Schredderfrittata und andere Verbrechen

Es bleibt einiges nachzutragen. Die nachfolgenden Bilder sind schon etwas älter, also nicht von dieser, sondern von der vorherigen Woche. Über diese Woche schweigt des Gentlemens Höflichkeit. Aus Gründen. Trotzdem bin ich dem Ziel nicht völlig untreu geworden. Aber die äußeren Umstände brachten einiges durcheinander. Deswegen gibts dieses Wochenende einen auf den Deckel (und auch was leckeres unter den Deckel) und nächste Woche zieht wieder Disziplin ein.

Beim ersten Gericht habe ich mich ein wenig am Frittata-Konzept orientiert, dass ja auch in die große Gruppe der Rumfort-Rezepte gehört. In dem Fall lag mal wieder Pak Choi rum und so ein dünnes Würstchen, das ich paarweise nach dem käuflichen Erwerb zu Hause noch weiter veredelt habe, was im konkreten Fall hieß, dass ich es in der Küche aufhing und noch eine gute Woche lufttrocknen ließ.

Die unteren, weißen und etwas stabilieren Teile des Pak Chois kamen zuerst in die Pfanne (auch wie immer), um hier schon mal einen kleinen Garungsvorsprung zu erarbeiten. Eines dieser Würstchen habe ich klein geschnitten und damit nicht nur etwas Raucharoma ans Gemüse gebracht.

Bevor ich auch das grüne, zarte Blatt des Gemüses in die Pfanne gab, hatte ich noch drei Eier verquirlt und gewürzt.

Die kamen gleich nach dem Grünzeug in die Pfanne. Wenn es jetzt eine richtige Frittata hätte werden sollen, würde ich dann den Deckel drauf gegeben, aber mir war nicht nach gefülltem Eierkuchen, so dass ich das Ei unter leichtem Rühren stocken ließ und es letztendlich als “gefülltes Rührei” saftig (Ei) und knackig (Gemüse) verspeiste.

Die Gewürze, die hier hineinkamen, waren auch die üblichen Verdächtigen: Salz (wenig, man muss die Wurst mit einberechnen) und Pfeffer. Einen Schuss Milch hatte ich auch noch ins Ei getan.

So gab es ein leckeres Abendbrot Das Prinzip lässt sich auf allerlei anderes Gemüse anwenden. Es muss nicht immer Frittata sein. ;-)

Bei der zweiten Bildserie gehen wir der gern gemachten These nach: Man kann alles mit Käse überbacken. Angekündigt hatte ich den Versuch auf Twitter und dann auch gemacht, nur der Bericht blieb in der Pipeline hängen. Hier kommt er also.

Für die Käseschicht hatte ich zu gleichen Teilen Pecorino und Parmesan gerieben. Die Mischung nahm ich mit auf Arbeit, genau wie die Packung Essens, das ich weitsichtig – wie ich manchmal bin – gleich ins Glasgefäß und damit auflaufsicher abgefüllt hatte.

Nach einer gewissen Zeit im Heißluftofen zeigte sich die Käsekruste schön gebräunt, der Inhalt mitnichten wirklich heiß. Vielleicht hätte da die vorherige “Behandlung” der Käseunterlage mit der Mikrowelle doch einiges gebracht.

Stellt sich nur die Frage, was ist unter dem Käse. Nunja, am Wochenende vorher hatte ich doch diesen Kohl-Gemüse-Eintopf (hier weiter unten) gekocht und der ist hier überbacken worden. Es geht, aber sinnvoll ist es nicht. ;-)

Lachs auf Blattspinat (22.08.2019)

Wenn eine Kantine die Preise erhöht, ist das sicher nicht immer schön. Wenn dann das teuerste Gericht 6,30 € kostet, dann kann man das bedauerlich finden und darüber lamentieren. Wenn die selbst frequentierte “Kantine” ein Einkaufscenter und damit die darin befindlichen Imbissstände ist, kann man über das andere Preisniveau nur lachen.

Vermutlich kann man sich durch Umgestaltung irgendwo noch ein teueres Gericht zusammenstellen, aber bei den erhältlichen Standards sollte der Lachs auf Blattspinat das teuerste Menü der Speisekarte sein: 13,98 €.

