Mit viel Liebe gekocht …

Kennt ihr das? Man schaut in seinen Resourcen und alles, was man daraus bauen könnte, hatte man schon. So hätte es beinahe mal wieder Stampfkartoffeln und Bohnengemüse als Beilage gegeben. Hatten wir aber schon mal. Also muss man einiges durcheinander bringen. Immerhin stimmte zum Ende die Optik, nur muss der Koch in mir noch herausfinden, in wen er gerade unglücklich verliebt ist. Vielleicht in Milchkaffee?

Als zu großer Freund von kaltem Milchkaffee kann man sich auch mal vergreifen. Dass ich dabei die zutatenarmen Hausmarken den großen Namen vorziehe, hatte ich schon früher erwähnt (Kaffee statt Kaffeeextrakt und ohne Aromastoffe, außer bei den aromatisierten Varianten Vanille und Karamell). Neulich war ich aber bei einem seltener genutzten Discounter, griff ins entsprechende Regalfach und erwischte mangels Aufmerksamkeit eine Abart. Ich hatte wohl nur auf Hausmarke und „Caffé Latte“ geschaut, hatte dabei aber das andere NoGo- bzw. besser NoBuy-Schlüsselwort übersehen. Und so sah ich mich im Moment des Verzehrs einem „Kaffee-Getränk mit Milcheiweiß und Magermilch“ gegenüber statt dem „Milchmischgetränk“. Hauptbestandteil war hier eben keine Milch (die kam als Magermilch erst auf Platz 3 mit 19%), sondern ein Milcheiweißerzeugnis. Das kommt eben davon, wenn man das „High Protein“ auf dem Deckel übersieht und das Produkt trotzdem kauft.

Nebenbei irritierte auch noch die Angabe zum Koffeingehalt. Während ein Vergleichsgetränk bei „18% Arabica-Kaffee“ auf der Zutatenliste 52 mg/100ml enthielt, waren es hier bei „20% Kaffee“ nur 47. Da gehen einem schon ein paar Unterstellungen durch den Kopf. Vielleicht legte sich auch mit der zutatenlistegespeisten Erkenntnis Süßstoff statt Zucker das eine oder andere Vorurteil über die Zunge, aber geschmacklich war das Ding nicht der große Bringer. Erfreulich war, dass die bei Light- und Zero-Getränken übliche Süßstoffspitze hier nicht so stark ausgeprägt war. Statt der sonst üblichen ca. 3% Protein waren 8% im Becher. Immerhin: „High Protein“ stimmte wenigstens im Typenvergleich. So hatte ich damit schon zum Frühstück 20g Proteine zu mir genommen. Ähm, okay, 27,5g. Ich trank hinterher noch einen kalten Espresso Latte, klassisch, aus gleichem Hause. Auch zur Geschmacksverbesserung.

Sonntagmittag

Heute mal wieder nur mit den End-Bildern. Aber ich glaube, die Zubereitung ist sooo einfach, das kriegt ihr auch ohne Zwischenbilder hin. Bei Nachkochinteresse. Das eingangs erwähnte Dilemma „Bohnengemüse/Stampfkartoffeln“ löste ich mit Bohnenstampf und Backkartoffelecken.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeSieht das Rib-Eye-Steak nicht super aus? War auch lecker. Eines extra Steakmessers hätte es auch nicht bedarft. Schön rosa und saftig mit Kruste drumrum. Perfekt.

Wie es sich gehört, nahm ich das Fleisch noch vor den anderen Vorbereitungen aus dem Kühlschrank. Dann wandte ich mich den Kartoffeln zu. Schälen, Vierteln und in einer Rapsöl-Salz-Rosmarin-Mischung ein wenig marinieren. Dann kommt das in den Ofen auf Backpapier und wird bei Umluft 180°C ca. 30 min. gebacken. Dann wird die Pfanne erwärmt. Nebenbei löste ich das Steak aus seiner Verpackung, tupfte es etwas trocken. Als die Pfanne heiß war, salzte ich die Oberseite, gab auch ein paar Tropfen Öl darauf und legte das Steak mit der behandelten Seite nach unten auf den Pfannenboden. Gut zielen! Man sollte es erstmal nicht mehr anfassen. In einem kleinen Topf, der ebenfalls erwärmt wurde, kam etwas Butter und dann die Tk-Bohnen. Um dem Bohnenmus eine gewisse Konsistenz zu geben, gab ich auch noch eine sehr klein geschnittene rohe Kartoffel dazu. Ebenfalls dazu kamen Salz, Pfeffer, Bohnenkraut, eine Spur Wasser und ein Deckel obendrauf. So konnte alles auftauen (Bohnen) und garen (Bohnen und Kartoffel).

Ein Auge lag natürlich immer mal auf dem Steak. Irgendwann löste es sich bei leichtem Rütteln von der Pfanne, so dass ein kurzer Blick auf die Unterseite möglich wurde. Als diese gut aussah, wurde die noch rohe Oberseite gesalzen und mit ein paar Tropfen Öl versehen und dann das ganze Stück umgedreht. Auch hier sollte gut gezielt werden, denn nach dem Umdrehen ist physische Ruhe in der Pfanne.

Als die Kartoffelwürfel bei den Bohnen weich waren, kam im Topf der Pürierstab zum Einsatz, abgeschmeckt wurde mit ein wenig von der Flüssigkeit, die sich in der Pfanne ansammelte. Als die Kartoffelecken fertig waren, konnte angerichtet werden.

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeDas grüne Bohnenpüree hatte wohl eine Spur zu viel Salz abbekommen. Sieht man aber nicht. 😉 Und Getränkevorräte waren hinreichend viele im Haus. Bei den Kartoffeln bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich sie länger hätte marinieren lassen oder während des Backprozesses vielleicht mal mit dem Rest der Marinade bepinseln sollen. Geschmeckt haben sie aber. Nur die Optik …

Rib-Eye-Steak mit Kartoffelecken und BohnenpüreeDas Steak wurde final übrigens noch ein wenig mit Butter bedacht (noch in der Pfanne) und etwas frisch gemahlener Pfeffer kam auch drauf. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Man gönnt sich ja nicht oft sowas, aber das war wieder richtig gut.

Wir blüh(t)en und feiern das

Verfolger auf SocialMedia haben es schon gesehen. Wir blüh(t)en, same procedure last year. Mein stacheliger Freund, ich hatte es vor einer Woche schon erwähnt, bildete einen Blütenansatz und dann auch eine Blüte. Nach Feierabend bei noch etwas Restlicht vom Sonnenuntergang war es noch eine Knospe, aber kurz vor Mitternacht sah es dann so aus:

Kaktusblüte bei Nacht 2026Eigentlich mag ich ja keine Aufnahmen mit Blitzlicht, aber die ist irgendwie ganz gut geworden. Am nächsten Morgen bei Tageslicht ging’s dann auch ohne Blitz.

Kaktusblüte 2026Der nächste Morgen zeigte dann ein nicht mehr so schönes Bild. Es ist eben ein kurzes Vergnügen, so was schönes zu sehen. Vor allem, wenn man bedenkt, aus was für einer Hässlichkeit sowas herauswächst. Man sieht es nicht sehr gut auf dem Bild, aber der Kaktus als solches sieht nicht so sehr gut aus. Er müsste dringend umgetopft werden – eine Aufgabe, die er sich mit dem dahinterstehenden teilt. Von dem seht ihr aber nur den „kleinen“ Ableger; was da hinter dem Bildrand verschwindet, ist ca. 1 m lang, vielleicht mehr. Beide sind an Selbstabholer in liebevolle Hände gern abzugeben.

Sonntagmittag

Am Samstag war ich beim 14-täglich stattfindenden Grünmarkt in der Stadt und fand einen sehr aufgeräumten Marktplatz vor … Da ich im Anschluss so oder so noch zu meinem Lieblingsfleischer wollte, verkürzte sich mein Aufenthalt in diesem „Draußen“ und ich konnte ein paar Leckereien einkaufen. Im Vergleich zum Sonntagmittag vor 2 Wochen marinierte Nackensteaks, zubereitet auf gleiche Weise.

Da aber die Kartoffeln wohl am längsten brauchen, kamen zuerst die auf den Herd.

