Lachs auf Spinat, überbacken, mit Kartoffelspalten (15.05.2019)

Dank Sonderangebotsgutscheinen wurde das Gericht aus dem Bereich der Unbezahlbarkeit in die High-Price-aber-gelegentlich-machbar-Area katapultiert und so landete heute Fisch auf dem Tisch. Der Zeitpunkt war gut gewählt, erwies sich der Lachs – sonst eher mit der Tendenz zu mahl- und dann streufähig – als zart und saftig.

Das Gesamtensemble war liebevoll zusammengestellt, nur die Funktion der beigefügten Zitrone (gibt’s zu jedem Essen also auch hier, Prinzip) erschloss sich nicht auf Anhieb.

Auf dem Überbackungskäse ist sie wenig sinnvoll, läuft sie doch gleich hinunter. Und saure Kartoffelspalten sind auch nicht jedermanns Sache. Soweit die heutige Essenserkenntnis.

Immerhin: Die Verpackung ist kompostierbar. Vielleicht wohnt ihr auch ein gewisser Tofu-Effekt inne: Mariniert und scharf angebraten oder fritiert schmeckt sie sogar …

Käse? (30.04.2019)

Gibt’s heute Mittag nur Käse? Selbst bei einer vielfältigen Auswahl ist Käse pur nicht unbedingt als Mahlzeit zu verstehen, höchstens als ein Gang. Oder das Nachspiel. Aber auf dem Becher steht:

Bleibt die Frage, was sich unter dem Deckel verbirgt. Lüften wir ihn also und schauen.

Wer ganz genau hinsieht, dürfte unter den Tomatenwürfeln ein paar Käseraspeln erkennen, aber das Topping war auf allen 4 Bechern, die ich den Kollegen und mir mitbrachte, oben drauf und demzufolge kein Unterscheidungsmerkmal.

Also muss es wohl doch die Soße gewesen sein, die mit dem Wort „Käse“ gemeint war. Sollte es evtl. doch geklappt haben, und der Betreiber resp. sein Koch hat eine Lösung für mein Mac-and-cheese-Problem gefunden?

Leider nein. Des Rätsels Lösung wird eher profan. In der Hektik des Mittagsgeschäftes war die Beschriftung „Käse“ eben einfacher und schneller als Gorgonzola-Soße, die damit eigentlich gemeint war. Man wagt sich nicht vorzustellen, was in einem der anderen Becher drin war; auf ihm stand DDR.

Noch abstruser würde das Gedankenspiel bei einem weiteren Becher. Der trug die Beschriftung „DDR+“ … 😉

Käsesuppe (29.04.2019)

Wenn man das Wort Käsesuppe mal sehr wörtlich nehmen würde, dürfte es eine Recht fadenziehende Angelegenheit werden. Da ist es gut, dass sich hinter dem Namen eigentlich ein alter Partyklassiker verbirgt: eine Käse-Hack-Lauch-Suppe.

Dabei kann spätestens jetzt bestätigt werden, dass sie auch in der Mittagspause auf Arbeit schmeckt. 😉

Was mich etwas irritierte, war die Eigenheit, dass die Suppe während des Verzehrs immer flüssiger wurde. Das lag nicht etwa daran, dass ich zuerst die festen Bestandteile verspeiste, es war die Flüssigkeit selber, die nach und nach ihre Bindung verlor. Ob das an der zunehmenden Kühle der Speise oder nur an ihrer Alterung lag, wage ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

Ihrer Leckerness tat es aber keinen Abbruch.

Beef-Chees-Chili-Suppe (18.04.2019)

Sie hatte zwar etwas in sich, was ich eigentlich nicht so mag, aber durch den allgemeinen kräftigen Geschmack gingen die Maiskörner kulinarisch erfreulich unter.

Nun unterstellt Chili zwar eine gewisse Schärfe, aber da ist es in und um das Einkaufscenter weit verbreitet, dass dem meist nicht so ist. Im Bestreben, möglichst breiten Massen zu gefallen, wird allgemein dezent gewürzt, egal, ob Salz, Chili oder ähnliches.

Geschmeckt hat es aber trotzdem, eine versteckte Schärfe war dabei, aber auch gut versteckt. Ansonsten war die Suppe auch recht aromatisch, eben das, was passiert, wenn Rinderhack, Käsecreme, Kidneybohnen, Tomaten, Paprika, etwas Chili und der unsägliche Mais (ich ess‘ ja alles vom Mais – Popcorn, Polenta, Nachos, die kleinen Kölbchen in den Mixed Pickels – nur keinen puren Mais) zusammen eine schöne Suppe ergeben.

