Nacken, dicker Hals, Seele und Augen

Langsam fühle ich mich immer öfter an die DDR erinnert. Nicht nur, dass es einige Produkte, die es eigentlich immer gibt, ab und zu auch mal nicht gibt, was immer öfter vorkommt. Auch leere Regale scheinen sich weiter auszubreiten. Wobei man das seinerzeit bedeutend besser kaschierte, indem das, was da war, einfach gleichmäßiger über die freien Flächen verteilt wurde. Da können die heutigen Regal-Einräumenden noch was von lernen.

Leere Regale im LEHKein Einzelfall, aber ein sehr drastisches, dass mir dann doch mal das Handy zum Fotomachen aus der Tasche zog. Und an dem Tag war noch keine Hitzewelle.

Apropos Getränke. Als ich dem folgenden erstansichtig wurde, dachte ich noch, dass da was falsch etikettiert war, was meine Aufmerksamkeit erregte. Also guckte ich mir das mal genauer an:

Schwarze FantaCola mit einem Fanta-Etikett? Kann das stimmen? Natürlich war mein erster Eindruck falsch, und in der Flasche befand sich gar keine Cola.

Schwarze FantaWenn man genau hinguckt, ist der Inhalt auch nicht colaschwarz, sondern leicht rötlich.

Schwarze FantaWobei: Die Farbe, die hier im Glas zu sehen ist (zumindest auf dem Bild), bekomme ich auch mit Cola hin. Also, wie gesagt, es war etwas rötlich. Interessant schien es zu sein, geschmacklich gings. Es ist schon erstaunlich, was man mit Aromastoffen so alles hinbekommt mittlerweile. Von den geschmacksgebenden Früchten war nix enthalten (steht ja auch „Geschmack“ auf dem Etikett, was immer bedeutet, dass nur Aromastoffe drin sind). An Früchten waren drin (als Konzentrate) Zitronensaft, Karotte und Schwarze Johannisbeere. Letztere beide für die Farbe, ansonsten zahlenmäßig viel Kram und eine Kombination aus Zucker und Süßstoffen. Auf diese Kombination werden wir uns künftig – Zuckersteuer sei dank – einstellen müssen.

Naja, wobei mich das – bezogen auf dieses Produkt bzw. die Marke – nicht weiter anficht. Da ich seit Jahren nur schorlefizierte Limos trinke, muss ich da ein wenig auf Qualität achten. Mit den Limos der Marke funktioniert das nicht und ich habe sie deshalb sowieso nicht im Portfolio. Sollten die von mir bevorzugten Limos auch diesen Weg einschlagen, wird eben nur noch Direktsaft oder Fruchtsaft verschorlt. Mache ich jetzt der Abwechslung wegen auch schon.

Samstagfrüh

Etwas über die Hälfte eines Jahres gibt es bei uns in der Stadt alle 2 Wochen sonnabends einen „Grünmarkt“. Anbieter aus der Region mischen sich da mit den Anbietern, die auch zu den normalen Markttagen da rumstehen zu einer interessanten Mischung. Falls ich Samstag mal früh aus dem Bett falle, schaue ich gern vorbei, ein paar Händler und ihre Produkte sind durchaus interessant. Diesmal entdeckte ich einen vorher noch nicht gesehenen Bäcker, der in sehr rustikalem Ambiente seine Backwaren verkaufte. Da fand ich etwas, was ich lange nicht mehr hatte und konnte damit auch auf dem Heimweg den alten Goethe (leicht verballhornt) zitieren: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meinem Beutel …“.

Zwei Seelen (Krümmel, Kreuzkümmel)Dieses stangenförmige Backwerk habe ich vor vielen Jahren mal in einem Berliner Restaurant kennengelernt. Der Chef im Haus kam wohl aus der Gegend, wo man sowas häufiger isst. Je eine mit Kreuzkümmel (unten) und Kümmel (oben) nahm ich mit nach Hause und habe es nicht bereut. Ein Grund mehr, samstags ab und zu mal früher aus dem Bett zu fallen. Samstagabend zitierte ich dann eher aus dem Gebiet der Filmkunst: „Dirk essen Seele auf“. Schöne Grüße an Herrn F.

Sonntagmittag

Die Zutaten für das Sonntagsessen kamen aber dann doch nicht vom Grünmarkt. Den samstagvormittäglichen Heimweg nutzte ich aber, um mal wieder bei meinem Lieblingsfleischer vorbeizuschauen. „Und ich sah, dass es gut war.“ Okayyyy, genug zitiert. 😉

Nackensteak (mariniert), Spitzkohl, KartoffelstampfDas Wetter am Sonntag legte Grillen nahe, und so gab es das marinierte Nackensteak vom Lieblingsfleischer entsprechend zubereitet. Spitzkohl wurde gehobelt und in einer Pfanne in Anwesenheit von angeschwitzten Schalotten- und Knoblauchfragmenten sowie etwas Salz, Pfeffer, Kümmel und Chili sowie einem kleinen Schuss Wasser gut bedeckelt gegart.

Nackensteak (mariniert), Spitzkohl, KartoffelstampfHatte ich das eigentlich schon mal erwähnt? Ich mag Kartoffelbrei ganz gern. 😉 Dieser kam wieder mit der Mikrowellen-Methode zustande und hat als weitere Zugaben nur Butter und Petersilie. Und nein: Ich habe nichts an Zutaten vergessen. Beim ersten Happen wunderte ich mich doch ein wenig über den Geschmack des Kartoffelbreis … Nicht schlecht, aber ungewohnt. Aber was will man schon von einem Püree „frei von“ erwarten. In dem Falle frei von Salz, Pfeffer, Muskat …

Nackensteak (mariniert), Spitzkohl, KartoffelstampfDas Nackensteak kam fertig mariniert vom Lieblingsfleischer. Mit seinen Fleischstücken kann man das machen, bei den überall einlaminiert zu kaufenden wäre ich skeptisch bei einigen Aspekten (Herkunft, Zutaten, …). Aber wer selbst das Futtermittel für die Tieraufzucht für seine Produkte herstellt, dem gehört mein Vertrauen. Das schöne Grillmuster kommt übrigens „nur“ von meiner Grillpfanne. Nicht, das seiner denkt, ich hätte wirklich gegrillt. Es gab auch kaum Bratschwund und das Stück war hinterher perfekt zubereitet, was ich nur zum Teil mir auf die Fahne schreibe. Das gute Ausgangsprodukt hat schon ordentlich geholfen.

P.S.: Montagabend

Aus den beliebten Reihen „Brot belegen kann jeder“ und „mit Käse überbacken ist’s besser“ in Verbindung mit einer Resteverwertung (es war noch einiges vom Spitzkohlgemüse vorhanden) gab es Montagabend einen „Auflauf“.

Auflauf mit Brot, Zwiebelmett, Spitzkohl, Bergkäse (v.u.n.o)In eine mit Olivenöl benetzte Auflaufform kam als Boden eine Schicht Brot, das ich am Samstag auf dem Grünmarkt erworben hatte. Darüber verteilte ich möglichst dünn und flächig etwas Zwiebelmett, dem ich dann den Spitzkohl draufhalf. Ganz oben krönte Bergkäse die Schale, die dann für eine halbe Stunde in den Umluftofen kam. Ober-/Unterhitze wäre die bessere Idee gewesen, vermutlich.

Auflauf mit Brot, Zwiebelmett, Spitzkohl, Bergkäse (v.u.n.o)Der Käse bräunte zwar schön, und innen blubberte es auch ein wenig, aber ich hatte auch ein wenig auf Brotröstung gehofft. Da wurde nix, vielleicht war das Kraut aber auch nur zu saftig. Ansonsten wurde der Auflauf richtig gut. So ganz ohne freie Flüssigkeit, aber trotzdem saftig, hatte ich sowas bisher nicht hinbekommen.

Auflauf mit Brot, Zwiebelmett, Spitzkohl, Bergkäse (v.u.n.o)Es lies sich auch gut teilen  und kam ohne größeren Widerstand aus der Form. Die Kombination der Zutaten ist  sicher überdenkenswert. Aber nach dem „Rumfort“-Prinzip war’s doch ganz gut.