Kartoffelwürfel vor dem DampfgarenMan soll sich bekannterweise abwechslungsreich ernähren, deswegen sind es diesmal mehligkochende Kartoffeln, die im Dampfbad gegart werden (und nicht wie sonst in der Mikrowelle).

Daneben kamen ein paar Schnibbelbohnen (die eigentlich unter „Brechbohnen“ firmierten) in einen Topf, zusammen mit 2 klein geschnittenen Tomaten, Salz, Pfeffer und ein wenig Wasser.

Tk-Bohnen und frische TomateDas wurde bedeckelt, gar gekocht, abgeschmeckt und mit ein wenig Mehl gebunden. Dann fand ich noch ein Gläschen mit einer Paprika-Knoblauch-Öl- Paste, die wohl auch ein wenig Chili enthielt. Auch davon rührte ich noch einen Esslöffel voll ein.

Grillplatte, fertig aufgeheiztDaneben heizte die Grillplatte auf und bekam dann Besuch von den Nackensteaks vom Lieblingsfleischer.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der GrillplatteSieht schon so besser aus als vor 2 Wochen. Langsam sollte ich mal aus dieser Erkenntnis lernen. Ich legte die beiden Fleischscheiben auf die heiße Platte und überließ sie der Hitze. Dabei kümmerte ich mich um das Gemüse und prüfte die Kartoffeln auf ihren Garungsgrad. Nach mehreren Minuten schaute ich mir mal die Unterseite an, die ich gut gebräunt vorfand. Also umdrehen bitte.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der Grillplatte - einmal gedrehtSieht das nicht lecker aus?! Nicht wie der Schmand aus den folierten Supermarkt-„Nackensteaks“. Zeit, die anderen Teile auf die Zielgerade zu bringen. Das Gemüse ruhte schon:

Gemüsebeilage fertigBei den Stampfkartoffeln rächte sich, dass ich lange keine mehr mit Milch gemacht hatte. Nachdem ich den Dämpfeinsatz mit den Kartoffeln entnommen und das Restwasser aus dem Topf entfernt hatte, gab ich einen Schuss Milch in den Topf, der wohl etwas üppig geriet. Nungut, die Kartoffeln kamen auch noch mit dazu, ebenfalls Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Tk-Schnittlauch. Alles wurde gestampft und anschließend mit etwas Rapsöl (statt Butter) verrührt. Es war vorher schon recht flüssig, stabilisierte sich aber noch ein wenig.

Kartoffelbrei fertigDas Fleisch war dann auch fertig.

Nackensteaks vom Lieblingsfleischer auf der Grillplatte - fertigUnd so konnte angerichtet werden.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDie bräunliche Auflage auf den Kartoffeln kam von der Grillplatte, war aber gar nicht so einfach zu transferienen. Es war eben sooo wenig.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDas Gemüse hatte ein wenig Pfiff durch die Paste gewonnen. Mal was anderes.

Nackensteak an tomatisierten Bohnen und KartoffelbreiDas Fleisch war gewohnt Spitze. Naja, schade, dass nicht jeder so einen Lieblingsfleischer haben kann. 😉

Kochen mit Carlo

Da sich der gepflegte und ständig wiederholte, tief in der Kultur verwurzelte Genuss von Nervengift irgendwie nicht aus der gesellschaftlichen DNA rauscrispen lässt, eher zu einer obskuren Tradition hochstilisiert wird und eine Selbstverständlichkeit sondersgleichen ist, sei doch auch mal erwähnt, dass C2H5OH nicht das einzige Gift in unserer Ernährung ist. Dabei sei natürlich die Notwendigkeit einer sinnvollen Definition von „Gift“ vorangestellt, die hier aber nicht erfolgen soll. Sich auf eine rein toxische Wirkung zu beziehen, wäre vielleicht zu kurz gefasst, immerhin kann die Aufnahme von 14 l Wasser innerhalb kürzester Zeit (anekdotisch) auch zu einer „Wasservergiftung“ führen, die mit dem Tode endete, was aber hier nicht aus toxischen, sondern eher aus biophysikalischen Gründen geschah. Auch von der Muskatnuss wird berichtet, dass sie zumindest zu Vergiftungserscheinungen führen kann, die Dosis liegt aber bei mehreren Nüssen in kürzester Zeit. Mahlzeit. Die Liste lässt sich sicher fortsetzen, bedarf dann aber weiterer Recherche.

Achja, lange nicht mehr da gewesen und doch – ein wenig macht es Stolz – bisher zumindest im Ansatz vorhanden: Wir werden blühen.

Kaktusblüte im AnsatzEin paar Tage wird es wohl noch dauern, aber wenn ich es nicht verpasse, gibt es dann nächstes Mal ein Bild von der aktuellen Blüte.

Sonntagmittag

Das ging mal wieder gaaanz schnell. Immerhin ist, wir werden es gleich sehen, die Zeit der Tk-Erbsen endlich vorbei. Das Nachfolgegemüse wird sich auch nicht so lange im Blog verewigen, offensichtlich kommen da der Verzehr von größeren Mengen pro Portion und die kleinere Verpackungseinheit sinnvoll zueinander.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenDas sieht wie ein Ein-Pfann-Gericht aus, ist es auch. Und Carlo hat geholfen. Ein wenig italienische Küche gefällig? Sieht gar nicht so aus, oder? Gucken wir mal genauer hin.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenIhr habt es richtig erkannt: Das neue Tk-Gemüse sind Schnibbelbohnen. Die „Sättigungsbeilage“ ist eine Mischung aus Wild- und Vollkornreis. Man gönnt sich ja sonst nix. Der wurde in Anwesenheit von etwas Olivenöl zum Erhalt der Beweglichkeit der Körner aufgewärmt. Das interessante sind übrigens die Wurstscheiben, die mit Carlos Hilfe entstanden sind. Und nein, Carlo ist kein Fleischer, auch kein Koch. Aber Namensgeber, Musiker, Komponist und Wassersportler (in frühen Jahren). Wir kennen ihn eher aus Filmen, wo er oft mit Mario ein Duo bildete … Cineasten werden schon längst ahnen, um wen es geht: Carlo Pedersoli, auf den ich mich bezog, ist eher unter dem Künstlernamen Bud Spencer bekannt (Mario Girotti ist dabei natürlich Terence Hill). Ein bekannter Fleischverwurster hat sich da offenbar ein paar Namesrechte gesichert und unter Bud Spencers Namen eine Schinkenkrakauer mit Chili und Jalapeños herausgebracht. Ich muss sagen: Ein wenig Pfiff haben sie, selbst im oben abgebildeten Kontext.

Die Wurststückchen (die Wurst habe ich selbst in Scheiben geschnitten! – mein Eigenanteil)  wurden in ein wenig Öl in der Pfanne leicht angebraten, dann kamen in die Bohnen dazu und alles bedeckelt. Unter mittlerer Hitze tauten die  auf und garten fertig. Eine kleine Prise Salz und etwas Pfeffer haben noch etwas mehr Geschmack, ein Stich Butter rundete alles ab. Schlussendlich kam der fertig gegarte Reis mit in die Pfanne, alles wurde gemischt, auf den Teller gegeben und mit einem Ziegenhartkäse berieben.

Und da man abwechslungsreich und vielfältig essen soll, sah der Nachschlag dann so aus:

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, gehobeltImmerhin wurde der Käse nicht gerieben, sondern gehobelt. 😉

Resteverwertung und Frisches

Wie heißt eigentlich die Mahlzeit – in Analogie zum Brunch – zwischen Mittag und Abendbrot. Und ich meine nicht die Kaffeepause oder den 5-O’Clock-Tea oder so. Gibts da auch eine Zusammenziehung zwischen Lunch und Dinner? Lunner? Dinch? Okay, das Essen am Sonntag hat die Form eines Mittags, aber der Zeitpunkt … die Innere Uhr in Ergänzung mit medialen Beeinflussungen führten doch zu einem späääten Lunch.

