Geburtstagsessen (16.09.2019, abends)

Wenn man mittags leicht gegessen hat, kann man abends nochmal richtig zuschlagen. Ein Irrtum, selbstverständlich, aber was manche Gaststätten so anbieten, läuft so ein bisschen unter versuchter Körperverletzung. Und damit meine ich nicht mal die Qualität der Speisen sondern nur ihre Menge. Da fragt man sich wirklich, was sich Wirte und/oder Köche dabei denken. Falls …

Schauen wir uns den Teller doch einmal an, der zu einer abendbrotverdächtigen Zeit serviert wurde. Im Vordergrund eine übergroße Portion Pommes (die übrigens extrem lecker waren!), dahinter drei große(!) Schweinemedaillons vom Grill, ebenfalls sehr lecker und zart, dazu ein Sößchen, dessen Nachschubkanne das Bild verschweigt (oben rechts das Tellerchen mit dem Löffel beherbergte auch die Soßen-Karaffe). Aber das ist noch nicht alles, da die Küche hier noch einen Zwischenboden eingezogen hatte. Auf zwei Uhr Ist noch „etwas“ Krautsalat zu erahnen, der mit vier hinreichend vollen Gabeln verzehrt war. Unter der Orangenscheibe befindet sich noch ein Klecks Bohnensalat und halbwegs unter den Pommes (sehr lecker!) verschwunden noch etwas Möhrensalat in ähnlicher Menge wie der Krautsalat.
Die sichtbaren Bohnen auf 10 Uhr und unter den Medaillons hervorschulend gehörten übrigens nicht zum Bohnensalat, sondern waren die Gemüsebeilage zum Fleisch, sehr angenehm schmeckende Speckbohnen, im Volumen mit der Pommesportion vergleichbar.
Was soll das??? Achja, ich hätte auch eine kleinere Portion bestellen können. Solange die aber unter „Seniorenportion“ firmieren und nicht als normale Portion (und die jetzt ausgegebenen als Bauarbeiterportion) bezeichnet werden, warte ich da meinen Renteneintritt ab. Das dauert aber noch ein Weilchen. Und es gibt Beispiele, dass bspw. neben einer normalen Portion eine große Portion verkauft wird, für 20% Aufschlag. Luftlinie vielleicht 2 km weit weg. An dem Prinzip sollten sich einige Gasthäuser mal ein Beispiel nehmen.
Aber solche Portionen wie oben abgebildet laufen nach wie vor unter versuchte Körperverletzung. In 7 von 10 Ernährungsratgebern wird empfohlen, abends nicht mehr so viel zu essen. Und was spricht dem entgegen, Pommes und Speckbohnen mengenmäßig zu halbieren, nur zwei Fleischscheiben zu nehmen und auf dem frei werdenden Platz (so viel Platz wird gar nicht frei, wenn man dann alles nebeneinander und nicht übereinander drappiert) ein kleines Salatbouquet aus frischem Salat anzuordnen. Dazu muss man noch nicht mal groß den Preis senken, der wäre für das beschriebene durchaus akzeptabel. Satt wird man auch, und sollte der Hunger doch etwas größer sein, kann man a) eine doppelte Pommesportion oder b) ein schönes Dessert bestellen.
Liebe Wirte und Köche! Es muss umgedacht werden! Gibt es noch nicht genug übergewichtige Menschen?! Muss es eine Kalorienobergrenze für Speisen in Gaststätten und Restaurants geben? Oder die Verpflichtung, dass alle Köche die Speisenmenge, die zurück in die Küche kommt, selbst essen müssen?

Soupe au Pistou (10.09.2019)

Gestern – das sei heute nachgetragen – gab es provinzielle Bohnensuppe. … Ähm … Provencelle … Also aus der Provence. Mit allerlei Bohnen und anderen Gemüsen wie Zucchini,
Kartoffel, Lauch, Tomate und Ruccolapesto.
Letzteres ist im wahrsten Wortsinn untergegangen. Aber grüne Kräuter hübschten das Bild trotzdem in gewohnter Weise auf.

Ein grünbuntes und wohlschmeckendes durcheinander, da das Pesto auch geschmacklich untergi … ähm … sich geschmacklich einbrachte und nicht dominierte. Ihr kennt ja meine „Vorliebe“ für Rucola.

Sauerfleisch mit Bratkartoffeln (06.07.2019)

Einem geschenkten Gaul soll man ja sprichwörtlich nicht ins Maul schauen, aber zum einen habe ich was zurück geschenkt und zum anderen war auch kein Pferd anwesend.