Dafür ist dann die kompostierbare Verpackung mit dabei, die gern auch ein wenig durchweicht, wenn man nicht schnell genug isst. Aber das Durchweichen nehmen wir mal positiv, immerhin zeigt es, dass Lachs und Spinat so saftig waren, dass es dafür auch noch gereicht hat.

Der Fisch war wirklich gut, kam er aber auch nur Sekunden vor der Bestellung in die Auslage. Lagert er dort länger, neigt er gern zur Trockenheit.

Die Preislage führt natürlich dazu, dass das Gericht nicht allzu häufig auf den Tisch kommt. Aber lecker ist es trotzdem.

Lachs auf Spinat, überbacken, mit Kartoffelspalten (15.05.2019)

Dank Sonderangebotsgutscheinen wurde das Gericht aus dem Bereich der Unbezahlbarkeit in die High-Price-aber-gelegentlich-machbar-Area katapultiert und so landete heute Fisch auf dem Tisch. Der Zeitpunkt war gut gewählt, erwies sich der Lachs – sonst eher mit der Tendenz zu mahl- und dann streufähig – als zart und saftig.

Das Gesamtensemble war liebevoll zusammengestellt, nur die Funktion der beigefügten Zitrone (gibt’s zu jedem Essen also auch hier, Prinzip) erschloss sich nicht auf Anhieb.

Auf dem Überbackungskäse ist sie wenig sinnvoll, läuft sie doch gleich hinunter. Und saure Kartoffelspalten sind auch nicht jedermanns Sache. Soweit die heutige Essenserkenntnis.

Immerhin: Die Verpackung ist kompostierbar. Vielleicht wohnt ihr auch ein gewisser Tofu-Effekt inne: Mariniert und scharf angebraten oder fritiert schmeckt sie sogar …

Käse? (30.04.2019)

Gibt’s heute Mittag nur Käse? Selbst bei einer vielfältigen Auswahl ist Käse pur nicht unbedingt als Mahlzeit zu verstehen, höchstens als ein Gang. Oder das Nachspiel. Aber auf dem Becher steht:

Bleibt die Frage, was sich unter dem Deckel verbirgt. Lüften wir ihn also und schauen.

Wer ganz genau hinsieht, dürfte unter den Tomatenwürfeln ein paar Käseraspeln erkennen, aber das Topping war auf allen 4 Bechern, die ich den Kollegen und mir mitbrachte, oben drauf und demzufolge kein Unterscheidungsmerkmal.

Also muss es wohl doch die Soße gewesen sein, die mit dem Wort “Käse” gemeint war. Sollte es evtl. doch geklappt haben, und der Betreiber resp. sein Koch hat eine Lösung für mein Mac-and-cheese-Problem gefunden?

Leider nein. Des Rätsels Lösung wird eher profan. In der Hektik des Mittagsgeschäftes war die Beschriftung “Käse” eben einfacher und schneller als Gorgonzola-Soße, die damit eigentlich gemeint war. Man wagt sich nicht vorzustellen, was in einem der anderen Becher drin war; auf ihm stand DDR.

Noch abstruser würde das Gedankenspiel bei einem weiteren Becher. Der trug die Beschriftung “DDR+” … ;-)

Käsesuppe (29.04.2019)

Wenn man das Wort Käsesuppe mal sehr wörtlich nehmen würde, dürfte es eine Recht fadenziehende Angelegenheit werden. Da ist es gut, dass sich hinter dem Namen eigentlich ein alter Partyklassiker verbirgt: eine Käse-Hack-Lauch-Suppe.

Dabei kann spätestens jetzt bestätigt werden, dass sie auch in der Mittagspause auf Arbeit schmeckt. ;-)

Was mich etwas irritierte, war die Eigenheit, dass die Suppe während des Verzehrs immer flüssiger wurde. Das lag nicht etwa daran, dass ich zuerst die festen Bestandteile verspeiste, es war die Flüssigkeit selber, die nach und nach ihre Bindung verlor. Ob das an der zunehmenden Kühle der Speise oder nur an ihrer Alterung lag, wage ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

Ihrer Leckerness tat es aber keinen Abbruch.