Die Wahrheit über Kaffeegenuss, Blümchen und Kohl

Obwohl es mittlerweile auch wieder eine Tendenz zur Trivialisierung des Kaffeegenusses in Richtung Filterkaffee gibt, wo wahllose vorgemahlene und in lose Ziegel gepresste anonyme Kaffeebohnen durch ebenso gepresste und aufgearbeitete Holzfasern durchsickern, durch schnöden Plastik in eine Thermoskanne gelenkt und stundenlang warm gehalten werden, ist es für den gehobenen Genießer mittlerweile möglich, völlig neue Ebenen der Aromatik zu erklimmen. Dabei gibt es so viele Stellschrauben, die hier genusshebend wie auch -senkend beachtet werden können, von denen sich schlichte Wirkungstrinker oft keine Vorstellung machen können oder wollen.

Dabei gilt es, nicht nur die Bedeutung des richtigen Wassers zu beachten und an die eigenen Vorlieben anzupassen. Einfach nur Wasser aus der Leitung zu nehmen, kann zu überraschenden Ergebnissen in der Tasse führen. Die richtige Mineralisierung beeinflusst den Genuss ebenso wie die richtige Temperatur, mit der Wasser und Kaffeemehl zusammengebracht werden und entsprechende Varianten bilden. Hier gilt es, auch mal stille Mineralwasser für die Zubereitung des koffeinhaltigen Heißgetränkes ins Auge zu fassen. Gerade mineralarme Varianten geben dem Kaffeearoma die besten Entfaltungsmöglichkeiten, wenn die Bohne denn kein mineralisches Stützgerüst für ihre Geschmacksentfaltung benötigt.

Dass die Auswahl der Bohne und ihr Röstgrad hineinspielen, ist klar. Als Mieter einer kleinen Wohnung habe ich leider noch nicht den Platz für einen eigenen Röstofen gefunden, insofern bin ich hier auf die käuflich zu erwerbenden Produkte angewiesen. Immerhin wird der Klimawandel vermutlich noch zu meinen Lebzeiten ermöglichen, dass ich eigene Kaffeebohnen anbauen kann; ich freue mich schon drauf. Bis dahin werde ich das Röstproblem auch gelöst haben. So muss ich mich zur Zeit auf die weitere Verarbeitung des Ausgangsproduktes beschränken. Und da gibt es noch viele Möglichkeiten, das Ergebnis in der Tasse zu beeinflussen. Natürlich hat die sortenreine Verwendung durchaus seinen Reiz, aber die eigene Mischung macht’s manchmal auch. Und dabei meine ich nicht nur die Vermengung von Arabica und Robusta, sondern auch von Röstgraden und regionalen Spezialitäten, um Höhe, Breite und Tiefe im Kaffeegeschmack zu steuern. Aber nicht nur hier liegen Einflussmöglichkeiten.

Das Mahlen spielt außerdem noch eine große Rolle. Und hier nicht nur das Mahlen als solches. Mahlgrad, Mahlgeschwindigkeit, Mahltemperatur und Mahlabfolge spielen eine Rolle. Elektromühlen sollten eigentlich verpönt sein, außer, sie hätten eine Mahlgutkühlung. Durch die hohe Mahlgeschwindigkeit wird das Mahlgut und die sich frei setzenden ätherischen Öle zu stark verändert. Deswegen ziehe ich eine Handmühle vor, bei der es aber auch den idealen Kompromiss zu finden gilt, zum einen das Mahlgut durch die Mahlgeschwindigkeit nicht zu stark zu erhitzen, zum anderen aber auch nicht dem Kontakt mit dem Luftsauerstoff und der nach dem Mahlen einsetzenden Oxidation zu viel Zeit zu geben. Gibt es eigentlich schon Handmühlen, die den Auffangbehälter mit Schutzgas (Stickstoff) auffüllen, um den Sauerstoff rauszutreiben? Ich muss mich da wohl nochmal umsehen …