Labskaus auf Pasta

Natürlich hat das, was gleich kommt, nichts – besser: fast nichts – mit Labskaus zu tun. Nur eine wesentliche Zutat, die man von dem norddeutschen Gericht kennt, wird auch hier verwendet. Und da es die Zutat ist, die aus Bratklartoffeln mit Spiegelei und Salzhering an Rote-Bete-Salat den Labskaus macht, hat es der Begriff irgendwie in die Überschrift geschafft.

Zuvor möchte ich noch einen Blick in die leere Pfanne werfen. Ihr habt sie hier auf dem Blog schon ein paar mal gesehen und ggf. auch erkannt. Knapp vier Jahre ist es her, als ich mich vom Teleshopping beschwatzen ließ, sie zu kaufen. Die superglatte Keramikoberfläche, die ja so hart und kratzfest ist, hat mich gelockt.

Nun werde ich sie wohl bald entsorgen. Der Pfannenboden weist immer mehr Kratzer auf und auch am Rand erkennt man Zerfallserscheinungen. Die Dinger sind eben nicht für die Ewigkeit gemacht und sollen wahrscheinlich nur bis zur Veröffentlichung der nächsten Wunderpfanne halten. Da habe ich neulich was mit „Kupferkeramik“ gesehen. Aber ich glaube, ich bin erstmal geheilt. Die „Kupferkeramik“-Pfanne gefällt mir nicht. Neben Design, Griff u.a. mache ich mir bei der Pfanne doch Gedanken, warum sie Kupfer offensichtlich an der Innenseite hat, bei den guten, klassischen Kupfertöpfen das Metall aber nur an der Außenseite ist. Offensichtlich zumindest ein Marketingfehler. 😉 Außerdem habe ich noch eine weiß-keramische in Reserve, die werde ich dann wohl bald in Betrieb nehmen. Ansonsten bleiben die guten alten Edelstahl-Pfannen eben doch die besten.

 

Kommen wir aber zu den angenehmen Seiten der Pfannenverwendung: dem Kochen und dem Essen. Die Pfanne auf dem Bild ist schon mal hinreichend erhitzt worden.

Dort hinein kommt etwas Öl (oder allgemein Fett, spielt nur bei der weiterhin verwendeten Tempoeratur eine Rolle).

In dem Öl habe ich ein paar Zwiebelscheiben angeschwitzt, bis sie leicht anbräunten.

Leicht karamelisierte Zwiebeln sind ja immer eien gute Geschmacksbasis für Soße.

Dort hinein gebe ich klein geschnittene Tomaten. Wer die Pelle nicht so mag, kann sie auch gern vorher entfernen oder die Tomate noch kleiner schneiden oder größere Stücke lassen und die Pellen später rausfischen.

Die Tomaten werden bedeckelt, damit sie in wenigen Minuten eine gewisse Weichheit erlangen.

Sollten sie nach wenigen Minuten Hitzeeinwirkung noch nicht ganz so zerfallen sein, hilft eine quetschende Gabel oder ein ähnlichfunktionaler Pfannenwender.

Diese Würfel sind aus einem Stück Corned Beef geschnitten. Ich hatte welche bekommen, die in Folie vakuumiert, aber nicht in Scheiben als Aufschnitt geschnitten war. Es gibt das Corned Beef wohl auch in Dosen, deren Inhalt ähnlich würfelbar ist. Es ist gut, wenn man hier eine etwas trockenere Variante erwischt (der Doseninhalt soll eher wenig Gelantine erhalten), dass man etwas Wasser oder Brühe bereithält. In meinem Fall reichte die Flüssigkeit aus den Tomaten.

Die Würfel lösen sich beim Erhitzen durch Rühren schnell auf und ergeben eine satte Soße. Sollte es hier zu trocken werden, helfen Wasser, Saft, Brühe oder ähnliches. Jetzt wird auch abgeschmeckt. Pfeffer ist immer eine gute Idee, mit dem Salz wäre ich vorsichtig, da das Corned Beef ja würzig ist. Ganz zum Anfang (s.o.) kann man übrigens auch gleich etwas Knoblauch mit anschwitzen. Ich hatte die Tomatenviertel mit etwas granuliertem Knoblauch behandelt. Geht auch, frischer wäre natürlich schöner gewesen.

Die frischen Torteloni habe ich dann direkt auf die Soße gelegt.

Unter dem Deckel sollte sich dann genug wäre und Dampf bilden, dass die Pasta gar wird (wer sich unsicher ist: auf der Packung stand 2 min. in kochendes Salzwasser, hätte man auch machen und dann gleich durchschwenken können).

Danach wurde alles gut durchgeschwenkt und -gerührt. Dann war es auch schon Zeit für’s Anrichten.

Etwas gehacktes Grünzeug wäre noch eine Idee gewesen, mangels Anwesenheit musste es auch mal ohne gehen.

Auch auf den Parmesan habe ich verzichtet. Es sind immer noch die Tortelloni mit der 4-Käse-Füllung, da ist dann schon genug dabei. Guten Appetit.