Hast Du nichts Gutes zu sagen, sage lieber gar nichts!

Das Thema oben drüber ist übrigens ein deutsches Sprichwort. Sagt das Internet. Irgendwer hat das diese Woche auch in einer Dialektform als Zitat einer Oma getweetet, das fand ich leider nicht wieder. Aber die hochdeutsche Version geht ja auch, zumal der Sinn der gleiche ist. Und ich werde mich in Zukunft stärker dran halten. Wobei meine allgemeine Stimmungslage im Moment eher das Gegenteil machen will. Allerdings ist meist die Quelle für den konkreten Missmut-Ausbruch nicht direkt zu kontaktieren bzw. es bringt nichts.

Einfachstes Beispiel: Dieser Tage sah ich ein Satireprogramm einer westdeutschen Humoristengröße. Und dabei bitte ich “westdeutsch” als Regionalangabe im engeren Sinne zu verstehen, also irgendwo zwischen Köln und dem Ruhrgebiet, es muss wohl auch eine Karnevalshochburg gewesen sein, wenngleich es kein karnevallistisches Programm war. Dieser Größe wäre ich sehr gern öfters in die Parade gefahren, da eine ganze Reihe von Pointen zwar handwerklich gut aufgebaut, aber auf Falschaussagen basieren, die mit einem kleinen Aufwand an Recherche und einem nicht ganz so kleinen Aufwand an Neuaufbau der Pointe vermieden hätten werden können.

PflaumenkuchenEigentlich hatte ich heute Mittag etwas ganz anderes vor. Die internetverfügbare Speisekarte ließ die Vorfreude auf das Gericht bereits am Sonnabend durchschlagen, da ich hier schon ein wenig vorhungerte. Es sollte üppig werden. Und: es war nicht verfügbar. Dafür gab es dann etwas leichteres, das so auf den Tisch kam:

Lammfilet rosa mit Bohnen und Pommes

Rosa Lammfilet mit Bohnen und einer großen Portion Pommes, dazu Bratensoße und ein kleines Salatbouquet. Die Bohnen waren gut zubereitet und das Lammfilet auf den Punkt. Auch die Soße passte gut dazu.

PommesSo ging der Teller wieder zurück in die Küche. Und das, obwohl die Pommes schön knusprig auf den Punkt zubereitet waren. Und ich weiß nicht, ob sie ansonsten der Beförderung des Getränkeumsatzes dienen sollten oder meinen Blutdruck in die Höhe treiben, aber dank der Salzung waren sie leider für mich ungenießbar.  Und ich habe mehrere Stichproben von oben und unten genommen. Selbst vom Nachbarteller. Dort waren sie allerdings weniger salzig, wenngleich zusammen mit meinen zubereitet. Vermutlich.

Aber man kann das ganze in mehreren Instanzen positiv sehen. Vom verliebten Koch bzw. der verliebten Köchin möchte ich da gar nicht schreiben, eher von dem Aspekt, dass ich trotz des Verzichtes auf die Pommes gut gesättigt das Lokal verlassen habe (soweit zu den Portionsgrößen), mir aber dafür zum Kaffee noch die schon abgebildeten Kuchenstücke gönnen konnte.

PflaumenkuchenDas sind übrigens wirklich zwei(!) Stücke Kuchen, nicht ein halbiertes. Ich habe sie genau so erworben und als zwei Stücke bezahlt. Wobei die Zwetschgen aus dem Portfolio meiner Küchenvorräte eigenständig ergänzt wurden. Für’s Foto und für den Genuss. Der Kuchen firmierte aber unter Pflaumenkuchen. Das Preisschild war durch eine Serviette etwas verdeckt. Vermutlich nicht ohne Grund. Vielleicht war er deswegen auch in einer Konsistenz, die ihn zum Ditschen geeignet erscheinen ließ.

Naja, wenn der Plan für’s nächste Wochenende aufgeht, werde ich dann keinen Kuchen brauchen. Der anvisierte Laden verkauft auch Abendbrothalbzeuge. Nur brauche ich dann noch frische Brötchen. Die hole ich aber von der Tanke, die sind besser.

