller nicht mehr richtig hin. Aber statt aus dünnen Kartoffelscheiben kann man auch was auch Kartoffelmehl „zaubern“.

Cheesecracker "Chili Cheese"Sieht gut aus, oder? Typischer Fall von Kindermund: „Das schmeckt schön.“ Man möchte korrigierend eingreifen und berichtigen: „Das schmeckt nicht schön sondern gut!“, aber man soll ja Kinder auch nicht zum Lügen animieren. Wobei die Würzung sogar noch geht, aber das kartoffelmehlhaltige Trägermaterial hinterlässt nicht nur ein mehliges Gefühl, sondern auch einen vergleichbaren Geschmack im Mund. Stapelchips (ich mag sie auch nicht) haben da noch Struktur, aber eine vergleichbare Aromatik bei einer höheren Gröbigkeit. Einfach nur gute Chips sind auch nicht so einfach, sollten aber das Ziel sein.

Cheesecracker "Chili Cheese"Diese „Häppchen“ sind übrigens superdünn und hohl. Frau Doktor Heide Rezepa-Zabel bezeichnet vergleichbare Schmuckstücke als „Schaumgold“ oder „Hohlgold“ oder so ähnlich.

Sonntagmittag

Ganz tief im Tiefkühler (deswegen heißt das Ding wohl auch so) fand ich noch eine kleine Entenkeule, die eine dringende Verarbeitung erheischte. Hinzu kam weißes Bittergemüse und säuerliche Kartoffel.

Entenkeule, Chicorée, SchmandkartoffelnSchmandkartoffeln, Chicorée und die Keule. Alles recht einfach zubereitet, aber der Abwasch hinterher war doch schon etwas größer. Ich weiß gar nicht, wieso.

Entenkeule, Chicorée, SchmandkartoffelnBei der Keule hatte ich mir überlegt, sie langsam zu garen. Wesentlicher Hintergrund war eine Live-TV-Sendung, die 2 Stunden zur Mittagsstunde lief und so den zeitlichen Rahmen lieferte. Ich belas mich und fand eine Kombination aus 80°C/3-4h. Da aber mein kleiner Heißluftofen/Mikrowelle nur bis 95°C runter geht, habe ich es mit 2,5 h probiert, zum Ende kam dann noch 10-15 min. bei 230°C hinzu, irgendwie musste ich die Keule ja knusprig bekommen. Was übrigens gut gelang. Zuanfangs hatte ich sie nur ein wenig in der Haut eingeschnitten und gesalzen, nachdem sie über Nacht im Kühlschrank aufgetaut war. 2 Stunden hätten vermutlich auch gereicht. Aber sie war doch recht gut.

Entenkeule, Chicorée, SchmandkartoffelnAls sich die Garzeit der Keule ihrem Ende näherte und die TV-Sendung abmoderiert war, legte ich den geputzen und halbierten Chicorée in eine sehr gut gebutterte Pfanne, in die ich auch etwas Salz und Zucker gestreut hatte. Zuerst auf die Schnittfläche und – als die wie auf dem Bild gebräunt war – dann auf die Rückseite. Ein paar mehligkochende Kartoffeln hatte ich geschält und geviertelt sowie dann über Wasser mit Rosmarin gedämpft. Schmand, Salz, Pfeffer, Tk-Petersilie, etwas vom Bratfett des Chicorée, das abgetropfte von der Keule (die lag im Ofen in einer kleinen Auflaufform) kamen in die Kartoffeln zum Stampfen und durchrühren. Fertig zum Anrichten.

Sonntagabend

Da musste noch mehr weg, also gab es einen kleinen Tomatensalat. In einem Anflug von Ungeplantheit hatte ich die kleinen Mozzarellakugeln, die eigentlich vorgesehen waren, schon vor Tagen gesnackt. Also kam Feta dazu.

Kleiner Tomatensalat aus gelben Tomaten mit FetaKlein gewürfelte Schalotte, weißer Balsamico (ich weiß, sowas gibt es eigentlich gar nicht), Salz, Pfeffer und als letztes etwas Olivenöl machten diese Schüssel (genauer: deren Inhalt) zu einem leckeren Abendbrot.

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*) Wie viele als deutsch gelesene Nahrungsmittel hat auch die Kartoffel eine Migrationsgeschichte und kommt aus Südamerika/Peru; ähnlich wie das Bier, das man in einer Vorläuferform schon beim Bau der Pyramiden in Ägypten kannte.

Posturlaubswoche

Die erste Woche nach dem Urlaub: Ich habe sie überlebt. 😉 Mittags und abends gab es ein wenig Convenience, was an einem Tag in einem Worst-of beinahe gegipfelt wäre. Ich stand auf einem Parkplatz in der Nähe des hiesigen Schachtelwirts „Zur Goldenen Möwe“ und klickte mir in der App einiges zusammen. Mehr oder weniger lustlos. Als ich das Ergebnis und die dabei zusammengekommene Summe betrachtete, schloss ich die App und holte mir anderswo einen Döner. Das war dann auf jeden Fall gesünder. Und weniger, aber auch ausreichend. Dabei war das halbe Jahr eigentlich um und ich hatte ein wenig Lust auf McD, aber es lockte nix wirklich.

Sonntagmittag

Das mit dem Convenience setzte sich auch am Sonntagmittag fort. Das lag aber an einer Geburtstags-Grill-Einladung für den Abend, die unterschwellig empfahl, sich beim Mittag etwas zurückzuhalten. Eine Wurst weniger hätte es zwar dann auch getan, wie die Geschichte zeigte, aber wenn man schon mal zwei da hat …

Käsekrakauer, Krautsalat, BratkartoffelnKleines Rätsel: Wie lange hat die Erstellung dieses Tellers gedauert, von der rohen, ungeschälten Kartoffel an und Bratkartoffeln aus „Pellkartoffeln“ zuzubereiten? Genau: Unter 30 Minuten. Also: Zwei Kartoffeln (festkochend) schälen und in Scheiben schneiden. Die kommen in ein mikrowellengeeignetes Gefäß mit Deckel (mit Dampfabzug) und für 3:30 min in die Mikrowelle. In der Zeit heizt eine Pfanne mit Butter/Öl vor und 1 Schalotte wird zerkleinert. Die gegarten Kartoffelscheiben werden vereinzelt und kommen in die mittelheiße Pfanne. Da meine Mikrowelle auch eine Heißluftfunktion hat, kamen dann die Würstchen bei 200°C Heißluft für 6 Minuten ins Gerät zum erwärmen. Als die Kartoffelscheiben fast fertig sind, kommen die Zwiebelwürfel dazu und werden auch noch gegart. Dann kann auch schon angerichtet werden. Würzen zwischendurch nicht vergessen.

Käsekrakauer, Krautsalat, BratkartoffelnDer Krautsalat war natürlich ein fertiger und nahm in dem Kontext eine Doppelrolle ein: einmal als (pseudo-)gesunde Gemüsebeilage und als Dessert, bei knapp 10 % Zucker im Produkt hat er vermutlich mehr Zucker als so manche andere Nachspeise … 😉