Search a apple a day

Im Moment suche ich gerade nach einem neuen Lieblingsapfel. Leider ist die Sorte, die ich bisher immer gern gegessen habe, nicht mehr wirklich verfügbar und wenn doch, dann hat die Qualität nachgelassen. Wobei es mit der Sorte sowieso nicht einfach ist. Sie neigen bei zunehmender Reife zur Mehligkeit, was dann aber nicht mehr zu meinen bevorzugten Eigenschaften gehört. Aber beim Braeburn scheint das üblich zu sein. Wenn er aber frisch und der Grünteil der Schale noch nicht gelblich ist, gefällt er mir am besten. Saftig, säuerlich, super. Kriegste aber – zumindest hierorts – kaum noch. Außerdem habe ich bei manchen als Braeburn gelabelten Äpfeln den Eindruck, dass das keine sind. Das Schalenmuster sieht so ganz anders aus als gewohnt. Naja, ich suche also. Ein paar Sorten habe ich schon durch, ein paar Empfehlungen habe ich auch schon. Ich hatte die Problematik schon mal auf SoMe erwähnt. „Fräulein“, „Cox Orange“, „Wellant“ oder Topaz“ sind dabei als Vorschläge rausgekommen.

Da, wo man auch einzelne Äpfel kaufen kann, habe ich auch schon mal einzelne Sorten gekauft. Boskop wird nicht mein neuer Lieblingsapfel, Pink Lady auch nicht. Boskop kenne ich natürlich noch von gaaanz früher, ist aber nicht besser geworden. Pink Lady hat für mich immer ein Fehlaroma. Das passt aber zu meiner Ablehnung von „Markenäpfeln“. Mal sehen, was mir noch unterkommt.

Mittwochupdate

Mist, jetzt habe ich das am letzten Sonnabend bereitete und schon im letzten Blogbeitrag erwähnte Arbeits-Essen zwar gegessen, aber doch nicht fotografiert. Naja, tomatisierte Schmorgurke mit Kartoffeln eben … Wobei das „tomatisieren“ diesmal mit Tomatenmark erfolgte. Ich fand auch das lecker.

Süßkram auf Gelatinebasis gibt’s ja auch in einer angesäuerten Variante. Da greift beim Essen schon mal die Zitronensäure den Zahnschmelz an, damit sich die Bakterien, die den Zucker zersetzen und damit auch den Zahnschmelz und letztendlich den ganzen Zahn angreifen, gut einnisten können. Läuft das unter Win-Win oder oder Lose-Lose?

Fleischerbetrachungen

Handwerk hat doch immer wieder Vorteile gegenüber Industrie. Das eisregnende Wetter am Freitag führt dazu, dass ich das Haus nicht verließ und auch keinen Wochenendeinkauf erledigen konnte. Ich prüfte schon die „eisernen“ – eher „blechernden“ – Reserven, ob ich das Wochenende auch ohne Einkauf überleben kann. Allein liebgewonnene (und mit den Reserven nicht abbildbare) Gewohnheiten trieben mich doch am Samstag aus dem Haus und zum Einkaufen. Schwerpunkt waren frische Brötchen zum Frühstück (nur die Form der Mahlzeit, nicht der Zeitpunkt), aber ich verband das Angenehme mit dem Ungewohnten und ging da einkaufen, wo auch mein Lieblingsfleischer dealte. Neben Bestandteilen für den Sonntagmittag und meinen geliebten Bockwürsten* kam auch ein Stück geräuchertes Schweinefilet mit nach Hause. Nun kann man denken, dass geräuchertes Schweinefilet eine Art Standardprodukt ist. Lange Jahre habe ich bspw. die entsprechenden Produkte aus zwei größeren Regionalgroßfleischereien der Gegend gelegentlich durchaus gern gegessen. Aber irgendwie wurde die Diskrepanz zwischen meinem Geschmack und dem Produkt immer größer. Ob sich meine Rezeptoren gewandelt/entwickelt haben oder die Produkte mit der Zeit schlechter wurden, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Sagen wir es salomonisch: Vermutlich beides. Das Stück Filet von meinem Lieblingsfleischer war dann allerdings doch eine Offenbarung, was mich vermutlich die regionalindustriellen Produkten, die dank Supermarkt- und Discounterpräsenz einfacher zu bekommen sind, künftig nicht mehr genießen lässt.

Wodrin liegt eigentlich der wesentliche Unterschied zwischen einem gepökeltem Schweinebraten und einem Kasslerbraten?

Sonntagmittag

Einmal ein klassisches Gericht. Kartoffeln, Gemüse zum Überfüllen und Fleisch. Oder auch Kartoffeln und Gemüse in einem, schließlich kann man die Erdäpfel auch zu den Gemüsen zählen, ihrer Aufgabe als „Sättigungsbeilage“ werden sie ja nicht wirklich gerecht.

Lauch-Kartoffel-Schmand am KotelettDer Besuch beim Lieblingsfleischer brachte u.a. dieses schöne Kotelett mit nach Hause. Als ich vom vorgelagerten Discounter rüberäugte, hatte ich zwar was anderes ins Auge gefasst, aber das fand sich dann nicht mehr in der Auslage, als ich endlich dort ankam. Nunja, da war wohl jemand schneller. Aber auch das Kotelett stellte sich als gute Wahl heraus.

Lauch-Kartoffel-Schmand am KotelettDas sieht zwar recht „naturell“ aus, ist aber dezent mehliert, sichtbar mit Pfeffer, aber auch mit Salz gewürzt. Reihenfolge aber anders herum. Also erst salzen und pfeffern und dann mehlieren. Anschließend kam es in eine gut vorgeheizte Pfanne mit einer Öl-Butter-Mischung und bruzelte da in aller Ruhe vor sich hin. Als das von unten so aussah wie auf dem Bild von oben, wurde das Fleischstück umgedreht und auf der anderen Seite genauso gebraten.

Lauch-Kartoffel-Schmand am KotelettDer Lauch wurde nach dem Putzen in Scheiben geschnitten. In einem Topf wurde etwas Butter geschmolzen und dann ein paar Speckwürfel mit angebraten. Speckwürfel sind für mich mittlerweile zu den einzigen „Brühwürfeln“ geworden, die wirklich „erlaubt“ sind. Sie liefern die sonst mit Brühe erzeugte Note und Würze. Als die Bauchspeckwürfel leicht angegangen waren, kamen die Lauchringe dazu, alles wurde gut angeschwitzt und dann bedeckelt gar gezogen. Ein dezenter Schuss Wasser, Salz und Pfeffer dienten der vorläufigen Vollendung. Als der Lauch gerade so noch nicht gar war, kamen vorgekochte Kartoffeln und der Schmand dazu. Im Nachhinein hätte es auch ein ordentlicher Schuss Sahne sein können. Wer die säuerliche Note mag, bleibt beim Schmand oder steigt auf Saure Sahne oder Creme fraiche um.

Das Kotelett war ohne vorheriges Klopfen zart und saftig. Mein Lieblingsfleischer liefert eben gute Qualität, die keinen Heckmeck braucht. Sicher auch einer der folgen der eigenen Tierzucht und Futtermittelerzeugung. Naja, und dem guten Umgang mit dem Tier, lebend und nach dem Schlachten. Das klingt zwar jetzt etwas brutal. Aber so ist das eben, wenn man Fleisch isst. Insgesamt ein sehr leckeres Mittag, dass auch noch für Montagmittag gereicht hat, dort allerdings mikrowellentauglich als Löffelgericht.

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*) Aber nur die vom Lieblingsfleischer. Neulich bin ich mal fremdgegangen und habe von einem anderen Filialfleischer (mit größerer Firma im Hintergrund) probiert. Neeeneeenee. Fremdgehen ist nicht in Ordnung, wenn man eine Liebe hat.

Zwischenmahlzeit – aus Gründen

Urlaubsbedingt bin ich aufs Selberkochen zum Mittag – egal, wie spät es gerade ist – umgestiegen. Montag gab es Fisch, in dem Fall Matjes, etwas hinter dem MHD. Aber ich habe es offensichtlich überlebt.

Matjes, Hausfrauensoße, KartoffelbreiDen Fisch gab es mit Hausfrauensoße zu kaufen. Den Kartoffelbrei habe ich natürlich selbst gemacht. Seit ich weiß, wie man das schnell und einfach aus der rohen Kartoffel mittels Mikrowelle beschleunigt, bin ich damit schneller als jedes Tütenpüree. Vom besseren Geschmack ganz zu schweigen.