Geht es Euch eigentlich manchmal auch so, dass ihr Euch wundert, was so hauptsächlich an Geschirr oder Besteck genutzt wird (meist erkannt beim Ausräumen des Geschirrspülers), obwohl ihr dem eigentlichen Zweck nicht nachgehen`? Mir geht das bei Kuchengabeln so. Meist finden sich so 4 oder 5 davon beim Ausräumen im Besteckkorb (von den 6, die ich in der Besteckschublade maximal habe) und dabei habe ich nicht mal Kuchen gegessen … Aber für manche Sachen sind die kleinen Gabel einfach mal besser. Und keine Angst: Für Pudding nehme ich immer noch den (Tee-)Löffel.

Sonntagmittag

Das war diesmal ein wenig aufwändiger, aber eigentlich auch wieder nicht. Immerhin begannen die Vorbereitungen schon am Dienstag oder Mittwoch … Naja, Vorbereitungen ist als Begriff vielleicht etwas übertrieben. Aber an zwei Tagen der vergangenen Woche schuf ich die Reste, die ich am Sonntag verarbeitete. Die hatten übrigens die Form von 4 Brötchen in 2 Sorten, zwei Weizenbrötchen und zwei malzgefärbte (vulgo: „dunkle“) mit ein paar körnerigen und saatlichen Einlagen. Die Grundidee der Verarbeitung war Semmelknödel, aber das für’s Drumrum erworbene weitere Essen sprach dagegen. Nichts dabei, was eine schöne Soße erwarten ließ. Und Knödel ohne Soße … geht gar nicht.

Also kramte ich ein alten physisch vorliegenden Koch-„Blog“ mit Kochgrundlagen heraus. Wer kennt ihn nicht? Ich spiele natürlich auf das Buch „Ich helfe Dir kochen“ von Hedwig Maria Stüber an, das mir in der 29. Auflage vorliegt. Mittlerweile gibts auf jeden Fall über 40, wenn nicht mehr. Dort fand ich einen Semmelauflauf, der zwar in die süße Richtung ging, aber darauf konnte ich aufbauen.

BrötchenauflaufDas fertige Produkt sieht doch gar nicht so schlecht aus. Wie kam es dazu? Die 4 Brötchen habe ich grob gewürfelt. Dann habe ich ca. ½ l Milch lau erwärmt, mit ein wenig Würze (Pfeffer, Salz, Kurkuma, Knoblauchgranulat) versehen und die Brötchenwürfel darin eingeweicht. Nach einer knappen halben Stunde verklepperte ich 4 Eier mit einer gewürfelten Schalotte, geriebenem Parmesan und etwas gewürfeltem Tiroler Bauchspeck. Die Mischung kam dann auf die durchgeweichten Brötchenwürfel und wurde gut untergemischt. Aber Vorsicht! Nicht zu heftig. Ein bisschen Struktur sollte erhalten bleiben. Anschließend kam alles in die leicht gefettete Form und wurde noch ein wenig butterbeflockt und parmesanberieben. Nach 30 min. bei 180°C Umluft kam dann das zum Vorschein, was wir auf dem Bild sehen.

BrötchenauflaufDas Aufschneiden ergab, dass es vielleicht noch 2-3 min. länger hätte sein können. Flüssigkeit gab es keine mehr, aber stellenweise war es doch ein wenig „klitschig“. Was aber auch nicht wirklich schlimm war. Mal sehen, wie sich die Reste nach dem Aufwärmen machen.

Als der Auflauf im Ofen war, kam das Steak in eine gut vorgeheizte Pfanne und wurde da nach den Regeln der Kochkunst unter Beeinflussung eigener Wünsche und dem allgemeinen Zeitmanagement zubereitet. Am Ende wurde auch noch ein Päckchen Bohnensalat entkorkt. Irgendwo im Blog habe ich schon mal nachgewiesen, dass ich den auch selbst machen kann. Also gab es hier mal gekauften. Der quietscht wenigstens immer so schön beim Kauen. Ist mir bei selbst gemachtem noch nicht passiert.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufDer Auflauf, das Steak (hier in Form eines Rumpsteaks) und der Bohnensalat. Ein schönes Sonntagsessen.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufEs ist das schöne an diesen Silikonformen, dass man die nach dem Backen aufklappen kann. Finde ich gut. So kommt man sehr viel einfacher an den Inhalt. Ein bisschen gebröselt ist es trotzdem. Der Pfannenwender war eben nicht wirklich gut im Schneiden. Ist aber auch nicht seine Kernkompetenz. Er wendet ja lieber Pfannen. Ähm … in(!) Pfannen!

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufÜbrigens bestätigte sich mal wieder, dass das Rumpsteak nicht zu meinen Lieblingsfleischstücken gehört. Es war zwar (fast) perfekt zubereitet, aber irgendwie werde ich damit nicht warm.

Rumpsteak, Bohnensalat, BrötchenauflaufVielleicht etwas zu zart rosa, ein wenig weniger Hitze wäre eine Idee gewesen. Aber der Brötchenauflauf belegte das Heißluftgerät und so musste ich das Fleischstück in der Pfanne garziehen lassen. Saftig war’s, zart auch. Aber ich ziehe das Rib-Eye-Steak (vulgo-1 Entrecôte) vor.

P.S.: Montagmittagresteresteverwertung dank spontan Homeoffice wegen Wetter

Brötchenauflauf mit BratwurstNochmal aufgebacken der Auflauf und die Bratwurst lagerte schon eine Woche im Kühlschrank vom letzten Wochenende und rief: „Verbrauch‘ mich!“ Der Auflauf war immer noch leicht klitschig. Vielleicht hätte er auch beim Aufbacken ein wenig mehr Hitze abbekommen können …

Frittiertes, gebratenes, karamellisiertes, aufgebrauchtes

Wie macht man aus etwas, das, wenn es das gäbe, einen Nutriscore von A+ bekommen würde, ein Produkt, dass nur noch C oder D bekommt? Ganz einfach: Man frittiert es. Und dabei heißt es doch immer: Frittieren macht alles besser. Oder war es das mit dem mit-Käse-überbacken? Egal. Schauen wir mal ins Regal einer Handelseinrichtung, greifen ungläubig hinein, kaufen, nehmen mit nach Hause und schauen nochmal:

Frittierte Bohnen und PaprikaDa sind zwei Plastikpackungen mit Gemüse mitgekommen, snackfähig. Und nicht nur das: Um die Gemüse attraktiv(?) zu machen, wurden sie vor dem Verpacken frittiert. Im Ernst: Die Bohnen und die Paprikastücke sind frittiert! Bei den Bohnen führte das übrigens zu einer gewissen Geschmacklosigkeit.

Frittierte BohnenMan kann die Konsistenz kaum beschreiben: sehr fein zu Staub zerfallend, leicht ölranzig im Abgang, das bohnige war nicht existent. Ganz anders beim Paprika.

Frittierte PaprikaDa schmeckte das Frittieröl richtig ranzig, die Paprika neigten außerdem zu einer gewissen Bitternes, am besten waren noch die roten. Läuft unter einmal probiert, nie mehr gekauft. Die Idee hatte ja was, aber die Ausführung …

Sonntagmittag

Neulich las ich, dass Chicorée ein Wintergemüse ist und eigentlich gerade Saison hat. Ein guter Grund, es mal wieder zu kaufen. Nur, was gibts dazu. Ich erinnerte mich an einen Rest Gemüsebrühe, die ich noch vom letzten Sonntag hüte und spielte mit dem Gedanken, ein richtiges Soßengericht daraus zu machen, ausnahmsweise mal nicht mit Stampfkartoffeln. 😉 Nur was dazu. Und weil ich auch schon – aus gutem Grund – lange keine Bratwurst mehr hatte, kam die dann mit dazu.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstIhr dürft gern fragen, wie ich die Bratwurst so schön gleichmäßig ohne Fettfilm und ohne Heißluftfritteuse  hinbekommen habe. 😉 Die Salzkartoffeln sind Salzkartoffeln. Ganz klassisch. Der Chicorée ist frei extemporiert. Ich habe die zwei der weißgelben Gemüse halbiert und den unteren, strunkigeren Teil dann in etwas Butter angebraten, Salz, Pfeffer und etwas Zucker waren mit dabei. Als sich Bratspuren zeigten, habe ich eine fein geschnittene Schalotte noch mit dazu gegeben. Mein Blick fiel dabei auf das, was sonst noch so rumschwirrte und der Blick fokussierte sich auf einen alten Apfel. Da fiel mir eine Folge einer von Nigel Slater’s Kochsendungen ein, die u.a. die Botschaft hatte, dass Apfel und Schweinefleisch gut zusammen passen. Also schnibbelte ich den Apfel auch noch klein und gab ihn mit in die Pfanne. Alles wurde nochmal gut durchgeschwenkt und bekam dann einen Aufguss mit einem halben Glas Gemüsebrühe. Alles durfte einmal aufkochen und köchelte dann noch ein wenig vor sich hin. Nach ein paar Minuten gab ich die zerblätterten oberen Hälften vom Chicorée dazu, dass er sich auch noch ein wenig erwärme und dann konnte auch schon angerichtet werden.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstAchja, irgendwann zwischendurch, vermutlich mit den Apfelstücken, kam auch noch eine halbe Chilischote dazu, für den gewissen Pfiffffff. Da kann jeder selbst überlegen, ob er das macht und wenn ja, in welchem Maße … Ich habe einen Hauch übertreiben. Aber feuerspeiend war es dann auch nicht.

