Zusammenfassung Haferdrink

Seit dem letzten Wochenende habe ich mir nach und nach einen bekannten Haferdrink in den Kaffee getan. Oder den Kaffee in den (aufgeschäumten) Haferdrink. Wie man will.

Als ich das erste Mal den Karton aus dem Kühlschrank nahm, erschrank ich ein wenig und ärgerte mich. “Mist, haste ein abgelaufendes MHD erwischt.” Irgendwas mit Ende August … Der zweite Blick brachte dann auch noch die Jahreszahl ins Bewusstsein: 2021. Nicht mehr viel Natur drin in dem Drink, wenn es so lange haltbar ist.

Aber schäumen tat’s gut. Und recht stabil war der Schaum auch. Es gibt Milch, da fällt er eher zusammen (oder bildet sich gar nicht erst so gut). Es gibt aber auch Milch, da ist das Ergebnis vergleichbar, wenn nicht besser.

Und wer Landkaffee oder “Muckefuck” mag, wird auch Milch mit Haferdrink mögen. Es schwingt immer ein kleiner Hauch des Getreidekaffees mit. Edle Kaffeesorten braucht man also nicht, da der Geschmack mehr verfälscht wird als bei Milch. Wer eher Wirkungstrinker ist oder bei wem das Mischungsverhältnis eher zu gunsten des Kaffees liegt, da mag es nicht so intensiv empfinden.

Warum ausgerechnet sortenreine Milchersatzgetränke dem Original nahe kommen sollen, werde ich auch nie begreifen. Liebe Hersteller: Mischt doch mal ein bisschen, vielleicht ist das Ziel dann eher zu erreichen.

Drei Gedanken zum Sonntag

1. Gedanke

Bei den Kochbloggern würde ich mich in gewissem Sinn eher zu den Puristen zählen, und damit meine ich nicht unbedingt die veröffentlichten Rezepte, sondern ganz allgemein das Bloggen als solches. Ich habe etwas leckeres gegessen und möchte meine Leser oder zufällig vorbeischauende daran teilhaben lassen, egal, ob selbst erkocht oder wo anders gegessen. Andere Blogger/innen haben es sich zum Ziel gemacht, zumindest Teile ihres Lebens mit Hilfe des Bloggens zu finanzieren. Aber auch hier gibt es solche und so’ne.

Da gibt es die Möglichkeit, Werbeanzeigen auf seiner Webseite zu platzieren oder Partnerschaften mit werbetreibenden Institutionen einzugehen. Oder beides. Das kann man kenntlich machen, sollte es auch, aber der eine oder andere tut das so unauffällig wie irgend möglich. Man kann übrigens auch ganze Blogbeiträge durch zahlende Auftraggeber schreiben lassen, sollte dabei aber gut aufpassen, dass man trotzdem mit dem Inhalt mitgehen kann und es nicht nur wegen des Geldes macht. Dabei kann die eigene Glaubwürdigkeit doch sehr stark leiden. Neulich hatte ich gerade eine entsprechende Auseinandersetzung mit einem Blogbetreiber, der in einem zugeliefertem und gesponsorten Artikel allerlei Geschwurbel ventilierte. Aber das nur nebenbei.

Diese Woche auffällig war eher ein anderer Blog, der es mit der klassischen Anzeigenvariante probierte, Einnahmen zu generieren. Ich folgte dem Blog schon länger, aber diesmal lockte mich eine Schlagzeile, doch mal direkt auf die Webseite zu schauen und das Rezept nachzulesen und ggf. auch in der Sendung “RundumGenuss” zu erwähnen. Aber der Artikel war so werbeanzeigenverseucht, dass es schwierig bis fast unmöglich war, ihn zu lesen. Zum einen dauerte der Seitenaufbau ewig, so dass man auf ein interessantes Foto in den Textlücken hoffte und doch immer wieder nur durch eine Anzeige enttäuscht wurde. Zum anderen lag das Inhalt-Anzeigen-Verhältnis gefühlt bei 1:2 oder noch schlimmer. 4-5 Zeilen Text und dann eine Anzeige, die mindestens 10 Zeilen hoch war. Und das im steten Wechsel. Da verscheucht man doch wohlmeinende Leser/innen und verärgert sie so weit, dass ich nicht mal mehr weiß, worum es eigentlich ging. Ich glaube, irgendwas mit geräuchertem Käse.

Vermutlich war es nicht ganz so schlimm wie beschrieben, aber auch Werbung will wohl dosiert sein.

2. Gedanke

Manchmal denke ich mir für eigentlich recht profane Gerichte schicke Namen aus. Gestern zum Beispiel die “sautage de pommes de terre an maillardierten und marinierten chevilles” oder das geschabte, einseitig geröstete Flesichhaschee an sortierten Krautsalaten mit einer Sauce aioli in einer tasche gerösteten Brotes, was man gemeinhin auch gern mal als Döner bezeichnen könnte. Aber heute ist mir etwas passiert (s. 3. Gedanke), da habe ich offensichtlich meinen Meister gefunden. Es geht um ein “Schnitzel ‘Seeblick'”. Da könnt ihr Euch mal Gedanken machen, was das wohl war. Vorweg: Es war gut, aber der Name …?

