Kochblogs verschwunden

Seit einigen Tagen vermisse ich einige Kochblogs. Ein Zusammenhang mit dem endgültigen Inkrafttreten der DSGVO liegt irgendwie auf der Hand. Ich weiß nur nicht, ob die betroffenen Blogger wissen, dass sie für die allgemeinheit nicht mehr sichtbar sind.

Eins haben die Kochblogs gemeinsam. Sie sind bei blogger.com / blogspot.com / blogspot.de gehostet. Die Leute von Google, zu denen der Hoster gehört, zeigten sich – zumindest mir gegenüber – in der letzten Zeit schon etwas aufdringlich und übereifrig, was den „Datenschutz“ betrifft. Vermutlich wollen sie nur die Qualität ihrer gesammelten Daten sichern, saubere stimmige Daten sind eben wertvoller als vermüllte.

Nebenbei: Tumblr-Blogs sind auch eigentümlich. Sie sind zwar im allgemeinen noch sichtbar, auch die RSS-Feeds sind es, aber in den Readern für diese Feeds kommt nichts mehr an.

Es gibt aber auch blogspot-Blogs, die erreichbar sind. Ggf. sollten alle mal die Grundeinstellungen überprüfen. Die nichterreichbaren Blogs scheinen in einer Art „Privat-Modus“ zu stehen, der nur geladene Gäste einlässt.

DSGVO (Kommentar und Datenschutzerklärungsergänzung)

Liebe gläserne Leserinnen und Leser dieses Blogs,

ihr nutzt ein Smartphone oder einen Rechner mit Internetzugang? Ihr seid bei einem sozialen Netzwerk oder habt schon mal was im Internet gekauft? Ihr habt Euch irgendwann mal irgendwo eingeloggt (E-Mail, Shop, …)? Egal. Euren digitalen Fingerabdruck habt ihr bereits hinterlassen, ihr seid bereits gläsern, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gibt es eine Firma/Einrichtung/Institution, die schon viel über Euch weiß, dank KI (Künstlicher Intelligenz) vielleicht schon mehr als ihr selber. Oder habt ihr so einen kleinen elektronischen Spion im Haus? Oder gar ein smartes Haus, wo ihr alles mit dem Handy steuern könnt? Spätestens dann ist die Datensammlung dieses Blogs euer kleinstes Problem.

Eins dürft ihr gewiss sein: Ich missbrauche Eure Daten, die ihr hier bewusst oder unbewusst hinterlasst, nicht. Zumindest nicht bewusst. Aber was weiß ich schon?

Bewusstes Datensammeln:
Wenn ihr hier einen Kommentar eingebt, dann speichert irgendwas das, was ihr eingegeben habt. Sonst könnte ich es nicht veröffentlichen. Klaro. Da ich ein bisschen neugierig bin, habe ich im Hintergrund Matomo (ehemals Piwik) laufen (auf dem gleichen Server wie diese Webseite), damit ich sehen kann, wie viele Leser ich habe (sehr viel mehr interessiert mich eigentlich nicht, aber Matomo sammelt etwas mehr Daten). Und der Anbieter meines Webhostingpakets (kein eigener Server, sondern ein sogenanntes „Webpack“) loggt auch noch einiges statisches mit. Nach bestem Wissen und Gewissen (für mich weiß ich es, für meinen Webhoster unterstelle ich es auch mal) tun wir alles, dass die Daten da liegen bleiben, wo sie sind und nicht unbefugt raus gehen. Die Server stehen übrigens in Deutschland. Sagt der Webhoster.

Unbewusstes Datensammeln:
Kundige Leser werden erkennen, dass der Blog WordPress benutzt. Ganz unten auf der Seite steht es wohl auch. Die WordPress-Installation liegt auch bei meinem Webhoster, was da im Code alles passiert oder was die installierten Plugins alles an Daten erfassen und ggf. verschicken, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich die Plugin-Zahl so gering wie möglich halte und übliche Verdächtige wie Akismet oder Jetpack nicht installiert habe. Ob andere unerwünschte Sachen passieren, wird sukzessive geprüft und nach Möglichkeit werden Schritte dagegen unternommen. Nach bestem Wissen und Gewissen.

Näheres zur DSGVO findet ihr in den Medien. Ich verlinke mal nix konkretes. Suchen gehört ja heute zu den Grundtechniken des Lebens wie Lesen, Schreiben und Atmen. Und den DSGVO-Missbrauchern sei gesagt: Zu holen ist nix, es würde nur die Existenz dieses Blogs beenden.

