Humor im Essen – Über Tot(gesagt)e nichts schlechtes

Humor und Essen? Gehört sowas zusammen? Ich finde ja! Wobei ich sowieso für sehr viel mehr Humor im Leben bin. Aber das nur nebenbei. Ich habe noch einige recht lustige Rezeptideen auf meiner To-Do-Liste, die den Humor beim Essen machen nicht zu kurz kommen lassen. Ich grübel beim Schreiben dieser Zeilen nebenbei herum, was ich auf dem Gebiet als letztes gemacht habe, mir fällt nur gerade nix ein. Wenn man mal vom “Kochen mit Herz” und seiner kleinen heiteren Doppeldeutigkeit absieht. Wer etwas beim Durchblättern dieses Blogs findet, was ich wohl mal lustig gemeint hätte, kann es gern in die Kommentare schreiben.

Ein Produkt, das völlig mein Humorzentrum traf und das ich natürlich sofort kaufte und probierte, nennt sich so:

Cola Fläschchen SmoothieWer kennt sie nicht, diese “Gummibärchenart” in Flaschenform, die nach Colaaroma (natürlich nicht wie eine der klassischen Cola) schmeckt?! Und die haben sie jetzt püriert und in Gläser abgefüllt? Natürlich nicht! Aber, der Inhalt schmeckt ein wenig wie verflüssigte Colafläschchen in gut. Und wenn man dann noch die Zutatenliste liest, trinkt man die kleine Glasflasche auch noch mit gutem Gewissen aus. Denn: Die Befürchtung nach vielen künstlichen Aromastoffen aus dem Chemielabor bewahrheitet sich nicht. Aber das haben ja auch schon andere gezeigt, dass man Colageschmack auch in Natürlich simulieren kann.

Zutatenliste Cola Fläschchen SmoothieNatürlich spürt man schon ein wenig die Aromatik der Hauptbestandteile und die ätherischen Öle machen eher eine Zitro-Cola aus dem Getränk, dass wie ein etwas dicklicher Saft einherkommt. Also wirklich nur etwas dicklich, ein wenig, kaum spürbar.

Cola Fläschchen SmoothieMal wirklich eine lustige Idee. Ich habe mich jedenfalls sehr amüsiert. Gerade auch im Widerspruch zwischen Erwartung beim Erblicken der Vorderseite und bei der Lektüre der Rückseite. Da steht übrigens auch noch folgender Satz. “Hier stecken natürlich keine pürierten Süßigkeiten sondern nur echte Früchte wie Trauben, Pflaumen und Birnen drin. Aber wenn Du jetzt glaubst, dass dieser Smoothie hier Dich fit und schlank macht – sorry, Babe: Er hat immer noch 172 Kalorien. Dann trink lieber Wasser.” Gilt eigentlich (bis auf die Kalorienzahl, die auch mal sehr viel höher sein kann) eigentlich für jeden Smoothie.

Sonntagsessen

Manchmal ist es doch auch schade, wenn Gaststätten schließen. In dem Fall – glaubt man den Gerüchten – wegen Mangel an Nachfolgern. Deswegen formulieren wir heute mal besonders positiv und sprechen von 4-Sterne-Küche.

Zander, Erbsen, PommesAuf den Teller kam ein Zanderfilet “Wiener Art”, soll heißen, dass es über den Rand des Tellers etwas hinaus schaute, wie eben auch so ein richtiges Wiener Schnitzel. Positiv zu bemerken ist übrigens, dass die Kräuterbutter nicht direkt auf der Panade des Fisches liegt und diese wieder durchweicht, sondern letztere wird von einer hinreichend großen Gurkenscheibe vor der Selbstzerstörung geschützt. Manchmal ist es so einfach! Dass die Haut wieder unten lag, darüber reden wir hier mal nicht, vermutlich ist die schöne Seite oben und nicht die schön knusprige.

Zander, Erbsen, PommesDie Erbsen wurden mit einem Klecks “Hollandaiser Sauce” veredelt, die Pommes waren heiß und knusprig, was will man mehr! ****-Sterne eben.

Oder wäre (*)***-Sterne richtiger? Ich kenne mich in den Profiküchen nicht so aus. Bei meinem heimischen Gerät steht (*)*** dran, aber vielleicht haben die Profis echte ****-Geräte. Pommes, Fisch, Kräuterbutter und Erbsen kamen jedenfalls aus dem Gerät. Leckere 4-Sterne-Küche eben.

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Redaktioneller Hinweis: Alle abgebildete Speisen und Getränke habe ich selbst bezahlt, die Hersteller wissen – vermutlich – nicht, dass ich das erworben und hier besprochen habe.

Milchkaffee, was halbes und nichts ganzes

Wenn man ein paar Tage frei hat, kann man sich auch mal kulinarisch verwöhnen. Bei mir wechseln sich gerade das Bingewatchen von Anthony-Bourdain-Folgen, dem Verfolgen der Britisch Open im Snooker und das eine oder andere Abenteuer ab. Heute zum Beispiel gönnte ich mir seit Ewigkeiten mal wieder einen halben Hahn – ein Grillhähnchen vom Stand auf dem Parkplatz eines Markendiscounters. Normalerweise überschneiden sich deren Öffnungszeiten ungünstig mit meinen Arbeitszeiten, also ist die Urlaubszeit genau die richtige, hier mal wieder zuzuschlagen. Und, um es kurz zu machen: Ich habe es nicht bereut.