Matjes, Hausfrauensoße, KartoffelbreiSo eine richtige „Hausfrauensoße“ war das in der Packung natürlich nicht. Die kenne ich anderswo anders, vor allem mit sehr viel mehr Einlage. Aber was will man von Kaufkram auch schon besseres erwarten.

„Aufgewärmt schmeckt es doch am besten.“ Wer kennt diesen Satz nicht. Viele Eintöpfe, aber auch Gulasch und andere Schmorgerichte leben vom Aufwärmen und dann besser Sein. Aber ein Pastagericht aufwärmen? Das geht auch!

Spaghetti mit Bohnen-Tomatensoße, aufgepeppt mit Garnelen und KnoblauchZumal, wenn man nur die Soße (ja, es ist die vom letzten Sonntag) aufwärmt und dann noch etwas verbessert. Als die Spaghettis dezent vor sich hin köchelten, kam etwas kleingeschnittener Knoblauch in eine dezent beölte Pfanne und röstete ein wenig an. Dann kamen ein paar „Partygarnelen“ dazu. Die waren schon gar und sollten nur dezent angewärmt werden. Wenn sich Knoblauch und Garnelen ein wenig verbunden haben, kommen der Soßenrest vom Sonntag dazu und – sobald der leicht blubbert – die Spaghetti.

Spaghetti mit Bohnen-Tomatensoße, aufgepeppt mit Garnelen und KnoblauchSchön durchschwenken und servieren. Durch die Meeresfrüchteeinlage kam natürlich kein Parmesan oben drauf. Oder auch, weil ich den im Verlaufe des Sonntags sowieso weggesnackt hatte … So ein bisschen ist das Mittag auch eine Surf’n’Turf-Variante. Immerhin ist ja auch noch Speck in der Soße.

Um mal ein wenig Öl ins Feuer der Diskussion über Vollkornpasta zu schütten: Das auf dem Bild sind Vollkornspaghetti. Seit ein paar Jahren habe ich mich komplett auf Vollkornpasta umgestellt und finde, sie schmeckt besser als die weißmehlhaltige und damit charakterlose „normale“ Pasta. Die Vollkornvariante hat Geschmack und Konsistenz, mit der offenbar eine Reihe von Leuten, die eher 08/15 vorziehen als die wirklich guten Sachen, nichts anfangen können. 😉 Man muss natürlich die richtigen nehmen.

Am Mittwoch wurde es klassisch. Reich an Proteinen und Gemüse. Und ich war endlich mal wieder beim Lieblingsfleischer und habe eingekauft. Und dort darf man eine bekannte Warnung gern in den Wind schießen. Ich meine die vor fertig eingelegtem Grillfleisch. Was sogar manchmal an Baumarktkassen mit verhökert wird, ist natürlich unterirdisch. Aber bei einem Fleischer, wo auch die Tieraufzucht und die Futtermittelerzeugung zur Firma gehören, kommt eben am Ende auch was qualitativ gutes heraus. Da kann man auch mariniertes Fleisch kaufen. Wobei, manchmal sind die Würzungen schon individuell … 😉 Aber so sind die Menschen eben: Jeder hat einen eigenen Geschmack.

Nackensteak mit SalatGanz reduziert aufs wesentliche. Das Nackensteak war in einer roten, leicht scharfen Paprika-Marinade. Es gab auch auch eine mit Kräutern, die auch recht lecker ist (undokumentiert). Das Salatdressing hatte sich nach unten in die Schüssel verzogen, deswegen sieht der ein wenig trocken aus. War aber was dran!

Nackensteak mit SalatZart, saftig, würzig und in der Pfanne kaum geschrumpft. Man muss es natürlich trotzdem richtig zubereiten. Ich habe erstmal die Pfanne eine ganze Weile leer und trocken aufgeheizt. Die ist aus Aluguss und braucht da schon ein wenig. Als sie schön heiß war, kam ich mit der Flasche Öl in der einen und dem Steak in der anderen Hand dazu. Erst das Öl in die Pfanne – man sah ihm sofort an, dass es blitzschnell heiß wurde – und dann gleich das Fleisch rein. Und dann die Finger davon lassen. Höchstens ein bisschen die Pfanne hin und her rütteln. Erst, wenn sich unten eine schöne Kruste gebildet hat (das ist übrigens die Seite, die ihr auf dem Bild seht), wird das Fleischstück umgedreht und dann weitergebruzelt, ggf. mit leicht zurückgenommener Temperatur. Das brät dann auch schön an und man tastet regelmäßig das Fleisch an, wie weit es ist. Das braucht ein wenig Übung/Erfahrung, aber irgendwann kommt dann das Steak mit einem gaaaaaanz zartrosa Inneren auf den Teller. Dann darf dort der Saft ein wenig rauströpfeln. Der wird dann mit ein wenig Brot aufgetunkt. Ohne Brot und ohne Gesellschaft nimmt man einfach den Teller und leckt ihn ab.

Ausflug, Straße, ein flotter Hecht, ein Rätsel und ein wenig (künftiges) Glück

Zum Anfang ein wenig Glück. Vor einer Woche hatte ich ein wenig über Trauer geschrieben, bezogen auf die eingeschränkten Öffnungszeiten meines Lieblingsfleischers. Mittlerweile kenne ich die Gründe und weiß, dass diese befristet sind. Es handelt sich um eine Straßensperrung, die auch mich ein wenig behindert auf dem Weg zwischen Heim und Fleischer, die aber offenbar auch die Kundenzahlen beeinflusst. Sobald die Sperrung weg ist, soll wieder zu den alten Öffnungszeiten zurückgekehrt werden. Mmmmmhhh.

Nachdem ich am Sonnabend bei meiner kleinen Kochblogschau zwei, drei Rezepte mit Kass(e)ler und Senfsoße gesehen hatte und einen Artikel las, der über den Verdacht (mal wieder) berichtete, dass rotes Fleisch u.U. das Krebsrisiko erhöhen könnte, nehme ich das mal zum Anlass für einen Gedanken, bei dem ich mich in einem meiner letzten Artikel selbst widerspreche. Seit einiger Zeit versuche ich, gepökelte Produkte zu minimieren oder zu meiden. Und das ist gar nicht so einfach, da gerade auch Industriefleischer es beinahe überall ranhauen, weil es so schön rötet und damit die Produkte attraktiver für die Kunden sind. Es gibt schon einiges, was ich bewusst nicht gekauft habe, ich aber gern mal wieder gegessen hätte, weil es nur in leuchtend Rot verfügbar war, obwohl es klassisch auch in naturell verwendbar wäre. In mir reifte in dem Zusammenhang ein Gedanke, deren Wahrheitsgehalt ich nicht abschätzen kann: Aber wenn Krebsstudien von „rotem Fleisch“ sprechen, werden die ja meist für uns aus fremden Sprachen, meist englisch, übersetzt, und da gehen ja manchmal ursprünglich gemeinte Bedeutungen verloren*. Wer weiß, ob das rote Fleisch im Original nicht auch als gerötetes Fleisch übersetzt werden könnte.

Ansonsten war meine Woche kulinarisch eher ereignisarm, wobei es doch zwei Höhepunkte gab, von dem ich einen nicht dokumentierte. Aber jemand anders tat es, in dem Fall die Erschafferin des Highlights. Zwei Bilder der Beeren-Minz-Torte findet der kundige Surfer hier. Man beachte die richtige Reihenfolge der Hauptzutaten. Eine Minz-Beeren-Torte wäre schnell zu einer Minzbärentorte verkommen, wobei die Frage gestattet ist, wo die frischen, grünen Bären herkommen. Klimawandel sei dank (ich weiß, falsche Wortwahl) gibt es ja auch schon Cappucino-Bären, eine Mischung aus Eisbär und Grizzly, zwei Arten, die sich früher nicht begegnet wären.

