Bunter Teller an Ostern

Mache einen Plan, sei ein großes Licht.
Mache dann noch ’nen Plan, geh’n tun sie beide nicht.

Wobei ich eigentlich nur einen Plan für die Speisenfolge ab Karfreitag bis Ostermontag gemacht hatte. Aber wenn man nur sich selbst verpflichtet ist, fällt dann auch schon mal was aus, oder es wird snackifiziert, was die Attraktivität für den Blog stark schmälert. So sollte es Freitag Fisch geben, mit schönem Blumenkohl als Beilage, ein Klecks hollandaiseartiger Soße zum Gemüse und den Kartoffeln. Aber erstmal kam alles anders und zweitens als man denkt.

Sonntagmittag

Da ich am Ostersonntagabend zu einem Abendbrot eingeladen war, gab es Mittags „nur was kleines“. Ist dann wohl doch ein wenig größer geworden. Das erwies sich letztendlich aber auch als sinnvoll, fiel das Abendessen wegen akuten Erkrankungen kurzfristig aus. Es gab ein Dreipfannengericht, dass ich allerdings in 2 Pfannen zubereitete.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeEin Nackensteak in Kräutermarinade wurde begleitet von einemr Rösti und etwas gebratenem Kräuterseitling. Da alles recht einfarbig war, habe ich – Ostern ist ein buntes Fest – den bunten Teller herausgeholt. Nach der Befüllung ging zwar ein wenig von seiner Buntheit verloren … aber mittig ist er gelb.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeDie Kräuterseitlinge habe ich in Scheiben geschnitten und in Butter mit anwesendem Knoblauch und Frühlingszwiebeln sowie etwas Salz und Pfeffer gebraten. In der zweiten Pfanne lag da schon dasdie Rösti.

Rösti, Nackensteak, KräutersaitlingeDas sind zwei geraspelte, mehligkochende Kartoffeln, die mit Salz, Pfeffer und Muskat gewürzt sind, und dann in einer gebutterten mittelheißen Pfanne langsam gegart werden. Zur Hälfte der Garzeit wird alles einmal gewendet. Dabei hilft ein zur Pfanne passender Deckel mit halbwegs ebener Innenseite. Das Nackensteak wurde wie ein Nackensteak gebraten. Wer hätte das gedacht?! Aber letztendlich auch nur mit einmal Umdrehen. Dabei stellte sich heraus, dass man auch aus Biofleisch nur mittelprächtige Produkte machen kann. Aber immerhin war es noch besser als jedes andere Nackengrillfleisch, was es vormariniert und eingeschweißt irgendwo gibt. Das komische war, dass es das Fleisch trotz meines Besuchs beim Lieblingsfleischer gab, der auch wieder schöne Grillsachen hatte, aber ich hatte da das Fleisch schon erworben und unendlich lange hält es sich ja auch nicht.

Ostersonntagabend

Inhaltlich passt es eigentlich eher zum Karfreitag, wurde aber auch erst am Karsamstag erworben. Timing ist eben alles! 😉

Räucherfisch: Wels, KarpfenWir sehen zwei unterschiedliche Räucherfische. Mal nicht „Standard“ á la Forelle oder Makrele, sondern Karpfen und Wels (oben). Mal was anderes. Sonst hole ich mir ja immer gern Saitling. Der war beim Kauf zwar auch mit dabei, ich esse ihn aber ohne euch.

Räucherfisch: Wels, KarpfenDer  Kenner (und natürlich auch die Kennerin) werden am Schnitt des Karpfenstücks erkennen, dass sich der Genuss ein wenig hinzieht. Filet (praktisch grätenfrei) ist anders. Aber so kann man auch die kulinarischen Vorteile des Fisch intensiv auskosten.

Räucherfisch: Wels, KarpfenDer Wels kam als Filet daher, das aß sich einfacher, war aber auch lecker, wenngleich die Konsistenz nicht ganz den Erwartungen entsprach; es war sehr viel zarter. Mmmmh.

Ostermontag

Da wurde mal etwas das ursprünglich für den Vorabend geplante Familienabendbrot nachgeholt.

Kartoffelsalat, Osterei, BuletteEs gab noch eine Einladung zu Kaffee und Kuchen,  da wurde das Mittag nicht so üppig. Bulette und Kartoffelsalat sowie Eikochen und -färben war Handarbeit. Merkt man auch. Immerhin habe ich mir das selber abgeholt. 😉

Fertiggerichtetest, Tuben, Schwein und Kräuter/seitlings/kartoffeln

Mikrowellenessen hat einen großen Vorteil. Es ist schnell heiß und fertig. Damit erschließen sich meist die Vorteile. Gut ist es dann, wenn man das aufzuwärmende Mahl am Vortag oder so selbst hergestellt hat. Kommt es direkt aus einem Supermarkt oder Discounter, ist das Ergebnis mindestens zweifelhaft. Dieser Tage habe ich etwas auf den ersten Blick interessantes entdeckt und es wanderte mit zu mir nach Hause.