Nun muss man wissen, dass es hier in der Gegend einen ausflugstouristischen Ort namens “Seeblick” gibt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich selbst aber nicht genau weiß, wo das ist. Obwohl ich es mal wusste. Aber der zur Stadt gehörende See bietet ja einige Orte, wo man schön auf ihn raufgucken kann. Insofern hat der Name des Gerichtes offensichtlich einen lokalen oder regionalen Bezug. Soweit gehe ich noch mit. Und, wie gesagt, das Gericht war auch lecker, aber irgendwie passte Name und Gericht nicht zusammen.

Aber vielleicht gibt es – dann natürlich in der Landessprache – Orte namens “Seeblick” auch an anderen Gewässern. Dem Gardasee zum Beispiel, oder dem Lago Maggiore. Oder dem Comer See. Ich denke, der Gedanke dahinter ist klar geworden. Das Schnitzel war nämlich mit gehackten Tomaten á la Bruschetta belegt und mit Käse überbacken worden. Lecker übrigens. Aber “Seeblick”?

Man kann den See beim Verspeisen sehen, immerhin das. Aber ansonsten war die Schere zwischen Name und Produkt selten größer. Oder ich komme nicht auf die Idee, die dahinter steckt.

3. Gedanke

Eigentlich wollte ich heute Mittag die Hälfte der Kartoffelspalten wieder zurück in die Küche gehen lassen. Ich vergesse aber auch immer wieder, darum zu bitten, die “Sättigungsbeilage” etwas kleiner zu dimensionieren. Zumindest da, wo es sich einrichten lässt. Aber die Kartoffelspalten waren so perfekt auf den Punkt zubereitet (außen herrlich knusprig, innen cremig weich kartoffelig), dass ich sie zum Ende des Mahls doch noch alle versnackt habe …

Schnitzel "Seeblick" mit Kartoffelspalten und BohnensalatAber nicht nur die Beilage war gut, auch das Schnitzel mit einer Bruschetta-Auflage war lecker, vor allem auch mit dem Hintergedanken, was ich in hiesigen Restaurants unter dem Namen “Bruschetta” schon alles essen musste. Da spielte vielleicht auch eine Rolle, dass etwas, was mit Käse überbacken ist, sowieso immer gut schmeckt. ;-) Aber auch die gehackten Tomaten darunter waren gut. Letzendlich ein Gericht aus der Reihe “Das essen wir mal wieder”. Wobei ich nach der Bestellung und vor dem Auftischen noch ein Tagesgericht an einer Wandtafel gesehen hatte, das ich zum Zeitpunkt der Kenntnisnahme doch lieber gegessen hätte. Aber ich habe meine Wahl mit dem Bruschetta-Schnitzel nicht bereut und ich hoffe, dass das andere Gericht beim nächsten Besuch auch wieder an der Wand steht (oder vielleicht auch in der Karte).

Alles Käse

Irgendwann werde ich keine anderen Kochblogs mehr lesen und auch die entsprechende Seite hier aus dem Angebot entfernen. Es regt mich immer so auf. Und mein Blutdruck ist sowieso schon zu hoch.

Da gibt es Regelungen im Bereich der Lebensmittelwirtschaft, dass bspw. Feta unbedingt aus Schaf- und/oder Ziegenmilch hergestellt werden muss. Der weit verbreitete “Kuhmilch-Feta” darf auf keinen Fall so heißen, um Verwechslungen zu vermeiden. Er heißt dann “Weißer Käse”, “Balkan Käse”, Hirten-Käse” oder so ähnlich benannt. Da Feta ein feststehender Begriff ist, finde ich die Regelung durchaus richtig.

Aber irgendwelche dahergelaufenen Foodblogger können sich natürlich darüber hinwegsetzen und ein selbstgemachtes Nachbauprodukt “Feta” nennen, in dem nicht nur keine Schafs- oder Ziegenmilch, sondern gleich gar keine Milch enthalten ist. Von einer dem original zwingend vorgeschriebene Salzlakenlagerung mal ganz abgesehen.

Und dann wird das Endprodukt auch noch mit dem völlig sinnfreien Begriff “gesund” gelabelt. Da hatte ich neulich in anderem Zusammenhang schon mal was geschrieben. Laberrhabarber.

Berndism – Brotideen

Nachdem ich ja nun weiß, wie es geht ;-), mache ich mir diverse Gedanken darüber, was man so alles an Broten backen könnte. Am besten etwas, wo noch nieeeeemand drauf gekommen ist.

Verschiedene Bäcker bieten sogenannte Feierabend-Brote an. Die sind – nach entsprechend aktuellen ernährungstheologischen Grundsätzen – besonders für’s Essen am Abend gemacht, etwas eiweißhaltiger und kohlenhydratärmer. Den guten Tipp, die Scheiben auch noch zu toasten, geben die Bäcker aber nicht mit. Obwohl das wirklich ein guter Hinweis wäre. Ganz grundsätzlich. Laut meiner Ernährungsberatung.