4 Gedanken zu „Hast Du nichts Gutes zu sagen, sage lieber gar nichts!“

  1. Ich liebe Lamm, habe dank Corona und dem recht hohen Preis für solches Fleisch selbst schon lange ein solches nicht mehr verzehren können. Aber ich habe ja auch schon versalzene Pommes erlebt, aber sie waren niemals so versalzen dass ich es an die Küche zurückgehen ließ. Mir erscheint aber die Portion an Lamm recht mickrig geraten. Drei fingerdicke Streifen Lamm zu so viel Pommes und Bohnen scheint mir etwas unverhältnismäßig. Aber vielleicht täuscht da auch nur die Perspektive.
    Zwetschgenkuchen ist natürlich immer lecker, vor alle mit Streuseln. Aber kläre mich doch mal bitte auf was “Abendbrothalbzeuge” sind? 🤔 Ich kenne Feuerzeuge, Kronzeugen und natürlich die Zeugen Jehovas die alle paar Monate bei mir klingeln um die frohe Botschaft zu verkünden, aber von Abendbrothalbzeugen habe ich noch nie gehört. Ist das ein Tippfehler oder einfach nur ein Begriff der sich meinem Kenntnishorizont entzieht ? 😉

    1. Lammfilet ist eben nicht sehr viel größer … Und für die drei Filets mussten anderthalb Lämmer sterben, da finde ich die Fleischmenge schon ausreichend. Und zusammen mit den Bohnen und der Salatbeilage (sehr übersichtlich) hat es ja als Mahlzeit auch ausgereicht, deswegen ist dein Eindruck von vielen Bohnen schon berechtigt. Aber in der Konstellation …
      Die Leute hier in der Gegend haben ja, wenn sie ein gewisses Alter überschritten haben, ihre marxistisch-leninistische Grundausbildung “genossen” und da gab es eine Lehrsatz vom Umschlagen von Qualität in Quantität und umgekehrt, ich glaube, es war in der PolÖk. Große Teile der hiesigen Gastronomie hoffen wohl noch, dass die Quantität auf dem Teller irgendwann in Qualität umschlägt. 😉
      Halbzeuge sind (im engeren Sinne) Werkstücke, die bereits fertig bearbeitet sind, aber so allein meist keinen Sinn ergeben. Erst im Zuasammenspiel mit anderen Halbzeugen ergeben sie ein vollwertiges Ganzes. In meinem ins Kulinarische übertragenen Sinn gehört bspw. Butter oder Schmierwurst zu den Halbzeugen. An sich fertig produziert, aber zum Verzehr ergänzt man beides am besten noch mit Brot, einem Essiggürkchenfächer oder schöner Lunchmusik, die bitte nicht mit Loungemusik zu verwechseln ist. Wobei man darauf achten sollte, dass die Halbzeuge auch zueinander passen. So ein Stück Butter mit Lunchmusik ergibt noch keine vollwertige Mahlzeit.
      Und da heute alles so eingetroffen ist, wie ich es in der letzten Woche (siehe oben) vermutete, gibts heute abend oder morgen ein Bild von den erwähnten “Halbzeugen”, wenn ich sie denn zum Abendbrot vorbereitet habe.

      1. Ich habe schon eine halbe Ewigkeit kein Lammfilet mehr gegessen, so dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann wie groß so etwas ist. Wenn ich zu Lamm greife dann eher zu Schmorfleisch…
        Ich kenne so etwas wie das was du hier als Halbzeuge bezeichnest eher unter dem Begriff Halbefertigprodukt oder Halbfabrikat. Aber ich kann mir jetzt vorstellen worauf du hinaus wolltest: Es werden Produkte verkauft die du z.B. als Brot- oder Brötchenbelag verwenden kannst. Das geschieht aber auch an jeder Metzgertheke und nennt sich Aufschnitt. 😁
        PS: Schade dass man die Antworten auf die Kommentare neuerdings nicht mehr abonnieren kann wie früher. Aber da hast du wahrscheinlich keine Einfluss drauf….

        1. Vom Lamm gibt es auch was zum Schmoren? Ich kenne da nur Kurzbratteile: Rücken, Kotelett, Beinscheibe, … Okay, da fällt mir noch gerade die Keule ein, das ist eher schmorbar. 😉

          Neulich habe ich alle meine Blogs komplett neu aufgesetzt und von allerlei Plugins befreit. Mein Hoster meinte, ich hätte ein Scriptvirusproblem, was der Anlass war. Seither ist Ruhe. 🙂 Jetzt muss ich mal rausbekommen, welches Altplugin das mit dem Mailabo gemacht hat …

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