Es muss nicht immer Spaghetti sein

Sowas ähnliches habe ich schon mal mit Pasta gemacht, ist aber schon eine Weile her und die Tomate blieb fast roh. Diesmal habe ich sie ein wenig mit angeschmort, wenn auch nur ganz wenig, aber die Zwiebel musste unbedingt in der Pfanne vorbehandelt werden, da sie doch ordentlich Pfiff haben. Das leichte Anschmoren macht sie dann etwas milder. Und es erinnert mich immer wieder daran, endlich auch mal Schalotten einzukaufen …

Zwiebeln anschwitzenDie Zwiebel habe ich in kleine Würfel geschnitten und dann in etwas Fett mit Salz und Pfeffer sowie einer Knoblauchzehe sanft angeschmort. Glasig soll sie werden, nicht unbedingt braun.

Tomatendreierlei zu den ZwiebelnDrei Sorten kleiner Tomaten habe ich geviertelt und gebe sie mit in die Pfanne.

Tomaten kurz mit anschmoren lassenDas wird alles einmal gut durchgemischt und dann beiseite gestellt. Die Tomaten sollen nur warm werden und sich ein wenig mit den Zwiebeln verbinden.

Was ist es für eine Pasta?Na, was ist da wohl in dem Topf mit dem kochenden Salzwasser?

Gnocchi steigen aufIm aktuellen Fall Gnocchi. Natürlich kann man auch andere Pasta dafür nehmen, aber die Gnocchi mussten auch mal langsam weg.

Gnocchi in die Pfanne gebenAls die anfingen zu schwimmen, habe ich sie rausgefischt und in die Pfanne mit den Tomaten geben, die ich nochmal auf die Herdplatte gestellt habe.

Alles gut vermischtAlles wurde gut vermischt, dass sich die Aromen gut verbinden und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Gnocchi-Tomaten-Zwiebel-Salat warmAuf dem Teller kam dann noch etwas Parmesan oben drüber und alles war lecker und frisch. Und sommerlich. Passt ja zum aktuellen Wetter.

Back to the roots

Wurzelgemüse gab es in roh gestern schon, Möhren eigentlich von Anfang an, als die Haferschleimzeit vorbei war. Und die Bestellung des morgigen Essens ist auch schon durch (mittags werde ich wieder 13 Jahre alt sein (Nudeln mit Tomaten-Wurst-Gulasch). Für’s Frühstück habe ich mal was “normales” zum Brötchen bestellt: Konfitüre und Pflaumenmus. Das hatte ich gestern auch schon, als Alternative zu den an den vorherigen Tagen genossenen herzhaften Frühstücken.

Heute früh war ich extra süß. Meine Ernährungsberaterin würde sich im Grabe umdrehen. Einzig die Tatsache, dass sie nicht tot ist, wird das verhindern. Es gab Honig und Nuss-Nugat-Creme und es ist sündig lecker, das halbe Brötchen mit Butter und Creme zu bestreichen. Gesunde Krankenhauskost in seiner reinsten Form. ;-)

Mittags gab es gebratene Putenbrust an Salzkartoffel. Und Gemüse zum Überfüllen (so stand es auch auf dem Begleitzettel). Zur Abwechslung mal Möhren. ;-) Aber es war dann doch ein wenig Vielfalt mit dabei: das erste Mal waren auch gelbe Gemüsestücke mit dabei. Gelbe Möhren.

Für die nachmittägliche Kaffeepause wurde ein Doppelkeks zugeteilt – die Fortsetzung des Frühstücks mit knusprigen Mitteln.

Es wird besser

Das betrifft gleich mehrere Aspekte in meinem momentanen Krankenhausleben. Die Heilung schreitet voran, Komplikationen haben sich noch nicht eingestellt. Und auch das Essen wird besser. Damit meine ich zwar nicht unbedingt die gestern schon beschriebenen Hauptbestandteile, aber so ein paar Kleinigkeiten drumrum.

