1000. Artikel – Vorweihnachtlicher Genuss, Pfeffernüsse und was aus der Pfanne

Wenn der Zähler in der Artikelverwaltung stimmt, ist dies mein 1000. Artikel hier im Blog. Juchee. Da würde ich also mein Sonntagsmittag mal nachträglich unter dieses Label stellen, weil es zum Feiern schön war. Aber wir bleiben mal in der richtigen Reihenfolge. Vorher gab es nämlich noch was aus der Pfanne. Und ein kulinarisch-philosophisches Gedankenspiel.

Champis, Schinken, Schalotte, ...Was hier ein wenig explodiert aussieht, war ein durchaus leckeres kleines Abendbrot, dass ich zu einem frischen Brötchen reichte. Hätte ich die Pilze vorher noch etwas kleiner geschnitten, wäre es vermutlich sogar als Brotaufstrich durchgegangen.

In etwas Butter habe ich ein paar geputzte und geviertelte braune Champignons angebraten, Salz, Pfeffer und Knoblauch waren auch mit dabei. Mit etwas zeitlicher Verzögerung kamen die Schinkenwürfel und eine klein geschnittene Schalotte dazu. Die etwas cremige Konsistenz kam dazu, als Pilze und Schalotten soweit gar waren und ich eine kleine rohe Kartoffel zum Pfanneninhalt dazu rieb, alles unterrührte und mit einem kleinen Schuss Milch ablöschte. Das dickte dann an und verband alles aufs beste.

Bauer und Jäger

Was kommt eigentlich dabei heraus, wenn man einen Bauern und einen Jäger personell versucht zu vereinigen? Wäre das dann ein Förster? Vermutlich hinkt der Vergleich, aber wie komme ich drauf? Wenn man versucht, ein Bauernfrühstück aufzupeppen und Champignons dabei gibt, kann man schon mal auf die Frage kommen. Wobei sich dabei natürlich eine große Frage stellt: Was ist eigentlich ein Bauernfrühstück? Ins kulinarische Bewusstsein ist mir das Gericht vor 25 bis 30 Jahren gekommen, da wurde es in einem Fleischerimbiss in der Nähe meiner damaligen Arbeitsstelle kredenzt. Es war aber ein Zweipfannengericht: in einer wurden die Bratkartoffeln erstellt und in der anderen ein Omelette pur aus Eiern (Salz, Pfeffer natürlich dabei). Dann wurden die fertigen Kartoffeln auf die eine Hälfte des Omelettes geschüttet und die andere Hälfte rübergeklappt. Vor einiger Zeit habe ich das mal nachempfunden.
Für die andere Variante reicht eine Pfanne, in der erstmal die Bratkartoffeln bereitet werden. Nebenbei werden dann die Eier zerklöppert, ggf. mit etwas Sahne verfeinert und gewürzt. Dann kommt diese Masse über die fertigen Bratkartoffeln und es wird abgewartet, bis alles stockt. Die Grundidee stammt entweder von einem faulen Koch, der nur eine Pfanne abwaschen wollte, oder von der Frittata aus südlicheren Gefilden.

Bratkartoffeln, Pilze, BockwurstBratkartoffeln, etwas kleingeschnittene Bockwurst, und die in Scheiben geschnittenen Pilze sind hier der soweit fertige Pfanneninhalt. Salz und Pfeffer sind auch mit dabei.

Bratkartoffeln, Pilze, Bockwurst, EiDazu kommt eine mit etwas Milch gestreckte Masse aus 3 Eiern, verrührt, gewürzt, zum langsamen Stocken unter nicht allzu großer Hitze.

Bratkartoffeln, Pilze, Bockwurst, Ei (gestockt)Dieses Wenden habe ich übrigens ohne Hilfsmittel und mit Schwung hinbekommen. Mein erstes Mal! 😉 Das zweite Wenden war dann nicht mehr ganz so erfolgreich. Aber es ging.

Jäger-Bauern-OmeletteIst das Ei gestockt, kann serviert werden. Etwas Petersilie oder anderes grüne Kraut ist nicht nur für die Optik gut.