Foliertes Fertiggericht mit Kritharaki und GarnelenIn einer Plastikschale finden sich vorgekochte Risoni-Nudeln in einer öligen roten Soße und vier völlig übergarte (schade drum) Garnelen. Der Marke nach ein griechisches Gericht. Oder das, was sich eine Produktmanagerriege eines Discounters darunter vorstellt. Die Marke war „hauseigen“.

Auf dem Bild sehen wir übrigens die zubereitete Variante, das Ding ist warm. Die Schutzfolie ist aber noch drauf.

Entfoliertes Fertiggericht mit Kritharaki und GarnelenHier das selbe ohne Folie und …

Fertiggericht mit Kritharaki und Garnelen… ein wenig aufgelockert. Beim abziehen der Folie steigt ein fehlaromatischer, mehliger Geruch aus der Schale, der zwar schnell verfliegt, aber doch erstmal irritiert. Die Garnelen waren steinhart, es waren gefühlt auch mehr ungenießbare Schwänze – dem Genuss eigentlich nur im Weg – in der Schale als die 4 Garnelen. Das ganze schmeckte einfach nur fad. Eben reisförmige Nudeln in tomatisiertem Öl und die übergarten Meeresfrüchte. Nicht empfehlenswert, aber es gab noch eine Variante. Mehr in einem der nächsten Artikel.

Grüne Tuben

Manchmal muss man schon etwas vorsichtig sein, wenn man so rumhantiert und ein wenig durcheinander ist. Vor allem, wenn für die gelegentliche Verwendung zwei grüne Tuben in Griffweite liegen.

Zwei grüne Tuben, einmal Bio-Senf und einmal SchmerzsalbeStellt sich die Frage, ob man der eigenen Haxe eine Senfmarinade verpasst oder die Bratwurst plötzlich nach Beinwellwurzel schmeckt. Also: Vorsicht! Und immer die Augen auf halten. 😉

Warum?

Bei vielen Produkten fragte man sich doch, warum es sie gibt. Da hilft auch nicht eine regional recht naheliegende Herstellung um das Endergebnis doch sehr überflüssig zu finden. Zumal es in der systemischen Art der Zubereitung liegt, dass das Produkt so schlecht ist. Meine negative Einschätzung wird in dem Zusammenhang vielleicht ein bisschen verschärft, da ich Lachs nach einigen negativen Erlebnissen nicht mehr schätze. Aber Lachs ist eine der wesentlichen Bestandteile. Er wird in Soße serviert, davon gibt es ein paar Varianten. Im Laufe der letzten Jahre habe ich kommentarlos einige ertragen, heute bricht es aber aus mir heraus. Natürlich nur verbal.

Etikett Lachsfilet in Honig-Senf-Dill-Sauce in DoseEs ist eine Dose, in der sich der Lachs befindet. Und hier liegt ein Vorteil und auch das Problem. Der Vorteil: Man hat Vorrat, und Lachs zählt grundsätzlich zu den physiologisch wertvollen Lebensmitteln.

Lachsfilet in Honig-Senf-Dill-Sauce in DoseDas Problem: Im Zuge der Herstellung dieser Dose wird der Lachs völlig übergart. Er ist furztrocken und vermutlich müsste man ihn in der Soße fein verteilen, um das nicht zu merken.

Lachsfilet in Honig-Senf-Dill-Sauce in DoseVielleicht sollte ich mich doch nochmal hinreißen lassen, eine Dose zu kaufen und dann vor dem Öffnen hemmungslos zu schütteln. So verteilt sich – hoffentlich – der Lachs fein geschrettert in der Soße. Der Effekt könnte ein ähnlicher werden wie beim Dosentunfisch, der ja naturell auch eher trocken wirkt, in der Vermischung mit Majonäse u.a. aber doch einen leckeren Aufstrich ergibt.

Sonntagmittag

Nach dem Wokgericht der letzten Woche wird es heute wieder klassisch. Beim Einkaufen lächelte mich ein schönes Stück Schweinekarree an, das simple Gemüter einfach nur als dickes Kotelett bezeichnen würden. Sie haben damit aber auch nicht unrecht. Aber es sah einfach zu gut aus, um zurückgelassen zu werden. Angeregt vom Jägerschnitzel (West) sollte es Pilze dazu geben, die sollten dann aber in die Kartoffeln rutschten. So zumindest der Plan. Den Rest erklärt das Suchbild:

Schweinekarree an Kartoffel-Zwiebel-StampfWo sind die Pilze? Wo sind sie? Zur Hilfe: Ich hatte Kräuterseitlinge gekauft. Offenbar aber zu früh. Und dann nicht optimal gelagert. Jedenfalls war, als ich die Pilze klein schnibbeln wollte, mehr in der Packung, als ich gekauft hatte. Schade. Aber ich hatte auch Zwiebeln gekauft, die offenbar sehr viel lagerfähiger sind. Ursprünglich sollten es so viele nicht werden, aber da nun die Pilze ausgefallen waren …

Schweinekarree an Kartoffel-Zwiebel-Stampf… übernahmen rote Zwiebeln nicht nur den den würzenden, sondern auch den gemüsigen Part. Letztendlich wurde es spätestens durch die Frühlingszwiebeln, die zum Schluss dazu kamen, ein Verhältnis von Kartoffel zu Zwiebel im Verhältnis 1:1, wie bei meinem guten Gulasch das Verhältnis zwischen Zwiebel und Fleisch.