Angefangen hat es mit dem kleinen Feldsalat von gestern Mittag. Am Abend fiel es dann wieder etwas ab mit dem dritten Mal Rote Bete. ;-) Aber es lag auch eine Kiwi dabei, was die Sache doch wieder aufwertete. Heute früh konnte ich mich über eine schöne Banane freuen, die genau den richtigen Reifegrad hatte. So wie ich es mag.

Zum Mittag gab es u.a einen “Salatmix”, der mit Kraut und Möhrenstiftchen erst das Auge und dann den Gaumen erfreute. Auch die kleinen Erbschen, die sich unten noch anfanden, hebten die Stimmung. Weil aber auch nie alles perfekt sein kann, waren auch noch ein paar Maiskörner mit dabei – aber erfreulich wenige. Das Mahl beschlossen ein paar in geläuterter Raffinade soutierte Williamswürfel – eben gewürfelte Birnen, in Zuckersirup gekocht, ein Kompott.

Das Hauptgericht bildete ein mit grünem Gemüse (Gurke?) gefülltes Fischröllchen in einer dezenten sauce moutarde mit allerlei Kräutern (“leichte Senfsoße” hieß es profan auf dem Begleitzettel), dazu Pommes de terre salées (“Salzkartoffeln”). Ich verneige mich vor der Kunst der Küche, habe ich doch auch schon mal probiert, ein Fischfilet in eine Art Roulade zu verwandeln, was regelmäßig misslang; vor allem, wenn es insgesamt keine riesigen Ausmaße annehmen sollte. Vielleicht hatte ich auch einfach nur den falschen Fisch für sowas. Der heute war dabei so zart und weich, aber durchaus auch strukturiert, dass ich eher ein Mittelding zwischen einer echten Rolle und einer Fischboulette vermute, was ausdrücklich keine Bewertung, sondern nur eine Feststellung ist.

So sitze ich wohlgesättigt auf der Kante meines Bettes, schreibe diesen Text nieder und überbrücke die Zeit bis zur nachmittaglichen Kaffeepause. Es wird Marmor-Rührkuchen geben. Der liegt hier nämlich auch schon. Wenn nicht zwischendurch ab und an Schwestern oder Pfleger vorbeikommen würden, irgendwas messen, oder einmal am Tag Ärzte, dann könnte dieser Rhythmus aus Chillen, Essen, Chillen, Essen, Chillen, Essen, Chillen, Essen, Chillen ein wenig an Cluburlaub erinnern. Letzten Donnerstag war ich dem Zustand sogar noch ein wenig dichter: Da kam ein Animateur … ähm … hust … ähm … Physiotherapeut und ich durfte mich unter Aufsicht und Fremdbestimmung bewegen. ;-)

Pasta auf Schonung

So ein bisschen Hochachtung habe ich schon vor … ja, vor wem? Vermutlich dem virtuellen Team aus Lebensmitteltechnologen und Großküchenköchen. An Zufälle glaube ich nicht, denn beides sind Profis. Und vielleicht haben Industriedesigner auch noch ihren Anteil dabei.

Heute Mittag gab es Spaghetti, und die sind für den ambitionierten Hobbykoch oder im Restaurant doch etwas heikel. Wir erinnern uns alle an Tipps wie: “Die Soße wartet auf die Pasta und nicht umgekehrt”, damit dann alles perfekt gegart auf den Teller und in den Genießer kommt. Die Mittagsversorgung in einem Krankenhaus ist nun aber das Gegenteil von derartigem Mikrotiming, da ist alles etwas größer. Trotzdem will und soll der Patient ein gutes Mahl bekommen, denn schließlich hält gutes Essen Leib und Seele zusammen und hebt die Stimmung.

Sicher kennt der Profikoch den einen oder anderen Trick, um Fehler und Unwägbarkeiten bei der Zubereitung ausgleichen zu können. Aber im Krankenhaus geht es um hunderte Essen, die gleichzeitig ausgeliefert werden, dann aber noch Wege zurückzulegen haben, um bei den Patienten anzukommen und sicher auch ein paar Pufferzeiten mit einzuplanen sind. Was das grundsätzliche Halten der Temperatur betrifft, habe ich den “Trick” schon rausbekommen: Die Teller und Suppenschalen sind schwer, richtig schwer und halten allein durch ihr Material viel Wärme, wenn man sie vor dem Befüllen erstmal gut vorgeheizt hat. Vielleicht ist auch noch besonders wärmespeicherndes Matarial in den Böden mit eingearbeitet, aber der dicke Teller macht’s, verbunden mit der reflektierenden Metallschale drunter und einer Isolierhaube drüber.