Pasta Puszta Svenska Turkey

Eigentlich sollte dieser Beitrag gaaanz anders heißen. Und es ist ein Beitrag, bei dem quasi erst die Überschrift stand, dann das Gericht und dann die Überarbeitung. Der ursprünglich geplante Titel war: „Pasta Pusta Svenska“. Solche Dreiklänge haben ja was, aber dann brachte König Karl XII. alles durcheinander. Ich habe es zuerst bei Euronews gelesen: „Schweden gesteht: Köttbullar-Fleischbällchen stammen aus der Türkei„. Also kam das „Turkey“ mit in die Überschrift – in des Wortes doppelter Bedeutung.

Topf und Pfanne auf dem Herd, im Topf Salzwasser … das kann doch nur ein Pastagericht werden. Wird’s auch. Und damit wäre dann auch der erste Teil der Überschrift erklärt.

Der letzte, zum Schluss noch hinzugekommende Teil erklärt sich ja aus der oben verlinkten Meldung. Weil aber das englische Wort „Turkey“ zwei Bedeutungen hat, nehme ich für die kleinen Fleischklößchen nicht das ursprünglich geplante normale Zwiebelmett, sondern ein Putenzwiebelmett.

Die Klößchen, angebraten in der Pfanne und dann mit einer Soße drumrum, sollten ursprünglich die Anspielung auf Svenska werden, auch wenn es keine helle, sondern eine kräftig rote Soße wird. Immerhin wartet das „Puszta“ noch auch eine Erklärung.

Die Zwiebelmettwurst habe ich in kleine Bällchen geformt und die dann in etwas Fett in der Pfanne anbräunen lassen. Das kann man in aller Ruhe tun, immerhin ist das Ausgangsprodukt für den direkten Verzehr bestimmt gewesen, also muss hier nicht auf den Gargrad „durch“ geachtet werden.

Bei der ganzen Knödelbraterei darf die Pasta nicht vergessen werden. Ab mit ihr ins kochende Salzwasser.

So, der kundige Leser wartet ja immer noch auf die Auflösung, wofür „Puszta“ in der Überschrift steht – und wird es vermutlich schon vorher erraten haben: Letscho. Der spätere Verzehr des Gerichtes brachte die Erkenntnis, dass man beim Kochen hätte versuchen sollen, die Paprikastreifen etwas kleiner zu bekommen.

Letscho und Fleischklößchen gut durchschwenken und sanft etwas einkochen lassen.

Dabei auch immer die Pasta im Auge behalten. Al dente soll sie werden, nicht matschig, aber auch nicht bissig. Wenn sie den richtigen Punkt erreicht hat …

… kommt sie tropfnass mit in die Pfanne. Das sieht dann hinterher so aus:

Der Pfanneninhalt wird noch gut miteinander vermengt.

Und dann kann auch schon angerichtet werden.

Etwas Grünzeug hätte ich mir gut auf dem Teller noch vorstellen können, es war aber nix im Hause. Ob Parmesan eine gute Idee wäre, weiß ich nicht. Das Letscho ist ja recht säuerlich – ob da Käse zu passt? Ich übte mich im Verzicht, vermisste aber auch nix beim Essen.

Irgendwass fehlte …

In Schwerin war ich mal bei einem – wie ich es nannte – Multi-Kulti-Italiener. Neben entsprechenden Klassikern gab es auch Chop Suey, argentinische Steaks und vielleicht auch noch etwas aus der deutschen Küche. Die Erinnerungen schwinden langsam, zumal es das Lokal auch schon eine Weile nicht mehr gibt.Das Grundprinzip scheint es aber häufiger zu geben, wenngleich auch immer mit einer anderen Zusammensetzung.

Martin, ich und der Notar waren mal wieder essen (wurde ja auch langsam mal wieder Zeit) und landeten in einem Restaurant, dass man als mediterran bezeichnen könnte, wenn es noch Paella oder etwas anderes typisch spanisches angeboten hätte. Die griechische Küche war jedenfalls vertreten, die italienische machte den Hauptteil der Speisekarte aus.

Da es zum gesprochenen (s.u.) nicht wirklich viel zu ergänzen gibt, sei an dieser Stelle ein wenig über die Qualitätskriterien philosophiert. Natürlich spielen Atmosphäre, Service u.a. Kriterien auch eine Rolle, selbst ein Blick in die sanitäre Abteilung lohnt sich bei der Einschätzung eines Restaurants. Schwerpunkt bleibt aber immer das Essen und das Trinken. Und wenn man da ein „Standard“-Gericht bestellt, erwartet man dann auch etwas bestimmtes. Da ist es erfreulich, wenn bestimmte Speisen gesetzlich definiert sind. Das Wiener Schnitzel muss aus Kalbsfleisch sein, im Bier nur Hopfen, Hefe, Malz und Wasser usw. Aber auch ein paar andere, nicht verbindlich definierte Standards gibt es, wie diese Butter-Ei-Soße namens „Hollandaise“ oder ein Gulasch, wo man jetzt nicht unbedingt grobe Apfelstücke drin erwarten würde, außer, es würde beispielsweise als Apfel-Leber-Gulasch tituliert werden (Gibts das Gericht schon? Wäre ja mal eine Idee …).