Aus Anlass eines Anlasses war ich zum Mittag eingeladen und wählte mir von der Karte das Sauerfleisch mit Bratkartoffeln. Etwas Remoulade und Bohnensalat waren auch noch anwesend.
Die Bohnen waren auf den Punkt gegart und quietschten auch nicht beim Essen. Das Sauerfleisch war richtig gut und die Bratkartoffeln noch viel besser. Fast perfekt möchte man meinen, wenn nicht das sprudelige Begleitgetränk nicht aus einer schon länger geöffneten Flasche gewesen wäre. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich soll ja eigentlich auch keine Cola trinken, meint meine Hausärztin. 😉
Dazu gab’s einen schönen Blick über den rauen See und interessante Gespräche mit den entfernten Anverwandten. Ein schöner Samstag Mittag.

Beef-Chees-Chili-Suppe (18.04.2019)

Sie hatte zwar etwas in sich, was ich eigentlich nicht so mag, aber durch den allgemeinen kräftigen Geschmack gingen die Maiskörner kulinarisch erfreulich unter.

Nun unterstellt Chili zwar eine gewisse Schärfe, aber da ist es in und um das Einkaufscenter weit verbreitet, dass dem meist nicht so ist. Im Bestreben, möglichst breiten Massen zu gefallen, wird allgemein dezent gewürzt, egal, ob Salz, Chili oder ähnliches.

Geschmeckt hat es aber trotzdem, eine versteckte Schärfe war dabei, aber auch gut versteckt. Ansonsten war die Suppe auch recht aromatisch, eben das, was passiert, wenn Rinderhack, Käsecreme, Kidneybohnen, Tomaten, Paprika, etwas Chili und der unsägliche Mais (ich ess‘ ja alles vom Mais – Popcorn, Polenta, Nachos, die kleinen Kölbchen in den Mixed Pickels – nur keinen puren Mais) zusammen eine schöne Suppe ergeben.

Luftiges Herz

Dosenware ist ja meist nicht so das wahre. Aber ein paar wenige Produkte sind in dieser verarbeiteten Form doch gar nicht so schlecht. Erinnert sei an die vollreif eingedosten Tomaten für die mediterane Küche oder auch an das Sauerkraut, dass zwar frisch ebenso schön, aber doch auch was anderes ist. Komplette Fertiggerichte würde ich aus diesem Lobgesang aber primät ausschließen, ist doch der gesamte Produktionsprozess für so ein Dosengericht dem Inhalt und dessen Qualität in den allermeisten Fällen nicht wirklich förderlich.
Aber, ich erwähnte es eingangs, so ein paar Halbfertigzeuge machen die Arbeit in der Küche schon einfacher. Manchmal braucht es dann nicht mal große Kochkunst. Ein paar gute Zutaten zusammengerührt und schon ist’s lecker.

Ab und an esse ich ja auch mal Innereien. Wobei ich von allen noch die Geflügelherzen als „harmloseste“ Variante ansehe. Aber auch vor Herzen anderer Tiere oder auch anderer innerer Werte bin ich noch nicht zurückgeschreckt, zumindest, was den Verzehr angeht, teils auch selbst zubereitet.

Die Herzen werden, überprüft, sortiert und dann auch in der Pfanne gleich gesalzen, angebraten, bis sie eine leichte Bräunung erreicht haben. Das kann schon mal ein paar Minuten dauern. Ich lasse sie dann auch noch ein paar Minuten (also so 15 bis 30) vor sich hinschmurgeln, glaube aber fast, dass das auf’s Endergebnis wenig Einfluss hast.

Das ist das Schöne beim Arbeiten mit Geflügelherzen, dass selbst über eine etwas längere Garzeit hinweg das Fleisch seine Eigenschaften nicht wirklich ändert. Irgendwo hier im Blog gibt es auch ein Rezept eines Herzgulaschs, der wirklich längere Zeit vor sich hin schmorte, aber die Herzen hatten letztendlich die gleiche Konsistenz wie hier.

Etwas Flüssigkeit entsteht, wenn man die Herzen einige Zeit unterm Deckel gart, die Farbe kommt allerdings von der Soße aus der Dose, die hier verwendet wurde. Damit kann man den Pfannenboden schon mal ablöschen.

Dann kommt der Rest aus der Dose dazu, und spätestens hier wird klar, dass es sich um Baked Beans handelt, hier in der Mischung aus 5 verschiedenen Bohnensorten. Ein Produkt, dass ich vor einiger Zeit in einem Supermarkt entdeckte und mal ausprobieren wollte.

In der Pfanne wird dann alles vermischt und noch etwas leicht sieden gelassen, damit alles eine geschmackliche Verbindung eingeht.