Zum Frühstück gab es diesmal unter anderem ein “Porridge”. Ich setze es mal bewusst in Anführungszeichen. Ich hatte schon mal Haferflockenmüsli, ich hatte auch schon mal Haferschleim. Aber wenn das wirklich Porridge gewesen sein soll … Naja.

Porridge im Plastebecher, ungerührtIst das nicht lecker und ansprechend? Für Haferschleim schon. Allerdings hat das selbst davon nichts. Aber man kann ja umrühren.

Porridge im Plastebecher, umgerührtDas wird nicht wirklich besser. Immerhin: bei knapp 6% Haferflockenanteil kann man sich, so der Eindruck nach dem Öffnen des Deckels, wohl sicher sein, dass es auch Haferaroma gibt. Beim Verzehr war der Duft verzogen, sanft schimmerte ein wenig Apfel durch, der wohl auch mit drin war. Alles in allem erinnerte der Becherinhalt an den Milchreis aus gleichem Hause, wenngleich letzterer deutlich mehr Substanz aufweist. Vermutlich wieder am Mainstream entlang entwickelt, von dem 80% sowieso kein Porridge mag.

Zum Abschluss noch eine kleine Bitte an Gunnar. Ihr kennt Gunnar? Super. Wenn nicht, ist es auch nicht weiter schlimm, vor allem, wenn ihr nicht im großräumigen Nordosten Deutschlands beheimatet sein. Gunnar hält Rinder, die quasi ein Biosphärenreservat wiederkäuen. Als Endprodukt entsteht dabei eine recht gute Milch, die sich auch hervorragend für Heißgetränke mit Milchschaum eignen, ohne, dass da noch Hilfsstoffe mit dabei sein müssen.

In einigen Gaststätten und bei einigen sonstigen Kaffeeausschänkern gibt es ja manchmal Cappuccino, wo der Schaum so steif ist, dass der Löffel drin stehen bleibt. Ich habe solche “Spezialmilch” auch schon mal getestet, es läuft unter “Milchschaum für Dummys”. Mit Gunnars Milch geht das auch ohne faulen Zauber, sie ergibt einen schönen Milchschaum, ohne an Bauschaum erinnert zu werden.

Nun macht Gunnar aus seiner Milch auch allerhand andere Produkte, unter anderem Eiskaffee, mit dem ich nicht so richtig warm werde. Vermutlich hat er sich bei der Produktentwicklung an den großen Marken orientiert oder gleich ein fertiges Pulverprodukt direkt in seine Milch eingerührt. Das geht einfach und schnell, verschandelt aber ein wenig das gute Ausgangsprodukt Milch.

Papphülle des Hemme-EiskaffeesImmerhin, es ist kein Instandkaffee drin, sondern Kaffeeextrakt. Aber die Frage darf gestellt werden: Muss das sein? Es gibt andere Lösungen. Ich recherchiere da gerade über die Feinheiten der Bezeichnungen auf den Zutatenlisten. Wenn ich da was rausbekommen habe, werde ich an dieser Stelle genauer. Aber ich vermute mal, dass es auch Produkte mit selbst gebrühtem Kaffee gibt. Coming soon…

No Milk Today, Pimientos und Oktopus

Milch ist schon ein besonderer Saft, was als Aussage gern auch daraus hergestellte Produkte einschließt. Das merkt man manchmal erst, wenn keine im Hause sind. So wie heute zum Frühstück. Urlaubsbedingt gibt’s mein geliebtes Samstagsfrühstück zur Zeit auch – leicht abgespeckt – unter der Woche. Leider hat meine gestrige Kleintour nur für den Erwerb von Brötchen gereicht, also gab es heute früh ein paar Ersatzprodukte. Durchaus inklusive Qualitätsveränderungen.

Der Milchkaffee kam bspw. ohne die namensgebende Milch auf den Tisch. Aber nicht wundern, dass die Tasse nur halbvoll ist. "Milchkaffee"mit Haferdrink Das liegt nur daran, dass ich zu spät daran dachte, das Bild zu machen. Dabei stellte sich heraus, dass auch die neuen Generationen “Pflanzendrinks” es nicht mit dem großen Vorbild aufnehmen können. Und das, obwohl mittlerweile Dinge hineingerührt werden, wegen denen ich andere Angebote der Lebensmittelindustrie auch schon meide. Allein: Das unterschwellig angestrebte Ziel wird immer noch nicht erreicht und für das Selbstbewusstsein, einfach ein neues Produkt auf den Markt zu werfen, dass zwar aus Hafer und Wasser besteht bzw. nur bestehen sollte, und das trotz markantem Eigengeschmack trotzdem für allerlei Anwendungen gut ist bzw. neue Aromatiken bringt, dafür fehlt’s den Herstellern an Chuzpe. Dabei denke ich zum Beispiel an die Freunde des milchabgerundeten Muckefucks, des Getreide- oder Landkaffees, die ein ähnliches Geschmackserlebnis auch mal mit richtigem Kaffee haben möchten. Das ist ganz einfach: Schüttet Euch Haferdrink in den Kaffee und schon habt ihr euer Muckefuckerlebnis. Selbst bei der kalten Verwendung als “Eiskaffee” mittels eines namhaften Eiskaffeepulvers kann man den leichten Muckefuckeffekt nicht verleugnen.

