IT’s Tea(wurst)-Time

Das große “T” vorn ist ein Tippfehler. Aber als ich ihn sah, dachte ich mir: ‘Das lass ich mal so.’ Vielleicht interpretiert noch jemand etwas dazu hinein. Vor einigen Tagen hatte ich die Tea-Time schon auf Twitter angekündigt. Heute bin ich auch noch dazu gekommen. Auslöser war mal der Gedanke, warum Teewurst eigentlich Teewurst heißt. Einfache Antwort: Weil sie in bestimmten Regionen zum Tee gereicht wird. Nebenbei: Das gleiche gilt übrigens für Bierwurst und Bockwurst. Aber das nur nebenbei. Die werden natürlich nicht zum Tee gereicht, sondern zum Bier bzw. speziell zum Bockbier.

Eine andere Frage, die heute aufkam, war die nach dem, was eine Teewurst zur Teewurst macht, eher so auf kulinarischem Gebiet. Denn es gab heute eine spezielle Teewurst zur Teatime.

Vegane Teewurst auf BrötchenAuf den ersten Blick sieht es wie eine feine Teewurst aus. Steht auch so auf der Verpackung. Wobei ich bemerken muss, dass feine Teewurst nicht zu meinen Lieblingswürsten zählt. Teewurst allgemein auch nicht. Und wenn, dann ziehe ich die grobe vor. Aber das soll uns nicht hindern. Schauen wir also mal, was das denn schönes ist.

Teatime mit vTeewurst

Die beiden Pflaumen sind übrigens nur Alibi-“Grün”. Zumal es auch Zwetschgen sind. Im Becherglas ist Schwarzer Tee mit Milch (und ein kleinen Würfel braunen Zuckers). Also das richtige für die Teatime.

Eins hatte ich wohl noch nicht erwähnt, aber die Teewurst besteht im wesentlichen aus Wasser und Öl, ein wenig Erbsenbestandteile sorgen für Konsistenz, etwas Aroma, Salz u.a. für Geschmack. Es ist die vegane Teewurst eines bekannten Markenherstellers. Ein bisschen Mühe hat sie mich gekostet, ihrer überhaupt habhaft zu werden. Aber endlich ist es geglückt. Es gibt aber mittlerweile ein anderes Produkt aus gleichem Hause, das bei mir ganz oben auf der To-Eat-Liste steht, das aber selbst laut Webseite des Produzenten hier in der Gegend nicht verfügbar ist.

Was einem sofort entgegenschlägt, wenn man die Packung öffnet, ist Rauch. Also olfaktorisch. In Summe ist das auch der wesentliche Geschmack der vTeewurst, was ich aber durchaus gut finde. Ich mag Rauchgeschmack. Allerdings hat selbst die Rauchwurst vom Weihnachtsmarkt, die im Räucherofen erwärmt wird, weniger Rauchgeschmack als diese vTeewurst. Sie ist also was für Rauchfans. Von der Konsistenz ist sie etwas weniger cremig als das fleischliche Original, sie wirkt auch etwas trockener, was bei der Hauptzutat Wasser ein wenig verwundert. Das etwas mehlige Zungengefühl kommt einem aber dann doch wieder bekannt vor. Mich erinnert es an “Wasabi-Erbsen”, die ich eine Weile mal ganz gern geknabbert habe; getrocknete Erbsen, die mit einer “Wasabi”-Hülle umgeben waren. Gab es auch als Erdnüsse. Kaute man die Erbsen gut, bekam man ein ähnliches mehlige Gefühl auf der Zunge. Nicht so fein wie Mehl, aber doch gefällig.

Als rauchiger Aufstrich ist die vTeewurst durchaus akzeptabel und kann empfohlen werden. Wenn mir mal wieder nach Rauch auf Brot ist, werde ich gern auf das Produkt zurückgreifen. Wenn mir nach Teewurst ist, allerdings nicht. Mit dem fleischlichen Original hat das Produkt leider wenig zu tun. Es fehlt vor allem auch das leicht schleimige Mundgefühl, dessenwegen ich keine feine Teewurst mag. Bei der groben ist das nicht so ausgeprägt, die hat dann aber auch noch andere Qualitäten. Extreme Rauchnote gehört bei beiden Fleischversionen aber nicht dazu, zumindest nicht in dem Maße wie beim veganen Produkt.