Jäger-Bauern-OmeletteJaaaa, ich weiß. Das zweite Wenden … Man sollte das erste Wenden wirklich erst dann machen, wenn alles durchgestockt ist und die Unterseite schon die richtige Bräunung erreicht hat. Und man sollte nicht das Glück herausfordern und übermütig werden.

Die Sache mit den Pfeffernüssen

PfeffernüsseWisst ihr eigentlich, warum in den Tüten mit den Pfeffernüssen immer zwei Arten drin sind? Und die beiden Arten auch noch eine Fläche haben, wo man sie zusammenlegen kann?

PfeffernüsseGenau! Damit man die beiden Sorten gleichzeitig zusammen isst. Dabei entstehen neue Geschmackseindrücke! Wirklich!

Pfeffernüsse angebissenWobei das Zeuch trotzdem soooo süß ist, dass man sich mal eine schöne Zwischenschicht überlegen könnte, die die Süße etwas auffängt und trotzdem gut mit den Pfeffernüssen harmoniert. Eine schöne Scheibe einer Silz-Dall-Gurke zum Beispiel. Oder eine süßfreie Zitronen-/Limettencreme (Zitronen-/Limettensaft mit einer kleinen Messerspitze Xanthan oder so).

Okay, ich komm dann mal wieder aus dem Ironiemodus wieder raus.

Sonntagsessen

Gänsekeule, Rotkohl, Kartoffelklöße, BratensoßeRegelmäßige Leser/innen werden das Ambiente wiedererkennen. Wir waren mal wieder ein meinem momentanen Lieblingsrestaurant. Und ich bin auch sehr froh, dass wir da waren. Aus mehreren Gründen. Das Essen war sehr lecker. Wir sehen übrigens eine knusprige (wirklich!) Gänsekeule mit Apfelrotkohl, Kartoffelklößen und Backpflaumensoße vor uns.

Gänsekeule, Rotkohl, Kartoffelklöße, BratensoßeUnd es war einfach nur gut. Das Rotkraut war lecker (und ich biss nicht wie beim letzten dokumentierten Rotkraut auf eine Nelke), die Keule war geschmackvoll, zart und knusprig. Nur – und jetzt jammere ich wirklich auf sehr hohem Niveau – die Klöße … Immerhin keine Gumibälle aus fertigem Kloßteig, die ich anderswo schon mal erlebt habe (von denen man glaubt, sie wären das bessere Produkt). Die Klößchen heute waren gut zubereitet und gar (was anderswo ja auch nicht selbstverständlich ist). Aber endlich auch mal was zu mäkeln! 😉

Und, was ich immer wieder auch als großes Positivum anmerken muss. Die Portionen haben eine sehr angenehme Größe. So passte dann auch noch ein Dessert hinein.

Crème brûlée und irgendwas mit Tonkabohne, Zitronengras, BeerenCappuccino und dazu eine Crème Brûlée mit Eis und Obstkompott und viel Geschmack und lecker und … aber ich komme schon wieder ins Schwärmen.

P.S.

Ausnahmesweise habe ich auch mal das gegenüberliegende Essen fotografiert. Dieses Bild geht raus mit vielen Grüßen an eine Kollegin. Sie ist ein großer Rosenkohl-Fan (wohl der größte Rosenkohl-Fan, den ich kenne).

Rosenkohl, Entenbrust, ...Das sah auch sehr lecker aus … Mal sehen, ob ich noch dazu komme, dass auch mal zu essen.

Kloß medium rare, veganes Mett und allerlei Geschmäcker

Endlich habe ich sie bekommen! Endlich kann ich mir ein eigenes Bild machen. Viel positives habe ich gelesen, Begeisterungsstürme teils. Das Erwartungsniveau war also hoch.

Veganes und unveganes MettEigentlich sollte es kein Vergleichstest werden, auch wenn beide Versionen hier auf dem Bild zu sehen sind. Es wird auch kein Vergleichstest. Obzwar ich beide Versionen verzehrt habe. Und wenn ich sie doch vergleichen würde, hätte die unvegane Version verloren. Was allerdings nicht für das vegane sondern nur gegen das carnivore Produkt spricht. Ein frisches Mettbrötchen (mit frischem Brötchen und frischem Mett) ist kulinarisch eben nicht zu schlagen.