Beim Einfüllen des Kaffeemehls in den Siebträger bevorzuge ich übrigens die Drei-Schichten-Methode. Zuerst befülle ich ihn nur zu einem Drittel, um den Teil dann kräftig anzudrücken. Diese Schicht bietet der Maschine später den nötigen Widerstand, um eine passenden Druck aufzubauen. Die zweite Schicht wird ein wenig schwächer angepresst, um später den vollaromatischen Ansatz aus der oberen, recht lockeren Schicht, aufzufangen und nur das beste weiter durchzulassen. Wer es auf die Spitze treiben möchte, kann diese drei Schichten auch noch mit unterschiedlichen Mahlgraden und Kaffeemehlen ausstatten, aber man kann es dann auch übertreiben. Zumal hier auch die Gefahr besteht, dass durch die längere Vorbereitungszeit u. U. die frischen Kaffeemehle zu lange dem Luftsauerstoff ausgesetzt sind. Wobei: Das muss nicht unbedingt eine Gefahr sein. Der Sauerstoff und die damit verbundene Oxidation verändert zwar das Aroma, aber das kann auch in Richtung von mehr und besserem Geschmack gehen. Bei den kleineren Mengen ist auch der Einfluss der Erwärmung durch das Mahlen nicht so stark, aber es empfiehlt sich die Verwendung von drei Mühlen, auch im eine Vermischung der unterschiedlichen Mehle zu vermeiden.

Da auch das Pressen des Kaffeemehls in den Siebträger dessen Temperatur ein wenig erhöht (Radfahrende kennen den Effekt beim Verwenden der Handpumpe, die sich ebenfalls erwärmt, wenn man damit einen Reifen aufpumpt. Das ist kein Effekt von Reibung, sondern von Kompression der Luft – haben wir mal in Thermodynamik gelernt), gilt der Lagerung und der damit einhergehenden Temperierung des Siebträgers besondere Aufmerksamkeit. Ich habe schon überlegt, mich nach einer Art Wein- oder Fleischreifekühlschrank umzusehen, der nicht so sehr groß sein muss (Platz für ca. 3 Siebträger), aber eine Regulierung von Temperatur und Feuchtigkeit zulässt, um auch hier das noch zu findende Optimum herauszukitzeln. Nach der Befüllung des Siebträgers geht’s dann zur entsprechenden Maschine, die natürlich – aber: wem sag ich das – Regulationsmöglichkeiten für Wassertemperatur und -druck zulässt. Beides sollte selbstverständlich direkt über dem Kaffeemehl gemessen werden und einen einstellbaren Verlauf während des Brühvorgangs haben. Hier ist beim Neukauf einer Maschine darauf zu achten, dass das heiße Wasser auch wirklich heiß beim Kaffeemehl ankommt. Eine beheizte Siebträgerzuführung für das Wasser ist da wohl Pflicht. Im Gegensatz zum Kaffeemehl und dem Siebträger darf die den Kaffee auffangende Tasse aber durchaus vorgewärmt sein. Schließlich soll das frischaromatische Getränk keinen Temperaturschock erfahren, wie er zwar beim Eiskaffee erwünscht, aber beim Heißgetränk konträr ist. Aber Eiskaffee ist da ein ganz anderes Kapitel, da fängt die Auswahl von Bohnen, Mahlgrad, Wasser und Zubereitung nochmal ganz von vorne an.

Ist das Getränk in der Tasse, kann man sich dem Genuss hingeben. Das wäre vermutlich in Gesellschaft auch noch viel schöner. Außerdem ist der geistreiche Austausch der eigenen Empfindung in Gesellschaft Gleichgesinnter auch viel spannender. Um alle Vorlieben und Geschmäcker vollendet bedienen zu können, bräuchte es für jeden einzelnen eigentlich das Komplettset aus Kaffeemaschine, 3 Kaffeemühlen, eigener Wasser- und Bohnenauswahl usw., was die Angelegenheit etwas aufwendiger gestaltet. Außerdem: Andere Menschen haben manchmal auch andere Meinungen. Das muss man sich antun wollen.