Alles das habe ich dieser Tage mit “Not M*lk” in der fettarmen Version durchprobiert. Sobald der Karton leer ist, habe ich auch noch die vollfette Version eingelagert. Wobei sich die Frage stellt, woran sich “vollfett” orientiert, da ich den Fettanteil von Hafer als eher gering einschätzen würde. Im Gegensatz zum Muckefuck, dessen Idee wohl mal in Notzeiten geboren wurde, und der dann die preiswerte und verfügbarere Alternative zum echten Bohnenkaffee war, ist die Notmilch eher aus der Not bei den Herstellern geboren, irgendwas aus den gut verfügbaren Hauptzutaten Wasser und Hafer zu machen und den Leuten teuer zu verkaufen.

Beim eingangs erwähnten Frühstück kam dann auch noch Margarine zum Einsatz, da auch die Butter nicht mehr vorrätig war. Diese kam dann unter die Konfitüre, schmeckte aber doch ein wenig unangenehm durch. Die Birnen im zur Zeit zu leerenden Glas sind aber auch etwas zart in der Aromatik, da hilft auch die beigegebene Zitrone nicht wirklich. Wobei der Hauptkritikpunkt an der Margarine nicht der Geschmack ist, das Mundgefühl, dieses leicht schleimige Verhalten auf der Zunge und die damit verbundene intensivere Wahrnehmung, war da eher das Problem.

Pimientos sind – Themenwechsel – ein schöner Snack und einfach zubereitet. Diese kleinen Bratpaprika werden einfach im ganzen in heißem Olivenöl angebraten, mit grobem Meersalz bestreut und können dann bspw. als Tappas genossen werden. Kann man machen. Man kann das aber auch weiter entwickeln.

Oktopusstücke und BratpaprikaZu den halbfertigen Pimientos habe ich ein paar gewürfelte Oktopusstücke gegeben und alles weiter vor sich hinbraten gelassen. Nach ein paar wenigen Minuten kamen dann auch noch Zwiebeln und Knoblauch dazu.

Zwiebeln und Knoblauch dazuFür noch mehr mediterranen Flair (ich weiß, die Pimientos kommen nicht vom Mittelmeer) noch ein paar geachtelte kleine Tomaten und etwas Pfiff (Chili).

Tomatenstücke und Chili dazuNochmal gut druchschwenken, kurz ziehen lassen und dann ab auf den Teller.

Bunter mediterraner TellerEin Gericht, dass auch weitere internationale Züge hat, muss man es sinnvoll mit Gabel und Fingern essen. Aber dafür haben die Schoten nunmal einen Griff dran.

Kann man essen. Aber Bratpaprika ist ja nicht jedermanns Sache … 😉 Und “No Milk Today” von den Herman’s Hermits wird es am Freitag im Radio geben.

 