Zum anderen ist die frische, handwerkliche Herstellung der Speisen ein wichtiges Kriterium. Tiefgefrorenes gekonnt auftauen kann ich auch selber machen, und seitdem der Geschirrspüler den Abwasch übernimmt, braucht es für derartiges Essen keine Gaststätte. Es ist erstaunlich, wie viel verschiedenes ein guter Koch auf den Teller zaubern kann, wenn man ihn ließe. Leider werden viele dann aber doch zum Fertigessen-Aufwärmer degradiert. Das ist keine gute Gastronomie, auch wenn uns das entsprechende Hersteller gern einzureden versuchen. Das ist Dutzendware/Industrieware, wo man sich nicht wundern muss, dass manche Gerichte in mehreren unterschiedlichen Restaurants gleich schmecken. Und wenn man schon Fertiggerichte verkauft, sollte man vor der Erwärmung mal auf die Packung gucken und die Bedienungsanleitung lesen, damit alles – im Rahmen der wenigen Möglichkeiten – bestens beim Kunden/Gast ankommt.

Aber nicht nur das Essen spielt eine Rolle. Auch die Getränke. Die werden meistens nicht in den Gaststätten selber hergestellt sondern fertig eingekauft. Aber auch damit will gut umgegangen sein. Eine schale Limonade gehört in den Ausguss und nicht ins Glas des Gastes, was natürlich auch für Bier und andere Getränke gilt. Die meisten Tees gehören mit kochendem Wasser übergossen, da kann man nicht ein Glas heißes Wasser erst an den Tisch bringen, damit dann der Gast das Beutelchen eintaucht usw. Ich denke, das Prinzip ist klar geworden.

Nun viel Spaß beim Hören.

Streichweiß, fettig

Es war einmal ein „NEU“, das prankte an einer Aufstrichpackung, und irgendwie konnte ich mich nicht zurückhalten, das „neue“ Produkt mal zu kaufen und auszuprobieren. Wirklich neu ist an dem übrigens nichts. Naja, fast nichts. Es wurden nur zwei andere Produkte zusammengerührt, die bisher nicht zusammengerührt wurden. Der Anteil des einen: 3%. Erstaunlich, wie wenig es braucht, um aus einem alten Produkt ein neues zu machen.

Das „alte Produkt“ ist übrigens eine Halbfettmargarine, bei der man gern mal als „Schuft“ bezeichnet wurde, wenn man sie mal mitgehen lässt. Ich würde Diebe von Halbfettmargarine zwar eher als Idioten bezeichnen, aber was weiß ich schon. Dieser streichfähigen Öl-in-Wasser-Emulsion wurde dann eine Messerspitze eines modischen isländischen Frischkäses zugeführt. Dabei kann man sich streiten, welche Qualitätsänderung mit den 3% Frischkäse erreicht werden kann/sollte.

Auf einem Brot setzt sich der margarinetypische Geschmack gegen allerlei weitere Beläge durch, denen er aber nichts gutes hinzufügt. Vom Frischkäse ist dabei wenig zu bemerkten, außer vielleicht das sehr weiße Weiß, dass diesem Streichhalbfett eigen ist. Wo ist die ergänzende abrundende Frische, die von einem stattdessen verwandten Butterbestrich ausgehen würde? Nichts da. Nur ölige Margarine.

Noch schlimmer wird es beim direkten Geschmackstest. Hier war Messer ablecken angesagt und es machte keinen Spaß. Wobei der kurze Weg noch geht. Geht der Aufstrich vom Messer über die Zunge bei geschlossenem Mund direkt die Kehle hinunter, bleibt nicht viel Gelegenheit, dass sich die Aromen entfalten. Tut man aber das, was man tut, um den Aromen die Möglichkeit zu geben, sich auszubreiten, nämlich Schmatzen oder Schlürfen, dann kann man das Geschmackserlebnis eigentlich nur als Desaster bezeichnen. Die ölige Margarinität kommt voll zur Geltung, und irgendwie habe ich auch den Geschmack feinen Sandes auf der Zunge, ohne aber gleichzeitig das Gefühl zu bekommen. Irritierend.

Fazit: Es lohnt wirklich nicht, Streichfette aus den Firmen der Lebensmittelchemie zu nutzen. Klassiker wie Butter oder Frischkäse sind immer noch die besten und werden es vermutlich auch bleiben.