Chicorée-Apfel-Zum-Überfüllen mit Salzkartoffeln und BratwurstDie Wurst wurde übrigens in der Mikrowelle gegart. Zumindest dem Gerät. Aber nicht mit der Funktion. Meine kann auch noch Grill (war es auch nicht) und Heißluft. Wie ein kleiner Umluftofen im Mikrowellenformat. Finde ich super und würde ich jedem, der über die Anschaffung einer Mikrowelle nachdenkt, empfehlen. Die Heißluftfunktion kostet zwar ein paar Euros mehr, aber für das tägliche Kleinklein ist es immer besser, als den großen Ofen anzuheizen. Den Nutzte ich im letzten Jahr quasi 1x. Für den sehr frischen Karpfen. Alles andere kam via umluftfähiger Mikrowelle.

Convenience satt

Langsam reift bei mir die Einsicht, dass es nicht nur die Politik ist, die uns nach Strich und Faden verscheißert (je weiter oben, desto mehr), auch die Lebensmittelindustrie (und vermutlich nicht nur die) sind ebenfalls ganz vorn mit dabei. Wobei es auch hier einige Produkte gibt, die gar nicht so schlecht sind, aber manchmal müssen diese ein Labeling und eine Werbung über sich ergehen lassen, die völlig falsche Erwartungen aufbaut, die dann nur enttäuscht werden können. Natürlich kann man auch unterstellen, dass uns die Werbung Qualitäten einreden will, so dass wir selbst irgendwann unsere eigenen Maßstäbe über Bord werfen und glauben, was uns eingeredet wird. Wie ich beim Schreiben feststelle, gilt der Satz ebenfalls sowohl für die Lebensmittelindustrie wie für die (höhere) Politik.

Beispiel: Ein fettiger Brotaufstrich aus Ölen und pflanzlichen Fetten ist immer eine Margarine. Spätestens der Geschmack bestätigt es immer wieder, dass man aus Pflanzenfett Margarine herstellen kann, aber eben keine Butter*. Organic Block (vegane Butterersatzsimulanz)Auch wenn das zusammengerührte Fett aus Shea, Kokos, Raps und Mandel aussieht und verpackt ist wie Butter und offenbar keine chemische Härtung braucht (großes Plus), schmeckt es – sicher nicht zuletzt durch die Zugabe von Sonnenblumenölaroma – wie eine gute, alte Margarine. Die nicht notwenige chemische Härtung wird erkauft durch die Verwendung von gesättigten pflanzlichen Fetten, die eher von festerer Natur, aber eben auch eher ungesund sind. Hier in Norddeutschland ist es vermutlich auch nicht ganz so relevant, dass das Produkt aus Dänemark kommt, aber wenn man der Zutatenliste glauben schenken darf, scheint das Produkt international aufgestellt zu sein, übermäßige Logistik hat einer Umweltbilanz noch nie geholfen. Dann doch lieber eine regionale Butter, die schmeckt, als ein weitgereister Pflanzenaufstrich mit einer ähnlichen Auswirkung auf den Körper. Es gibt in der einfachen Betrachtung leider kaum Vorteile. Es ist aber recht edel verpackt und kommt gut aussehend daher. Das Kompliment muss man dem Produkt schon lassen. Der Hersteller müht sich redlich, allein das Produkt ist in der Aufstellung der Botschaft einfach nur schlecht. Dann doch vielleicht lieber eine richtige Margarine aus wertvollen Ölen, die eben teilweise gehärtet sind. Oder wir machen es wie die Südeuropäer, die ihre gerösteten Brotscheiben einfach nur mit etwas Olivenöl beträufeln, dann erübrigt sich das auch mit den gehärteten Fetten. Und das geröstete Brot ist (wenn man es mit dem Rösten nicht übertreibt) auch gesünder (Stichwort: resistente Stärke).

Organic Block (vegane Butterersatzsimulanz)Die rechte Seite sieht ein wenig lediert aus. Das war ich! Ich habe erst probiert und dann das Foto gemacht …

Fremde Anregungen

Da unterhält man sich mal im Team über Abendbrotpläne und bekommt dort die Idee mit, an dem Abend eine Pizza zu essen. Es schwebten mit einer gewissen Unsicherheit auch ein paar Markennamen durchs Gespräch, die zwar alle nicht stimmten (wie der Rückblick am nächsten Tag zeigte), aber offenbar einen gewissen Eindruck bei mir hinterließen. Ich erinnere mich nur wieder an den einen Werbespot, bei dem ein großer Hersteller einen Fehler seiner Pizza als Vorteil verkauft. Irgendwoher müssen ja meine einleitenden Worte oben ausgelöst sein. 😉 Beim postfeierabendlichen Einkaufen geriet leider eine der erwähnten Marken aus dem Teamgespräch in mein Aufmerksamkeitsfeld und ich war zu schwach zu widerstehen …

Dr. Oetker La Mia PinsaUnd: Ja, dass ist keine Pizza. Wobei es gewisse Anlehnungen gibt. Es gehört aber auf jeden Fall in die gleiche Gruppe: Belegtes Brot zum Überbacken/Aufbacken. Und das gute daran: Es hat mich gestärkt und schlauer gemacht. Wer kann das schon von seinem Essen behaupten?! Zugegeben, die Optik ist recht ansprechend. Das Stück schmeckte schön. Aber es brachte auch eine wesentliche Erkenntnis: Die Geschmacksrichtung auf dem Karton ist eine Anregung, womit man die Schnitte belegen könnte und auf welche aromatischen Drauflagen sie vorbereitet ist. Von allein ist davon recht wenig zu merken. Die Pilze hinterließen einen wässrigen Eindruck und auch von der Ricotta-Pecorino-Creme blieb eher ein dünnflüssiger Hauch von einer Soße.

Dr. Oetker La Mia PinsaAber die Optik stimmt. Wenigstens was. Und die Stärke ist gewachsen, sich nicht nochmal zum Kauf verführen zu lassen.

Sonntagmittag

Bei all dem Convenience blieb mir auch am Sonntag nichts anderes übrig, als auf das Gebiet zuzugreifen. Aber mit ein paar weiteren Zutaten wurde doch was leckeres daraus. Okayyy, die Hauptzutat blieb Convenience, aber zwischendurch sah es doch mal so aus, als ob sich eine der anderen Beigaben zur Hauptzutat mauserte.

