Karamelleis mal anders

Mein erstes Karamell-Eis. Und ich bin so glücklich darüber, dass es so wunderbar schmeckt, so ganz anders, als das, was man sonst so um Kilo-Eimer zu kaufen bekommt. Aber es kamen auch keine Zusatzstoffe hinein, und bei den Grundzutaten habe ich auch ein klein wenig variiert. Aber das Karamelleis ist lecker.

Und wer sich jetzt wundert, dass das Essen auf dem Bild nicht wie ein Karamelleis aussieht, dem sei erklärt, dass ich Milch, Sahne und Zucker durch rote, orangene und gelbe Spitzpaprika (klein gewürfelt) ausgetauscht habe und das Eigelb durch 400 g Bio-Rinderhack. Ist ja auch Eiweiß- und Bindungsträger. Die Sahne und den braunen Zucker für die Karamellsoße habe ich durch Vollkornpasta, in Salzwasser gekocht, ersetzt. Ist ja auch fast das gleiche. Fast nur Kohlenhydrate. Und statt des stundenlangen Einfrierens mit ab und zu Umrühren habe ich den Topfinhalt gute 45 Mimuten still vor sich hin köcheln gelassen. Und ab und zu umgerührt. Also auch fast das gleiche.

Okay, im Ernst: Was soll der Quatsch? Regelmäßig Lesende dieses Blogs werden schon vermuten, dass ich mich mal wieder irgendwo drüber aufgeregt habe und sie haben recht. Und es ist mal wieder das gleiche wie sonst: Die Ignoranz in Teilen der Foodbloggerszene, Standards zu verwässern, Standardgerichte in ihren Definitionen aufzuweichen usw. Ich weiß leider nicht mehr so genau, wo mir das neulich mal wieder aufgefallen ist, aber abarbeiten muss ich mich doch noch daran.

Ja, auch mich hat es erwischt. Nein, keine Angst, es ist kein Corona. Aber ich huste auch, so dass wohl schon einige Kampfhunde aus der Nachbarschaft neidisch ob meines Bellens sind. Aber die Ursache ist erkannt, wird behandelt und spätestens ab dem kommenden Wochenende sollte alles wieder super sein. Dann gibt es auch wieder regelmäßger Berichte meiner Ernährungsumstellung und den dazu entstehenden Gerichten.

Als ich noch dachte, mein Husten wäre eine aufziehende Erkältung, las ich in einem Kochblog ein Rezept, dass an sich ganz lecker klang. Was ist an einer Pastasoße aus Hackfleisch und Tomaten nicht lecker? ;-) Allerdings stand das ganze unter dem Label “Soße Bolognese”. Und am Wochenende vor bei “Kitchen Impossible” war gerade auch mal wieder die klassische Bologneser Soße, die auch gern “Ragú” genannt wird, Thema; und das in ihrer recht ursprünglichen Form, die leider so gar nichts mit dem zu tun hat, was hierzulande darunter verstanden wird. Nicht jede Variante einer Tomaten-Hackfleisch-Soße ist eine Bolo, und wenn man es recht eng sieht, eigentlich gar keine.

Und dann kam spätestens in den Kommentaren zum Blogbeitrag die Meinung: “Ja, ich weiß, dass es eigentlich keine Bolo ist, aber ich nenne es trotzdem so.” Darüber könnte ich mich aufregen.

Kommen wir zurück zum “Karamalleis”. ;-) Auf den Bildern sieht es ein wenig danach aus, als ob das auf dem Teller im wesentlichen aus den Nudeln besteht. Dem ist mitnichten so. Die kamen erst ganz zum Schluss hinzu, wie es sich eben für ein gutes Pastagericht gehört.