Das zweite Highlight bezog sich dann auf das Mittag am Sonntag. Ich war mal wieder speisen …

Zuvor noch ein Gedanke, der mich ereilte. Vor längerer Zeit berichtete ich mal von meiner kleinen Sünde, Brotchips „Knoblauch“ gern ein wenig in Majonäse zu dippen. Das funktioniert übrigens auch mit Salzstangen sehr angenehm. Laut eines Kommentars war die Kombination mit saublöd noch untertrieben beschrieben. Aber, wenn man genau drüber nachdenkt (und auch immer auf die Dosis achtet). Ist das ungesundeste an diesem gelegentlichen Naschausflug vermutlich der Brotchip bzw. alternativ die Salzstange. Während beide im wesentlichen aus Weißmehl und demzufolge aus sinnlosen aber hochenergiegeladenen Kohlenhydraten bestehen, sind in der Majonäse mit wertvollem Rapsöl und proteinvollgepowertem Eigelb doch eigentlich nur die guten Sachen drin. Außerdem ist die Zutatenliste der von mir bevorzugten Majonäse sehr viel kürzer als die von Salzstange und Knoblauchbrotknusperscheibe. Spricht alles eher für die Majo als für den anderen Kram. Natürlich hat auch Majo eine Menge dieser bösen Kalorien, aber wenigstens in Begleitung guter Stoffe und fein dosiert. Chips, Kuchen, Brötchen, Sü´ßkram sind die eigentlichen Übeltäter, zumal auch in Massen gegessen.

Sonntagmittag

Ein kleiner Ausflüg krönte das Wochenende, aus Einfallslosigkeit ging’s aber mal wohin, wo wir schon mal waren. Das Schöne: es enttäuschte nicht, wenngleich es doch nicht so war wie sonst. Insgesamt war ich wohl insgesamt schon dreimal jetzt da und es war immer anders. Einmal saß ich im (klassischen) Restaurant, einmal auf der Terrasse und dieses mal im Festsaal, der aus Gründen das Restaurant vertrat. Und weil die Peene in der Nähe rumfloss, gab’s Peenehecht. Und weil Hecht doch auch immer gern ein wenig grätig ist, gab es ihn in einer Form, wo Gräten irrelevant werden. Und dann auch noch (s.o.) „gerötet“. 😉

Gefüllte Paprikaschote mit Peenehecht auf Pilz-Graupen-Risotto und KrustentierjusEine mit Peene-Hecht gefüllte Paprikaschote lag auf einem Graupenrisotto, in dem auch ein paar Pilze eingerührt waren. Ergänzt wurde alles von einem Krustentierjus, einen zartfrittierten Crunchetwas und Erbsensprossen. In der Form stören beim Hecht keine Gräten, das Essen war sehr lecker und der Service fast noch besser. Der Ausflog hat sich sehr gelohnt und die Anlage (eigentlich ist es ein Hotel, dass früher mal ein Gutshof war) mit Hofladen und allerlei schöner Gegend lädt auch zu einem kleinen Spaziergang ein.

P.S.: Eine lustige Windows-Anzeige

Zum Schluss mal eine lustige Windows-Anzeige. Klein, leicht zu übersehen, aber ich sehe sie (vom Prinzip her) einmal die Woche. Nur die Zahlen sind variabel.

Lustige Windows-Statuszeile mit der Angabe, dass im Ordner 67 Dateien enthalten sind, von denen 134 markiert wurdenEin Ordner mit 67 Elementen, von denen 134 ausgewählt sind. Und wenn ich dran denke, gibts in einer Woche die Auflösung.

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*) siehe: „Künstliche Intelligenz“ als Übersetzung von „Artificial Intelligence“, Intelligence bedeutet im englischen auch Geheim-/Nachrichtendienst (s. CIA)

Weiß, grün, und ein wenig Trauer

Das Erkenntnisprotokoll erfasste unlängst etwas trauriges: Ich werde die Produkte meines Lieblingsfleischers sehr vermissen. Aber keine Angst, es gibt ihn noch. Und die Produkte sind auch nach wie vor toll – denke ich mal. Nur die von mir frequentierte Filiale hat die Öffnungszeiten eingeschränkt. Und nun braucht es mindestens Urlaub, um dort mal einkaufen zu können. Schade. Sie werden ihre guten Gründe haben, das so zu tun, aber mich haben sie dadurch im wesentlichen verloren. Oder positiv ausgedrückt: Ein Grund mehr, sich auf den Urlaub zu freuen. 😒

Klar wie Milchsuppe

Es könnte sein, dass Teile dieser Geschichte wahr sind. Aber wisst ihr, dass die Fitness-Protein-Freaks und sonstige „High Protein“-Verwender helfen, einige Folgen zu lindern, die die Vegetarier hinterlassen? Ja sicher! Viele Proteine, die da gerade verbraucht werden, sind (siehe Zutatenliste) Milchproteine, auch Milcheiweiß genannt. Diese Proteine haben was mit Hunde- und Katzenfutter gemeinsam: Für die wird kein extra Tier angebaut (deswegen gibt es auch kein Katzenfutter mit Maus-Geschmack, dass sind alles nur Fleischabfälle). Ähnlich bei den Proteinen. Für den Gedanken steigen wir aber mal in der Käseproduktion ein. Milch kommt in große Kessel wird erwärmt und mit Lab versetzt. Dadurch wird sie fest/dick. Mit groooßen Käseharfen wird die Masse geschnitten, in Teilen abgefüllt, dabei abtropfen gelassen und irgendwann wird Käse drauß. Das, was da abtropft, und auch teilweise im Kessel übrig bleibt beim Käsebruchabschöpfen, nennt sich Molke und wanderte früher (und teilweise sicher noch heute) in die Tröge der Schweinemast. Nun werden aber immer weniger Schweine benötigt und Molke bleibt übrig. Was tun? Genau: Dehydrieren, als Pulver in Lebensmittel einrühren und „High Protein“ raufschreiben. Milcheiweiß wird aus dieser Molke gewonnen. Mahlzeit.

Er hat es wieder getan

Er ist übrigens mein Kaktus. Er hat mal wieder geblüht. Trotz völliger Ignoranz meinerseits. Der Ansatz fiel aber auf und so blieb ein gewisses Interesse meinerseits.

KaktusblüteSchön, dass sowas trotzdem passiert.

KaktusblüteSollte jemand Interesse am stachligen Freund haben (oder auch an dem ca. 1 m hohen puschligen Freund), ich gebe beide gern an Selbstabholer ab. Sie müssten aber dringend umgetopft werden.

Neues aus der Teeküche

Auf Arbeit erheben wir Einpfanngerichte zu einer kleinen Blüte. Diesmal war Chicorée die Basis, Kartoffel war auch dabei und ein wenig fertiger Kasslerbraten vom Fleischerimbiss.

Kartoffel-Chicoree-Kassler-PfanneEtwas Zwiebel, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Bratöl begleiteten die Zubereitung.

Kartoffel-Chicoree-Kassler-PfanneTeeküchenessen. Bei intensivem Publikumsverkehr würde ich den Knoblauch weglassen. 😉

Sonntagmittag

Irgendwie muss ich mal an meinen Algorithmen arbeiten. Sich an eine Rezeptidee erinnern, die man mal irgendwann aufgeschnappt hatte, die Hauptzutat kaufen, zwei/drei andere Zutaten „irgendwie kriege ich die da schon mit rein“ auch da haben und dann, am Sonntag, kurz vor dem Zubereiten, nach dem originalen Rezept suchen. Und natürlich erstmal nicht finden. Außerdem scheint es very british zu sein. Die Quellperson ist natürlich auch hierzulande bekannt, spätestens auch in der Kochblogszene und ein paar haben gaaanze Kategorien nur mit Rezepten dieser Person. Nur eben nicht das Rezept, dass ich mal von ihm in einer Folge seiner einen Serie auf BBC Food gesehen habe. Auf der Webseite der BBC wurde ich dann aber fündig, trotz meinem Makel: my english is very small. Und? Naja, zumindest die Erkenntnis, dass ich mit der Formulierung des Namens sehr vorsichtig sein muss: „… nach einer Grundidee, bei Nigel Slater aufgeschnappt“.

Immerhin: Milch, Lauch und Kartoffeln gab es auch im Original, den dortigen Mais lass ich mal weg – aus Gründen. Aus dem geräucherten Schellfisch mach ich Kabeljau und ein hier liegender Spitzkohl möchte auch verarbeitet werden. Ob es ein Chowder wird wie im Original, war vorher auch nicht so ganz klar. Jedenfalls gab es das Essen aus der Suppenschüssel.