Gnocchi, Spinat, Tomate, FetaZugegeben, ich habe noch nie mit frischem Blattspinat selbst gekocht. Aber alles ist irgendwann das erste Mal. Und natürlich habe ich auch von überall gehört, gesehen oder gelesen, dass der Blattspinat in sich zusammenfällt, wenn er mit Hitze in Berührung kommt. Aber dass das dann doch so viel war …

Das ganze Essen war in 20 Minuten fertig. Die Gnocchis kamen mit etwas Butter und Öl in eine Pfanne und wurden angebraten. Als sie leicht angebräunten, kamen eine Handvoll kleiner Snacktomaten (halbiert oder geviertelt) hinzu und wurden mit durchgeschwenkt. Als ich dann den frisch gewaschenen Spinat oben drauf gab, hatte ich doch ein wenig Angst, dass ich zum Mittag Spinat mit Gnocchi-Einlage bekomme. Volumenmäßig waren das 2 Teile Spinat auf 1 Teil Gnocchi (mit Tomaten). Das erledigte sich aber schnell. Der Spinat fiel in sich zusammen und ich gab schnell noch gewürfelten Feta mit dazu, bevor der Spinat ganz verschwindet. 😉

Gnocchi, Spinat, Tomate, FetaZugegeben: Ich habe nicht mal gewürzt. War auch so lecker. Ein wenig Pfeffer wäre vielleicht noch eine Idee gewesen, oder Muskat (wegen des Spinats). Aber die Würze des Feta, die Süße der Tomaten und die Knuffeligkeit der Gnocchi … da musste nix ran. Etwas weniger Feta und dann vielleicht ein Schuss Sahne oder Brühe, und dann kommt der berühmte Satz aus dem Maggi-Koch-Studio: „Das machen wir mal wieder!“ Auch ohne Maggi-Beteiligung.

Sonntagabend

Eigentlich sollte es noch eine erfrischende Beilage zu den Gnocchis geben, aber irgendwie … stand das gut im Kühlschrank und zog gut durch. Leider sind manche Vorratsdosen so gut, dass man den Inhalt auch nicht rufen hören kann. Da sich aber der Trend durchgesetzt hat, mehrere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, habe ich dann die Ex-Beilage als Abendbrot umgewidmet.

Bohnensalat aus StangenbohnenDie eigentliche Zubereitung geschah schon am Sonnabend. Ich wollte mich mal an einem Bohnensalat versuchen und hatte zu dem Zwecke Stangenbohnen erworben. Klassisch macht man zwar den Salat aus Schnibbelbohnen (Strauchbohnen), aber wer sagt, dass das für immer und alle Zeit so sein muss?? 😉 Die Bohnen habe ich gewaschen, geputzt und in mundgerechte Stücke geschnitten sowie anschließend in Salzwasser mit anwesendem Bohnenkraut ein paar Minuten gekocht. Nebenbei versuchte ich mich am Dressing, von dem ich leider kaum eine Vorstellung hatte, wie das (zumindest so, wie es mir vorschwebte) gemacht wird. Deswegen kam zum Schluss auch etwas heraus, was ich sicher nicht nochmal genauso nachkochen kann. Was schade ist, denn es war durchaus gelungen.

Wasser, Salz, Pfeffer, Zucker, Essigessenz, weißer Balsamico, kaltgepresstes Rapsöl und Zwiebeln sind die Hauptzutaten, die ich in zwei Chargen zusammenrührte. Bohnensalat aus StangenbohnenZwei Chargen deshalb, weil die erste für die Menge Bohnen zu klein bemessen war. Die erste war mit Essigessenz und Zwiebeln, die zweite dann mit dem Balsamico, weil ich den noch im Vorratsschrank fand.

Die Bohnen kamen, nachdem sie gerade so gar waren, einmal nach dem Abgießen unter kaltes Wasser und dann in die Vorratsdose, dazu kamen die beiden Chargen Dressing, dann wurde die Dose zugeschraubt und gut durchgeschüttelt. Die Bohnen waren zu dem Zeitpunkt noch ein wenig warm. Anschließend kühlte alles aus und kam dann über Nacht in den Kühlschrank. Die kleine Stichprobe kurz vor dem finalen Abkühlen war vielversprechend.

Und das Endprodukt hielt die Versprechungen. Letztendlich doch etwas zu viel „Dressing“, aber schön abgerundet würzig, schön ausgewogen zwischen Säure und Süße. Beim nächsten Versuch etwas weniger und mal mit frischen Zwiebeln. Zugegeben waren hier getrocknete im Einsatz, aber die waren durchaus nach dem Einweichen über Nacht genießbar, aber doch in mehreren Aspekten anders als frische. Mit dem selben Dressing kenne ich übrigens auch Möhrensalat: al dente gegarte Möhren in Würfelform. Nach dem gleichen Prinzip zubereitet. Ich sollte mich versuchen …

___

*) Wobei uns die Geschichte lehrt, dass die allererste Margarine durchaus tierische Fette, aber eben minderwertige wie Talg u.ä. enthielt.

Zwischenmahlzeit (3)

Nachdem es am Montag die Reste vom Sonntag gab, schwang ich im weiteren Verlauf der Woche doch wieder selbst den Kochlöffel, anstatt mich anderswo zu verlustieren. Ablaufenden MHDs u.ä. sei Dank. Beim Dienstagsgericht handelt es sich im Fusion-Küche, wenn auch mit einem kleinen Augenzwinkern. Die Grundidee könnte man auch als Italo-Western bezeichnen.

Los ging es mit einem Gedanken an Spaghetti alla Carbonara und der Frage, wie sich die originalen Zutaten im Namen wiederspiegeln. Das sollte dann die Basis für die neue Namensgebung bilden. Leider ist es nicht so wie bspw. bei Spaghetti aglio e olio, wo sich die Hauptzutaten im Namen befinden, so dass entsprechende Wortspiele nicht möglich wurden.

Die weiteren Gedanken schweiften von norddeutschen Klassikern (allerdings ohne Birnen) zu alten Western, wo sich die Cowboys in der Prärie gern mal Bohnen und Speck in die Pfanne hauten. Hab ich aus den Filmen mit Terence Hill und Bud Spencer gelernt. 😉

Und so kamen dann die ganzen Sachen in meiner Küche zusammen:

Spaghetti mit Bohnen-Speck-SoßeEin schnelles Gericht, das genauso lange in der Zubereitung dauert, wie die Spaghetti zum Kochen brauchen. Während hier das Wasser langsam zum Kochen kommt, wird in der Pfanne ein wenig gewürfelter Speck ausgelassen. Ich hatte da von meinem Lieblingsfleischer ein Stück doppelt geräucherten Bauch erworben, der auch noch intensiv gewürzt ist und genau die richtige Basis für dieses rustikale Gericht bildet. Er war etwas fettarm, so dass ich zum sanften Anbraten auch noch etwas Butter in die Pfanne gab.

Als der Speck leichte Knusperspuren aufwies, leerte ich ein kleine Dose Borlotti-Bohnen in die Pfanne; ich bin mir aber sicher, dass man allerlei andere weißen Dosenbohnen (abgetropft natürlich) dazugeben kann. Die werden erwärmt und unter Zugabe von etwas Nudelkochwasser mit der Gabel in der Pfanne zerquetscht. Das gibt eine schöne cremige Bindung und nimmt recht viel Flüssigkeit auf. Ggf. muss man aufpassen und auf pures Wasser ausweichen, soll es doch auch nicht versalzen werden (der Speck ist ja auch gut gewürzt gewesen). Der Pfanneninhalt wird eben so lange gequetscht und mit Flüssigkeit versehen, bis sie eine gute Soßenkonsistenz erreicht. Das Maß der Quetschung ist frei wählbar. Ich war da offenbar nicht sehr fleißig.

Spaghetti mit Bohnen-Speck-SoßeMan sieht noch deutlich einige Bohnen. Mit etwas Pfeffer wird alles abgeschmeckt und könnte auch noch mit Kräutern oder anderen Gewürzen (etwas Cayenne für ein wenig Pfiff) ergänzt werden. Die Soße haftet super an den Nudeln. Und sollte man doch zwangsweise noch Parmesan darüber streuen wollen, sollte man vorher beim Salz(wasser) ein wenig aufpassen.

3x Krakauer

Am Tag danach gab es nur eine Brotzeit als Hauptmahlzeit, es war aber auch gleich ein Produkttest. Ich bin ein Fan von Krakauer als Aufschnittwurst. Ich betone das mit dem Aufschnitt mal extra, da ich auch schon Krakauer im Bockwurstformat kennengelernt habe; offenbar ist da die Begrifflichkeit nicht so ganz eindeutig. Selbst Wikipedia zeigt mehrere Varianten der Wurst auf. Nach der dortigen Nomenklatura bezieht sich meine Vorliebe auf Krakauer Schinkenwurst. Herkunft ist – das legt der Name nahe – Polen, und die polnischen Krakauer sind schon richtig gut.