Das Hackfleisch kam in den gefetteten Topf und wurde solange gebraten, bis sich das gebildete Wasser wieder verzogen hatte. Zuvor hatte ich eine Tüte mir roten, gelben und orangenen Spitzpaprika in relativ kleine Würfel geschnitten. Deswegen sieht man von ihnen auch nichts mehr. Eine ebenso klein geschnittene rote Zwiebel kam dann zum Hackfleisch in den Topf und dann die Paprikawürfel hinterher. Um den Flüssigkeitsspiegel wieder etwas zu heben, achtelte ich schnell ein paar Cocktailtomaten und rührte sie mit in den Topfinhalt. Salz, Paprika, Cayennepfeffer, Pfeffer und einges andere, was mir noch in die Hand fiel, gaben allem etwas Würze und Feuer mit. Und etwas Tomatenmark kam auch noch hinzu. Alles nochmal gut durchgerührt und dann gut bedeckelt eine gaaanze Weile bei geringer Hitze auf dem Herd stehen lassen.

Pasta kochen muss ich wohl niemandem erklären. Wobei ich hier in gewissem Sinn mal wieder innovativ unterwegs war. Normalerweise wird, um das oben abgegebene Bild zu erreichen, die Soße in einer Pfanne zubereitet und zum Schluss die (noch feuchte) Pasta in die Pfanne gehoben und durchgeschwenkt. Da die Soße in dem Topf aber für mindestens zwei Mahlzeiten reichen sollte (und gereicht hat), ging ich hier den umgekehrten Weg. Die Nudeln waren ja abgezählt, und so kam dann die Soße in den Topf mit den abgegossenen Teigwaren und wurde dort dann umgerührt. Der andere Teil der Soße verblieb im Topf und harrte seiner weiteren Bestimmung. Aus dem Nudeltopf kam das Gericht dann auf den Teller und wurde noch mit ein paar Peccorino-Hobelspänen dekoriert. Eigentlich wollte ich Parmesan nehmen, hatte mich aber im Kühlschrank vergriffen … Passiert.

Es zieht – oder auch nicht

Das wäre doch mal der Test. Als kleines Zwischendurchlebenszeichen ;-) mal der Herdnerd-Floskeltest:

Wie man sieht: Es zieht nicht. Sie schiebt aber auch nicht. Da passiert nix. Und das, obwohl die Floskel sagt, dass es “zieht wie Hechtsuppe”.

In der Schale ein Ergebnis des letzten Wochenendes und gleichzeitig eine Resteverwertung von anno dunemals. Da kam völlig aus dem Nichts ein Hecht über mich und von dem hatte ich noch den halben im Tiefkühler. Nun gehört Hecht zwar durchaus zu den schmackhaften, aber auch zu den grätigen Fischen. “Boulettenfisch” sage ich dazu gern, also die richtige Sorte, um daraus Bouletten zu machen. Wenn man das Tier durch den Fleischwolf lässt, hat man das Grätenproblem hinterher nicht mehr. Das eint den Hecht mit dem Plötz, dem Blei und anderen Fischen.

Der aufmerksame Leser wird allerdings die fehlende Boulette auf dem Bild bemerkt haben. Außerdem fiel der Begriff Suppe. Zum anderen besitze ich keinen Fleischwolf und für eine gute Boulette sollte man mehrere Fischsorten verarbeiten. Okay, für eine Suppe auch, aber dann wäre es keine Hechtsuppe. Genauer Hechtsuppe “Rumfort”. Wie sie entstanden ist, kann man vermutlich dem Bild entnehmen, die Frage ist, was vorher alles in den Topf kam, bevor es der Mixer zerschredderte:

  • Fischfond aus dem Glas
  • Wasser
  • 2 Möhren
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Kartoffeln
  • der halbe Hecht

Wo es ging, war alles grob zerteilt, beim Hecht habe ich rund um die große Mittelgräte herumgeschnitten, und die Flossen kamen auch ab. Kurz vor dem finalen Mixereinsatz kamen auch noch zwei Cocktailtomaten und ein Karton einer zu Fisch passen sollender Soße dazu. Natürlich ohne den Karton. Spätestens hier stellte sich bereits der Kauf als Fehler heraus, aber sie war als Reserve und Notfallvariante für den 2. Weihnachtsfeiertag gedacht und wurde nicht gebraucht.