Einen Aspekt der richtigen Kaffeezubereitung habe ich hier noch gar nicht betrachtet. Der Fehler, den man meistens macht, ist, dass einen Umgebene als selbstverständlich und allgemeingültig hinzunehmen. Nun lebe ich fast auf Meereshöhe, einer Gegend also, wo das Wasser wirklich sehr heiß werden kann, bevor es anfängt zu kochen und seine Temperatur erstmal nicht mehr steigt. In höher gelegenen Regionen ist das anders, das Wasser siedet früher und kann u.U. für den perfekten Kaffeegenuss gar nicht mehr auf die geeignete Temperatur gebracht werden. Sicher: In einer Siebträgermaschine steht das Wasser unter Druck, es müsste aber eben auch schon unter Druck zum Kochen gebracht werden, aber wenn das Kaffeemehl und seine Durchlässigkeit für diesen Druckaufbau zuständig ist, gilt es also, Mahlgrade und Körnungen der Höhe der Zubereitung anzupassen, anderenorts gemachte Erfahrungen, so der Ort nicht auch auf der gleichen Höhe liegt, werden hinfällig und dienen höchstens noch als Orientierung oder schöne Erinnerung.

Sonntagmittag

Es ist doch erstaunlich, was einem nach dem Genuss eines Tässchen Tees so alles einfällt. Earl Grey, englisch, mit Kandis und ein paar Tropfen echter Sahne. 😉 Und vielleicht auch noch ein Brandy. 😉

Kartoffeln, Blumenkohl, Bechamel-Soße und JägerschnitzelKeine Angst, zum Essen hatte ich dann ein Besteck, auch wenn es’s nicht aufs Bild geschafft hat. Einen kleinen Blumenkohl habe ich in die Röschen geteilt und die großen zusammen mit den geschälten Kartoffeln gar gedämpft. Aus dem Kleinkram des Blumenkohls inkl. dem klein gehackten Strunk habe ich die Soße bereitet, die allerdings bei Mehl und Butter im Topf anfing. Und nein: Ich habe das Mehl nicht anbrennen/anbräunen lassen. Der dezente Braunton kommt anderswo her.

Kartoffeln, Blumenkohl, Bechamel-Soße und JägerschnitzelDiese Art gefüllter Bechamel-Soße ist der kleine Beweis, dass man sie auch mit Bio-Dinkel-Vollkorn-Mehl machen kann, natürlich darf man dann keine weiße Soße erwarten. Der Rest ist klassisch: Mehl und Butter anschwitzen, mit Milch ablöschen und rühren, rühren, rühren, bis sich blubbernd die Soße bildet. Die wird orgendlich gewürzt und mit dem Blumenkohlkleinkram bestückt. Rühren, rühren, rühren beim Köcheln … Nebenbei dämpften Kartoffeln und die großen Röschen. Und in der Pfanne brieten Jagdwurstscheiben, die ich ein wenig mit dem gleichen Mehl behandelt hatte.

Kartoffeln, Blumenkohl, Bechamel-Soße und JägerschnitzelSieht doch gut aus. Okay, den Teller hätte ich etwas aufgeräumter fotografieren können. Aber ich hatte Hunger …

Den Namen hatte die Soße übrigens bei einer Zubereitung größerer Mengen von ihr bekommen, weil da ein Becher Mehl reinkam … (Becher Mehl <-> Bechamel). 😉

 