3 Schnitten mit Krakauer und dem, was sich dafür hältEs treten an: drei Produkte, die den Namen „Krakauer“ auf dem Etikett zu stehen haben. Und es war keines dabei, wo drauf stand „Das ist so gar keine Krakauer“. Wobei, bei dem einen, hätte es abgedruckt sein können.

Veganer Aufstrich aus Linsen, angeblich wie KrakauerLinks fangen wir mal mit einem Bio-Produkt an. Die Firma Allos hat aus Linsen und einer Reihe anderer Zutaten einen Aufstrich in ein Glas gegossen, der irgendwas mit Krakauer gemeinsam haben soll. Es ist vegan und trägt die Aufschrift: „sowas wie Krakauer, aber aus Linsen“. Naja. Dazu später mehr.

Wer die Firma Radeberger hauptsächlich mit Bier in Verbindung bringt, dem sind die Fleisch- und Wurstwaren aus einer Firma gleichen Ortsnamens offenbar noch nicht untergekommen. Sie bieten einiges im Sortiment an, unter anderem auch ein Produkt, wo Krakauer drauf steht.

Krakauer in Scheiben von RadebergerPraktisch in Scheiben vorgeschnitten und in viel Plastik verpackt, kommt das über den Lebensmitteleinzelhandel ins Haus und kann gegessen werden.

Original polnische KrakauerUnd eine Variante des Originals. Gibt ja auch in Krakau/Polen mehrere Hersteller dieser Wurst. Ich habe diese aus einem deutschen Kühlregal entnommen, einige Ketten bieten das Produkt feil.

Schnitte mit veganem Aufstrich aus LinsenWer einen würzigen veganen Aufstrich aus Linsen auf seine Scheibe Brot schmieren möchte, ist bei diesem Produkt wirklich gut beraten (ganz ironiefrei). Es riecht nach dem Öffnen ein wenig nach Brühwürfel, das verfliegt aber schnell. Auf dem Bild habe ich versucht, den Glasinhalt in Scheiben aufs Brot zu tun (des Vergleichs wegen), das war nicht einfach. Es ist eigentlich streichfähig; man kann es auf diesem Weg auch sparsamer verwenden. Als „Krakauer“-Ersatz taugt das Produkt absolut nicht. Es hat nichts, was an die fleischlichen Vorbilder erinnert. Nichts. Gar nichts. Wobei das Produkt etwas mit einem der anderen gemeinsam hat. Außerdem hat es die längste Zutatenliste von den dreien. Auch eine Aussage.

Schnitte mit Krakauer von RadebergerDas Produkt aus Radeberg erinnert eigentlich eher an eine Jagdwurst. In mehrfacher Hinsicht. Die Einlagen im Brät sind recht klein, der Querschnitt der Wurst aber auch. Es erinnert eher an die Krakauer im Bockwurst-Format, wenngleich ich von der Art schon würzigeres gegessen habe, allerdings warm und frisch vom Grill. Geschmacklich ist die Wurst eher ärmlich, wobei da viele Sachen dran sind. Die Zutatenliste ist fast so lang wie beim veganen Produkt. Und der Fettgehalt ist auch gleich, beide haben ca. 25% Fett in der Nährwerttabelle verzeichnet. Natürlich sind die „Qualitäten“ unterschiedlich, Kokosfett und Rapsöl auf der einen Seite, Schweinefett auf der anderen. 😉 Eine echte 08/15-Wurst ohne Charakter mit einer Rezeptur, die den kleinsten gemeinsamen Nenner sucht. Immer nach dem Motto: Bloß nicht anecken.

Schnitte mit KrakauerDas nenne ich mal Fleischstücke in der Wurst. So muss eine Krakauer aussehen! Dazu ein spürbarer Geschmack und eine 8 Positionen aufführende Zutatenliste. Die anderen beiden hatten mindestens doppelt so viele. Und der Fettgehalt liegt bei 13%. Also: halb so viel Fett, halb so lange Zutatenliste, doppelt so gut. Es ist doch immer wieder schön, mal ein Original auf dem Speiseplan zu haben, und sich nicht mit schlechten Kopien abspeisen lassen zu müssen.

Kochen mit Herz

Kennt ihr das? Da hat man ein oder zwei Zutaten, die man verarbeiten möchte/muss, dann fängt man mit einer Idee an zu kochen und am Ende kommt was völlig anderes heraus. Oder eigentlich genau das, was man als erste Idee hatte, aber zwischendurch war man auf einem gaaanz anderen Trip.

Eine der Zutaten, die eigentlich weg muss, steht noch unangerührt in der Küche: ein Convenience-Produkt im „MHD+ Bereich“. Es sollte eigentlich bei nachfolgendem Gericht seinen Beitrag leisten, wurde aber im Laufe der Zubereitung überflüssig. „Überflüssig“ auch wegen etwas zu viel Wasser. Und Feuer. Aber der Reihe nach.

Die Basis bildeten eine große (Gemüse-)Zwiebel und eine Packung mit Hähnchenherzen. Die Idee war, die Zwiebeln weich zu schmurgeln, die Herzen dazu zu geben, alles zu garen und dann die Pilzsoße (= das MHD+ Produkt) kurz vor fertig rüber zu schütteln, alles wieder zu erwärmen und dann irgendeine Beilage dazu. So weit die Idee.

Nun kann man sich dazu in eine Küche stellen und das wie geplant zubereiten. Oder man kann nebenbei noch etwas anderes machen, was auch ein wenig Konzentration und Zeit braucht. Eine ungute Kombination. Letztendlich sind mir zum Finale beim Kartoffeln dämpfen(!) beinahe noch die Kartoffeln angebrannt. Aber der Reihe nach.

Zwiebel klein schneiden und in einen Topf mit etwas Butter unter sanfter Hitze anschmurgeln. Immer mal umrühren und auch ein wenig salzen. Das braucht etwas, eine Zeit, die man anderweitig nutzen kann – aber nicht sollte. Als ich wieder zum Topf mit den Zwiebeln zurück kam, waren die Zwiebeln oben zwar glasig, unten hatten sich aber intensive Röstaromen (gerade noch auf der guten Seite) gebildet. Etwas Wasser löste die Aromen vom Topfboden, allzudolle habe ich aber nicht gekratzt (den Rest erledigte dann später ein Edelstahlschwamm und anschließend der Geschirrspüler). Ich griff anschließend zur Pfanne, in der ich mit etwas Öl die Hähnchenherzen anbriet. Das löschte ich dann mit der Malliard-Zwiebel-Wasser-Mischung ab, gab noch etwas Salz und Pfeffer dazu, auch etwas Paprika (rosenscharf/edelsüß-Mischung) und bedeckelte alles zum sanften Garkochen. Nach ca. 30 Minuten erwies sich die Flüssigkeitsmenge in der Pfanne doch als zu viel, um noch sinnvoll die o.g. Soße aufzunehmen, es war alles sowieso schon so flüssig. Also kam der Deckel weg, die Hitzezufuhr wurde ein wenig erhöht und alles etwas eingekocht, was mit einer umfangreichen Auflösung der Zwiebeln einherging – wünschenswert. Das schöne an den Geflügenherzen ist ja, dass sie, was die Kochzeit betrifft, sehr flexibel sind. Man kann sie kurzbraten, man kann sie auch lange köcheln, sie bleiben in Form und behalten auch ihren Biss.

Nach einer Viertelstunde weiteren Köchelns hatte die Flüssigkeit in der Pfanne eine gute Konsistenz und auch einen guten Geschmack, so dass ich sie warm abstellte und mich an die Beilage machte. Ich gab ein wenig Wasser in einen weiteren Topf, stellte den Dämpfeinsatz oben drüber und legte 3 gewürfelte Kartoffeln drauf. Dann … befasste ich mich mit anderen Dingen, hatte aber ein Blick auf die Uhr. Noch innerhalb der vorgenommenen Zeit kam ich wieder zum Topf und stellte fest, dass auch Wasser anbrennen kann. Okay, Wasser mit der von den Kartoffeln abgegebenen Stärke, die nach unten getropft ist. Zeit für den 3. Topf: In dem erhitzte ich etwas Milch mit Butter, Salz, Pfeffer, Muskat und gab dann die Kartoffeln hinein. Dann griff ich zum Stampfer und verwandelte sie zu Kartoffelbrei, den ich anschließend noch aufkräuterte. Zeit zum Anrichten.