Die menschlichen Sinne sind sehr adaptiv. Sie können sich in recht breiten Toleranzbereichen an Gegebenheiten anpassen und anfangs bemerkte Besonderheiten verschwinden langsam unterhalb der Toleranzschwelle. Der typischste Sinn dafür ist der Riechsinn. Der gewöhnt sich bspw. sehr schnell an den eigenen Körpergeruch, so dass dieser nicht mehr wahrgenommen wird. Andere bemerken ihn natürlich trotzdem.
Wer kennt nicht den Effekt, dass das Lieblingsparfüm mit der Zeit an Duft verliert? Ich bin mir da gar nicht so sicher, ob wirklich das Duftwasser am Geruch verliert oder ob sich nicht nur unsere Riechzellen an ihn gewöhnt haben. Bevor man also anfängt, mehr davon aufzutragen, wenn man den Dufteffekt wie gewohnt erhalten möchte, sollte man außenstehende Personen mal fragen, wie diese das olfaktorische Niveau einschätzen oder ob man die Menge nicht doch für fremde Nasen übertreibt.
Einen vergleichbaren Effekt gibt es natürlich auch beim Geschmack (der ja in seinen Feinheiten auch eher mit der Nase und nicht mit den 5 Sensorengruppen im Mund erfahren wird). Geschmäcker, an die man sich gewöhnt hat, werden langfristig eher toleriert als neue Erfahrungen, was aber auf Dauer auch mal schief gehen kann, wenn man sich das Falsche angewöhnt (wie man das dann auch immer definiert).

Veganes Mett auf BrötchenDas trifft vermutlich auch massiv auf vegane Ersatzprodukte zu. Die werden mit der Zeit nicht besser, man gwwöhnt sich nur immer mehr an sie und ihr Geschmacksprofil, wobei ich hier sowas wie Mundgefühl und ähnliches gedanklich immer mit einbeziehe. Und ich kann mir bei dieser Adaption durchaus vorstellen, dass einem dann irgendwann die unveganen Varianten nicht mehr schmecken, einfach, weil man sie nicht mehr gewohnt ist.

Aber zum Produkt, zur veganen Zwiebelmettwurst. Was beim Anschnitt der Plastehülle auffällt, ist der frische, appetitliche Zwiebelgeruch, der sich sofort bemerkbar macht. Bei einem Produktanteil von 25% verwundert das nicht. Die Optik ist in Ordnung, da habe ich schon sehr viel künstlicher aussehende Produkte gesehen. Auch das Mundgefühl war angenehm. Bei manchen veganen Produkten gerade auch auf Erbsenbasis hat man gern mal ein leichtes Sandgefühl im Mund, was hier nicht der Fall ist. Da “nach Art einer Zwiebelmettwurst” und “fein” auf der Verpackung stand, habe ich die gewohnte Konsistenz nicht erwartet und auch nicht bekommen. Aber schön, dass für Ersatzzwiebelmett die Kategorie “fein” eingeführt wurde. Die Unterscheidung von fein und grob bei Zwiebelmett wäre mir in der carnivoren Version neu. Es zeigt aber, dass man bei der Herstellung der Ersatzprodukte her auf die feinen Varianten einsteigt, die grobe Konsistenz bekommen sie eben einfach nicht hin.

Bleibt der Geschmack: Ganz ehrlich? Mir ist schon Erbspüree serviert worden, das weniger nach Erbsen geschmackt hat als dieser Aufstrich, was mich beim ausgewiesenen Erbsenanteil eher verwundert. Als Zwiebel-Erbs-Aufstrich würde ich das vielleicht sogar öfter kaufen, als veganes Mett jedenfalls nicht mehr.

Das carnivore Zwiebelmett punktete übrigens gerade auch geschmacklich eher noch weniger als das vegane. Allerdings darf es auch nicht verwundern. Wer zwei der am leichtesten verderblichen Lebensmittelbestandteile (gewolftes Fleisch und gewolfte Zwiebeln) in eine Plastehülle presst und diese ohne klassische, thermische Sterilisation mehrwöchige Handelstouren unternehmen lässt, muss da noch einiges reinrühren, damit das trotz Kühlung nicht verdirbt. Wer schon mal frisches Hackepeter an der Fleischtheke kaufte und dann über Nacht im Kühlschrank lagerte, wird wissen, was ich meine. Viele der Stoffe, die die Lagerfähigkeit von Zwiebelmett erhalten hören mit -salz oder -säure auf, was sich eben doch auf den Geschmack auswirkt. Da lobe ich mir das frische Hackepeterbrötchen beim Fleischerimbiss. Wenn man das als kulinarische Referenz nimmt, verlieren alle Abwandlungen mit “Zwiebelmett” im Namen an Relevanz. Diese haben einfach nur einen Vorteil: Sie bedienen unsere Bequemlichkeit.