Schweinekarree an Kartoffel-Zwiebel-StampfDie Portion mehligkochender Kartoffeln habe ich geschält, gewürfelt und dann in einen mikrowellengeeigneten Becher mit Deckel gegeben. Darin wurden sie abgespült und tropfnass bereitgestellt. Dann erhitzte ich eine Pfanne und als die schön heiß war, kamen Rapsöl und anschließend das Fleischstück dazu, dass ich kurz vorher nur ein wenig gesalzen hatte. Als beide Seiten (nur einmal umdrehen!) schön braun waren, wurde das Fleisch – ganz steaklike – in die Warmhaltung umgelagert, die aber entgegen dem Steak mit 140° viel wärmer war, da das Fleisch (fast) durchgaren sollte. In die Pfanne kamen dann 3 klein geschnittene rote Zwiebeln und wurden weich gedünstet, mit Salz, Pfeffer und eigentlich zu viel Butter gewürzt. Nebenher kamen die Kartoffeln für 5 Minuten in die Mikrowelle und als sie weich und gar waren, mit in die Pfanne. Dort wurde dann alles unter Zugabe von etwas Milch (Butter war ja schon dran) gestampft und mit 2 Frühlingszwiebeln (in Scheiben geschnitten, inkl. des schönen Grüns) verfeinert und abgeschmeckt. Fertig war das Sonntagsessen.

Auf den Bildern kommt es nicht so rüber, aber das Fleischstück war mindestens doppelt so dick wie ein Kotelett normalerweise ist. Deswegen die Nachgarung im Ofen. In der Pfanne hätte es mit etwas weniger Hitze sicher auch geklappt, aber die brauchte ich ja für die Zwiebeln.

Nicht auf den auf den ersten Eindruck vertrauen

Vermutlich werde ich es bereuen, aber ich komme ja nicht an Produkten vorbei, die ich noch nicht kenne und die lecker sein könnten. Okay, zumindest sollte ich sie noch nicht kennen. Wie neu sie wirklich sind, weiß ich nicht. Wobei diesmal beide Hauptzutaten für mich neu sind. Zumindest, was die eigene Zubereitung betrifft.
Kräuterseitling an KäsebratwurstWer nur flüchtig hinschaut, denkt sich vielleicht: Bratwurst und Bratkartoffeln? Was soll daran „neu“ sein? Nichts. Weil es beides nicht ist.
Das Schweineprodukt ist eine „Bratwurst nach Käsekrainer Art“, also mit Käse aufgepeppt. Man könnte auch „nackerte Berner“ dazu sagen, weil die Baconhülle fehlt. Aber lecker war sie doch.
Die Beilage sind ein paar Kräuterseitlinge, deren langen, fleischigen Stiel ich in Scheiben schnitt, und briet. Wirkt bei dem warmen, leicht gelblichen Licht in meiner Küche (in der Dunstabzugshaube sind noch Glühbirnen) fast wie Kartoffelscheiben.
Für die Herstellung habe ich eine Anlehnung an die One-Pot-Rezepte genommen, es aber zum Ein-Pfann-Gericht umgewandelt.
Ein-Pfann-BratenIst die Pfanne groß genug, geht das recht einfach, zwei Sachen nebeneinander zu Braten. Zu den Kräuterseitlingen, die ich als erstes mit etwas Butter und Öl in die Pfanne gab, gesellten sich noch Salz und Pfeffer sowie später eine klein gewürfelte Schalotte und eine ebenso klein – wenn nicht kleiner – gehackte Knoblauchzehe. Dann kamen auch die Würste dazu und alles wurde gut bewacht ab und an umgerührt bzw. gewendet. Nach dem Umräumen auf den Teller streute ich dann noch etwas Schnittlauch drüber.
Ein Festessen, dass ich mit etwas regionalem* Cidar genoss. Beim nächsten Mal werde ich den Pilz wohl mal etwas anders schneiden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man die auch mal längst halbieren kann. Vielleicht macht man dann aus den Köpfen etwas anders und brät die Halbstangen an. Mal sehen.
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*) Wie definiert mal eigentlich regional? Wenn 135 km noch dazu gehört, dann stimmt die Angabe.