Pasta mit Käse ohne Fisch

Neues aus meiner Versuchsküche. Wobei ich erstmal gucken musste, wie man das Gericht, dass hier die Vorlage lieferte, richtig schreibt. Ich habe mich mal von allen Varianten für Mac’n’Cheese entschieden. Nudeln in Käsesoße, wenn man es mal profan übersetzt, aber so einfach auch wieder nicht. Bspw. Käsenudeln sind ein anderes Gericht.
Durch meinen Konsum an kulinarischen Sendungen, die ihren Ursprung von übern Teich her haben, ist mir das Mac’n’Cheese schon öfters aufgefallen. In den USA gehört es wohl zu den Grundnahrungsmitteln und es gibt es in unterschiedlichsten Varianten und Formen. Sogar als Paddys für Hamburger habe ich es schon gesehen, aber auch als frittierte Bällchen oder als „Burgerbrötchen“. Heute ging es aber erstmal darum, das Grundrezept nachzuempfinden und zu schauen, ob man es nicht auch noch abwandeln kann bzw. muss.
Spätestens bei der Auswahl der beteiligten Käse ergibt sich eine hohe Variantenzahl des Gerichtes. Ich habe mal einen Edamer, einen ungefärbten Cheddar und eine Art Bergkäse genommen.
3-Käse-WürfelErstaunlich war – am Rande bemerkt -, dass der Biokäse aus dieser Auswahl den meisten Plastikmüll produzierte. Ich würfelte die Käse, wollte ich mir das Reiben ersparen. Und, um es vorweg zu nehmen: Die Würfel können ruhig noch gröber sein, das löst sich alles schnell auf.
Nudeln kochenNebenbei kochte ich auch schon mal die „Maccheroni“, ich muss sie leider in Anführungsstriche setzen: Es sind keine. Aber es fällt fast nicht auf. Sind die Nudeln al dente, werden sie abgegossen und beiseite gestellt.
Die Käsesoße für Mac’n’Cheese fängt an wie eine Mehlschwitze, eigentlich sogar wie eine Bechamel-Soße. Butter wird geschmolzen, dann kommt Mehl hinzu, das angeschwitzt wird und beides wird mit Milch abgelöscht. Da das ganze recht rührintensiv ist, gibts von den Schritten keine Bilder, ich wollte nicht schon wieder einen Topfwechsel mitten in der Zubereitung riskieren.
MehlschwitzeDas Ergebnis war dann eine ebene Soßenbasis, der ich noch etwas Pfeffer und Cayenne-Pfeffer mitgab. Eine Knoblauchzehe kam auch noch klein gehackt hinein. Und rühren, rühren, rühren …
Käse in die MehlschwitzeDann kamen die Käsewürfel dazu und man durfte weiterhin das Rühren nicht vergessen.
Käsesoße gerührtIrgendwann blubberte sie sanft vor sich hin. Jetzt kann man noch etwas abschmecken. Mit dem Salz kann man ruhig vorsichtig sein, der Käse bringt eine Menge mit.
Nudeln in die KäsesoßeDie Nudeln werden ebenfalls untergerührt. Hier schaltete ich die Hitze unterm Topf schon mal aus, damit nix mehr passieren kann.
Nudeln in der KäsesoßeEin μ weniger Soße oder eben etwas mehr Pasta hätten dem Gericht gut getan. Aber für frei Schnauze gekocht, ist das Verhältnis doch recht gut getroffen. Vorsichtig umrühren, etwas ziehen lassen und schon kann serviert werden.
á la Mac'n'cheeseAuch wenn es der flüchtige Blick vielleicht wie ein Mac’n’Cheese aussehen lässt, es ist eigentlich ein Wirbli’n’Cheese. Aber ich denke, diese Nudelart ist recht passend.
á la Mac'N'CheeseResümee: Der Bergkäse war ein wenig intensiv, davon hätte ich weniger nehmen sollen. Geplant war noch etwas Mozzarella, aber irgendwie fand der nicht den Weg in meinen Einkaufswagen. Ein großer Löffel saurer Sahne, der den Mozzarella-Anteil simulieren sollte, ging im doch sehr dominanten Bergkäse unter. Eine Idee ist wohl auch, dieses Mac’n’Cheese im Ofen zu Überbacken (dann natürlich noch mit Parmesan oben drüber). Das wäre dann irgendwann mal eine Idee für die weiteren Versuche.
Nebenbei: Auch diese Mehlschwitze habe ich nicht mit Weißmehl gemacht, diesmal war es Roggenmehl 1050. Weil mir der Vergleich fehlt, kann ich die Unterschiede nicht wirklich einschätzen, würde aber sagen, dass man die nichtstandardgemäße Mehlverwendung doch auch bemerkt. Ich würde es als „Zungengefühl“ bezeichnen, dass vermutlich bei Weißmehl etwas anders ist.