Herz-Gulasch mit KartoffelbreiLetztendlich, wenn man die Kleinpannen und gedanklichen Umleitungen mal rausrechnet, ein einfaches Gericht, dass richtig aromatisch daherkommt. Idealweg: Hähnchenherzen anbraten bis erste Röstspuren zu sehen sind, Herzen aus dem Topf nehmen, Zwiebel anschmoren, mit Paprikamischung, Salz und Pfeffer braten, mit etwas Wasser ablöschen, Hähnchenherzen wieder dazu geben, gut durchrühren, Deckel drauf und bei geringer Hitze leise köcheln lassen. Wenn die Zwiebeln fast aufgelöst sind, abschmecken, bei zu viel Flüssigkeit noch etwas einköcheln lassen (ohne Deckel kochen), mit Mehl oder Stärke andicken, je nach eigenen Präferenzen. Dazu Kartoffelbrei, Polenta, Reis, Nudeln, Baguette, …

Herz-Gulasch mit KartoffelbreiWichtig ist wohl nur (wie bei einem richtigen Gulasch), dass man fast so viel Zwiebel wie Fleisch hat. Vielleicht hätte man beim Zwiebeln mit Paprikapulver anbraten auch noch etwas Tomatenmark dazu tun können (Gulaschansatz). Aber bei dem Zeitpunkt hatte ich noch die Pilzsoße im Hinterkopf und wollte aus den Zwiebel noch keine Soße ziehen, das ergab sich etwas später nach dem Wasser, da war es für das Tomatenmark aber zu spät.

Weihnachtstrilogie und ein Hund

Die Weihnachtsfeiertage sind wie immer eine Gelegenheit, selbst schönes zu kochen, zu bruzeln und auch zu essen. Dabei soll es selbst zubereitet, aber trotzdem auch einfach sein. So kurz hinter dem Aufwärmen von Fertigspeisen, aber trotzdem noch mit gewissem Eigenanteil. Auch das Einkaufen sollte stressfrei sein.

Zuerst gibt es aber noch eine Speise von vor den Feiertagen nachzutragen. Da ich bis an die Feiertage ran gearbeitet habe, gab sich die schöne Möglichkeit, die nächste Hot-Dog-Variante zu probieren.

Kraut-Hot-DogIn unserer Innenstadt steht seit einiger Zeit ein Hot-Dog-Wagen, der interessantes ins Brot presst. Ich hatte schon mal berichtet. Seither ist etwas Zeit vergangen (ich war ja ein wenig ausgeknockt), so viel mir auf, dass sie die Pizzastücke aus dem Programm genommen hatten. Dafür gibt es jetzt noch mehr Hot-Dog-Varianten; und man hat die Wahl zwischen kurz (siehe Foto) und lang.

Der selbstgebackene Dinkelmehlteigfladen wird hier im Beispiel mit Kraut gefüllt, das Würstchen ist natürlich Pflicht, unter den Röstzwiebeln verstecken sich auch noch Speckstreifen, alles wird besoßt und ist lecker. Wer mal Appetit hat und ein wenig Zeit, sollte da mal vorbeigehen. Die Zeit empfiehlt sich, da da einiges frisch zubereitet oder zumindest finalisiert wird. Und ein Sabberlätzchen oder viel Ein-Hand-Döner-Übung sind auch von Vorteil, die Dinger sind wirklich üppig gefüllt. 😉

Weihnachtsmittag

Der Weihnachtsessenmarathon fängt bei uns an Heiligabend Mittag an. Da sich aber jeder ein Spinat mit Spiegelei und Salzkartoffeln vorstellen kann, hab ich das Fotografieren mal gelsssen. Ansonsten empfehle ich das Bild vom letzten Jahr.

Am Abend gab es den traditionellen Weihnachtskarpfen, der aber diesmal auch einen Traditionsbruch mit drin hatte: Frisch war er zwar auch, aber vom anderen Händler, was aber eher logistische Gründe hatte. Und wem Karpfen zubereiten zu kompliziert ist:

Weihnachtskarpfen, gebacken, auf Speck/Zwiebel-Bett in VorbereitungKarpfen, ganz, küchenfertig ausgenommen und geputzt. Innen und außen gesalzen. Auf das Backblech kamen ein paar weiße Speckscheiben und Zwiebelringe, gern auch halbe. Man sollte nur aufpassen, dass die auch gut unterm Fisch liegen und nicht so vorgucken. Oben auf den Fisch kommen noch ein paar Butterflöckchen. Die ganze Chose kommt für 35-40 min. in den 170°C heißen Ofen. nach 25 Minuten kommen die Kräuterbutterbaguettes auf dem Gitter dazu. Fertig. Lecker.

Das mit den Zwiebeln haben wir in diesem Jahr das erste Mal so gemacht und werden es am nächsten Heiligabend auch wieder so machen. Die früher im Bauch des Fisches platzierte kleine Zwiebel wurde nämlich nie gar, die halbe Gemüsezwiebel  hier in Scheiben aber schon.

Weihnachtskarpfen, gebacken, auf Speck/Zwiebel-BettDer kommt dann mitten auf den Tisch und man bedient sich. Etwas fusselig ist das mit den Gräten, aber geschmacklich ist es super. Als Zubereitungsvariante für diejenigen, die mehr wollen: Man kann den Fisch auch hinstellen, indem man ihm 1-2 halbierte Kartoffeln in den Bauch schiebt und das Ganze dann auf die Schnittflächen stellt. Der Fisch hatte übrigens ausgenommen etwa 1,2 kg. Mit dem Baguette dazu völlig ausreichend für 2 Leute.

Der erste Feiertag brachte eine Klassikervariation in Form von Entenbrust, Rosenkohl, Kartoffeln und Soße.

Knusprig gebratene Entenbrust mit Salzkartoffeln und angebratenem Rosenkohl mit BratenjusDa ich nicht genau wusste, ob das mit der Soße was wird, hatte ich Salzkartoffeln eingeplant, die man im Falle von Soßenfreiheit in Stampfkartoffeln hätte wandeln können. Der Rest war einfach: Entenbrust auf der Hautseite einschneiden und dann in der trockenen Pfanne mit Haut nach unten bei mittlerer Hitze sanft anbraten, bis die Haut die gewünschte Bräunung hat. Dann umdrehen und auch die zweite Seite schön anbräunen. Anschließend aus der Pfanne nehmen und im Ofen bei nicht allzugroßer Hitze fertig garen.

Die nebenher köchelnden Rosenköhler waren soweit fertig, dass ich das Wasser abgoss und sie dann im gleichen Topf unter der Zugabe von etwa der Hälfte des ausgetretenden Entenfetts etwas anbriet. Die andere Hälfte blieb in der Pfanne, wurde mit einem Glas Geflügeljus (der war wirklich gut) aufgegossen, einkochen lassen, Sahne zugegeben und dann noch etwas abgeschmeckt. Die Kartoffeln waren dann auch fertig und es konnte angerichtet werden.

Die Entenbrust war leider nicht so der große Bringer. Obwohl auf den Punkt und sehr saftig und gerade nicht mehr rosa gegart, war sie doch recht fest. Der Rest war lecker.

Der zweite Weihnachtsfeiertag bringt wieder Fisch auf den Tisch. Diesmal gab es Wels, den ich einfach nur gebraten habe. Dazu gab es Bio-Schnibbelbohnen, die mich ein wenig enttäuschten (also das Produkt als solches, es hatte beim Putzen doch größere Mengen Abfall), die ich als rustikale Speckbohnen plante und Kartoffelstampf. Wir hatten auch noch eine Gemüsezwiebel rumschwirren, die ich gewürfelt anschmorte und dann auf die Kartoffeln gab.