Lauch-Kohl-Speck-Kartoffel-Kabeljau-Milch-TopfIm einzelnen. Lauch in Scheiben, Spitzkohl in Streifen, Kartoffeln in Würfeln. Durchwachsener Speck – wegen der Rauchnote – in kleine Streifchen. Den Speck ein wenig in Butter angehen lassen und dann die Gemüse dazu. Etwas Pfeffer, Thymian, Kümmel, Spuren von Salz und ein wenig Wasser in eine große Pfanne geben und bedeckelt gar dünsten. Ich nahm mehligkochende Kartoffeln. Da ich den Mais (aus dem Original) und seine Bindungsfähigkeit durch die Maisstärke wegließ, eine gute Alternative.

Lauch-Kohl-Speck-Kartoffel-Kabeljau-Milch-TopfDer Kabeljau kam mit Milch bedeckt und mit Pfefferkörnern, Lorbeerblättern und ein wenig Salz in einen Topf, einmal kurz(!) aufgekocht und dann 6-7 min. leicht simmernd ziehen gelassen. Mit dem Vorgang sollte man also erst anfangen, wenn das Gemüse in der Pfanne fast gar ist, vor allem die Kartoffeln. Die sollen ja leicht zerfallen später, um Bindung zu geben.

Sind der Fisch und die Kartoffeln gar (was möglichst gleichzeitig geschehen sollte), kommen Teile der Milch aus dem Fischtopf in die Gemüsepfanne und werden leicht andickend eingerührt. Dabei aufpassen, dass die Pfefferkörner nicht mit rüber kommen. Hat der Pfanneninhalt eine schöne suppige Konsistenz, kommt der Fisch dazu, wird vorsichtig untergerührt und schon kann serviert werden.

Lauch-Kohl-Speck-Kartoffel-Kabeljau-Milch-TopfKurz vor dem Fisch habe ich noch etwas geräucherten Paprika eingearbeitet. Das gab noch einen gewissen Pfiff.

Hinterher brauchte es erstmal einen Schnaps. Es war wohl sehr lecker, dass auch der Nachschlag noch hinein ging, aber doch die nötige Menge ein wenig übertrieb. Ich nenne das mal Postlunchsyndrom. *rülps*

Punkte fürs Essen

Manchmal, wenn man etwas schreiben will, gehen einem Worte durch den Kopf, die man nicht verwenden möchte und gibt die dann in Suchmaschinen, Übersetzer, Synomymwörterbücher oder ähnliches ein und hat dann doch – mit ein bisschen Glück – einen Aufhänger. Die „Punkte“ im Titel entstanden auf diese Art. Schauen wir mal, wo das hinführt.

Welche Relevanz hat eigentlich der Nutriscore? Ihr kennt diese farbige Markierung auf meist industriell hergestellten Nahrungsmitteln, wo die, die am besten schmecken, meist mit D oder E gekennzeichnet sind. Zum einen lernt man daraus, dass die gesündesten Lebensmittel die ohne Nutriscore sind (frisches Produkte zum Beispiel), zum anderen ist die Kennzeichnung nicht einheitlich, böse Zungen würden behaupten willkürlich. Bei Sebastian Lege habe ich mal gelernt, dass die Hersteller teilweise die Produkte auf einen besseren Nutriscore hin optimieren, ob sie sie damit verbessern, bleibt als Frage auf der Strecke. Die allgemeine Empfehlung, möglichst wenig (industriell) vorverarbeitete Speisen zu sich zu nehmen, bleibt.

Beispiel: Ihr kennt mittlerweile meine kleine, böse Vorliebe für Kaltmilchkaffeegetränke, offiziell „Milchmischgetränke“. Hier mal zwei Beispiele:

Zwei kalte MilchmischgetränkeWenn ich die Namen richtig interpretiere, ist das eine Milch mit Espresso und das andere Espresso „befleckt“, also mit Milch. Das eine gibts bei Aldi, das andere bei Lidl. Soweit die Unterschiede.

Zwei kalte Milchmischgetränke (Zutaten, Nährwerte)Studiert man die Texte (Zutatenliste und Nährwerte, Menge u.a.) ist der Inhalt identisch, was nicht wundert, ist der Abfüller beider Getränke derselbe und die Abfüllung, orientiert am MHD, 2 Tage auseinander. Okay, die Texte sind einmal zentriert geschrieben und einmal im Blocksatz, dass sollte sich aber nicht auf den Inhalt der Fläschchen auswirken.

Zwei kalte Milchmischgetränke (Nutriscore)Auch der Koffeingehalt ist bei beiden der gleiche, auch wenn er auf dem einen Etikett mit 4/4 Bohnen, auf dem anderen mit 5/5 dargestellt wird. Aber ein Unterschied im NutriScore von 2 Stufen? Kommt mir übrigens jetzt nicht mit der Info, dass der Maßstab für den Nutriscore neulich umgestellt wurde. Die beiden Flaschen sind – wie gesagt – 2 Tage von der Abfüllung auseinander UND waren vor Monaten bereits genauso gekennzeichnet.

Zwischenmahlzeit

Neulich war ich eingeladen. Es gab Fajitas mit Drumrum.

Fajitas de Carne, mit Zwiebeln, Champignons, Paprika, Tomaten, Tortillas, Salsa und SauerrahmNetter Service, teilweise zu offensichtlichen Stammgästen auch „mecklenburgisch freundlich“. Aber wenn man das nicht ist, war’s schön.

Fajitas de Carne, mit Zwiebeln, Champignons, Paprika, TomatenWie ich eben, kurz vor dem Schreiben, gelesen habe, habe ich sie wohl falsch gegessen. Oder es wurde falsch, aber mittlerweile in üblicher Form serviert. Aber egal. Und ja, es war Mais drin, was mein Körper aber zügig wieder abgestoßen hat (nicht beschleunigt!). Da ich, wie ich vor Jaaaahren schon mal bewiesen habe, von derartigem Essen nix verstehe, was auch auf die aktuelle Zusammensetzung des Pfanneninhalts zutrifft, lasse ich eine Bewertung. Wäre irgendwas von drögem Fleisch und latschigem Nachobruch geworden. Aber vielleicht muss das so.

Sonntagmittag

Manche Sachen muss man eben auf die harte Art lernen, und dabei ggf. noch das beste draus machen. So habe ich an diesem Wochenende gelernt, dass es den Grünmarkt bei uns nur alle 2 Wochen am Samstag gibt. Zum allgemeinen Nichterstaunen an diesem Samstag nicht. Dabei hatte ich mich extra früh nach kurzer Nacht aus dem Bett geschält. Allein, der Marktplatz war leer, und die Nachrecherche (das „nach“ ist zeitlich gemeint, und demzufolge nicht Bestandteil des Wortes Recherche) erbrachte den bisher mir unbekannten Rhythmus. Immerhin nutzte ich das Unterwegssein für den Besuch meines Lieblingsfleischers, und das war gut so. Das „Grüne“ wurde durch eine Tiefkühllösung ersetzt, und so kam ein Mittagessen mit Botschaft(?) zustande. Und ein Outing meiner Linksgrünversifftheit.

Stampfkartoffeln, Erbsen, KotelettDazu sollte man vielleicht wissen, dass das Kotelett durch meinen Lieblingsfleischer rötlich mariniert war, im rohen Zustand also deutlicher zu erkennen als Anspielung auf „rot“. Die Blume von Bündnis90/Die GrünenNaja, und die Erbsen mit Kartoffelbreiring? Das sieht doch aus wie die Blume von Bündnis 90/Die Grünen? Nicht ganz so künstlerisch exakt, aber so vom Prinzip. Vielleicht hätte ein wenig weniger Petersilie und dafür Kurkuma in den Kartoffeln etwas geholfen. Oder – dann als Edelgrüne – mit Safran gefärbt. Die Erbsen waren übrigens dampfgegart (dezente grundsätzliche politische Anspielung in vielerlei Richtungen), die Kartoffeln kamen aus der Mikrowelle, wurden mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Butter und Milch versehen und dann gequetscht. Der Garnierring war für die Gestaltung vielleicht etwas groß, zu wenig Kartoffeln, zu viel Erbsen, aber die Botschaft war wichtig. Über die hervorragende Fleischqualität lasse ich mich diesmal nicht aus. Bei der Bezugsquelle mittlerweile selbstverständlich. Wenn man richtig mit ihr umgeht.