Für so eine richtige Beilage zu einem Sättigungsprodukt fehlte mir irgendwie etwas dabei. So gab’s etwas Brot dazu. Natürlich wurde vorher mit Salz, Pfeffer und einer Spur Chili abgeschmeckt.

Die Dose habe ich übrigens selber gekauft und bezahlt. Die ganz große überragende Erleuchtung ist das Gericht nicht, was auch daran liegen mag, dass ich nicht der große Bohnenfreund bin. Nichtsdestotrotz sind sie für die Ernährung nicht aus dem Portfolio der sinnvollen und nützlichen Sachen wegzudenken, gerade auch als Proteinquelle.
Vielleicht hätte ich meiner Eingebung, vor dem Umfüllen des Doseninhalts in die Pfanne einmal mit dem Pürierstab durch die Büchse zu gehen, doch nachgeben sollen. Eine sämige Soße hätte es dann sicher gegeben.

Das kleine Samstag-Mittag-Mittag

Seht ihr auch doppelt, wenn ihr die Überschrift lest? In dem Zusammenhang ist die Dopplung aber legitim. Es ist eben das Mittag (als Essen), was Samstag-Mittag (Zeitpunkt) serviert wurde. Hier wurde mit dem doppelten Sinn des Wortes „Mittag“ gespielt. Ein anderer Fall ist eine Regelung aus unserer Landesverwaltung, die vorschriebt, dass in amtlichen Schreiben vor den Namen eines Landkreises noch das Wort „Landkreis“ gehört. Das steigert zwar den Buchstabenverbrauch bei einem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein wenig. Da aber das Rostocker Umland sowieso schon Landkreis Rostock heißt, liest es sich jetzt in amtlichen Schreiben als Landkreis Landkreis Rostock. Dumm gelaufen.
Warum erzähle ich Euch das alles? Bei diesem Nachtrag eines kleinen Mittags könnt ihr Euch sowieso nur ein Bild vom fertigen Gericht machen. Zum Rezept kann ich wenig sagen. Nur so viel: Das Fleisch – ich glaube, es war ein Rumpsteak – wurde in einer Grillpfanne unter voller Hitze schnell mit den Grillspuren versehen und dann in meiner Heißluftmikrowelle (ohne die Mikrowellenfunktion zu nutzen) bei 120°C noch ein paar Minuten nachgelagert.
Steak mit Bohnensalat
Zu dem doch sehr leckeren Bohnensalat (rechts außerhalb des Bildes stand noch ein größeres Behältnis mit weiterem) kann ich gar nichts sagen. Außer vielleicht, dass er aus frisch geernteten und dann zubereiteten Bohnen aus dem elterlichen Garten besteht. Aber der Bohnensalat meiner Mutter ist nicht zu verbessern, so werdet ihr leider nie in den Genuss dieses Gerichtes kommen können …
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Sicher, es gibt beinahe unendlich viele Bohnensalatrezepte … Aber nur eins schmeckt wie das von meiner Mutter. Ich weiß nicht, wie sie es macht, aber es ist lecker und unschlagbar. Das hatte ich wohl schon erwähnt. 😉 Nach dem gleichen Verfahren zaubert sie auch was aus frisch gekochten und gewürfelten Möhren. Dazu mehr, wenn der Garten sowas hergibt.

Ein Tönchen für’s Böhnchen vom Söhnchen

Die Bohnensaison gibt immer wieder die Chance, leckeren Bohnensalat zu genießen. Ehrlich gesagt könnte ich mich in diesen Salat legen, entsprechende Mengen vorausgesetzt. Weil er einfach nur lecker ist. Leider weiß ich nur nicht, wie er zubereitet wird.

Ich weiß nur eins: Gartenfrische Bohnen – mal gelbe, mal grüne, mal beide – werden abgekocht, vermutlich mit etwas Bohnenkraut. Im Glas befinden sich außer ihnen noch fein gewürfelte Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Essig, Öl und Wasser. Vielleicht ist auch eine Prise Zucker dran, aber da beginne ich dann zu spekulieren.
Alles hält sich nach der Zubereitung auch einige Zeit im Kühlschrank, so dass er nicht gleich frisch gegessen werden muss. Das Glas ist natürlich nicht original. Es hätte auch eine Vorratsdose oder etwas ähnliches sein können. Er ist einfach nur lecker. Aber das hatte ich wohl schon mal erwähnt.
Auf ähnliche Art und Weise macht Muttern (sie ist die Urheberin der Köstlichkeit) auch einen Salat aus gekochten Möhren, die in kleine Würfel geschnitten sind. Natürlich kenne ich auch hier die genaue Zubereitungsanleitung nicht. 🙁
Lang lebe meine Mutter.