Und dann kamen die Spaghetti. Wer schon mal eine richtig gute Pasta beim Italiener gegessen hat, der würde das jetzt nicht damit vergleichen. Aber, immerhin: Wer ganz genau hinein gespürt hat, konnte noch einen Hauch Al-dente-igkeit erahnen. Und wenn man alles, was sich da auf dem Teller befand, nochmal gut durchgemischt hat, ergab sich ein gut gegartes Pastagericht mit einer Teigware, die alles andere als matschig war, und einer würzigen Möhren-Buttersoße. Dem Wurzelgemüse ging natürlich jedwede Knackigkeit ab, aber dafür hatte sich die Küche eine kleine Schale Feldsalat mit einem Senfdressing einfallen lassen, die für Frische sorgte.

Der Industriedesigner, der Geschirr entwarf, das Essen lange temperierte, der Lebensmitteltechnologe, der Zutaten schuf, die unter den Bedingungen einer Großküche gute Ergebnisse liefern und der Koch, der dies alles kunstvoll miteinander verbindet und aus den Zutaten schönes Essen bereitet, das ist das virtuelle Team, dem Patienten einiges zu verdanken haben.

Der Studienaufenthalt

Der letzte Eintrag ist mittlerweile auch schon wieder über zwei Wochen her, was leider nicht unbegründet ist. Schade nur, dass es kein “mir fällt nix ein” oder “ich bin dann mal weg” ist, aber jetzt, wo sich vieles auf einem guten Weg befindet, schauen wir nach vorn und machen das beste draus. Ich sach ma so: Vor etwa anderthalb Wochen kam es über mich, die regionalen Spezialitäten des hiesigen Krankenhauses etwas ausgiebiger und variantenreich testen zu wollen und so wies ich mich spontan ein. Dieser Studienaufenthalt war insgesamt so angelegt, bei der Erkundung der kulinarischen Möglichkeiten ganz unten anzufangen und sich nach und nach aufwärts zu arbeiten. Unten, das heißt in dem Fall Haferschleim und Naturjoghurt naturell. ;-)

Doch genug geschwafelt. Nachdem ich mir also am Donnerstag vor 11 Tagen meinen Verdauungsapparat sowas von verrenkt hatte, dass ich am nachfolgenden Sonntag in der Notaufnahme des hiesigen Klinikums auftauchte, arbeite ich mich langsam wieder hoch und seit der OP am Dienstag ist nicht nur Land, sondern auch wieder feste Speise in Sicht. Immerhin gehts mir wieder so gut, dass ich das Schreiben aufgenommen habe, einen ausführlichen Bericht über den Kladderadadsch gibt es hier, da sind auch schon ein paar allgemeine kulinarische Anmerkungen drin.

Es gibt da ein schönes, thematisch hier aber sehr abwegiges Wortspiel, das meine Gedanken über mein momentanes Essen zumindest strukturell recht gut beschreibt. Bei dem Wortspiel geht es um 3 menschliche Eigenschaften, die auftreten können, aber nie alle drei gleichzeitig. Wenn zwei zutreffen, schließt es die dritte aus. Das Wortspiel gibt es in mehreren Varianten, je nach Thema recht intelligent bis diskriminierend. Es sei also bei dieser allgemeinen Beschreibung geblieben. Logisch könnte es ein “Wenn A und B, dann nicht C” sein, aber wir wollen mal nicht so viel theoretisieren.