Stampfkartoffeln, Erbsen, Kotelett

Gleichzeitig hatte ich auch noch ein Nackensteak in einer Kräutermarinade gekauft. Das war zum früheren Zeitpunkt ebenfalls sehr lecker und kann empfohlen werden. Fleischer machen eben doch die besseren Produkte, wenn sie auch die Tiere selbst aufziehen und das Futter für diese anbauen. Oder sie können es.

Stampfkartoffeln, Erbsen, KotelettZart, mit schönem Biss, saftig, die Erbsen frisch und aromatisch (Bio, Tk), die Kartoffeln mehlig kochend, alles einfach, aber lecker. Es lebt von den Grundzutaten und die sind gut – gewesen. <rülps> Lecker.

 

 

Dolce vita holiday

Nach Pfingsten hatte ich noch Urlaub, andere mussten arbeiten, und fragten nach einer Mittagsmöglichkeit. Da fiel mir doch ein kleines Fischrestaurant ein.

Gebratener Saibling an Bratkartoffeln und GurkensalatKeine Angst, ich singe jetzt nicht „Alle Jahre wieder“ aber im Blog finden sich bereits mehrere Fotos dieses Gerichts. Ein wundervoll gebratener Saibling, dazu ebenso bereitete Bratkartoffeln, und ein Gurkensalat nebst Meerrettich, Kräuterbutter und Zitrone. Für jeden Geschmack also etwas dabei.

Gebratener Saibling an Bratkartoffeln und GurkensalatAn dieser Stelle darf ich neben dem super Fisch aus eigener Aufzucht auch noch die Bratkartoffeln erwähnen, die wunderbar knusprig auf den Tisch kamen und nicht wie bei anderen als in der Pfanne aufgewärmte Kartoffelscheiben. Auch sowas wie Bratkartoffeln wollen gemacht sein können.

Mittwochmittag

Eigentlich sollte es dieses Zutaten schon früher geben, aber nun kamen sie endlich in die Verarbeitung.

Lauch mit Bratwurst, Zwiebeln und Schmand an QuetschkartoffelnZwei Stangen Lauch, drei dicke Frühlingszwiebeln, eine rote Zwiebel, fünf Bratwürstchen, Schmand und ein paar Gewürze ergaben – in zwei Pfannen zubereitet – die Beilage zu den Quetschkartoffeln. Die Zwiebeln wurden – klein geschnitten – in etwas Butter angeschmurgelt, dann kamen die Lauchrollen dazu und gut bedeckelt simmerte es sich gar. In der zweiten Pfanne briet ich die klein geschnittenen Bratzwürste an, bis sie gut gebräunt waren. Letztendlich vereinigte ich die Pfanneninhalte, schmeckte mit Salz und Pfeffer ab, nachdem ich ganz zum Anfang schon etwas Salz in die Bratbutter gegeben und etwas Kümmel den Lauchröllchen nachgeworfen hatte. Etwas Schmand machte alles gefälliger.

Lauch mit Bratwurst, Zwiebeln und SchmandDie Quetschkartoffeln entstammen der Schnellversion via Mikrowelle und bekamen nur etwas Butter und Milch dazu. Im Gegensatz zu Stampfkartoffeln wurden sie nicht gestampft, sondern mit einer Gabel gequetscht, etwas Salz und Muskatnuss wurden dabei mit eingearbeitet.

Lauch mit Bratwurst, Zwiebeln und Schmand an QuetschkartoffelnMeine Kräuter sind leider aus … Nach dem Leerräumen und Abtauen des Tiefkühlers müssen jetzt erstmal die Vorräte wieder aufgebaut werden.

Donnerstagmittag

Eine Packung Spitzpaprika (rot, orange, gelb) und eine Packung Tomaten warten schon etwas länger auf ihren Verzehr, so dass ich eher an eine Verarbeitung als an eine direkte Verspeisung dachte. Also würfelte ich zwei rote Zwiebeln und ließ diese in etwas Butter mit Salz angehen. Dann schnibbelte ich die Paprikas dazu und gab Paprikapulver (diesmal nur edelsüß) dazu. Damit nix anbrennt, kamen die geviertelten Cocktailtomaten dazu, alles wurde durchgerührt und bei kleiner Hitze bedeckelt vor sich hinköcheln gelassen.

Tomatensoße in der MacheDieses Bild stand auch in den Sozialen Medien unter der Überschrift „Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Tomate und Paprika (und wenn man so will auch die Zwiebel) waren hier „Gottes Werk“, die hellgelben, fast weißen „Einlagen“, bspw. unten am Bildrand, sollten „Teufels Beitrag“ sein: Eine sehr klein geschnittene Kartoffel. Die garte in aller Ruhe mit und gab nach dem Pürieren und dem nachfolgenden Aufkochen eine schöne Bindung, ohne sich geschmacklich zu exponieren. Damit das mit der Bindung gelingt, nehme man eine mehligkochende Sorte. In der ebenen Form habe ich die Soße noch ein wenig köcheln lassen, eine Spur Zucker dazu gegeben (zur Abrundung) und dann war, als die Pasta auch fertig war, ein Mittagessen gelungen.

Pasta mit Tomatensoße (+Extra) und ParmesanspänenParmesan ergänzte den Tellerinhalt auf das beste und die nächsten Tage habe ich nochmal etwas Soße, in die ich dann ggf. auch noch eine Einlage verbaue. Mal sehen.

Pasta mit Tomatensoße (+Extra) und ParmesanspänenDen Parmesan habe ich der Einfachheit halber mit dem Sparschäler gehobelt, den hatte ich ja schon wegen der Kartoffel draußen …

Pasta mit Tomatensoße (+Extra) und ParmesanspänenHmm, wie der auf der heißen Pasta noch etwas vor sich hin schmilzt. Lecker. Ohne viel Schnickschnack.

Donnerstagabend

Als ich am Dienstag Fisch essen war, nahm ich auch noch etwas aus der Auslage mit. Natürlich nicht einfach so, ich habe es bezahlt! Etwas unkonventionell habe ich es dann auf einen Salat gelegt. Das war die leichtere Variante zur Bratkartoffel, die auch sehr schön gepasst hätte. Aber das entsprechende Gericht aus der Gaststätte findet sich hier auch im Blog mehrfach.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit Dressing (Extradippers)Ist diese Abendsonne nicht super?! Ich musste noch ein Buch unterlegen, dass meine Unterlage eine kleine Schräge bekommt, dass das Licht besser aufs Essen fällt.

Wenn man hier etwas mit „Kochen“ bezeichnen könnte, dann eigentlich nur das Dressing. Den Salat (Miniromano) habe ich auseinander genommen und gewaschen. Dann habe ich die beiden Fischfilets darauf drappiert und den Salat, der nicht mehr auf den Teller passte, als Dipp-Dippers ins Glasschälchen geömmelt.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit Dressing (Extradippers)Das Dressing erinnert an eine klassische Vignaigrette: Senf, weißer Balsamico, Salz und Hafersirup wurden in einem dichtschließenden und schüttelfähigen Behältnis vermischt und anschließend mit Rapsöl und dem Restöl vom Fisch durch ordentliche Schüttelei emulgiert. Honig wäre statt des Hafersirups auch eine Idee gewesen. Oder Agavendicksaft. Da ich mal wieder zu viel Essig genommen hatte, kam nach dem Abschmecken noch mehr Sirup in die Flüssigkeit, der dann auch noch eingeschüttelt wurde.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit DressingDas Ergebnis haftete schön am Salat und konnte gut aufgedippt werden. Kräuter, eine fein gewiegte Schalotte oder ähnliches wären eine schöne Ergänzung im Dressing gewesen.

Forellenfilet nach Matjesart auf Salat mit Dressing (Extradippers)Hatte ich schon erwähnt, dass das kein Matjes ist? Wobei der Hering eine gewisse Vorbildfunktion hat. Wir sehen zwei sehr rosane, ich möchte fast sagen pinke Forellenfilets, die nach Matjesart verarbeitet wurden, und sehr zart und delikat sind. Sehr lecker, kann ich unbedingt empfehlen.

Samstagabend

Den Samstag verbringe ich mit einem üppigen Frühstück und ohne Mittag. Dafür gab es etwas grillmäßiges am Abend. So muss ein gesundes Essen aussehen.