Essen KW 37 – Kein Fisch, keine Idee, kein Spaß

Wenn ich am Sonntagabend (dem Zeitpunkt der Niederschrift dieser Blogbeiträge) am Rechner sitze, wenn’s passt nebenbei etwas Radio höre und den kulinarischen Rückblick Revue passieren lasse, dann kommt mir in den letzten Wochen gern ein kleines Lächeln auf die Lippen in Erinnerung der schönen Sachen, die ich essen durfte. Ich lächle auch diesmal ein wenig, aber nicht aus dem gleichen Grund wie sonst.
Etwas außer der Reihe (Familiengeburtstagsnachfeier) gab es diesmal auch Samstagabend schon was schönes. Da ich Euch aber nicht schon wieder mit sehr leckerem Saibling und einer ebenso schönen Crème brûlée langweilen wollte, habe ich nicht mal ein Foto davon gemacht. Und heute abend habe ich mir dann selber was gegönnt, teils aus “muss verarbeitet werden” und teils als Experiment.
Kartoffelküchlein an MedaillonspießDer Spieß mit den drei Schweinefiletmedaillons kam von meinem Lieblingsfleischer und war nach der Zubereitung erwartet lecker, zart und saftig. Ich hatte ihm noch etwas Salz und Pfeffer sowie beim Braten etwas Butter mitgegeben. Wunderbares Stück. Die Kartoffelküchlein daneben sind ein kleines Experiment. Vor einiger Zeit hatte ich mal etwas Kloßteig gekauft, den ich erst zu kleinen Kugeln, dann flachgedrückt und dann gebraten habe. Es kommt durchaus etwas gut essbares dabei heraus, aber vermutlich sollte ich den Teig noch flacher drücken und schärfer ausbacken. Oder doch Klöße draus machen. 😉 Ein dezentes Weichgummigefühl ließ sich nicht verleugnen. Das hatte ich aber auch schon mal bei Kartoffelklößen in kantinöser Umgebung erlebt. Oder war es doch eine Gaststätte …? Es kam mir irgendwie bekannt vor. Aber die Hälfte vom Teig habe ich noch, und da ich die kommende Woche selbst für meine Verpflegung zuständig bin, muss ich mal sehen, was ich damit mache.
Das Mittag am Sonntag möchte ich am liebsten Vergessen. Ich werde mich auch jeder Andeutung des Ortes verweigern. Vattern und ich waren da auch noch nicht. Das Restaurant taucht also hier noch nicht auf. Man könnte sagen, dass man die Geschichte des Ortes durchaus noch spürt/bemerkt. Mir gehen dazu einige pointierte Bemerkungen durch den Kopf. Aber: nein.
Fangen wir positiv an: Der Service war wirklich sehr gut. Zuvorkommend, höflich, aufmerksam. Einen kleinen Gruß aus der Küche gab es auch. Das Ambiente war relativ neutral, wenn gleich mit einigen interessanten Aspekten. Getränke (inkl. Zwischendurchnachfrage), der Cappuccino hinterher und alles, was eben des Services Aufgabe ist, liefen so ab, wie man es erwartet. Leider war das, was sich auf dem Teller befand, der totale Kontrapunkt.
Bratkartoffeln, Gemüse, Mediallons im SpeckmantelDrei, mit Speck umwickelte Schweinemedaillons, Gemüse und Bratkartoffeln. Das beste daran waren die Schinkenwürfel in den Kartoffeln. Ich möchte nicht in die Details gehen, aber der Tellerinhalt machte nicht den Eindruck, mittels einer Pfanne aufgewärmt worden zu sein. Es war leider einfach nur enttäuschend. Gummiartige Auberginenwürfel, Zucchini, die man nur an der Optik erkennt, Fleisch, das beim Zerschneiden etwas quietscht, trotzdem aber heiß, zart und saftig war, … Liebe Convenience-Industrie, gibt es mittlerweile vorgebratene Kartoffelscheiben, die man nur in der Mikrowelle warm machen muss? Wenn ja, wie macht man das richtig?
Vatters Portion gegenüber war so groß, dass selbst, als er gesättigt war, noch so viel auf dem Teller lag, dass zwei normale Esser davon satt geworden wären. Anfangs befanden sich allein 12 (in Worten: zwölf) Baby-Kartoffeln auf dem Teller! Was soll das? Und das Fleischstück fiel durch eine gewisse Würzlosigkeit auf. Dabei gibt es sogar zwei Varianten der Zubereitung. Auf der Karte (und damit bestellt) wurde die eine, das, was auf dem Teller lag, sah eher wie die andere aus. Typischer Fall von falsch aufgewärmt.
Ich bin wirklich traurig, dass ich das so erleben musste und hoffe, dass genug Gäste den Arsch in der Hose haben, ihre Kritik direkt im Lokal zu äußern. Ich kann das irgendwie nicht. Es steht aber zu befürchten, dass die Gästezahl eher begrenzt ist. Die heutige Stichprobe deutete intensiv darauf hin.