Herbstsonntag

Habt ihr das Memo auch bekommen? Es ist Herbst! Auch wenn es sich manchmal noch nicht so anfühlt, aber die Farben draußen sprechen dafür!

Herbst am SeeDas Bild widerspiegelt die nicht unter einen Hut zu bringenden Wünsche nach Aufnahme der herbstlichen Farben, nach Sichtbarkeit des Sees und dem Einhalten des Seitenverhältnisses des Bildes. Außerdem sollten Aktivitäten von anderen “Menschen” hinter der Hecke im Unsichtbaren verschwinden …

Die Situation hat mich auf dem Weg zum sonntäglichen Essen erwischt und die Karte wies einiges interessantes, aber auch erwartetes auf. Mit Hinblick auf die in Kürze (naja) folgenden Weihnachtsfeiertage habe ich mal das Essen probiert, dass es – dann aber selbst erkocht – beim Herdnerd dieses Jahr geben soll.

Entenbrust, Rotkohl, Kartoffelklöße, SoßeUnter der Orangenscheibe versteckt sich eine tranchierte Entenbrust, Rotkohl und Kartoffelklöße sowie die Soße sind erkennbar. Der Kohl war recht lecker, auch wenn ich das Pech hatte, mittendrin auf eine Nelke zu beißen. Nehmen wir das mal als Positivum, dass echte Gewürze im Kohl waren. Die Entenbrust war “auf den Punkt”, wenngleich die Knusprigkeit der Haut etwas zu wünschen übrig ließ. Wo bei einer solchen Zubereitung immer die ganze Soße herkommt, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben. Wobei, für die Verwendung mit Kartoffelklößen war es ein bißchen wenig Soße … Aber das ist ja eher subjektiv.

Und ich lasse mir auch nicht ausreden, dass das auf dem Teller Kartoffelklöße sind. Okay, dass Essen kam so schnell auf den Tisch, dass die Klöße nicht ganz durch waren, aber es waren Kartoffelklöße! Wirklich! Ich habe die gelblichen Pappkartons mit dem blau-weißen Discountproduktlogo in einem Regal stehen sehen. Und da stand “Kartoffelklöße” drauf! Was ich dabei etwas irritierend finde, dass ich den Karton im Internet nicht wiederfinde …

Schade eigentlich, dass in vielen Gaststätten der Convenience-Anteil auf den Tellern so hoch ist. Erstaunlich, wieso es trotzdem immer so gerammelt voll ist, man ohne Reservierung in keine Gaststätte rein kommt und welch guten Ruf manche Häuser haben.