Mariniertes Nackensteak auf Kopfsalatblättern, Dressing separatDie beiden Nackensteaks hatte ich mariniert bei meinem Lieblingsfleischer erworben, bei dem man das auch kann. Das Fleisch ist vernünftig, ich weiß, wo die Tiere stehen (+/- 15 km) und wo die ihr Futter (im wesentlichen) her haben. Das Fleisch kam so groß aus der Pfanne raus, wie ich es hineingepackt habe und nichts suppte aus. Aber genug gelobhudelt. Die rötliche Marinade fand ich eher so semi. Dafür war das Kräuter/Knofi-Teil super. Immerhin. Der Kopfsalat war ein Kopfsalat (wir sehen hier nur einige äußere Blätter). Den Rest gibt es die Tage. Das Dressing könnte euch fast bekannt vorkommen. Wir sehen es weiter oben schon einmal, diesmal mit etwas Schlagsahne und den flüssigen Resten aus der Grillpfanne „gestreckt“. Super Idee.

Mariniertes Nackensteak auf Kopfsalatblättern, Dressing separatDas Fleisch hatte ich auf den Punkt hinbekommen. Ein zarter rosa Schimmer war stellenweise erkennbar, ansonsten war es aber „durch“, aber nicht trocken. Qualität des Produktes und rechtzeitiges Entfernen aus der Pfanne sei Dank. Grünzeug und hochwertiges Protein in der Kombination, was will man mehr?! Das empfiehlt der Ernährungsberater! Die Ernährungsberaterin hätte alles gern etwas feiner und nicht so rustikal. Zum Beispiel in Essgröße zerzupfte Salatblätter und vielleicht eher Geflügel oder Fisch … Aber grundsätzlich findet sie das auch nicht schlecht. 😉

Sonntagmittag

Es war heiß und drückend … Es gab Obst. Und sehr viel später noch einen Low-Carb-Protein-Riegel.

Bockwurst als Low-Carb-Protein-RiegelNatürlich ist die BoWu auch von meinem Lieblingsfleischer. Mittlerweile die einzig wahre.

Bockwurst als Low-Carb-Protein-RiegelUnd das, obwohl sie nicht immer 100%ig gleich ist. Aber sie ist die beste.

Sorry für den langen Artikel. Der kommende wird wieder kürzer.

Ostern

Manchmal bringen Feiertage doch einiges durcheinander. Das führte letztendlich zu einigen eigentümlichen Ereignissen – aus meiner Sicht, aber es sind eigentlich Trivialitäten. Aber sie haben das Potenzial, das Klischee, das ich in den letzten Jahren ach so mühsam von mir aufgebaut habe, zerstören oder zumindest beschädigen könnte. Aber nur bei Menschen, die mich persönlich kennen. Ein kleiner Einblick gefällig?

Was für viele Leute ein klassischer Sonntagmorgen ist, ist bei mir der Samstag. Per se keine Verpflichtungen, deswegen die Chance zum Ausschlafen mit anschließendem ausgiebigem Frühstück und dann ein wenig Rumgammeln und vielleicht auch noch ein oder zwei kleinen Tageshighlights. Wobei das (teilweise) leeren einer Flasche geistreichen Getränks, dass mir mal aus gegebenem Anlass geschenkt wurde, schon unter Highlight läuft. Das „Frühstück“ ist übrigens ganz klassisch mit Brötchen, Marmelade, Konfitüre, Frühstücksei, Saftschorle, Milchkaffee … Und es ist auch die erste Mahlzeit des Tages, insofern stimmt der verwendete Begriff. Einzig die Uhrzeit spricht gegen „Frühstück“. Standard ist ab ca. 11 Uhr, es wird aber auch mal später.

Das Erstaunliche war dieses Mal, dass der Zeitpunkt quasi der Tradition entsprach, gegen 11 Uhr saß ich am Frühstückstisch, schnitt die Brötchen auf und lauschte der Radiosendung, die ich immer zu dem Zeitpunkt höre. Satire zum Samstangsfrühstück, damit nicht nur der Magen was zu tun bekommt. Allein das Vorspiel war einzigartig. Mich hatte die Information erreicht, dass der regelmäßige „Grünmarkt“ seine Saison in diesem Jahr in der Stadt startete und da dachte ich an einen Besuch. Und so tapperte ich kurz nach 9 Uhr schon über den hiesigen Marktplatz. Das Angebot war noch übersichtlich, aber ein paar kleine Leckereien erstand ich. Nur vor dem Bäckerauto war eine – mir nicht ganz verständliche – lange Schlange, so dass ich – den Heimweg nutzend – noch bei meinem Lieblingsfleischer und einer nebenan befindlichen Bäckereifiliale vorbei fuhr und unter anderem frische Frühstücksbrötchen erwarb, sonst eher nicht üblich, ich kaufe die eigentlich immer freitagnachmittags. So war ich gegen 10 wieder zu Hause, versetzte mich in den Zustand, den ich sonst um die Zeit eingenommen habe (Nachthemd, Stoppersocken) und bereitete das Frühstück vor. Hoffentlich hat mich keiner auf dem Marktplatz gesehen. Das Langschläferklischee muss erhalten bleiben! 😉

Was nutzt eigentlich ein Parkleitsystem, dass seine Auslastungszahlen auch in einer App veröffentlich, wenn in der App den ganzen Tag die gleiche Zahl der belegten Parkplätze steht. Ich habe meinen Ausflug zum Grünmarkt ein wenig von der Belegung der Tiefgarage abhängig gemacht. Die App zeigte vor Abfahrt 110 freie Plätze an, nach dem Einparken auch und später am nachmittag wieder. Die leuchtende Zahl kurz vor dem Erreichen der Parkmöglichkeit an der Straßenecke war übrigens nicht 110, sondern 160. Also kein Rundungsfehler. Vermutlich hing da was im System. Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen sind übrigens immer noch 110 Parkplätze frei. Na ja.

Da das Osterwochenende zum einen etwas fremdbestimmt, zum anderen aber bereits vor dem Besuch des Grünmarktes kulinarisch durchgeplant war, wird es wenig von den Leckereien am Sonntagmittag geben. Zumal das Sonntagmittag diesmal ein Montagmittag geworden ist. Aus Gründen. Und nicht nur das.

Sonntag->Montagmittag

Ein Päckchen Feldsalat, zwei Tomaten, drei Lammspieße meines Lieblingsfleischers. Ein dicht schließendes Schraubglas und eine selbstgemachte Vignaigrette. Was braucht es mehr?!

Feldsalat, Lammspieße, DressingAchja, eine Gabel. 😉 Die Spieße habe ich in ein wenig Öl gebraten, die Tomaten gesechselt, den Feldsalat gewaschen und sortiert. In das Schraubglas kamen etwas weißer „Balsamico“, etwas Apfelessig (der gute), Senf, Salz, Pfeffer, Honig. Dann wurde das erste mal zwechs Auflösung des auflösbaren gut bedeckelt geschüttelt. Dann kam moch das gute Rapsöl und auch etwas vom guten Olivenöl dazu. Nochmal gut bedeckeln und ebenso durchschütteln. Das Ergebnis seht ihr im Glas.

Feldsalat, Lammspieße, DressingKurz vor dem Verzehr kam es über das Gemüse, und wenn ein wenig davon auf die Lammspieße kommt, ist das auch nicht sehr schlimm. Die Gabel hilft beim Verzehr und für die letzten Soßenreste hilft ein altes, in Scheiben geschnittenes und aufgetoastetes Brötchen. Knisperknusper. Fingerleck.

Feldsalat, Lammspieße, DressingDie Spieße meines Lieblingsfleischers waren erwartbar sehr gut, da hätte nach der Zubereitung auch ein kleiner Klecks einer Knoblauchmajonäse nicht geschadet. Eine echte Aioli wäre vermutlich noch etwas zu aromatisch für das zarte Fleisch, aber wenn man nur aus Knoblauch und Öl besteht, darf man schon etwas scharf sein …

Zwischen dem Wunsch, sich was gutes zu tun und … Faulheit

Sonntagmittag

Dieser schmale Grat, der da in der Überschrift beschrieben wird, ist wohl gar nicht so schmal. Erkältungsbedingt war ich ein wenig down, hatte eigentlich zu nix Lust, aber am Freitag beim Lieblingsfleischer ein paar Sachen mitgenommen, die verwendet werden mussten. Mir waren zwei wirklich riesige Scheiben marinierten Bauches in der Auslage aufgefallen, die da ein Behältnis krönten, und erfreulicherweise drunter auch kleinere Scheiben verbargen. Die wollte ich mir dann am Sonntag pur in die Pfanne braten, wobei ich auch an eine Garung in Heißluft dachte, aber ich habe zur Zeit keinen Politiker im Haus, der genug warme Luft produziert, um so ein Stück Fleisch zu garen.