Essen KW 36 – Fleisch, Zwischenfrucht, Fisch

Obwohl oder auch weil es am vergangenen Sonntag ein schönes Rip-Eye-Steak gab – ich hatte auch noch eins im Kühlschrank, dass langsam vor sich hin wetagedte. Das Wort ist übrigens kein Tippfehler, formal zwar vermutlich richtig, aber so eher ungebräuchlich ist. Heißt: Das Steak lag im Prozess des “wet aged”, was ein Gegenstück zum dry aged ist und – wie der Name vermuten lässt – in feuchter Umgebung (sprich eingeschweißt) rumliegt. So habe ich mich auch mal versucht.
Rib-Eye-SteakDie Pfanne habe ich eine ganze Weile aufheizen lassen. Sie besteht aus Auluguss und hält eigentlich ein bisschen was auch. Leider hat sie schon einen kleinen Fehler, den ich bei einer Woll-Pfanne so nicht erwartet hätte: An ein paar Stellen wirft die Beschichtung kleine Blasen. Das war aber schon vor dem Steak so, hat also nichts damit zu tun. Also, die Pfanne wurde richtig heiß, so stark es meine Platte drunter hinbekam. Statt das Öl in die Pfanne zu geben, pinsel ich lieber das Fleisch damit ein. Das brät dann besser und verbrennt in der Pfanne nicht. Und man nimmt auch nicht zu viel Öl.
Auf dem Bild liegt das Steak schon auf der 2. Seite. Ohne Grill fehlen natürlich die Grillstreifen, aber schön knusprig ist es auch geworden.
Rib-Eye-Steak rosaLeider war das Fleischstück relativ dünn, aber ich habe es trotzdem schön rosa hinbekommen. Etwas gesalzen und gepfeffert habe ich es auf dem Teller … Hmmm.
Zwischenfrucht
Die Lupine wird in der Landwirtschaft gern als Zwischenfrucht eingesetzt. Sie bringt Stickstoff in den Boden und verbessert die Bodenstruktur. Eine spezielle Art der Lupine ist die Süßlupine, deren Früchte im Gegensatz zur Bitterlupine keine Giftstoffe enthalten und demzufolge essbar sind. Man kann sie zu allerlei Lebensmittel verarbeiten, in der vegetarischen Küche ist sie in einigen Fällen ein guter Ersatz für Soja.
Und es gibt Eis aus Süßlupine. Davon habe ich diese Woche gekostet und muss sagen, dass es gar nicht mal schlecht ist. Es war nicht übertrieben aromatisiert, hatte eine Konsistenz, die entfernt eher an ein Sorbet erinnert, aber das muss nicht wundern, da der Hauptbestandteil Wasser war. Cremig, sahniges Sorbet. So könnte man es nennen. Schade, dass es nur einen schmalen Temperaturpfad gibt, in dem die Konsistenz optimal ist. Man muss beim Essen also genau den Zeitpunkt etwischen, wo es nicht mehr hart und noch nicht flüssig ist. Aber dann ist es gut.
Fisch am Sonntag
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum diese Gaststätte in keinem Sterneführer auftaucht. Und ich weiß es dann natürlich doch. Das liegt im wesentlichen daran, dass für den Erwerb von Sternen, Hauben, Löffeln, Pfannen und was es nicht sonst noch alles gibt, wichtig ist, was als Ambiente um und auf dem Teller sonst noch so stattfindet. Und das gibt es nicht. Ich trinke dort nichtmal am Ende des Essens meinen geliebten Cappuccino – es gibt ihn einfach nicht. Nur: 1 Pott Kaffee. 😉
Rustikal ist das Wort, was mir in dem Zusammenhang einfällt. Aber was der Tellerinhalt dann im Mund und in der Seele bewirkt, das hat definitiv ***** (=5 Sterne).
Saibling, Bratkartoffeln, drumrumJa, ich weiß, das ist einfach nur gebratener Saibling mit Bratkartoffeln und Garnitur. Aber es ist einfach nur lecker und der Koch bringt das Naturprodukt Fisch einfach wundervoll auf den Teller. Dass die Bratkartoffeln ebenfalls einfach nur Spitze sind, hatte ich früher schon erwähnt. Es mögen vielleicht nicht die besten Bratkartoffeln der Region sein, aber sie sind sehr nah dran, und mir fällt die Nr. 1, die es evtl. gar nicht gibt, nicht mal ein.
Der Saibling war super gewürzt und schön knusprig gebraten, dabei innen wunderbar zart und saftig. Selbst die Unterseite des im ganzen gebratenen Fischs war noch knusprig, während ich sie aß, was hierzulange bei Fisch leider nicht selbstverständlich ist. Nicht mal auf der Oberseite, weil da Butter und Zitronensaft alles wieder aufweichen. Hier liegt beides neben dem Fisch auf dem Teller, wie es sein muss. Super. Obersuper. Superlecker. Mir fällt kein Lob mehr ein für dieses Mittag. Punkt.
Übrigens waren der Paprika- und der Gurkensalat auf dem Teller auch sehr lecker. Der Meerrettich ist etwas für die harten; da muss die Zunge ganz schön Übung haben, um den wunderbaren Fischgeschmack noch herauszuschmecken, wenn man ihn verwendet. Aber man muss ihn ja nicht nutzen.

