Kochen mit Carlo

Da sich der gepflegte und ständig wiederholte, tief in der Kultur verwurzelte Genuss von Nervengift irgendwie nicht aus der gesellschaftlichen DNA rauscrispen lässt, eher zu einer obskuren Tradition hochstilisiert wird und eine Selbstverständlichkeit sondersgleichen ist, sei doch auch mal erwähnt, dass C2H5OH nicht das einzige Gift in unserer Ernährung ist. Dabei sei natürlich die Notwendigkeit einer sinnvollen Definition von „Gift“ vorangestellt, die hier aber nicht erfolgen soll. Sich auf eine rein toxische Wirkung zu beziehen, wäre vielleicht zu kurz gefasst, immerhin kann die Aufnahme von 14 l Wasser innerhalb kürzester Zeit (anekdotisch) auch zu einer „Wasservergiftung“ führen, die mit dem Tode endete, was aber hier nicht aus toxischen, sondern eher aus biophysikalischen Gründen geschah. Auch von der Muskatnuss wird berichtet, dass sie zumindest zu Vergiftungserscheinungen führen kann, die Dosis liegt aber bei mehreren Nüssen in kürzester Zeit. Mahlzeit. Die Liste lässt sich sicher fortsetzen, bedarf dann aber weiterer Recherche.

Achja, lange nicht mehr da gewesen und doch – ein wenig macht es Stolz – bisher zumindest im Ansatz vorhanden: Wir werden blühen.

Kaktusblüte im AnsatzEin paar Tage wird es wohl noch dauern, aber wenn ich es nicht verpasse, gibt es dann nächstes Mal ein Bild von der aktuellen Blüte.

Sonntagmittag

Das ging mal wieder gaaanz schnell. Immerhin ist, wir werden es gleich sehen, die Zeit der Tk-Erbsen endlich vorbei. Das Nachfolgegemüse wird sich auch nicht so lange im Blog verewigen, offensichtlich kommen da der Verzehr von größeren Mengen pro Portion und die kleinere Verpackungseinheit sinnvoll zueinander.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenDas sieht wie ein Ein-Pfann-Gericht aus, ist es auch. Und Carlo hat geholfen. Ein wenig italienische Küche gefällig? Sieht gar nicht so aus, oder? Gucken wir mal genauer hin.

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, geriebenIhr habt es richtig erkannt: Das neue Tk-Gemüse sind Schnibbelbohnen. Die „Sättigungsbeilage“ ist eine Mischung aus Wild- und Vollkornreis. Man gönnt sich ja sonst nix. Der wurde in Anwesenheit von etwas Olivenöl zum Erhalt der Beweglichkeit der Körner aufgewärmt. Das interessante sind übrigens die Wurstscheiben, die mit Carlos Hilfe entstanden sind. Und nein, Carlo ist kein Fleischer, auch kein Koch. Aber Namensgeber, Musiker, Komponist und Wassersportler (in frühen Jahren). Wir kennen ihn eher aus Filmen, wo er oft mit Mario ein Duo bildete … Cineasten werden schon längst ahnen, um wen es geht: Carlo Pedersoli, auf den ich mich bezog, ist eher unter dem Künstlernamen Bud Spencer bekannt (Mario Girotti ist dabei natürlich Terence Hill). Ein bekannter Fleischverwurster hat sich da offenbar ein paar Namesrechte gesichert und unter Bud Spencers Namen eine Schinkenkrakauer mit Chili und Jalapeños herausgebracht. Ich muss sagen: Ein wenig Pfiff haben sie, selbst im oben abgebildeten Kontext.

Die Wurststückchen (die Wurst habe ich selbst in Scheiben geschnitten! – mein Eigenanteil)  wurden in ein wenig Öl in der Pfanne leicht angebraten, dann kamen in die Bohnen dazu und alles bedeckelt. Unter mittlerer Hitze tauten die  auf und garten fertig. Eine kleine Prise Salz und etwas Pfeffer haben noch etwas mehr Geschmack, ein Stich Butter rundete alles ab. Schlussendlich kam der fertig gegarte Reis mit in die Pfanne, alles wurde gemischt, auf den Teller gegeben und mit einem Ziegenhartkäse berieben.