Mit einem leichten Hauch von Angebrannt

Heute gibt es mal wieder einen Beitrag unter der Überschrift „Versuchsküche“, wobei es eigentlich ein Klassiker ist, aber auch die kann man ja mal anders machen. Ich hatte vor einigen Tagen schon bunten Blumenkohl erworben, der immer dringender verbraucht werden wollte. Und weil ich nach einem der nachfolgenden Kochprinzipien sowieso noch was anderes zubereiten wollte, schön, mal zu experimentieren.
Basis sollte eine Mehlschwitze werden. Fast ganz klassisch. Um gleich mal eine Varianten (und etwas mehr Geschmack) hineinzugeben, ließ ich etwas klein geschnittenen Speck in der für die Mehlschwitze gedachten Butter aus.
Speck anbratenDer konnte ruhig etwas anbräunen.
Speck angebratenDann kam das Mehl hinzu und das Rühren ging los.
Mehl dazugebenNicht zu vergessen die Milch, die weitere vorübergehende Grundidee stammt von der Bechamel-Soße.
Mehlschwitze mit SpeckeinlageSchön eben und dickflüssig. Aber das Rühren nicht vergessen!
Den Blumenkohl hatte ich noch nicht vorbereitet. Ein Fehler, wie sich herausstellte. Als er aber zerpflückt war, kam er mit in die Soße.
Bunter Blumenkohl in MehlschwitzeDas blubberte ordentlich. Beim Rühren dachte ich schon „Oh, oh“. Aber ich kochte erstmal unbeirrt weiter, indem ich etwas Brühe dazu gab.
Blumenkohl in MehlsoßeNun sollte alles leicht vor sich hin köcheln. Zum einen stellte ich doch noch einen recht starken Mehlgeschmack fest, zum anderen war ja der Blumenkohl auch noch roh. Etwas Würze (scharfer Paprika, Pfeffer, Salz, Muskat) kam auch noch mit dazu.
Bunter Blumenkohl in MehlschwitzeIrgendwann fängt der Blumenkohl aufgrund seiner Garung an zu zerfallen. Erfreulich war, dass sich die Farbe nicht an die Soße weitergab. Leider hatte ich nicht intensiv genug gerührt, so dass mir leider alles unten im Topf ansetzte (das lag wohl auch schon an dem Zeitpunkt, als ich das Mehl in das Fett gab und nicht richtig rührte). So galt es, nicht zu intensiv am Boden rumzukratzen und dann doch den Topf zwischendurch zu wechseln. Es roch doch schon etwas angebrannt.
Buntes BlumenkohlsüppchenZum Schluss wurde noch alles gut angerichtet. Eigentlich wollte ich Pasta dazu machen, aber ich ließ es dann doch als Suppe.
Übrigens: Wer sich wundert, dass die Bechamel so komisch in der Farbe ist: Nein, ich habe keinen dünnen Kakao dafür genommen, es war schon richtige Milch. Mit etwas Sahne wäre es vermutlich weißer geworden. Aber der Hauptgrund liegt wohl darin, dass ich mangels feiner Alternative Dinkel-Vollkornmehl verwendete. Vermutlich dadurch auch der anfangs etwas störende Mehlgeschmack in der Soße, der sich aber während der Garzeit des Blumenkohls verzog. Ich „rühme“ mich ja eigentlich, nie Mehl in meiner Küche zu haben, aber da ist noch was von meinen Brotbackexperimenten übrig.
 