Durch die Marinade färbte sich das wenige Bratfett recht angenehm und brachte dann doch den Hirnkasten ein wenig in Schwung, was zu führte, dass ich noch die Reste vom Tk-Rosenkohl und zwei Kartoffeln gewürfelt dazugab. Da die Garung letzterer ein wenig dauert, habe ich das Fleisch zwischendurch aus der Pfanne genommen und selbige dann bedeckelt. Die Erdäpfel wurden später dann noch ein wenig angequetscht, um die Reste der Soße aufzunehmen und alles dann angerichtet.

Bratbauch, mariniert, vom Lieblingsfleischer, Kartoffeln und Rosenkohl aus der gleichen PfanneEin wenig Senf ergänzte das Bauchfleisch und half, es zu verwerten. Alles in allem eine schöne Idee. So aus den Reserven geboren.

Bratbauch, mariniert, vom Lieblingsfleischer, Kartoffeln und Rosenkohl aus der gleichen PfanneNachdem die Kartoffeln und der Rosenkohl in die Pfanne gekommen waren, wurde noch ein wenig gewürzt (Salz, Pfeffer, Kümmel) und erstmal ein paar Minuten nichts bewegt. Da kamen dann ein paar Röstspuren dazu, auch, als das Fleisch dann aus der Pfanne kam und erstmal abseits ruhte. Unterm Gardeckel, wenn man nix bewegt, bräunt es sich auch. Und gart.

Bratbauch, mariniert, vom Lieblingsfleischer, Kartoffeln und Rosenkohl aus der gleichen PfanneDie Kartoffeln waren mehligkochend, also nicht so die ideale Bratkartoffel, aber vorteilhaft, wenn man am Ende der Zuberichtung noch ein wenig quetscht und drückt. Das bindet schön ab und macht Soulfood draus.

Kochbloglesen als Anregung

Da habe ich doch neulich einen Artikel in einem Kochblog gelesen und dachte mir so, dass ich das mal nachmache, aber in ganz anders. Mehr dazu beim „Sonntagmittag“ weiter unten. Ansonsten mal eine kleine Anekdote vom Sonnabend. Wegen eines Vorfalls am Freitagabend war es angeraten, dass ich zeitnah mal an meinem Arbeitsplatz vorbei schaute. Letztendlich musste nur eine Taste mal 3 Sekunden lang gedrückt werden, von der ich nicht mal genau wusste, ob das wirklich notwendig war. Das fesszustellen und durchzuführen ging eben nur vor Ort und konnte nicht vom heimischen Schreibtisch aus erledigt werden (wie sonst eigentlich recht vieles). So begab ich mich am frühen Samstagnachmittag in Richtung Arbeitsplatz, was sehr viele andere Menschen offenbar auch taten. Es war ein richtiges Gedrängel, was aber weniger mit meiner Arbeit, sondern mehr mit dem geografisch sehr nahem Weihnachtsmarkt zu tun hatte, der hierorts „Weberglockenmarkt“ heißt. Offenbar hatte ein Herr Weber hier was gesponsort*.

Nachdem der Knopf gedrückt und damit ein Gerät resettet war, und der Kontrollblick ansonsten alles als funktional auswies, begab ich mich zurück zu meinem Fahrzeug, und kam dabei an einem Verkaufsstand für Obst und Gemüse vorbei. Neben zwei Knollen frischen Knoblauchs (der in Form von 3 Zehen auch unten im Gericht zur Anwendung kam) erwarb ich auch noch ein wenig Obst, Vitamine und die allerhand anderen guten Wirkstoffe sind ja sooo wichtig.

Schokoladierte Apfelscheiben, Amarena-Kirschen und ein paar DattelnDie Datteln sahen so gut aus, die musste ich unbedingt kaufen. Und gegen ein paar Apfelscheiben in dunkler Schokolade ist doch nie was zu sagen. Die kleinen Kugeln sind leicht schnapsifizierte Amarena-Kirschen, ebenfalls in dunkler Schokolade … Mmmmh. Obst ist ja sooo gesund. 😉

Sonntagmittag

Wie ich oben und schrieb, habe ich mich von einem Kochblogartikel beim Mittag für den Sonntag (und Montag und Dienstag) leiten lassen. Allerdings baute ich ein wenig was um. Ich hatte es am Freitag einrichten können, bei meinem Lieblingsfleischer vorbei zuschauen, wo ich übrigens auch wieder einige seiner sehr leckeren Bockwürste erstand. Was allerdings irrelvant für das Sonntagmittag war, da sie es bis dahin nicht geschafft hatten. Aber es waren auch ein paar Bouletten vorrätig, von denen ich zwei erwarb. Kartoffeln waren noch im Haus und 2 Kohlrabi und etwas Pak Choi sowie ein Becher Sahne waren schnell gekauft.

Kartoffeln (mehligkochend) und die Kohlrabi wurden geputzt und gewürfelt, dann kamen sie in eine große Pfanne, in der schon etwas Butter in etwas Öl angebraten wurde. Salz und Pfeffer, Zwiebeln und Knoblauch gaben etwas Würze mit, und da alles noch etwas garen musste, wurde der Pfanneninhalt bedeckelt und bei mittlerer Hitze köcheln gelassen. Bei den Pak Choi trennte ich weiß von grün und schnitt die weißen Teile ebenfalls klein und wusch sie. Sie kamen mit etwas Verzögerung nach dem Waschen tropfnass ebenfalls in die Pfanne (natürlich mit Deckel auf und danach wieder Deckel zu). Etwas Kümmel und Muskat sorgte für weitere Würze. Als die Gemüse fast gar waren, kam der Deckel ab und die Hitzezufuhr wurde erhöht. Als das Wasser fast eingekocht bzw. von den sich auflösenden Kartoffeln gebunden war, kamen die ebenfalls gewürfelten Bouletten und ein schöner Schuss Sahne in die Pfanne. Alles wurde permanent durchgerührt, bis alles eine schöne Konsistenz erhielt. Zum Abschluss kam noch das kleingezupfte Grünzeug des Pak Chois in die Pfanne und wurde eingerührt, genau, wie ein guter Löffel Senf und etwas Cayenne-Pfeffer für den Pfiff. Mit Salz wurde auch noch etwas abgeschmeckt. Und fertig war das Gericht.

Kartoffel-Kohlrabi-Pak Choi-Buletten-PfanneVielleicht war ein ganzer Becher Sahne doch etwas viel, vielleicht sind aber die bereits beiseite gestellten Vorratsdosen mit den Portionen für Montag und Dienstag etwass trockener. Wer weiß?! Der Kohlrabi hatte noch etwas Biss, der Pak Choi auch. Der Löffel Senf erwies sich ebenfalls als gute Idee, hat doch das fernöstliche Gemüse auch eine gewisse Senfnote. Und zur Bulette passt Senf sowieso.

Kartoffel-Kohlrabi-Pak Choi-Buletten-PfanneDie sich leicht auflösenden Kartoffeln gaben der Sache eine schöne Bindung, die größeren Stücke gaben dann auber auch noch etwas Struktur. So hatte das ungleichmäßige Schneiden durchaus noch einen Sinn.

Und ja, der eingangs erwähnte Artikel, auf den ich mich bezog, war mein eigener von vor einer Woche. Hier also eine Variante ohne Pferd und mit anderem Gemüse. Achja, und mit Sahne. Die kalorische Variante.

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*) eine lokale Pointe: zum einen gibt es hier wirklich einen Herr Weber, der so einiges gesponsort hat, zum anderen gibt es eine Mär, dass die Glocke der hiesigen Marienkirche mal einen verirrten Weber wieder in die Stadt geleitet hat anno dunnemals, was zur Namensgebung führte