Die wunderbare Welt der Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe. Noch typischer geht’s nicht. Wobei dieses Gericht keinerlei Standards überliegt. Selbst unsere Kanzlerin hat ein eigenes Rezept dafür. Aber das soll nicht der Auslöser gewesen sein. Die vielen Kartoffeln in der Kartoffelschublade meiner Küche gelten dann schon eher als Ideengeber, sich doch mal an diesem Gericht zu probieren. Zu meiner Schande muss ich gestehen, bisher noch keine Kartoffelsuppe gekocht zu haben.

Diese Suppe wurde aber auch für mich etwas ungewohnt. Wenn ich mir den recht ähnlichen Wrukeneintopf ansehe, den ich bereits öfters zubereitet habe, würde ich auch bei der Kartoffelsuppe eigentlich mit einem Brühenansatz anfangen. Habe ich aber nicht. Man muss auch mal seine Prinzipien sprengen. So befinden sich im Topf Würfel von Möhre, Sellerie, Zwiebel, Kohlrabi und Lauch, wobei der Lauch natürlich in Ringe und nicht in Würfel geschnitten war. Zuunterst finden sich mit einem gewissen Hintergedanken noch kleingeschnittene Kartoffeln zur Hälfte von einer mehlig- und zur anderen Hälfte von einer festkochenden Sorte.
Die klein geschnittene Wurst oben drauf ist eine Rauchwurst. Ich hätte auch gern Speck genommen, aber der war schon wieder weg.

Hinzu kommt das übliche verdächtige: Salz, Pfeffer, Piment, Lorbeer und natürlich Wasser.

Deckel drauf und Feuer frei! Volle Pulle Energie unter und damit in den Topf, bis alles einmal aufgekocht hat. Dann wurde die Hitze runtergestellt und alles köchelte eine Weile vor sich hin.

Und mit jedem Umrühren passierte genau das, was passieren sollte. Die mehlig kochenden Kartoffeln zerfielen und gaben der Suppe ein wenig Bindung, aber die festkochenden Kartoffeln ließen auch noch was zum Beißen.

Pur gab es sie gleich, nach sie im ganzen etwas ausgekühlt war. Aber das schöne ist ja, dass man mit der Suppe wunderbar “spielen” kann. In die zweite Portion rührte ich ein wenig Meerrettich ein, was der Suppe eine gewisse Schärfe und Aroma gab, was aber auch wunderbar mundete. Die dritte Portion wurde dann mit etwas Creme fraiche aufgehübscht. Auch eine gute Idee.

Als nächstes wird eine gewürfelte Zwiebel angebraten, leicht gebräunt, und in eine weitere Portion eingerührt. Und wenn dann immer noch Suppe da ist, lass ich mir sicher noch mehr einfallen. Ich habe da noch eine bratfähige Blutwurscht im Kühlschrank…

Pilz’n’Lauch aus dem Homeoffice

Auch die nachfolgenden Bilder liegen schon wieder ein paar Tage rum. Aber ich werde nicht wieder von HomeOffice und ähnlichem lamentieren. Aber es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich es ist, wenn man ansonsten 7 Stunden an einem und 3 Stunden an einem zweiten Rechner in unterschiedlicher Umgebung sitzt oder eben 10 Stunden an einem. Aber so gibt es eine wichtige Erkenntnis fürs Nerdtum: Doch immer mal den Monitor wechseln, auf den man guckt, und der alternative sollte auch in einem anderen Raum stehen. ;-)

Beim Einkaufen hatte ich etwas durchwachsenen Speck von meinem Lieblingsfleischer erstanden und Teile davon leicht angewürfelt in etwas Sonnenblumenöl in der Pfanne ausgelassen. Das Stück Schwarte (oben) verließ noch rechtzeitig vor den weiteren Zutaten die Pfanne wieder.

An dieser Stelle fällt mir ein wunderbarer kleiner Textausschnitt von Jochen Malmsheimer ein, der in einem Stück über das Kochen im Radio das sinnliche Bild von – in einer “gusseichenen Pfanne” – gebratenen Speck mit Zwiebeln und ihrem verzaubernden Duft malte. Nun ist dies eine keramikbeschichtete Alupfanne, aber duften tat es auch sehr angenehm.

Der Duft verstärkte sich noch nach der Zugabe zerquetschen Knoblauchs und den kleingehackten Stielen einiger dunkler Champignons.

Die geviertelten Köpfe der Pilze kamen später noch dazu. Eigentlich sollten es mehr sein und alles eine pure Pilzpfanne werden. Aber da ein Teil der Pilze aus Gründen an der Zubereitung nicht teilnahm, wurden diese massemäßig durch eine halbe Lauchstange ersetzt.