Und da man abwechslungsreich und vielfältig essen soll, sah der Nachschlag dann so aus:

Wurst, Bohnen, Reis, Pfanne mit Ziegenhartkäse, gehobeltImmerhin wurde der Käse nicht gerieben, sondern gehobelt. 😉

Wurscht, Milchkaffee und Sonntagsessen – inkl. Montags-P.S.

Manchmal wundert es mich doch, wenn ich bei bestimmten Discountern (meist) Fleischprodukte in den normalen Warenregalen finde, die ich gefühlt eher im Kühlregal verorten würde. Brühwürste sind so ein Beispiel. Nun bin ich aber zur Zeit auf einem Trip, dass ich gar nicht mehr so viel Wurst esse. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zwei grobe Gedankenstränge führen zu dieser Einstellung: Einmal der hohe Anteil versteckter Fette, zum anderen das Vermindern von Nitriten und deren Ablegern (vulgo u.a. Pökelsalz). Beides nicht so gut für den Körper. Eine der Ausnahmen, die ich gelegentlich mal mache, ist Schinkenkrakauer, je gröber, desto besser. Der Fettgehalt ist nicht sooo groß (13% gegenüber 30%+x bei zwei anderen gerade im Haus befindlichen), dafür ist aber gut Pökelsalz drin. Am besten kaufe man die Wurst im Stück, und da gibt es zwei „Unterarten“, die einer Unterscheidung bedürfen (s.o.). Natürlich gibt es eine Vielzahl von Herstellern (vermutlich sind das gar nicht so viele) und demzufolge auch Rezepten. Aber mir ist, als ich neulich mal auf ein ungewohntes Produkt ausgewichen bin, etwas aufgefallen.

Krakauer (genauer: Schinkenkrakauer, lecker)Die echte polnische Krakauer gibt es in kühlpflichtig und in nicht kühlpflichtig. Die Optik bei beiden ist recht ähnlich, aber nach dem Verkosten kann ich von der nichtkühlpflichtigen nur abraten. Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum sie einmal gekühlt gelagert werden muss und einmal nicht, allein am Einschweißen in Plastik kann es nicht liegen – das sind beide. Zutatenvergleich habe ich unterlassen bzw. müsste mir erst die schlechtere von beiden neu kaufen, was ich nicht tue. Aber die Variante aus dem normalen Warenregal war bei weitem nicht so lecker wie die Kühlvariante. Sehr viel dröger im Biss und im Mundgefühl, man hatte das Gefühl, da noch ordentlich Majonäse raufschmieren zu müssen. Das ist mir bei der gekühlt verkauften Variante noch nie passiert. Also: In Zukunft immer nur die gekühlte Variante. *KnotenindenEinkaufszettelmachen*

Milchkaffee

Das Thema hatte ich schon öfter. Grundtenor: Die Hausmarken der Discounter und Supermärkte (zumindest bei mir in der Region) sind besser als die kalten Milchkaffees von bekannten Markenherstellern bzw. unter bekannten Labeln. Kürzere Zutatenliste, rainforestalliancezertifiziert usw. Kommen ja alle auch aus der selben Molkerei und haben bei gleichen Typen auch gleiche Zutatenlisten.

Nun ist mir beim Rumspielen mit der Bestell-App eines Supermarktes aufgefallen, dass sie neben Marken-Milchkaffees auch Becher (250 ml) in der Discountmarke des Supermarktes und Plastikflaschen (330 ml) in der Hausmarke haben. Beide kommen aus der selben Molkerei und haben die selbe Zutatenliste (bei gleichem Typnamen). Da die Behältnisse unterschiedlich groß sind, vergleichen wir die Literpreise, dankenswerterweise in der App ersichtlich. Der Milchkaffee im Becher kostet demnach 3,00 €/l, der im Fläschchen 3,91 €/l, also fast ⅓ mehr. Nur wegen der anderen Marke? Oder der anderen Konfektionsgröße? Wobei, bei der Nachrecherche beim Schreiben dieser Zeilen ist mir doch ein Unterschied zwischen beiden Rezepturen aufgefallen: Der Discountbecher enthält mehr Kaffee als die Hausmarkenflasche. Prozentual. Aber ist der Milchanteil wirklich so teuer, dass das den Preisunterschied erklärt? Immerhin sind bei der Hausmarke zwei Prozentpunkte mehr drin. Von der fettarmen. Und es ist ein Hauch weniger Zucker drin. Rundungsfehler? Sollte ich doch mal in den Supermarkt gehen, kann ich ja mal den Geschmacksvergleichstest machen.