Wenn zwei Mütter ein Gericht kochen

Die Klassiker sind eben manchmal doch die besten. Die Frage ist nur, wie die gekocht werden. Damals schmeckte das alles doch so gut; schwierig wird es eigentlich erst, wenn selbst die Mütter nicht mehr so wie früher kochen. So kramten also an einen schönen Samstagnachmittag zwei Söhne ihre Erinnerungen raus und versuchten, ihre Erinnerungen auf den Teller zu bekommen. Dass das nicht einfach war, ergibt sich fast von allein, wenn man weiß, dass die beiden Söhne unterschiedlicher Mütter sind …
Das Ziel des kulinarischen Versuchs: Kochfisch mit weißer Soße. Am besten Zander. Im Nachhinein sei vermutet, dass ein frischer, ganzer Zander vermutlich das noch bessere Gericht ergeben hätte, aber die Tiefkühlfilets waren zumindest anständig, wenn auch nicht anständig geputzt.
Der Fisch wird natürlich im Wasser gekocht, aber natürlich nicht einfach so. Weiße Wurzeln (Petersilienwurzel und Pastinake) schwammen wohl darin rum, dazu ein paar Möhrchen, je nach Essensvorlieben Zwiebeln ganz oder geteilt, Salz, Pfefferkörner, Piment. Zuerst wird das Wasser zum kochen gebracht, dann das ganze Gemüse hinein getan und alles ca. 10 Minuten zu einer kleinen Brühe gekocht.
Wurzelbrühe kochen
Das Gemüse ist in mundgerechte Stücke geschnitten, dient es doch nachher auch als Beilage. In die Brühe kommt dann der Fisch, ob nun im ganzen, in Tranchen, in Filets oder in Happen, das mag der nachfolgende Esser entscheiden. Wichtig ist nur, dass es im Topf jetzt nicht mehr kochen sollte. Der Fisch zieht nur gar.
Fisch zum Garziehen dazu
Nun müssen wir uns auch um die Soße kümmern. Nebenher köcheln übrigens schon ein paar Kartoffeln und sind auf dem Weg zur Salzkartoffel. Ein Esslöffel Butter schmilzt im Topf, schwitzt eine klein gewürfelte Schalotte an und wird dann mit einem Esslöffel Mehl bestäubt. Das ergibt beim ständigen Umrühren ein streuseliges Etwas auf dem Topfboden. Mit einer halben Tasse Milch wird es abgelöscht.
Soße kochen
Rühren, rühren, rühren. Der Topfinhalt wird wieder dick wie ein Pudding. Jetzt kann erst nochmal mit Milch oder mit der fischigen Brühe aus dem Nebentopf alles wieder verflüssig werden. Unter Umrühren wird alles gut aufgekocht, bis es wieder zu dickflüssig zu werden droht. Dann folgt wieder ein Schuss Brühe. Dieses Kochen, eindicken, verdünnen, kochen wird solange fortgesetzt, bis die Soße die gewünschte Konsistenz erreicht hat und auch nicht mehr ändert. Dann wird mit Salz, Pfeffer, Dill und einem Spritzer Limette (Saft von 1/4 Limette, es soll nicht sauer schmecken, aber frisch) abgeschmeckt.
Der Fisch ist gar
Ist der Fisch gar, kann angerichtet werden.
Auch mal lecker
Der Fisch, die Soße, die Gemüse, die Zwiebel … Lecker. Nicht ganz so wie damals, aber wer weiß, ob die Erinnerungen nicht trügen. Beim Einkauf kamen auch noch ein paar andere Fische in den Tiefkühler, die garen demnächst auch noch lecker im aufbewahrten Fischfond.