Essen KW 35 – Ein Rückblick

Es gab diese Woche ein bisschen was schönes und auch etwas weniger schönes, das fasse ich mal hier zusammen. Fangen wir mit dem Lieblingsfleischer an.
Der hatte eine neue grobe Leberwurst in der Auslage. Sie fiel mir gleich auf, da sie wirklich grobe, große Stückchen enthielt. Und ich LIEBE grobe Leberwurst. Leider gibt es sie kaum noch. Vermutlich ist sie mit den größeren Stückcken nicht mehr maschinengerecht, so dass es sie von den Großfleischereien, deren Produkte man in Supermärkten und Discounter kaufen kann, nicht (mehr) gibt. Maximal erbsengroß sind die Stücke, die dort zu finden sind.
Grobe(!) LeberwurstSo muss eine grobe Leberwurst aussehen! Und mein Lieblingsfleischer hat sie im Programm, zumindest testweise. Ich bin begeistert! Stücke wie Bohnen oder gar Saubohnen in einer nicht überwürzten Leberwurstmasse. Das hat natürlichen Geschmack, das hat Leber, das hat ein tolles Mund- und Kaugefühl. Handwerkskunst eben. Mit den feinen Leberwürsten kann ich wenig anfangen, diese hier hat Charakter.
Grobe(!) Leberwurst auf BrötchenDrunter ein frisches Brötchen. Lecker. Ein schönes Brot wäre auch eine gute Idee. Vor Ewigkeiten habe ich mal eine Mischung aus fein gehackten Zwiebeln und Äpfel in der Pfanne angebraten und über ein Leberwurstbrot gegeben, das wäre zur Veredlung hier auch noch eine Idee. Aber es bräuchte es eigentlich nicht. Leider steht Leberwurst auf meiner “Iss-das-mal-lieber-nicht”-Liste, aber diese Wurst steht – gefühlt an den Folgen – ganz weit unten auf dieser und damit oben auf meiner Genuss-Liste.
Vischbrötchen
Beim großen Fischbrater habe ich das Vischbrötchen entdeckt. Und nein, dass ist kein Tippvehler. Genauer gesagt heißt es wohl Backvischbaguette. Ein eingefärbtes Baguette, ein Salatblatt, eine Remoulade sind noch die positiven Bestandteile. Der “Backvisch” letztendlich der totale Reinfall.
Der erste Eindruck war noch ganz vernünftig. Das panierte Stück Visch im Brötchen sah farblich etwas künstlicher aus als das vorbildgebende Original, zu gleichmäßig, zu orange, aber das Auge ist ja auch mit. Nur eben auch nicht nur. Beim Abbiss zeigte sich der Visch in fischigem Weiß, und auch ein wenig Struktur ist optisch erahnbar. Beim drauf Rumkauen entwickelte sich diese Fischsimulation in ein schleimiges, klebriges und geschmackfreies etwas, das ganz entfernt an ungewürzte Bechamelsoße mit aufgepufftem Getreide erinnerte. Die Konsistenz erinnerte an Milchreis, der nicht mit Rundkorn- sondern mit Puffreis gekocht wurde. Bei allem guten Willen: In der Form, wie ich das verkauft bekommen habe, ist dieses Produkt nicht dem unterstellten Ziel förderlich.
Sonntag Mittag
Nach dem vielen Fisch der letzten Wochen heute mal was fleischliches. Frei nach dem Motto, wenn, dann richtig.
Rib-Eye-Steak mit Delikatess-GemüseEin wunderschön gegrilltes Rib-Eye-Steak mit ein wenig Gemüse drumrum. Die Pommes habe ich mir vom Nachbarteller geklaut. Ich muss doch ein wenig mehr auf die Einhaltung meiner Ernährungsregeln achten.
Auf den Punkt gegartes Gemüse, ein Rote-Bete-Salat, der sogar geschmeckt hat (ich mag eigentlich keine Rote Bete, aber mit zunehmendem Alter …), und ein wunderbar medium gegartes, superzartes und saftiges Fleischstück, was will man eigentlich mehr? Und wir lernen aus dem Verhalten des übrigen Tages: Es sind nicht die “Sättigungsbeilagen”, die lange satt machen, es ist der Eiweißträger, der wirklich für eine Sättigung führt. Der Rest ist Gewöhnung und Kopfsache.

Bratsalat für’n Bauch und (mein) Senf dazu

Beim Wochenendeinkauf am letzten Freitag kam ich bei meinem Lieblingsfleischer vorbei und sackte … naja, “becherte” ist als Begriff anderweitig vergeben … auch erstmals etwas Nudelsalat mit ein. Der von mir doch gern mal genommene Fleischsalat war leider schon aus. Was gehe ich auch kurz vor Geschäftsschluss einkaufen? Achso, ich hatte nicht früher Feierabend. Okay, also nochmal von vorn.
Es geht doch nichts über eingängige Firmenslogans, auch wenn sie manchmal doch grübeln lassen, ob dass wirklich so gemeint ist. In der Hoffnung, dass der Nudelsalat in dem Becher nicht aus dem Stall kommt, habe ich ihn auch nicht in der Pfanne angebraten. Ich überlege gerade, ob es überhaupt ein Produkt bei dem Fleischer gibt, dass in einem solchen Becher verkauft wird, und das dann in die Pfanne kommt. Geschnetzeltes vielleicht. Nudelsalat - vom Stall in die Pfanne?Wobei ich gerade auf sehr hohem Niveau nörgele. Die Produkte aus dem Hause sind schon sehr in Ordnung, auch wenn der Nudelsalat – um mal beim konkreten zu bleiben – ein wenig Pfiff gebrauchen könnte. Aber der hiesige Aborigines an sich ist vermutlich auch geschmacklich gern konservativ eingestellt, was Nudelsalat mit Geschmack fast ausschließt. Als konservativer Nudelsalat ist das Produkt toll und handwerklich perfekt zubereitet.
Grillbauch, NudelsalatMich begleitet(e) auch etwas Bauch. Seither ich darauf geeicht bin, versteckte Fette – zum Beispiel in Wurst – zu vermeiden, esse ich ja keine Bratwurst* mehr, sondern bin auf Grillbauch umgestiegen. Da ist wenigstens nichts versteckt! 😉
An dem Stück sieht man übrigens wieder die hervorragende Qualität des Fleisches meines Lieblingsmetzgers. Das Stück kam quasi in der Größe aus der Grillspfanne, wie es hinein kam, im Gegensatz zu den plastikverschweißten Grillprodukten unbekannter Herkunft aus Discounter, Baumarkt oder Tankstelle, die beim Erhitzen gern mal ein Drittel ihres Volumens verlieren.
Zur besseren Fettverdauung und auch wegen des Geschmacks gabs ein Klecks Senf zum Fleisch.
Nudelsalat, Grillbauch, SenfDas ist übrigens nicht irgendein Senf. Regionale Leser/innen dieses Blogs haben sicher auch schon von der Neuheit von der Insel gehört/gelesen.
SenfNach einer Meerrettich-Version gibt es den Senf jetzt auch ohne die scharfe Wurzel. Eine Frage drängt sich in dem Zusammenhang aber auch hier auf: Wenn das das “Tutower ORIGINAL” ist, was wurde in den letzten Jahren in den orangen Bechern mit dem roten (oder grünen) Deckeln verkauft?
Wobei: Der Senf ist gut, hat auch ordentlich Pfiff, fast ein bisschen viel. Bei der Kombination mit dem Grillbauch oben habe ich die Dosis nach den ersten Bissen deutlich reduziert. Vom Fleisch wollte ich ja auch noch was schmecken. Die Konsistenz und der Geschmack erinnern leicht an das plastebebecherte Vorbild, mal sehen, wie sich der Geschmack entwickelt im Laufe der Zeit. Senf reift ja nach, er hat das Zeug dazu, der bessere Nachfolger des Vorgängers zu werden.
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*) Seit ich halbwegs bewusst selbst esse, bin ich sowieso nicht der ganz große Freund von Bratwurst: Sie hat zugegeben die positive Eigenheit, Grillfehlern sehr tolerant gegenüber zu stehen; da ist Fleisch schon eher ein Sensibelchen, aber wenn’s gut gemacht ist, ziehe ich es einer Bratwurst immer vor, vor allem, wenn ich direkten Zugriff auf den Grill habe (oder den Grillchef kenne) und mir das Steak selbst vom Grill nehmen kann. Wow, watt für’n Satz.