Wieso halbe Lauchstange? Na, den oberen grünen Teil nimmt man ja sowieso nicht und er taugt höchstens für Fond-Ansätze, wo er später rausgeangelt und entsorgt wird.

Nach dem anbratenden Durchschwenken des Pfanneninhalts (irgendwann hatte ich auch noch Salz und Pfeffer beigegeben) kam mal wieder der Deckel drauf und alles reifte bei schwacher Hitze seiner Vollendung entgegen.

Da der Lauch offensichtlich relativ wenig Feuchtigkeit abgab und die Pilze zu sowas auch nicht zu bewegen waren, kam noch eine erfrischende und cremige Komponente mit zum Pfanneninhalt.

Auf dem Löffel befindet sich Creme fresh, wie wir sagen.

Die wurde in der noch beheizten Pfanne mit untergerührt und ergab einen gar köstlichen Film auf den Pilzen und dem Lauch.

Finalisiert wurde alles mit etwas Kräutern. Und dann war lecker.

Die Sache mit dem Toilettenpapier

Leute, wir müssen reden. Diese ganze Toilettenpapierhamsterei geht mir tierisch auf den Senkel. Deswegen an dieser Stelle ein paar tiefe Einblicke in mein wirklich wahres Leben, tabulos und vielleicht ein bisschen beschämend, aber da müssen wir jetzt alle durch. Das Thema: Toilettenpapier und seine Anwendung.

Lasst mich mit einer recht steilen These anfangen: Ich kaufe etwa einmal im Jahr ein Paket mit 8 Rollen Toilettenpapier. Grob geschätzt. Könnte auch alle anderthalb Jahre sein. Oder zwei. Dabei kommt es immer auf die Winterhalbjahre an, wie hoch mein Verbrauch ist. Im Sommer ist man ja auch kaum erkältet … Und auf eventuelle Gäste kommt’s auch an. Denn: Für den eigentlichen Zweck nutze ich es kaum noch, zumindest zu Hause. In der Erkältungszeit dient es als Taschentuchersatz, weil man es im Gegensatz zu Papiertaschentüchern in der Toilette entsorgen kann. Taschentücher haben da nix drin zu suchen, weil sie nicht zerfallen (es gibt ja sogar Papiertaschentücher, bei denen dafür Werbung gemacht wird, dass sie eine Waschmaschinenwäsche überstehen). Küchenkrepp gehört auch in den Müll – wie Taschentücher – und nicht ins Klo. Beides kann zu Verstopfungen (des Rohrleitungssystems) führen.

Bleibt die Frage der Po-Hygiene. Punkt 1: Nein, ich habe ein Klobecken mit dieser Wasserdüse für die Hinternreinigung. Wäre aber auch mal eine Idee. Nur wohne ich leider zur Miete, da ist das nicht ganz so einfach. Aber das Prinzip ist schon das richtige. Nicht erst seit dem legendären Hobbythek-Buch “Darm&Po” steht die Wasserreinigung eigentlich für das bessere Verfahren fest. Mich hat das Buch nur darin bestätigt, damit weiter zu machen, wie ich es seinerzeit schon tat. Und das geht so:

Man stelle sich unbehost neben die Badewanne. Als nächstes stelle man einen Fuß in die Wanne (welcher das ist, muss man ausprobieren), dann versucht man sich mit dem Oberschenkel des außen stehenden Fußes auf den Badewannenrand zu setzen und sucht eine halbwegs bequeme Position (es sind manchmal nur Millimeter weiter drin oder draußen, einfach probieren). Den Fuß, der sich in der Wanne befindet, stellt man dann auf den Badewannenrand, am besten in einer der runden Ecken auf der anderen Seite der Wanne. Jetzt sitzt man schon mal so, dass man sich mittels der Handduschbrause (die natürlich beweglich sein muss) reinigen kann. Wer eine Brause mit mehreren Wassermustern hat, ist im Vorteil und kann hier einen wählen, der möglichst schmal ist. Die besten Erfahrungen habe ich mit Massagestrahlen gemacht. Brauseköpfe, die das können, gibts auch für etwa 20 Euro beim nächstgelegenen Brausekopfdealer.