Gibt’s eigentlich schon Frühstücksbrote? Ähnlich wie die Hefe könnte man auch noch ein oder zwei Trester aus der Siebträgermaschine mit hineinbröseln. Oder Teile des Wassers durch frischgebrühten Kaffee ersetzen.

Frühstücksbrot mit Koffein. Wenn das mal keine Marktlücke ist. Und dunkler wird das Brot dadurch auch. Und gesünder. Oder? Oder?? ODER?????

Gesundheitsanbeter vs. “Big 7”

Manchmal kriege ich ja sooo’n Hals, wenn ich auf einigen Foodblogs so ein Gesundheitsgeschwurbel lese. Das wäre gesund oder jenes, wenn man es denn auch schön isst bzw. trinkt. Solche Aussagen sind hanebüchener Unsinn. Wenn sich alle mit Ernährung befassten offizielle Institute („Big 7“ Ernährungsinstitutionen und Ökotrophologieverbände) im deutschprachigen Raum quasi einig sind, das Gesundheitsaussagen bei Lebensmittel nicht machbar sind, ist da vielleicht auch was dran.

Gibt es gesunde und ungesunde Lebensmittel!? Nein!
Die starre Kategorisierung ist weder zeitgemäß noch wissenschaftlich haltbar, kurzum: „Wir brauchen keine Einteilung in gesunde oder ungesunde Lebensmittel.“
nach: DGE (D), SGE (CH), ÖGE (A), DIfE (D), BZfE (D) sowie VDOE (D) und VEÖ (A), Quelle Belege

So fand ich heute einen Artikel über einen “Beschütz dich Smoothie”, in dem mit wehklagender Stimme die aktuelle Erkältungszeit hochstilisiert wurde und dass man sich nur mit besagtem Smoothie vor dem Unbill der Rüsselseuche beschützen kann. Natürlich ist das ein bezahlter Artikel, der für eine entsprechend sinnlose “Würzmischung” Werbung macht. Man erkennt es spätestens am Kleingedruckten. Immerhin: die Gesundheitsverschwurbelung ist als “Anzeige” gekennzeichnet, kommt aber wie ein normaler Artikel daher. Dazu mal kein Kommentar.

Kommentiert habe ich den Artikel natürlich trotzdem. Und da ich befürchte, dass meine Bemerkung nicht veröffentlicht bzw. wenn, dann nicht mit einer Antwort aufgewertet wird, will ich Euch das (zweifelhafte) Vergnügen nicht ersparen, den Text auch hier zu lesen. Er ist nicht lang.

Lest ihr eigentlich manchmal auch aktuelle Fachveröffentlichungen? Dass eine Vitamin-C-Gabe vor Erkältungen schützt, ist hanebüchener Unsinn. Vitamin C mag das Immunsystem unterstützen, aber das ist eine langfristige Sache. Es hilft nicht, vor einem Gang ins Büro oder zum Einkaufen mal schnell den “Smoothie” oder eine Vitamin-C-Pille einzuwerfen.

Ergänzt sei die Info, dass ich neulich irgendwo gelesen habe, dass das Vitamin nicht mal das macht, was ich in dem Kommentar an positivem unterstelle. Ich habe nochmal nachgelesen und den Gedanken gefunden, dass in den letzten Jahren immer wieder versucht wurde, den positiven Einfluss von Vitamin C auf das Immunsystem nachzuweisen; was nachgewiesen wurde: Hohe Tagesdosen an Vitamin C können zu Nierensteinen führen.

Weitere Studien stellten bspw. bei zusätzlicher Vitamin-E-Gabe fest, dass bei männlichen Studienteilnehmern das Risiko stieg, an Prostatakrebs zu erkranken. Bei separater zusätzlicher Einnahme von Vitamin A (bzw. Betacarotin) stieg das Risoko für Lungenkrebs sowie Leber- und Knochenschäden.

Das soll jetzt alles keine Panik verbreiten, nur die Sinnlosigkeit und potenzielle Gefährlichkeit unkontrollierter Vitamingaben verdeutlichen. Bei ärztlich anerkanntem Vitaminmangel gibt es spezielle Präparate, die dann verschrieben werden, aber die auf Spatzen schießenden Kanonen (mal bildlich gesprochen) aus den Supermarktregalen sind im besten Fall überflüssig. Und immer dran denken: Eine Fenchelknolle enthält bis auf eine Ausnahme alle Vitamine und viele Mineralstoffe, die ein Mensch pro Tag braucht. Aber der Mensch lebt nicht vom Fenchel allein. ;-)

Was mir bei mittlerweile genauerer und wieder ausgeglichenerer Sichtweise auch noch auffällt: Das Beispiel-Rezept für den Smoothie wird mit Erdbeeren zubereitet. IM JANUAR! Wie passt sowas zu einem Bio-Produkt, wenn man es wenigstens ein bisschen ernst nehmen würde? GAR NICHT.