Flüssigkeit und Gemüse kochten bereits eine Weile vor sich hin, als die Fischstücke dazu kamen. Die würden ja schnell gar. Das Gemüse brauchte länger. Salz, Pfeffer und andere Gewürze waren natürlich auch noch zuzugeben.

Heute nach dem Aufwärmen auf Arbeit stellte sich die Grätenvermeidungsidee als halbwegs funktionierend heraus. Der Mixer hätte wohl noch etwas länger laufen sollen. Aber im Vergleich mit dem Verzehr des Hechtes im ganzen gekocht oder gebacken war es doch eine große Esserleichterung.

Gute Ideen und ihre Zeit

Gute Ideen kommen, so sagt es der Volksmund, meist 100 Jahre zu früh oder 5 Minuten zu spät. Aber wenn eine Idee gut ist, dann setzt sie sich trotz aller Widrigkeiten durch. So gab es am Freitag zu Mittag auf Arbeit “Birne, Bohnen und Speck mediterran“. Und: Keine Angst! Die Birne ist bereits kaputt und musste nicht extra für das Bild sterben. ;-)

Etwas anders sieht es beim Brotbackversuch am heutigen Sonnabend aus. Der Hintergedanke war, aus dem doch recht flüssigen Teig sowas wie Brötchen hinzubekommen. In Anlehnung an meine bisherigen Versuche und dem dabei erlebten großen Vorteil der Silikon-Backform wollte ich das “Brötchenbacken” eigentlich auch anders durchführen. Die spontane andere Idee des Tages brachte es jedenfalls nicht.

Trotz Fettung der Formen geht das Backwerk nicht wirklich raus. Nicht mal die Deckel der Weck-Gläser ließen sich unfallfrei lösen. Zu voll waren die Formen auch.

Die Grundidee, die ich aber noch weiter verfolge, ist, eine silikonene Muffinform zu nehmen. Die nächste Familienzusammenkunft im größeren Rahmen erfolgt in zwei Wochen, so lange hätte ich wohl noch warten können, um nach der Existenz einer solchen Form irgendwo mal zu fragen. Insofern drängte die Idee zu schnell auf Verwirklichung und scheiterte. Wobei die übergebordenden Teigteile schönes Knabberzeug abgeben. Und das auch noch aus Dinkelvollkornmehl. Da freut sich das Ernährungsberaterherz. ;-)

Birne, Bohnen und Speck (mediterran)

Donnertag Abend, kurz vor Mitternacht. Nach einem langen Tag.

Ein norddeutscher Küchenklassiker, entstanden unter Einwirkung eines vorzüglichen Sahnelikörs, der einerseits aus der Nähe von Meran kommt und der andererseits auf Basis von Himbeergeist entstand. Ersteres erklärt vielleicht den mediterranen Einschlag des Gerichtes, vielleicht mussten aber auch die Tomaten einfach nur verbraucht werden. Wobei natürlich mediterran und Tomate genauso zwingend ist wie Ananas und Hawaii oder Pfirsich und Florida.

Außerdem ist die Kombination von Himbeergeist und Sahne extrem lecker. Wenn man Himbeer mag. Nur darf man dabei keine rosarote Brille tragen. Weil man dann Eisbären mit Himbeeren verwechseln könnte. Sorry, der Geist. ;-)

Irgendwie bin ich gerade recht ausgelassen. Der etwas labsche Schinkenspeck einer Großfleischerei, die das Schwein hoffentlich sachgerecht schlachtete und nicht – namensanspielend – gerissen hat, folgte mir in der Ausgelassenheit nach, wenngleich ich ob der Fettarmut des Fleisches mit etwas Sonnenblumenöl nachhelfen musste.

Vier Cocktailtomaten wurden geachtelt und der Pfanne als Geschmacks-, als Farb- wie auch als Flüssigkeitslieferant zugefügt. Der Speck hatte gut Röststoffe gebildet und die mussten vom Pfannenboden gelöst werden, was wunderbar gelang.