Wenn man sich meine bisherigen Gedanken und Erfahrungen bzgl. meiner Ernährungsumstellung, die übrigens – um es vorneweg gleich zu sagen – mit dem aktuellen Schlamassel nix zu tun hat, ansieht, sich versucht, die Richtlinien zu erinnern, und das dann auf die Speisen und Getränke der letzten Tage anwendet, wird es manchmal sehr schwierig, das unter einen Hut zu bekommen. Das erdet auch ein kleines bisschen, bemerkte ich doch auch schon etwas missionarischen Eifer bei mir, was die Verbreitung der Botschaft von der vernünftigen Ernährung betrifft. Ich kaue noch gedanklich die Tage ein wenig drauf rum. Aber wenn ich mir überlege, dass mein letztes Stück Obst mittlerweile knapp 2 Wochen her ist, kann man grübeln.

Sicher, meine momentane Ernährung ist vor allem der OP geschuldet und steht mittlerweile unter dem Label “Leichte Vollkost”. Durch die Rationierung wird es zumindest kein Zuviel an Kalorien geben. Ebenfalls positiv: Die Getränke. Wasser, Kräutertee, Pfefferminztee, Früchtetee, Kaffee, stehen auf dem Plan und vermutlich schmecke ich mittlerweile nicht nur die einzelen Kräuter beim Tee raus, sondern auch den Zeitpunkt der Zubereitung und den/die Verantwortliche/n. Da will ich mich also mal nicht beklagen, wobei ich mir auch hier mittlerweile das eine oder andere Glas Wasser mit einem kleinen Schuss Apfel- oder Orangensaft schöntrinke.

Beim Essen wirds nicht ganz so rosig. Nicht nur das letzte Stück Obst ist knapp 2 Wochen her, auch das wertvolle Pflanzenöl oder langkettige Kohlenhydrate suche ich seither vergebens. “Leichte Vollkost” inkludiert jetzt nicht unbedingt viele Ballaststoffe, dafür aber Weißmehlprodukte in vielfältiger Form. Das fängt beim Frühstücksbrötchen an und hört beim industriellen Junkfood für die kleine Kaffeepause am Nachmittag nicht auf. Das einzige erkennbare Plus ist die strenge Rationierung.

Wenigstens in spürbaren Ansätzen vorhanden ist Gemüse, entweder als Bestandteil des Mittags (Suppenbasis oder -einlage, Beilage zum Gericht) oder als “Salatbeilage” zum Abendbrot. Wobei “Salatbeilage” meint, dass eine Tomate dabei war oder ein vergleichbar großes Stück Salatgurke. Oder ein Schüsselchen Rote-Bete-Würfel, das hatte ich schon zweimal. Und ich liiiieeeeebe Rote Bete. Nicht. Aber der Hunger und der Verstand trieben es rein. Es ist ja nicht so, dass ich sowas gar nicht esse. Ich würde es mir nur nicht selber kaufen/zubereiten. Ansonsten leicht verdauliche Kohlenhydrate á la Reis, Kartoffeln, Pasta; spätestens hier erkenne ich aber die augenblickliche Sinnvolligkeit an.

Und nicht nur das. Ebenso erkenne ich an, dass bei der Verpflegung derartig vieler Menschen unter den gegebenen Aspekte wie “Es ist ein Krankenhaus” oder “Corona” oder “Keimfreiheit” Abstriche gemacht werden müssen. Einige Lebensmittel schließen sich da auch in der Verwendung aus, z.T. eben auch genau die, die eigentlich gerade bei der Ernährungsumstellung einen gewissen Vorrang genießen könnten: Harzer Käse, Rohschinken, Streichmettwurst … Okay, Streichmettwurst gehört nicht positiv in der Ernährung gelabelt, ist aber auch sowieso nicht zu bekommen. Dafür Brühwurstaufschnitte: gut durchgegart, aber mit den nicht ganz so wertvollen tierischen Fetten beladen. Positiv in dem Zusammenhang ist hier wieder die strenge Rationierung zu erwähnen.

Schauen wir mal, was die nächsten Tage noch so bringen. Die Mittagessen waren bisher eigentlich ganz lecker. Irgendwann heute bekomme ich noch die Wahlmöglichkeiten für die kommenden Tage, ein wenig bleibe ich wohl noch in der Überwachung. Im doppelten Sinne. Mein Zustand wird überwacht und ich schaue mir das Essen genau an. ;-)