Sonntagmittag

Achja, das leidige Thema: „Was esse ich am Sonntag?“ Gekocht hatte ich schon am Sonnabend etwas, das gabs aber erst (planmäßig) Montagmittag auf Arbeit. Der Sonntagvormittag fand mich für Kühl- und Vorratsschrank (stehen erfreulicherweise gleich nebeneinander) und mit der grooooßen Denkblase über’m Schädel: „Watt nu?“

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDa braucht man sich nicht zu wundern, wenn dann auf den ersten Blick eigentümliche und ein wenig übervegetabile Gerichte dabei herauskommen. Aber es war recht schmackhaft, also gehts. Links ist ein klassisches Schlemmerfilet eines groooßen Tiefkühlherstellers. Irgendwas mit Spinat und Tomate-Mozzarella. Der Belag ist mir ein wenig beim Anrichten verrutscht, also kam das Fischfilet zum Vorschein. Rechts eine Mischung aus Spitzkohl und Kartoffeln.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnDie verrutschte Auflage schuf die Chance, doch mal das pure Fischfilet zu probieren. Und ich muss sagen: Es ist Fischfilet. Nunja. So erwartbar. Die Auflage war dann sehr spinatig, ein wenig tomatig und mozzarellabewürfelt, letzteres hatte eher Auswirkungen auf Konsistenz und Mundgefühl. Es ist ein wenig Schade, dass das sachgerechte Erwärmen den Eindruck der industriellen Herstellung, der sich im tiefgekühlten Zustand doch bot, nicht wirklich verwischen konnte. Die Auflageplatte zerfloss nicht und lag genauso am Ende auf dem Fisch wie am Anfang. Nur loser.

Schlemmerfilet, SpitzkohlkartoffelnWährend der Fisch im Öfchen wärmte und buk, kam in eine Pfanne etwas Butter, Bauchspeck, Knoblauch und Schalotte und wurde angeschmurgelt. Die letzten drei Sachen waren gewürfelt, was bei der Butter auch wenig sinnvoll ist, da sie in der Pfanne sowieso schmolz. In Streifen geschnittener Spitzkohl ergänzte den Pfanneninhalt, dazu kamen Salz, Pfeffer, Kümmel und eine Spur Chili für den Pfiff. Als der Kohl zusammen gefallen war, kamen die gekochten Kartoffelstücke dazu und wurden beim Einrühren auch noch ein wenig zermanscht. Ein wenig Flüssigkeit war nämlich in der Pfanne entstanden bzw. zugegeben. Letzteres in Form eines Schusses Apfelsaft (mit Birne).

Fazit: Ausbaufähig, aber lecker. Und für „keine Idee beim Wochenendeinkauf“ doch recht gut.

P.S.: Montagmittag

Noch vom vorhergehenden Wochenende war noch was über geblieben, genauer: gar nicht erst verarbeitet. Also kam das jetzt ran und wurde zu einem Mittag auf/für Arbeit. Irgendwas mit Gurke, Kartoffel, Tomatenmark, Knoblauch und Schalotte. Ein wenig Butter war auch hier dabei. Das gibts aber erst am morgigen Dienstagmittag.

Heute gab’s doch noch die Spitzkohlreste. Rezeptlich in der Idee von „Krautfleckerl“, nur ohne Fleckerl, andere, verfügbare Pasta tat es auch.

Pasta, Spitzkohl u.a.Die Nudeln wurden normal gekocht und dann in einer Pfanne mit dem Krautrest von Sonntag vermengt und schön angebraten. Dass da noch ein paar Stückchen Kartoffeln (rechts, fast oben) dabei waren, störte nicht. Die rötlichen Spirelle waren übrigens Linsennudeln. Hatte ich so noch nicht, waren aber gar nicht mal so schlecht. 100% rote Linse, die anderen Nudeln waren irgendwas mit Dinkel.

Pasta, Spitzkohl u.a.Ein gewisser Flüssiganteil wäre noch eine Idee gewesen, aber das Nudelwasser war schon im Ausguss und anderes stand in unserer Tee-Küche auf Arbeit leider nicht zur Verfügung. 😉