Nicht auf den auf den ersten Eindruck vertrauen

Vermutlich werde ich es bereuen, aber ich komme ja nicht an Produkten vorbei, die ich noch nicht kenne und die lecker sein könnten. Okay, zumindest sollte ich sie noch nicht kennen. Wie neu sie wirklich sind, weiß ich nicht. Wobei diesmal beide Hauptzutaten für mich neu sind. Zumindest, was die eigene Zubereitung betrifft.
Kräuterseitling an KäsebratwurstWer nur flüchtig hinschaut, denkt sich vielleicht: Bratwurst und Bratkartoffeln? Was soll daran “neu” sein? Nichts. Weil es beides nicht ist.
Das Schweineprodukt ist eine “Bratwurst nach Käsekrainer Art”, also mit Käse aufgepeppt. Man könnte auch “nackerte Berner” dazu sagen, weil die Baconhülle fehlt. Aber lecker war sie doch.
Die Beilage sind ein paar Kräuterseitlinge, deren langen, fleischigen Stiel ich in Scheiben schnitt, und briet. Wirkt bei dem warmen, leicht gelblichen Licht in meiner Küche (in der Dunstabzugshaube sind noch Glühbirnen) fast wie Kartoffelscheiben.
Für die Herstellung habe ich eine Anlehnung an die One-Pot-Rezepte genommen, es aber zum Ein-Pfann-Gericht umgewandelt.
Ein-Pfann-BratenIst die Pfanne groß genug, geht das recht einfach, zwei Sachen nebeneinander zu Braten. Zu den Kräuterseitlingen, die ich als erstes mit etwas Butter und Öl in die Pfanne gab, gesellten sich noch Salz und Pfeffer sowie später eine klein gewürfelte Schalotte und eine ebenso klein – wenn nicht kleiner – gehackte Knoblauchzehe. Dann kamen auch die Würste dazu und alles wurde gut bewacht ab und an umgerührt bzw. gewendet. Nach dem Umräumen auf den Teller streute ich dann noch etwas Schnittlauch drüber.
Ein Festessen, dass ich mit etwas regionalem* Cidar genoss. Beim nächsten Mal werde ich den Pilz wohl mal etwas anders schneiden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man die auch mal längst halbieren kann. Vielleicht macht man dann aus den Köpfen etwas anders und brät die Halbstangen an. Mal sehen.
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*) Wie definiert mal eigentlich regional? Wenn 135 km noch dazu gehört, dann stimmt die Angabe.

Burger in der Sonne (aktualisiert)