Im Sommer nutze ich das kalte Wasser, wie es aus der Leitung kommt. Im Winter ist es mir dann doch etwas kühl, da mische ich ein wenig warmes Wasser dazu. Aber da muss jeder selbst sehen, was ihm gefällt. Der Wasserstrahl aus der Brause wird vom Boden der Wanne über die Seitenwand direkt unter dem sitzenden Oberschenkel an die Stelle geführt, wo gereinigt werden soll (so spritzt man nicht wild im Bad herum). Und fertig ist’s. Ggf. lohnt sich auch ein extra Handtuch für das Abtrocknen hinterher.

Und wenn mir jetzt jemand Wasserverschwendung vorwerfen will. Ob jetzt ich mit meinem etwas erhöhten (nicht wirklich viel) Wasserverbrauch für mehr Bewegung in der Kanalisation sorge oder ob der örtliche Abwasserentsorger die Rohre mit Trinkwasser und Hochdruck reinigen muss; bezahlen muss ich letztendlich beides. Außerdem wohne ich in einer Region mit stabiler Trinkwasserversorgung. Es heißt aus berufenem Munde: Selbst, wenn hier über 100 Jahre kein Regen fallen würde, wäre die Trinkwasserversorgung gesichert.

Nutzt mehr Wasser für die Hinternreinigung! Es ist auch hygienischer als das Abputzen mit Toilettenpapier.

 

 

Schnelles Süppchen

Noch ein Nachzügler. Das Homeoffice zieht doch langsam ein wenig die Lust, am Rechner zu sitzen, von mir ab. Vor allem, wenn es immer nur der gleiche ist. Wobei: Er ist es nicht. Wenn ich die Verbindung zum Büro habe, arbeiten ich wie an meinem Dienstrechner, sitze aber trotzdem zu Hause. Offensichtlich ist es also nicht der Rechner als solches, sondern auch die Umgebung. Immerhin ist man im Büro sogar etwas mehr in Bewegung. Zwischen PC, Klo und (Tee-)Küche sind zu Hause die Wege doch etwas kürzer als auf Arbeit. Und dann das “komm’ mal rüber!” von Vorgesetzten oder das “Kannste mal helfen?” von Kollegen und Kunden … Fällt im Moment auch alles weg.

Da überlegt man, ob man nicht auch mal eine schnelle Brühe machen kann. Ich weiß, dass sich Brühe und schnell eigentlich gegenseitig ausschließen. Das Auskochen von Suppenfleisch dauert eben seine Zeit und das ist auch gut so. Aber man kann ja auch mal Alternativen testen und bewerten. In dem Sinn sei das folgende gedacht.

In meinen beheizbaren Mixbecher habe ich eine Schale Suppengemüse grob zerkleinert gegeben. Zwiebel (deutlich sichtbar), Sellerie, weiter unten dann Möhren und Lauch.

Als erstes nutzte ich die Mixerfunktion. Gar nicht mal so lang und so stark. Ich würde mal irgendwas im 10-Sekunden-Bereich vermuten. Das lag auch daran, dass ich ja keinen Brei wollte.

Zum Gemüsegehäckselten kommen dann die üblichen Verdächtigen wie Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer, Piment, etwas Cayennepfeffer …

Diese komischen “Würmer” sind gemischtes BioHack. Langsam traue ich mich an das Zeug.

Dann wird der Becher soweit aufgegossen, dass alles knapp mit Wasser bedeckt ist.

Den Mixer auf kleinste Stufe (“Umrühren”) und Hitze auf 100°C. Sobald es kocht, habe ich noch eine knappe halbe Stunde auf 90°C laufen lassen. Fertig.

Ok, nicht ganz fertig. Nach oben hin wurde es ganz schön fettig. Kann man mal sehen, was in dem Hackfleisch an Fett so drin ist.

Der Inhalt wurde abgeschmeckt und nach dem Abkühlen in Vorratdosen abgefüllt. Ich habe den Eindruck, dass das Abkühlen lassen auch ein wenig zur Aromenbildung beiträgt. Am nächsten Tag gab es dann die erste Portion pur aufgewärmt und es war gar nicht so schlecht.

Update

Noch einen Tag später habe ich mir dann 100g Nudeln normal, aber doch noch sehr al dente gekocht. Als ich das Kochwasser entsorgt hatte, kam dann die Suppe dazu. Die wurde auch zum Kochen gebracht und dann einen Moment ruhen gelassen.

So gab es eine schöne Nudelsuppe. Kann man auch nur empfehlen. Ist was für die Seele.

Update 2

Was hier so ein bisschen pampig aussieht, ist auch wieder die Suppe, diesmal mit Perlgraupen aufgehübscht. Und es sind immer noch welche in der Tüte! ;-) Aber nicht nur die spielen dem unattraktiven Aussehen in die Hände, auch die zwei rohen Eier, die ich noch mit einrührte, sind als Fezzen-Ei vertreten. Optik 5-, Geschmack 2+. Besser als das Original.