KW 51 – Weihnachten

Das Weihnachtsfest liegt, ihr werdet es bemerkt haben, in diesem Jahr komplett auf dem Wochenende. Da fängt man natürlich an zu grübeln, ob es nicht evtl. doch am 2. Feiertag, der ja dann der Sonntag ist, eine geöffnete Gaststätte gibt oder man den Traditionen fröhnt … Wobei es ja keine echten Traditionen sind, sind sie doch im ständigen Wandel begriffen.
Krame ich mal tief, tief in meinem Gedächtnis, so ist das Grundsätzliche in der Speisenabfolge zu den Feiertagen doch halbwegs traditionell. Es beginnt Heiligabend-Mittag und endet am 2. Weihnachtsfeiertag. Dann hört die Tradition aber auch schon auf. Wann es mit dem Spinat und dem Spiegelei am Mittag des 24.12. anfing, weiß ich nicht mehr, aber so machen wir es jetzt schon länger. Da es aber so ein einfacher Standard ist, habe ich vor lauter Weihnachtsvorfreude das Foto vergessen. Aber wie Tk-Spinat mit etwas Salz, Pfeffer, Muskat und angebratenen Speckwürfeln, Salzkartoffeln und Spiegelei aussieht, kann sich jeder denken.
Früher, also ganz früher, gab es wohl auch Kartoffelsalat mit Würstchen nach der Bescherung. Aber irgendwann wurde ich “erwachsen” und war demzufolge Silvester nicht mehr zu Hause, wo es traditionell einen Silvesterkarpfen gab. Also wurde der eine Woche nach vorne verlegt und kam dann lange Jahre als Weihnachtskarpfen am Heiligen Abend auf den Tisch. Bis heute.
Weihnachtskarpfen vor dem BackenSo sah er dieses Jahr aus. Das mit dem Gemüse ist neu. Die Idee hatte Vattern irgendwo aufgeschnappt. Es ist etwas vorgegart und harrt auf dem gebutterten Backblech aus, nachdem ein wenig Salz, Pfeffer und Olivenöl darüber verteilt wurde. Der Fisch ruht traditionell auf ein paar Speckstreifen, ist gesalzen und mit ein wenig Butter belegt. Fast ganz naturell.
Nach einer guten halben Stunde bei 180°C im Ofen sieht das Blech dann so aus:
Weihnachtskarpfen nach dem BackenDie Lichtverhältnisse hatten sich in der Zeit auch etwas geändert. Sorry für die Bildqualität. Vattern konnte es nicht abwarten und hat sogar schon etwas am Fisch rumgeschnippelt (die Seitenlinie). Naja, dem Genuss anschließend hat es nicht geschadet. Herrlich. Und auch das mit dem Gemüse war eine tolle Idee. Inklusive der einen halbierten Kartoffel, vom Mittag übrig geblieben, die den Ofenaufenthalt noch mitgemacht hatte. Früher gab es statt des Gemüses Ofenbaguette dazu. Wie ich seit Heiligabend weiß, ist das verzichtbar.
Der 1. Weihnachtsfeiertag gehört dem Festschmaus. In frühster Kindheit gab es meistens Kaninchen. Das Tier hoppelte den ganzen Sommer im Garten herum und kam dann am 25.12. meist mit Rosenkohl und Kartoffeln auf den Tisch, nachdem es auch etwas Soße abgegeben hatte. Irgendwann schwenkten wir dann auf anderes Getier um. Dieses Jahr gab es folierte Ente. Ich erspare Euch mal die Verpackungsorgie, die ein hiesiges Restaurant betrieb, um uns und sicher auch noch anderen Kunden die halbe Ente fast fertig ins Haus zu bringen. Einem riesigen Karton mit Wärmeisolierung entnahm ich dann vier Beutel, in denen sich Rotkraut, Soße, Kloßteig und die gefüllte halbe Ente befand (inwiefern eine halbe Ente noch gefüllt sein kann). Außerdem lag eine Zubereitungsanleitung dabei, auf der die Weihnachtsgrüße vom Koch noch selber unterschrieben waren. Meine Hochachtung. Da hofft man aber, dass nicht zu viele Kunden von dem Angebot gebraucht gemacht haben.
Die Ente kam in den Ofen, Rotkraut und Soße ins Wasserbad. Der Kloßteig wurde geformt und dann auch siedendem Salzwasser übergeben. Nach 20 Minuten war alles fertig.
Halbe Ente, gefüllt, mit Rotkraut, Soße und KartoffelklößeSoße war reichlich, die Ente ausreichend, und auch die Klöße und das Kraut bekamen wir nicht komplett vertilgt. Alles war lecker und wenn ich mich an den Aufwand der letzten Jahre erinnere … Wir kommen nächstes Jahr wieder, wenn’s das Angebot nochmal gibt.
Der 2. Feiertag lief dann doch etwas anders ab als ursprünglich geplant. Aber so ist das Leben. Deswegen gab es das Essen – traditionell was leichtes mit Fisch – erst am Abend. Auch hier erstmal der Satz mit “früher”: Früher gab es Kochfisch, meist einen ganzen Zander, der in einem hinreichend großen Topf in gewürztem Wasser gegart wurde. Aus dem Wasser entstand dann noch eine weiße Soße. Ich fand die Soße immer sehr lecker, leider vergaß ich zu fragen, wie sie erstellt wird. Und heutzutage versuche ich mich in unterschiedlichen Varianten. Dieses Jahr: Ein kleines Glas Fischfond und ein kleiner Becher Kochsahne reduzieren ein wenig bei Hitze im Kochtopf, etwas Senf, u.a. für die etwas säuerliche Note, war auch mit anwesend. Dann kam noch etwas Fischgewürz dazu. Zur Bindung rieb ich eine halbe rohe Kartoffel hinein, ließ alles nochmal aufkochen. Kräuter dürfen auch nicht fehlen. Petersilie, Schnittlauch, Dill waren meine Wahl (und im Tk-Schrank verfügbar). Dann habe ich das aufgetaute Fischfiletstück in die Soße gelegt und bei sanfter Hitze gar ziehen lassen. Da es oben etwas raussah, habe ich es auch noch gewendet.
Auf dem Teller mit den Salzkartoffeln sieht es etwas unscheinbar aus, aber dass ich Optik und Essen gut zusammenbringe, habe ich ja nie behauptet. Essensbilder mach ich aber trotzdem weiter. 😉
Der kulinarische Schnellabriss des Weihnachtsfestes 2021 ist damit erledigt. Erwähnt werden dürfen noch etwas Stolle am Nachmittag und ein paar kleine Häppchen am Abend. Frohes Fest gehabt zu haben.