Gebratener Wels mit rustikalen Speckbohnen und beschmorzwiebelten StampfkartoffelnLinks und oben der Wels, rechts die Stampfkartoffeln (nur mit der Restsahne vom Vortag), darauf die angebräunten Zwiebeln. Die Bohnen in der Mitte sind kaum zu sehen, die waren im Salzwasser unter Anwesenheit von etwas Bohnenkraut gekocht und dann mit gebratenen Baconstücken ergänzt worden.

Und wie ich schon auf Threads und Mastodon äußerte:

Perfekte Kochplanung. Nur ein paar unzubereitete Zutaten sind noch da: TK-Spinat, TK-Rosenkohl und Kartoffeln. Alles noch roh und gut gelagert. Keine Naschessensreste, alles direkt bei den Mahlzeiten vertilgt. Find ich super.

Italo-Western als Mittag

Drüber nachgedacht hatte ich schon länger, die Zutaten waren auch schon im Haus. Da ich im Moment leicht gehändikapt bin („Orthese“), kam es dann heute zur Verwirklichung, angekündigt war es schon länger.

Die im Thread erwähnte Hotdogstörung behandeln wir morgen.

Das „italo“ am Italo-Western sind in meinem Gericht die Spaghetti. Und ein wenig Südtirol, das später dazu kommt.

Spaghetti kochenKochendes Salzwasser, Pasta rein, einmal aufkochen, Deckel rauf, beiseite stellen.

Speck anbratenBevor ihr euch über die Größe der Speckstücke wundert: es ist eine 20-cm-Pfanne, aber die Stücke Südtiroler Specks waren trotzdem nicht klein. Aber schneidet mal Speck einhändig. („Orthese“) Der Speck wird angebraten und dann erstmal wieder aus der Pfanne entfernt. Nebenbei öffnete ich eine kleine Dose kleiner weißer Bohnen. Die kamen in die speckaromatisierte Pfanne.

Bohnen aus der Dose in die PfanneDann kam recht zügig eine Gabel zum Einsatz.

Bohnen in der Pfanne zerdrückenIn das grobe Bohnenmus, das nur noch bei geringer Hitze erwärmt wurde, kamen alsdann die Speckstreifen und zwei kleine Kellen Nudelkochwasser.

Speck und Nudelwasser zum BohnenmusAlles wurde gut vermengt und es durfte auch nochmal kurz etwas aufköcheln.

Soße ist fertigZur Not mit weiterem Nudelwasser flüssig halten und mit ordentlich Pfeffer würzen. Salz hat es genug vom Speck und vom Nudelwasser. Dann kommen die tropfnassen Spaghetti dazu.

Spaghetti in die Pfanne zur SoßeAlles gut vermengen und servieren.

Spaghetti mit Bohnen-Speck-SoßeBohnen-Speck-Soße aus der Pfanne mit Spaghetti, mein Italo-Western in kulinarisch. Und es schmeckte erstaunlich gut.

P.S.: Entschuldigt meinen etwas hölzernen Schreibstil, aber das einhändige Schreiben wirkt sich irgendwie auch auf den Stil aus. 😉 Aber wenn ein Arm in einer Orthese steckt, wird vieles zur Herausforderung.

Ein-Pfann-Gerichte – Thema mit Variationen

Aus Gründen, die hier nicht ausgewalzt werden sollen, habe ich jiperbedingt auf ein ungewohntes Produkt ausweichen müssen. Bockwurst und drumrum Aber dieses C***** im Zusammenhang mit Q********* und dem Wunsch, der hilfsbereiten Umgebung nicht allzu auf den Geist gehen zu wollen, hat mich bei Bockwürsten mal auf in Produkt aus einer Großfleischerei zurückgreifen lassen. Verbunden ist das mit dem dringenden Wunsch, der Virus möchte sich zum Teufel scheren, so dass ich wieder an das handwerkliche Produkt meines Lieblingsfleischers komme. Diese andere Bockwurst ist einfach nur schlecht und selbst eine Verwendung in anderen Speisen und einer damit verbundenen weiteren Verarbeitung macht die Sache auch nicht besser. Das Brät ist blass, hat kaum Konsistenz (vor allem im erwärmten Zustand), und vom Geschmack wollen wir gar nicht erst reden. Mal soll ja über abwesende nicht herziehen. 😉

Kabeljau, Bohne, KartoffelstampfDer Fisch kam hier zwar jetzt aus der Pfanne, ansonsten entspricht dieses Gericht nicht der Überschrift. Es ist also ein Fake News-Gericht. Oder ein Beweis für die allgegenwärtige Schere zwischen Schlagzeile und Artikelinhalt.
Kabeljau, Bohne, KartoffelstampfDie Kabeljaufiletstückchen wurden recht naturell gebraten (Salz war anwesend), die Prinzessbohnen wurden in Salzwasser unter Beigabe von etwas Bohnenkraut blachiert, und die Stampfkartoffeln … eben Stampfkartoffeln. Leider aus einer festkochenden Sorte, aber wenn man nur lange genug stampft …

Kommen wir nun wirklich zu den Ein-Pfann-Gerichten.
Kartoffel-PakChoi-Schinken-Pfanne
Im Prinzip ist es das, wonach es aussieht. Ein paar rohe Kartoffelwürfel wurden mittels etwas Rapsöls und mittlerer bis geringer Hitze in einer Pfanne gegart, im halbgaren Zustand kamen die weißen Teile von Pak Choi und eine gewürfelte Schalotte dazu. Zur besseren Garung wurde alles in der Pfanne ein wenig abgedeckt.Als die Kartoffeln fast gar waren, kamen die Schinkenwürfel und das Grüne vom Pak Choi dazu. Noch etwas weiter garen und anrichten.

Kartoffel-PakChoi-Schinken-PfanneDas einzige, was hier etwas aufhält, ist das Garen der Kartoffeln. Sonst wäre es echtes Fastfood. Aber auch so ist man in 20-30 Minuten mit der Zubereitung durch.

Variante zum Thema

Man ersetze die Kartoffeln durch fertige Farfalle und die Schinkenwürfel durch eine gewürfelte Bockwurst. Farfalle-Paprika-PakChoi-Bockwurst-PfanneDas Rapsöl habe ich durch Butter ersetzt, in dem ich die weißen Teile vom Pak Choi angebraten habe. Eine klein geschnittene rote Paprika (musste weg) kam auch noch mit in die Pfanne. Später kam die Bowu dazu. Als alles al dente gegart war, kamen die Nudeln und die grünen Teile des Pak Choi dazu. Pfeffer, etwas Salz, fertig.
Farfalle-Paprika-PakChoi-Bockwurst-PfanneDa ich es gern etwas schlotziger mag (leider auf dem Bild nicht so gut zu sehen, aber vorhanden), habe ich das bratende Gemüse noch mit etwas Mehl bestäubt und war später bei der Zugabe der Nudeln sehr nachlässig beim Abtropfen lassen. Um ehrlich zu sein, es kam sogar noch ein guter Schuss Nudelwasser extra in die Pfanne, dabei erübrigte sich übrigens das Salzen und ich pfefferte nur. Etwas schlotziger wurde das Gericht dadurch. Sehr angenehm.

Gurke-Tomate-Kartoffel-Rindsknacker-PfanneDas Schöne bei Pfannengerichten ist, dass man die Menge recht gut auf den eigenen Hunger abstimmen kann. Und manchmal nimmt man auch einfach nur Sachen, die rumliegen und fort müssen – die Rumfort-Methode. In die Pfanne kam nach etwas Butter und Salz die in dicke Scheiben gehobelte Salatgurke und ein paar geachtelte Cocktailtomaten mit allem. Das schmurgelte bedeckelt ein wenig vor sich hin. Etwas Knoblauch, eine klein geschnittene Rindsknacker und vorgekochte Kartoffelstücke kamen später noch mit dazu und alles wurde schön durchgerührt und etwas ziehen gelassen. Als geschmacksgebenes Grünzeug wählte ich gurkentypisch etwas Dill aus. Mit Salz und Pfeffer wurde abgeschmeckt.

Gurke-Tomate-Kartoffel-Rindsknacker-PfanneHier sind es übrigens mehlig kochende Kartoffeln, was beim Zubereiten den Vorteil hat, dass sie sich beim behenden Umrühren ein wenig an den Kanten auflösen und dem flüssigen Pfanneninhalt etwas Bindung verleihen. Lecker.