Die Bohnen hatte ich vorher bereits blanchiert. Macht man wohl so.

Pfeffer und Majoran (Bohnenkraut wäre die schönere Idee gewesen) ergänzen das Geschmacksspektrum. Salz war beim Spektrum wegen Speckdrin entbehrlich.

Der Rest passierte dann wie bei vielen Pfannengerichten. Alles gut durchschwenken oder -rühren und einige Zeit bei schwacher Hitze bedeckelt ziehen lassen. 5 Minuten später sah es dann so aus:

Zum Schluss wurde dann noch abgefüllt und des Nächtens kühl eingelagert. Entsprechend der Überschrift und dank der leichten, nicht übertriebenen Modernisierung des Gerichts sowie der gleichzeitigen Mediterranisierung ergibt sich das folgende Schlussbild:

Birne, Bohnen und Speck mediterran. Was so unter Einfluss eines extrem leckeren Sahnelikörs auf Himbeergeistbasis aus der Gegend von Meran – ich hatte es wohl schon erwähnt – so entsteht.

(am Freitagvormittag korrekturgelesen und fertiggeschrieben;
später eingepackt und auf Arbeit erwärmt)

Rosenkohl-Knackwurst-Topf mit Kartoffeln und Apfel

Zwei Portionen kamen beim gestrigen Kochen heraus, da eine Woche aber mehr Arbeitstage hat, galt es heute, nochmals am Herd zu stehen. Dieses Mal harrte ein Päckchen frischer Rosenkohl der Verarbeitung. “Inspektor Barneby” bot Muße, ihn nebenbei zu putzen und sonstige Vorbereitungen zu treffen. Zum Beispiel Zwiebeln würfeln.

Die kamen dann (erfreulicherweise kannte ich die erste ausgestrahlte Folge schon) in einen Topf mit heißem Sonnenblumenöl, um glasig und evtl. etwas angeschmort zu werden.

Auf dem Heimweg hatte ich einen Zipfel Knackwurst gekauft, den hatte ich auseinander genommen und möglichst klein geschnitten, was ob seiner Weichheit gar nicht so einfach war. Vielleicht hätte ich ihn ein wenig anfrieren sollen?! (Und warum fällt mir das immer erst hinterher ein?)

Zwei nicht sehr große Kartoffeln (zusammen vielleicht so groß wie eine große Orange oder eine Pampelmuse) wurden klein gewürfelt und auch ein wenig mit angeschwitzt.

Zu Würzzwecken kam dann noch etwas Kümmel, etwas Majoran und Pfeffer dazu. Mit Salz war ich vorsichtig. Zwar nehmen Kartoffeln gut Salz auf, andererseits lieferte die Knackwurst auch reichlich davon.

Als alles im Topf gut angeschwitzt war, kam der große Auftritt des Rosenkohls.

Auch wenn es schwer zu sehen ist, aber ein guter Schuss Wasser kam auch noch dazu. Das wird etwa eine Tasse voll gewesen sein. Vielleicht auch anderthalb.

Nun gehts eigentlich weiter wie immer: Einmal kurz aufkochen lassen …

… und dann Deckel drauf, Hitze runter drehen und abwarten. In dem Fall 20 Minuten.

So ein Löffel in der Küche dient ja nicht nur zum Essen und zum Umrühren, er kann auch zum Gestalten genutzt werden. Man denke an Grießnockerl, die mittels zweier Löffel geformt werden. Im aktuellen Fall bestand der gestalterische Aufwand im kräftigen Umrühren des Topfinhaltes, was die Kartoffeln quasi völlig und den Rosenkohl ein bisschen zerstörte. Umrühren. Abschmecken. Abfüllen. Fertig.

Achja, in der Überschrift steht ja noch ein Apfel. Es war ein Braeburn. Meine Lieblingssorte (wenn er frisch ist). Den habe ich in den 20 Minuten gegessen, als der Topf mit geringer Wärmezufuhr ruhte und der Inhalt seiner Garung entgegenstrebte. ;-)