Der Sonntagmittag

Kommen wir zum – zugegeben erwarteten – kulinarischen Höhepunkt am Sonntagmittag. Der Weg führte uns mal wieder in mein momentanes Lieblingsrestaurant, das dieses Status souverän verteidigte.

Maishähnchenbrust auf Selleriepüree und Babygemüse. sehr, sehr lecker

Auf einem cremigen Bett von Selleriepüree ruht eine Maishähnchenbrust mit Griff, umrandet mit einer sehr, sehr leckeren Soße und sehr, sehr angenehmem Babyofengemüse, im wesentlichen Zucchinivariationen, zwei Möhrchen und ein paar Rote-Bete-Viertel. Und wenn mir selbst die Rote Bete* schmeckt, und das tat sie, dann muss auch alles andere gut gewesen sein. Was es auch war. Gemüse auf den Punkt mit ein wenig Biss, Hühnerbust gut gewürzt und saftig, Selleriepüree so, wie es sein soll. Wenn ich wirklich über irgendetwas mäkeln wollte: Es fehlten die kalten Grilltomaten. Oder sind die nicht mehr in Mode?

Ein kleiner Scherz zum Schluss. Die Tomaten sind natürlich absolut verzichtbar und hätten der wunderbaren runde Harmonnie auf dem eckigen Teller mehr geschadet als genutzt. Also: Alles bestens so wie es ist. Gern mal wieder, auch mit anderem Gericht.

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*) Rote Bete ist eigentlich nicht so meins.

2 Gedanken zu „IT’s Tea(wurst)-Time“

  1. Ich liebe Rote Beete – das nur bereits zu Anfang bemerkt. Aber Geschmäcker und Ohrfeigen sind eben verschieden… 😉
    Zum Thema Teewurst: Hab ich schon gegessen, ist nicht übel, aber konnte sich auch nicht wirklich als Favorit bei mir durchsetzen. Zumal die Entstehung des Begriffs Teewurst, die man bei Wikipedia nachlesen kann etwas dubios erscheint. Ich selbst habe Teewurst schon mal in Hotels oder anderen Unterkünften meist zum Frühstück mal probiert und sie ist nicht übel, aber sie kann eine schöne Scheibe Schinkenwurst oder – meinen Frühstücks-Favoriten – Rührei mit Bacon nicht das Wasser reichen… 😉
    Zum Thema Sonntagsmenu: Ich finde die Präsentation absolut gelungen. Ich rätsele zwar noch was die grünen und gelben runden Dinger sind – eventuell kleine Paprika? – aber visuell hat sich die Küche wirklich große Mühe gegeben. Zumal das mit Haut und offensichtlich Knochen gebratene bzw. gebackene Maishähnchen eine angenehme bräunliche Farbe besitzt und auch sehr gelungen mit Grünzeug garniert wurde. Da das Fleisch – wie du schreibst – auch noch angenehm saftig war kann ich nur schwer etwas Neid bezüglich dieses leckeren Gerichts unterdrücken. 😁
    Aber war das echt reines Selleriepüree oder war es mit Kartoffeln versetzt? Von reinem Selleriepüree hatte ich noch nie gekostet, daher würde es mich interessieren ob es sich lohnt so etwas mal auszuprobieren. Auf Grilltomaten könnte ich dabei übrigens dann auch gut verzichten. 😉

    1. Das Püree hatte geschmacklich einen recht hohen Sellerieanteil, ich weiß allerdings nicht, ob es ohne Kartoffeln auch die gleiche Konsistenz gehabt hätte. Aber geschmacklich war es wirklich ein Selleriepüree (höchstens mit konsistenzgebenem Kartoffelanteil) und kein Kartoffelpüree mit Sellerie.
      Das gesamte Gericht war übrigens wirklich Spitze. Die von Dir nicht identifizierten Gemüse laufen auch unter Zucchini, würde ich sagen. Google mal nach Zucchini und Patisson in der Suchmaschine Deiner Wahl.
      Teewurst ist auch nicht meine Favorit, ab und zu habe ich mal Lust drauf (1x – 2x im jahr), dann suche ich aber die Grobe, die es auch nicht immer gibt. Dann gibt es sie aber zum Abendbrot. Dafür ist Schinkenwurst (Fleischwurst?) nicht so mein Ding, da ist – zumindest bei denen, die ich probiert habe – irgendein Gewürz/Aroma drin, dass ich nicht mag.

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