Schmorgurke in red

Wenn man den ganzen Tag (im Sinne von “doch einige Stunden”) im Homeoffice am heimischen Rechner sitzt, hat man nicht noch wirklich Bock darauf, privat auch noch dran zu sitzen. So kommt es, dass die nachfolgenden Bilder schon ein paar Tage alt sind. Die Speise ist mittlerweile auch verschnabuliert, obwohl sie nach der Herstellung in Vorratsbehältern verschwand. Einmal gab es sie (fast) wie hier zu sehen, nur aufgewärmt, beim zweiten Mal gab es noch eine große Ergänzung.

Das “(fast)” bezog sich vor allem darauf, dass ich vor dem Abfüllen in die Vorratsschalen in selbige noch jeweils eine Rindswiener hineinschnibbelte. Die große Ergänzung bei der zweiten Hälfte war die neulich schon einmal verwendete Perlgraupe, die auch wunderbar zur Schmorgurke passte.

Fangen wir aber vorn an. Wie man sich denken kann, schnibbelt man bei der Zubereitung von Schmorgurken erstmal Zwiebeln und Kartoffeln. Das liegt doch auf der Hand, oder? Die Zwiebel ist sicher einsichtig, fangen doch viele Rezepte mit einer angeschmorten Zwiebel an. Aber die Kartoffel? Da ich alles in einem in Vorratsbehälter verpacken wollte, kam die Sättigungsbeilage gleich mit ins Gericht, hat aber die längste Garzeit … Drum. Ich hatte noch überlegt, ob ich die Kartoffeln separat garen und – ähnlich wie die Würstchen – geschnibbelt mit in die Behälter geben sollte, um dann alles mit dem Erkochten zu übergießen. Das wäre auch eine Variante; ich habe mich dagegen entschieden.

Also erstmal die Zwiebel klein geschnitten und in Sonnenblumenöl angeschwitzt.

Die Zwiebel kann ruhig schön klein geschnitten werden. Wenn sie zum Ende hin physisch verschwindet und nur noch kulinarisch anwesend ist, spricht nichts gegen die Häckselkunst.

Sie soll aber nur glasig anschmoren. Wenn’s ein bisschen braun wird, ist es vermutlich auch nicht schlimm. Aber so ist der Plan nicht.

Die Kartoffeln kamen ebenfalls gewürfelt mit in die Pfanne. Die müssen nicht wirklich Bratspuren bekommen, aber es schadet auch nicht.

Ebenfalls hinein kam eine ganze Salatgurke, der Länge nach halbiert und in ca. 1 cm breite Halbmonde geschnitten. Das Kerngehäuse könnte man entfernen. Ich lass es aber gern drin. Aus Gründen.

Da ich mit blassen Schmorgurken nicht so viel anfangen kann, habe ich zum einen die Schalen der Gurke drangelassen (kann man aber auch maßvoll entfernen, wer es nicht mag, aber vielleicht auch nicht alles). Außerdem kommen mehrere gewürfelte Tomaten hinzu.

Alles wird gesalzen und gepfeffert. Ein bisschen Paprikapulver schadet auch nicht. Und wenn sich auch noch eine Spur Tomatenmark in die Pfanne verirrt, hebt es nur den Geschmack.

Alles gut durchrühren und dann bei kleiner Hitze unterm Deckel schmoren lassen (deswegen “Schmorgurke”). Ab und zu umrühren. Das kann dann schon mal eine halbe bis dreiviertel Stunde dauern.

Zum Ende hin wird abgeschmeckt und ggf. auch noch etwas abgebunden. Wie man es eben mag. Die ganze Flüssigkeit, die hier zu sehen ist, kommt nur aus den Gemüsen, ich habe kein Wasser zugegeben. Oder Brühe. Oder so. Das kommt von den recht wasserreichen Früchten und dem Schmoren unterm Deckel. Wenn es einem aber zu flüssig wird, kann man zum Ende hin früher den Deckel lüften und alles einreduzieren lassen.

Die Kombination aus Tomate und Gurke finde ich wirklich sehr lecker. Die blassen Schmorgurken pur sprechen mich zumindest optisch nicht an (schmecken tun die aber auch). Deswegen gibt’s das bei mir immer mit Tomate. Und wer genau hinsieht, findet auch noch ein paar Stücke einer roten Spitzpaprika. Die fand sich auch noch ein und wollte verarbeitet werden. Und schwubbs … war sie mit drin. ;-)