Man kann neue oder Aktionsprodukte hochjubeln, man kann es aber auch lassen. Und man kann sowas auch mal in gut nachbauen. Wer etwas tiefer in diesem Blog gräbt (oder einfach dem Link folgt), wird meinen Nachbau des McCurrywurst sehen (und das sehr enttäuschende Original). Lang ist’s her.
Jetzt hat die bekannte Burgerkette einen Big Spargelburger im Sortiment. Den kann man als originell bejubeln, man kann aber auch selber gucken und danach für kein Geld der Welt – wobei das natürlich nur eine Floskel ist – nie wieder sowas kaufen. Und falls jemand das Ding mal in einem Werbeclip oder auf einem PR-Foto gesehen hat: Die Wirklichkeit ist anders!
Big Spargel BurgerDiesen Anblick hatte ich, als ich die neutrale Pappschachtel mit der goldenen Möwe öffnete. Auf den ersten Blick gings ja noch. Aber genauer hingucken darf man dann doch nicht. Und schon gar nicht den Deckel lüften.
Big Spargel BurgerEine dicke und ein dünne Spargelstange, frisch wirkender Salat, eine “Hollandaise” oben und unten, etwas Speck, ein großes Burgerpatty und eine Käse-Scheibe. Das beste war noch der Speck, auch quantitativ, sollte es doch kein Speckburger sein. Das Fleisch hatte stellenweise einen Hauch von Tartar-Geschmack, eine Ecke – in wiefern ein rundes Patty eine Ecke haben kann – wies sogar Röstaromen auf, vermutlich versehentlich, ansonsten wirkte das Fleisch recht geschmacksneutral. Der dünne Spargel ließ sich nicht zerbeißen und musste als ganzes dem Kauprozess zugeführt werden. Und am dicken Spargel biss man sich fast noch die Zähne aus, da er zweidrittel roh war.
Über die Soße sage ich nichts. Wer sowas als Hollandaise bezeichnet, gehört sanft in einem heißen Butterkessel soutiert. Da habe ich aus einem Tetrapak schon bessere “Hollandaise” gesehen.
Big Spargel BurgerDie Optik des Brötchens war beinahe noch das Beste an diesem Schachtelgericht. Und die frische des Salates. Ansonsten überwog die gewohnte, unterdurchschnittliche Qualität, wobei ich nicht ganz sicher bin, ob es an den Grundprodukten liegt oder an der Zubereitung. Vermutlich an beidem. Letztendlich ist auch dieses Teil ein Beleg für die Falschheit der These, dass das Essen in den Filialen überall gleich schmeckt. Lass euch das nicht einreden. Das ist genau wie die bekannten globalen Softdrinks, die schmecken selbst innerhalb Deutschlands unterschiedlich, von weltweit ganz zu schweigen.
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Aktualisierung: Eine frühere Fassung des Artikels schrieb noch “Käse” in Anführungszeichen. Die Herdnerd-Rechercheabteilung wies aber den Autor darauf hin, dass es wirklich Käse ist.

Sauer macht lustig

Der große Freund des Sauer-Einlegens bin ich ja nicht. Zumindest sind meine Erfahrungen auf diesem Gebiet gleich null. Das Genießen steht da schon etwas höher in der Bewertung. Saurer Brathering, Mixed Pickels (hier sogar die mit den kleinen Maiskölbchen), Silz-Dall-Gurken, … die Liste ließe sich durchaus lange fortsetzen mit sauren Sachen, die ich gern esse. Nur selber herstellen eben – das habe ich noch nicht gemacht. Das einzige saure, was ich regelmäßig fabriziere, ist eine Vinaigrette, aber dazu nimmt man edle Essige, womit wir dann schon beim Thema wären.
Mein Essiggebrauch beschränkt sich im wesentlichen auf Salatsoßen, so dass der Verbrauch eher gering ist. Natürlich habe ich trotzdem neben Balsamico, Apfelessig & Co. auch immer ein Fläschchen Essig-Essenz im Haus. Das steht aber nicht im Vorratsschrank, sondern bei den Putzmitteln. Und unter dem egozentrischen Blickpunkt meiner Essigverwendung wundere ich mich immer wieder gern, warum das in Supermärkten und Discountern nicht genauso ist.
Apropos “komische Anordnungen in Supermärkten: Ist euch da auch schon mal aufgefallen, dass es in der Knabberabteilung eine vielfältige Auswahl von Nüssen und Nussmischungen gibt, aber keine Haselnüsse? Wenn man die im normalen Zustand und fertig geknackt in der Tüte kaufen will, muss man zu den Backzutaten. Aber das nur nebenbei.
Essig-Essenz, also der 25%-ige pure Essig ohne weitere Geschmacksträger außer essigsauer, wird bei mir in der Küche nur verwendet, um die Edelstahlspüle zu putzen (wir haben hier sehr hartes Wasser) oder den Wasserkocher zu entkalken. Ein tolles Produkt. Und neulich beim Einkaufen, da dachte ich mir doch: “Endlich haben sie die Zeichen der Zeit erkannt und die Essigessenz für die Putzecke in die richtige Flasche abgefüllt!”, als ich das sah:
Essig Essenz in SprühflascheEndlich die richtige Verpackung, um Oberflächen einzusprühen und zu entkalken. Ich fand die Idee richtig gut, nur bei genauer Betrachtung fand ich dann die Etikettgestaltung doch recht inkonsequent für den Zweck. Das genaue Studium – vor allem der Rückseite – enttäuschte mich doch ein wenig. Es war gar nicht als Putzmittel konzipiert.
Essig Essenz in SprühflascheJetzt kann man also alles einfach ansäuern. Immerhin: Die genauere Lektüre erbrachte auch die Erkenntnis, dass hier keine Essig-Essenz in der Sprühflasche verkauft wird. Statt der von mir (und nur von mir) erwarteten 25% Essig sind nur 8% drin. Sonst würde das besprühte Essen vermutlich auch zu schnell zu sauer werden. Und die 8% liegen in der Range, in der auch andere Essige im Handel liegen.
Und dabei würde ich schwören mögen, dass ich Essigessenz wirklich schon mal als Putzmittel im Handel sah, damals aber nicht zugriff …