Demokratische Küche, sehr pauschal

Lange nix mehr gekocht. Oder sagen wir besser: Lange nichts mehr gekochblogt. 😉 Aber bspw. die sehr gelbe Blumenkohlgrütze, die es neben anderem gab, war jetzt nicht so blogattraktiv. Einen kleinen zerpflückten Blumenkohl mit ein paar gewürfelten Kartoffeln und ebenso zerteiltem Kohlrabi sowie Salz, Pfeffer, Kümmel und Kurkuma – für die Farbe – köcheln und zum Ende hin so kräftig umrühren, dass alles ein wenig zerfällt (ggf. mit dem Kartoffelstampfer nachhelfen), ist jetzt auch nicht so spannend. Aber lecker.
Gulasch zu kochen, habe ich hier auch schon einige Male gezeigt. Diesmal habe ich die Rindfleischwürfel erst angebraten und dann erst im gleichen Topf meinen Gulaschansatz zubereitet (Zwiebel anschmoren, Tomatenmark und Paprikamischung anrösten, alles mischen und weiter rösten, mit wenig Wasser ablöschen, Fleisch dazugeben). Der Rest lief fast wie immer.
Gulasch mit KnödelNormalerweise kommen mir Klöße mit Soße nicht so auf den Tisch. Aber für’s Foto blieben die Kartoffelbällchen doch erstmal ganz. Eigentlich zerreiße ich sie erst, bevor die Soße drüber kommt, das ist wohl weniger schick, aber lecker.
Gulasch mit KnödelNun mag der Blogleser mit Gedächtnis fragen, wo denn meine guten Ernährungsvorsätze geblieben sind, von wegen mehr Gemüse und so. Da kann ich beruhigend darauf antworten. Nach demokratischen Maßstäben ist das Gulasch vegetarisch. 😉 Nicht nur, dass fast so viel Zwiebeln wie Rindfleisch im Topf waren, die Koalition aus Zwiebeln, roter Paprika, gelber Paprika, 2 Tomaten und einer kleinen Dose Tomatenmark erbrachte eine klare Mehrheit für die Vegetabls. Salz, Pfeffer, Zitronenschale und eine Mischung von edelsüßem mit rosenscharfem Paprikapulver sowie ein wenig Thymian, erbrachte einen Tellerinhalt, der damit mehrheitlich vegetarisch war.
Apropos: Wer oben die Zutatenauflistung des Blumenkohlgerichtes verfolgt hat, der wird eine gewisse Veganität bemerkt haben. Das ist soweit auch richtig, wenn ich nicht beim abschließenden Abschmecken gedacht hätte, dass eine gewisse Abrundung fehle. Und blubb war’s zuende mit vegan, denn ein Löffel Butter erbrachte den abgerundeten Wohlgeschmack. Optisch nicht der große Bringer, aber lecker.